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ich bin schon 30 jahre dabei,deswegen müsst ihr mir glauben (und lass auch mal den begriff "chemiestudium" aus in der antwort)
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Fängst du jetzt auch mit jahrelangen Erfahrungen an
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Dieses jahrelange Getue und großwissen aus 30 Jahren Erfahrung ist halt nicht immer das beste. Und die Angaben mit dem kalkwasser sind einfach Quatsch. Manchmal muß man sich das auch eingestehen.
Danke für die Blumen Jungs, aber gerade das ist ein schönes Beispiel:
1986 hat uns Dietrich Stüber aus West -Berlin, auch heute noch als DER weltweit anerkannte Begründer der modernen Riffaquaristik die Kalkwassermethode nähergebracht. Das ist witzigerweise ziemlich genau 30 Jahre her, damals noch per Brief - die Mauer war noch ziemlich hoch! Dennoch wären sicherlich die meisten der heutigen Forenmitglieder froh, wenn sie solche Becken hätten, wie die damaligen Berliner Meeresaquarianer.
Man nahm einfach gesättigtes Kalkwasser und ergänzte damit sein Verdunstungswasser. Da gab´s nix Mystisches und auch gar nichts zu Messen:
Transportable pH Meßgeräte oder gar Calciumtests gab es in der DDR gar nicht und auch im Westen war soetwas nicht geläufig.
Es blieb also gar nichts anderes übrig, als seine Tiere genau zu beobachten und daraus Schlüsse zu ziehen.
Wenn man also täglich 5 Liter verdunstetes Wasser durch gesättigtes Kalkwasser ersetzte, konnten sich daraus etwa 6g Korallenkalk bilden, den lösbaren Kalk aus Bodengrund und Dekorationsmaterial nicht mitgerechnet. Ich denke Thomas, das reicht für die meisten Becken der Normalaquarianer vollkommen aus. Und um genau die geht es ja hier. Wer ein Super - Steinkorallenbecken haben will, kauft sich auch einen Calciumtest, darüber braucht man wohl nicht zu diskutieren!
Bis heute verfahren wir so und in den meisten Großaquarien wird es genauso gemacht, die haben gar nicht die Zeit, irgendwelche Lösungen anzurühren und Dosierpumpen zu kontrollieren.
Diese Art der Kalkzugabe ist nun seit Jahrzehnten hunderttausendfach erprobt und funktioniert einwandfrei. Warum sollte ich da den pH Wert messen, wenn ich zu allererst das Wohlbefinden meiner Tiere im Auge habe? Es ist immer eine gleiche Menge gesättigten Kalkwassers. Es ist auch vollkommen egal, ob der Calciumwert anfangs um 100mg höher liegt, weil noch nicht genug Verbraucher vorhanden sind. All das spielt für den Normalaquarianer, der hier Rat sucht, überhaupt keine Rolle.
Aber der Grundtenor hier ist immer: Der „Wert“ ist falsch - man muß was machen!
Aber eine solche Herangehensweise führt selten zum Erfolg, schon gar nicht bei Anfängern.
Viel Erfahrung führt eben auch dazu, es etwas gelassener anzugehen und nicht gleich an Stellschrauben zu drehen.
Apropos Erfahrung: Ich denke, genau dafür ist ein Forum da: um Erfahrungen auszutauschen! Und jemand der einige Jahrzehnte Meeresaquaristik macht, vielleicht sogar beruflich, hat eben einen deutlich größeren Erfahrungsschatz und springt eben nicht gleich auf jeden Zug auf, der gerade vorbeifährt. Jahrzehnte bedeuten eben auch Jahrzehnte Spaß und wohl auch Erfolg, sonst würde man wohl kaum so lange durchhalten - selbstverständlich immer auch gepaart mit Rückschlägen, aus denen alle nur lernen können!
Derzeit befinde ich mich, zusammen mit einem befreundeten Archtitekten, der dieses Becken gebaut hat:
Beckenplanung die 2. 180x80x65
in Verhandlungen zu Aquarienplanungen - noch nicht Bau - denen ein Umbau im deutlich zweistelligen Millionenbetrag zugrunde liegt.
Die Auftraggeber, alles gestandene Meeresaquarianer, die selbst die beiden größten deutschen Meeresaquarien betreiben, haben uns dazu eingeladen.
Ich kann mir nicht vorstellen, daß das deshalb passiert, weil die mich irgendwie witzig finden oder ich ihnen was von schönen Meßmethoden im Mikrogrammbereich erzählen kann….
Dazu gehört schon deutlich mehr!
Und wenn man jahrzehntelang die Sorgen und Nöte der Anfänger in der Meeresaquaristik kennt und weiß, was die alles anstellen, nur weil sie mal irgendwo etwas gelesen haben oder ein Meßwert vermeintlich nicht stimmt, dann hat das auch irgendwann etwas mit Verantwortung gegenüber lebenden Tieren zu tun.
Bernd hat das sehr schön zusammengefaßt - vielen Dank dafür.
Einige hier sollten akzeptieren, daß die Meisten einfach nur ein schönes, funktionierendes Aquarium haben und nicht mal den Unterschied zwischen SPS und LPS wissen wollen und damit eigentlich goldrichtig liegen.
Die Spezialisten wissen schon, wo sie was suchen sollen und tauschen sich ja hier auch munter aus.
Leider sind wir heute im Zeitalter absoluter „Verbrauchsaquaristik“ angekommen, egal ob Meßwerte, Spurenelemente oder auch Tiere.
Natürlich wissen wir heute viel mehr über Korallenvermehrung als früher und ich denke, die meisten Korallen stammen durchaus aus Nachzuchten. Aber diese Erfolge sind in den seltensten Fällen auf Meßwerte zurückzuführen, sondern auf stetiges Beobachten.
Und auch neue Meßmethoden können Sinn machen, wenn sie, wie bei Dir Stephan, solche Schwachstellen aufdecken helfen, auch wenn diese ja nun nicht gerade alltäglich sind. Eine Pumpe die Kupfer an´s Wasser „abgibt“ sollte für mein Verständnis zunächst erst einmal einen Kurzschluß erzeugen, aber das nur nebenbei. Niemand ist fehlerfrei, schon gar kein technisches Gerät.
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das rum gereite auf den Ampeln ist auch so ein Thema.
es zeigt doch nur Abweichungen zu den von Triton empfohlenen Werten nicht mehr nicht weniger.
…und vor allem zeigt es, wie arglos, Du bist das beste Beispiel dafür, diese „Werte“ geglaubt werden, wenn sie nicht in der richtigen Beziehung betrachtet werden. Wenn nicht mal der Salzgehalt stimmt, ist alles andere Unfug, dann müßten nämlich haufenweise Warnampeln „angehen“ - tun sie aber komischerweise nicht. Das sagt schon alles!
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und das alles nur als eine Geschäfts Idee ab tun.
Nun Stephan, wenn sich jemand hinstellt und das (fast) alleinige Meßmonopol auf irgendwelche „Werte“ beansprucht, die kein normaler Kunde irgendwie nachprüfen kann, GLEICHZEITIG aber individuelle Lösungen zum Nachdosieren anpreist,
DANN gehen bei mir aber die Warnampeln an und zwar alle auf rot!!!
Das hat schon irgendwie etwas junkyhaftes, ohne jemandem nahetreten zu wollen.
Zumal es jetzt von dieser Firma auch noch normale Spurenelemente gibt. Wie geht das zusammen?
Ich würde immer die Messung von der Nachdosierung trennen, zumindest monetär. Und ich rate nochmals jedem Mitelsenden, nur das an seinem Aquarium zu machen, was man auch selbst versteht und nachprüfen kann.
Ein einfacher, regelmäßiger Wasserwechsel ist immer noch die simpelste Methode 95% aller chemischen „Meerwasserprobleme“ in den Griff zu bekommen. Das funktioniert locker seit über einem halben Jahrhundert - millionenfach! Das ist nicht übermäßig teuer und andere Methoden müssen erst noch beweisen, daß sie das besser und billiger können, wie behauptet wird.
Generell freue ich mich als „erfahrener“ Meeresaquarianer, der das nun fast ein Vierteljahrhundert macht, auch immer noch, wie ein Kind über spannende, neue Entwicklungen und kann auch noch gut staunen über:
tolles LED Licht
moderne energiesparende Pumpen mit tollen Strömungsprogrammen
und auch tatsächlich über feine Nuancen in Wasserwerten, wenn sie korrekt und reproduzierbar ermittelt und von den richtigen Leuten interpretiert und durchaus auch kontrovers diskutiert werden.
Aber kein durchschnittlicher Aquarianer braucht soetwas und schon überhaupt kein Anfänger.
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dass die Leute sich - infolge der kostenträchtigen Analyse - mehr um ihre Becken kümmern, sie besser beobachten und z.B. den vernachlässigten Pflegemaßnahmen mehr Aufmerksamkeit schenken?
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Großzügige Wasserwechsel zum Senken eines hohen Kupferwertes beseitigen ja nebenbei auch das möglicherweise woanders liegende wirkliche Problem.
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Althergebrachtes: Nicht alles was neu ist, ist automatisch gut und sinnvoll, nicht alles was auf Erfahrungswerten beruht, ist automatisch schlecht oder überholt und umgekehrt.
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Und wenn jemand über Jahre oder Jahrzehnte erfolgreich Meerwasseraquaristik betreibt ohne ICP-OES Analytik, dann reibt er sich zurecht verwundert die Augen, wenn man ihm jetzt sagt, dass er eigentlich keine Ahnung von Aquaristik hat.
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Und um auf die Eingangsfrage zurückzukommen: Am nächsten kommen einer solchen Analyse so betrachtet vielleicht gute Beobachtungsgabe, reichlich Erfahrung (eigene und anderer), Grundwissen und ein wenig eigenes analytisches Denken .
Sehr schön formuliert, Wolfgang!
Stephan, auch für Dich noch ein schönes Tucholsky - Zitat:
Laß dir von keinem Fachmann imponieren, der dir erzählt: »Lieber Freund, das mache ich schon seit zwanzig Jahren so!« - Man kann eine Sache auch zwanzig Jahre lang falsch machen.
Ich bin von Natur aus ein neugieriger Mensch und versuche möglichst nach obiger Maxime zu handeln. Das bringt hin und wieder ein blaues Auge, aber aus Erfahrungen lernt man ja auch.
Aber Achtung, jetzt tut´s wieder weh:
Wenn dann geschäftstüchtige Zeitgenossen mir etwas als der Weisheit letzten Schluß verkaufen (!) , was bei meinen Anorganik - Professoren allenfalls mit Rauswurf geendet hätte, ist absolute Skepsis durchaus angebracht. Nicht nur bei mir!