Original von Jörg Kokott
Folgende Lösungen sind im Handel:
Verdünnte LUGOLsche Lösung nach DAB 6: 2 Teile Kaliumiodid, 1 Teil Iod, Wasser zu 300 Teile (entspricht ca. 3,33% Iod)
LUGOLsche Lösung 2% nach Ph.Helv. VII: 4 Teile KI, 2 Teile Iod, 94 Teile gereinigtes Wasser
LUGOLsche Lösung 5% nach Ph.Helv. VII und DAB 7: 10 Teile KI, 5 Teile Iod, 85 Teile gereinigtes Wasser
Hallo zusammen,
die 1%ige Lugol'sche Lösung ist soz. das "Original", das v.a. für mikroskopische Zwecke und für bestimmte Nachweisreaktionen, z.B.
für Stärke (charakt. Blaufärbung) verwendet wird. Diese 1%ige LL findet man in den üblichen Chemiekatalogen.
Für die Aquaristik ist diese Lösung nur bedingt nutzbar, da die Verdünnung sehr hoch ist und man für 100 L Beckenvolumen schon rund
einen Milliliter braucht (für die Zeolithbecken sieht das mittlerweile aber schon wieder anders aus, weil man hier Iod, wenn überhaupt,
nur sehr wenig dosieren muss und das Iod bei Anwendung der "normalerweise" empfohlenen Dosierung toxisch wirkt und die Korallen
schädigt).
Die o.g. Rezepturen sind glaube ich von der Omikron Seite zitiert. Wenn man vom Apotheker oder von einem Chemiker eine 2%ige und
eine 5%ige LL mischen lassen kann, dann kann man genau so gut eine 10%ige LL herstellen. Es ist also nicht so, das es 10%ige LL
nicht gäbe, man kriegt sie halt nicht schon gebrauchsfertig zu kaufen. Ich selbst verwende auch eine 10%ige LL.
Ich gebe Arne völlig recht, wenn er sagt, das bei Verwendung der LL v.a. Iodid ins Becken gelangt. Das liegt daran, das das
Kaliumiodid mit dem elementaren Iod zu sog. Polyiodiden (z.B. IO4 2-, IO5 3-, etc.) reagiert, wodurch das elementare Iod in Lösung
geht und stabil gehalten wird. Im alkalischen und hoch oxidativen Meerwasser wird aus den Polyiodiden aber fast nichts anderes als
Iodid, und das ist halt nur bedingt bioverfügbar.
Was andere aquaristisch bedeutsame Iodverbindungen angeht, sei hier das PVP-Iod (PVP = Polyvinylpyrrolidon) zu nennen, auch
Povidon-Iod genannt. In Form von Betaisodona oder Polysept ist es im Hande erhältlich. Es ist komplexiertes Iod, das nicht schon im
Voraus in Form des Iodid-Ions vorliegt. Gibt man PVP-Iod ins Meerwasser, wird ein Teil des PVP-Iod-Komplexes dissoziieren und das
elementare Iod wird sehr schnell wieder zu Iodid reagieren, also wie bei der LL. Viele Algen können das Iod aber direkt an ihrer
Zelloberfläche aus dem PVP-Komplex herausnehmen (genau wie sie es mit komplexierten Spurenelementen machen!) und haben damit
bioverfügbares, elementares Iod. Möglicherweise können das Korallen ebenfalls, da bin ich mir aber nicht so sicher und das ganze ist
fraglich. Dennoch kommt das elementare Iod den Makro- und Mikroalgen zu gute, und die tragen schließlich auch zu einem gesunden
Aquariensystem bei.
Betaisodona oder Polysept muss man aber vor der Anwendung stark verdünnen, weil der Gehalt an elementarem Iod zu hoch ist. PVP
läßt sich sehr gut abschäumen und damit aus dem Wasser entfernen. Mit Betaisodona hat man aber auch ein effizientes "Medikament"
gegen viele parasitären Erkrankungen bei Fischen und Korallen (siehe Plagegeister-Artikel von Michael) und zur Wunddesinfektion an
einem selbst. Also universell einsetzbar und billig. Deshalb würde ich an dieser Stelle PVP-Iod als Iodquelle empfehlen wollen.