Beiträge von Burkhard Ramsch

    Das wäre ja eine Salinität von 40mg.

    Es wird definitiv weniger als die rechnerischen 40/1000 sein. Denn das Kristallwasser der Salzmischung trägt nicht zur Konzentrationserhöhung bei. Aber wie viel? - muss man tatsächlich für jede Salzmischung ausprobieren. Salzdichten höher als 45/1000 würde ich aber auch nicht einsetzen, selbst wenn man ein Rotes-Meer-Becken hat. Der Warnung von Reinhard schließe ich mich an.

    Das ist das Problem mit Salzen: hohe Calcium- und Karbonatwerte bei gleichzeitig guter Löslichkeit widersprechen sich. Wenn dann noch RO-Wasser mit niedriger CO2-Konzentration benutzt wird, funktioniert die Löserei nicht mehr. Denn auch RO-Wasser ist nicht gleich RO-Wasser. Wird RO-Wasser aus sehr hartem Wasser produziert, ist im Reinwasser der Umkehrosmoseanlage viel Kohlendioxid und damit Kohlensäure. Bei weicherem Ausgangswasser ist nur wenig Kohlendioxid enthalten und es kann Löseprobleme geben.

    Hat der klare Überstand des frischen Meerwassers die korrekten Werte, dann kann es benutzt werden - den Bodensatz nicht verwenden. Ist im frischen Meerwasser zu wenig Calcium und Karbonathärte, dann kann man das Wasser beim Auflösen des Salzes mit ein wenig CO2 versetzen (z.B. eine Pumpe mit Diffusor verwenden und in den Lufteinlass den CO2-Schlauch legen). Selbst hartnäckige Salzmischungen lösen sich dann (normalerweise) auf.

    Die Kupfer- und Aluminiumwerte würde ich noch nicht als kritisch ansehen. Zumindest Kupfer ist auch ein wichtiges Spurenelement und sollte nicht restlos elimniert werden. Wo jetzt die Obergrenzen sind ist sehr stark abhängig von der gesamten Wasserchemie. Ich weiß, einige ICP-Anbieter sagen "0" ist die Obergrenze, aber gerade beim Kupfer sehe ich das vollkommen anders. Die Frage bleibt natürlich, ob die kupferbedürftigen Tiere (Krebstierchen) das Kupfer aus dem Wasser aufnehmen oder durch die Nahrung. In der Nahrung ist oft genug mehr als genügend Kupfer enthalten und kann einen Anstieg im Wasser verursachen.

    Mit einem Abschäumer kann man schon auf 120% im Ablauf kommen.

    Ich sehe aber schwarz, bei Deiner Idee, die Oberflächenströmung so zu reduzieren, dass man tatsächlich einen klaren Durchblick bekommt. Ist auch nur wirklich sinnvoll bei einem Riffteich.

    Ab und zu kann man natürlich auch die Strömung ausschalten und dann von oben hereinschauen. Die Fische müssen sich aber erst daran gewöhnen.

    Es gibt einfach zu viele von ähnlich aussehenden Cyanobakterien. Unsere Xxx-8, die wir aus einer Meerwasserprobe mal isoliert haben, hat auch dieses typische Aussehen: Durchmesser von ca. 1 µm, aber Längen von 50-500 µm, je nachdem wie stark die Turbulenzen in der Kulturröhre sind. Es sind ganz feine Unterteilungen zu erkennen, aber definitiv nicht so eindeutig wie bei Oscillatoria. Eine Bestimmung war noch nicht möglich.

    Einige weitere Infos über diese schöne Unbekannte: http://aquacare.de/download/tipps/d_kult_xxx8.pdf

    Bei einer Umrüstung auf 3:1, habe ich dann nicht wieder andere Schadstoffe drin?

    In einem anderen Forum sagte man mir, dass meine Mischbettharzpatrone zu klein wäre und hat zu einer größeren Patrone, ab 3l geraten....???

    Meinst du diesen Leitwertmesser? Die Protoreihe habe ich nicht gefunden....

    Sorry, schreiben muss man schon können: Pronto-Serie

    https://hannainst.de/2482-hi983304-…-pronto-ec.html

    Die Stoffe werden zwar in unterschiedlichen Konzentrationen von einer Membran zurückgehalten, doch das allgemeine Verhalten ist immer gleich. Nimmt eine Anlage mehr Schadstoff heraus, gilt das für alle rückhaltbaren Stoffe. Deshalb ist die Leitfähigkeitsmessung so ein genialer Summenparameter: weniger Leitfähigkeit = bessere Rückhaltung für alle (rückhaltbaren) Stoffe.

    Die 10" Harzpatronen haben eigentlich eine ungünstige Geometrie: nämlich eine viel zu niedrigere Füllhöhe. Ab ca. 50 cm wird es erst interessant. Der Durchmesser sollte nicht zu groß sein, damit die optimale Beladungsgeschwindigkeit (8-30 m/h) erreicht wird. Darunter ist Mist, darüber auch.

    Du kannst per PN (wäre für's Forum wahrscheinlich uninteressant) ein Foto von der Reduziereinheit Deiner RO-Anlage schicken. Ein Datenblatt der Anlage wäre auch nicht schlecht.

    Hallo Daniel,

    silikatfreies Wasser wird Du nie herstellen können - es ist alles eine Sache der Messmethodik und der Betriebsweise Deiner Wasseraufbereitungsanlage.

    RO-Anlage
    1:1-RO-Anlagen sind grundsätzlich schlechter von der Wasserqualität her gesehen, als 2:1 oder 3:1-Anlagen. Zudem steigt die Gefahr des Membranverblockens mit niedrigem Verhältnis.

    Das Wasser, dass Du bei der 1:1-Anlage einsparst, musst Du teuer in Mischbettharz investieren. Mit 1 Liter Mischbettharz kann man - wenn es gut kommt - ca. 1000 Liter Wasser aufbereiten. 300 Liter sind nicht unrealistisch (je nach Ausgangswasser, dass Deine RO-Anlage produziert). Rechne den Preis von einem Kubikmeter Trinkwasser gegen den Preis von einem 1 Liter Harz.
    Ich würde IEM fragen, ob es ein Umrüstsatz von der 1:1-Anlage auf eine 3:1-Anlage gibt. Ansonsten kannst Du mich fragen.

    Harze
    Es gibt eine unüberschaubare Auswahl von Mischbettharzen. Oft genug verwenden unterschiedliche Hersteller gleiche Bezeichnungen.
    Das Dow Amberlite MB20 ist ein regeneriertes Harz (siehe Datenblatt). Regenerierte Harze sind grundsätzlich schlechter für die Silikatentfernung geeignet als fabrikneue Harze (z.B. MB400).
    An Deiner Stelle würde ich mir ein Leitfähigkeitsmessgerät für den Reinwasserbereich besorgen (z.B. Hanna Proto-Reihe 0-20 µS/cm). Erstens kannst Du damit schnell die Umkehrosmoseanlage überprüfen und zweitens die Reinwasserqualität nach dem Harzfilter. Die Kapazität des Harzfilters wird nämlich nie gleich sein, je nachdem wie Du Deine RO-Anlage betreibst. Steigt die LF des Reinstwasser deutlich an (ich würde 3 µS/cm als absolut oberste Grenze sehen), muss das Harz getauscht werden. Und bitte erst messen, wenn die Anlage mindestens 3-5 Liter Wasser produziert hat. Das erste Wasser ist nämlich belastet (sowohl von der RO als auch vom Harzfilter).

    Silikatkonzentration:
    Welches ist nun die besten Silikatkonzentration im Meerwasseraquarium? Die natürliche Konzentration ist sehr unterschiedlich (ich habe Werte von 0 bis 39000 µg/l Si gefunden) und abhängig von Ort (geografisch und Wassertiefe) und Zeit; danach kann man sich also nicht richten.
    Nach meinen Erfahrungen sind Beckenwerte bis 500 µg/l Silikat kein Problem - Ausnahmen mag es natürlich geben. Nicht jeder braune Belag im Aquarium besteht aus Kieselalgen. Sicherheit gibt da nur eine Mikroskop. (Und außerdem sind Kieselalgen eine wichtige Stufe in der Nahrungskette.)

    Messwerte:
    Messwerte können schon einige Ungenauigkeiten aufweisen. Wir haben z.B. mal eine Analyse von unserem RO-Wasser mit anschließendem Mischbettharz (Purolite MB400) bei einem aquaristischen ICP-Messlabor machen lassen. Im Umkehrosmosewasser war Si nicht nachweisbar, im VE-Wasser nach der RO deutlich erhöht.

    Hallo Patrick,


    Was hat ein Korallenskelett mit Lochgestein zutun?

    Gar nichts. Ich bin von den gestalterischen Möglichkeiten ausgegangen, weil natürliches Korallengestein / Riffgestein viel mit Korallenskeletten zu tun hat.

    ich wollte hier nichts Vermarkten, ich möchte aber auch nicht meine Techniken Preis geben,

    Ich stehe immer noch auf dem Schlauch: nichts Vermarkten, Technik nicht Preis geben (unter welchen Bedingungen auch immer) - widerspricht sich für mich.

    Trifft das auf Atemkalk-Röhren im Allgemeinen zu? Dann müsste ich meine Röhre wohl etwas entleeren.

    Hi Stefan,

    ist alles abhängig von der eingesaugten Luftmenge zum Querschnitt des Filters (also Strömungsgeschwindigkeit der Luft). Wenn es bei Dir ohne Probleme klappt, würde ich nichts ändern. Wenn Körnchen sich oben bewegen oder gar angesaugt werden, dann ist Handlungsbedarf.
    Und passt ein bisschen auf: der Atemkalk ist (wenn er mit Wasser in Berührung kommt) stark alkalisch und kann schwere Augenverletzungen hervorrufen.

    Doppelte Absicherung: Gitter gegen das Ansaugen und genügend Platz. Fragt mich bitte nicht, warum das Foto gekippt ist.

    Das Zusetzen des Luftansaugstutzens kann sehr unterschiedlich ausfallen - mal mehr - mal weniger. Ob Verkalkung oder Versalzung (meist eine Kombination) hängt - wie immer - von der Wasserchemie zusammen. Da muss man einfach durch.

    Luft zwischen Atemkalk und Schlauchzuführung zu lassen ist nun nicht der Sinn der Sache (außer: der pH-Wert im Aquarium liegt genau richtig). Um den Staubsaugereffekt zu verhindern, müsste der Querschnitt der Atemkalkröhre größer gewählt werden. Oder die Röhre ist zu hoch befüllt: mindestens der halbe Durchmesser der Röhre sollte oben frei bleiben.

    Hallo Ralf,

    Lebendfutter ist grundsätzlich eine Bereicherung. Nach Deinen Ausführungen gehe ich davon aus, dass die Artemia nicht zur Zucht sondern einfach im Riffaquarium eingesetzt werden. Solange Artemia nicht als alleiniges Futter verwendet werden soll, gibt es keine Unterversorgung mit wichtigen Stoffen; Artemia haben keinen nennenswerten Nährwert. Das Hauptfutter sollte jedoch hochwertig sein: Frostfutter, Pellets, Flocken, Grünzeugs - Hauptsache: viel Abwechslung.
    Die Vorteile liegen auf der Hand: die Fische haben etwas zu tun (weniger Aggressionen), der Aquarianer hat Spaß.
    Wenn Du Artemia zu einem hochwertigen Futter aufpeppen möchtest, dann ist es möglich, die Nauplien anzureichern, am besten mit einer guten Mikroalgen-Mischkultur. Die Nauplien einfach für ein, zwei Tag in dieser Algenkultur aufziehen und dann verfüttern.

    Hi Stefan,

    klingt alles ein wenig eigenartig. Von den PO4 und NO3-Werten würde man nicht an ein Becken denken, dessen Technik auf dem letzten Loch pfeift. Bleibt fast nur noch der Gedanke, dass irgendetwas ganz gewaltig nicht mit dem Planktonprodukt in Ordnung war. Weitere Versuche würde ich damit nicht mehr machen.

    Ein Foto vom Aquarium wäre mal ganz nett.

    Hallo Patrick,

    sieht interessant aus. Für die Verwendung im Meerwasserbereich müssen jedoch einige Faktoren beachtet werden.
    - Ist das Material im Meerwasser langzeitstabil?
    - Was wird an das Wasser abgeben? z.B. Schwermetalle, Silikat
    - Ist das Material offenporig oder geschlossenporig? Können die inneren Hohlräume von Bakterien besiedelt werden?
    - Scheinbare Dichte?
    - Welche Formen sind möglich?
    - Und natürlich Preis, Vertriebsweg, Lieferfähigkeit und Qualitätskontrolle

    Hallo Stefan,

    fehlende Strömung wird es wohl nicht sein und der Austausch zwischen Aquarium und Filterbecken, da nicht vorhanden, wohl auch nicht. Die Tunze sind nun nicht für extreme Leistung bekannt. Also bei der Dosierung von Organischem (Futter, Plankton, Flüssigfutter, "Nitratkiller", etc. ) sehr, sehr aufpassen.
    Eine Bakterienblüte ist immer ein Zeichen für zu viel organische Substanzen oder zu wenig Austrag durch das Filtersystem - das Fließgleichgewicht stimmt einfach nicht mehr. An welcher Schraube man dreht, darf man sich aussuchen: die Zugabe reduzieren oder die Leistung des Filtersystems steigern.
    Easy-Life-Trübungen sind rein anorganisch (Zeolithe) und führen zu keinem Sauerstoffmangel.

    Hallo Stefan,

    bei so einer Miniportion bei 560 Litern Aquarienvolumen so eine Wirkung. Da muss ich meinem Vorschreiber Recht geben. Da stimmt etwas von Grund auf nicht. Gründe können derer viele sein:
    zu kleiner oder uneffektiver Abschäumer,
    zu geringe Strömung,
    zu geringer Turn-Over zwischen Becken und Filterbecken
    zu geringe Karbonathärte
    und, und, und

    Es gibt zwar überall die schönen Kurven, die das Verhältnis zwischen KH und des Gleichgewicht-pH-Wertes darstellen. In der Praxis gibt es aber kein Gleichgewicht, weil Produzenten (Algen, Zooxanthellen, Cyanos) tagsüber CO2 verbrauchen und während der Nacht alle Organismen CO2 produzieren (daher der täglich schwankende pH-Wert). Dazu kommen die rein physikalischen Gasaustausche (Wasseroberfläche, Abschäumer, Strömung), die ebenfalls mit dem CO2 und damit dem pH-Wert spielen. Das CO2-Kohlensäure-Hydrogencarbonat-Carbonat-Gleichgewicht ist zudem extrem langsam, so dass es ohne weiteres möglich ist, dass CO2 stark übersättigt sein kann. Bei KH 8 sind pH-Werte unter 7,6 keine Seltenheit.
    Deshalb messen und zwar immer zur gleichen Tageszeit, um die täglichen Schwankungen auszublenden. Wenn Du kein pH-Messgerät hast, dann eine Wasserprobe (mindestens 100 ml) OHNE Luft mitnehmen und messen lassen (z.B. beim Händler).

    gutes Rein-/Abwasser-Verhältnis

    Ein gutes Abwasser-Reinwasser-Verhältnis hat nichts mit dem Können des Bauers oder der Qualität der Anlage zu tun. Wir können Dir eine Anlage bauen mit einem Verhältnis 1:10 - sie wird nur nicht lange halten. Das optimale Verhältnis hängt hautpsächlich von der Rohwasserqualität ab. Als ganz grobe Faustregel: je härte das Rohwasser desto mehr Abwasser sollte fließen. Bei schlechterem Verhältnis steigt übrigens auch die Reinwasserqualität. Besonders bei nachgeschaltetem Reinstwasserfilter (Vollentsalzer/Mischbettharz) ist dieser Faktor wichtig.

    Weitere Infos: https://www.aquacare.de/index.php/aqua…s-ausbeute.html

    Adsorber oder Fällmittel? Das ist hier die Frage.

    Beide Systeme haben Vor- und Nachteile (wie immer).

    Fällmittel wirken schnell aber auch nicht so selektiv (eben nur Phosphat), wie man sich das so vorstellt. Bei Fällmitteln können auch Ausfallerscheinungen (Tod) an Doktorfischen und Verwandten auftreten. Das kann 1000mal gutgehen und das 1001mal geht es schief. Deswegen tropfenweise zufügen (Dosierpumpe). Wenn die Fällprodukte sofort ausgefiltert werden, ist es optimal.
    Adsorber sind teurer und sind ebenfalls nicht so selektiv (eigentlich sind die Adsorber Fällmittel auf Oberflächen), wie wir das gern hätten. Die Leistung ist gut mit dem Durchfluss durch den Adsorberfilter zu steuern. Staubige Produkte (so die meisten Standardprodukte auf Eisenbasis) können die Läufer von Pumpen angreifen. Granulate haben nicht den Nachteil.

    Einen Temperaturanstieg durch die UV kann ich mir nicht so recht vorstellen, da sich ja die eigentliche Hitzequelle (Vorschaltgerät) ausserhalb des Wassers befindet.

    Das Vorschaltgerät befindet sich außerhalb des Wasser und trägt zur T-Erhöhung nicht bei. Aber eine Lampe (das, was leuchtet/strahlt) mit der Leistung 55 W produziert im Endeffekt immer 55 W Wärme, die nach außen (Gehäuse) und nach innen (Wasser) abgegeben wird. Die Leistung der Leuchte* (Lampe plus Gehäuse plus Vorschaltgerät) ist höher als 55 W. Eine UV-Leuchte ist also eine Dauerheizung. Wenn die Temperatur kritisch wird, würde ich sich abschalten, da ich den Temperaturstress für größer erachte als den leicht gestiegenen Parasitendruck. Kann man auch automatisieren, durch einen Regler.

    * da UV-Lampen eigentlich nicht leuchten (sichbarer Bereich) müsste es eigentlich "Strahle" heißen (ich weiß, der Korinthenkacker kommt da durch...)

    Außerdem ist für mich schwer zu glauben, dass zu wenig Phosphat vorhanden ist, denn in Frostfutter soll ja bekanntlich jede Menge davon drin sein.

    Die Phosphat-Konzentration sagt nichts über den Phosphat-Umsatz aus. So kann es durchaus sein, dass bei viel Fütterung (enthält immer Phosphor) trotzdem Phosphat im Wasser nicht nachweisbar ist. Die Konzentration ergibt sich immer aus dem Verhältnis Input zu Output. Ist der Input höher als der Output, steigt die Konzentration. Andersherum sinkt sie. So kann bei nicht nachweisbarer Konzentration trotzdem eine Menge umgesetzt werden.
    Hätte wir Phosphatkonzentrationen wie im natürlichen Riff, sprächen wir bereits von einem Ultra-Low-P-Aquarium, bei dem die meisten Korallen aus Phosphatmangel degenerieren. Aber wieso überleben die Korallen im natürlichen Riff? Aus den extrem nierigen P-Konzentrationen können sie sich kaum bedienen. Die Antwort ist wohl das Plankton (neben fressbaren Partikeln). Durch den zusätzlichen Fang von Plankton holen sich die Korallen den fehlenden Phosphor.

    Wird darauf in entsprechender Aufbauanleitung hingewiesen?

    Genau das ist der Punkt, der beachtet werden sollte. Ist die Einbaulage nicht explizit definiert und das Trockenlaufverhalten nicht exakt beschrieben, kann auf eine kulante Lösung gehofft werden. Ich würde auf jeden Fall mal mit dem Geschäftsführer in Ruhe reden. Aufregung bringt nichts.

    Das ist wieder ein schönes Beispiel, dass eine eierlegende Wollmilchsau auch in der Aquaristik nicht existiert. Die modernen Energiesparpumpen sparen jede Menge Energie, Niedervolttechnik, Regelung - alles supertoll. Aber sie sind empfindlich, gegen Verschmutzung, Verkalkung, mechanische Schläge, Trockenlauf, Kavitation. Mir ist es früher öfter mal vorgekommen, dass eine Eheim 1060 mal 'ne Stunde in einer Pfütze mehr oder weniger im Trockenen lief - abkühlen lassen - wieder in tiefes Wasser gehängt und lief. Die Robustheit ist natürlich nicht um sonst: ein wahrer Energiefresser.

    Ich kenne jetzt die Abyzz nicht, aber bei einer vergleichbaren Pumpen BlueEco ist die Trockenlauffunktion nur eine Berechnung. Wenn bei einer bestimmten Drehzahl nicht eine elektrische Minimumleistung erreicht wird, schaltet sie ab. Die Minimumleistung wird nicht erreicht, wenn die Pumpen kein oder zu wenig Wasser fördert (Luftblase in der Pumpe oder der Rohrleitung, geschlossener Kugelhahn, zu hohe Förderhöhe). Die Auslösung des Schutzes dauert aber ein paar Sekunden, um keine Fehlauslösungen zu verursachen. Bei absolut trockenen Lagern - je nach Materialien - gibt es da schon den GAU.

    Die Salinität bleibt konstant, unabhängig von der Temperatur.
    Sie Dichte verändert sich in Abhänigkeit von der Temperatur nur geringfügig. Andere Faktoren sind m.E. mit mehr Stress verbunden.
    Mangel an anorganischen Kohlenstoff kann wohl ausgeschlossen werden, da die meisten Tiere auch Hydrogencarbonat aufnehmen können und nicht auf CO2/Kohlensäure angewiesen sind.

    Als goldene Faustregel für Messgeräte: die letzte Stelle ist immer nur ein Trend und hat nichts mit Genauigkeit zu tun. Ansonsten RTFM oder Hersteller fragen.

    Bei analogen Anzeigen kommt man gar nicht auf die Idee, die 500ster Stelle hiner dem Komma zu beachten, bei Digitalanzeigen wird der letzten Stelle leider immer viel Bedeutung zugeschrieben. So ist der Mensch...

    Hallo Stefan,

    das ist immer das Problem bei abgedeckten und teilweise abgedeckten Systemen. Wenn jetzt schon die 29°C erreicht sind, mal Dir bitte aus, wie das im Sommer aussehen wird. Wenn Du ungefähr abschätzen kannst, wie stark sich die Raumtemperatur im Sommer erhöht, genau dieser Wert wird noch auf die 29°C gepackt. Du musst Dir jetzt Gedanken machen, wie Du kühlen möchtest - hat die erste Hitzewelle erst begonnen, ist es bereits zu spät.

    Es gibt mehrere Möglichkeiten:
    1. Abdeckung ab und mit starken Lüftern längs über die Wasseroberfläche pusten. Dabei behindern flächige Leuchten den Kühleffekt mehr als kleine punktförmige Leuchten. Die Luftfeuchtigkeit darf bei dieser Methode nicht zu sehr zunehmen; der Raum muss also gut durchlüftet sein.
    2. Wasserkühlgerät = Durchlaufkühler; im Sommer kann es schnell zu Lieferengpässen kommen, also jetzt ist die richtige Zeit für diese Investition; der Kühler erhöht die Raumtemperatur zusätzlich.
    3. Wärmetauscher (nur möglich, wenn eine Kühlleitung vorhanden ist, z.B. zentrale Klimaanlage; oder wenn Kühlwasser zur Verfügung steht, z.B. eigener Brunnen)
    4. Zimmer klimatisieren (Split-Anlage; die anderen taugen nicht wirklich viel), zugleich wird dadurch die Luft noch entfeuchtet. Im eigenen Haus die sinnvollste Investition, in der Mietwohnung muss das mit dem Vermieter abgesprochen werden.

    Uns sind in den letzten 30 Jahren immer wieder mal Aquarien vorgekommen, bei denen der Verbrauch von Ca und KH nicht der Theorie entsprechen. Entweder fehlt andauernd Calcium oder die Karbonathärte. Es gibt sehr viele chemische, biochemische und physikalische Faktoren, die als Ursache denkbar sind.
    Hilft nur eins: das Fehlende nachdosieren und ebenfalls auf Magnesium achten (siehe Michael, Beitrag 2), dass die Rolle eines Fällinhibitors spielt, also verhindert, dass Calcium ausfällt.
    Das Phänomen kann sehr lange dauern, aber ebenso schnell wieder verschwinden. Deshalb regelmäßig Ca, KH, Mg messen (1 x pro Monat) und sich nicht zu sicher fühlen, dass die Dosierungen, die man monatelang durchgeführt hat, immer noch dem aktuellen Bedarf entsprechen.

    Nur am Rande: Ethanol (Alkohol) ist auch giftig. An Ethanol sterben mehr Menschen als an allen anderen Drogen zusammen (Nikotin vielleicht mal ausgeschlossen).

    Die ganze Dosiererei muss immer mit Maß geschehen und die Technik muss stimmen. Schon bei der Anordnung der Komponenten kann man einiges verhindern. Der tiefste Punkt muss der Vorratstank sein, darüber die Dosierpumpe und darüber die Eintropfstelle ins Aquarium. Es muss unbedingt verhindert werden, wenn der Andruck der Dosierrollen nicht mehr stimmt (z.B. alter Schlauch), dass selbstständig das Zudosierende ins Wasser läuft.

    https://www.aquacare.de/index.php/aqua…sierpumpen.html