Vieleicht gibt die Riffkeramik etwas ab, daß den PH-Wert drückt?
Danke Lutz, der war wirklich gut! Deswegen empfehlen wir ja auch dringend, die Keramik zu spülen, da die meisten Kationen als Oxide vorliegen und deshalb basisch mit Wasser reagieren.
Informiere Dich bitte besser vorher, bevor Du solchen Unsinn in der Öffentlichkeit verbreitest.
Zum Thema: Eine sehr oft auftretende Vergiftung erfolgt in der Fischhaltung durch Nitrit. Die Tiere verblassen, hören auf zu fressen, atmen sehr heftig und sterben dann. Dabei braucht der Nitritanstieg auch nur kurz aufzutreten, Fische (bei Garnelen weiß ich es nicht) werden in der Regel nachhaltig geschädigt und können noch nach Wochen sterben.
Eine weitere Ursache wird auch oft außer acht gelassen, Händler und vor allem Großhändler können ein Lied davon singen: Wenn man Tiere aus unterschiedlichen Herkunftsgebieten zusammenbringt, infizieren die sich oft blitzschnell mit Erregern, mit denen ihr Immunsystem noch nie im Leben etwas zu tun gehabt hat. Ich selbst habe vor einem Jahr einen Borstenzahndoktorfisch in mein Mittelmeerbecken gesetzt, da keine vernünftigen Algenfreser vorhanden waren. Der sah zwar etwas zerzaust aus, zeigte aber ansonsten keine sichtbaren äußeren Anzeichen einer Infektion. Ergebnis: Nach einer Woche waren 30 Fische tot, trotz einer 250W(!) UV Anlage und angeschlossenem Ozonreaktor.
Die toten Tiere hatten leichte Hauttrübungen, mehr war nicht erkennbar.
Schwarze "Gammelecken" wird man übrigens in fast jedem Becken finden, in dem an einer Stelle mehr als zwei Zentimeter Sand liegen. Ich habe in meinem Leben bisher genug Aquarien ausräumen dürfen und fast immer solche Zonen gefunden. Die gibt es übrigens in der Natur auch überall, im Wattenmeer teilweise schon ab 2cm Sandtiefe. Der entstehende Schwefelwasserstoff scheint im Aquarium nicht so giftig, wie vermutet, aber das hängt natürlich von vielen Faktoren ab. Ob durch die reduzierende Umgebung genug Nitrit freigesetzt wird, bleibt nur Theorie, denn auch das dürfte in jedem Aquarium verschieden sein und wer mißt schon dauernd Nitrit.
Gibt es bei Dir in der nähe einen Zoo oder eine Uni. Vielleicht kannst Du einen Biologen
auftreiben der bessere Untersuchungsmöglichkeiten hat?
Was sollte der sagen Reinhard?
Selbst erfahrene Tierärzte, welche regelmäßig tote Meeres(!)fische untersuchen,(So einen muß man überhaupt erstmal finden!!!) bekommen einen Wust von diversen Erregern und Symptomen auf toten oder fast toten Tieren. Das ist natürlich logisch, weil diese immer ein stark geschwächtes Immunsystem haben und in sehr kurzer Zeit von allem Möglichen befallen werden, ganz abgesehen von den Erregern, mit denen sie ohnehin umher schwimmen. Ich habe in meiner langen beruflichen Karriere noch keinen Tierarzt gefunden, welcher Ordnung in dieses Chaos bringen konnte und es waren durchaus sehr gute darunter.
In öffentlichen Schauaquarien werden in der Regel Breitbandmittel eingesetzt, was auch Sinn macht, denn die Tiere sind mitunter sehr wertvoll.
Für uns Heimaquarianer ist das natürlich keine Alternative.
Wenn man mit solchen Sachen öfter konfrontiert wird, wäre vielleicht die uralte Methode eines Quarantänebeckens, schon aus finanziellen Gründen, durchaus empfehlenswert. In meinen meereaquaristischen Lehrjahren, also in den Siebzigern des letzten Jahrhunderts (Wow, was für ein Satz!), war so ein Becken absolut Usus, fast jeder hatte sowas!
Ganz persönlich habe ich für mich folgende Schlüsse für den Fischkauf gezogen:
- Becken haben immer eine (zuschaltbare) starke(!) UV und Ozonanlage am Aquarium
- wir haben immer ein korallenverträgliches Medikament im Haus
- Becken werden in der Regel immer ohne Bodengrund und mit luftiger Dekoration gebaut
- gute Abschäumung für optimale Sauerstoffsättigung und hohes Redoxpotential
- Fischkauf nur beim Großhändler meines Vertrauens mit kritischem Blick
- keine Verwendung irgendwelche Wundermittel oder gar "Bakterien", sondern nur solche Wasserzusätze, bei denen ich genau weiß, was ich da tue (Das ist natürlich leicht gesagt, wenn man sie selbst herstellt :))
Wie gesagt, das sind nur meine ganz persönlichen Grundsätze, die ich nach 40 Jahren Meeresaquaristik, davon 20 Jahre beruflich, zu verfolgen versuche. Dabei bin ich, siehe oben, nach wie vor nicht fehlerfrei.
Auch die Befolgung obiger Grundsätze führt nicht immer zum Erfolg, aber meistens jedenfalls.