Beiträge von Oliver Pritzel

    Hallo,

    wie so oft, kann man natürlich bei komplexen Themen unterschiedlicher Meinung sein und gewisse Dinge auch unterschiedlich interpretieren. Wie langweilig wäre es doch, wenn alle einer Meinung wären.
    Aber Werner Du hast völlig recht. Eine differenzierte Betrachtungsweise wäre auch in meinen Augen wesentlich nützlicher gewesen.
    Die relevanten Maßeinheiten wären µE/m²/sec als die Quantenmaßeinheit (wobei ein µEinstein= ein µmol entspricht) oder W/m²/s als Energieeinheit und nicht Lumen (im folgendem immer Lumpen genannt, da dies meine Rechtschreibprüfung auch vorschlägt). Man hat sich wieder eine vorgekaute Maßeinheit ausgesucht, die auf die spektrale Augenempfindlichkeit ausgelegt ist. Da die Maßeinheit Lumpen überwiegend nur der gelbgrün Bereich erfast wird eine ungünstige spektrale Gewichtung vorgenommen wird, die sich deutlich von der Gewichtung (PUR) von Korallen unterscheidet. Dies ist ein wesentlicher Punkt. Ich kann mich leider nur wiederholen, dass gerade für den biologischen Bezug von Licht zu den Korallen Lux und Lumen ungeeignete Begriffe sind.
    Der für Korallen physiologisch wertvolle Blauanteil wird somit nur sehr unzureichend erfasst und verfälscht somit sämtliche Ergebnisse in dieser mühsam zusammengeführten Tabelle. Die Tabelle verleitet sogar in meinen Augen zu enormen Fehleinschätzungen. Jemand der diese Tabelle ließt könnte meinen, dass der 250 Watt 10.000 K von BLV mit 42 lm/W eine halb so hohe Lichtausbeute als der 250 Watt Daylightbrenner von Osram mit 80 lm/W hat. Da der BLV-Brenner jedoch deutlich im Violettbereich emittiert wird und die Lumpen überwiegend nur den gelbgrünen Bereich erfassen, wird dieser violette und blaue Anteil eben gar nicht erfasst. Ein Vergleich in der entscheidenden PAR-Strahlung (die den gesamten Strahlungsbereich erfasst), würde daher wesentlich geringer Unterschiede zeigen. Somit ist die eigentliche Strahlungsausbeute pro Watt auch bei einem 10.000 K-Brenner in Wirklichkeit wesentlich besser.

    Auch die Feststellung, dass das Aquarium bei Bernd Mohr mit nur 27 lumpen pro Liter doch deutlich unterbeleuchtet sei, und trotzdem nach der Umstellung von HQI auf T5 eine Farbverbesserung festgestellt wurde, wirft keine Zweifel an die gemachte Empfehlung von 40lm pro Liter auf. Das Blaulicht wird hier einfach nicht genügend bewertet. Herr Mohr hatte früher 8x 400 Watt über dem Aquarium, also min. 3200 Watt und nach der Umstellung auf T5 nur noch 1730 Watt. Er hatte also früher ungefähr 50 lm/liter (habe diese in meinen Augen unsinnige Rechnung mal gemacht) und hinterher nur noch 27 lm/liter aber doch eine Farbverbesserung und bessere Wachstumsraten erzielt. Wie konnte dieses Wunder geschehen?
    Gibt es etwa tatsächlich noch andere Aspekte, die man heranziehen müsste ? Natürlich hat man hier nicht weiter recherchiert, da man sonst die Empfehlung von 40 lm/Liter über den Haufen werfen müsste. Dies hätte man aber machen sollen, damit man merkt, dass man es eben differenzierter betrachten sollte.
    Auch der Hinweis von Herrn Mohr, dass dies eventuell an den Reflektoren liegen könnte, wurde keine weiter Bedeutung zugemessen. Vielmehr heißt es lapidar: „dass in guten Markenleuchten vergleichbare Reflektoren eingebaut sind, kann dieser Punkt unserer Meinung nach vernachlässigt werden“.

    Tatsache ist, das der unmittelbare Photonendruck am Gewebe der Korallen entscheidend ist. Bis hierhin ist es jedoch ein langer Weg. Die Wattzahl gibt nur die Energie an, die eine Lampe verbraucht. Eine Angabe in Lumpen gibt nur den gesamten Lichtstrom (überwiegend gelbgrün) an den eine Lampe emittiert. Durch den Reflektor wird erst das Licht gelenkt und aus der Lampe wird eine Leuchte, die einen Leuchtenwirkungsgrad hat.
    Auch dieser Leuchtenwirkungsgrad sagt noch nicht viel aus, da noch kein Verhältnis zum beleuchtetem Objekt (z.B. Koralle) gemacht wird. Die entscheidende Größe um eine Leuchte für Ihren Verwendungszweck zu beurteilen ist daher der Beleuchtungswirkungsgrad. Dies wird besonders bei Autoscheinwerfern, die nur die Straße beleuchten sollen oder Strahler, die eine Kirche beleuchten sollen sehr deutlich. Hier spielt die Fokussierung eine entscheidende Rolle.

    Auf die Frage, welche Beleuchtungsstärke und insbesondere lichthungrige Steinkorallen im Aquarium benötigen, damit Sie „gedeihen und kräftig wachsen“ findet man übrigens schon durchaus einiges in der Literatur. Genauso wie Landpflanzen haben auch Korallen einen photosynthetischen Sättigungspunkt. Eine stärkere Beleuchtung über diesen Sättigungspunkt, führt zu keiner höheren Photosyntheserate und somit auch nicht zu einer weiteren Wachstumssteigerung. Der Sättigungspunkt von lichthungrigen Steinkorallen ist nicht immer gleich und passt sich auch den unmittelbaren Lichtsituation an. So kann er bei der gleichen Art unter Starlichtbedingungen höher und bei Schwachlichtbedingungen niedriger liegen. Dies verdeutlicht auch die Anpassungsfähigkeit an geänderte Lichtsituationen. Man kann jedoch unter „normalen“ Bedingungen je nach Art von Werten zwischen ca.300 –500 µE/m²/sec ausgehen. Dies entspricht ca. 15.000 – 25.000 Lux unter Tageslichtbedingungen. Dies soll lediglich eine grobe Orientierung sein. Für die Aquaristik kann man dieses Wissen übertragen, indem man eine Lichtstärke im Aquarium und an den Korallen erreicht, die eben über diesen Punkt liegt. Dana Riddle hat hier einige Untersuchungen gemacht (siehe Koralle 6). Auch scheint es einen Zusammenhang zwischen dem photosynthetischen Sättigungspunkt (PS) der Korallen und der Synthese der wirtsspezifischen Pigmente zu geben. Dana Riddle bezeichnet die Lichtintensität, bei denen die erblich veranlagte Fähigkeit zur Synthese der wirtseigenen Pigmente beschleunigt wird als Schwellenwert. Erst wenn dieser Schwellenwert an PAR-Strahlung überschritten wird, kommt es zur vollen Farbausprägung. Natürlich spielen für die Färbung auch noch andere Faktoren wie, Strömung, Nähstoffsituation... eine entscheidende Rolle, aber in Bezug auf die Lichtmenge ist dies doch eine nicht unwichtiger Aspekt.

    Da dieser photosynthetische Sättigungspunkt (PS) bei Korallen variabel ist und sich an verschiedene Lichtstärken anpassen kann, sollte man auch nicht unbedingt alle Leuchtmittel auf einmal wechseln. Dies gilt für HQI-Strahler genauso wie für Neonröhren. Wenn man nach einem Jahr die Leuchtmittel wechselt und Korallen eine 20-30% höhere Lichtintensität ausgesetzt werden, wird man immer eine deutliche Verbesserung feststellen, da sich der PS eben vorher unter den rückläufigen Beleuchtungswerten sich nach unten angepasst hat. Kommen dann neue Leuchtmittel mit einer höheren Lichtleistung zum Einsatz, wird der erniedrigte PS der Korallen wieder schnell überschritten und führt in der Regel zu positiven Ergebnissen. Diese Anpassungsmechanismen sind sehr komplex und würden hier den Rahmen sprengen. Ich halte es jedoch für wichtig, die Lichtintensität auf ein kontinuierlich hohes Niveau zu halten, um Schwankungen im System zu vermeiden. Hier gilt wieder die Regel je kontinuierlicher die Parameter sind, desto besser kann sich ein System stabilisieren. Dies kann übrigens auch als Grund herangezogen werden, warum bei einem Wechsel von Leuchtmittel verstärkt niedrige Algen (z.B. die beliebte rote Schmiealge) auftreten. Bei Veränderungen im Milieu entstehen schnell Wettbewerbsvorteile für niedrige Algen, die dann auch gnadenlos genutzt werden. Von daher ist ein Austausch von Leuchtmittel in mehreren Schritten, die zeitlich auseinander liegen, eher günstiger zu bewerten.

    So, dies fürs erste da die Arbeit ruft.

    Gruß
    Oliver

    Hallo Ralf,

    Ich kenne zwar nur das Spektrum des 20.000 Kelvin Brenner von Radium, aber mit einer derart hohe Kelvintemperatur erreichst Du eher eine spektralen Lichtverteilung, wie man Sie in ca 30m Meertestiefe hat. Pflegst Du Korallen aus dieser Tiefe ? Wenn nicht setzt Du die Tiere einer farblich sehr einseitigen Strahlung aus und die farbliche Wiedergabe ist ebenfalls sehr verfälscht.
    Der 10.000 K Brenner ist da wohl eher die bessere Wahl.
    Ohnehin sollte man seine Korallen nicht ständig extrem wechselnde Bedingungen aussetzten, da dies immer zu einer Anpassungsmaßnahme bei den Korallen führt, die letztendlich auch Energie für die Korallen kostet und es auch nicht zur Stabilisierung eines Systems beiträgt.
    Kontinuität ist ein eben auch ein wichtiger Faktor für den Erfolg.

    Gruß
    Oliver

    Hallo Ralph,

    Ich frage mich gerade, warum Du soviel Zeit und Energie in die Rechtfertigung einer Formalität steckst. Thomas hat Dich doch nur auf etwas hingewiesen. Wenn Du es so möchtest, dann schreibe weiter so oder berücksichtige diese Info. Thomas hat Dir nichts vorgeworfen sondern nur hingewiesen und Du hast Dir auch nichts zu Schulden kommen gelassen. Aber Tatsache bleibt, dass Fett und Groß im Internet als laut interpretiert wird.

    Gruß
    Oliver

    PS: Jetzt weiß ich auch, warum ich bei Deinen Beiträgen immer an die Comicfigur Obelix denken mußte.
    Ich hoffe, Du verstehst noch Spaß und nimmst es nicht alles so ernst.

    Hallo,

    @Bernd
    diese Versuche wurden allerdings schon vor etliche Jahren von diversen Aquarianer unternommen. Zwar wird die Eigensynthese der pinken Farbmophe des Pocciporins aufgrund des extremen Ausschlage im Gelbgrünbereich etwas stärker gefördert, allerdings wurden aufgrund des lückenhaften Spektrums auch manche Pigmente und damit auch Farben weniger gut unterstützt, so das die Farbfielfalt darunter gelitten hat.
    Eine türkise Färbung wird man z.B. von einer 860er kaum oder nur sehr schlecht wiedergeben können.
    Das die Röhre heller empfunden wird, liegt eben auch an dem extremen Ausschlag im gelbgrün Bereich (Siehe Spektren auf meiner HP). Dies heißt jedoch eben nicht, das die gesamte PAR-Strahlung für die Korallen deshalb auch höher ist. Hier täuscht das Auge. Da in der 860 nur drei Leuchtstoffe zum Einsatz kommen, kann man zwar von einem besserem Lichstromerhalt gegenüber Vollspektrumlampen ausgehen, allerdings auch von einer schlechteren Farbwiedergabe (1B).
    Ich hatte hier schon mehrfach geschrieben, dass aus der "Sicht" der Korallen ein ausgewogenes Spektrum (wie in der Natur auch) in Vivo "wertvoller" ist, als ein diskontinuierliches Spektrum, welches man bei Standartröhren hat. Meine Entwicklung wird übrigens auch weiter in diese Richtung gehen. Hohe Farbqualität und weiter Annäherung an tatsächliche Spektren in 3-10 Meter Meerestiefe. Ich halte den Einsatz von Standartlampen in der anspruchsvollen Meeresaquaristik daher auch für einen echten Rückschritt und Sie kommen auch der spektralen lichtbedürftigkeit der Korallen eben nicht näher.

    Gruß
    Oliver

    Hallo Harry,

    die Powerbalken würde ich nur 8-10 Stunden dazuschalten. Eine Farbverbesserung bei längeren Beleuchtungszeiten sind nicht unbedingt zu erwarten.
    Lediglich die Zooxanthellendichte im Gewebe nimmt bei einer Beleuchtungszeit von 13- 14 Stunden ab, womit die Korallen weniger braun und etwas heller werden. Würde ich Dir jedoch nicht empfehlen.
    Die Vorschläge von Bernd Mohr und Klaus sind schon recht optimal. Wenn man sich den Verlauf der Lichtintensität am Riff anschaut wird deutlich, dass die wirklich hohe Lichtintensität auch nur 6-8 Stunden vorherscht.
    Was den Ausfall angeht gib mir mal eine PN von welchem Händler Du Sie hast. Leider sind die Transportunternehmen oft alles andere als vorsichtig.

    Gruß
    Oliver

    Hallo Manor,

    Da die Geschmäcker verschieden sind, gibt es die beste Lösung eigentlich nicht.
    Was Deine Frage wegen der Leistung angeht, kommt aufgrund Deiner Beckenlänge (1,40m ) eigentlich nur die 54 Watt Röhre in 1,20m in Frage. Der 80 Watt Balken ist 1,50m. Ein Abstand von 10cm zu den Seitenscheiben ist ebenfalls ganz ideal.
    Mit den T5 Röhren in Kombination mit optimierten Reflektoren bekommst Du eine ausreichende Lichtintensität für viele Steinkorallen und eine gute Farbwiedergabe bei der entsprechenden Röhrenwahl.
    Eine flächige Anordnung von 3 Balken nebeneinander führt in einem Abstand von 10 cm über der Wasseroberfläche zu Beleuchtungswerten zwischen 23.000 - 25.000 Lux oder ca. 500 µmol/m²/sec. Den Luxwerte zitiere ich nur, um den Helligkeitscharakter zu verdeutlichen. Bei 150 Watt Brenner hättest Du diese Werte nur unmittelbar unter den Brennern (Abstand 25-30cm) aber nicht zwischen den Brennern und am Rand des Beckens.
    Wenn Du noch etwas Zeit hast, solltest Du vielleicht noch etwas warten, da ich bald einiges an Infos auf meiner HP online stellen werde, was den Lichtbedarf von Korallen und die natürlichen Lichtverhältnissen am Riff angeht.

    Gruß
    Oliver

    Hallo Frank,

    schön, dass Du mal einen Test gemacht hast.
    Normalerweise saugen sich Materialien mit einer offenen Porösität bei der Größe Deines Stückes innerhalb von 5-10 Sekunden voll. Also wesentlich schneller. Eine hohe offene Porösität findet man z.B. in Filterkohle. Auch die berühmten Siporaxringe saugen sich innerhalb von Sekunden voll. Dies nur mal zum Vergleich. Das sich Deine Probe erst nach 3 Minuten vollgesogen hat (hast Du es mal durchgeknackt ?) spricht nicht für eine hohe Durchströmbarkeit, sondern eher für eine sehr feine Porengröße (die hinterher schnell verbacken kann) und vielen nicht durchströmbaren Poren oder sogn. Sacklochporen.
    Letztendlich bräuchte man nur ein größeres Stück was schon länger im Aquarium war druchzubrechen. Ist es im Innerem wie bei den lebenden Steinen schwarz oder ist es nach einer kleinen Stecke von der Oberfläche noch weiß und somit im Innerem biologisch Tod.

    Wie gesagt halte ich Riffkeramik zur Dekoration für sehr interessant. Wenn man jedoch sagt, das Sie fast genauso wie lebende Steine sind, kann das von der biologische Funktion her nicht sein.

    Gruß
    Oliver

    Hallo Uwe,

    Ralph hat das entscheidende bereits angesprochen.
    Für die aktive Besiedlungsfäche eines Substrates sind mehrere Faktoren verantwortlich. Die Porösitat, die Porengröße, und besonders die Durchströmbarkeit . Bei der Durchströmbarkeit spielt die Struktur der Poren eine entscheidende Rolle. Man kann dies leicht testen, wenn man ein Stück von dem zu testendem Material in einer Untertasse mit etwas Kaffee stellt. Saugt es sich schnell voll wie ein Zuckerwürfel bestehen hohe Kapillarkräfte und auch eine entsprechend Durchströmbarkeit der Porösität. Saugt ein Material sich also komplett voll, hat dieses Materiel eine äußere und inner Oberfläche, die als Besiedlungsfläche für Bakterien dienen kann. Ich betone das deswegen so, weil in der Anwendung für die Aquaristik es schon einen großen Unterschied macht ob ein Material nur eine Aüßere poröse Oberfläche hat oder ob es auch aufgrund der Porenstruktur auch im inneren des Materiels komplett mit Bakterien besiedelt werden kann.

    Zitat

    Es gibt da noch eine braune Keramikmasse aus Frankreich, die aber nicht geschäumt ist

    Bei allen Versionen, die ich kenne handelt es sich nicht um Schaumkeramik. Bei der industriellen Herstellung von Schaumkeramik dient ein Schaumstoff als Trägermaterial welches dann mit einer speziellen flüssigen Tonmischung eingespritzt wird. Bei der anschließende Brennung (über 1000 Grad) "verbrennt" dann auch der Schaumstoff als Trägermaterial und zurück bleibt ein poröses Keramik mit sehr hoher Durchströmbarkeit. Diese Keramik wird viel für die Filtration in Labore etc. eingesetzt und wird nur sehr aufwendig hergestellt. Dies mal zur Info.

    Mein persönliches Fazit für Riffkeramik ist daher, dass es sehr gut zur Dekoration verwendet werden kann, jedoch aufgrund der fehlenden "inneren Oberfläche" nicht mit lebenden Steinen verglichen werden sollte. Während lebende Steine also sowohl einen aeroben als auch einen anaeroben Abbau ermöglichen, hat man diesen anaeroben Abbau so nicht bei der Riffkeramik.
    Vereinfacht gesagt bedeutet dies, das ein Becken das ausschließlich mit Riffkeramik dekoriert wird nicht in dem Maße zur Nitratveratmung beisteuert wie dies lebende Steine machen.

    Gruß
    Oliver

    Hallo Ralph,

    Zitat

    In einem Beitrag zur biologischen Filterung stand „der Nitratwert sei innerhalb weniger Wochen von 50 mg/l auf 5 mg/l Nitrat abgesunken und das nur durch das Entfernen des Kunststoffsubstrats“ Unter den Gesichtspunkten die ich oben erläutert habe ist das nicht möglich wenn das die einzige Veränderung gewesen ist.

    hatte mich hierüber auch schon gewundert. In einem späterem Beitrag von dieser Person wird jedoch deutlich, dass er gleichzeitig auf eine Filterung mit Zeolith umgestellt hatte, was einen verstärkten Rückgang des Nitratwertes erklären könnte.

    Was die Bakterienpopulation angeht möchte ich vielleicht noch anmerken, dass neben der "Nahrung" natürlich auch die mögliche aktive Besiedlungsfläche hierfür ein wichtiger Faktor ist. Beide Faktoren, also die mögliche Besiedlungsfläche und das Nahrungsangebot sind letztendlich für die gesamte Population verantwortlich.
    Wenn die Besiedlungsfläche nunmal sehr klein ist, wie z.B. bei Verwendung von Lochgestein wird man niemals die gleiche Bakterienpopulation erreichen wie man sie z.B. bei gleichem Nahrungsangebot und lebendem Gestein hätte. Ich fand es nicht unwichtig dies noch zu erwähnen.

    Gruß
    Olver

    Hallo Hans-Werner,

    das steht im Anfängerforum als erster Beitrag von Robert unter Netiquette. Habe ich selber auch gerade erst gelesen. Da ich wohl dadurch unabsichtlich gegen die Forenregeln verstoßen habe möchte ich mich dafür bei den Moderatoren entschuldigen.

    Gruß
    Oliver

    Hallo Frank,

    Jörg war da etwas schneller:-)
    auf meiner Homepage werden übrigens bald Spektren aus verschiedenen Meerestiefen zu sehen sein.
    Es ist so wie Jörg schreibt. Obwohl in größeren Tiefe von z.B. 30 Meter Blaulicht um 460nm dominiert, ist es eben nicht unbedingt empehlenswert nur Blaulicht einzusetzten, da die Farbvielfalt dadurch nicht entsprechend sichtbar wird. Ein Lichtquelle (Tageslicht) mit 1A Farbwiedergabe ist für die Farbechtheit wichtig. Blaulicht unterstützt die natürliche Tiefensimulation. In tieferen Regionen herrscht übrigens auch ein sehr diffusses Licht vor, was man mit Röhren am besten nachahmen kann. Ansonsten so wie Jörg schreibt.

    Gruß
    Oliver

    @ Uwe

    Zitat

    das auf 100 Liter höchstens ein 5cm Fisch gehört damit das natürliche Gleichgewicht erhalten bleibt. Dann braucht man nämlich nicht mal einen Abschäumer!

    stimmt, das war bisher so. Wenn man sich jedoch verdeutlicht, wie leistungsaktiv der Schlammfilter ist, könnte sich die Relation auch nach 10cm, 15cm oder sogar noch mehr Fisch pro 100 Liter verschieben. Die Zukunft wird es wohl zeigen.

    @Gunther

    schön, von Deine Erfahrung zu hören.
    Voher hast Du eben ein Becken gehabt mit fast nur aeroben Besiedlungsflächen (Tuffgestein, Rieselfilter..), wo der Wodkafilter lediglich zur Kompensation diese "Ungleichgewichtes" diente. Durch die Schaffung von anaeroben Besiedlungsflächen (Jaubert-System und Lebendgestein) wurde dann auch Dein Wasser auf "natürliche" Weise nährstoffarm.
    Warum hast Du Dein Jaubert-Becken vom Hauptbecken getrennt ?
    Eine Steuerung des Abschäumers über das Redoxpotential der freien Wassersäule würde ich Dir allerdings nicht empfehlen. Jörg hatte sich hierzu denke ich auch schonmal ausführlich geäußert.

    Gruß
    Oliver

    Hallo Uwe,

    klar geht das so. Und viele machen das auch so. Man hat dann aber. noch das Phosphat-problem, aber da gibt es ja wieder Absorber.... und so wächst die Kette an "Regulierungsinstrumente". Doch warum immer auf Regulierungsinstrumente zurückgreifen und nicht von vornherein der Natur unter die Arme greifen. Durch unsere technischen Eingriffe werden die natürlichen Regulierungsprozesse ausgehebelt. Sollte es nicht auch mal das Ziel sein solche "Rahmenbedingungen" zu schaffen, die eine Unterbrechung der biologischen Kette verhindert. Durch unseren Einsatz von Pumpen und Abschäumern oder sogar Rieselfilter kann z.B. erst gar kein planktonfreundliches Milieu entstehen. In der Nahrungskette spielt dies jedoch eine ganz entscheidende und wichtige Rolle.
    Wir schaffen uns also künstliche Biotope, indem wir "Systemfehler" mit technischen Mitteln versuchen zu regulieren.
    Ein anderer Ansatzpunkt ist es eben von Anfang an solche Bedingungen für ein Biotop zu schaffen, wo es möglichst erst gar nicht zu drastischen technischen Regulierungsmaßnahmen kommen muß.

    Mit hoher Pufferkapazität sowohl, in der aeroben als auch in der anaeroben Richtung meine ich eigentlich nur natürliche Besiedlungsräume für Bakterien und keine externen Filter.

    Der Schlamm"filter" hat z.B. im Vergleich zu anderen Systemen (Jaubert-System, viel Lebendgestein) die effektivste Art eine sehr hohe Pufferwirkung in beide Richtungen auf kleinen Raum zu haben. Warum das so ist, würde hier den Rahmen sprengen. Die Gründe liegen jedoch in der enormen aktiven Besiedlungsoberfläche für Bakterien, sowohl im aeroben als auch im anaeroben Bereich nach 1 cm Schichttiefe. Entscheident jedoch ist doch, dass Manuela und Robert extrem viel füttern und trotzdem keine nennenswerte Wasserbelastung bekommen. Hier eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten für die Aquaristik..., bin ich der einzige der dies sieht ?

    Naja, leztendlich sollte dies auch nur mal eine Anregung sein gewisse Dinge von einer anderen Seite zu betrachten...

    Grüße
    Oliver

    Hallo Hans-Werner,

    ergänzend möchte ich noch anmerken, dass unabhängig von der Orientierung und Anordung der Chromophore natürlich auch die Strahlungsausrichtung eine entscheidende Rolle. Je geringer die Differenz zwischen Einfallswinkel und Ausfallswinkel ist, desto mehr direkte Reflektionen erfast unser Auge und desto stärker erscheint uns die Farbigkeit. Egal ob fluoreszierendes oder nicht fluoreszierendes Pigment.
    Deshalb ist auch ein flächig beleuchtetes Aquarium besser in der Farbwiedergabe zu bewerten, da der Betrachter von der Frontscheibe mehr direkte Reflektionen sieht.
    Man braucht nur einen Leuchtbalken vor die Frontscheibe halten und schon sind die Tridacnas wesentlich farbiger und auch die Korallen erscheinen farbintensiver. Die Betonung liegt aber wirklich auf erscheinen.

    Deshalb empfehle ich auch meinen Kunden möglichst nah an der Frontscheibe mit einer Blauröhre anzufangen. Eine weitere Steigerung in der farblichen Wiedergabe erreicht man übrigens, wenn diese Blauröhre nahe der Frontscheibe das Licht nur schräg nach hinten wirft. Die Tiere im Aquarium werden dann regelrecht mit Blaulicht von der Seite angestrahlt, was zu einer deutlichen optischen Farbzunahme (besonders blau und grün) führt.
    Hierzu hatte ich viele Tests gemacht und mich dann auch entschlossen einen asymetrischen Reflektor zu entwickeln.

    Gruß
    Oliver

    Hallo Ralf,

    zu 1.
    richtig. Gerade um z.B auch Nitritspitzen nach einer Fütterung wieder schneller zu reduzieren, sind aerobe Filter (am besten mit porösem Material) gut geeignet. Ich denke jedoch, dass es deswegen nicht unbedingt notwendig ist so vorzugehen. Dann müßte man auch immer Kohle im Einsatz haben ...
    zu 2.
    mit der verstärkten Fütterung war auch nur ein Beispiel. Letztendlich sehe ich hier den richtigen Ansatzpunkt in der Meeresaquaristik einen entscheidenden Schritt weiter zu kommen. Wer möchte nicht auch einmal die farbenprächtigsten Weichkorallen wie Dendronephtia, bestimmte Gorgonien oder Filtrierer halten können. Dies würde die Artenvielfalt in unseren Aquarien deutlich steigern. Dies scheitert im Moment doch deswegen, weil wir Ihre nahrungsspezifischen Bedürfnisse nicht decken können. Um dies zu schaffen, müßten wir u.a. wesentlich mehr füttern. Doch wenn wir dies machen, bekommen wir sehr schnell ein Problem mit der Wasserqualität. Es ist also eine hohe Pufferkapazität sowohl in der einen Richtung (aerob) als auch in der anderen Richtung (anaerob) nötig, um ein stabileres Aquarium zu bekommen. Die anaerobe Seite wurde meiner Meinung nach nur viel zu wenig beachtet. Stattdessen werden eben lieber Techniken verkauft.

    Ich sehe auch leider nicht die Notwendigkeit, den Nirtatgehalt auf einen bestimmten Wert einzustellen. Ich habe z.B. sehr farbige Steinkorallen bei 20mg Nitrat gesehen und noch farbigere bei 0 mg Nitrat. Gute Wachstumswerte waren überall.

    zu 3.
    muß es das Ziel sein weniger abzuschäumen ?
    Günstiger ist es doch eigentlich, wenn die org. Belastung aus dem Kreislauf entfernt (abgeschäumt )wird, bevor der bakterielle Abbau beginnt. Ein Abschäumer entlastet doch somit den bakteriellen Abbau, weil er die org. Verbindungen schon voher aus dem Kreislauf entfernt. Dies ist doch auch das eigentliche Erfolgsrezept des Berliner System. Was die Spurenelementzugabe angeht, verweisen doch schon viele Korallenzüchter auf eine nur reduzierete Zugabe.

    Wenn sich jedoch die Möglichkeit ergibt, das durch eine enorme Pufferkapazität (aerober als auch anaerober Abbau), man ganz auf einen Abschäumer zu verzichten könnte, würde ich dies sofort nutzen um ein planktonfreundlichere Milieu zu schaffen.

    Gruß
    Oliver

    @Trollsn
    das zeigt doch, das Du auf den richtigen Weg bist.

    Ralf
    natürlich würde das theoretisch gehen, allerdings kann man auch genauso gut ein sehr nährstoffarmes Wasser anstreben (z.B. durch Schaffung von unaeroben Zonen) und gegebenenfalls mehr Füttern. Die Fische und möglicherweise auch mal Filtrierer werden es einem danken. Ich sehe in den zusätzlichen Filtern wie (z.B Schwefelfilter, Wodkafilter) immer noch ein zusätzliches Restrisiko bei falscher Bedienung. Und warum sich zusätzliches Equipment kaufen, wenn man doch darauf verzichten kann. Ich finde hier sollte man umdenken. Also nicht etwas kaufen um ein Syntom zu behandeln, sondern die Ursache abstellen.

    Gruß
    Oliver

    Hallo,

    die Summe der sauerstoffreichen oder sauerstoffarmen Zonen in einem Aquarium bestimmt letztendlich, ob es zu einer Anreicherung des Endprodukt Nitrat oder zur Veratmung des Nitrates kommt.
    Egal ob Jaubert System, Schlammfilter oder viel lebendes Gestein alle haben gemeinsam, dass Sie sauerstoffarme Besiedlungsflächen für Bakterien ermöglichen und dadurch eine Veratmung von Nitrat fördern. Ob nun die anfallende org. Belastung, die nicht durch den Eiweißabschäumer erfast und aus dem Kreislauf entfernt werden konnte, sich nun als Endprodukt Nitrat ansammelt oder nicht, hängt also vom Verhältnis des sauerstoffreichen und sauerstoffarmen Oberflächen (aktive Besiedlungslächen) zueinander ab. Je mehr sauerstoffreiche durchströmte Zonen oder Filtermedien vorhanden sind, desto eher wird es zu einer Nitratanreicherung kommen. Andererseits wird ein Becken, das viele sauerstoffarme Zonen aufweist (z.B. viel Lebendgestein, hoher Bodengrund, Schlammfilter...) immer eher ein nährstoffärmeres Millieu (Veratmung von Nitrat) begünstigen.
    Die Bakterien sind hier die heimlichen Regierer. Entscheident ist, dass der Aquarianer selber bei der Einrichtung eines Beckens schon indirekt durch die Schaffung der entsprechenden sauerstoffarmen oder sauerstoffreichen Zonen bestimmen kann, ob sein Aquariumwasser später eher Nitratlastig oder eher Nitratarm seien wird.

    Gruß
    Oliver

    Zitat

    Die ist ja fast wie "Unkraut"

    Hallo,

    gerade Montis, Porities, Stylopora, Poccis... gehören zu den sogn. Pionierkorallen, und sind oft die ersten Korallen, die neue Flächen besiedeln und somit für eine Riffentstehung verantwortlich sind. Höhere Wachstumsraten sind daher nicht untypisch.
    Als Anregung könnte man sich bei einer Neueinrichtung eines Riffbeckens gut an der Natur orientieren, zumal diese Arten meiner Meinung nach auch weniger empfindlich sind. Gerade auch im Bezug auf Ektoparasiten (Strudelwürmer....).

    Wie man beim Wiegen vom Verfahren am Besten vorgeht, kann Dir Jörg sicherlich genauer sagen. Um hier qualifizierte Aussagen in Bezug auf gewisse Parameter machen zu können, muß man allerdings etwas Aufwand betreiben.

    Gruß
    Oliver

    Hallo Hans-Werner,

    Du hattest erwähnt, dass man sich doch an Unterwasserspektren in nährstoffarmen Küstengewässern orientieren sollte. Natürlich ist dieser Ansatz genau richtig.

    Schließlich haben sich die Photosysteme der Korallen auch an diese Lichtzusammensetzung adaptiert.
    Wenn man sich die Spektren in z.B 3-10 Meter Meerestiefe anschaut, also dort wo auch die größte Artenvielfalt vorherrscht, wird deutlich, dass besonders im Bereich von 420 - 550nm eine relativ ausgeglichen Strahlungsintensität vorliegt. Erst mit zunehmender tiefe in 15-20 Meter kristallisiert sich eine Spitze um 450nm heraus.

    (Leider kann ich die entsprechenden Grafiken hier nicht reinstellen)

    Wen wundert es da, das gerade hier viele Hilfspigmente Ihr Absobtionsmaximum haben.
    Hier mal ein Beispiel an an einer Pocci:

    Absorption Spectra of Pigments from Zooxanthellae of Pocillopora sp.
    Fraction Absorption maxima (nm) Identification
    Fraction 1 - Orange 428,448,475 B-Carotene
    Fraction 2 - Pale Orange 427,450,477 Unknown
    Fraction 3 - Yellow 425,447,476.5 Diadinoxanthin
    Fraction 4 - Yellow 418,441,469 Dinoxanthin
    Fraction 5 - Pale Yellow 408,427,455 Unknown
    Fraction 6 - Pale Yellow 420,440,465 Neo-dinoxanthin
    Fraction 7 - Brick Red 475 Peridinin
    Fraction 8 - Brick Red 465 Neo-peridinin
    Fraction 9 - Pink-Orange Unknown
    Fraction 10 - Blue-Green 409,428,663 Chlorophyll a
    Fraction 11 - Light Green 448,584,634 Chlorophyll c

    Wenn man sich also verdeutlicht, das viele Pigmente die direkt oder indirekt an der Photosynthese beteiligt sind in einem Bereich zwischen 410 und 480nm Ihr Absorbtionsmaximum haben, wird klar, dass es auch günstig ist den Korallen ein ausgeglichenes Blaulicht in diesen Bereichen zur Verfügung zu stellen.

    Dies zeigen übrigens auch viel PAS (photosynthetic
    Action Spectrum) von Korallen. Diese PAS ändern sich jedoch bei ein und der gleichen Koralle bei unterschiedlicher Wassertiefe, was die Anpassungsfähigkeit der Korallen an geänderte spektrale Lichtverteilungen wiederspiegelt. Aufgrund dieser Anpassungsfähigkeit "verzeihen" unsere Korallen auch die unausgeglichenen Spektren, die man teilweise bei künstlichen Lichtquellen vorfindet.
    Man sollte jedoch jetzt nicht den Schluß ziehen, dass eine unausgeglichene Spektren daher belanglos sind oder sogar noch die Farbigkeit unterstützen. Im Sinne der Optimierung der Pflegebedingungen für Korallen ist es im Bezug auf die spektrale Lichtverteilung günstiger ein ausgeglichneres Spectrum von 410 bis 500 oder 410 bis 550nm (so wie in der Natur auch) zu haben und das dann, je nach Tiefensimulation mehr oder weniger stark zum Rotbereich abfällt.

    Gruß Oliver

    Hallo zusammen,

    Ich finde es sehr schade, das selbst in sogn. Fachkreisen immer noch mit "Lux" und besonders "Kelvin" diskutiert wird. Beide Parameter sind denkbar ungeeignet für eine brauchbare Diskussion und tragen eher zur Verwirrung statt zur Aufklärung bei. Zwar kann man natürlich zitieren in welcher Tiefe man wieviel Lux messen kann, allerdings gibt dieser Wert eben nur unser Helligkeitsempfinden wieder und nicht die photosynthetisch nutzbare Strahlung. Dadurch werden falsche Relationen verdeutlicht. Hierzu mal ein kurzes Beispiel: Wenn man z.B. davon spricht, dass man an der Wasseroberfläche 100.000 Lux messen kann und in 5 Meter Wassertiefe nur noch 25.000 Lux, könnte der Eindruck entstehen, dass die zur Verfügung stehende Strahlungsenergie für Korallen in 5 Meter nur noch 25% ist. Tatsächlich ist jedoch die photosyhntetisch nutzbare Strahlung wesentlich höher, da der photosynthetisch wertvolle Blauanteil wesentlich weniger aus dem Wasser gefiltert wird und noch in dieser Tiefe noch mit über 80% zur Verfügung steht. Von daher finde ich diese Zitate von früheren Pionieren bei aller Ehre nicht mehr zeitgemäß und auch bestehende Literatur sollte hier überarbeitet werden. Man ist eben schon wesentlich weiter. Es gibt hier ganz klare Unterschiede zwischen unserem Helligkeitsempfinden und dem „Empfinden“ der Korallen. Lux ist also keine brauchbare Maßeinheit für die Aquaristik und sollte als Maßeinheit endlich verschwinden.
    Noch unglücklicher ist es Aussagen anhand von Kelvinzahlen zu machen. Kelvin alleine läst keine qualitative Aussage über die spektrale Lichtzusammensetzung zu, da es sich lediglich um die Summe aller sichtbaren Spektralanteile handelt. Die Summe kann aber ganz unterschiedlich zusammengesetzt sein. Bei 10.000 Kelvin kann z.B. viel oder gar kein UV enthalten sein. Es könnte viel violett und wenig rote Strahlung aber auch genauso aus viel blau und wenig gelbgrün bestehen. Genauso wie 3+7= 10 ist, ergeben sich auch aus 4+6 oder 5+5 eben 10. Deswegen sind Angaben von hohen Kelvinzahlen auf Lichtquellen auch irrelevant und bestenfalls ein gutes Verkaufsargument. Entscheidend ist immer ein Spektrum. Es wird soviel von Kelvin in dieser Branche erzählt, das die Leute regelrecht Kevinbesoffen geworden sind. Unter Biologen werden Begriffe wie Kelvin und Lux auch gar nicht beachtet. Für die Strahlungsintensität verwendet man Quantenmessgeräte, die in µmol/m²/sec messen und für die Lichtqualität dienen Spektren mit den entsprechenden Wellenlängenangabe.
    Anhand von Kelvinzahlen jedoch noch Rückschlüsse auf das farbliche Erscheinungsbild von Korallen zu schließen, halte ich für gewagt. Hier sind Faktoren wie die Strahlungsintensität und die qualitative Lichtzusammensetzung gar nicht erfasst. Gerade wenn man versucht einen biologischen Bezug zwischen Licht und den Korallen zu finden, ist es sehr wichtig hier eben viel mehr zu differenzieren. Aufgrund der Fähigkeit der Korallen sich an bestimmte spektrale Lichtzusammensetzungen anzupassen (Photoakklimatisation) und eine 10.000 Kelvin Lichtquelle eben ganz unterschiedlich zusammengesetzte Spektralanteile haben kann, ist eine derartige Äußerung sehr spekulativ. Man könnte den Eindruck gewinnen, das eine hohe Kelvinzahl das ist, worauf ein Steinkorallen pflegender Aquarianer achten müsste, um farbigere Korallen zu erhalten. Genau diese Aussage ist jedoch viel zu allgemein und trifft die Komplexität der Photoakklimatisation überhaupt nicht. Die pinke Farbmorphe des Pocilloporin ist z.B. ein wirtseigenes „Starklichtpigment“, welches verstärkt bei gelbgrüner Strahlung (Absobtionsmaximum liegt auch hier) gebildet wird, um den Photosyntheseapparat vor „Photodamage“ zu schützen. Die gleiche Strahlungsintensität in z.B. Violett oder blau führt nicht zu der gleichen Anregung der Synthsese dieses Pigments. Dies ist aber nur ein Beispiel um zu verdeutlichen, dass eben nicht nur blaue, violette oder sogar UV-Strahlung die Farbikeit der Korallen unterstützt.
    Besonders Bauchschmerzen hatte ich aber eigentlich auch bei den Artikel über die „Grundlagen zur Farbigkeit von Korallen“ und dessen Schlussfolgerung.. Hier heißt es u.a. „Die UV-Schutzpigmente , die in betörenden Farben, wie Blau, Grün, Gelb oder Rot vom menschlichem Auge erkannt werden... . „
    Tatsache ist, dass gerade UV-Schutzverbindungen (z.B. MAA`s) farblos sind und nicht für die Färbung der Koralle verantwortlich sind. Die plakative Färbung geht vielmehr oft auf nicht fluoreszierende Chromoproteine zurück, die von der Koralle (Wirt) gebildet werden. Grundsätzlich kann man zwischen wirtseigenen Pigmente und Pigmente der Zooxanthellen unterscheiden. Man kann jedoch auch eine funktionale Gliederung vornehmen. Bei den wirtseigenen Pigmenten gibt es Pigmente die Strahlung reemittieren (fluoreszieren), als auch welche die dies nicht machen. Für die uns sichtbare Färbung der Koralle ist letztendlich immer die Anzahl und räumliche Anordnung der verschiedenen Pigmente im Gewebe verantwortlich. Je höher die Zooxanthellendichte im Gewebe, desto stärker tendieren die Korallen zur Braunfärbung. Extreme Farbigkeit erreicht man also nur, wenn die Anzahl der Zooxanthellen im Gewebe geringer ist und die wirtseigenen Pigmente verstärkt in der Epidermis vorliegen. Von daher braucht man auch nicht mehr darüber diskutieren, „ob akzessorische Pigmente für die hermatypischen Korallen von Bedeutung sind“. Man weiß dies bereits schon. Natürlich sind Sie von Bedeutung. Und gerade diese Pigmente sind vor allem dafür verantwortlich, dass die Zooxanthellen in der Summe der sich überlagernden Pigmente Braun ergeben (subtraktive Farbmischung). Jeder kennt das vielleicht noch von einem Farbkasten. Wenn man viele Farben mischt, kommt immer braun raus.

    Abschließend möchte ich noch bemerken, dass es mir lieber gewesen wäre, wenn diese Anmerkungen von mir erst gar nicht seien bräuchten. Da ich mich jedoch auch um eine ehrliche Aufklärung bemühe, sah ich es als wichtig an zu diesem Artikel etwas zu schreiben.

    Gruß
    Oliver

    Hi Robert:-)

    habe Ihn gerade überflogen und bin erst mal geschockt. Sorry, wenn ich das so sagen muß. Ein kurzes Statement ist gar nicht möglich. Werde mich später nochmal melden, da ich jetzt erst mal weg muß. aber natürlich hast Du auch schon recht. Nur da ist noch viel,viel mehr.....
    Danke nochmal an Klaus.

    Gruß
    Oliver

    In der letzten Ausgabe von "das Aquarium" (Schmettkamp Verlag) soll es einen Artikel über Licht von Frische geben. Nach einigen Infos würde mich dieser Artikel nun brennend interessieren. Falls jemand den Artikel kennt und die Möglichkeit hat Ihn mir heute irgendwie zukommen zu lassen, wäre ich sehr dankbar.

    Grüße
    Oliver

    Hallo,

    würde einen sofortigen Wasserwechsel von 10-20% machen. Du solltest rausbekommen, warum Deine Werte so hochgestiegen sind. Was hast Du für eine Dichte ? Eventuell kannst Du Deine Koralle noch retten wenn Du Sie zerteilst. Dabei mußt du Sie jedoch nur am noch gesundem Gewebe teilen.

    Gruß
    Oliver

    Hallo Andre,

    die bin übrigens ich.
    Wie schon gesagt haben wir wesentlich höhere Lichstromrückgänge feststellen müssen. Habe ich doch auch hier geschrieben und welche Maßnahmen wir ergriffen haben auch. Ein Grund warum ich hier öffentlich diskutiere ist vor allem, das ich eben nicht besch.... sondern hinter allem stehe. Hatte gehofft, dass dies etwas deutlich wird.
    Das dies dort noch so steht ist nicht beabsichtigt und wurde von mir leider übersehen. Tatsächlich ist es jedoch so, das Osram noch an diesen Angaben festhält und ist deshalb keine Falschaussage.

    Wir können auch eine Röhre rausbringen, die einen längeren Lichtstromerhalt garantiert. Allerdings sind diese Röhren in der Lichtqualität schlechter (schlechtere Farbwiedergabe) und führen bei der Haltung und Vermehrung von Korallen nicht zu optimalen Ergebnissen. Dies kann man anhand der Wachstumsrate und vor allem der Färbung der Korallen sehen. Hier haben wir vor einigen Jahren etliche Versuche gemacht. Nicht umsonst war ich mir daher bei den ersten Versuchen, die ich damals veröffentlichte oder von bekannten Aquarianern gemacht wurden sehr sicher.
    Ich kann mich nur wiederholen, das mein Ansatzpunkt immer von der Bedürftigkeit der Korallen ausgeht und der ist eindeutig ein blaulastiges Vollspektrumlicht (ohne größere Lücken im Spektrum) mit hoher Farbwiedergabe. Ein jonglieren mit hohen Kelvinzahlen, die man kaum überprüfen kann ist nicht der Stil von ATI. Auch wenn zu meinem Erstaunen die Aquarianer immer noch darauf anspringen. Ein Licht mit größeren Lücken im Spektrum führt zu schlechteren Wachstumsraten und nicht zur Anregung aller Pigmente. Wie auch, wenn in bestimmten Spektralbereichen keine Lichtenergie vorhanden ist, was aber zur Anregung gewisser Pigmente förderlich ist. Das Antennsystem der Photosynthese wird dann nicht voll unterstützt. Deswegen gibt es auch einen großen Unteschied zwischen der rein rechnerisch ermittelten photosynthetischen Wertigkeit einer Lichtquelle (z.B von Robert Miehle) und der tatsächlich (in Vivo) unter lebenden Bedingungen photosynthetischen Wertigkeit. Letztendlich sprechen die Korallen jedoch hier eine eigene Sprache. Gerade der anspruchsvollere Aquarianer orientiert sich in meinen Augen in erster Linie an das Wohlergehen der Korallen und nicht nur an wirtschaftliche Aspekte. So ist zumindest mein aquaristisches Verständnis. Deswegen halte ich es auch für einen Rückschritt in der Aquaristik, Standartlampen aufgrund einer längeren möglichen Nutzlebensdauer zu nehmen, wenn man weiß, dass hiermit die Lichtbedürfnisse der Korallen nicht optimal erfüllt sind.

    Gruß
    Oliver

    Hallo Helmut,

    ich sage ja nicht das ich 15.000 Kelvin mit bloßem Auge sofort erkenne und exact bestimmen kann. Dann hätte ich meinen Beruf verfehlt und könnte mich bei" Wetten dass" anmelden. Denn 15.000 Kelvin kann lila, violett, blausweiß... aussehen. Gibt einfach zu viele farbliche Möglichkeiten. Ich behaupte aber, das man 6000 Kelvin optisch schon deutlich von derart hohen Kelvinzahlen unterscheiden kann. Mehr wollte ich nicht sagen.

    Gruß
    Oliver

    Hallo,

    zur Bestimmung der Kelvinzahl dient das CIE-Farbdreieck mit Plank`schem Kurvenzug. Zwar ist es richtig, das höhere Kelvinzahlen sich schwieriger exact zuordnen lassen, allerdings sieht man es, wie Thomas zu sagen pflegt, mit einem Auge nach vier Bier, ob eine Lichtquelle 6000 Kelvin oder 15.000 Kelvin hat.
    Thungsram wurde meines Wissens übrigens von GE übernommen.

    @ KS
    Die Preissenkung ist für den Endverbraucher und sollte auch weitergegeben werden.
    Meine offiziellen empf. VK sind seit dem 30.08.02 für eine 54 Watt blue oder sun nur noch 18,90 und für die 80 Watt nur noch 19,90. Wenn dieser Preis nicht weitergegeben wird bitte ich um Info.

    Hallo Thomas,

    schön das mal ein Mann aus dem Fach bestätigt, das eine Veränderung (Absterben der Korallenspitzen) sich bei einem falschem Leuchtmittel sehr schnell zeigt und nicht erst nach drei Monaten. Die Leute werden hier völlig irritiert, was nicht zur Aufklärung beiträgt.

    Gruß
    Oliver

    Liebe Leute,

    als ich damals die T5-Technik für die Aquaristik zugägnglich gemacht habe mußte ich mich an den Angaben orientieren, die die Lichtindustrie (z.B. Osram und Phillips) vorgibt. Deswegen habe ich auch damals Osram zitiert. Nur auf mein Drängen habe ich meinen Lampenhersteller dazu bewegen können, Vollspektrumlampen und die Blaulampen für mich zu fertigen. Sonst gäbe es bis heute wahrscheinlich noch keine T5 high output Röhren in Blau...
    Bei meiner Nachfrage über die zu erwartende Nutzlebensdauer, hat man mir gesagt, das man sich an diesen Aussagen von Osram... anlehnt. Aufgrund dessen bin ich natürlich auch von einer längeren Nutzlebensdauer ausgegangen. Tatsächlich haben wir nach einem Jahr Lichtstromrückgänge zwischen 20-28% gemessen.
    Dies ist alles andere als zufriedendstellend und ich hatte lange Diskusionen mit meinem Hersteller hierüber.
    Letztendlich habe ich darauf reagiert, indem ich die Preise für die Blue und Sun um 20% gesenkt habe, damit wenigsten ein Austausch etwas günstiger wird.
    Haben das andere Hersteller getan ?
    Gleichzeitig sind aber auch Verbesserungen von meinem Hersteller in der neuen Aquablue Röhre eingeflossen.
    Um das Problem weiter zu kompensieren haben unsere neuen Standartbalken eine etwas höhere elektr. Ansteuerung, die die Lampe länger auf einen höheren Lichstrom hält ohne dass der Lichtstromrückgang beschleunigt wird. Das haben wir ein Jahr getestet. Dies ist übrigens auch eine kostenlose Weiterentwicklung, die ohne Mehrpreis nun in unseren Balken integriert ist. Dies ist die dritte Maßnahme um hier etwas zu tun. Machen das andere ?
    Das Problem mit dem Verspritzen und dem "Blind werden" der Reflektoren habe ich aufgegriffen und den Klarlackreflektor rausgebracht...
    Auch das trägt im Gesamtpaket zu einer längeren Standzeit bei.
    Es genügt mir, wenn deutlich wird, dass wir hier etwas tun. Letztendlich bräuchte ich hierzu eigentlich nicht Stellung nehmen, denn das machen andere Firmen die sich vielleicht weniger angagieren auch nicht.

    Was den generellen Zeitpunkt des Austausches von Röhren angeht, muß man immer zwischen denn lichttechnischen Daten und den Bedürfnissen der Pfleglinge unterscheiden. Hier spielen die Ansprüche eine emtscheidende Rolle. Wer zwei Balken über sein 1,60x60x60 Steinkorallenbecken häng, braucht sich nicht wundern, wenn nach 4 Monaten die korallen braun werden. Wer jedoch das Becken flächig ausleuchtet, hat ein viel höheres Beleuchtungsniveu und erzeugt somit einen ausreichenden Photonendruck am Gewebe, so das die erblich veranlagte Fähigkeit zur Synthese gewisser Pigmente länger angeregt wird.
    Deswegen ist auch der Powerbalken entstanden. Wer mehrer Powerbalken aneinanderreiht, erzeugt flächige Beleuchtungswerte an der Wasseroberfläche, die fast der halben Tropensonne (50.000 lux) entsprechen. Wer so vorgeht, wird natürlich wesentlich länger warten müssen bis die Lichtintensität so stark zurückgeht, das aus Sicht der Korallen ein Austausch notwendig wird.
    Deswegen können auch keine generellen Empfehlungen so wie Thomas Pohl schon schreibt ausgesprochen werden.

    Was die Messtechnische Seite angeht, zeigen erste Messungen nach 4-5 Monaten, das der Lichstromrückgang bei der Aquablue etwas geringer ist als bei der Sun. Dies ist Fakt.

    Ich hoffe, es sind wenigsten einige Fragen hiermit beantwortet.

    Gruß
    Oliver

    Hallo Jürgen,

    Du hast vollkommen recht. Wenn mehr Leistung unter einer geschlossenen Abdeckung kommt ist auch naturgemäß der Wärmeeintrag höher. Deswegen sollte man eben auch immer auf eine gute Lüftung achten. Dies alleine schon aus dem Grund, damit die Röhren im optimalem Temperaturbereich arbeiten.
    Das war aber schon immer so. Und gerade die T8 Röhren arbeiten nur bei 25 Grad optimal und nicht wie die T5 Röhren bei 35 Grad. Nur hat dies früher bei den T8 kaum einer ausgesprochen. In der Praxis heißt das dann, das eine Temperatur von z.B. 35 - 40 Grad besser für die T5 ist als für die T8, da die T8 hier schon nicht mehr im optimalem Temperaturbereich arbeitet und der Lampenstrom (80-90 %) schon zurückgeht.

    Gruß
    Oliver

    Hallo Harry,

    1. Fakt ist, das das Mischspektrum der Aquablue fast genau dem entspricht, was sich voher aus dem Mischlicht einer blue und einer Sun ergeben hat. Der Unterschied in der Lichtqualität ist also nur marginal. Lediglich der gesamte Lichtstrom ist etwas höher, wodurch die Röhre auch etwas heller wirkt. Eine Reaktion nach erst drei Monaten zeigt vor allem, das die Ursachen nicht bei der Beleuchtung liegen, da eine chromatische Anpassung der Korallen bis dahin schon lange stattgefunden hätte. Vielmehr ist es ein Zeichen einer Instabilität im System. Auch in der Natur kommt es übrigens jahreszeitlich bedingt zu unterschiedlich intensiven Beleuchtungsphasen (z.B. Regenzeit...) und dies ist für die Korallen auch kein Problem. Bei derartigten Problemen, wie sie Lars aufzeigt spielen immer mehrer Faktoren eine Rolle(z.B. Erregerdruck, toxische Anreicherungen... )Die Betrachtung ist in meinen Augen fachlich zweifelhaft.

    2. Osram verweist mit recht auf einen gewissen Mindestabstand. Leuchtenkonstrukteure neigen mitunter dazu alles sehr kompakt gestalten zu wollen.
    Das Problem ist aber dann in erster Linie ein Temperaturproblem weil sich die Röhre gegeneinander anstrahlen und aufheizen. Dies ist besonders problematisch in geschlossenen Leuchten. Eine enge Anordnung in geschlossenen Systemen ist also problematisch. Bei uns ist der Minderstabstand aber eingehalten und die Röhren können sich nicht gegenseitig anstrahlen und aufheizen zumal wir ein offenes System haben (nicht durch eine Glasscheibe nach unten abgedeckt), was ohnehin zun einem besserem Wärmeaustausch führt. Wir betrachen jede Röhre als seperate Lichtquelle. Denn nur so kommt man zu einem lichtechnisch vernüftigem Ergebnis. Einfach nur nebeneinander angeordnete Röhren, wo sich die Lampen gegenseitig bestrahlen können wird es bei ATI niemals geben. Das Licht ist dann nicht intelligent gelenkt und führt zu einer zusätzlichen Erwärmung der Röhren.
    Es ist die Aufgabe der Entwickler hier auf die Bedürfnisse der Röhren zu achten und das Umfeld entsprechend zu gestalten. Da wir uns ausschließlich auf T5 konzentrieren, versuchen wir auch immer das volle Potential aus der T5 Technik zu holen. Eine höhere elektronische Ansteuerung (im Rahmen des Normfensters) haben wir übrigens auch schon über 1 Jahr getestet. Die Tests haben wir gemacht, nicht der Endkunde. Dies ist auch ein Grund, warum der Easydimm und der Powerbalken erst später gekommen sind.

    Letztendlich geht es aber bei den Korallen um die spektrale Lichtzusammensetzung und um den Photonendruck am Gewebe. Beide Parameter sind für die photochemischen Prozesse in der Koralle verantwortlich. Mein Ansatzpunkt war es übrigens schon immer von den Bedürfnissen der Korallen auszugehen und danach eine Lichtlösung zu entwickeln.

    Gruß
    Oliver

    Hallo,

    da ich vor zwei Wochen auf einer holländische Hausmesse direkt neben einem Tunze-Stand war, konnte ich Sie ein paar Tage ganz gut beobachten. Laut Tunze sind die ersten Stream auch schon ausgeliefert worden. Bei den Halterungen für die Pumpe soll in kürze noch etwas anderes kommen. Ob Sie auch mit IKS steuerbar (kompatibel) sind, kann ich nicht sagen.
    Die Wellenschlagsimulation von Tunze funktionierte aber einwandfrei und hat mir sehr gut gefallen. Die Geräusche sind übrigens nicht lauter als bei einer 1060. Fehler sind mir so nicht aufgefallen.

    Gruß
    Oliver

    Hallo,

    @harry
    bei welchem Online-Shop hast Du denn die Aquablue Röhre von Narva gesehen ?

    Andre
    Damit man immer noch eine seperate Blauröhre schalten kann (wenn du das mit Dimmphase meinst) ohne das das Licht zu blaulastig wird ist die Aquablue auch nur eine Mischung aus 40% blue und 60% Sun und nicht 50% blue und 50% Sun. Du könntest also 3 Aquablue und eine blue oder actinicblue nehmen. Idealerweise würde ich die Blauröhre dort plazieren, wo mehr floureszierende Korallen sitzen und die Aquablue dort, wo mehr nichtfloureszierende Korallen (z.B. Hysterix, Poccis...) sitzen. Wir haben herausgefunden, das die Aquablue die Eigensynthese der pinken Farbmorphe des Pocciporin (wirtsspezifisches Starklichtpigmente) gegenüber der alten blue/Sun Mischung etwas steigert.

    Grüße
    Oliver

    Zitat

    hänge die Doppelbalken lieber einzeln hinzu so kannst du das Aqua besser auleuchten, meine die Balken besser plazieren!!!

    Hallo Stephan,

    genau dieser Punkt wird leider oft viel zu wenig berücksichtigt. Dies hilft nicht nur eine gleichmäßigere Ausleuchtung zu bekommen und Schlagschatten etwas zu lindern sondern fördert auch gleichzeitig die Farbwiedergabe bei der Betrachtung von der Frontscheibe.

    Gruß
    Oliver

    Zitat

    mit denen dann die Zooxanthellen automatisch "gedüngt" werden. Durch diese Düngung werden sich die Zooxanthellen stärker vermehren und die Braunfärbung nimmt zu.

    Hallo Jörg,

    tatsächlich würde ohne den Algen das Übermaß an Amonium den Wirt sogar ersticken. Der Wirt braucht also die Zooxanthellen um seine Enprodukte loszuwerden. Die Zooxanthellen sind im übertragenem Sinne neben den zu melkendem Milchkühen (Photosyntheseassimilate) auch die Lunge der Koralle.
    Der Wirt kontrolliert jedoch die Zooxanthellendichte im Gewebe indem er z.B. die "Ausschleusung" über das Cytoplasma steuert. Selbst die eigentliche Vermehrung der Zooxanthellen können über die Entnahme der Primärprodukte über den Wirt indirekt kontrolliert werden. Der Energieüberschuß kommt dann dem Wirt zugute und fließt nicht in die eigen Vermehrung. Die erhöhte Zooxanthellendichte resultiert also aus der Notwendigkeit den Überschuß an Amonium loszuwerden und ist eine kontrollierte Reaktion des Wirtes auf den gesteigerten Eiweißstoffwechsel, der zwangsläufig bei einem Nährstoffüberangebot (N,P) herrscht.
    Ich bin der Meinung, das dies der häufigste Grund dafür ist, warum man unter aquaristischen Bedingungen erhöhte Zooxanthellendichten (braunere Korallen) hat.

    Gruß
    Oliver

    Hallo Peter,

    da bist Du aber mit Deiner Beleuchtungszeit an der absoluten Obergrenze. Bitte bedenke, das die beiden Powerbalken 3x80 Watt min. genauso hohe Beleuchtungswerte erzielen, wie die 250 Watt HQI.
    Wollte dies nur anmerken.

    Gruß
    Oliver