Beiträge von Burkhard Ramsch

    Jede Analyse kann mal daneben gehen, ob nun Teststreifen, Testtröpfchen, ionensensitive Messkette, Photometer oder ICP. Deshalb: bei einem Ausreißer gar nichts unternehmen. Später noch einmal nachmessen und gegebenenfalls mit Standards den Test überprüfen. Hat sich der Ausreißer bestätigt, dann - und erst dann - sollte man reagieren. Stefan, Du hast alles richtig gemacht. Wenn bei der nächsten ICP wieder der hohe PO4-Wert auftritt, beim Labor nachfragen.

    ICP ist nicht der heilige Gral - nur eine genauere Testmethode. Aber auch ihre Genauigkeit hängt von vielen Faktoren ab: Verunreinigungen bei der Probennahme (bei PO4 kann es schon ausreichen, dass man mit dem Finger in die Probe geraten ist, um einen Ausreißer zu produzieren), beim Transport, bei der Probenaufbereitung, bei der Kalibrierung und, und, und.

    P nicht mit der ICP zu messen, kann sich mir nicht erschließen. Nitrat ist klar, da kann die ICP nicht zwischen Luftstickstoff (im Wasser gelöst) und NO3, NO2, NH3 und TON unterscheiden.

    Hallo Stefan,

    Silikon: was gerade zur Hand ist. Da kommt es nicht auf Stabilität an. Schimmel wird sich wohl nicht bilden.

    Wasser: mit saugfähigem Lappen oder Handtuch aufsaugen und gut ist's.

    Unter dem Aquarium haben sich flache Plastikwannen (ca. 5 cm hoch) bewährt, in dem die Technik steht. Wenn da mal etwas überläuft, verteilt sich das Wasser nicht unter die tragende Konstruktion des Schrankes.

    Dass die Wasseroberfläche eine Rolle spielt (auch wenn der Abschäumer eine größere Oberfläche hat), ist auch zu beobachten, wenn der Technikkreislauf gestoppt wird, die Strömungspumpen im Aquarium aber weiter laufen. Das geht eine ganze Weile gut (1,5 Tage Ausfall haben wir schon einmal ohne sichtbare Folgen gehabt). Erst wenn auch die Strömung im Aquarium ausgefallen ist, dann siehe Hans-Werner: "geht es u. U. mit den Fischen relativ schnell abwärts." Haben wir auch einmal gehabt. :weinen: Nach geschätzten 12 Stunden waren bereits Verluste zu beklagen.

    Was wie schnell bei einem abgedeckten Aquarium mit Technikkreislaufausfall aber laufender Strömung passiert, weiß ich nicht, will ich aber auch nicht ausprobieren.

    Da fällt mir eine schönes Geschichte ein. Noch zur DDR-Zeiten haben die Pfleger im alten Stralsunder Aquarium eine merkwürdige Beobachtung gemacht. Seeigel krochen die Rückwände des Aquarium herauf und raspelten tüchtig Algen ab. Nach eine Zeit fielen die Tiere herunter und blieben für Stunden bewegungslos. Anschließend ging es wieder auf die Rückwände zum fressen und so weiter und sofort.
    Die Ursache war ein Epoxid (keine Ahnung welches), mit dem die Rückwand beschichtet war. Die Seeigel haben nicht nur Algen sondern auch Spuren des Epoxids geknabbert; im Magen der Tiere wurde aus dem Epoxid ein Alkohol gebildet. So fielen die Tiere besoffen von den Wänden und haben erst einmal ihren Rausch ausgeschlafen.

    Hallo Thomas,

    es gibt zwei Betriebsweisen für Zeolithe - gilt auch für Aktivkohle.

    1. Kurzzeiteinsatz: da werden wirklich Stoffe adsorbiert und zusammen mit dem Filtermaterial regelmäßig aus dem System genommen.
    2. Langzeiteinsatz: hier kommen Bakterien mit in die Gleichung, die fleißig an den adsorbierten Stoffen knabbern und sich vermehren und durch regelmäßiges Spülen als Bakterioplankton dem Aquarium zugeführt werden. Das ist keine Methode, um N und P aus dem System zu holen, sondern lässt diese Stoffe in reduzierter Form (in Bakterien eingebaut) im Aquarium kreisen. Letztendlich werden die Bakterien von Filtrierern (u.a. Korallen) aufgenommen und in "höherwertige" Biomasse umgewandelt. (Oder abgeschäumt, was dann doch ein Export darstellt)

    Wenn Nitrat im Wasser vorliegt, kann man nicht beurteilen, ob z.B. Korallen ihren Stickstoff dadurch aufnehmen. Dazu müssten aufwendige Isotopenversuche angestellt werden. Korallen werden immer erst versuchen, andere N-Quellen zu verwenden, weil diese leichter für den eigenen Stoffwechsel verwertbar sind: also Ammoniak und Plankton (der Snack aus der Tüten vor dem Fernseher ist immer leichter erreichbar, als der selbstgemachte Rohkostsalat). Erst wenn diese Stoffe knapp sind, wird die Koralle gezwungen Nitrat aufwendig zu assimilieren - mit den von Hans-Werner öfter schon beschriebenen Nachteilen und Wirkungen. - So sind vielleicht beide System (DE: N+P fast nicht nachweisbar und USA: N+P in mäßigen Konzentrationen) unter einen Hut zu bekommen.

    Bakterien können nur in den Makroporen von Adsorbern siedeln, die Mikro- und Nanoporen bleiben unbesiedelt. Es ist aber ein Trugschluss, sofort zu glauben, dass Bakterien nicht an die Stoffe in den kleinsten Poren kommen. Bei Ammoniak weiß ich es nicht, aber von z.B. Eisen ist bekannt, dass Bakterien sogenannte Siderophore ausstoßen können, die Eisen einfangen. Anschließend werden die Siderophor-Eisenkomplexe wieder von den Bakterien aufgenommen.

    Hi Stefan,

    Kiesblenden sind schön anzuschauen, aber schrecklich unpraktisch, wenn Wasser mal die Scheiben herunterläuft. Dann versucht man mit Handtüchern die Pfützen wieder herauszusaugen.

    Wenn der Abstand zwischen Kiesblende und Aquarium nur gering ist, kann man den Spalt mit Silikon versiegeln - muss aber echt professionell gemacht werden, sonst sieht das echt gebastelt aus und versaut den Gesamteindruck. Ist er größer kann man Leisten mit Silikon einkleben und den Spalt damit versiegeln.

    Hans-Werner,

    wir sprechen schön aneinander vorbei :smiling_face:
    Ich bin natürlich von unseren Überlaufschächten ausgegangen, die bis fast zur Wasseroberfläche aufgestaut sind. Da kommt garantiert keine Luftblase mehr bis zum Ablaufrohr, weil erstens keine Luftblasen produziert werden und zweitens der Querschnitt des Schachtes so groß ist (im Vergleich zum Volumenstrom), dass selbst feinste Bläschen nicht mitgerissen werden können. Eine Trennung von Gas und Wasser ist vor dem Eintritt ins Technikbecken nicht notwendig. - Die Oberflächen vom Technikbecken zählen natürlich auch als Gasübertrittsflächen.

    Wenn irgendwo Blasen mitgerissen werden, dann zählt deren Oberfläche natürlich auch.

    Wenn man viel Planschen will, würde ich mit Silikon den Übergang Aquarium zur Auflagefläche abdichten.

    Sicher ist man sich bei Bodengrund nie. Auch in grobkörnigen Materialien sind immer Anteile von Feinmaterial. Durch Ausfällungen und bohrende Organismen werden auch die Lebendsteine zur Sedimentquelle. Das schmirgelt immer.
    Vorbeugen kann man nur durch präzise Reinigungsarbeiten: mit dem Reinigungsgerät immer von oben nach unten arbeiten. Bei Magnetreinigern kann sich leicht zwischen Scheibe und Reiniger ein Körnchen setzen und Kratzer verursachen. Bei Schabern ist die Gefahr erheblich geringer, weil sie immer, wenn man unten angekommen ist, von der Scheibe weggenommen werden. Aber auch vom Reinigungsgerät selbst können bei Acrylglas Kratzer ausgehen. Bei Magnetreinigern sollte das benutzte Flies unbedingt für Acrylglas geeignet sein. Schaber sollten aus weicherem Material als Acryl sein, z.B. PVC - werden aber auch schnell stumpf und müssen nachgeschliffen werden.
    Und nicht zu letzt: Kalkrotalgen können das Leben eines Acrylglasaquarianers ganz schön verleiden.

    dann machte das Zeolith ja gar keinen Sinn, wenn das gebundene Ammonium wieder von Bakterien zerlegt werden würde. Dann könnte man auch genauso gut Siporax oder irgend ein anderes Gestein statt Zeolith verwenden mit dem selben Effekt.

    Hallo Thomas,

    Zeolith und ähnliches kann man als Adsorptionspuffer ansehen. Ammoniak wird schnell adsorbiert, bis die Bakterien erst einmal anfangen zu arbeiten. Gerade in der Einfahrphase kann sich ein Puffer positiv auf die im freien Wasser befindliche Ammoniakkonzentration - nämlich senkend - auswirken. Ob der Puffereffekt auch nach längerer Zeit wirkt, kann ich nicht sagen.
    Das ist das fiese an Ammoniak: in winzigen Konzentrationen (unter der Nachweisgrenze unsere Tests) der beste Korallendünger, in schon geringen Konzentrationen (10 µg/l freies Ammoniak) bereits schädlich.

    Siporax ist eine reine Oberfläche mit nicht nenneswerter Adsorptionsleistung und bietet nur Platz für sessile Bakterien (den Deni-Effekt mal nicht erwähnt). Solch ein Sinterwerkstoff muss wie andere nicht adsorptiv wirkenden Filtermaterialien biologisch eingefahren werden.

    Hi Stefan,
    bei Plexiglasaquarien muss die Auflagefläche stabil sein (bei Glasaquarien mit nicht geteilter Bodenplatte reichen prinzipiell die vier Ecken als Auflage). Die Bodenscheibe eines Acrylbeckens darf sich nicht durchbiegen.
    Als Auflage nehme ich immer den Kunststoff-Trittschutz für Laminatböden. Ist nur wenige Millimeter dick und zerfetzt nicht so schnell wie ganz dünnes Styropor.
    Bodengrund kratzt immer, wenn Du nicht gerade kugelförmiges weiches Material benutzen möchtest. Auf dem Boden macht das nichts. Die Seitenscheiben werden aber sehr schnell in Mitleidenschaft gezogen. Sand zwischen Scheibenreiniger und Acrylwand ist echt Mist. Also eher gröberes Bodengrundmaterial wählen.

    Eine Abdeckung wird nicht den Gasaustausch großartig verändern. Aber der Kühleffekt für den Sommer wird reduziert.
    Ein Abschäumer kühlt durch Verdunstung abhängig von der Luftfeuchtigkeit konstant - die Kühlleistung kann nicht erhöht werden. (Ich schätze dass die Kühlleistung des Abschäumers geringer ist als der Energieeintrag durch die Abschäumerpumpe. - Kann ja mal jemand durchrechnen :wacko: )

    Die Aquarienwasseroberfläche kann durch den Einsatz eines Lüfters erheblich zur Kühlung beitragen. Ein Abschäumer für normal große Aquarien hat vielleicht einen Luftdurchsatz von 1000 Litern pro Stunde. Ein Ventilator über dem Aquarium liegt das schon im Bereich von einigen hundert Kubikmetern pro Stunde und kann durch die Verdunstungskälte die Wassertemperatur um 1-4°C herunterkühlen.

    @Hans-Werner,
    Überläufe und Fallrohre werden normalerweise so eingestellt, dass die Vermischung von Luft und Wasser minimiert ist. Wenn Dein Aquarium allerdings laut gluckernd auf "Niagara-Modus" läuft, hast Du vollkommen recht.

    Hallo Thomas,

    die gemessenen Konzentrationen eines Stoffes sage leider NICHTS über den Umsatz dieses Stoffe aus.
    Z.B. Ammoniak: es wird kontinuierlich produziert, indem es über die Fischkiemen ausgeschieden wird. In einem "gesunden" System wird es aber so schnell wieder von anderen Organismen z.B. Korallen aufgenommen, dass man Ammoniak nicht nachweisen kann. Wie eine Badewanne, in die Wasser hineinläuft und sofort wieder durch den Ablauf verschwindet, wenn der Stöpsel nicht den Ablauf blockiert.

    Zeolith und Aktivkohle binden sehr schnell einige Stoffe, die dann somit nicht im Freiwasser messbar sind. Aber: Bakterien siedeln sich auf den Oberflächen und in Zwischenräumen an und können die adsorbierten Stoffe verwenden und umwandeln. Die umgewandelten Stoffe oder überschüssige Bakterienschichten werden dem Freiwasser wieder zugeführt und können von anderen Organismen wieder aufgenommen werden.

    Robert,

    bei vielen Herstellern wirst Du auch mit Gewerbeschein keine besseren Preise bekommen. Oft genug wird eine Rabattierung nur nach Höhe der Abnahmemengen gewährt oder der Hersteller überprüft, ob ein Ladenlokal vorhanden ist.

    Beim Einkauf in DE kannst Du die Mwst. nicht umgehen. Für das EU-Ausland benötigst Du eine Umsatzsteuer-Identnummer (dann bist Du schon automatisch auf dem Radar der Steuerbehörden) und für das Nicht-EU-Ausland sorgt der Zoll schon dafür, dass Du die Einfuhrumsatzsteuer (entspricht zahlenmäßig der Mwst.) abführst.

    Beim Verkauf ohne Mwst. wissen das Deine "Kunden" und wollen sowieso Preise ohne Mwst. haben. Und ein enttäuschter "Kunde" kann schnell mal mit Deinem Finanzamt in Verbindung treten.

    Wenn Du der Typ "no risk no fun" bist, kannst du selbstverständlich so aggieren. Aber ob sich das lohnt?

    In meinen Augen gibt es nur zwei Wege: Hobby oder selbstständig, dann aber richtig.

    Ein Riffsystem besteht aber leider nicht nur aus Korallen, Fischen und Bakterien. Die Rolle der Schwämme soll hier nur einmal kurz angeschnitten werden. In der sogenannten Schwammschleife werden Stoffe, die von Korallen abgegeben werden (z.B. Schleim), von den Schwämmen "aufpolliert" und für andere Organismen (z.B. Bakterien, aber auch wieder Korallen) leichter zugänglich gemacht.
    Schwämme können sich in "nackten" Aquarien, die heutzutage in Mode sind, kaum ansiedeln. Dazu bedarf es genügend dunkler Hohlräume mit konstanten Strömungsmustern. Jeder, der einmal einen alten Riffaufbau auseinandergenommen hat, wundert sich, wie viel von den kryptischen Schwämmen sich angesiedelt haben. Mein Meinung nach sorgen diese kryptischen Schwämme viel zur Stabilität des Gesamtsystems bei.

    Richtig geschätzt! Die Oberfläche der Luftblasen des Abschäumers beträgt ein Vielfaches der Oberfächen von Aquarium und Technikbecken.
    Wenn wir mal von einem durchschnittlichen Blasendurchmesser von 0,7 mm ausgehen, dann könnten man rein theoretische bei optimaler Kugelschüttung mehr als 5000 Blasen in jeden Kubikzentimeter bekommen. Wenn wir im Abschäumer nur 10% Blasen haben (ein ganz grobe Schätzung von mir), dann haben wir pro Liter Abschäumerinhalt immerhin 0,9 m2 Fläche. Und zwar eine hochaktive Fläche, verursacht durch die vielen Wirbel im Abschäumer und der teilweise gegenläufigen Wasserströmung.

    Für Spezialaquarien mit Rieselfilter hat dieser natürlich ebenfalls ein sehr große Oberfläche.

    Hallo Bernd,

    kann man auch automatisieren. Habe ich irgendwann irgendwo hier im Forum gelesen (ich glaube von Sandy): einmal am Tag mit einer kleinen Luftpumpe von unten Luftblasen durch den Filter jagen. (Nebenbei: so werden auch technische Großfilter und Ultrafiltrationsanlagen gereinigt).

    Je feiner, desto schneller die Wirkung.
    Je feiner, desto schneller verschlammt er.
    Ich würde es vom Filter abhängig machen (welche Körnung empfiehlt der Hersteller).
    Im eingehängten Filterbeutelchen sollte es die gröber Sorte sein.

    Nicht zu vergessen die exorbitante Preissteigerung für Luftfracht; soll wohl Corona verursacht haben.
    Für unseren letzten Import (allerdings nicht lebende Tiere) wollten die Frachtdealer statt der üblichen 700 € einfach mal 1700 € haben und das bei fast gleichem Gewicht/Volumen. Wir konnten zum Glück auf die Eisenbahn umsatteln: hat nur ein paar Tage länger als Luftfracht gedauert und war billiger als Seefracht. Bei lebenden Tieren ist natürlich Luftfracht unumgänglich.

    Wir waren fleißig und haben nun endlich die Filterlücke zwischen der Größe 100 und dem Durchmesser 300 mm geschlossen. Ab sofort sind alle Filter mit dem Durchmesser d150 erhältlich. Auch diese Größe gebaut aus hochwertigem Acrylglas steht in 3 Bauhöhen zur Verfügung: 50 cm, 70 cm und 100 cm. Die Filtereinsätze sind austauschbar, so dass folgende Betriebsweisen möglich sind: upstream (Standard) inklusive des Spezialverfahrens Fließbett und downstream inklusive des Tropfkörperprinzips. Die Filter können extern oder im Filterbecken aufgestellt werden. Ausgestattet sind die Filter mit PVC-Anschlüssen d25 - Tüllen d25 werden mitgeliefert. Im Deckel stehen Zusatzanschlüsse zur Verfügung. Es sind ab jetzt Leerfilter, Fließbettfilter und Reinstwasserfilter im Shop erhältlich. Die anderen vorkonfektionierten Filter werden in den nächsten Tagen folgen.


    Wahrscheinlich kommt gleich Burkhard mit einer anderen Meinung um die Ecke.

    hajo: nö

    Spooner: wenn Aktivkohle in Deinem Becken negativ wirkt, einfach weglassen. - Eigentlich sollte die Abschäumleistung mit Ozon um ca. 30% steigen. Keine Ahnung, was bei Deinem System anders ist. Vielleicht ist der Widerstand des Ozongerätes so groß, dass die Luftleistung zum Abschäumer zu stark gedrosselt wird. Die heutzutage weit verbreiteten Nadelradabschäumer haben eine entsetzlich niedrige Saugkraft (Unterdruck).

    Mit UV können Stoffe oxidiert werden. Besonders gut passiert das, wenn in der UV-Leuchte eine photooxidative Beschichtung eingebracht ist (bei unserem aktuellen Forschungsprojekt haben wir eine 20-30%ige Leistungssteigerung damit gemessen). UVc-Systeme in geschlossenen Anlage (Kreislaufanlagen) arbeiten am besten wenn das Produkt UVc-Leistung x Durchflussgeschwindigkeit x Reaktionsvolumen maximal ist. Oft hört man, dass die Leistung bei geringer Durchflussgeschwindigkeit größer wäre, das ist nicht korrekt - nur die Dosis, die z.B. ein Bakterium abgekommt steigt an.

    Der Aquarianer kann also an zwei Schrauben drehen: Durchfluss und regelmäßiges Wechseln der Entladungsröhre. Das Reaktionsvolumen ist durch die Bauart der UV-Leuchte vorgegeben.

    Habe jetzt Kalk im Nachfüllwasser ( Kalkwasser),

    Kalkwasser im Nachfüllbecken funktioniert nur, wenn das Nachfüllbecken hermetisch gegen die Atmosphäre abgeschlossen ist. Sobald Luft an das Kalkwasser kommt, "saugt" es das CO2 aus der Luft und wird nach und nach unwirksam und verändert gar nichts im Aquarium.
    Also entweder Tropfenmethode aus einem dichten Kanister (eine winzige Entlüftungsöffnung muss trotzdem sein, sonst tropft es nicht) oder ein Kalkwasserreaktor. Kanister ist preiswert, verursacht aber mehr Arbeit - Kalkwasserreaktor ist teuer, minimiert allerdings die Arbeit und kann super mit einer Nachfüllautomatik kombiniert werden.

    Ein technisches Problem sehe ich nicht. Dann bleibt nur noch das Einfahrproblem. Ich drücke Dir die Daumen, dass Du den Zeitpunkt, durch Tiere (Korallen und zuerst WENIG Fische) eine Gegengewicht zu schaffen, nicht verpasst hast.
    Ich kann nur wiederholen: Korallen, Korallen, Korallen, um eine vernünftige Assimilation zu schaffen.
    Wäre ich an Deiner Stelle, würde ich die ersten robusten Korallen - also nicht sofort SPS - schon vor dem Urlaub einsetzen. Und: es gibt auch gute Online-Händler. Hier im Forum wurden schon einige erwähnt. Fische würde ich dann nach dem Urlaub dazusetzen.

    Rein theoretisch ist der pH-Wert des oben genannten Puffersystems höher als der vom reinen Natriumhydrogencarbonat. Ob es praktisch im Becken einen Unterschied macht, möchte ich bezweifeln. Zu viele andere Einflüsse beeinflussen den pH-Wert.
    Torsten: einfach ausprobieren. Kann sein, dass in Deinem Becken ein Unterschied zu beobachten ist, kann aber auch nicht sein.

    Da muss ich Bernd voll und ganz zustimmen.
    Regen kann erst entstehen, wenn Kondensationskeime (im Winter Kristallisationskeime) in der Luft vorhanden sind. Dem Wasser ist es egal ob es sich an Staub, Schwermetallpartikel oder Organismen anlagert und zu einem Regentropfen wird. Was alles in der Luft sein kann ist erstaunlich:
    - Ruß mit allen möglichen kazerogenen Stoffen
    - Sand aus der Sahara (macht nichts, düngt nur die Natur)
    - Mikroplastik inkl. Reifenabrieb (die verursachten Schäden sind mehr oder weniger noch unbekannt)
    - Säure (das Problem ist in Europa einigermaßen gelöst)
    - radioaktive Stoffe (mal sehen was nach Chalk River, Kyschtym, Windscale, Simi Valley, Three Mile Island,
    Tschernobyl und Fukushima noch so kommt; vielleicht fangen mal wieder ganz Klevere an, Atombomben zu zünden: Bikini lässt grüßen)
    Das sind meist keine großen Konzentrationen, aber wir müssen bedenken, dass viele unsere gepflegten Tiere wesentlich empfindlicher reagieren als der Homo sapiens.

    Ein paar Worte zur Wasseraufbereitungstechnik wären sinnvoll. Bakterienblüten - ob nun als trübe Brühe oder als Bakterienrasen - sind oft ein Zeichen für unterdimensionierte Technik.
    Es ist dringend Zeit, Tiere einzusetzen. Denn nur wenn Korallen wachsen, werden Plagen wie Bakterienblüten, Algen- und Cyanoblüten verringert. Man kann am Anfang eigentlich nicht zu viele Korallen einsetzen (die falschen schon). Je schneller Korallen dominieren, desto weniger Chancen haben die Plagegeister.

    Schön, dass Ihr über Äpfel und Birnen streitet, dabei wollte JAC nur wissen, ob er Obst benötigt. Es wurden zwei vollkommen andere Konzepte gegeneinander verglichen, bei denen es keinen allgemeinen Gewinner geben kann.

    Konzept 1: es ist Platz vorhanden und dieser darf auch genutzt werden (die Regierung hat ja mit zu entscheiden):
    1 Tank für RO-Wasser (10-20% des Aquarienvolumens), 1 Tank für mindestens 1 Wasserwechselmenge (je nach Konzept)
    Vorteile:
    - die RO-Anlage ist klein und läuft lange am Stück (bessere Wasserqualität und optimales Preis-Leistungsverhältnis: Anschaffung und laufende Kosten)
    - es ist immer genügend Wasser für besondere Zwecke übrig
    - wenn der RO-Tank über dem Meerwassertank steht, ist das Meerwasseransetzen ratz fatz durchgeführt und eine Nachfüllautomatik im Aquarium kann einfach durch ein Schwimmerventil realisiert werden
    Nachteil:
    - man braucht Platz

    Konzept 2: es ist kein Platz vorhanden, auch nicht in Nebenräumen oder Kellern:
    1 kleiner Tank oder ein Membrantank für RO-Wasser und eine leistungsstarke RO-Anlage und einen kleinen Meerwassertank, der zumindest einen kleinen Wasserwechsel ermöglicht
    Vorteile:
    - es kann sehr schnell Wasser produziert werden, wenn es benötigt wird
    - Wasser kann nicht gammeln, da es immer frisch produziert wird (insbesondere für Mikroalgenzuchten nicht zu vernachlässigen)
    - und natürlich weniger Platzbedarf
    Nachteile:
    - höhere Kosten
    - die Wasserqualität ist schlechter durch kurze Laufzeiten der RO-Anlage (kann man mit einem leitfähigkeitsgesteuertem Permeatablassventil kompensieren)
    - oft genug haben leistungsstarke RO-Anlage eine Pumpe, die Geräusche bis Lärm verursacht und höhere Wartungskosten verursacht

    Hi JAC,

    da gibt's Ärger, wenn ich Verkaufsgespräche führe. Sende mir doch eine PN.

    Grundsätzlich zur Wahl von RO-Anlage gibt es folgende Aspekte:

    - Wieviel Liter pro Tag / Stunde benötige ich (eine RO sollte so lange wie möglich am Stück laufen, damit Wasserqualität und Preis-Leistung optimal sind)
    - Ist genügend Vordruck vorhanden: unter 3-4 bar sollte eine Druckpumpe installiert sein
    - Wasserqualität war ja schon geklärt (niedrige Härte, dafür aber reichlich Kieselsäure)
    - Soll eine RO-Anlage automatisch laufen oder ist der gute alte Handbetrieb o.k.
    - Wie lange soll eine Harzfüllung reichen?
    - Soll eine Überprüfung der Rein- und Reinstwasserqualität stattfinden?

    Wie Du siehst: ganz schön viele Fragen / Punkte. Also "das beste was er derzeit empfehlen kann" ist so eine Aussage wie: das beste Auto der Welt - wenn der Einsatzzweck nicht klar ist, gibt es so etwas nicht.

    Hallo JAC,

    Tipps gibt's auch hier.
    Mal ganz unabhängig vom Hersteller: bei so hohem Kieselsäuregehalt ist die beste Kombination: Umkehrosmose plus Reinstwasserfilter (Harzfilter). Wird nur ein Harzfilter installiert, muss er ca. 20mal größer ausgelegt werden, als wenn die Umkehrosmose davorgeschaltet ist.
    Beim Harzfilter solltest Du eher ein schlankes hohes Modell als ein breites kurzes wählen.

    Komm bitte nicht auf die Idee, eine 1:1-Anlage zu benutzen. Bei Deinem weichen Wasser wäre das zwar eine Option, aber die Wasserqualität einer 1:1-Anlage ist IMMER schlechter als die Qualität einer z.B. 3:1-Anlage. Wasser zu sparen ist zwar eine schöne Sache, aber es müssen alle laufenden Kosten berechnet werden, nicht nur der Wasserpreis.

    Die Wasserleistung einer RO wird oft genug nach dem Amerikanischen Standard angegeben. 25°C Wassertemperatur sind vielleicht in Florida realistisch, aber in DE sind es doch eher 10-15°C. Also beim Vergleich immer schön auf die angegebene Temperatur achten.

    Hallo Axel,

    Vieles läuft bei Wirbeltieren gleich oder ähnlich ab. So würde ich mich nicht wundern, dass auch Fische bei Iodmangel antriebslos werden. Ist natürlich reine Spekulation.
    Haben denn Deine Krebstiere Probleme mit dem Häuten? Wenn nicht, würde ich keine Unterversorgung mit Iod vermuten.
    Und ob Dein Fisch anämisch (Mangel an rotem Blutfarbstoff) war, hätte nur eine Blutanalyse klären können.
    Man sollte doch mehr antarktische Fische halten - die haben keinen Blutfarbstoff. :grinning_squinting_face:

    Hallo David109,

    auch wenn das total altmodisch klingt: kaufe Dir bitte ein oder zwei gute Bücher und arbeite Dich in die Materie ein. Deine ersten Anfänge sehen nach einer neverending story aus oder enden mit totalem Frust und der vollständigen Aufgabe des Meerwasserhobbys.
    Es wäre hilfreich, das Becken mit der verwendeten Technik ein wenig zu beschreiben. Es gibt nämlich viele Wege und nicht alle führen zum Erfolg.

    Hallo Hans-Werner,

    ganz so einfach würde ich das nicht sehen. Es sind zu viele Fragen offen.

    - Tina hat bestimmt den klaren Überstand oder ein Filtrat zur Analyse geschickt und nicht eine trübe Suppe. Dann sind also bereits Metalle aus dem Futter diffundiert und werde nicht von den Fischen aufgenommen. Aber in welcher Form liegen die Metalle vor: als Ion oder komplex gebunden?
    - Was passiert mit komplex gebundenen Verbindung bei Zersetzungsprozessen? Liegen dann Metallionen vor oder sind sie immer noch maskiert und werden einfach nicht frei und richten Schaden an.
    - Was passiert grundsätzlich mit den im Futter enthaltenen Metallen? Ein Teil wird natürlich vom Fisch für eigene Enzyme und Co-Faktoren verwendet. Das gilt aber nur für Jungfische, die noch wachsen. Altfische nehmen netto keine Stoffe auf sondern schleusen alles nur durch ihren Körper und "verbrauchen" nur Energie. (vom Laichansatz mal abgesehen)
    Was passiert mit überschüssigen Metallen? Werden diese ausgeschieden oder reichern sie sich im Fisch an? Krustazeen mit ihrem Hämocyanin (enthält Kupfer statt wie im Hämoglobin Eisen) werden wohl überdurchschnittlich Kupfer enthalten, das in diesen Mengen wohl nicht vom Jungfisch benötigt wird.

    Ich gehe davon aus, dass aus Futter Metalle in den Wasserkörper übergehen. Wie schädlich diese sind, wird für uns Aquarianer nicht bestimmbar sein.
    Werden nicht aktiv die Metalle aus dem Wasser entfernt (Abschäumer, Wasserwechsel, Adsorber) werden sie sich anreichern - im Wasser oder im Tier oder im Boden.