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Dennoch bin ich überzeugt, daß man bestimmte Dinge "sehen" kann.
Peter, gern wird das Beispiel aus den 80er Jahren zitiert, wo man anhand pumpender Xenien einen Nitratwert von ca über 50mg/l "ablesen" konnte. Das war, zumindest mit den damals verfügbaren Nitrattests, durchaus nachvollziehbar und ist von vielen Aquarianern geprüft worden.
Nun besteht die Meerwasserchemie natürlich aus viel mehr, als nur Nitrat und ich persönlich gebe diesem wert überhaupt keine Bedeutung, weil es für die meisten Becken vollkommen egal ist, wie hoch er ist. Erst bei Nitratmangel in Bereichen unter 1mg/l wirds eng, aber genau DAS kann man eben auch anhand bestimmter Kriterien sehr gut an den Tieren ablesen, sollte es aber, bevor man irgendwas unternimmt und zum Blumendünger greift, sicherheitshalber überprüfen.
Der Sinn, des "mit dem Auge Messsens" ist ja auch kein Zahlenwert bis in die zweite Kommastelle, sondern einfach ein Urteil darüber, ob es Deinen Tieren gut geht. Das kannst Du genausogut auf Deinen Hund ( oder Deine Frau - man(n)beachte die Reihenfolge!) übertragen:
Eine gute und kontinuierliche Beobachtung ist viel wichtiger, als irgendwelche Zahlenspielerei, noch dazu, wenn sie nicht in die richtigen Zusammenhänge gebracht wird:
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Acropora wird unten weiß. - Nun, Phosphatmangel, Phosphatschwankungen
Ohne die Betrachtung des Stickstoffs im Becken würde ich, nur mal als Beispiel, sehr vorsichtig sein.
Bernd hat es ja auch schon formuliert: Letztendlich gewinnt man mit der Zeit viel an Erfahrung und kann tatsächlich vieles ablesen und bestimmte Maßnahmen vorsichtig ergreifen.Zum Handwerkszeug eines Meeresaquarianers sollte aber, neben gutem Werkzeug zur Ermittlung des Salzgehaltes aus meiner Sicht :
kH Test
Mg Test und vor allem
PO4 Test gehören.
Wer will, kann Calcium messen, wenn man es aber kontinuierlich zuführt, kann man sich das aus meiner Sicht sparen, aber viele sind da anderer Meinung.
In jedem Fall ist aber dieser Ansatz sehr vernünftig. Zur Zeit ist der Mainstream in der Meerwasseraquaristik ja eher der Meinung, alles (Un-) Mögliche messen zu müssen und dann sofort zu handeln.
Man sieht oft genug hier, wo das hinführt.
Einen Mg - Wert unter 1000mg erkennt man beispielsweise sehr gut am Fehlen der weißen Wachstumsränder von Kalkalgen - Du weißt ja jetzt, wie die aussehen
Aber das ist auch nur ein Beispiel und nicht immer zu verallgemeinern.
Geduld und Gelassenheit ist bei dieser Art der Beurteilung von Wasserparametern durchaus gefragt, für aufgeregte Zeitgenossen, die ein Meerwasseraquarium durchaus gern mit einem Chemiebaukasten verwechseln, sind doch eher professionelle Testkits angesagt.
Wer sich aber einen regelmäßigen Wasserwechsel und Salzgehaltskontrolle angewöhnt hat, lernt mit simpler Beobachtung viel mehr, als mit einem "Testkoffer".