"es gibt die Theorie, dass die weichen Stoffe ans Wasser abgeben, die das Steinkorallenwachstum hemmen bzw die Steinkorallen degenerieren lassen."
Das ist ja keine Theorie, sondern ganz klare Realität: Jede Koralle im Riff versucht, so viel Lebensraum wie möglich (nötig) für sich zu gewinnen, vor allem mit aggressiven chemischen Methoden.
Es gibt sehr schöne Filme dazu.
Außerdem hat jede Koralle, um nicht ganz schnell von Algen überwachsen zu werden, eine sich ständig erneuernde Schleimschicht, die ebenfalls chemische Schutzfunktionen besitzt. Oft sieht man in Aquarien ja auch, wie simple Scheibenanemonen ganze Korallenbestände verdrängen können.
Welche Mengen solcher Hemmstoffe im Wasserkörper wirklich vorhanden sind und welche Arten besonders aggressiv wirken, ist ein weites Feld. Ich erinnere mich noch an eine Ausräumaktion eines Beckens, bei dem einige Sinularia Stöcke dabei waren, ähnlich diesen:
http://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/2640_Sinularia_sp07.htm
Alle Acroporas, die mit solch einer ca vier Stunden in einer Styrobox transportiert wurden, haben das nicht überlebt und das waren zum Teil wirklich sehr kräftige Stöcke.
Alex, eine Glaubensfrage ist die Karbonathärteanhebung nicht, nur reine Erfahrungssache, die wir auch erst lernen mußten, zumindest, was Riffkeramikbecken unserer Produktion angeht. Im Meer ist die kH ja auch nicht 10 sondern bestenfalls 7.
Durch den hohen Mg und Ca - Gehalt frisch eingerichteter Riffkeramik Becken wirkt das aber wie eine ständige Kalkwasserzugabe, mit der Steinkorallen, besonders Montipora, manchmal, komischwerweise aber nicht immer, Probleme haben. Ich kenne Becken, die innerhalb von 10 Tagen komplett in ein voll ausgemörteletes, neues Aquarium umgezogen sind.
Andere tun sich lange schwer.
Irgendwann bin ich darauf gekommen, einfach die Karbonathärte anzuheben, das geht ja ganz einfach mit Balling. Das führte in den damaligen Versuchsbecken schnell zur Besserung und wurde bis heute vielfach bestätigt. Wir haben daraufhin unser Produkt Marinostabil konzipiert, Tropic Marin hat ein sehr ähnliches Produkt namens Triple Buffer.
Die Literdose kostet keine 20€ und man braucht für ein normales Becken nur einen gestrichenen Teelöffel am Tag, um die kH auf einen Wert um die 10 anzuheben. Das reicht also ewig. Um möglichst anfänglich schon solchen Problemen aus dem Weg zu gehen, liefern wir eine Dose davon bei jeder Bestellung, die hier im Hause direkt eingeht gleich mit. Wer Balling macht, kann einfach mehr Hydrogenkarbonat dosieren.
Beides ist sehr simpel und wenn es dazu führt, daß man einige Korallen halten kann, mit denen es vorher nicht geklappt hat, sicherlich eine gute Investition. Natürlich müssen aber auch alle anderen Rahmenbedingungen stimmen, wenn aber Kalkalgen gut wachsen, sollten zumindest die anderen chemischen Parameter in Ordnung sein.