Nee laß´mal Bernd, ich habe lange genug als Meeresbiologe an der Uni gearbeitet und bin heute noch gefragter Ideengeber und Zulieferer diverser Universitäten und Lehrstühle für Biologie und Aquakultur.
Und nur weil es hier irgendwo einen Fred mit vielen Vermutungen gibt, bei denen aber wahrscheinlich keiner wirklich ernsthaft und konsequent das Thema Phosphat verfolgt hat, ist noch lange nicht das Gegenteil bewiesen.
Wenn ich dagegen in der täglichen Praxis sehe, und hier auch aufmerksam lese, wie lax mit dem Thema Phosphat umgegangen wird, sowohl was die Qualität der Messungen, als auch die Interpretation der Ergebnisse anschaue, dann kann ich mir einen guten Reim darauf machen.
Ab jetzt werde ich Buch führen und zumindest die an mich gerichteten Anfragen dokumentieren, denn bisher sind die Cyano - Ursache, in Fällen die ich wirklich nachvollziehen kann zu 100% Phosphatdepots.
"Nachweise" mit JBL Multitestkoffer ohne Mehrfachmessungen und Referenzen, keinerlei Interpretationen organischer oder anders gebundener Phosphatquellen und diverse Mutmaßungen sind in keiner Weise dienlich und gehen das Thema amateurhaft an.
Wenn man viele Cyanofred´s liest, gleichen die Maßnahmen absoluten Blindflügen, da wird an allen möglichen Schrauben gleichzeitig gedreht, alle erdenklichen Wundermittelchen hineingeschüttet mit Hoffnung auf Besserung.
Wenn die Leute hier lesen, daß es alle möglichen Ursachen gibt, kann man es Ihnen vielleicht auch gar nicht verübeln.
Dabei ist es so einfach: Zunächst alle Phosphatquellen in´s Minimum bringen, gleichzeitig mehrere Messungen aller möglichen Sedimentierecken, Hauptsächlich Bodengrund, vornehmen, mit Referenz prüfen und überlegen, ob es noch andere Phosphatquellen und Depots geben kann.
Dabei muß man sich klarmachen, daß mit unseren Tests nur Orthophosphate erfaßt werden!
Blaulichtbeleuchtung ist immer hilfreich, sowas mögen Cyanobakterien überhaupt nicht, zumindest nicht die, die uns im Aquarium nerven.
Damit hat man schon einmal das Wichtigste getan, Geduld gehört natürlich auch noch dazu.
Eine leichte Kohlenstoffzugabe, ob nun über Ethanol, Traubenzucker oder käufliche Produkte kann auch nicht schaden, aber erst, wenn man die anderen Parameter im Griff hat.
Wenn das alles über mehrere Wochen nicht hilft, kann man gern über seinen "Spezialfall" weiträumiger nachdenken, aber mir persönlich ist soetwas bei Hobbyaquarianern nie wirklich untergekommen.
PS: Schade, daß der gute Peter Wilkens nicht mehr unter uns weilt, Du hättest ihn gern nach seiner Meinung über mich befragen können, ich glaube, die war nicht so schlecht, seine Telfonnummer habe ich heute noch und die Gespräche mit ihm in sehr angenehmer Erinnerung.
Und damit kein falscher Verdacht aufkommt: Ich bin gar kein Gegner von Cyanobakterien, daß sind tolle Organismen, ihre Ökophysiologie ist wirklich beeindruckend und ohne sie wäre auf unserem Planeten vermutlich nicht viel los und es würde nur nach faulen Eiern stinken.... ![Freude :]](https://www.meerwasserforum.info/images/smilies/pleased.gif)