Beiträge von Burkhard Ramsch

    Die Wolkenbildung ist ein optischer Effekt bei Organismen, die extrem dünn aber dafür sehr lang sind. Unsere Xxx8 (unbestimmtes Cynaobakterium) bildet ebenfalls diese Wolken unabhängig davon ob sich gut oder schlecht wächst. Unsere Xxx8 ist ca. 1-2 µm "dick" und bis mehrere 100 µm lang, jenachdem wie stark die Turbulenzen sind.
    von rechts nach links: dichte Kultur Phaeodacylum tricornutus, zwei leere Röhren, dünne Xxx-8, dichte Xxx8, dünne Phaeodacylum tricornutus.

    LG Burkhard

    Es kann helfen, muß es aber nicht. Sobald die Algen sich nicht wohlfühlen kommen andere (z.B. Baterien, Ciliaten) und konkurrieren um die Resourcen. Auch Verklumpen ist ein Zeichen, dass etwas nicht stimmt.
    Algen zu züchten ist im Prinzip ganz einfach - aber dann kommt die Praxis :loudly_crying_face:
    Die Färbung einer Kultur kann bis ins fast Schwarze gehen, aber nicht jede Alge ist in beliebigen Dichten anziehbar.

    LG Burkhard

    Hallo Lys,

    schön, dass Du dabei bist und hoffentlich auch dabei bleibst.
    Kannst Du uns etwas über Dein Aquarium sagen: welche Technik, bzw. welche Leistung, Besatz, und natürlich Fotos.
    Gerade Plagen durch Dinos und Cyanos haben nie eine einige Ursache.

    LG Burkhard

    ich gehe von leichten Verkalkungen/Versalzungen aus - ist normal. Das Wasser kriecht innen den Schlauch hoch und wird sofort durch den Luftstrom getrocknet - übrigt bleibt Salz / Kalk. Silikonschäuche können durch Kneten desselbigen leicht gereinigt werden, bei Weich-PVC braucht man ein wenig mehr Kraft in den Fingern.
    Verkalkungen können mit einer verdünnten Säure entfernt werden.

    LG Burkhard

    Wenn Du neues Kalkwasser ansetzt, messe bitte den pH-Wert. Wenn er nicht über 12 liegt, ist es kein Ca(OH)2. Das klare Kalkwasser ist je nach Hersteller nicht unbedingt extrem klar. Verunreinigungen und die Kristallgröße spielen dabei eine Rolle. Leicht trübes Kalkwasser ist normalerweise nicht schlimm.

    Und nix Neues ausprobieren, wenn man nicht dabei sein kann.

    LG Burkhard

    Hallo Laurens,

    wenn die Kultur beginnt gelb zu werden, bitte Nitrat und Phosphat messen. Bei Mangel werden die Kulturen gelb und sogar organge (siehe link, Seite 5). Wenn noch NO3 und PO4 vorhanden, dann ist es eine andere Ursache u.a.:
    - zu hohe Nährstoffkonzentration (mit der obigen Algen habe ich leider keine Erfahrung)
    - Spurenelementmange (Intensivkulturen ziehen sehr viel davon)
    - keine Dunkelphase
    - zu hohe Temperatur (zu niedrige kann man jetzt wohl ausschließen)
    - falscher Salzgehalt (obwohl Algen normalerweise ein wesentlich breiteres Spektrum vertragen als Niedere Tiere)

    http://aquacare.de/download/tipps/d_mikroalgen.pdf

    LG Burkhard

    Hi Andre,

    Was ist denn dabei signifikant?

    siehe meinen Punkt 1: das prozentuale entfernte BSA lag bei dem einen Abschäumer bei 56±15 und bei einem anderen bei 95±5. Das ist signifikant. Also eindeutig hat der erste Abschäumer wesentlich weniger entfernt (ein wenig mehr als die Hälfte), als der zweite (fast alles). Auch einfache Ergebnisse darf man durchaus interpretieren


    Haha, es gibt also keinen Nachweis. Wer sagt Dir denn das diese überhaupt wichtig ist?

    Was willst Du denn? Erst sollen Hersteller einen Beweis antreten und dann stellst Du Deine eigene Forderung in Frage. Da weiß ich nicht mehr, was ich dazu sagen soll.

    Genau, ein mathematisches Modell als Grundlage, um Vergleiche durchführen zu können. Das Modell erachtest Du als valide?

    Ich bin kein Mathematiker. Meiner Meinung nach sehen die Modelle o.k. aus, aber da sollen sich Mathematiker drum streiten. Aber die praktischen Ergebnisse passen aufgrund der hohen Messungenauigkeiten nicht hinein, um signifiante Unterschiede in den Batch-Versuchen herauszustellen (also Mathe funktioniert nicht oder Messung funktioniert nicht). Und noch einmal: batch-Versuche halte ich nicht für besonders geeignet, um kontinuierliche Prozesse zu beschreiben.

    Du behauptest jetzt, ohne den Nachweis führen zu können, das die Ansprechgrenze, die scheinbar nur Du für relevant hallst, der entscheidende Faktor ist.

    Das sehe ich ganz pragmatisch. Im realen Betrieb beginnt ein Abschäumer irgendwann einmal abzuschäumen (jetzt mal alle Faktoren, die eine Schaumhemmung verursachen können, ausgeschlossen), d.h. die Konzentration eines abschäumbaren Stoffes ist über die Ansprechgrenze des Abschäumer gestiegen. Der Abschäumer schäumt und schäumt und schäumt, bis die Konzentration wieder unter die Ansprechgrenze gesunken ist. - Ein Abschäumer, der eher beginnt zu arbeiten ist für mich besser geeignet, als ein Abschäumer, der erst bei einer höheren Konzentration beginnt, weil er einfach einen Vorsprung hat und die Konzentration weiter herunterschrauben kann (die biologischen Fragen jetzt wirklich beiseite gelassen). - Ich habe den Durchbruch der Riffaquaristik miterlebt, als einerseits anständige Beleuchtungen und andererseits Abschäumer eingeführt wurden. Dieser Quantensprung kann nicht wegdiskutiert oder wegberechnet werden, auch wenn Theorie und Bemessungsgrundlagen für Abschäumer weit hinterherhinken. - Das ist ähnlich, wie vor langer Zeit berechnet wurde, dass die Hummel nicht fliegen kann, weil die Flügelfläche für so einen schweren Körper zu klein sei. Der Hummel waren diese Ergebnisse vollkommen egal und ist trotzdem geflogen. Heute weiß man, dass die Bildung von Luftwirbeln an den Flügelspitzen die Flugfähigkeit verursachen. - Bei den Abschäumern ist es ähnlich: die positive Wirkung für Riffaquarien ist nachgewiesen durch tausende von Aquarianern auch wenn die Theorie mehr Fragen aufwirft als beantwortet. Vielleicht erlebe ich es noch, dass jemand eine allgemein anerkannte Leistungsermittlung von Abschäumern entwickelt. Und wenn nicht, den Korallen und Fischen ist es egal und wachsen weiter.

    Ich habe schon mal die Frage gestellt, was denn der Unterschied sein soll wenn in 2 oder 5 oder 12 Stunden irgendwas abgeschäumt wird.

    Der Unterschied ist einfach die Geschwindigkeit. Je schneller etwas durch Abschäumung aus dem Becken entfernt wird, desto weniger haben Bakterien und Co. eine Chance, die gleichen Stoffe unter Sauerstoffverbrauch abzubauen. Eine einfache Konkurrenzangelegenheit. Deiner These nach müsste ein Abschäumer mit einem definiertem Durchsatz für ein beliebig großes Becken ausreichen, wenn die Reaktionsgeschwindigkeit keine Rolle spielte. Da wären wir wieder bei unserem Versuch im Roten Meer und die nicht ernst gemeinte Behauptung (siehe link), dass AquaCare das Rote Meer reinigen würde, entspräche der Realität.

    http://www.aquacare.de/index.php/aqua…rotes-meer.html

    Später zu den Artikeln mehr - versprochen.

    LG Burkhard

    Hallo Tobias,

    das Hauptproblem an Deinem Becken ist meiner Meinung nach die große freie Fläche, die nicht mit Niederen Tieren bewachsen ist. NT und Unerwünschte (Cyanos, Algen) stehen in Konkurrenz zueinander. Wo Licht ist wird immer etwas schnell wachsen. Wenn keine NT vorhanden, dann wachsen eben die, die man nicht will. Mein Tip wäre, wesentlich mehr robuste NT einzusetzen um die Konkurrenzlage zugunsten der NTs zu ändern.

    LG Burkhard

    da geht immer etwas ein wenig durcheinander:

    Acrylglas ist der "normale" Name von Polymethylacrylat (kurz PMMA), das von einigen Herstellern angeboten wird, u.a. unter dem Namen "Plexiglas", "Perspex".
    Es gibt noch andere transparente Kunststoff, u.a. PS = Polystyrol, ABS, PET, PETG

    Acrylglas hat für Aquarianer wohl die besten Eigenschaften. Beim Kauf immer auf den Werkstoff sehen, nicht auf den Phantasienamen.

    LG Burkhard

    Hi Stefan,

    Nachfüllen mit 3 M KCl; der Füllstand der Messkette nimmt mit der Zeit langsam ab - man sieht es also.

    Wenn eine Messkette nicht mehr kalibrierbar ist, ist Schicht am Schacht und sie muss ersetzt werden. Messketten sind Verbrauchsmittel.

    LG Burkhard

    Hi Andre,

    Turnover

    Turnover ist ein feststehender Begriff bei der Auslegung von Filtersystemen an Aquarien. Dieser gibt an wieviel Zeit vergeht, um das Aquariumvolumen theoretisch durch den Abschäumer (oder Filter) zu befördern. Beispiel: Aquarium 1000 l Volumen, Abschäumerpumpe 500 l/h: 1000 l / 500 l/h = 2 h.

    Nachdem mich die senile Bettflucht dazu getrieben hat, den ersten Artikel durchzuarbeiten, hier ein paar Anmerkungen:
    1. Unterschiede im prozentual entferntem BSA (Tabelle 1a+b) sehe ich zwischen 56±15 und 95±5 sehr deutlich (signifikant). Unterschiede bei den Abschäumern sind also messbar und die vier untersuchten Abschäumer weisen Unterschiede auf. Das ist von Feldman et al. in der Schlussfolgerung leider nicht herausgearbeitet worden.
    2. Die Bestimmung der Geschwindigkeitskonstante hat keinen signifikanten Unterschied zwischen den Abschäumer ergeben. Das heißt nicht, dass die Abschäumer keinen Unterschied in der Leistung aufweisen (siehe Punkt 1) sondern diese Methode nicht auf Abschäumer anwendbar ist (einfach zu große Abweichungen in den Versuchsreihen).
    3. Die in situ-Versuche ergeben, dass im Aquarium eine TOC-Konzentration um 1 mg/l (>> 1 mg/l BSA) vorhanden und nicht abschäumbar ist. Das heißt nicht, dass ein Abschäumer Konzentrationen unter 1 mg/l nicht entfernen kann. Wie schon einmal erwähnt kommen unsere Abschäumer auf wenige µg/l BSA herunter (Beweis indirekt; weil kein bezahlbarer Nachweis existiert; mit radioaktiven Markern wäre wohl eine Bestimmung möglich).
    4. Sämtliche Versuche wurden im batch durchgeführt: es wurde eine hohe Konzentration (10 mg/l) BSA ins Wasser gegeben und untersucht, was passiert. In der Realität arbeiten Abschäumer aber kontinuierlich an der jeweiligen Ansprechgrenze (also Faktor 1000 niedriger), also weit außerhalb des messbaren Bereichs. Die Belastung mit abschäumbaren Substanzen läuft im Aquarium ja auch kontinuierlich ab (mit Schwankungen zwischen Tag und Nach, Futterzugabe und Futterpause). Nach meinen Kenntnissen kann über die Bestimmung der Geschwindigkeitskonstante nicht auf die Ansprechgrenze rückgeschlossen werden. Dass es unterschiedliche Ansprechgrenzen bei Abschäumern gibt, zeigen Versuche, bei denen zwei unterschiedliche Abschäumer im gleichen System kontinuierlich betrieben werden. Ein Abschäumer hört normalerweise irgendwann auf zu arbeiten, während der andere noch fleißig schäumt. - Für mich ist die Ansprechgrenze eines Abschäumers die bis heute einzige Methode, um Aussagen über die Leistung machen zu können - aber leider auch aufwändig und deshalb in der Branche fast nie vorhanden.

    Mich würde einmal interessieren, welchen nachvollziehbaren und messbaren Parameter Du für die Leistung eines Abschäumers bevorzugen würdest.

    LG Burkhard

    Hi Stefan,

    Gel- kann man mit Glaselektroden (oder korrekt Messketten) nicht vergleichen. Glasmessketten können zerbrechen, Kunststoffmessketten eher nicht. Gelmessketten sind robust, können aber nicht nachgefüllt werden; wenn das Gel ausgelaugt ist -> wegschmeißen. Glasmessketten sind empfindlicher gegenüber Druck (toll, haben wir im Aquarium nicht), können nachgefüllt werden, sind aber teurer. Die unterschiedlichen Diaphragmen sind in der Aquaristik nicht so von Bedeutung.
    Fertige Kalibrierlösungen sind nur im oberen pH-Bereich instabil (über 8). Wichtig ist, dass die fertige Lösung nicht verunreinigt wird, also die Lösung nur einmal verwenden: ein wenig in ein saubere Gefäß (z.B. Reagenzglas) geben, kalibrieren und wegschütten. Auf die Temperatur achten!
    Ob fertig oder Pulver - die Qualität ist wichtiger.

    weitere Infos: http://aquacare.de/index.php/aqua…-verfahren.html

    LG Burkhard

    Hallo Bernhard,

    no risk no fun?
    Natronlauge ist eine sehr starke Lauge und kann extrem schnell den pH-Wert anheben. Dafür muss man schon eine gut gewartete und pH-gesteuerte Dosieranlagen haben (ich meine nicht den Aquaristikschrott).
    Calciumhydroxid ist schon tricky genug.

    LG Burkhard

    Hallo Andre,

    die Veröffentlichung werde ich mir mal bei Zeiten antun - die ist nicht mal in 5 Minuten gelesen. Was ich bis jetzt sagen kann ist, dass die richtigen Aufwand betrieben haben (selten genug).
    Was mir auf die Schnelle aufgefallen ist, dass die Proteine im niedrigen ppm-Bereich (mg/l) gemessen wurden, dass ist um den Faktor 1000 höher, als die Ansprechgrenze guter Abschäumer (ppb = µg/l). Das Problem haben alle Wissenschaflter, weil es keine einfache Proteinbestimmung im ppb-Bereich gibt; da kann man nur indirekt beweisen. In dem ppm-Bereich - da bin ich mir fast sicher - schäumen alle Abschäumer gleich. Bei genügend hoher Konzentration schäumt sogar kein Abschäumer ab (siehe Meeresschaum). Wie sauber das Aquariumwasser sein sollte, will ich hier nicht anfangen zu diskutieren - das gibt nämlich kein Ende, weil jeder seine eigenen Erfahrungen hat.
    Zur Unterscheidung:
    Größe: "große" Abschäumer haben einen größeren Durchsatz als "kleine" Abschäumer sind also prinzipell für größere Aquarien geeignet; wir haben z.B. ein Spektrum von 240 l/h bis 640 m3/h. Klar dass der kleine nicht an einem 5 Mio. Liter Hai-Aquarium eingebaut wird und ebenso klar, dass eine Abschäumer, dessen Inhalt größer ist als das angeschlossene Aquarium, auch wenig Sinn ergibt. Der Turnover von 1 Stunde ist ein jahrzehntealter Erfahrungswert, mit dem (fast) nichts falsch laufen kann. Wie weit der Turnover individuell angehoben werden kann, ist eine Sache von Abschäumer, andere Filtertechnik und Fütterung.
    Bauhöhe: hohe Abschäumer haben bei gleichem Durchmesser (und damit gleichem Durchsatz) eine längere Verweilzeit und damit eine niedrigere Ansprechgrenze bzw. Effektivität
    Luftdurchsatz: wichtig zur Erzeugung der Adsorptionsoberfläche; zu wenig = wenig mögliche Leistung; zu viel = Turbulenzen zerstören den Schaum; auch die Aufenthaltszeit der durchschnittlichen Luftblase spielt eine Rolle
    Blasenerzeugung: Holzausströmer (alt aber effektiv, günstige Ersatzteil und Standardpumpen), Injektor oder Venturi (selbstansaugend, robust, Standardpumpen), Nadelrad teilweise auch als Dispergator benannt (energiesparend, teure Ersatzteile, empfindlich gegenüber Wasserstandsschwankungen und Widerständen in der Luftleitung, Spezialpumpen)

    Ich hoffe, ein wenig Licht ins Dunkle gebracht zu haben.

    LG Burkhard

    Hi Stefan,

    es kommt darauf an...

    Der Widerstand von Gasfiltern ist normalerweise zu vernachlässigen. Aber Nadelradabschäumer reagieren normalerweise sehr empfindlich auf Widerstände im Luftansaugschlauch. Man muss die Kombination tatsächlich ausprobieren.
    Gasfilter mit größerem Durchmesser haben einen geringeren Widerstand, als solche mit keinerem Durchmesser.
    Je mehr Luft der Abschäumer zieht, desto größer muss der Durchmesser des Filters sein.
    Bei mit Holzausströmern oder Injektoren betriebenen Abschäumern ist es überhaupt kein Problem - die nehmen (fast) nichts übel.

    LG Burkhard

    Hi Andre,

    um Abschäumer vergleichen zu können, ist meiner Meinung nach nur ein Test sinnvoll und durchführbar: zwei Abschäumer im gleichen System laufen lassen. Der, der die beste Performance aufweist (auch über längere Zeit), ist der Sieger. Das haben wir mit einigen Systemen auch gemacht. Aber alle gegen alle zu testen ist unmöglich, weil die Abschäumer schneller auf dem Markt erscheinen, als man testen kann. Und die Aussage wäre: der Type "A" hat gewonnen, ich werden aber nicht sagen, welches es ist, um keine Klage an den Hals zu bekommen. Aus unserer Sicht kein wirklich großer Nutzen. Und wenn man tatsächlich den besten hat, ist dieser zu laut, zu hoch, zu dick, kann nicht gewartet werden oder hat die falsche Farbe.
    Einen einheitlichen Test für Abschäumer zu kreieren, halte ich für unmöglich. Die Bedingungen sind einfach nicht wiederholbar. Die Bestimmung der unteren Nachweisgrenze bei unserem System hatte das Forschungszentrum Jülich gemacht - toll wir haben einen Wert: 3-5 µg/l BSA. Aber da es keinen anderen gibt, sagt der Wert nichts aus.

    Und der Abschäumer A ist für das Becken a ideal, kann aber am System b nicht das geben, was benötigt wird. Die Becken sind zu unterschiedlich, als dass man den idealen Abschäumer konstruieren könnte.

    Es gibt wenige Erfahrungswerte: z.B. dass der Turn-Over nicht über eine Stunde liegen sollte oder dass hohe Abschäumer gegenüber kleineren Abschäumer (bei gleicher Bauart!!!) mehr abschäumen. Aber beim Verhältnis Wasser-Luft-Volumenstrom gehen die Philosophien schon weit auseinander. Und werden denn technische Daten benötigt? Schau doch einmal die ganzen eShops an: meist steht da nur "für X Liter" und die Bauhöhe. Ich glaube, dass qualifizierte technische Daten gar nicht gewollt sind (ja, böse These!).
    Allein den Lufteinzug von Dispergatorabschäumern zu messen ist ein aufwändiges Unterfangen: da benötigt man schon berührungslose Durchflussmesser, weil der kleinste Gegendruck eine andere Messung stark verfälschen würde. Und diesen gewaltigen Aufwand dann gegen 70 EUR-Abschäumer aus China zu machen - das ist frustrierend.

    Ehe ich mir heute eine Wolf schreibe, LG Burkhard

    Der Schaum ist erstmal weiß, und er stinkt auch nicht!

    stimmt

    Möglicherweise reden wir bei dem von Dir beobachteten Flotat über Abbauprodukte von Bakterien.

    definitiv, aber diese können nur durch organische Substanzen wachsen, die vorher herausgeschäumt wurden.

    Für mich ist daher das aussehen des Flotats und der Geruch völlig nebensächlich.

    Am Geruch des Flotas kann beispielsweise erkannt werden, ob ein Fisch in der Ecke liegt und gerade im Aquarium verwertet wird; auch kann errochen werden, das besonders viele Algen mal wieder unterwegs sind.


    Was genau meinst Du denn mit "Effizienz"
    Bewiesen ist, das, je länger das Wasser im Abschäumer verweilt, der mehr Schaum erzeugt.

    Effizienz oder auch Abbaurate ist der prozentuale Anteil, der vom Abschäumer entfernt wird (z.B. BSA-Protein; ist natürlich für jeden Stoff unterschiedlich wie bei allen Adsorptionsprozessen). Und es ist klar, dass bei längere Verweilzeit die Effizienz steigt. Bei längerer Verweilzeit (und gleichem Abschäumer) sinkt allerdings der Wasservolumenstrom (Durchlauf). Die Leistung eines Abschäumers ist das Produkt Wasservolumenstrom mal Effizienz. Also bei Null Wasservolumenstrom ist die Effizenz gegen 100% aber die Leistung O. Je höher der Wasservolumenstrom desto mehr steigt auch die Leistung obwohl die Effizienz sinkt. Irgendwo ist natürlich Schluss, weil der Abschäumer hydraulisch nicht mehr mitkommt (Turbulenzen, Ablaufbegrenzung).


    Ist denn eine "langsamere" Abschäumung nicht eher Vorteilhaft?
    Vielleicht ist das langsame ja dienlich für die Becken Biologie?
    Vielleicht ist der Anpassungsdruck bei einer schnellen Entfernung ja Stresserzeugend?

    Bei "langsamerer" Abschäumung steigt der organische Anteil im Aquarium (ob gut oder schlecht ist abhängig von den Tieren) und Bakterien gedeihen vermehrt. Natürlich funktioniert auch die Koralle-Schwamm-Schleife besser. Eine schnelle Entfernung der Stoffe erniedrigt den organischen Anteil im Aquarium und erzeugt nur Stress bei Tieren, die überhaupt nicht in klarem Riffwasser wachsen können, z.B. reine Partikelfresser (Partikel werden nämlich auch abgeschäumt durch den Effekt der Co-Abschäumung; das Flotat ist dann meist trüb.)


    Dann ließe sich das Flotat auf Inhaltsstoffe prüfen bevor die Abbauprozesse über eine (vermutete) Bakterienvermehrung stattfinden.

    Auf was möchtest Du denn das Flotat prüfen? TOC (total organic carbon) ist ja noch sinnvoll. Alles andere ist mehr als eine Doktorarbeit und würde auch nur einen ganz geringen Anteil der tatsächlich enthaltenen Substanzen bestimmen. Die Kosten würden den Nutzen extrem übersteigen.


    Ein Farbvergleich des Flotats bringt dagegen gar nichts.

    Das sehe ich vollkommen anders. Unter gleichen Bedingungen (können wir mal annehmen) erzeugen mehr organische Verbindungen die anaerob abgebaut werden mehr Sulfide und verfärben das Flotat Richtung schwarz. Wie sich diese Propotionaliät verhält (linear oder nicht) wäre eine schöne Aufgabe.
    Ein "trocken" abschäumendes System erzeugt eine höhere Konzentration an organischen Stoffen im Flotat. Das kann man auch schön daran erkennen, dass der Salzgehalt im Flotat erheblich niedriger ist, als im Aquarium. Bei "flüssig" abschäumenden Systemen steigt der Salzgehalt bis zum gleichen Wert des Aquariumwassers.

    Und ehrlich gesagt ist mir nicht ganz klar geworden, welche Absicht Du bei dieser Diskussion hast oder welche Aussage zu treffen möchtest.

    LG Burkhard

    Hallo zusammen,

    es gibt schon einige wissenschaftlich eindeutige Ergebnisse im Bereich Abschäumung. Dazu später.

    Natürlich ist es möglich, ein Aquarium ohne Abschäumer zu betreiben; es ist eine Sache der organischen Belastung. Dass es ohne geht haben einige Aquarien gezeigt; auch die Weltmeere werden ohne Abschäumer betrieben. Ein Experiment im Roten Meer (siehe Anhang) zeigte, dass ein Abschäumer sofort beginnt abzuschäumen, so dass die Vermutung naheliegt, dass unsere Aquarien sauberer sind als die Meere (ich höre schon das Kreischen: aus einem Versuch ist natürlich noch keine Theorie gewachsen) - wie gesagt "Vermutung" oder wissenschaflich "These".

    Je mehr Futter eingetragen wird desto eher nähert sich das Aquariumsystem einem hypertrophen (stark belasteten) System. Bakterien bauen die Stoffe ab und verbrauchen Sauerstoff. Der Abschäumer beseitigt eine Vielzahl von organischen Verbindungen bevor sie in den Bakterienkreislauf gelangen.

    Dass der Abschäumer organische Verbindungen herausholt ist bewiesen - jeder der einen Topf Flotat mal entsorgt hat, weiß dass die stinkende Brühe aus dem Aquarium gekommen ist. Organische Untersuchungen am Flotat zu machen sind extrem aufwändig, da die Verbindungen schnell zerfallen / abgebaut werden (deshalb der Gestank). Die Kosten würden jeden Rahmen sprengen. Die schwarze Farbe des Flotats zeigt ebenfalls an, dass bereit im Flotattopf extreme Bakterientätigkeit stattfindet. Überigens: Flotat aus 4°C-Systemen ist schneeweiß. Ich vermute mal, weil die Bakterien extrem langsam bei 4°C arbeiten.

    Der Schaum ist je nach Verdünnung und vor allem Beleuchtung weiß oder eben mal dunkler. Oft sind Partikelflöckchen mit im Schaum, die die Farbe ebenfalls verdunkeln. Er kann auch grünlich schimmern, wenn viele Algen mit abgeschäumt werden. Die Farbe des Flotats ist deshalb eher aussagefähiger.
    Im Flotat sind ca. 1000 bis 10000mal Bakterien vorhanden als im Aquariumwasser. Ob sie sich im Flotat extrem vermehrt haben oder überdurchschnittlich abgeschäumt werden, weiß ich nicht. Ich vermute eine Kombination von beiden.

    Das Verhältnis Volumen des Abschäumers zum Volumenstrom (wie viel durchläuft) = Aufenthaltszeit: je länger das Wasser im Abschäumer verweilt, desto höher ist die Abschäumleistung. Der Adsorptionsprozess an den Luftblasen benötigt nun mal eben Zeit. Das impliziert: je höher der Abschäumer bei gleichem Durchmesser (und gleicher Bauart) konstruiert ist, desto länger ist die Aufenthaltszeit und desto besser ist die Leistung. Das ist wissenschaftlich bewiesen.

    Es gibt noch einiges mehr (siehe Anlage), was bewiesen ist und in guten Abschäumer umgesetzt wurde. Aber: die eierlegende Wollmilchsau gibt es auch bei Abschäumer nicht - es müssen immer Kompromisse gemacht werden.

    Und ein letzter Satz: wenn ein Abschäumer kontinuierlich abschäumt ohne Pause zu machen, ist er zu klein oder das System zu stark belastet.

    LG Burkhard

    Hallo Robin,

    jeder darf das Kind natürlich beim Namen nennen - aber auf eigene Gefahr. Man muss leider mit Konsequenzen rechnen. Und das deutsche Zivilrecht hat nun sehr wenig mit Wahrheit oder Gerechtigkeit zu tun. Eigenlich hat der gewonnen, der am längsten durchhalten kann - sprich: der genügend Kleingeld hat. Die Kosten in diesen Prozessen werden durch Anwälte, Gutachter und Instanzen derart in die Höhe getrieben, das schnell einmal hohe 5stellige bis 6stellige Beträge zusammenkommen. Wer das nicht vorfinanzieren kann, sollte es lassen. (Nein, hier spricht nicht der Frust...)

    LG Burkhard

    Hallo Joe,

    die Qualität von Lebendgestein hing extrem vom Exporteur ab. Da gab es Gammelkram für die Tonne und 1A-Qualität, die einfach nur nach Meer duftete. Vor unerwünschtem Besuch war man sich aber nie sicher.

    Die Einfahrphase würde ich immer nur nach Ereignissen - nicht nach Zeit - einteilen:
    1. Inbetriebnahme und Testen aller Systeme mit Süßwasser
    (2. Füllen mit Meerwasser und Einbringen einiger lebender Steine (hat sich heutzutage ja erledigt))
    3. Einsetzen einiger robuster Korallen, wenn Ammonium/Ammoniak und Nitrit/salpetrige Säure deutlich gefallen sind und die Tiere sich wohlfühlen, dann weitere niedere Tiere einsetzen; nicht sparen mit dem Besatz auch wenn der Geldbeutel meckert.
    4. die ersten Grünalgen erscheinen (Silikat vorher durch geeignete Technik ausschließen), dann die Cleaning Crew (schöner Ausdruck, Sandy) einsetzen, dazu die ersten Fische; nicht zu lange warten: wenn die Grünalgen erst einmal alles bedeckt haben ist es schon zu spät und die Quälerei beginnt!
    5. Wenn die Grünalgen im Griff sind, können die ersten empfindlicheren Tiere eingesetzt werden. Je schnell der Besatz erfolgt, desto weniger die Gefahr, dass Unerwünschte (Cyanos, Grünalgen, Dinos) überhand nehmen. Den Fischbesatz nach Plan (bitte vorher die Reihenfolge festlegen) "auffüllen".

    LG Burkhard

    Hallo Sandy,

    natürlich nicht. Ich war kurz davor, eine Klage an den Hals zu bekommen, weil die Nitrifikationsergebnisse veröffentlicht wurden *. Zum Glück arbeitete ich damals noch am Forschungszentrum Jülich (KFA) und die "Drohungen" wurden nicht in die Tat umgesetzt.

    *Ramsch, B., Bien, U. & Groeneweg, J. 1992: Im Test: Produkte zur biologischen Senkung der Ammonium- und Nitritkonzentrationen auf biologischem Wege. D. Aqu. u. Terr. Z. (DATZ) 5: 324-327.

    Unsere Branche ist einfach zu unwichtig, als dass Institutionen wie Stiftung Warentest o.ä. Interesse hätten, die Spreu vom Weizen zu trennen.

    LG Burkhard

    Zu Bakterienpräparaten habe ich leider nicht die besten Ergebnisse. Vor mehr als 25 Jahren habe ich einmal Nitrifikationspräparate auf Nitrifikationsaktivität untersucht. Das Ergebnis war ernüchternd: die besten Präparate hatten nichts gemacht; die schlechtesten haben enorme Nitritpeaks produziert.
    Vor ca. 2 Jahren hatte ein befreundetes mikrobiologisches Labor ein Bakterienstamm-Screening eines Bakterienpräparates zur Stärkung der Mikroflora durchgeführt. Es waren fast nur Clostridien-Stämme zu verzeichnen. Genau die will man nicht im Aquarium haben. Das ganze ist natürlich nicht aussagefähig, weil eine breitere Untersuchung nicht möglich war.
    Vor kurzem stellte sich heraus, dass ein bekannter Anbieter durchsichtige Gelkugeln mit nur Wasser anstatt mit Bakterien verkauft hatte.

    Es mag Präparate geben, die einen Vorteil haben. Die Hoffnung ist bei mir noch nicht ganz zerstört.

    LG Burkhard

    Hallo,

    viel erkennt man leider nicht. Aber Ciliaten sind recht wahrscheinlich. Die tauchen immer dann auf, wenn eine Kultur nicht so gut steht: kein Wachstum, zu heiß, zu viel Futter, zu wenig Futter...
    (N. salina ist kein Alleinfuttertier, die Zusammensetzung ist einfach zu einseitig und es können Fehlentwicklungen bei Larven, Krebsen etc. auftreten; Fehlentwicklungen können z.B. Augen an Stellen von Artemia sein, wo sie nicht hingehören, siehe letzten beiden Fotos des Anhangs)

    LG Burkhard

    unter Volllast die psychedelische Disco-Beleuchtung

    Wenn wann einmal Fotos von Aquarien der 90er mit den heutigen vergleicht ist eine starke Zunahme der blauen Anteile zu erkennen. Wo früher eine Blauphase in den Morgen- und Abendstunden stattfand, scheinen die heutigen Becken komplett blau zu sein - schön für die Fuoreszenzeffekte aber in meinen Augen unvorteilhaft für die meisten Korallen. Ich kann mich natürlich auch täuschen, dass einfach immer nur die Blauphasen fotografiert werden. :?:

    LG Burkhard

    Die ewige Herumspielerei an den Lampeneinstellungen halte ich für sehr problematisch. Die Tiere können sich in einem weiten Feld an die zur Verfügung stehende Bestrahlung anpassen. Das benötigt aber Zeit, weil bestimmte Pigment zum Schutz oder zur Energieübertragung gebildet werden müssen. Wenn im Wochen- oder Monatszyklus Spektrum und Lichtstärke geändert werden, haben die Tiere keine Chance.
    Das hat man auch schon früher bei den "alten" Leuchten (HQI, T8) und T5 gesehen, sobald die Lampen gewechselt wurden, begannen die Probleme, wenn man den Wechsel nicht "vorsichtig" genug durchgeführt hatte. Bei den alten Systemen gab es (mehr oder weniger) nur An und Aus und Dauer pro Tag. Heute kann man an so vielen Stellschrauben drehen, dass viele Aquarianer - meiner Meinung nach - überfordert sind und zu viel an den Bedingungen ändern. Und die Tiere stehen in einem andauernden Anpassungsstress, den nicht alle überleben.

    LG Burkhard

    Also noch mal für Dummies (in dem Bereich zähle ich mich einfach mal dazu).

    Alles was mit Beleuchtung zu tun hat (Lumen, Lux) interessiert Korallen nicht, weil eine theoretisch rein grüne Leuchte eine hohe Lumen-Zahl haben könnte, mit der aber keine Korallen/Pflanze etwas anfangen kann.

    PAR ist der Strahlungsanteil zwischen 400 und 700 nm, wo bei nur die roten und der blauen Anteile von Korallen und Pflanzen verwertet werden können, aber wenigsten die Überbewertung des Grünanteils wegfällt. Also schon besser.

    PUR der einzige Parameter, der etwas für Korallen/Pflanzen aussagen könnte, aber schwer zu messen ist und jedes photosynthetisch aktive Lebewesen eine andere PUR-Kurve hat.

    Und praktisch bekommt man nur Aussagen über den Lichtstrom (lumen), weil die Beleuchtungsindustrie für den Menschen gedacht ist und auf Exoten keine Rücksicht nimmt.

    LG Burkhard

    Hallo Hans-Werner,

    mit der PAR (photoactive radiation) liege ich persönlich ein wenig auf Kriegsfuss. Überall wird sie angeben und als DAS Maß empfohlen. Stammt dieser Parameter nicht aus der Pflanzenphysiologie und bezieht sich auf höhere Pflanzen? Und haben wir im Meer - gerade bei tieferen Biotopen - nicht eine gewaltige Blauverschiebung, an diese sich viele Tiere durch spezielle Pigmente angepasst haben. Und unsere Aquarien werden überwiegend sehr blau (hohe Kelvinzahl) bestrahlt - von PAR kann da doch noch kaum eine Rede sein? Wie sieht Du das?

    LG Burkhard

    Da ist wohl etwas falsch rübergekommen. Bodenbewohner sind wichtig. Je nachdem welche man pflegen will, muss der Bodengrund angepasst werden. Und je nach Bodengrund muss der Aufwand der Bodenreinigung angepasst werden. Das hat mit Wasserwechsel JA oder NEIN nicht viel zu tun. Für den Fall, man hat einen pflegeintensiven Bodengrund gewählt, wird die Reinigung ohne Wasserwechsel technisch nur etwas schwierig, weil ja kein Wasser aus dem System genommen werden kann. Mulm absaugen in einem geschlossenen System (z.B. zusätzlicher Filter) ist recht umständlich.

    LG Burkhard

    Es entstehen auch Feststoffe, unter anderem Hydroxylapatit (das ausgefällte Phosphat). Deshalb den KW-Auslauf nicht in den Überlaufschacht hängen - dieser würde mit der Zeit zu "Beton". Vor eine Strömungspumpe ist wesentlich besser! Die Strömungspumpe sollte aber nicht das Eintropfwasser ansaugen - die Pumpe würde sich auch zu einem Kalkklotz verwandeln. Im Riff fallen ständig irgendwelche kleinsten Teilchen auf Korallen (Reef Snow). Solange die Reinigungskraft der Polypen nicht überansprucht wird, kann nichts passieren.
    Die bisherige Calciumversorgung der neuen Methode anpassen; es wird auf jeden Fall weniger Ca gebraucht. Den Abschäumer würde ich persönlich nicht abschalten. Bei einem CO2-Überschuss im Aquarium würde er kein zusätzliches CO2 eintragen.
    Und natürlich aufpassen: KW hat einen pH-Wert von ca. 13.

    LG Burkhard