Beiträge von Burkhard Ramsch

    Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten der Anreicherung:
    - Hochwertiges Gemisch aus Mikroalgen den Nauplien geben oder
    - den Nauplienbrei (also die Nauplien heraussieben) mit den Zusatzstoffe beträufeln und über nacht im Kühlschrank lagern.
    Welche Stoffe zur Anreicherung? Das ist abhängig von den aufzuziehenden Fischlarven. Da hilft nur nach den jeweiligen "Rezepten" artspezifisch zu suchen. Jeder hat da so seine Geheimmischung.

    Hallo Sebastian,
    ich möchte auf einen RO-Tank nicht verzichten. Wie schnell braucht man schnell mal eben ein paar hundert Liter Wasser. Bei Kleinaquarien genügt oft genug die Leistung einer normalen RO-Anlage, um schnell genügend RO-Wasser zu haben. Der Bedarf steigt aber im gleichen Maße zum Aquarienvolumen - bei 4 m3 ist das nicht gerade wenig. Klar, wenn man eine RO-Anlage mit 1 m3/h Leistung hat (kann ich gern anbieten :smiling_face: - hallo Admin: ist ein Scherz und keine Werbung), braucht man keinen Tank. Ich würde von so einer Anlage strikt abraten, da das Preis-Leistungs-Verhältnis grottig ist. Wenn der Platz vorhanden ist, dann bitte einen Tank installieren.

    Hallo Klaus,
    Plankton ist im Aquarium wirklich nur zeitlich sehr begrenzt vorhanden, wenn zufällig irgendjemand abgelaicht hat. Aber ich denke eher an die sogennante Schwamm-Schleife, bei der abgesonderte Stoffe von den Korallen durch Schwämme aufgenommen und als partikuläre Stoffe wieder ausgeschieden werden. Für diese interessieren sich wieder Filtrierer inkl. Korallen. - Das war auch nur meine Meinung. Es gibt viele Möglichkeiten, einen Vliesfilter zu betreiben: von gar nicht bis ununterbrochen im Hauptstrom. Den goldenen Pfad gibt es da nicht.

    Jede frisch geschlüpfte Larve/Nauplie hat einen hohen Nährwert. Man will ja schließlich seine Kleinen mit den besten Bedingungen in die weite Welt schicken. Die inneren Werte nehmen allerdings sehr schnell im Laufe der Zeit ab, wenn die Kleinen nichts Vernünftiges zu futtern bekommen. Wie schnell der Nährwert während des Wachstums abnimmt, wenn nicht gefüttert wird, hängt natürlich wieder von einigen Faktoren ab - Stress im weitesten Sinne: Temperatur, Salinität, pH, Feinddruck... . Klaus, wenn man also Informationen darüber bekommt, sind diese extrem abhängig von den Versuchsbedingungen. Such doch einfach in scholar.google.com

    Fischlarven fressen im Allgemeinen eine Vielzahl von Planktonorganismen, so dass die Chance gut steht, dass alle lebenswichtigen Stoffe vorhanden sind. Wir Möchtegernzüchter (im Vergleich zur Natur) benutzen einen oder sehr wenige Planktoner, um Larven zu ernähren. Da besteht prinzipiell und meist praktisch die Gefahr, dass etwas Essentielles (z.B. HUFA) fehlt. Eine Anreicherung ist deshalb nur anzuraten, um die Überlebensrate so hoch wie möglich zu halten.

    Hallo Sebastian.
    Es kommt immer drauf an, was Du möchtest. Ich persönlich würde nie 100% des Rücklaufs durch einen Vliesfilter laufen lassen. Das Wasser wird zwar kristallklar, aber organische Partikel sind auch wichtig für die Ernährung von Korallen und Co.
    Eine richtig dimensionierte Vorkammer, in der alle Rück- und Überläufe münden, und das Wasser einigermaßen von Luftblasen befreit wird, ist sinnvoll. Von dort geht es dann in den Vliesfilter als Bypass oder Hauptstrom - je nach Geschmack.

    Die Rücklaufleitungen der einzelnen Becken würde ich auf keinen Fall zusammenführen. Die werden sich bei einer Einstellungsänderung gegenseitig beeinflussen. Auch Rücklauf und Überlauf zusammenzuführen ist suboptimal. Hinter der Zusammenführung hast Du ein Wasser-Luft-Gemisch, dass hydraulisch nur durch Zufall einzustellen ist. Und laut wird es ebenfalls.

    Hallo Klaus und Rüdiger,
    die Leistung aller Reaktoren können zeitlich gesteuert werden. Wichtig bei unseren Angaben ist, dass mit der maximalen Aquariengröße auch SPS-Turbo-Plantagen gemeint sind. Nach unten steuern geht immer. Nur allzu drastische Fehlgrößen, z.B. Größe 4 bis 8000 Liter an ein Nanobecken zu hängen, ist schlecht zu händeln. Nach ein paar Minuten Laufzeit müsste er bereits wieder abschalten - die KH würde dabei sehr schnell angehoben werden, um dann im Laufe des Tages wieder langsam abzufallen.
    Einen kleineren Turbo-Kalkreaktor zu bauen, ist zwar möglich, der Materialaufwand wäre sehr ähnlich der Größe 1 und der Montageaufwand zumindest gleich groß. Wir müssten eine geeignete kleinere Pumpe finden, die auch langzeitstabil ist... - Das Ergebnis wäre ein kleinerer Turbo bei fast gleichem Preis. Die Stückzahlen wären vermutlich auch gering. Die Größe 1 wird z.B. erheblich weniger verkauft, als die Größen 2 und 3.

    Hallo Hans-Werner,
    die Ergebnisse des Muschelbruchs haben mich auch ein wenig erstaunt. Rein chemisch gesehen ist das ein tolles Material. Die Form lässt ein wenig zu wünschen übrig: Die Muschelbruchstückchen - kleine, sehr flache Scheibchen - legen sich gern zusammen und bilden größere Verbände. Das könnte Probleme bei der Langzeitanwendung geben. Das ist aber eine reine Vermutung. Die Versuche sind maximal über Wochen gelaufen, nicht über Monate oder gar Jahre. Die ICP-OES-Analysen wurden auch nur einmal gemacht. Statistisch bei n=1 ist rein gar nichts auszusagen. Die Messergebniss der Zusammensetzung sind deshalb nicht in Stein gemeißelt.
    "...Kalkreaktor hätte": es ist niemals zu spät.

    Wir haben mal in einem Artikel unsere gesammten Erfahrungen mit Kalkreaktoren zusammengefasst. Viele der gewonnenen Ergebnisse wären ohne das von der AIF, Berlin, unterstützte Forschungsprojekt "ISAC" = Improved Sexual & Asexual Coral-Reproduction nicht zustande gekommen. Das Forschungteam bestand aus den Mitgliedern AquaCare, Gladbeck; Advanced Ceramics, Uni-Bremen; Mikrobiologisches Labor Lohmeier, Münster; ZMT Leibniz Zentrum für Marine Tropenforschung, Bremen. Auch bei Dr. Denk, Oceamo.com, bedanken wir uns für die ICP-OES-Analysen und den kritischen Bemerkungen.

    Was Sie immer schon über Kalkreaktoren wissen wollten.


    Aquarium Manfred Trusheim, 2022

    Es bilden sich beim Auflösen von hohen Salzmengen Radikale. Man merkt es ein wenig am Geruch: frisch angesetztes Meerwasser riecht immer ein wenig "desinfizierend". Auch Schwermetalle (Entschuldigung: in der richtigen Menge sind es ja Spurenelemente) fallen während der Wartezeit aus.
    Ich habe allerdings keine negativen Reaktionen feststellen können, wenn sofort nach dem Auflösen das Wasser genutzt wurde. Bei extremen Wasserwechseln würde ich jedoch einen Tag warten.
    Im Zweifelsfall eine ICP-Analyse nach dem Wasserwechsel mal machen.

    Bei Algenzuchtkulturen ist lang "eingefahrenes" Meerwasser sogar negativ, weil sich während der Wartezeit eine Menge Bakterien bilden, die eine Algenkultur eher behindern. Im Aquarium sind diese Bakterien als harmlos einzustufen.

    Grundsätzlich: die letzte Stelle einer digitalen Anzeige ist etwas für den :arschi: . Sie kann maximal einen Trend angeben, hat aber nichts mit genauer Messung zu tun. Wenn man einen Reinstwasserfilter wirklich beurteilen will, darf das Messgeräte einen gesamten Messbereich von maximal 50 µS/cm (30 ppm) aufweisen. Ist der Messbereich weit darüber, z.B. 1999 µS/cm, kann definitiv im relevanten Bereich für einen Reinstwasserfilter (1-10 µS/cm) keine Aussage getroffen werden.
    Umrechnungsfaktor von ppm zu µS/cm: ca. 1,6
    Ob ein Reinstwasserfilter benötigt wird, sollte anhand des Aquariums beurteilt werden. Bilden sich Kieselalgenbeläge, dann ist er empfehlenswert. Die Kieselsäurekonzentration im Aquarium spielt dabei keine so große Rolle. Es gibt Aquarien, die grundsätzlich weit über 1 mg/l Silikat aufweisen und von Kieselalgen keine Spur: entweder wachsen die Kieselalagen nicht oder sie werden schneller gefressen als man zusehen kann.
    Für den Betrieb eines Reinstwasserfilters / Harzfilter gelten folgende Grundsätze:
    - Bei sehr hohen Si-Konzentrationen sollte die Harzfüllung mindestens 50 cm hoch sein.
    - Der erste Liter Wasser sollte verworfen werden.
    - Hat das Leitungswasser vor der RO eine extrem hohe Härte, sollte vor dem Reinstwasserfilter eine Belüftungsstufe geschaltet werden, um das viele CO2 aus dem Wasser zu holen.
    - Ab ca. 3 µS/cm sollte die Harzfüllung ausgetauscht werden.
    - Regenerierte Harze haben grundsätzlich eine schlechtere Performance.
    - Die beiden Komponenten des Mischbettharzes sollten sich nicht entmischen; wenn das der Fall ist, wieder vermischen und die Fließrichtung im Filter umkehren.
    - Mischbettharze können weiter herunterreinigen als hintereinander geschaltete Anion-Kationenaustauscher.

    Hallo, wenn man Platz für einen Technikraum hat, würde ich immer hohe Abschäumer bevorzugen. Hohe Geräte sind definitiv immer effektiver als niedrigere der gleichen Bauart. Um redundant zu bleiben reicht ein großer Abschäumer plus eine Reservepumpe.

    Längeres Hauptrohr -> längere Aufenthaltszeit -> geringere Ansprechkonzentration -> bessere Performance

    Meiner Ansicht nach sollte die komplette Fütterungsstrategie pragmatisch vorgenommen werden. Es gibt zu viele Unbekannte:
    - Was braucht mein Fisch? Die meisten Daten stammen aus Untersuchungen über Raubfische, z.B. Lachs. Da stehen viele der von uns gehaltenen Fische schon mal außen vor.
    - Die kompletten essentielle Stoffe werden nicht jeden Tag benötigt. Es reicht, dass sie regelmäßig zur Verfügung stehen. Deshalb darf auch der Mensch "trotz" gesunder Ernährung sich mal die Currywurst mit Pommes Schranke antun, ohne gleich in Ohnmacht fallen zu müssen.
    - Wir haben nicht die geringste Ahnung, was unsere Tiere noch so in unseren Aquarien finden. Und dessen Nährwerte sind noch unbekannter.

    Deshalb komme ich zu dem Schluss, dass nur eine sehr abwechslungsreiche Fütterung sinnig ist. Damit erreicht man - zumindest statistisch -, dass alle essentiellen Stoffe zur Verfügung stehen.
    Die Tiere müssen Spaß haben, z.B. Salat zupfen.
    Die Futterintervalle müssen an die jeweiligen Tiere angepasst sein: ein Schaukelfisch benötigt einmal die Woche Futter, viele Planktonjäger, z.B. Anthias, müssen mehrmals am Tag gefüttert werden, um eine Überlebenschance zu haben.

    da Phosphor ein wichtiger Baustein für die DNA ist und jeden Tag tausende von Körperzellen ersetzt werden müssen und dafür die vorhandene DNA repliziert wird, wird natürlich ein Teil des Phosphats in der DNA verbaut.

    Hallo Rüdiger,

    wenn tausende Zellen ersetzt werden, fallen auch tausende Zellen als Abfall an. Nach Deiner These müssten Alttiere erheblich mehr P aufweisen. Tun sie aber nicht. Bei adulten Tieren ist außer Energieumwandeln nichts passiert.

    Bei diesen Zahlen fehlt auch noch der Nutzen den der Fisch aus dem Futter zieht.
    Und damit auch wieviel des aufgenommenen PO4 wieder hinten raus kommt.

    Bei ausgewachsenen Tieren kommt es 1:1 wieder hinten heraus. Zwar in anderer Form, jedoch wird durch die Mikrobiologie Phosphat wieder freigesetzt.
    Nur bei Jungfischen bleibt ein Teil des Phosphats in der hinzuproduzierten Körpermasse hängen.

    Hallo Kermit,

    leider bis Du auf die Maßstabsfalle hereingefallen. Auf den ersten Blick könnten man meinen, dass Frostfutter sich kaum unterscheidet. Wenn Du den Maßstab auf z.B. 3000 µg/g verringern würdest, sieht man, dass Artemia ca. die Hälfte des PO4-Gehaltes aufweist wie Lobstereier oder Mysis.
    Was eine Grafik aussagen soll hängt ganz stark von der Darstellungsweise ab. Oft genug wird so lange herummanipuliert, bis eine Grafik so aussieht, wie der Autor einen Eindruck schaffen will. (Diese Vorgehensweise will ich auf keinen Fall Dr. Denk unterstellen. In dem Fall ist es einfach nur eine Grafik. )

    Hallo timocean,

    nimm einfach einen Löffel Deiner Wahl. (Kaffeedosierlöffel sind sehr praktisch.) Du muss die Dosierung sowieso dem Verbrauch Deines Aquariums anpassen. Ob Du 2 Löffel der Marke A nimmst oder 3 Löffel der Marke B macht keinen Unterschied, wenn die Menge stimmt. Und diese musst Du sowieso ständig anpassen, je nachdem was im Aquarium so abläuft.

    Lanthanphosphat lässt sich nur bei sehr niedrigen pH-Werten wieder lösen (Diatloff et. al. 1996)
    Somit im Meerwasseraquarium kaum denkbar.

    Mit der Schlussfolgerung wäre ich vorsichtig. Im Aquariumwasser trifft die Aussage auch in meinen Augen so zu. Aber was alles im Interstitium (Lückenraum im Boden und porösem Gestein) und Biofilmen passieren kann, ist eine ganz andere Sache. Die Bakterienflora kämpft mit Säureangriffen und Chelatoren um wichtige Substanzen. Ob dabei nachweislich Lanthan wieder gelöst oder in organischen Verbindungen eingebaut wird, weiß ich nicht. Aber denkbar ist im Reich der Mikroben eigentlich alles.

    Eine Analyse des schwarzen Sandes ist kaum hilfreich. Die Aquarienscheibe besteht auch aus einem hohen Anteil Silizium (Hilfe, Kieselsäure!). Es kommt darauf an, was aus dem Sand herausgelöst werden könnte. Dazu habe ich leider auch keine weiteren Angaben.
    Auch ist zu beachten, dass einige Sand aufnehmende Fische (Grundeln, etc.) eventuell Probleme mit nicht-Korallensand haben könnten (ja, ich weiß, dass es in einigen Schwarzsandgebieten auch Grundlen gibt). Wenn kleine Anteile in den Magen kommen, werden diese nicht wie bei Korallensand, von der Salzsäure zersetzt. In einem Großaquarium gab es mal ein Problem mit einem Hai, der wohl zu viel Quarzsand geschluckt hatte. Nach einer Magenoperation hat man das Problem erst erkannt.

    Es gibt grundsätzlich zwei Arten: steckbar oder klebbar. Beide haben Vor- und Nachteile. Bei den steckbaren ist wichtig, dass die Überlaufkante der Kämme nicht höher liegt, als die Glasscheibe selbst. Wenn klebbare Taschen einmal kleben, ist es mit einer Verschiebung nicht so leicht.
    Tina, ich darf Dir leider nichts empfehlen.

    Aus den technischen Daten der besagten Kämme werde ich nicht ganz schlau. Die Taschen müssen auf jeden Fall auf gleicher Höhe wie die Scheibe eingesteckt sein, sonst dröppeln bei Pumpenstillstand erhebliche Mengen Wasser nach. Bei ungleicher Höhe (Oberkante Tasche - Oberkante Glas) muss die Tasche geklebt werden, um das langsame Nachfließen zu verhindern. Leider gibt es auch keine Materialangabe zur Tasche. Wenn das PE ist, dann ist es nicht möglich, die Tasche anzukleben.

    Wird der kh Wert in der fm icp ermittelt?

    KH kann per ICP nicht ermittelt werden, nur der Gesamt-Kohlenstoff (TC). Der setzt sich aus organischem Kohlenstoff und anorganischem C zusammen. Der anorganische Kohlenstoff setzt sich aus Kohlendioxid, Kohlensäure, Hydrogencarbonat und Carbonat zusammen.
    Nebenbei, die KH messen wir sowieso nicht mit unseren Tests, sondern die Pufferkapazität (der englische Ausdruck Alkalinity passt da schon besser). Hohe Phosphatwerte z.B. verändern die KH ebenfalls. Die Karbonathärte ist nur durch eine Leitfähigkeitstitration bestimmbar.

    Rein theoretisch wird bei besserem Korallenwachstum auch mehr Calcium verbraucht und nicht nur KH. Auch andere biologische Faktoren können die KH senken (siehe Rüdigers Frage): Zersetzungsprozesse, auch als Gammelecken bekannt. Diese können durch ein totes Tiere oder systematisch in hoch belasteten Böden vorkommen.
    Aber auch ein anorganischer Effekt wie ein Fällprozess ist möglich.
    Also auf die Suche gehen, ob irgendwo etwas gammelt, ob Bodenschichten schwarz geworden sind oder ob ein Filter oder das Filterbecken vollkommen zugeschlammt sind. Bis die Ursache gefunden ist, weiter und mehr KH dosieren.

    Faktoren, die die Aufstauhöhe beeinflussen:
    - Länge des Kamms
    - Anteil der offenen Lücken im Kamm
    - Breite der Lücken
    - Tiefe des Kammmaterials
    - Bewuchs auf und zwischen den Zinken (eine Kammabdeckung wirkt Wunder)
    - effektiver Volumenstrom der Rückförderpumpe
    (- Art des Kammmaterials)
    (- Temperatur des Wassers)

    Tina,
    ich würde bei "normalen" Parametern immer 1 cm Aufstauhöhe rechnen - es kommt immer höher als man denkt.
    Kannst Du auch ausprobieren: die Tasche mit Klemmen an der Überlaufscheibe provisorisch befestigen, System laufen lassen. Wenn der Wasserstand zu niedrig ist, die Tasche um den Fehlbetrag höher ankleben.

    Hallo Werner,

    osmotischer Druck von Festkörpern - ein schönes Bild.
    Eigentlich hast Du alles zusammengefasst. Je niedriger die PO4-Konzentration im Wasser desto höher der "Drang", dass Phosphat vom Gestein wieder zu lösen.
    Berechnen kann man das aber leider nicht. (Maschinenbauer: waren das nicht die Typen, die Formeln mit hunderttausend Variablen auf zehn Millionen Stellen hinter dem Komma berechnen und dann den Sicherheitsfaktor 10 draufknallen? :smiling_face: )
    Faktoren, die eine Rolle spielen:
    - Konzentration im Umgebungswasser
    - Konzentration auf dem Gestein
    - Art und Aufbau des Gesteins
    - adsorptionsbeeinflussende Stoffe im Wasser (Chelatoren) und auf dem Gestein
    - Temperatur
    - pH-Wert
    - Redoxwert
    - biologische Vorgänge auf der Oberfläche des Gesteins
    - Länge des Diffusionswegs
    - Wasserströmung und das ganze Thema laminare Grenzschicht
    Mehr ist mir auf die Schnelle nicht eingefallen - die Liste ist garantiert nicht komplett.

    Praktisch gesehen stellt man die Phosphatkonzentration im Wasser z.B. mit Adsorbern auf den gewünschten Wert ein. Mit der Zeit wird man sehen, dass bei gleichem P-Eintrag, die Menge des benötigten Adsorbers sinkt - ein sicheres Zeichen, dass die Phosphatkonzentration am Gestein sinkt und damit die Phosphataufnahmefähigkeit des Gesteins erhöht wird.

    Mit zwei Pumpen einen Kreislauf aufzubauen (eine Pumpe fördert ins TB und eine Rückförderpumpe) funktioniert nicht. Es ist nicht möglich, zwei Pumpen so einzustellen, dass exakt die gleiche Fördermenge fließt. Ein Schneckchen im Laufrad einer Pumpe verursacht schnell eine Überschwemmung.
    Wenn es aus technischen Gründen doch gebaut werden soll, dann muss eine aktive Regelung die Leistung einer Pumpe übernehmen. Geregelt wird dann z.B. nach dem Wasserstand. Für einen Kunden musste wir mal so eine Regelung bauen: dort waren Technikbecken und Aquarium 50 Meter voneinander entfernt, so dass es mit freiem Ablauf nicht lief.

    Hallo Hans-Werner,

    Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Nitrat ist, wie Du einmal so schön beschrieben hast, die Müllhalde der N-Verbindungen. Kurz vor dem Verhungern wirst aber auch Du auf der Müllhalde Essbares suchen.
    Kurzum: ist Nitrat nachweisbar, wird wohl kein N-Mangel herrschen. Das Problem mit den "intermediären" N-Verbindungen ist, dass sie mit aquaristischen Mitteln nicht messbar sind. Die Beurteilung des Zustandes von Korallen fällt gerade Anfängern nicht leicht und viele Fehlinterpretationen sind möglich. Deshalb halte ich Nitrat für den Reservestoff, wenn alles andere nicht läuft. Und Nitrat kann gemessen werden und gibt dem Anfänger ein wenig Sicherheit.

    Zu erwähnen ist ein kleiner Helfer: der Basic-Halter 5x4 mm. Er wird an eine beliebige Stelle in der Multifunktionskammer festgeschraubt. An ihm können bis zu fünf Dosierschläuche befestigt werden. So flutschen die Dosierschläuche nicht einfach mal davon.

    Bei den "weichen" Weichkorallen ist es immer ein wenig schwierig, das abgeschnittene Teil zu befestigen. Sitzt der Kabelbinder o.Ä. zu fest, schnürt sich der Tierkörper ab. Sitzt er zu locker, dann flutscht der Ableger einfach weg. Also Geduld und nicht zu viel Strömung.

    Bei der Löslichkeit muss man zwei Punkten unterscheiden: die Lösegeschwindigkeit und das Löslichkeitsprodukt. Das Löslichkeitsprodukt gibt an, wie viel eines Stoffes sich unter definierten Bedingungen (z.B. Aquarium) auflöst. Die Lösegeschwindigkeit ist der Faktor, wie schnell sich der Stoff auflöst. Beide haben u.U. nicht viel miteinander zu tun. Calciumhydroxid (Kalkwassermethode) löst sich z.B. sehr schnell auf, allerdings nur in geringer Menge.
    Im Aquarium sind die Bedingungen einfach nicht gegeben, dass sich Calciumcarbonat auflöst (abgesehen von Prozessen im Interstitium: Lücken zwischen Bodenkörnern und in den Hohlräumen von Lebendgestein). Auch nicht bei einem pH-Wert von leicht unter 8. Also im Aquarium ist keine adäquate Gelöstkalkversorgung mit Calciumcarbonat möglich, das einfach nur "in den Ecken" liegt. Nur Spezialsystem wie die oben angesprochenen Deep Sand Bed und das JAUBERT-System schaffen die Versorgung bei nicht-SPS-lastigen Riffen. Bei reinen SPS kommen auch diese "passiven" Systeme nicht mehr nach.

    Pulverförmiger Kalk (Calciumcarbonat) hat eine große Oberfläche und würde die Lösegeschwindigkeit ein wenig verbessern. Im Kalkreaktor, der im Sättigungsbetrieb läuft (Wasserdurchfluss ist kleiner als das Volumen des Reaktors pro Tag: turn-over >24h), spielt das jedoch keine Rolle. Erst im Leistungsbetrieb (turn-over deutlich kleiner als 24 h), könnte die große Oberfläche ihre Vorteile ausspielen. Dann gibt es aber Probleme das Kalkpulver im Reaktor zurückzuhalten. Dieses muss nämlich immer in einer Suspension gehalten werden, damit es nicht verklumpt. Unsere Versuche in diese Richtung sind grandios gescheitert und nicht weitergeführt.
    Um den Fragen nach der Natur vorzugreifen: warum werden die Riffe ausreichend mit Gelöstkalk versorgt und das ohne Kalkreaktor? Auch in der Natur gibt es einen "Kalkreaktor"! Unterhalb der sogenannten Lysokline (in einigen tausend Meter Tiefe - wird sich jetzt durch die erhöhte CO2-Konzentration wohl auch geändert haben) löst sich fester Kalk (Gehäuse, Ausfällungen, Sedimenteinschwemmungen) zu Gelöstkalk. Dieses mit Gelöstkalk angereicherte Tiefenwasser steigt zu den Riffen auf und übernimmt somit die Kalkversorgung. Ausschlaggebender Faktor bei diesem Prozess ist der Druck. Ein technischer Kalkreaktor mit ein paar 100 bar Arbeitsdruck würde ganz ohne CO2-Zugabe laufen. Technisch wohl machbar, kostentechnisch ein unerfüllbarer Traum.

    Als Eckpunkt gilt, dass es bedeutendes Korallenwachstum nur überhalb der sogenannten 20°C-Isotherme gibt, d.h. der Jahresdurchschnitt des Wasser liegt nicht unter 20°C. Das heißt nicht, dass Temperaturen unter 20°C nicht vertragen werden. Kommt auf die Tiefsttemperatur, die Dauer der tiefen Temperaturen und das Tier an: Art, an welche Temperatur adaptiert, Zustand des Tiers....
    Im Aquarium sind Temperaturen über 25°C normalerweise nicht nötig (von Spezialbiotopen mal abgesehen), auch wenn die meisten Tiere bis 30°C vertragen. Das kostet - wie Klaus angesprochen hat - unnötig Heizenergie und bei Hitzeperioden fehlt der nötige Temperaturpuffer.
    Da die meisten Aquarien in Wohnzimmern stehen, kann ohne Heizung eigentlich nichts passieren - außer man lässt das Fenster auf.

    Könnte man nicht in der Neutralisationsstufe zusätzliches Beckenwasser zuführen um die Konzentration zu senken so das der Kalk nicht wieder ausfällt ?

    Wenn Beckenwasser VOR der Neutralisierung zudosiert wird, sinkt die Neutralisierungsleistung wegen des höheren pH-Wertes in der Neutralisierungsstufe und es wird somit mehr CO2 dem Aquarium zugeführt. Also leider kontraproduktiv.
    Die Neutralisierungstufe muss an den Reaktor angepasst sein. Über- oder Unterdimensionierung sind nur hinderlich. Neutralisierungsstufen mit Luft betrieben, haben den großen Vorteil, dass sie sehr schnell an die Laufweise des Kalkreaktors angepasst werden können: Luft hochdrehen oder herunterdrehen. Der Nachteil der Luftsysteme ist eine etwas schlechtere CO2-Nutzung. Die eierlegende Wollmilchsau ist auch beim Kalkreaktor nicht möglich.
    Wenn das Beckenwasser NACH der Neutralisierung zudosiert wird, sind Ausfällungen verhindert (wenn wir nicht schon im Aquarium 25°dKH haben), weil der Verdünnungseffekt sofort eintritt. Ob das Wasser verwirbelt wird oder direkt an eine strömungsreiche Stelle einläuft, ist dabei zweitrangig.