Guten Morgen Zusammen,
da ich vor einem ähnlichen Problem wie Johann gestanden habe, möchte ich gerne mal meine Erfahrungen und Vorgehensweisen zu diesem Thema schreiben.
Leider habe ich keinen befreundeteten Aquarianer, der sich in Abwesenheit um mein Becken kümmern kann. Da ich aber, zumindest vor Corona, häufiger geschäftlich in Asien unterwegs bin und schon mal 10 Tage am Stück nicht Zuhause bin, war mir von vorneherein bei meiner Becken-Planung klar, dass ich ein möglichst pflegeleichtes Becken mit viel unterstüzender Technik benötige, um den Pflegeaufwand für meine Frau, die wenig mit meinem Hobby zu tun hat, so gering wie möglich zu halten. Dazu habe ich nahezu sämtliche Vorgänge automatisiert und redundant ausgestattet. Dosieranlagen, Abschäumer, Beleuchtung, Strömungspumpen, Ozon, UVC, Heizung, Kühlung, Futterautomaten, Nachfüllautomatik usw. werden alle von einem Profilux überwacht und über schaltbare Steckdosenleisten gesteuert. Sämtliche (kurzfristig) relevanten Wasserwerte überprüfe ich ebenfalls mit dem Profilux und bekomme die Werte mehrfach pro Tag übermittelt. Leckmelder und verschiedene Warnparameter ergänzen den Einsatz des Computers. Darüber hinaus überwache ich das Becken optisch mit Kameras, auf die ich ebenfalls jederzeit von unterwegs aus zugreifen kann.
Bei meinen ersten Trips hat das auch ganz hervorragend geklappt. Es gab aber hin und wieder doch kleinere Probleme, wie z.B. ein klappern in einer Strömungspumpe, weil sich eine Schneckengehäuse verklemmt hatte. Das war nicht so einfach als Ferndiagnose mit meiner Frau zu klären, aber hat geklappt. Im Ergebnis habe ich daher weiter die Technik optimiert und z.B. die Strömungspumpen angepasst, auf Modelle die keine oder nur extrem selten z.B. ein "Schneckenproblem" haben.
Nach rund anderthalb bis zwei Jahren Erprobung und dementsprechend stabilen Wasserwerten (!) habe ich mich dann das erste Mal getraut das Becken bei einem Familienurlaub für eine Woche komplett unbetreut zu lassen. Das hat ganz hervorragend funktioniert und habe ich mittlerweile bereits dreimal gemacht. Zur Sicherheit habe ich eine Firma kontaktiert, die die Betreuung und Pflege von Meerwasserbecken anbietet. Diese weiß, wann ich im Urlaub bin und steht bei einem Notfall zur Verfügung. Kostet natürlich.
Jetzt im April werde ich das erste Mal knapp zwei Wochen nicht vor Ort sein. Da wird diese Firma mindestens einmal persönlich vorbeischauen, um nach dem Rechten zu sehen. Denn aktuell habe ich das Problem, dass die Nachfüllanlage nur für etwa 8 Tage reicht. Ich habe eine Dreambox mit integriertem Nachfüllreservoir, aber das hat nur 40 Liter. Mehr konnte ich platzmässig nicht unterbringen. Das ist also im Moment meine organisatorische Achillesferse.
Der Fairness halber muss ich erwähnen, dass es bei uns noch NIE zu einem Stromausfall gekommen ist. In unserer Wohnsituation ist die Chance dafür sehr gering, wenn natürlich auch grundsätzlich nicht auszuschliessen. Dafür habe ich keine Lösung und hätte auch keine wenn ich vor Ort wäre. Ich arbeite daran, aber weiß noch nicht, wie ich das angehen soll.
Mir ist natürlich auch bewusst, dass viele Aquarianer eine umfängliche Technik nicht besonders schätzen. Ich glaube allerdings, dass bei hochwertiger Qualität derselben und entsprechende Sicherheitsplanungen die Technik sehr zuverlässung eingesetzt werden kann.
Alles in allem glaube ich, dass so wie ich es im Moment mache, zeitliche Abwesenheiten von ca. einer Woche problemlos zu machen sind. Längere Zeiten gehen aus meiner Sicht nur mit personellen Notfallplänen, die aber Ahnung von der Materie haben müssen. Das ganze funktioniert aber nur mit einem recht stabilen Becken, was meiner Meinung nach auch eine gewisse Größe haben muss und mit einem erheblichen kostspieligen Aufwand und Einsatz von Technik.
Schöne Grüße
Ralf