Ein kurzfristig schwankender Wasserspiegel sollte für kein Nachfüllsystem ein Problem darstellen. Es wird in der Nähe des Minimumwasserstands geregelt, je nach eingestellter oder vorgegebener Verzögerung.
Der Schalter sollte unbedingt nicht in der "Sonne" stehen, da Algen ihn sehr schnell überwuchern. Berührungslose System (Ultraschall, kapazitiv, optisch) sind den mechanischen vorzuziehen. Es gilt bei allen Typen: regelmäßig reinigen, um Fehlfunktionen nahezu ausschließen zu können. Die Nachfüllpumpe sollte so gedrosselt werden, dass nur gaaaaanz wenig Wasser fließen kann. Oder der Wasservorratsbehälter sollte nur so klein sein, dass zur Not die vollständige Wassermenge geradeso eben in das Aquarium passt.
Absolute Sicherheit gibt es nicht - es sollen ja schon Aquarien ausgelaufen sein...
Beiträge von Burkhard Ramsch
-
-
Daniel schreibt aber noch etliche Artikel.
-
Anscheinend habe ich zu viel Zeit gehabt
. Seit wenigen Tagen ist auf unseren Seiten im Info-Teil ein Mini-Lexikon zu finden. Mit den Rubriken "Filtertechnik" und "Chemie&Physik" ist es gestartet.Im Kapitel Filtertechnik wird in kurzer und übersichtlicher Weise eine Vielzahl von Filtern beschrieben und eingeordnet. Vor- und Nachteile werden aufgeführt. Falls vorhanden sind weitergehende Informationen verlinkt.
Im Chemie- und Physikteil sind die aquaristisch relevanten Elemente und Verbindungen zu finden. Aufgabe und Vorkommen, Quellen und Senken, Kreisläufe und Stoffströme werden nahegebracht. Zusammenfassende Abkürzungen und Analysesysteme vervollständigen den Kurzeinstieg in die oft unbeliebten Bereiche der Chemie und Physik.
Wir werden von Zeit zu Zeit weitere Themen aufnehmen, um das aquaristisches Mini-Lexikon zu vervollständigen. Wenn Ihr Erweiterungsvorschläge habt, bitte gebt mir Bescheid.



-
Hallo Andreas, das Messgerät der Anlage zeigt bei mir immer 0 an, egal wie hoch das Silikat ist?!
Genau das ist das Problem der Messgenauigkeit. Wenn dann noch Leitungswasser mit niedriger Leitfähigkeit dazukommen, sinkt die Aussagekraft des Messgerätes gegen Null.
-
Ich arbeite in diesem niedrigen Bereich gern mit dem Hanna Pronto. Das hat ein ordentliches Preis-Leistungs-Verhältnis.
https://hannainst.de/leitfaehigkeit…sonde-pronto-ec -
Harzverlust: die Harze zersetzen sich bei Aquarianerbedingungen nicht. Die Harzfilter sollten so konstruiert sein, dass das Harz nicht aus dem Filter gespült werden kann. Das Volumen des Harzes kann sich jedoch ändern, je nachdem der Beladungszustand ist und wie hoch der Salzgehalt des Wassers ist. Eine Entmischung des Mischbettharzes ist möglich, jedoch nicht wegen unterschiedlicher Korngröße, sondern aufgrund des unterschiedlichen spezifischen Gewichtes von Anionen- und Kationentauscher. Entmischt sich das Harz, sollte die Durchflussrichtung durch die Säule immer von oben nach unten verlaufen. - Austrocknen mögen Harz überhaupt nicht gern. Macht das Harz in der Vorratstüte einen "zu trockenen" Eindruck, einfach einen Schluck Umkehrosmosewasser dazugeben.
Leitfähigkeitsmessung: Um ein Mischbettharz (da gibt es unterschiedliche Typen) zu kontrollieren, taugen nur Messgeräte, die einen maximalen Messbereich von ca. 20 µS/cm haben. Hat das Gerät einen deutlich größen Bereich, ist eine Messung unter 5 µS/cm illusorisch - und genau in diesem Bereich müssen wir messen. Geräte, die "Null" anzeigen, sind so ungenau, dass man eher den kleinen Finger ins Wasser tauchen kann und die Leitfäigkeit damit abschätzt. Die theoretisch niedrigste Leitfähigkeit von Wasser liegt bei ca. 0,05 µS/cm. Die von Sandy praktizierte Permeatverwurf-Methode kann auch automatisiert werden - wird bei größeren Anlagen eingesetzt. Damit wird die Standzeit des nachgeschalteten Harzes gut verlängert. Extrem wichtig für eine hohe Ausbeute von Reinstwasser ist die Ausgangsqualität des Umkehrosmosewassers. Ob eine RO-Anlage eine Rückhalterate von 95% oder 97,5% hat, bedeutet z.B. eine Verdopplung der Reinstwasserausbeute. - Der Umrechungsfaktor von µS/cm nach TDS ist ungefähr 0,6.
Kieselsäure. Ab wann Kieselsäure durch das Mischbettharz bricht, ist neben den technischen Voraussetzungen eine Frage der Definition: Welche Kieselsäure-Konzentration wird bereits als Durchbruch bezeichnet? Die einzig praktische Methode ist die von Werner angewandte: öfter mal das Reinstwasser messen und mit der Kieselsäurekonzentration in Relation setzen und dann seinen persönlichen Grenzwert der Leitfähigkeit festlegen. Im Allgemeinen liegt dieser Wert, bei dem es noch keine Probleme im Aquarium gibt, bei 2-3 µS/cm. -
Letzte Woche war ich im Orientarium, gelegen im polnischen Lodz, und habe mir mal die installierten Geräte angeschaut und einige Fragen beantwortet, Problem geklärt und natürlich allgemeine Kundenpflege betrieben. Neben zwei Ultrafiltrationsanlagen, die die Rückspülwassermengen der Sandfilter für die Süß- und Meerwasserkreisläufe aufbereiten, ist auch eine Umkehrosmoseanlage mit vorgeschalteter Enthärtung aufgebaut.
In den Meerwasseraquarien hat sich auf allen weißen Kalksandschichten ein Belag von braunem Aufwuchs gebildet. Nicht so stark als dass die Tiere belästigt werden, jedoch ist der optische Eindruck mangelhaft. Man sah sehr schön, wo sich grabende Tiere aufhielten; dort war der Sand wieder schön weiß.
Also zur Ursachensuche: die Kieselsäurewerte der Meerwasseraquarien lag überall um 0,8 mg/l. Die Quelle wurde bei dem verwendeten Salz vermutet. Die Betreiber wollten die Marke wechseln, um bessere Erfolge zu erzielen. Nachdem einige ICP-Analysen heraus gekramt wurden, fiel mir auf, dass im Umkehrosmosewasser ebenfalls eine Konzentration von 0,8 mg/l Kieselsäure enthalten ist. Bei der Auslegung der Umkehrosmoseanlage 3 Jahre zuvor wurde die Kieselsäurekonzentration des Leitungswassers als nicht nachweisbar angegeben. Eine neuere ICP-Messung des Trinkwassers brachte fast 8 mg/l zu Tage. Kieselsäure wird gern einmal von Wasserwerken als Korrosionsschutzmittel eingesetzt: schön für die Leitungen, schlecht für Meerwasseraquarien. Obwohl die installierte AquaCare-RO-Anlage eine allgemeine Rückhalterate (gemessen über Leitfähigkeit) von 98,9% hat, reicht selbst dieser sehr hohe Wert nicht aus, um Kieselsäure auf ein vernünftiges Maß zu reduzieren. Man muss bei Kieselsäure mit Rückhalteraten von 70-80% rechnen, vorausgesetzt: die Anlage ist gut. Die bei der installierten Anlage gemessene SiO2-Rückhalterate von 90% ist außergewöhnlich und ich würde diese Rate niemals garantieren. Trotzdem muss eine weitere Aufbereitung installiert werden. Es werden wohl eine Permeatverwurfeinrichtung und ein Mischbettfilter hinter die Anlage installiert werden. Dann ist endlich Ruhe mit den braunen Belägen.
Dieses Beispiel zeigt schön, dass die Probleme von Großaquarien und Hobbyaquarien recht ähnlich sind und es jederzeit Überraschungen geben kann.
Die Umkehrosmoseanlage (rechts) mit der vorgeschalteten Enthärtung (links sieht man den Salztank).
Das Korallenriffaquarium von oben. Es wird ausschließlich mit LED betrieben. Die ersten Korallen wurden eingesetzt und gedeihen. Bei der Lichtstärke ist jedoch noch Luft nach oben.
Catwalk unter dem die Lampen installiert sind. -
Müffeln = Steine raus (damit wäre das Experiment zu Ende) oder einen Abschäumer installieren (zumindest so lange die Steine Probleme haben).
-
Wann und ob Salz ausfällt, hängt von der Salzmischung, der Temperatur, der Durchmischung und des verwendeten Umkehrosmosewassers ab.
Mit der Salzmischung kann man herumspielen, indem man einige unterschiedlichen Salze ausprobiert.
Das verwendete Wasser auf 25°C vorzuheizen, unterstützt den Löseprozess.
RO-Wasser ist jedoch nicht gleich RO-Wasser. Als Faustformel gilt, je härter (Karbonathärte) das Ausgangswasser desto mehr aggressive Kohlensäure ist im RO-Wasser vorhanden. Für das Auflösen des Salzes ist diese Kohlensäure erst einmal von Vorteil. Bei starker Umwälzung kann das frische Meerwasser jedoch einen Teil der Kohlensäure in Form von Kohlendioxid verlieren (strippen). Dadurch können dann einige Salze teilweise wieder ausfallen.
Bei der Verwendung von Leitungswasser sind die Ausfällerscheinungen i.A. stärker ausgeprägt als in RO-Wasser. -
Wird eine andere Membran eingesetzt, verändern sich zwangsläufig die Betriebsparameter. Leistungsschwächerer Membranen erhöhte das Abwasser-Reinwasser-Verhältnis, was prinzipiell erst einmal nicht schlecht für die Membran ist. Anderes herum (von klein auf groß) sollte man das nur nach Absprache mit einem Profi machen - kann ganz schön ins Auge gehen.
Das Gehäuse muss natürlich auch passen. Mit technischen Angaben sind einige Hersteller ziehmlich geizig. -
Vielleicht der Mittelweg? 10%ige Salzsäure hat gute Entkalkungswirkung und raucht nicht.
Gehörig aufpassen ist jedoch Pflicht. -
Vieles wissen wir tatsächlich noch nicht über Spurenelemente im Meerwasser. Allen ist gemein, dass sie prinzipiell giftig sind. Deshalb würde ich die ICP-Werte immer nur als Anhaltspunkt für zu hohe Konzentrationen sehen. Was aber eine zu hohe Konzentration ist, wird nie definitiv festgelegt werden können. Grenzwert ist ein rechtlicher Begriff und hat leider nicht viel mit Biologie zu tun. Ob ein Metall giftig wirkt oder nicht, ist von der Bioverfügbarkeit abhängig. Dabei spielen pH-Wert und Redox zentrale Rollen und damit der Oxidationszustand des Metalls, ferner aber auch die Konzentrationen von z.B. Chelatoren und Komplexbildnern. Selbstverständlich vertragen die unterschiedlichen Spezies unterschiedliche Konzentrationen. Die ICP misst alles, ob bioverfügbar oder nicht. Wenn die Analyse z.B. eine doppelte Konzentration als die empfohlene anzeigt, dann ist die erste Reaktíon des Aquarianers: "Das ist zu viel, ich muss etwas unternehmen". Die erste Reaktion sollte aber sein, sich die Tiere anzusehen. Wenn diese unauffällig sind, dann sollte der entsprechende Wert weiterhin nur beobachtet werden.
Wenn ein Spurenelement nicht nachweisbar ist, ist auch hier nicht unbedingt Handlungsbedarf gegeben. Konzentrationen unter der Nachweisgrenze - leider nicht in den ICP angeben (darf bitte nicht als Nachlässigkeit der Labore interpretiert werden!) - bedeuten nicht sofort einen Mangel. Eine "Untergrenze" anzugeben ist mindestens genauso schwer bis unmöglich, wie bei der "Obergrenze". Die Gründe sind die gleichen wie oben bei den "Obergrenzen" beschrieben. Hinzu kommt, dass die gemessene Konzentration nichts darüber aussagen kann, ob bei diesem oder jeden Tier Mangel besteht. Spurenelementquellen (Additive, Futter, Meerwasser für den Wasserwechsel), die in das Aquarium gelangen, werden zumeist schnell aufgenommen und in den Tieren eingebaut, so dass diese Metalle in der Analyse nicht mehr auftauchen können - außer man analysiert geschredderte Korallen.

Sicher ist, dass unterschiedliche Spezies unterschiedlich an Mangel angepasst sind. Diejenige, die schlecht angepasst sind, können als sogenannte Zeigerorganismen für Mangelkonzentrationen verwendet werden. Die auftretenden Symptome sind zumeist leider sehr unspezifisch, so dass ein guter salziger Daumen vonnöten ist, den Zustand zu interpretieren. Ich hoffe, dass wir noch viele dieser Arten finden werden.Meine (ganz persönliche) Einstellung zu der Dosierung von Spurenelemente ist, dass es meist ausreicht, eine gute Spurenelementmischung regelmäßig zu dosieren (und/oder Wasserwechsel) und sich eine grobe Übersicht durch regelmäßige Analysen (ICP) zu verschaffen. Und vor allem: Ruhe bewahren.
-
Reagenzglashalter für Hanna-Geräte
Und, wie oft sind Euch schon die Reagenzgläschen der Hanna-Photometer und Checker umgefallen? Ich werde anscheinend tatterich und habe die Nase voll. Mit dem neuen PVC-Halter stehen die Gläser stabil und vertragen einen kleinen Stoß, ohne gleich umzufallen. Keine chemische Pfütze und keine vergeudeten Tests mehr. Geht doch!
-
Die marktüblichen Kugelhahne aus den PVC-Reihen sind auch unterwassertauglich. Die Produkte bestehen nur aus PVC-U, PP- oder PE-Griff und Dichtungsmaterial: Teflon und zumeist NBR.
Es macht allerdings keinen Spaß, einen Kugelhahn zu bedienen, der vollständig mit Foraminiferen bewachsen ist - außer man ist Fakir von Beruf. Die Gängigkeit des Kugelhahns sollte öfter ausprobiert werden, er wächst dann nicht nur von innen zu sondern auch von außen zu. -
Spricht für kräftiges Wachstum oder ist kräftiges Wachstum vorhanden?
Bei mehr Wachstum werden auch mehr Nährstoffe verbraucht. Es sollten NO3 und PO4 sinken - müssen aber nicht. Wenn z.B. genügend Ammoniak produziert wird (auch wenn es nicht messbar sein sollte), gehen die Korallen eher nicht an das Nitrat. PO4 kann sich - wie oben bereits erwähnt - auf biochemischen Weg aus dem Gestein/Boden herauslösen, so dass die Wasserkonzentration konstant bleiben kann. Je nachdem wie lange PO4 eingelagert wurde, kann der Rücklöseprozess sehr, sehr lange dauern. Werner passt auch bitte auf, wenn Phosphat weniger wird, dass dieses nicht drastisch schnell passiert. Deine Tiere haben sich an die 0,2-0,3 mg/l angepasst und benötigen Zeit, um sich an geringere Konzentrationen zu gewöhnen.
Einzelne Wasserinhaltsstoffe wie z.B. KH können sich auch chemisch aus dem Wasserkörper verflüchtigen. Die zudosierte Menge sagt nicht viel über den biologisch verbrauchten Anteil aus. -
Es gibt einfach zu viele Wege, ein Riffbecken zu betreiben, und keiner ist unfehlbar. Was für das eine gilt, ist für das andere eher kontraproduktiv. Wenn für ein "nacktes" Becken ein Filterelement aus dem "Lebendgesteinmauerwerk"-System - um zwei Extrema zu erwähnen - bedenkenlos übernommen wird, ist das meist mit Ausfällen verbunden. Nicht nur für Technik sondern auch für die zu erstrebenden Wasserwerte gilt das. In ein Weichkorallenaquarium mit 100 mg/l Nitrat und einigen Milligramm pro Liter Phosphat, ist es nicht ratsam, sensible SPS zu setzen. Ich würde mir auch wünschen, dass die ICP-Anbieter deren "Grenzwerte" (gibt es nur in der Juristerei) an das jeweilige System anpassen. Oft genug stehen die Aquariendaten den ICP-Laboren zur Verfügung und es wäre ein Leichtes, die jeweiligen Optimumbereiche an das Aquarium anzupassen. Eine Menge roter Zahlen würden schnell aus den ICP-Analysen verschwinden.
Für den Schwefel- bzw. Sulfatverlust in Aquarien gibt es einige Thesen - müssten alle bereit hier im Thema beschrieben worden sein. Ohne weitere Messungen bzw. Untersuchungen ist ein Grund nicht zu finden. Der Aufwand ist allerdings groß. Jede in das Aquarium zugegebene Substanz müsste auf Schwefel untersucht werden (Wasserwechselwasser, Additive, Futter). Den Austrag durch Schwefelwasserstoff zu messen, wenn er überhaupt in normalen Aquarien stattfindet, ist eine messtechnische Herausforderung. -
Bei regelmäßigem Wasserwechsel sollte mit der Balling-Methode eigentlich kein nennenswerter Verlust von Sulfat passieren. Natürlich wird der Effekt immer stärker, je weniger WW durchgeführt und je mehr Balling dosiert wird.
Magnesiumsulfatlösung ist eine Möglichkeit, um den Sulfatwert anzuheben. Auch durch den Betrieb eines Schwefel-Nitratfilters wird Sulfat in das Becken gebracht - natürlich ist dessen Einsatz nur sinnvoll, wenn Nitrat im Überfluss vorhanden ist. Ihn generell als sinnlos zu bezeichnen, ist eine steile These. -
Ich würde das Salz überprüfen, ob überhaupt genügend S enthalten ist.
Eine Sulfatreduktion im Aquarium: wenn Nitrat noch nachweisbar ist, halte ich eine Sulfatreduktion für unwahrscheinlich - Nitrat ist leckerer als Sulfat. Auch würde der entstehende Schwefelwasserstoff wieder im Aquarium oxidiert werden. Da müsste das Aquarium schon sehr nach faulen Eiern stinken, um H2S zu exportieren. -
Hallo Steffen,
Bäumchenkorallen können eine Menge vertragen. 10 mg/l Phosphat und 150 mg/l Nitrat sind wirklich kein Problem. Bei sehr niedrigen Nährstoffkonzentrationen hört man doch eher von verhaltenem bis sehr verhaltenem Wachstum. Was Weichkorallen nicht vertragen ist andauerndes Stören, insbesondere wenn sie noch nicht festgewachsen sind. Die Befestigung ist ein anderes Kapitel, nicht so easy wie bei Steinkorallen. Zur Auswahl stehen die Einklemmmethode zwischen zwei Steinchen oder die Zahnstochermethode (mit Kleben hatte ich noch nie Erfolg). Starke, turbulente Strömung ist in dieser Phase fast immer ein Grund für das Nichtanwachsen. Licht ist nebensächlich: Bei starkem Licht wachsen sie sehr kompakt und dicht, bei wenig Licht wachsen sie in die Länge gezogen und sehr licht.
-
Steffen, ganz einfach: Aquarienprotokoll. Da sollten auch alle Messwerte (ein einzelner Messwert hat fast keine Aussage), Ereignisse und Änderungen vermerkt sein. Gibt es auch als App z.B. "Typus".
-
Wenn man den Bodengrund reinigt, immer nur 1/4 bis 1/3 der Fläche. Dann ist gewährleistet, dass die Biologie bestehen bleibt und sich das Wassermillieu nicht zu stark verändert.
-
Dann greifen wir mal tief in die Quantentheorie. Die Katze ist natürliche Schrödingers Katze. Sie ist da, wenn man nicht zusieht, aber wenn man hinschaut, ist sie nicht da.
Heißt nicht irgend ein Abschäumer Quantum? Seht Ihr, das ist der Beweis!
Ich muss da passen. Wir können nur Injektor, Holzausströmer und Nadelrad. Nur wenn ich meine Füße ins Aquarium stecken, ist da was mit Quanten.
(Ich glaub, der Kaffe war nicht ganz gut.) -
Die ICP analysiert jede Art von Eisen, ob im Wasser gelöst, als anorganisches Partikel oder in organischen Verbindungen gebunden.
Doch welche Probe wird analysiert? Eine filtrierte Probe schließt schon einmal die groben Partkel aus, i.A. alles so über 450 bis 200 nm (0,45 bis 0,2 µm), für die ganz Genauen kann die Probe auch ultrafiltriert werden, so um die 20 nm. Das Ergebnis hängt natürlich auch davon ab, ob das ICP-Labor vorher filtriert oder nicht.
Wird die Probe nicht filtriert wird das Gesamteisen analysiert - einen bedeutenden Wert würde man wahrscheinlich nur bei einer Probe direkt nach der Dosierung eines Eisenfällprodukts messen können, indem die noch trübe Wasserprobe genommen wird oder nach einem Angriff eines Weißen Haies, mit dem vielen Blut und so.Das Aquarium besteht aber nicht nur aus Wasserkörper. Es können bedeutende Eisenvorräte im Sediment oder im Riffaufbau abgelagert werden. Einige Spezialisten können sich an diesen eigentlich unlöslichen Vorräten bedienen. Cyanos, andere Bakterien und wohl auch einige Algen (vielleicht auch nur im Zusammenspiel mit anderen Organismen) haben ihr eigenes Chemielabor dabei und lösen die Eisenvorräte (Es ist höchst interessant, welche Strategien entwickelt wurden, um an Eisen zu gelangen). Folge kann ein starkes Algen-/Cyanowachstum in einem ansonsten nährstoffverarmten Aquarium sein. Eisen ist definitiv ein Mangelfaktor in marinen Systemen.
Ich wäre mit einer gezielten Zugabe von Eisen bis zur Nachweisgrenze vorsichtig - es kann nach hinten losgehen. Die Zufuhr über das Futter und einer gemäßigten Spurenelementzugabe sollte eigentlich immer ausreichend für das Gedeihen aller sein. - Wie schon in einigen anderen Beiträge erwähnt, lässt sich von der gemessenen Konzentration nicht auf den Umsatz der Stoffe schließen. Übersetzt heißt das: Wenn Eisen nicht nachgewiesen wird, muss trotzdem kein kritischer Mangel bestehen. -
Die besten Zuchterfolge sind meist mit Phyto-Mischkulturen erzielt worden. Ich gehe davon aus, dass die Zusammensetzung dieser Mischung einfach naturnaher ist, als eine Monokultur.
Die eine Alge hat das, die andere etwas anderes. Auch Korallen mögen Abwechslung. -
Umkehrosmose ist eine hervorragende Technik, um das Wasser weitestgehend von Schadstoffen, Kolloiden und Salzen zu befreien. Einige Stoffe wie z.B. Kieselsäure werden nicht besonders gut zurückgehalten und können im Reinwasser der Umkehrosmoseanlage in unerwünscht hohen Konzentrationen auftreten und Kieselalgenplagen hervorrufen.
Abhilfe schafft ein Reinstwasserfilter, auch Vollentsalzer genannt, der die restlichen Salze bis in den Spurenbereich entfernt. Leitfähigkeiten von unter 1 µS/cm sind erreichbar. AquaCare hat nun auch Reinstwasserfilter mit GFK-Behältern als Basis. Sie zeichnen sich durch Druckfestigkeit (0-10 bar), Wirtschaftlichkeit und hohe Kapazität aus. Ab sofort sind in unserem Shop Reinstwasserfilter von 5 bis 103 Litern erhältlich.
-
Hallo Rüdiger,
der Standard ist, dass es keinen Standard gibt. Du kannst Dir nicht vorstellen, was zum Teil hanebüchene Gespräche hier mit Aquarianern geführt werden müssen...
-
FE-Phosphatadsorber
Die meisten Fe-basierenden Adsorber sind nicht für das Wirbelbett geeignet. Sie zerstreddern bei viel Bewegung und der abgeriebene Staub kann in der Deko landen, wo sie P- und Fe-Pools aufbauen können.
-
ganz langsam
Genau das ist der springende Punkt. Anfänger neigen schnell zu schnellen Lösungen. Ich wollte die Ammoniumdosierung nicht abwerten, nur sollte man wirklich wissen, was man tut.
-
Mechanisch richtig gedacht als Motorenbauer a. D.?
Vollkommen richtig.
Denn auch die Fütterung von Plankton muss als "Technik" überlegt sein. In NP-Mangelaquarien ist Plankton eine durchaus sinnvolle Technik zum Erhalt der Korallen. Bei zu hohen NP-Werten würde ich die Finger davon lassen - wenn man nicht gerade planktonabhängige Tiere pflegt. -
Es gibt ja auch noch die Algae Turf Scrubber
Die Scrubber sind nun wirklich nicht als neu einzustufen. Mit dieser Technik wurde in den 80ern zum Beispiel das Aquarium von Brisbane, Australien, mehrere Jahre betrieben. Nach Aussagen der Leiterin hat die Technik sich nicht bewährt und es wurde dann auf Abschäumer umgestellt. Wasserdaten vor und nach der Umstellung konten mir leider nicht zur Verfügung gestellt werden.
Algae Turf Scrubber nehmen auf jeden Fall Phosphat und Nitrat aus dem Wasser. Sie sind natürlich auch eine Konkurrenz bei der Ammoniakaufnahme. Wenn die Scrubber in der Nacht beleuchtet werden, sinken auch die täglichen pH-Wert-Schwankungen. In wie weit sie weiter das Millieu für Korallen beeinflussen, ist mir nicht bekannt.
-
Die Dosierung von Ammoniumsalzen ist recht tricky. Wie oben erwähnt steht Ammonium mit dem giftigen Ammoniak im Gleichgewicht, dass abhängig vom pH-Wert, Temperatur und Salzgehalt ist. Je höher der pH-Wert, desto giftiger wird die Angelegenheit.
Wenn man Ammonium dosiert passieren unterschiedliche Dinge:
1. Ammoniak wird von autotrophen Organismen (Algen, Zooxanthellen, Cyanos) direkt aufgenommen (Ammoniak-Assimilation). Dieser Vorgang ist der eigentlich erwünschte in ultra-low-NP-Aquarien.
2. Ammoniak wird durch spezielle Bakterien über Nitrit zu relativ harmlosen Nitrat oxidiert (Nitrifikation). Diese Stufe ist die Sicherheitsgarantie vor Ammoniakvergiftungen.
3. Auch möglich ist die direkte Umwandlung von Ammoniak in Kombination mit Nitrit zu Luftstickstoff (Anammox).
Was in welchem Maße im Aquarium passiert, ist nicht nachvollziehbar oder gar vorhersagbar. Die Konzentrationen, die wir messen können, sagen leider nichts über die Umsätze aus.
4. Denn auch das Nitrat bleibt nicht von weiterer Verwendung ungeschoren. Es kann direkt aufgenommen werden (Nitrat-Assimilation) oder aktiv oder passiv zu Luftstickstoff umgewandelt werden (Denitrifikation).Werden erhöhte Ammonium/Ammoniak-Werte gemessen, funktionieren ein oder mehrere Punkte 1-3 nicht optimal. Es besteht akute Vergiftungsgefahr.
Ist Nitrit in erhöhten Konzentrationen messenbar, laufen die Punkte 1,2 oder 4 nicht richtig. Es besteht keine akute Vergiftungsgefahr, mittelfristig sollte das Problem jedoch gelöst werden.
Liegt Nitrat in erhöhten Konzentrationen vor, laufen Punkte 1,3 und 4 nicht richtig. Es besteht längerfristig Handlungsbedarf.Umrechung von Nitrat zu Ammonium: Nitrat / 3,44 = Ammonium.
Ammoniumdosierung sollte wirklich nur von Profis durchgeführt werden. Ich würde immer oganische N-Verbindungen vorziehen, da diese erst zu Ammoniak umgebaut werden müssen und somit besteht ein kleiner zeitlicher Puffer. Nitrat zu dosieren geht auch, ist aber nur zweite Wahl, weil für die Nitrat-Assimilation mehr Energie verbraucht wird, als für die Ammonium-Assimilation. Als Reserve-Stickstoff halte ich Nitrat jedoch für wichtig. Solange Nitrat nachweisbar ist, kann man davon ausgehen, dass das Aquarium nicht Stickstoff-limitiert ist, es also nicht zu Stickstoffmangeerscheinungen kommen kann.
-
Einen extra Osmosetank brauchst du nicht, wenn du den Osmosetank automatisch nachfüllst gibt dir das keine zusätzliche Sicherheit. Du kannst von der Osmoseanlage direkt ins Becken und auch in den Ansatztank laufen lassen.
Das klappt aber nur, wenn genügend RO-Wasser auf einmal produziert wird. Die ersten paar Liter sind von minderer Qualität. Eine RO-Anlage sollte mindestens 1/2 h am Stück laufen, damit die Technik ihre vollen Stärken ausspielen kann.
Das bedeutet, dass die RO-Anlage so klein wie möglich dimensioniert werden sollte. Das hat zur Folge, dass nicht mal eben schnell Wasser produziert werden kann, wenn es mal eng geworden ist.
Mit Tank kann schnell eine größere Menge produziert werden, um Reserve zu haben. Und die RO-Anlage kann längere Zeit am Stück in Betrieb sein. Nachteil: im RO-Tank können sich Bakterien bilden (meist nicht schlimm; pathogene sind normalerweise nicht dabei) und es wird Platz benötigt.
Wie immer: die eierlegende Wollmilchsau gibt es nicht. -
ich weiß, ich bin leicht paranoid
Nein, bist Du nicht. Schläuche haben definitiv ein Eigenleben. So ähnlich wie in der Quantenphysik: wenn man draufschaut, passiert nichts. Bis du weg, beginnen sie zu leben und rutschen schnell einmal ab.
-
Wie weit führt der Ablaufschlauch nach unten? Und wieviel Wasser läuft durch den Querschnitt? Das abfließende Wasser kann durchaus im oberen Teil an der Anschlussstelle ein Vakuum ziehen.
-
Meiner Meinung nach ist ein etwas vorsichtigeres Handeln sinnvoll. Eine Erhöhung der KH von 5 auf 6 ist eine Steigerung von 20%, Calcium von 350 auf 400 mg/l anzuheben eine recht ähnliche Steigerung. In den meisten Fällen reagieren Korallen auf plötzlche Änderungen nicht angenehmen. Warum sollte das bei Ca/KH anders sein?
-
Erst einmal wachsen lassen. Ich tippe aber eher auf eine Caulerpa prolifera.
-
Mein Tipp: für eine Methode entscheiden. Die günstigen Geräte sind alles Gurken. Mit Glück kann man jedoch das "richtige" Ergebniss messen. Deshalb mit dem Gerät eine Referenzlösung (die muss allerdings stimmen!) messen. Dieser gemessene Wert (egal was er anzeigt) ist Dein Wert. Den muss Du nur noch einigermaßen konstant halten. Ab und zu das Gerät überprüfen (Referenz).
Außerdem sind die Tiere sehr anpassungsfähig. Plus-minus 2 PSU (ppt) ist kein Problem. -
Stefan,
pH 8,6 würde ich auch am oberen Ende der Verträglichkeit einstufen. Auf keinen Fall mehr Kalkwasser.
Ein Produkt aus Calciumchlorid oder organisch gebundenem Calcium wäre hilfreich. -
Zum Angleichen des Calciumwertes würde ich zusätzlich ein reines Calciumprodukt nehmen - ob flüssig oder fest spielt keine Rolle. So bleibt die Spurenelementdosierung konstant.
-
Du hast einen neuen Zweig der Verhaltensforschung eröffnet?

Wenn Calcium nicht aus den Puschen kommt, dann immer zuerst an Magnesium denken und auch messen. Fehlt Mg kann man noch so viel Calcium dosieren, da passiert nicht viel.
Es gibt Becken, die haben einfach einen nicht gleichen Verbrauch von KH und Ca. Da hilft nur ungleich dosieren. Das kann sich aber auch wieder schnell ändern.
