Beiträge von Sandy Drobic

    Hallo Jojo,

    wenn die Osmose langsam läuft ist das eher ein Zeichen, dass sie vielleicht noch einigermaßen in Ordnung und nur etwas verstopft ist.
    Normalerweise misst man die Qualität des Wassers mit einem Leitwertmessgerät (TDS-Meter). Leitungswasser hat etwa 100-600µS, die Osmose sollte davon über 95 Prozent zurückhalten, das Wasser also nur noch einen Leitwert von etwa 5-30µS haben.
    Den Rest danach erledigt bei mir z.B. eine Mischbettfiltersäule, danach habe ich Reinstwasser. Für eine grobe Abschätzung wie gut die Osmose läuft reicht auch ein günstiger TDS-meter für etwa 20 Euro, wichtig ist nur, dass der Messbereich etwa von 0-2000µS geht. Millisiemens werden für das fertige Meerwasser gemessen (etwa 53000 mS).

    Mit der 400 GPD (Gallons per Day) Membran bekomme ich bei mir etwa 40-45 Liter pro Stunde, bei einem Becken Deiner Größe ist das wirklich das Minimum, da würde ich eher sogar noch eine 600 GPD Osmose vorschlagen.

    Die üblichen Filter einer Osmose sind meist als 10 Zoll Topffilter realisiert, oft ein Sedimentfilter und ein Kohlefilter. An meiner Osmose sind es aber 9 Zoll Filter, was etwas unüblich ist.
    Um Verkeimungen zu verhindern wird empfohlen, diese etwa alle sechs Monate zu tauschen. Was ich unbedingt empfehle ist, für den Tausch auch Austausch-Dichtringe und etwas Silikonfett für die Dichtringe zu besorgen, das macht das Verschrauben deutlich einfacher und sicherer.

    Das ist wie mit dem Staub im Zimmer: aufwirbeln alleine macht das Zimmer nicht sauber, der Dreck muss raus. Der Abschäumer schafft es offenbar nicht, den Dreck aus der Wassersäule zu holen.

    Ein Fließfilter wie der Theiling dürfte Overkill für ein Würfelbecken und auch nicht in den Unterschrank integrierbar sein.

    Das allereinfachste ist, über etwas Watte zu filtern. Noch besser ist, wenn Du einen Schnellfilter wie den von Tunze nimmst und über die Filterpatrone dann den aufgewirbelten Detritus herausholst.

    Aber gehupft wie gesprungen: irgendwie muss der Dreck raus aus dem Becken und das geht nur, wenn sowohl der Dreck in die Wassersäule geht als auch irgendwie aufgefangen und entfernt wird. Die Vortech Pumpen haben dafür z.B. extra einen Modus, der sich "Nutrient Transport" nennt. Da merkt man tatsächlich dass auf einmal mehr Schwebestoffe im Wasser sind.

    Normalerweise ist das Wasser eher das billigste. Ich hatte das mal ausgereichnet hier für Düsseldorf, da kostet mich der Kubikmeter etwa 2 Euro. Meine Stromrechnung hingegen kennt nur die Richtung nach oben, und zwar im Steilanstieg.

    Je nachdem, welche Wasserwerte das Stadtwerk hat ist es mehr oder weniger wichtig, die Osmose wieder zu aktivieren. Teilweise hat man ja 50mg/l Nitrat im Wasser und das kann natürlich für ein Meerwasserbecken verheerend sein.

    25 Jahr ist selbst für ein Meerwasserbecken ein ehrwürdiges Alter. Hättest Du ein paar Fotos vom Werdegang des Beckens und was für Tiere im Augenblick gepflegt werden? Etwas zur Technikgeschichte und Entwicklung wäre auch klasse, wenn Du Dich daran erinnern kannst.

    Hallo Jojo,

    ich möchte Dich nicht entmutigen, aber sehr vertrauenserweckend klingt das nicht, was Du über die Osmose berichtest. In 20 Jahren hat die Technik in diesem Bereich enorme Fortschritte gemacht, da würde ich in diese alte Osmose keine Zeit und vor allem kein Geld versenken. Sie hat schon Macken und die Wahrscheinlichkeit, dass die Membran noch in Ordnung ist ist sehr gering. Diese müssen nämlich immer feucht gehalten werden, damit sich keine Risse bilden oder das Austrocknen führt zu Ablagerungen, welche die Membran verstopfen.

    Was Du brauchst jetzt ein Meerwasseraquarianer, der mit Dir in aller Ruhe das ganze Becken begutachtet und erst mal aufnimmt, wo akute Probleme und Handlungsbedarf ist und was das alles kostet. Meerwasserbecken sind nicht billig im Betrieb. Wenn das akzeptabel ist sollte dieser Aquarianer idealerweise auch in Zukunft für regelmäßige Besuche und Fragen zur Verfügung stehen. Gerade am Anfang ist die Meerwasseraquaristik etwas frustrierend, wenn man sich von Null auf Hundert direkt vor einem laufenden Becken befindet und sehen muss, dass es den Tieren gut geht.

    Ohne eine solche Hilfe wird es deutlich schwieriger.

    Hole Dir bitte eine Multireferenz, damit kannst Du die Ergebnisse gut kontrollieren. Für Phosphat musst Du es dann meist verdünnen mit Osmosewasser.
    Ich habe immer Probleme, die verschiedenen Blautöne beim Phosphatwert zuzuordnen, deshalb habe ich mir den Minichecker 736 von Hanna geholt.

    ich denke, diese Luftspülung soll nur das Granulat auflockern und Detritus herausspülen. Wenn man keinen Wirbelbettfilter verwendet (was man bei der brüchigen Kohle wegen des hohen Abriebs auch nicht sollte), dann setzt sich schnell Detritus mit Biofilmen und Bakterien fest und verbackt das Granulat. Dann ist die Filterwirkung schnell vorbei.

    Mein Becken betreibe ich mit der Tritonmethode, die ausdrücklich vorsieht, dass Phosphatadsorber und Kohle im Dauerbetrieb laufen, wegen der starken Bindung von Jod durch die Kohle habe ich den Einsatz jedoch etwas reduziert. Das Granulat wird langsam durchströmung und muss deshalb ab und zu manuell aufgelockert werden ähnlich wie Zeolith.

    Fressfeinde von Turbellarien (welche genau, die roten oder die braunen Waminoa?) wären die meisten Halichoeres-Arten. Bei mir hat es aber ein knappes halbes Jahr gedauert, bis die Lippfische drangingen. Das waren junge Regenbogenlippfische. Der fette Prachtregenbogenlippfisch, den ich heute habe, kümmert sich nicht mehr um Turbellarien, statt desssen wühlt der den Sand hin und her, dass selbst eine großen Grundel die Augen feucht werden. Was der an Korallen zubuddelt und tötet dadurch ist heftig.

    Genau deshalb baut sich auch vermutlich das Nitrat nicht ab. Du brauchst beides für Wachstum. Versuche mal etwas Phosphat zuzudosieren, dann sollte sich das Nitrat auch wieder abbauen. Stichwort ist hier "Limitierender Faktor".

    Ist das Becken noch so jung? Irgendwie hatte ich das etwas älter in Erinnerung. Wie war das noch mal mit dem Alter und dem Gedächtnis?

    Zwei Monate ist schon ziemlich wenig für viel Dreck im Sand. Mache doch mal einfach den Test und nimm etwas Sand aus dem Becken mit etwas Beckenwasser in ein Gefäß und schüttle es sanft. Nach 24 Stunden dann Phosphat messen.

    Mein 500l-Becken läuft jetzt ein gutes halbes Jahr, und das Technikbecken hat eine Sand- und Detritus-Schicht. Am Wochenende werde ich es einmal wieder saubermachen.

    Ich denke, das Problem ist nicht der Rowaphos, sondern der Dreck, der sich im Sand befindet. Beim Absaugen hast Du wahrscheinlich etwas Sand aufgewirbelt und damit auch etwas Dreck, das dürfte dann den Phosphatwert hochgezogen haben.

    Dieser Dreck dürfte auch die Ursache sein, warum sich dort die Algen ansiedeln.

    Okay, auch die Hoffnung ist jetzt gestorben, auf der neuen Homepage ist nicht die Spur mehr von einem Meerwasserstammtisch zu sehen.
    Es gibt einen Newsletter, für den man sich angeblich anmelden kann, ich habe es mit Firefox und Internet Explorer jeweils ein halbes Dutzend mal probiert ohne Erfolg.

    Jetzt lasse ich es sein und begrabe die Hoffnung still im Hinterhof, sie fängt schon an zu gammeln...

    Die Vectra L1 und M1 sind ähnlich Overkill wie die Speedy, schließlich wird hier eine Pumpe gebraucht, die vielleicht 1000-2000l/h schafft, mehr braucht die doch nicht. Und hier ist eben die Lücke im Sortiment.
    Die Speedy kann ich natürlich auch so runterregeln, dass nur 1000l pro Stunde durchlaufen. Das wäre so, als würde man einen Lamborghini empfehlen, um 30 km/h zu fahren.

    Ich sehe da auch ein Problem, wirklich leise Technik für ein Becken dieser Größenordnung zu bekommen. Eine Speedy mit 80W ist ziemlich Overkill für so ein kleines Becken, ebenso die Abschäumer mit den superleisen Speedy-Pumpen.

    Bei mir am 800l-Becken und 500l-Becken habe ich ebenfalls nur noch die Speedy 80W und Bubble King Double Cone 200 und 250 mit Speedy Pumpe laufen und bin endlich zufrieden. Bei der Osteraktion habe ich mir noch schnell eine Ersatzpumpe gekauft, weil ich auch nicht auf eine andere Pumpe ausweichen möchte, sollte eine der RFPs mal ausfallen. Nie wieder eine andere Pumpe!!

    Aber bei einem 150l-Becken sollte man auch mal die Kirche im Dorf lassen. Bei einem Scubacube 165 z.B. habe ich häufiger den Bubble Magus 3 und 3.5 gesehen und habe ihn nicht als zu laut empfunden.

    Hallo Gregor,

    das ist durchaus möglich. Leider sehe ich nicht, wie groß das Becken ist im Verhältnis zum Fischbesatz. Durch Bakterien kann ebenfalls ein hoher Umsatz stattfinden, wenn entsprechend viel Oberfläche als Siedlungsraum zur Verfügung steht.

    Hallo Stefan,

    so ganz viele Informationen sind leider nicht da. Interessant wäre vor allem, wie die Wasserwerte vorher beim Vorbesitzer waren. Generell ist es nicht ratsam, den gesamten Bodengrund aus der alten Installation mitzunehmen, da dort oft sehr viel Detritus enthalten ist und dieser dann beim Einbringen am neuen Standort stark aufgewirbelt wird und so die Wasserwerte drastisch verschlechtert. Ich würde empfehlen, den Großteil des Bodengrundes auszutauschen oder sogar direkt erst wegzulassen und dann einen großen Wasserwechsel von 50 Prozent zu machen, um die Nährstoffwerte deutlich zu senken.

    Wie genau sieht die Technik für Strömung, Licht, Rückförderpumpe und Abschäumung aus?

    Hallo Andi,

    eine 70W-Speedy ist mir nach wenigen Wochen Betrieb kaputt gegangen, Controller lief noch, aber die Elektronik in der Pumpe war wohl hinüber, der Ersatz ist jetzt seit einem halben Jahr ohne jeden Fehler am Laufen, eine RD1 ist über vier Jahre am Laufen gewesen trotz sehr langer Reinigungszyklen.

    Meine Vermutung ist, dass beim Rausziehen des Steckers bzw. beim Ausschalten eine Induktionsspannungspitze durch die Pumpe gegangen ist und die Elektronik hinüber ist. Ich habe mir gerade noch eine Speedy 80W als Reserve bestellt für den Fall der Fälle, da gerade ein Sonderangebot läuft.

    Als ich meinen H. marginatus einsetzte hat mein Falco den auch direkt angegiftet. Und dann hat er sich noch mit dem Sechsstreifenlippi verbündet und den armen Lippi drangsaliert.
    Nach ein paar Tagen hat der Falco befunden, dass er dem Neuzugang deutlich gemacht hat, wer hier die Hosen anhat und war zufrieden. Der Sechsstreifenlippi hingegen hat noch einige Wochen für Stunk gesorgt, bis sich der marginatus immer weiter ins Becken wagen durfte und irgendwann in Ruhe gelassen wurde.

    In der Zeit kam es sehr selten zu Bissen, meistens war es nur ein Abdrängen, so das der Marginatus immer in eine Ecke getrieben wurde und dort nicht herausgelassen wurde.

    Solange es nicht zu echten Beißereien kommt sollte es sich irgendwann legen, aber manchmal muss man da wirklich wochenlang mitleiden. Das war nicht einfach mit anzusehen.

    Hallo Steffi,

    ganz herzlichen Dank für die tollen Bilder!!

    Eine Frage zum Einfahren des Beckens. Bei einem Vortrag über Ostseebecken vor drei Jahren habe ich gehört, dass das Einfahren eines solchen Becken viele Monate in Anspruch nimmt. Wie hälst Du es mit dem Einfahren eines solchen Beckens?

    Hallo Bernd,

    das mit der Strömung hatte ich bei mir im Becken in der Einfahrphase beobachtet, den genauen Mechanismus, wie das nun ablief konnte ich aber nicht bestimmen. Da müsste man wohl die Bedingungen, unter denen dies stattfindet, einmal genau vergleichen.

    Die Vortech Pumpen haben ein Strömungsprofil, welches sich "Nutrient Transport" nennt und dazu dient, lose Partikel aufzuwirbeln und in die Wassersäule zu befördern, damit der Abschäumer diese erfassen kann. Das funktioniert tatsächlich, ist aber natürlich kein Wundermittel, welches alle Ablagerungen verhindert.

    In der Praxis ist meine Wühlmaus, der H. marginatus noch stärker mit der selbsternannten Aufgabe betraut, den Sand ständig hin und her zu schieben. Das ist manchmal wirklich schwer zu ertragen. :pouting_face:

    Hallo Bernd,

    das früher gerne empfohlene "Aushungern" von Cyanos ist meinen Erfahrungen nach ein echter Irrweg. Es wird alles verhungern, Fische und Korallen ganz zuerst, bevor die Cyanos eingehen. Sie sind extrem anpassungsfähig und können sich Nährstoffe z.B. aus Phosphatdepots und Detritus-Ansammlungen erschließen, wo andere Mikroalgen die Fahne streichen. Der sogenannte limitierende Faktor trifft deshalb meistens die Cyanos zuletzt, was dazu führen kann, dass sie sich bei Schieflagen in den Nährstoffen trotzdem noch ausbreiten können.

    Zusammen mit der hohen Vermehrungsrate sind sie halt ein Primärsiedler, der sich auf neuem oder von hungernden anderen Biofilmen aufgegebenem Siedlungsgrund schnell ansiedeln kann.

    Mein Rat ist deshalb meist auch, die Nährstoffe zu erhöhen bzw. den limitierenden Faktor zu beseitigen, damit die konkurrierenden Algen und Bakterien eine Grundlage bekommen, sich anzusiedeln. Man denke nur an die grünen Cyanos, die ja bekannt dafür sind, gerade bei sehr nährstoffarmen Aquarien aufzutreten.
    Zusammen mit dem Stören/Aufrühren von Belägen kann man mit etwas Geduld dann meist die Cyanos nach und nach eindämmen, ohne zur chemischen Keule zu greifen.

    Zusätzlich ist der Silikatgehalt interessant, da Cyanos und Dinos gerne im Gemenge mit Kieselalgen auftreten und sich teilweise von diesen zu ernähren scheinen.

    Letzter Punkt, den ich gerne abfrage ist die Strömung. Wenn diese zu schwach ist und sich viel Detritus ablagert vermehren sich an den Detritusstellen bevorzugt auch die Cyanos.