Beiträge von Burkhard Ramsch

    Hi Dieter,

    es mag ein Deutscher Vertrieb sein, doch diese Anlagen werden 1:1 in China gebaut und vom Container in den online-shop gestellt. Auch Pumpen werden in China gebaut. Diese Teile in Europa zu produzieren ist einfach zu teuer.
    Die Chinesen produzieren für den Weltmarkt. Da weltweit das Wasser in puncto Klarheit nicht gut aussieht, wird meist eine Vielzahl von Vorfiltern vor die Membran gebaut, um den sichtbaren Dreck herauszuholen. In Deutschland ist das Wasser fast immer klar (bei uns werden mehr als 99% der Anlagen ohne Grobfilter ausgestattet, um nur mal einen Vergleich zu bekommen), so dass ein guter Kombifilter (Feinfilter plus Aktivkohle) ausreicht. Auch der oft aufgeführte Nach-Aktivohlefilter ist nur etwas für Leute, die das Reinwasser in einem Drucktank füllen (Trinkwasseranwendung).
    Diese Shops (und das meine ich jetzt nicht böse) können sich nicht auf unterschiedliche Problematiken einstellen. Und das Wasser ist in Deutschland absolut unterschiedlich: von niedrigen Härten bis zu über 40°, von niedrigem Salzgehalt bis zu fast brackigem Wasser an der Küste, hoher Vordruck bis zu niedrigem Wasserdruck, Kieselsäurekonzentrationen von nichts bis utopisch. Auch die Wünsche der Kunden in Sachen Automation sind sehr unterschiedlich: von An-Aus-Anlagen bis zur Wasserstandssteuerung in einem Reinwassertank, Messung von Reinwasser- und Reinstwasserqualität. Da kann man schon eine Menge sehr unterschiedlicher Anlagen bauen. Wichtige ist, dass die Zusammenstellung der Komponenten passt.
    Aber beim Preis bleiben die Chinesen unschlagbar. Hier kann und will keiner für deren Stundenlöhne arbeiten.

    Mit der Smartline kannst Du nicht gut durchgekommen sein! Die Rückhalterate bei Deinem Wasserleitungsdruck hat garantiert nicht gestimmt - da kommt zu viel Unerwünschtes noch durch. Ob es mit der Druckpumpe funktoniert? Ausprobieren, ob das hydraulische Ventil nicht spinnt. Dieses Ventil kannst Du übrigens herausschmeißen, weil Du den Drucktank nicht brauchst.

    LG Burkhard

    Süß- und Meerwasserfischen haben Unterschiede in der Giftwirkung von Nitrit bestätigt.

    Nitrit ist absolut ungiftig! Das Problem ist die dazugehörige Salpetrige Säure. Genau wie bei dem Paar Ammonium / Ammoniak ist das Ammonium nicht giftig, liegt aber in einem Gleichgewicht mit dem giftigen Ammoniak vor. Die Gleichgewichte sind abhängig hauptsächlich vom pH-Wert.

    Je höher der pH-Wert, desto mehr Ammoniak liegt vor - also ein Problem der Meerwasserbewohner mit den hohen pH-Werten im Wasser.

    Je niedriger der pH-Wert, desto mehr Salpetrige Säure liegt vor - also ein Problem der Süßwassertiere mit den teilweise sehr niedrigen pH-Werten unter 5. Deshalb der irrsinnige Faktor zwischen Amphiprion und Forelle.
    Ein Nitritproblem würde ich kategorisch ausschließen. Wir haben bei Versuchen bei 10 mg/l Nitrit/Salpetrige Säure (pH >8,0) keinerlei Anzeichen von Unwohlsein festgestellt. Häufig auftretende Nitritwerte sind nur ein Zeichen für eine nicht vollständig funktionierende Ditrifikation (Ammmonium -> Nitrit - > Nitrat) oder Denitrifikation (Nitrat -> Nitrit -> Luftstickstoff) - aber auch die Tests spinnen leider zu oft.

    Ich tendiere eher zur Sauerstofftheorie - Giftstoffe können eigentlich auch ausgeschlossen werden (EasyLife, Aktivkohle). Ob der Abschäumer die 520 l/h (wie im Prospekt angegeben) wirklich schafft, kann ich nicht beurteilen. Oft wird beim Lufteintrag "geschummelt". Die Leistungs sollte eigentlich ausreichen. Wenn Dir das Geplantsche mit Wasserstoffperoxid zu risikoreich ist, kann auch mal der gute alte Luftausströmer mit einer starken Pumpe wieder ausgepackt und installiert werden. Wenn Sauerstoff anschließend (2-3 Stunden später) besser aussieht oder gar die Atemfrequenz niedriger ist, wäre das die richtige Richtung für Dein Problem.
    Ist die hohe Atemfrequenz nur morgens oder den ganzen Tag über zu erkennen?

    LG Burkhard

    Ich kann leider nur recht allgemein sagen, dass Eisen ein hervorragender Algendünger ist. Ob die erhöhte Konzentration der Grund für das Bryopsis-Wachstum ist, hat eher mit Glaskuglen zu tun. Ich würde versuchen, die Ursache für die Eisenkonzentration zu finden: angenagte Pumpenläufer, irgend ein metallischer Gegenstand in Wasserkontakt, Salzmischung, ein rostiger Scheibenwischer....

    LG Burkhard

    Kann eine Osmose anlage z.B. der Sedimentfilter evtl irgendwelche Stoffe die sich ablagern wieder abgeben?

    Eine RO-Anlage hat nur am Anfang eine verschlechterte Qualität (1-5 Minuten), dann sollte die Anlage eine gute elektrische Leitfähigkeit aufweisen (je nach Rohwasser und Anlage ca. 3-25 µS/cm). Stoffe, die abgelagert werden (sollten sie eigentlich nicht; z.B. Kalk), können nicht wieder abgegeben werden.
    Verrohrungen können nicht gammeln, wenn Wasser hindurchfließt und sie richtig dimensioniert sind. Sie können nur zuwachsen.
    Wenn die Plexiglasscheibe glatt aufliegt, passiert nichts. Der Bodengrund ist da schon eher ein Auslöser.
    Lebendsteine oder belebte Stein können nicht gammeln, wenn sie ordentlich umspült werden. (Im Inneren laufen zwar anaerobe Prozesse ab; aber das ist eine andere Geschichte).
    Sehr niedrige Nitratwerte können entweder auf ein extrem unbelastetes Becken oder auf das Gegenteil auf Gammelecken im Boden, Steinen, nicht umströmte Ecken (Dreckecken) zurückzuführen sein (ich vermute mal, dass kein Nitratfilter läuft) - der immer leicht messbare Niritwert kann damit zusammenhängen.

    Im Wasser gelöste Gift können durch unterschiedliche Methoden gemindert werden:
    Hast Du schon einmal über Aktivkohle gefiltert? Auch können sogenannte "Flüssigfilter" wie EasyLife oder ToxicEx aktue Vergiftungen beheben - die Ursache natürlich nicht.

    Wie sieht denn die Kreislaufströmung (Aquarium-Filterbecken) und die Strömung im Aquarium aus? Ein paar Leistungsangaben wären hilfreich. Ein vollständiger Überblick der Technik mit Leistungsangaben wäre toll.

    LG Burkhard

    Die smart-line muss definitiv mit einer Druckpumpe laufen, um bei nur 2,2 bar eine anständige Wasserqualität herauszubekommen. Die Proline hat eine Pumpe. Die smart-line hat ein hydraulisches Ventil (anstatt Magnetventil) - es kann Ärger mit der Druckpumpe geben, weil sich diese Bauteile manchmal nicht mögen.

    Manchmal ist es sogar sinnvoll, sich bei einem deutschen Hersteller beraten zu lassen.

    LG Burkhard

    Hallo Dieter,

    die kleinen Booster-Pumpen sind ein wenig fisselig aufgebaut. Ganz schnell ist mal ein Ventilchen verstopft. Deshalb die Reihenfolgen Sedimentfilter, Aktivkohlefilter, Magnetventil, Vordruckschalter, (Magnetventil: je nach verwendeter Steuerung), Pumpe, Membran.

    Außnahmen:
    - wenn man einen Kohleblockfilter anstatt rascheliger Aktivkohle einbaut, darf dieser auch nach der Pumpe eingebaut werden, ansonsten würde ich die "losen" Aktivkohlefilter vor dem Sedimentfilter einbauen - manchmal kommt da noch AK-Staub heraus, der sich sehr schön auf die Membrane legt.
    - die Pumpe vor den Filtern einzubauen ist nur ratsam, wenn im Haus ein Feinfilter installiert ist.

    Wichtig: Pumpe gegen Trockenlauf sichern (Vordruckschalter)

    LG Burkhard

    die mir gelieferte Sonde scheint im Arsch zu sein:
    bei meinem Osmosewasser zeigt sie 0.00 an,
    bei meinem harten Leitungswasser 0.81µS.

    Hallo Sandy, kann es sein, dass Du einen falschen Messbereich hast. Tauch mal die Sonde in Meerwasser, wenn sie dann um die 52 anzeigt, hast Du ein mS-Gerät erwischt. Welcher Kalibrier-Standard wurde mitgeliefert?

    LG Burkhard

    meinst du sicherlich atemkalk?


    Im Krankenhaus und beim Tauchen wird das Atemkalk genannt. In der
    Aquaristik ist der Ausdruck ein wenig eigentümlich. In allen Fällen ist
    es Calciumhydroxid (u.a.) mit einem Farbindikator zur Beurteilung der
    Kapazität. Ob Billigprodukte die gleiche Leistung haben, weiß ich nicht.



    In diesem Filter (s.o.) strömt die Luft von oben nach unten.

    LG Burkhard

    Hallo Sandy,

    bei uns sind die pH-Schwankungen gleich geblieben: abends war der pH-Wert grundsätzlich 0,3 Stufen höher als morgens.

    Vor dem CO2-Adsorberversuch (CO2-X-Globuli) morgens pH 7,95-8,00,
    nach 60 Tagen bei 8,30 bis 8,35;
    Karbonathärte während des kompletten Versuchs niedrig bei 5,5°dKH.

    Vielleicht finden sich weitere Erfahrungen hier im Forum?

    LG Burkhard

    Eleganter ist die Verwendung von Calciumhydroxyd. Damit wird nicht die KH erhoeht, sondern nur der PH und der Calciumlevel. Ziel sollte sein, auf laengere Zeit den PH auf 8.5 einzustellen.

    Eine weitere Methode ist ein CO2-Adsorber in der Zuluft des Abschäumers. Funktioniert tatsächlich: der pH-Wert steigt langsam um 0,1-0,4 (je nach Karbonathärte/Alkalinität).

    LG Burkhard

    Ne Boosterpumpe ist was feines.

    Eine Booster Pumpe ist nur etwas Feines, wenn der Eingangsdruck weit unter 3 bar liegt. Die Hautpbestandteile der Anlage sind auf max. 8 bar ausgelegt. Wenn der Vordruck schon bei 4 bar liegt (Durchschnitt in Deutschand zwischen 3 und 5 bar) und die Pumpe +5 bar erhöht, ist der Druck bereits dauerhaft über der Grenze. Kann gut gehen - muss aber nicht. Gerade im Sommer, wenn die Wassertemperaturen über 20°C ansteigen können, fällt die maximale Druckgrenze schnell unter 8 bar und das Risiko steigt und steigt. Wenn die Anlage im Keller aufgebaut wird, kann man natürlich das Risiko eingehen. Im Wohnzimmer oder Küche sieht das schon anders aus.

    Ich kann immer nur empfehlen, eine Anlage nach den örtlichen Begebenheiten (Wasserqualität, Druck), auszusuchen. Oder sich vernünftig beraten zu lassen. In shops, die die Anlagen 1:1 aus dem China-Container verkaufen, kann man meist keine Beratung erwarten: die haben nur "immer das Beste, was es auf dem Markt gibt".

    LG Burkhard

    Hi Sandy,

    ist das nicht unangenehm? :winking_face_with_tongue:

    gibt nur 2 Möglichkeiten:
    1. Sensor ist nicht komplett mit Wasser in Kontakt (in einer Verrohrung muss das Kabel nach unten oder schräg nach unten zeigen),
    2. Sensor oder Gerät ist nicht in Ordnung. Wir haben schon einige Dutzend verbaut - bis jetzt noch kein Ausfall. Aber eine/r ist immer die/der Erste.

    LG Burkhard

    Sandy,
    ich fürchte, die Membranen sind nicht parallel - kann man aber aus den Abbildungen nicht ersehen. Also: bei sehr weichem Wasser könnte es funktionieren.

    Christian,
    besorgt Dir doch bitte eine Wasseranalyse Deines Wasserwerks. Bei hartem Wasser wird es sehr wahrscheinlich Probleme geben. Diese Anlagen sind nämlich für weiches asiatische Wasser konzipiert.
    Und noch eins: je weniger Abwasser produziert wird, desto schlechter ist die Reinwasserqualität und desto kürzer hält der nachgeschaltete Mischbettfilter.

    LG Burkhard

    Wie kommt Ihr auf Parallelschaltung?

    Parallel geschaltete Membranen gehen normalerweise einigermaßen gleichzeitig kaputt.

    Das Abwasser-Reinwasser-Verhälnis sollte AUSSCHLIESSLICH!!! vom Rohwasser abhängig gemacht werden. Grob gesagt: je härter das Rohwasser desto schlechter sollte das Verhältnis sein. Ich kann Dir auch eine Anlage bauen, die auf einen Teil Abwasser 10 Teile Reinwasser produziert - wird nur nicht lange halten...

    Das besagte TDS-Meter ist nicht für Reinstwasser (hinter dem Mischbett) geeignet, sondern nur hinter der RO. Im Reinstwasser wird es nur 0 oder 1 anzeigen, also fast keine Aussagekraft haben.

    Die Leistungsangaben sind garantiert amerikanische (damit das sich nach mehr anhört). Teile die angegebenen Leistung durch 2, dann wird was draus.

    LG Burkhard

    wie lange muss die Verohrung vorher aushärten

    eigentlich 24 Stunden (bei Raumtemperatur), um die volle Druckfestigkeit zu erhalten. Zur Not reichen 2 Stunden, aber die frisch verklebte Verrohrung sollte auf jeden Fall vorher mit Wasser gespült werden (Methylethylketon und Cyclohexanon hören sich nicht lecker an). Die Rohre und Muffen müssen mit dem geeigneten Reiniger sorgsam von Fett und Staub befreit werden. SDB-Tangit_TI60F_TM.pdf

    LG Burkhard

    Es gibt:
    - künstliches "Gestein" aus sehr unterschiedlichen Materialien: Keramik, Silikon, Zement, PU-Schaum u.a.
    - Kalkbruch aus fossilen Riffen oder anderen Kalkablagerungen: es können störende Substanzen wie z.B. Eisen enthalten sein; es muss definitiv für Riffaquarien geeignet sein.
    - belebtes oder wiederbelebtes Riffgestein: aus unterschiedlichen kalkhaltigen Gesteinen (auch Lebendgestein), das definitiv tot war und in Meerwassersystemen wieder mit Bakterien u.a. besiedelt worden ist. Es muss auf jeden Fall feucht und in einer Isobox transportiert werden, um das Leben zu erhalten. Normalerweise frei von unerwünschten Organismen (Krabben...). Aufgewachsene Kalkrotalgen sind sehr empfindlich und sterben oft im neuen Aquarium ab. Bei guter Wasserqualtität und nicht zu heller Beleuchtung wachsen sie jedoch schnell wieder nach.
    - Lebendgestein aus rezenten Riffen, das ebenso vorsichtig transportiert werden muss. Mit ihm kann wirklich alles (mal ein Walhai ausgeschlossen) ins Aquarium gelangen: sowohl gut als auch schlecht (aus Sicht des Aquarianers).

    Auf jeden Fall:
    - alles, was noch lebend sein soll, darf auf keinen Fall muffig oder faulig richten, sondern nur typisch nach Meer. Nie faulige Steine in das neue Becken überführen! Und wenn der "Händler" sagt, dass wäre durchaus kein Problem: Bullsh....

    LG Burkhard

    Hallo Thomas,

    also bei Deinem Aquarium und einer ungeschriebenen Empfehlung von 5 x Beckenvolumen pro Stunde laufen alle oben genannten Pumpen. Dann ist es nur nur eine Sache der Investition gegen Qualität/Lautstärke. Die Tunze würde sowieso bei 100% laufen, die UP4000 ist nicht regelbar. Also bleiben Jebao DCT6000 gedrosselt oder auch als Alternative UP5000e gedrosselt von aquabee.

    LB Burkhard

    Hi Thomas,

    achte bitte darauf, die Kennlinien der Pumpen zu vergleichen. Die maximale Leistung gilt immer nur ohne Aquarium und ohne Verrohrung. Also immer auf die Betriebspunkte bei der gewünschten Förderhöhe sehen (Förderhöhe = Höhe Wasseroberfläche des Aquariums - Höhe Wasseroberfläche Filterbecken).
    Die Verrohrung ist ebenfalls von Bedeutung: die Durchmesser müssen stimmen, das Design ebenfalls. Schon oft haben wir Systeme gesehen, die bei 100% Leistung nicht einmal 1/4 des maximalen Volumenstroms gefördert haben. Der Pumpenanschluss hat NICHTS mit der optimalen Verrohrung zu tun.

    LG Burkhard

    Hi Stephan,

    1. Kreiselgehäuse festhalten und Überwurfring in Richting "open" losschrauben
    2. Kreiselgehäuse abnehmen
    3. Abdeckeplatte am Läufer vorsichtig lockern. Wenn verkalkt, dann mit verdünnte Säure einweichen
    4. Abdeckplatte mit Pumpenkreisel herausziehen
    5. alles säubern, Kalkablagerungen nicht abkratzen, sondern mit verdünnter Säure entfernen (Schutzbrille, Handschuhe und nicht den Sontagsanzug dabei tragen); sind Schäden an Rotor oder im Inneren der Motoreineinheit vorhanden, müssen diese ersetzt werden. Ansonsten droht eine schleichende Schwermetallvergiftung.
    6. Beim Wiederzusammenbau den Rotor mit Abdeckplatte VORSICHTIG einsetzen - der Magnet wird sehr stark in das Gehäuse gezogen!

    LG Burkhard

    Hi Joe,

    die Kieselsäurekonzentrationen im Leitungswasser sind extrem unterschiedlich. Glücklich, wer fast nichts davon im Wasser hat. Leider gibt es aber Trinkwässer, die locker 10 mg/l Kieselsäure enthalten. Eine eifache RO reicht nicht - die lässt noch ca. 1-2 mg/l bei dem Beispiel durch; es muss schon ein VE-Filter dahintergeschaltet sein. Bei diesen Hardcordfällen würde ich nicht auf eine genaue Messung hinter dem VE-Filter verzichten, weil die Kieselsäure schlagartig bei Erschöpfung des Harzes nach oben knallt. Das kann im Aquarium eine Kieselalgenpest auslösen.
    Für Fälle mit Kieselsäure kann man auf eine genaue Messung natürlich verzichten. Falls da mal Kieselsäure durch das Harz bricht, ist nicht sofort alles mit einem Kieselsäureteppich überzogen.

    Es kommt immer von Fall zu Fall an.

    LG Burkhard

    Hallo Sandy,

    ja, ab da ist im Allgemeinen mit den Tröpfentests etwas nachweisbar. Vielleicht gibt es einige hier im Forum, die ihr RO-/VE-Wasser mit der ICP-OES haben analysieren lassen. Wäre mal schön eine Anzahl von unterschiedlichen Testwässern in Zahlen zu fassen.
    Also wer ist dabei? Ich benötige die elektrische Leitfähigkeit und Si-Wert bzw. Silikatwert der jeweiligen Proben.

    Und übrigens: Kieselsäure ist eines der wichtigsten Faktoren in der Primärproduktion (alle Photosyntheseprozesse u.a.) = Anfangsglied der Nahrungskette. Geringe Spuren sind eher förderlich als schädlich. Nur wenn Kieselalgen alles überwachsen, dann ist das Eingreifen unabdingbar.

    LG Burkhard

    So viel ich weiß, werden alle Membranen (die in der Aquaristik üblichen Wickelmodule) in China bzw. Korea hergestellt. Selbst die US-Membranen werden normalerweise in Asien produziert. Es mag Ausnahmen geben. Produkte aus China ist so ein Sache: von hervorragend bis absoluter Schrott - alles ist möglich! Ein iPhone wird nun auch nicht gerade als Billigramsch verkauft.

    Zu einer RO-Anlage gehört aber mehr. Wichtiger Punkt sind die verwendeten Fittings. Die einfachen China-Fittings können sehr leicht mal ihren Geist aufgeben - Wasserplanscherei ist vorprogrammiert. Wenn dann versucht wird, die amerikanischen 1/4"-Schläuche (6,4 mm) mit dem metrischen System zu kombinieren, ist Chaos mehr als wahrscheinlich. Die Elektronik ist - was die Messungen angeht - Schrott, s.o.. Die 1:1-Anlagen sind oft genug "suboptimal" konzipiert. Von Beratung und Aftersaleservice spreche ich erst gar nicht.

    Zur Rückhaltung von organischen Stoffen:
    Die Nachweise der Rückhaltung organischer Stoffe können von uns Aquarianern nur indirekt geführt werden. Ist die allgemeine Rückhalterate (z.B. über Leitfähigkeit) o.k., dann werden auch die meisten organischen relevanten Stoffe zurückgehalten. Pestizide, Hormone, Medikamente u.a. werden i.A. sehr gut zurückgehalten; das sind zumeist große und "wasserunähnliche" Verbindungen und sind deswegen kein Problem für RO-Membranen. Es gibt natürlich auch organische Stoffe, die schlecht zurückgehalten werden, z.B. Alkohol - diese sind aber für uns Aquarianer zumeist nicht relevant.

    Keime aus Kläranlagen (oder aus der direkten Einleitung) sind z.B. am Great Barrier Reef (AUS) und in der Karibik ein riesiges Problem. In Kombination mit den organischen Verunreinigungen werden einige Krankheiten bei Korallen und Cyanoplagen ausgelöst. Viele Bakterien haben mit dem erhöhten osmotischen Druck keinerlei Probleme und gedeihen prächtig im Meerwasser. Wir kultivieren hier z.B. ein Cyanobakterium, dass locker bei 170 mS/cm Salzgehalt (Meerwasser hat ca. 52 µS/cm) prächtig gedeiht - wahrscheinlich kann es noch mehr vertragen aber unser Messgerät kommt da nicht mehr mit.

    In den 70er oder 80er Jahren war hier im Ruhrgebiet ein "klein wenig" Atrazin (Herbizid) im Trinkwasser. Aquarianer - zumeist Süßwasseraquarianer - die in dieser Zeit einen Wasserwechsel gemacht haben, konnten sich von ihrem gesamten Fischbestand verabschieden. Schlagzeilen? KEINE. Die Konzentrationen waren "unter der für den Menschen gefährlichen Grenze". Die Problematik existiert tatsächlich. Und das "best überwachte Lebensmittel" ist leider kein Qualitätsmerkmal. Eine Schrottlaube kann auch vom "TüV überprüft" sein.

    LG Burkhard

    Hallo Stefan,

    diese Geräte sind ungefähr so genau, als wenn Du Deinen Finger ins Wasser hälts und eine Zahl zwischen 1- 25 aufsagst.

    1. Null Leitfähigkeit gibt es bei Wasser nicht. Reinstes Wasser hat eine Leitfähigkeit (Leitwert wird leider immer wieder falsch gesagt) von ca. 0,05 µS/cm.
    2. Die Leitfähigkeitsmesser müssen kalibriert werden, um einigermaßen genaue Ergebnisse anzeigen zu können.
    3. Das Gerät für die RO wird nicht für diese Anwendung geeignet sein. Je nach Leitungswasser und Anlage hat Umkehrosmosewasser so 5 bis 25 µS/cm.
    4. Das Gerät nach dem Kieselsäurefilter sollten eine Auflösung von mindestens 0,1 S/cm haben. Sonst sind keine Aussagen über den Zustand des Harzes zu machen.

    LG Burkhard

    Eine "komplette" Wasseranalyse ist leider nicht komplett. Es werden nur einige Aussagen über die anorganischen Bestandteile getroffen (z.B. Metalle).
    Was ist mit der Organik? Um eine Spurenanalysen im organischen Bereich (Pestizide, Medikamentrückstände, PFT...) zu bekommen, muss der Aufwand sehr hoch angesetzt werden. Auch die Wasserwerkberichte helfen nicht sehr viel weiter. Das sind zumeist extrem gemittelte Werte. Die Grenzwerte sagen leider auch nicht viel aus, weil diese auf Menschen mit 75 kg, männlich und topgesund zugeschnitten sind. Aquatische Organismen reagieren viel empfindlicher - deswegen werden sie (Fische, Daphnien) auch in Wasserwerken für akute Giftigkeittests verwendet.
    Es hört sich auf den ersten Blick ein wenig dämlich an, erst alles aus dem Wasser herauszuholen (RO plus Mischbettharz) und dann die gewollten Substanzen (Härte und andere Mineralien, Spurenelemente) teuer wieder dazuzugeben. Es kann mit Leitungswasser gut gehen - muss aber nicht. Und wie Sandy schon erwähnt hat, wechselt die Wasserqualität, ohne dass man es mitbekommt. Nur zur Verdeutlichung: die Wasserwerke dürfen ca. 2000 Stoffe dem Trinkwasser legal hinzufügen - ein recht lange Liste. Und nun weist man immer mehr Mikroplastik im Trinkwasser nach. Folgen für die Meerwassertiere in den gemessenen Konzentrationen: ??? - Definitiv kann eine RO auch Mikroplastik herausholen.

    LG Burkhard

    Hallo Christopher,

    im Prinzip ja. In den technischen Daten müsste die maximal mögliche Belastung angegeben sein. Leider gibt es zu viele Alu-Systeme, um eine generelle Aussage zu treffen. Alle haben irgendwo ihre Vor- und Nachteile.
    Die meisten Probleme gibt es mit dem Durchhängen der Profile. Dass eine Verbindung abgerissen ist, habe ich noch nicht gehört. Wahrscheinlich kannst Du einen 1/2 (kleinen) Elefanten daran aufhängen, ohne dass etwas passiert.

    LG Burkhard

    Hallo Hans,

    die Korallenkleber auf "Knetgummibasis" sind keine Kleber, sondern nur eine aushärtende Zweikomponentenmasse. Mit diesen Produkten kann nur eine "Form" geschaffen werden, in der die Koralle rein mechanisch hält. Weichkorallen schrumpeln gern einmal zusammen und sind schnell aus der "Form" heraus.
    Die andere Art Kleber sind flüssige oder dickflüssige Kleber, die tatsächlich Kleber sind, meist auf Cyanacrylatbasis, also Sekundenkleber. Diese kleben tatsächlich auch Weichkorallen. Die dickflüssigen Kleber sind in meinen Augen geeigneter, weil sie nicht so schnell weglaufen.
    Beide Korallenkleberarten sind für ihre Einsatzzwecke geeignet.

    LG Burkhard

    Man kann es nicht oft genug sagen: alle Veränderungen im Meerwasseraquarium sollten langsam geschehen / durchgeführt werden. Die einzige Ausnahme sind akute Vergiftungen; deren Ursachen müssen tatsächlich schnell bekämpft werden.

    Geduld - Geduld - Geduld !!!

    Hi Stefan,

    auch in diesem Bereich gibt es Produkte, die die zugesagten Eigenschaften besitzen, und deren schlechte Kopien aus "janz weit weg", die es nicht können. Der Preis kann ein Hinweis sein, muss es aber nicht. Und welches Harz die jeweiligen Anbieter verkaufen, ist oft unbekannt und manchmal schlicht gelogen. Uns sind sogar Plagiate inkl. hargenau kopierter Verpackung unter gekommen.

    Was schief gehen kann:
    - Kapazität wird nicht erreicht (kann man mit leben)
    - Restleitfähigkeit wird nicht erreicht (kann man bedingt mit leben)
    - ungewollte oder gar schädliche organische Stoffe werden abgegeben, die sich katastrophal auf das Riffaquarium auswirken können.

    LG Burkhard