Beiträge von Korallenwelt

    Wenn man noch keine Keramik hat, sondern zunächst mit dem Gedanken spielt, seien folgende zwei kleinen Filme empfohlen:

    http://www.youtube.com/watch?v=OPl7R2…0f3FAAAAAAAAAAg

    Darin wird vor allem das Anfertigen einer kleinen Handskizze erklärt, die uns UND Euch die Arbeit wesentlich erleichtert und zu gemeinsamen, richtigen Verständnis führt. Nach 20 Jahren Riffkeramik Produktion, weiß ich schon, was die meisten mir mit den Skizzen sagen wollen.
    Schlimm sind für uns als Produktionsbetrieb seitenlange Beschreibungen! Die kann ich ja schlecht meinen Jungs in der morgendlichen Produktionsbesprechung vorlesen!
    Also einfach eine Skizze schicken, den Rest klären wir dann schon.

    Die Mitteldekoration und Technik wird im zweiten kleinen Film gezeigt:

    http://www.youtube.com/watch?v=CfBDaj…3e1FAAAAAAAAAAQ

    Kleiner Zwischenstopp bevor es nun wirklich an die praktischen Seiten geht:

    Falls man noch gar kein Aquarium oder zunächst mit einem kleinen Nano Becken geübt hat, sei dringend geraten, sich lieber ein paar Wochen mehr Zeit für die richtige Planung zu nehmen.
    Dabei sind zunächst die

    GRÖSSE des Beckens - und zwar NICHT in Litern, sondern in Länge und Tiefe entscheidend, später die Höhe, welche aber mehr vom Geldbeutel bestimmt wird. Die enthaltene Wassermenge ergibt sich dann schon.

    Der AUFSTELLORT ist ein nächster wichtiger Punkt, über den es trefflich nachzudenken gilt.
    Für alle weiteren Details sei dringend dieser Fred von Stefan Kadatz empfohlen - perfekter kann man es nicht machen:

    Beckenplanung die 2. 180x80x65

    Die Zeit, dies durchzuackern, wird später vielfach belohnt! Es hat aber auch wirklich das halbe Forum mitgemacht und das Becken hat inzwischen viele Nachahmer gefunden.
    Es sei allerdings darauf verwiesen, daß man heute so ein veraltetes Closed Loop System wohl nicht mehr machen würde. Unsere neuesten Messungen haben ergeben, daß der Stromverbrauch bei einem 250cm langen Becken mindestens 60% höher liegt, als bei direkt im Becken verbauten hochwertigen Strömungspumpen. Das aber nur am Rande.

    Dieser Fred soll aber ein Gefühl dafür vermitteln, wie einfach und problemlos solch eine Einlaufphase verlaufen kann. Natürlich ist Stefan ein Perfektionist und nicht jeder hat soooooo viel Geduld oder aufgrund eines Umzugs gar nicht die Möglichkeit, so lange mit dem Besatz zu warten.

    Im Hinterkopf sollte man allerdings einmal das Ergebnis von Stefan mit wesentlich schneller besetzten Aquarien nach nur einem Jahr vergleichen!

    Nachdem wir uns die biologischen Zusammenhänge klargemacht haben, sollten wir schon einmal Bezugsmöglichkeiten ausloten.
    Klar sollte sein, daß wir zunächst unsere Nährstoffe im Minimum halten, es aber keinen Sinn macht, monatelang ein steriles Becken zu fahren. Es sollten in jedem Fall schnellstmöglich Tiere einziehen, damit man auch etwas Freude an seinem neuen Aquarium hat und der Haussegen nicht schief hängt, weil Frau und Kinder wochenlang in einen leeren Glaskasten gucken müssen.

    Woher bekommen wir also solche Nahrungskonkurrenten und welche eignen sich gut?

    Prinzipiell kommen alle höheren Algen aus Riffgebieten in Frage, wenn sie nur genügend Wachstumspotential mitbringen und unter Blaulicht auch passabel wachsen. Das können Rot-, Grün-, oder Braunalgen sein.
    Grünalgen haben allerdings das höchste Wachstumspotential, sind leicht zu beschaffen und später auch leicht zu entfernen.
    Rotalgen wachsen langsamer und werden sehr schnell von Doktorfischen gefressen. So gesehen haben sich Algen der Gattung Caulerpa am besten bewährt. Die meisten guten Händler haben sie im Programm. Als Menge reichen etwa 2 Hände voll, weniger sollte es nicht sein, damit sie sich schnell vermehrt.
    Sie läßt sich leicht entfernen, auch wenn man immer mal das Gegenteil liest. Das ist natürlich Unsinn, Caulerpa - Algen kann man ganz einfach mit der Hand entfernen und werden außerdem von grünalgenfressenden Doktorfischen ziemlich schnell dezimiert.
    Einzige Ausnahme bildet Caulerpa brachypus eine sehr feingliedrige Art, die sich auch zwischen Korallenästen breitmachen kann. Vernünftige Händler haben so etwas aber natürlich NICHT im Angebot.
    Am Beispiel von Stefans 160cm Becken wird deutlich, daß auch wenige Algen den gewünschten Effekt bringen, es kann aber auch ruhig etwas mehr sein.
    Auch Drahtalgen werden von manchen bevorzugt, da sie kaum von Fischen gefressen werden.
    Ich empfehle unbedingt die Algen zunächst in das Hauptbecken zu setzen.

    Auf dem Bild aus dem Riff erkennt man sehr gut, daß Grünalgen nicht von anderen Aufwuchsalgen überwachsen werden, da sie Hemmstoffe bilden, die unerwünschte Kieselalgen und Cyanobakterien im Wachstum unterdrücken. Diese Eigenschaft machen wir uns mit der gleichzeitigen Nährstoffreduzierung zunutze.

    Stimmt Peter, das war schon ziemlich aufwendig, die aus dem Riff zu "popeln"...
    Sehen kann man sie eigentlich nicht, im Aquarium auch nicht!
    Schade.

    Es dürfte sich aber schon um zwei verschiedene Arten handeln, es sei denn, einer kommt aus dem Roten Meer und der andere aus Japan.
    Die Färbung spielt keine große Rolle, aber der ocellus ist sehr verdächtig. Gelbliche Dorsalspitzen haben fast alle Männchen.

    Mit Hilfe dieser Grundlagen ist uns also klar:

    Wir haben die Nährstoffe Phosphat, Nitrat und Kohlenstoff und in geringen Mengen Silikat. Da wir das Aquarium neu starten, gehen wir also davon aus, daß sich zunächst einfachste Algen und Bakterien vermehren, einen Teil dieser Nährstoffe verbrauchen, aber auch selbst bilden können.

    Sie benötigen im Fall von Algen also nur noch Energie in Form von Licht.

    Dadurch wird ein gewisser Anteil in Biomasse eingebaut.

    Durch Technik, wie Abschäumer und Absorber entziehen wir unserem Aquarium einen Teil dieser Nährstoffe, welcher aus dem System wieder ausgetragen wird.

    Was zuviel ist und durch beide Prozesse nicht "entsorgt" wird, reichert sich im Aquarium an. Das ist besonders beim Phosphat gefährlich.

    Daher sollte der logische Schluß sein, das Phosphat IMMER in´s Minimum zu bringen, da alle Organismen zwingend darauf angewiesen sind und alle anderen Nährstoffe kaum Probleme machen.

    Beispielsweise sind anfangs in einem Riffkeramikbecken zu hohe Silikatwerte überhaupt kein Problem, wenn kaum Phosphat vorhanden ist und kein Licht zur Verfügung steht.
    Und genau auf diese Art und Weise funktioniert das Einfahren eines Meeresaquariums.

    Es ist dabei vollkommen unerheblich, aus welchem Material die Dekoration besteht!

    Auch ein Becken, welches komplett mit lebenden Steinen bestückt ist, wird bei einem Überangebot von Phosphat und viel Licht komplett veralgen.

    Gehen wir an dieser Stelle also auf die Organismen ein, deren Vermehrung wir uns wünschen und solche, die wir möglichst nicht haben wollen. Zum Zwecke der Übersichtlichkeit und einfacher praktischer Anwendung wird auch dies sehr vereinfacht dargestellt.

    BAKTERIEN
    Natürlich wollen wir möglichst viele nitratabbauende Bakterien in unserem System haben. Allerdings dauert deren Entwicklung eine gewisse Zeit und sie können auch nur in sauerstoffarmen Bereichen, wie dem Inneren porösen Gesteins oder Riffkeramik siedeln.
    Genauso wichtig sind aber Bakterien, die auf Oberflächen siedeln, denn sie verbrauchen die Nährstoffe genauso und verhindern anfangs, daß zu viele Algen wachsen. Lösen sie sich von der Oberfläche und gelangen in´s freie Wasser, können sie durch Abschäumung aus dem System entfernt oder von Korallen als Nahrung aufgenommen werden.
    VORTEIL: Sie stören nicht und entziehen dem Wasser die Nährstoffe (P;N;C) in einem natürlichen Verhältnis.
    NACHTEIL: Mit ihnen kann kein Silizium ausgetragen werden und sie benötigen Kohlenstoff als Zugabe.
    WICHTIG: Sie benötigen dazu kein Licht. Natürlich mit Ausnahme von Cyanobakterien, diese wiederum benötigen keinen Kohlenstoff sondern können diesen durch CO2 Bindung selbst gewinnen.

    ALGEN
    Wir sprechen zunächst von einzelligen Aufwuchsalgen und beziehen Cyanobakterien ein, da sich diese ökophysiologisch genauso verhalten.
    Diese möchten wir natürlich NICHT in großen Mengen im System haben, obwohl sie natürlich stets vorhanden sind. Sie bilden unschöne Beläge, die alles überwuchern und Stoffe an das Wasser abgeben, die andere Organismen, wie Korallen am Wachstum hindern.
    Obwohl es unzählig viele Algenarten im Meer gibt, konzentrieren wir uns nur auf zwei Gruppen, die außer Cyanobakterien massenhaft in Aquarien auftreten können:

    KIESELALGEN
    Diese sind bei der Verwendung silikathaltigen Gesteins oder Riffkeramik immer vorhanden. Sie sind nicht für andere Aquarienbewohner gefährlich, aber ihr Vermehrungspotential ist enorm und sie bilden sehr unschöne braune Beläge. Ein Silikatadsorber ist also anfangs in jedem Fall anzuraten, auch bei Verwendung von Osmosewasser, denn Osmoseanlagen haben keine 100%ige Rückhalterate für Silikat.
    Sie treten als Erstbesiedler schon wenige Tage nach Befühlen des Beckens auf.

    GRÜNALGEN
    werden hier zunächst nur in Form von Fadenalgen betrachtet, welche zwar nicht besonders schlimm sind, aber bei Massenvermehrung unangenehm. Allerdings entwickeln sich grüne Fadenalgen erst nach vielen Wochen, so daß man bei gut geglückter Einfahrphase eigentlich keinen nennenswerten Fadenlagenwuchs zu befürchten braucht.

    CYANOBAKKTERIEN
    werden nur deshalb nochmals erwähnt, weil wir sie ebenfalls nicht im Aquarium in großen Mengen haben wollen und genau die selben Voraussetzungen benötigen wie Aufwuchsalgen, weswegen sie auch als "Schmieralgen bezeichnet werden.

    All diesen unerwünschten Organismen ist eines gemeinsam:

    Sie benötigen:

    LICHT
    PHOSPHAT
    NITRAT oder SILIKAT (außer Cyanobakterien)

    Will man also sein System erfolgreich starten, benötigt man lediglich einen Phosphatadsorber, einen Silkatadsorber und sollte dafür sorgen, daß anfangs nur wenig Licht im Aquarium vorhanden ist.

    Dabei kommt uns der Umstand zugute, daß alle drei Gruppen Flachwasserbewohner sind und grob gesagt mit dem in tieferem Wasser vorherrschenden Blaulicht nicht viel anfangen können.

    Ich empfehle daher dringend, ein neu eingefahrenes Becken in den ersten ein bis zwei Wochen gar nicht, danach etwa vier Wochen mit Blaulicht zu beleuchten.

    Kümmern wir uns als nächstes darum, den oben genanten unerwünschten Organismen durch Konkurrenz etwas das Leben schwer zu machen und diejenigen zu fördern, die wir uns wünschen.

    Der Schnitt durch eine Riffkeramik Rückwandplatte aus unserer Produktion zeigt den enormen Siedlungsraum im innern und der Riffkeramik Stein aus dem Roten Meer, die schöne Besiedlung nach drei Monaten, wenn nur genug Konkurrenz für unerwünschte Algen vorhanden ist:

    Dazu muß man sich vergegenwärtigen, wie diese drei oder vier Hauptnährstoffe im Nahrungskreislauf wirken und wie sie dort hinein- und auch wieder hinaus gelangen.

    PHOSPHOR - in diesem Fall als Phosphat
    wird nur in ganz geringen Mengen benötigt, ist aber in jeder lebenden Zelle vorhanden und lebensnotwendig. Es ist in Spuren in allen natürlichen Dekorationsmaterialien vorhanden und wird bei der Fütterung zugegeben.
    Problematisch kann zum Teil Korallensand werden, es gibt Chargen, die unheimlich viel Phosphat enthalten können. Das kann man vorher messen.
    Der anzustrebende Messwert für ein Korallenriffaquarium sollte bei 0,01mg/Liter liegen, gute Tests lösen etwa nochmal die Hälfte davon halbwegs ablesbar auf. Bei Werten über 0,1mg - also dem ZEHNFACHEN - sollten langsam Gegenmaßnahmen ergriffen werden, bei Werten über 1mg, also schon dem HUNDERTFACHEN, ist eher ein Ausräumen des Beckens mit anschließendem Neustart zu empfehlen.
    Leider findet man die Phosphate, welche zum Beispiel als Calciumphosphat ausfällen können, dann nämlich in großen Mengen im Bodengrund und in der porösen Dekoration. Das hat schon so mancher erlebt, wenn man bei einem extrem mit Phosphat belasteten Becken 90% Wasserwechsel macht und nach einer Woche schon wieder die selben Werte mißt. Da man nicht einschätzen kann, wieviel wirklich wirklich im System ist, wäre eine solch drastische Maßnahme der vielleicht weniger schmerzhafte, auf jeden Fall aber kürzere Weg zum Erfolg.

    Normalerweise bewegt sich der Phosphatgehalt in halbwegs vernünftig gepflegten Aquarien aber zwischen 0,01 und 0,1mg/L. Es ist nicht das Schlechteste, immer etwas Phosphatadsorber im Wasserkreislauf zu haben und somit den Wert an der unteren Grenze zu halten.
    Eine weitere Methode, Phosphat aus dem Becken zu bekommen, ist eine gute Abschäumung. Dazu später mehr.

    Einen Phosphatmangel halte ich eher für ein Märchen, auch, wenn man mit einem Test an der Nachweisgrenze liegt, ist immer noch genügend Phosphor für notwendige Lebensprozesse vorhanden, jedenfalls, wenn man seine Tiere füttert. Ich würde einem vermeintlichen Mangel - unbedingt mit VERSCHIEDENEN guten Tests messen(!) - immer durch höhere Futtermengen begegnen. Eine einseitige Phosphaterhöhung, ohne gleichzeitig Nitrat anzuheben, wie von manchen geschäftstüchtigen Zeitgenossen empfohlen, halte ich für außerordentlich gefährlich!!! Alle eigenen Tests, die ich selbst und mit Kollegen durchgeführt habe, gingen IMMER nach hinten los!

    STICKSTOFF - hier nur als Nitrat betrachtet
    ist ein ebenso lebenswichtiger Baustein für die Eiweißsynthese und wird mit dem Futter zugegeben. Der Nitratgehalt des Aquarienwassers ist nicht von so großer Bedeutung, wie oft behauptet wird, 2mg pro Liter sind genauso akzeptabel, wie 50mg oder gar mehr. Die meisten Tiere tolerieren solche Unterschiede klaglos.
    Natürlich ist eine hoher Nitratgehalt in Verbindung mit einem hohen Phosphatgehalt eine gute Voraussetzung, um Algen ordentlich wuchern zu lassen.
    Insbesondere dann, wenn man Trockenfutter verabreicht, welches im Verhältnis zu natürlichem Frostfutter ein viel höheres Phosphat/Nitrat Verhältnis aufweist. Hier ist also immer Vorsicht geboten und man sollte anfangs besser gar kein Trockenfutter verwenden.
    Es gibt allerdings ein Phänomen, welches in der Natur eine große Rolle spielt, im Aquarium auch erwünscht ist und größtenteils bestens funktioniert: die Nitratreduktion. Dabei wird Nitrat auf biologischem Weg abgebaut und scheidet als gasförmiger Stickstoff aus dem System aus.
    Und genau hier kann es zu folgendem Problem kommen: Selbst in einem "sauberen" Becken mit guten Wasserwerten und sparsamer Fütterung, sinkt der Nitratgehalt immer weiter ab, bis er bei Werten von 1mg und darunter landet.
    Dann kann es zu einem tatsächlichen Mangel kommen, da der Nitratabbau immer weiter verläuft. Riesenmuscheln beispielsweise reagieren sehr empfindlich auf diese Art Unterernährung. Das ist jedoch das kleinste Problem: Viel schlimmer ist, daß es eine Organismengruppe gibt, die nicht auf Stickstoff (= Nitrat) zufuhr durch Futter von außen angewiesen ist: Cyanobakterien.
    Diese sind in der Lage, den im Wasser gelösten atmosphärischen Stickstoff (N2) aufzuspalten und in organische Verbindungen einzubauen.
    Dieser für das Leben auf unserem Planeten elementare Prozeß kann die Geduld eines Aquarianers auf eine wirklich harte Probe stellen. Wenngleich überall im Meer, besonders in Flachwasserbereichen, vorhanden, stellen sie in der Natur kein großes Problem dar, können aber durch ihre explosionsartige Massenvermehrung (Es handelt sich um einfachste Organismen!) ein Aquarium in kürzester Zeit in den (Würge-)griff bekommen. Da sie Photosynthese betreiben, muß es nur hell genug sein. Wie jede andere festsitzende Alge, beeinflussen auch Cyanobaktieren, auch sehr treffend als Schmieralgen (Obwohl keine Algen im eigentlichen Sinn!) bezeichnet, ihr nahes Umfeld dahingehend, daß sie sich die für sie optimalen Lebensbedingungen selbst schaffen und alle Oberflächen, auch lebende Korallen einfach überwachsen.
    Der geplagte Aquarianer freut sich morgens über ein "sauberes" Becken und wenn er abends nach hause kommt, ist es komplett mit roten Schmieralgenteppichen überzogen. Es gibt kaum Organismen, die so rasend schnell ein ganzes Ökosystem beherrschen können.
    Machen wir uns also klar: Cyanobakterien benötigen nur drei Dinge: Licht, Phosphat und Kohlenstoff!

    (Da seit Jahrzehnten die immer wieder die unglaublichsten "Bekämpfungsversuche" veröffentlicht werden, appelliere ich an dieser Stelle lieber an den Verstand der Mitlesenden: Die beste und einfachste Methode sie loszuwerden, ist der Entzug von Phosphat, bei gleichzeitiger Lichtreduktion - dazu ebenfalls später mehr!)

    Damit sind wir beim

    KOHLENSTOFF - dem wichtigsten Baustein organischer Verbindungen - also der lebenden Zelle.
    Der größte Teil des Kohlenstoffs wird von Pflanzen, im Meer also von einzelligen Algen, aus dem gelösten Kohlendioxid in organische Nährstoffe umgewandelt. Darüber braucht man sich als Aquarianer eigentlich keine großen Gedanken zu machen, in einem guten Becken geht das alles ganz von allein.
    Hat man aber zu hohe Phosphat- und Nitratwerte, liegt in der Regel eine Limitierung des Kohlenstoffs vor. Diesem kann man durch Zugabe von Alkohol begegnen (siehe Ethanolmethode). Manche Becken erfahren auch eine ständige Kohlenstoffzugabe in Form von Essig. Das nennt sich dann geheimnisvoll Zeolithmethode und natürlich steht nicht Essig auf den schönen bunten Flaschen drauf! Es ist aber ein Hauptbestandteil des Wirkprinzips, denn auf diese Weise hält man die Konzentration der Nährstoffe im Aquarium gering und fördert das Wachstum planktischer Algen und Bakterien, die einfach mit Hilfe des Abschäumers aus dem System wieder ausgetragen werden.
    Das besonders Positive daran ist, daß die Elemente Phosphor, Stickstoff und zum Teil Kohlenstoff in genau dem selben Verhältnis aus dem System ausgetragen werden, wie sie in Form von Frostfutter hinein gelangen. Auch hier erkennt man nochmals gut die Gefahr einer hohen Trockenfutterzugabe.

    Wer bis hierher aufmerksam mitgelesen hat, erkennt, daß es keineswegs Hexerei ist, das Nährstoffsystem seines Aquariums zu überblicken und in seinem Sinn zu beeinflussen. Eigentlich alles ganz einfach:
    Man sorgt dafür, daß immer genug Kohlenstoff und Stickstoff (Nitrat) vorhanden ist und minimiert das Phosphat. Das geht durch regelmäßige Fütterung mit hochwertigem Frostfutter, etwas Phosphatadsorber und einen guten Abschäumer.

    Da wir uns aber eigentlich die Einfahrphase eines Beckens näher ansehen wollen, ist noch ein Element wichtig:

    Das SILIZIUM in Form von Silikat.
    Es findet sich ebenfalls in allen natürlichen Dekorationsmaterialen, die wir im Meeresaquarium verwenden und besonders in künstlichen Keramiken. Hier ist das Silikat die Trägersubstanz, die quasi alles zusammenhält. Werden also Tone, Steingutmassen oder zementartige Materialien verwendet, bilden sogenmannte Alumosilikate das Grundgerüst. Dieses wird durch Wasserhärtung oder einen Brennvorgang gebildet.
    Egal, was man noch alles beimischt, die Hauptelemente bilden Silizium und Aluminium. Bei hochwertiger Riffkeramik ist das Verhältnis deutlich zum Silizium verschoben, da ein hoher Alumiumgehalt problematisch werden kann.
    Dieses Grundgerüst ist zwar nicht chemisch nicht identisch mit dem Calciumcarbonat des natürlichen Riffgesteins, welches Korallen bilden, hat, bei richtiger Verarbeitung, aber räumlich ähnliche Strukturen.

    Es gibt aber in der Natur Organismen, die genau solch ein Silikatgerüst bilden und das sind die Kieselalgen.

    Sie sind im Meer der Beginn der Nahrungskette, denn sie kommen im Meer in so großen Mengen vor, daß alle anderen Meerestiere auf auf die durch sie mit Hilfe von Licht und den Elementen Stickstoff, Phosphor und Kohlenstoff erzeugten Verbindungen angewiesen sind. (Natürlich stark vereinfacht!)

    Das versetzt uns Aquarianer in die glückliche Lage, bei guter Abschäumung einen Großteil der Nährstoffe über planktische Kieselalgen einfach wieder auszutragen (siehe Kohlenstoff), birgt aber die Gefahr, daß bei zuviel vorhandenem Silikat, die Kieselalgen sich so massenhaft vermehren, daß sie unser kleines System Minimeer so im Griff haben, daß andere Organismen es schwer haben, Fuß zu fassen.
    Schließlich wollen wir uns keine Kieselalgen im Aquarium anschauen.
    Wer mal an ein gutes Mikroskop gelassen wird, sollte sich dies aber unbedingt mal gönnen, es sind wirklich zauberhafte Lebewesen!

    Nun haben wir den theoretischen Teil hinter uns und können, mit diesem einfachen Grundwissen gewappnet (Wer´s nicht glaubt, das ist Schulstoff 7. Klasse - Ich war auch mal Biologielehrer!) an die Realisierung eines tollen Korallenriffaquariums gehen.
    Und: Algen sind ein wichtiger Bestandteil des Systems - auch in unserem Aquarium und im Riff sowieso.
    Bis hierher danke für´s Mitlesen - jetzt kommt der praktische Teil.

    Nein Kevin, sind sie vordergründig nicht.
    Entscheidend ist der Leistungsbereich, der für DEINE Anwendung interessant ist. Wenn Du 150cm beströmen willst, brauchst Du bei der Abyzz maximal 40%, dann schaust Du, welchen Stromverbrauch Du dabei hast.
    Ohne Vergleichspumpe ist das aber schwierig.
    Dann spielt sicherlich noch der Installations- und Reinigungsaufwand eine große Rolle, denn es nervt, wenn man seine Pumpe alle 6-8 Wochen für einen Reinigungsintervall ausbauen muß.
    Von den Abyzz, die ich bisher verkauft haben, wurden zumindest in den letzten 2 Jahren mindestens 2/3 direkt als Strömungspumpe verwendet.

    Schon beim aufmerksamen Betrachten der Bilder läßt sich einiges an Erkenntnisgewinn mitnehmen:

    1. Ist selbst in einem dicht bewachsenen Riff nicht alles Koralle, was auf Oberflächen siedelt und
    2. wird im Aquarium jeder Platz für bunte Korallen gebraucht.

    Man möge sich außerdem vergegenwärtigen, wieviel Wasserkörper hinter so einem natürlichen Riff vorhanden ist, quasi jedem Bewohner zur Verfügung steht und dies mit seinem Wunschaquarium vergleichen. Da bleiben dann nur wenige Liter pro Tier.

    Diese Tatsache ist an sich nicht schlimm, bedingt jedoch, daß man gewisse Dinge beachten muß, mit Augenmaß und Geduld Veränderungen vornimmt und seinem Aquarium auch die Zeit gibt, auf solche Veränderungen zu reagieren.
    Es sind immerhin BIOLOGISCHE Prozesse die hier ablaufen, welche zwar auf chemischen beruhen, aber wirklich Zeit benötigen und nicht immer in die Richtung ablaufen, die wir als Aquarianer gern hätten.
    Bevor wir also mit der Planung oder gar dem Bau beginnen, sollten wir uns darüber klar sein, was da eigentlich passiert und vor allem, daß diese Prozesse immer gleichzeitig und vor allem ständig ablaufen.
    Ich kann also nicht einfach irgendwelche Mittelchen in bestimmter Dosierung in mein (neues) Becken kippen und erwarten, daß dieses System mit so vielen Unbekannten auf eine ganz bestimmt Art reagiert.


    GRUNDLAGEN

    Es ist also wirklich vonnöten, zur verstehen, welche Zusammenhänge es gibt, die ich durch mein Tun beeinflusse. Daher ein kleiner - aber stark vereinfachter - Exkurs in die Biochemie:

    Wenn ich einem unsterilen aquatischen System, das kann ein Reagenzglas voll Wasser, eine Pfütze im Wald oder ein Aquarium sein, SPURENELEMENTE, NÄHRSTOFFE und ENERGIE zuführe, wird sich darin Leben entwickeln.

    Das ist auch im Korallenriffaquarium so und wenn ich beispielsweise ein 500 Liter voll gemörteltes Riffkeramikbecken mit Osmosewasser befülle, kann man es ja fast steriler nennen, als jedes natürliche Wasserbiotop.
    Darin werden sich dann, ähnlich einer frischen Pfütze nach dem Regen, zunächst die Organismen entwickeln, die sehr einfach aufgebaut sind, mit relativ wenig Quantität der oben genannten Bedingungen klarkommen und sich vor allem schnell vermehren können.
    Das sind in erster Linie Bakterien und einzellige Algen.

    Gehen wir zunächst auf die Bedingungen näher ein, wobei wir die Spurenelemente vernachlässigen, da diese im Meerwasser, egal mit welchem Salz es gemacht wird, in ausreichender Menge vorhanden sind.

    Bleiben also die drei Hauptnährelemente: Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kohlenstoff (C).
    Wenn man sein Becken mit Meerwasser befüllt hat, es mit natürlichen Materialen (Dazu zähle ich in diesem Fall Keramik, da zumindest unsere aus natürlichen Erden gemacht wird.), dekoriert, die ersten lebenden Steine einbringt und etwas füttert, dann kann man davon ausgehen, daß alle drei Nährstoffe in ausreichender Menge für eine Entwicklung von Bakterien, Algen und sonstigen Einzellern zur Verfügung stehen.

    Nun kommt als weiteres wichtiges Element noch Silizium hinzu, weil dies in Form von Silikat, ein entscheidender Bestandteil von Kieselalgen ist, welche wiederum im Wasser zu den wichtigsten einzelligen Organismen gehören und mit ihrer schier unvorstellbaren Menge der Ausgangspunkt der Nahrungskette in natürlichen Gewässern sind, weil sie nämlich die von der Sonne zugeführte ENERGIE in Biomasse umwandeln können, welche dann von höheren Organismen gefressen wird, usw.

    Kieselalgen haben zum Teil Vermehrungsraten, welche unter einer Stunde liegen, wer gern exponentielles Wachstum life erleben möchte, kippe ein paar Spritzer Blumendünger in ein Nanobecken und hängt mal eine HQI Lampe drüber. Unter Zuhilfenahme eines Mikroskops macht das sogar richtig Spaß - wie früher in der Schule.

    Wie kann ich aber nun beeinflussen, ob sich mein Becken in diese oder jene Richtung entwickeln wird?

    VORBEMERKUNGEN

    Zunächst sollte man sich klarmachen, daß wir in der Regel einen Ausschnitt aus einem Riff darstellen wollen, also einem hochkomplexen Lebensraum mit einer Unzahl verschiedenartiger Organismen, von denen wir allerdings die wenigsten mitbekommen. Das meiste spielt sich im Verborgenen ab und man braucht schon viel biologisches Verständnis und ein Mikroskop um wenigstens die Grundlagen zu überschauen.
    Da die meisten von uns sich aber sicherlich nur an schönen Korallen und bunten Fischen erfreuen wollen, sollte man Wege finden, einen solchen Lebensraum auf einfache Weise und von lang anhaltender Dauer stabil zu halten. Dies schafft manch einer einfach mit einem "salzigen Daumen" andere lesen dazu viel wissenschaftliche Literatur. Jeder nach seinem Gusto.
    Dennoch gibt es ein paar einfache Grundregeln, deren Beachtung einem auf dem Weg zu einem schönen Korallenriffaquarium entscheidend weiter hilft. Dies hat mit Art der Dekoration zunächst einmal gar nichts zu tun.
    Da sich ja mittlerweile etwas herumgesprochen hat, daß wir inzwischen ganze Becken in fertigem Zustand ausliefern, in die der Kunde letztendlich nur noch Wasser und Salz hineinkippen muß, habe ich auch sehr viel Kontakt zu Neuanfängern und erhalte eine Unmenge von Fragen.
    Zusammenfassend ist festzuhalten, daß nach etwa 10 Jahren umfangreicher Internetpräsenz ein Anfänger heute viel viel weniger weiß, als noch vor 20 Jahren, als man sich ein bis zwei Bücher gekauft hat und in etwa den Ratschlägen dort folgte.
    Ein Beispiel: Ich habe erstaunt feststellen müssen, daß manchen nicht einmal klar ist, daß ein Aquarium wirklich eine Einlaufphase durchläuft, völlig unabhängig davon, wie und womit es eingerichtet wird.

    Die neue schöne Bilder- und Internetshoppingwelt suggeriert den Leuten wahrscheinlich tatsächlich, daß man sich nur die richtigen Sachen kaufen muß und nach vier Wochen (Einlaufphase :yrf) ist das Becken voll mit schönen bunten Korallen.
    Die Aquaristikindustrie tut mit Ihren Wässerchen, Pülverchen und Mittelchen ein Übriges dazu, den Leuten einen solche Philosophie schmackhaft zu machen. Und keine Angst, es kommt keine Kritik, denn auch wir, die Firma Korallenwelt stellen solche Dinge her. Dazu später mehr.

    Jeder, der länger bei der Stange ist, weiß, daß dies in der Regel in viel Frust endet. Jeder Anfänger sei also entschieden vor der riesigen Informationsflut des Internets gewarnt, denn sie verwirrt viel mehr, als sie Fragen beantwortet.
    Aus meiner Sicht ist ein gutes Buch und der Gang zu einem guten Händler mit einem oder mehreren schönen Schaubecken die deutlich bessere Alternative.
    Vielleicht trägt auch diese kleine Abhandlung bei dem einen oder anderen zum besseren Verständnis bei, dann hat sich meine Zeit dafür in jedem Fall gelohnt.

    Eine wirklich solide Buchreihe ist "Das Korallenriffaquarium" von Nilsen / Fossa auch wenn es mitunter etwas zu wissenschaftlich daherkommt.
    Aber nach der Mühe kommt der Lohn.
    Dazu hier zunächst zwei Bilder aus einem natürlichen Riff und ein wunderschönes Abbild davon nach etwas mehr als einem Jahr "Einlaufphase":

    Wir haben den Fred umbenannt und zunächst für Kommentare geschlossen, damit wir das als einen Art "zusammenhängende Publikation" mit aussagekräftigen Bildern hinbekommen.
    Ich denke, das ist im Sinne aller, denn hauptsächlich werden heute Informationen aus Foren entnommen und es wäre schön, wenn dies eine gute zusammenhängende Anleitung wird, die man immer mal wieder hervorholen kann.
    Vielen Dank schon einmal für Euer Verständnis, ich werde das Thema in ein paar Tagen wieder öffnen dann können wir gern eine hoffentlich fruchtbringende Diskussion dazu führen.
    Vielen Dank ebenfalls noch einmal an meine Vorredner, deren Meinung schon einmal erkennen läßt, daß es nicht DIE EINE heilsbringenden Methode gibt, sondern viel Wege nach Rom führen, wenn man etwas Verständnis und Geduld mitbringt.
    Ich bemühe mich, das Thema bis zum Sonntag zu Ende zu bringen, stecke aber auch gerade in einer "beruflichen Hochdruckzone", aber sei´s drum, der Kunde ist König!

    Es gibt im Übrigen schon eine inzwischen 33 Seiten lange Abhandlung zu diesem Thema, die wahrscheinlich eher zu einem Buch auswächst und diesen Rahmen deutlich sprengen würde.
    Daher nun also diese Kurzform.

    In dieser Woche haben wir ein Projekt am Roten Meer.
    Ich bitte um Verstaendnis, dass in dieser Zeit keine Sonderanfertigungen erfolgen koennen.
    Naechster Baubeginn ist Montag, der 20.1..
    Es werden jedoch schon Skizzen entgegengenommen und bearbeitet.
    Direktlieferungen an Endkunden erfolgen nur, wenn die Haendler ordentlich adressierte Lieferscheine zusenden.
    Normale Lagerware geht, wie ueblich, taeglich in den Versand.

    Von wegen Gruesse aus der Sonne: Das Wasser hat am Ufer 18Grad (Ich wusste gar nicht, dass Korallen sowas aushalten!) und es ist meistens bewoelkt....

    Also: Bleibt alle schoen zu Hause!

    Torsten

    Nein Robert ich wickle geschäftliche Sachen grundsätzlich nicht über´s Forum ab, wenn das Schule macht haben wir hier bald einen Basar.

    Es gibt: Email, Fax, Briefe und Telefon - das sollte doch reichen!
    Früher gabs nur Briefe und Telefon und die Menschheit wurde auch nicht ausgerottet... :]

    Hier ein Bild von einer Abyzz Box, sie ist etwas größer, vor allem höher, wegen der separaten Ansaugkammer, als eine Wavebox. Einfach an die Scheibe kleben, Pumpe rein - fertig! Die Pumpe ist innen drehbar gelagert, Du kannst also die Strömungsrichtung um ca 40° variieren, den Rest übernimmt die Software.
    Box ist am Lager, übermorgen fahre ich in den Urlaub.

    Mensch Reiner, gibt es auch irgendwas, was Du NICHT an Deinem Aquarium hast oder reinkippst!

    Schalte um Gottes Willen den Kalkreaktor ab, besser kann man Cyanobakterien nicht düngen: CO2 und Phosphat, das alles bei niedrigen Nitratwerten - logischer geht´s gar nicht. Du hast nicht zuwenig Nitrat sondern zuviel Phosphat!
    Weil der "ökologische Druck" der Cyanobakterien zu groß ist und die das Milieu bei Massenvermehrung immer zu ihren Gunsten beeinflussen (das macht jede marine Alge!) kommen eben Deine Korallen nicht zum Zuge!

    Einfachster Rat: ALLES abschalten, was Du da noch so betreibst, NICHTS mehr reinkippen und nur einmal wöchentlich leichten Wasserwechsel.
    Weißes Licht ausschalten und nur blau beleuchten, das mögen Cyanos gar nicht, den Korallen macht es nicht viel aus.
    Gut abschäumen und Phosphatadsorber verwenden.

    Und vor allem: Das System endlich mal zur Ruhe kommen lassen.
    Bin jetzt 14 Tage weg, danach sollte sich die Lage bessern. Aber das dauert jetzt!
    Viel Erfolg!

    Reiner, bei solch einem bunten Cocktail dürfte auch der versierteste Aquarienchemiker überfragt sein!

    anti Cyanos Maßnahme

    Was genau meinst Du damit? Wenn Cyanobakterien wachsen, hast Du auch Phosphat, sonst funktioniert das nämlich nicht!
    Wie siehts mit dem Kalkrotalgenwachstum aus (Das sind die größten Phosphatverbraucher im normalen Riffbecken!)?

    Die Keramik ist ja hochporös, also kann sie in jedem Fall Phosphat aufnehmen, schon allein durch Besiedlung von Mikroorganismen, außerdem natürlich auch durch Diffusion. Dazu müßte aber die Konzentration außerhalb natürlich höher liegen. In Deinem Fall sollte das also keine Rolle spielen.
    Es kann selbstverständlich auch wieder abgegeben werden, daher sollte man bei gebrauchter Riffkeramik oder anderem porösen Gestein vor der neuen Verwendung wenigstens mal einen Phosphattest machen!

    Dein Becken, Reiner, würde ich zunächst sehr kräftig füttern, ruhig auch mal etwas zu viel, wenn Du die Zeit hast. Dann nach drei Wochen nochmals Nitrat und Phosphat prüfen, ob die ohne Abschäumung ansteigen. Auf diese Weise verschiebst Du wenigstens das natürliche N/P Verhältnis nicht.

    Was wird sonst alles in´s Becken gegeben?

    Gehe ich nun Gefahr das sich das Phosphat irgendwo einlagert?

    Ja natürlich, wer soll das so schnell verbrauchen? Oder wachsen bei Dir die Korallen schon aus der Wasseroberfläche?

    Ach ja, die Cyanos haben auch wieder zugenommen. Könnten die das ganze Phosphat aufbrauchen?

    Nicht alles, aber das sind nun mal Bakterien und die haben die schnellsten Vermehrungszyklen. Denen tust Du mit Sicherheit einen Gefallen damit!

    Ich kann nur nochmal aus meiner Erfahrung sagen, und ich habe mit Sicherheit mehr als 1000 Meeresaquarien gesehen: Eine Phosphatlimitierung ist mir, außer in wirklich großen Korallenzuchtanlagen noch niemals untergekommen.
    Wenn überhaupt ließ sich das immer mit erhöhter Futterzugabe innerhalb kurzer Zeit ausgleichen. Es sei denn es wurde massenweise Zeolith verwendet.

    Die Becken enthalten ja verschiedene Korallen:
    Eines ist nur mit Scheibenanemonen besetzt, ein anderes nur mit Hornkorallen, das ist schon so gewollt. Schließlich stehen ja alle Becken nebeneinander und sollen nicht gleich aussehen.
    Das große könnte jedoch noch etwas mehr Besatz vertragen. Allerdings muß man das auch vorsichtig machen, denn es ist zur Zeit mit sehr groß werdenden Sinularia und Sarcophyton Arten besetzt, die durchaus später Ausmaße von einem Meter haben können.
    Man muß auch immer etwas in die Zukunft schauen!

    Abgesehen davon trügt so ein Bild auch immer: Die Fische sind wirklich ausgewachsen! Der Stein mit den gelben Krusten hat gut 40cm, damit wäre manch ein Heimaquarium schon komplett dekoriert!

    Irgendwie wurde das Haus, falls es schon einige Jahrzehnte steht, doch früher auch beheizt. Das tat man in der Regel mit Kachelöfen. so ein Ding wog in der Regel eine gute Tonne und stand auf nicht mal einem Quadratmeter....

    Frag doch Deine Eltern, wie das bei Euch war und schau Dir den Verlauf der Balken genauer an.

    wenn ich die Verschraubungen fach- und sachgerecht montiere. Im industriellen Anlagenbau werden PVC-U Verschraubungen regelmäßig verwendet und da funzt es ja auch ...

    Na da frag mal Techniker aus öffentlichen Schauaquarien!
    Ich würde niemals wieder so etwas machen!
    Und falls Ihr noch an closed loop glaubt: fragt alle, die sowas haben, oder besser: hatten!

    Also was mich als normalen Pumpennutzer stutzig machen würde, ist die Tatsache, daß neuerdings bei einigen Modellen die Pumpe fest mit dem Treiber verbunden ist..... :winking_face_with_tongue:

    Was denkt man sich dabei, wenn man sowas zusammenschraubt? Ist ein hochwertiger Stecker mit Buchse für 7 Euro nicht mehr in den Preis einer "Hochleistungspumpe" einkalkulierbar?

    Solange man die Pumpe nur im Unterschrank benutzt, mag das vielleicht noch gehen, aber auch da ist dieses Kabelgewirr doch total umständlich.

    Wenn aber der Treiber, sagen wir mal oben am Aquarium, die Pumpe aber im Keller ist oder einfach die Pumpe im Aquarium und der Treiber dahinter im Hauswirtschaftsraum, soll man dann ein 20cm großes Loch in die Wand kloppen oder einen Elektroinstallateur rufen?

    Hat man heute wirklich schon einen Wettbewerbsvorteil, wenn man einen Stecker an seine Pumpe schraubt????

    Ich dachte das IST schon das finale Becken... :face_with_tongue:

    Wenn Du schon passende Deko hast, die bewachsen ist, solltest Du sie unbedingt nutzen, es sei denn da fehlen oben 20cm, aber auch dafür gibt´s Lösungen.

    Deinen Grundriss habe ich noch nicht ganz verstanden, aber mit einer Abyzz 200 kannst Du etwa 3m beströmen.

    Naja Thomas, wie das mit uns endete, kann jeder hier im Forum nachlesen, aber sei´s drum, da haben wir beide wohl unsere eigene Meinung und es gehört nicht in´s Forum wenn wir beide uns darüber streiten, ob das Huhn oder das Ei zuerst da war, dazu brauchst Du mir auch keine PN zu schicken.
    Da wir ja beileibe nicht die einzige Herstellerfirma sind, die Euch nicht beliefert, wird´s wohl allein an mir nicht liegen und ich nehme das nicht persönlich.
    Falls doch, kann ich damit auch gut leben.

    Es ging mir auch gar nicht darum, Dich oder die Firma in der Du angestellt bist, persönlich anzugreifen, das hatte ich ja auch eindeutig geschrieben.
    Es geht auch nicht um Moral Micha, sondern es wundern sich ja immer mal wieder Leute, warum sie hier und da so lange auf Ihre Ware warten müssen. Ich wollte das nur aus der Sicht eines Herstellerbetriebes darlegen, schließlich versucht doch eigentlich jeder von uns, seinen Job so gut wie möglich zu machen.

    Klasse setzt sich einfach durch, d.h. ein guter Händler wird sich durchsetzen gegen den ganzen Einheitsbrei, sei es durch Service, gewitztes Marketing, Erreichbarkeit etc.

    Ja na klar Kathrin und wir alle können auch besser werden und jeder hat seine Defizite. Das ist unbestritten!

    Aber gerade bei den etlichen Online Händlern geht mir das manchmal eben zu weit:

    Wenn irgendwo Phantasiepreise unter Einkaufspreis ausgerufen werden, die Ware meistens überhaupt nicht auf Lager ist, der Hersteller, so das Geld vom Kunden dann auf dem Händlerkonto ist, natürlich am nächsten Tag direkt an den Kunden liefern soll und am Ende alle Fragen auch noch selbst beantworten muß, weil es gar keine Beratung gab, dann stellt sich uns als Hersteller schon die Frage, ob diese Handelskette eigentlich in Ordnung ist.
    Oder sollten wir als Hersteller nicht mehr in Beratung an Endkunden investieren und die Ware direkt günstiger an Endkunden verkaufen?

    Wäre eine Möglichkeit, aber, siehe oben, viele gut geführte Fachgeschäfte mit schönen Anlagen und lebenden Tieren haben am Ende das Nachsehen.
    Onlinehändler kommen und gehen, manche machen schneller wieder zu als das Jahr vorbei ist, am Ende ist daher der Kunde selbst ja der Verlierer. Theoretisch könnte es uns als Hersteller ja vielleicht egal sein, an wen wir unsere Waren verkaufen, aber ich selbst möchte auch gute Beziehungen zu meinen Kunden pflegen.

    Wie es auch anders geht, zumindest mit uns als Hersteller und Großhändler, zeigt die Firma Mrutzek Meeresaquaristik.
    Michael ist ja wirklich ein umtriebiger Händler, immer auf der Höhe der Zeit und hält sich auch mit Kritik an uns nicht zurück - so sollte es sein, denn von dem Feedback seiner Kunden können wir nur profitieren.
    Er hat ja sogar einige Produkte von uns exklusiv im Programm.
    Dafür holt er auch jede Woche mindestens eine Palette, manchmal mehr, und hat unser Standardsortiment eigentlich immer am Lager. Sollte wirklich mal etwas fehlen oder größere Sachen, für die er selbst keinen Platz hat, gefragt sein, kann er sicher sein, daß jeder Artikel, den er nicht hat, noch am selben Tag bis 15:00 Uhr hier das Haus verlässt und am nächsten Tag entweder bei ihm oder direkt beim Kunden ist.
    Ich habe bei einer solchen Art der Zusammenarbeit überhaupt kein Problem damit, von hier aus seine Kunden per Lieferschein direkt zu beliefern. Seit neuestem bietet unser Spediteur Schenker sogar den Service, daß der Empfänger die Tracking Daten seiner Sendung direkt als Email erhält.
    So stelle ich mir eigentlich eine vernünftige Zusammenarbeit zwischen Hersteller und Händler vor.

    Natürlich gibt es auch mal Zwist, wo viel gehobelt wird, fallen Späne, natürlich können er, ich oder der Spediteur auch mal Fehler machen, aber diese werden immer sofort gelöst und man begegnet sich auf Augenhöhe und keiner versucht jemanden zu übervorteilen.

    Aufgrund seiner großen Bestellmenge, nehme ich mal an, daß es tatsächlich viele Kunden gibt, die das honorieren, denn billiger verkauft er unsere Waren eigentlich nicht.
    Würde er es doch tun, könnte ich nicht mal sauer sein, weil es Ware ist, die er bezahlt hat und die in seinem Geschäft steht, dann wäre es ja auch in Ordnung.
    Aber er hat ja auch 10 Leute zu bezahlen, die pünktlich ihr Gehalt haben wollen und dafür sorgen, daß der Kunde pünktlich seine Ware bekommt.

    Nur so kann eigentlich ein Schuh draus werden und die Firma Mrutzek Meeresaquaristik zeigt ja, daß dieses Konzept nun schon fast 20 Jahre erfolgreich funktioniert.

    Und ich denke, daß dies vielleicht noch am ehesten im Sinne der Kundschaft ist. Aber vielleicht bin ich ja auch nur ein ewiggestriger Phantast, der den Zug der Zeit verschlafen hat.
    Da möge sich jeder selbst seinen Reim drauf machen.

    Da dies kein Herstellerboard sondern "Meerwasser allgemein" ist, will ich mich mal als Hersteller dazu äußern:

    Genau das ist der Grund, warum wir besagte Firma und auch ein paar andere nicht mehr beliefern!

    Für mein Verständnis, und das ist natürlich nur subjektiv, kann nicht irgendein Online Händler sonstwas für billige Preise aufrufen, aber nichts am Lager haben. Genau so möchten es aber einige von denen.
    Die Händler verdienen an einem Produkt am meisten, das kann ich gut akzeptieren, wenn:
    1. die Beratung stimmt
    2. ein bestimmtes Spektrum der Ware eines Herstellers am Lager ist und
    3. der Service stimmt

    Wenn aber die Hersteller gefälligst für sofortige Lieferung zu sorgen haben, der "Händler" aber erst bestellt, wenn er das Geld vom Kunden schon auf dem Konto hat, dann stimmt für meine Begriffe irgendwas in dem Verkauf von Produkten nicht mehr.

    Als Hersteller könnte ich IMMER den billigsten Preis machen, gar keine Frage, aber ich möchte auch, daß meine Produkte mit vernünftiger Beratung zum Kunden kommen und deswegen baue ich auf vernünftige, wirtschaftlich denkende Händler.

    Bisher hat das ganz gut funktioniert, aber man sieht mehr und mehr den Trend, daß sich Endkunden direkt an die Hersteller wenden.

    Ich möchte jetzt nicht in den Tenor einstimmen und dies einer einzigen genannten Firma unterstellen. Um die geht es mir gar nicht. Aber es kommen ja öfter mal solche Fragen auf und ich wollte diese Situation auch einmal aus der Sicht eines Herstellerbetriebes klarstellen.
    Wenn dann noch 5 offene Rechnungen von einem "Shop" hier in der Ablage liegen, mag sich der geneigte Leser gern selbst ein Bild davon machen, wann er an seine Waren kommt.

    Natürlich verstehe ich jeden, der gern XX% beim Kauf seiner Artikel sparen will, ich selbst nehme mich da auch gar nicht aus, aber genau diese "Geiz ist Geil" - Mentalität (Bitte nicht gleich krumm nehmen!) führt eben zu solchen Zuständen, daß gute tierführende Händler ständig um ihr Überleben kämpfen müssen, wir als Hersteller aber jede Woche einen neuen Gewerbeschein eines "Online Startups" in´s Fax bekommen.
    Hier hat z.B. 300m von unserer Fabrik ein neuer Online Händler aufgemacht, der allen Ernstes über Großhändler unsere Produkte beziehen wollte. Na wenn das nicht witzig ist!
    Einfach mal einen Termin machen und vorbeikommen wäre vielleicht auch möglich gewesen.

    Bitte jetzt keine Statements a la "Es ist nicht jeder Millionär" abgeben (Sind alle Hersteller, die ich persönlich kenne auch nicht!), es geht mir gar nicht um eine Diskussion, ich wollte nur einmal den Hintergrund eines Herstellers klar machen, denn wir sind es ja, die für gute Produkte sorgen sollen.

    Wahrscheinlich wird der Weg wirklich immer mehr dahin gehen, daß die Kunden direkt bei den Herstellern kaufen.
    Zumindest für die vielen guten Meerwassergeschäfte tut mir das aber ziemlich leid!

    Aber wie oben erwähnt, das ist nur meine ganz subjektive, persönliche Meinung.

    Oh da bist Du ja besser informiert als ich, na wohnst ja auch näher dran!

    Komm´ mal ruhig vorbei, ich werfe Dich, nur mit Badehose bewaffnet, mal da rein:

    Dann kannst Du nämlich am eigenen Leib spüren, daß alle Theorie grau ist und das Wort laminire Strömung nur ein Märchen! In den Tiefen, aus denen unsere Tiere stammen, ist das wirklich die Ausnahme, selbst bei fast Windstille!
    Ich bin ja selbst immer wieder erstaunt, woher diese Wasserbewegungen kommen, obwohl man an der Oberfläche fast nichts oder wirklich zyklische Wellen wahrnimmt. Aber die Seegrashalme bewegen sich eben NICHT alle gleich.
    Begründen kann ich das auch nicht, aber Fakt ist es nun mal. Hier habe ich wirklich am meisten über Strömung und Pumpen gelernt.
    Der Boden weist etwa 1m hohe Felsformationen auf - also ähnlich einer Aquriendekoration, die Tiefe schwankt zwischen 1 und 5m. Die Fläche dort ist mehrere Quadratkilometer groß und unterschiedlich strukturiert:
    große Granitblöcke, Geröllfelder, Sandflächen und eben diese Mergelfelsen.

    Übrigens kann man das als Tauche nicht nachempfinden, das verstehe ich schon, man ist viel zu sehr bepackt mit allem möglichen Gerödel und reagiert selbst viel zu träge auf Wasserbewegungen.

    Bring´ Dir eine Nixe mit langen Haaren mit... :]

    Ich habe übrigens vor, dies für einige Forenmitglieder im Sommer sozusagen "leibhaftig" erlebbar machen zu lassen, darüber aber später mehr.