Beiträge von Sandy Drobic

    Ich habe nicht diese Kamera, sondern eine Canon Eos 6D, aber die Merkmale, auf die man achten muss, sind bei Canon und Nikon die gleichen. Kleiner Unterschied ist, dass die 6D eine Vollformat und die Nikon eine APCS ist, da wirkt die Brennweite sich etwas anders aus. Ansonsten ist der Rest relativ gleich.

    Um es einschätzen zu können hier mal ein paar Vergleichsfotos:
    Canon 6D mit 35mm Objektiv:

    Canon 6D mit 100mm Objektiv:

    Etwas außer Konkurrenz, aber erstaunlich gut für ein Handy
    Samsung Galaxy SII, also etwas älter schon:

    Das klappt natürlich nur so gut, weil das Motiv sehr nahe an der Scheibe war. Wenn ich ein Motiv genommen hätte, was an der Rückwand wäre würde nur noch das 100mm Objektiv ordentliche Bilder liefern.

    Schau Dir mal diese beiden an:
    https://www.fotokoch.de/Nikon-AF-S-DX-…-objektive.html
    + günstig
    + Autofokus
    + lichtstark mit Blende 2,8
    + Makro bis 1:1
    + sehr niedrige Nahgrenze 16,5cm (fokussiert schon ab 5cm vor Linse)
    - kein Bildstabilisator
    - Mit 40mm Brennweite sehr wenig Vergrößerung

    https://www.fotokoch.de/Nikon-AF-S-3-5…-objektive.html
    Preis in Ordnung aber kein Knaller
    + Autofokus
    Blende mit 3,5 okay, aber nicht spitze
    + Makro bis 1:1
    - Nachgrenze mäßig 28,5cm
    + Bildstabilisator
    + Brennweite 85mm gut für hohe Details

    Oberes ist gut, wenn Du Korallen ganz fotografieren willst, unteres ist gut, wenn Du Korallen als Detailfoto ablichten möchtest.
    Oberes für sehr nahe Motive gut, unteres für etwas weiter entfernte im Hintergrund des Beckens.

    Hallo Jörg,

    was ich mit den Fragen sondieren möchte ist die Priorität, ob den OP die Fische oder die Korallen in erster Linie interessieren. Abhängig davon muss das Technikabteil dann imstande sein, einen mehr oder weniger großen Abschäumer aufzunehmen. Wenn Du mit einem kleinen Tunzeabschäumer planst, ein schmales Abteil baust und später feststellst, dass ein Bubble King besser wäre, weil viele große Fische jetzt im Becken sind, dann hast Du ein Problem.

    In meinem Besatz sind zwei Rauchkaiser ein Eiblizwergkaiser und ein Lippfisch, der schon einige Korallen zugeschüttet hat. Seit Jahren. Beantwortet das Deine Rückfrage? :face_with_tongue:

    Die wichtigste Frqge ist bisher noch gar nicht beantwortet: was soll denn gepflegt werden in dem Becken, Schwerpunkt eher Korallen oder Fische?

    HIlfefrage: wenn eine Fisch eine Koralle anfrisst, darf er bleiben und die Koralle wird abgegeben oder geopfert oder wird der Fisch herausgefangen und angegeben?

    Ich tue mich ziemlich schwer damit EIN Buch vorzuschlagen. Oft hat ein Buch gute Erklärungen zu einem Thema, während ein anderes andere Aspekte besser darstellt.
    Eines der wirklichen Standards ist die kleine Reihe von Fossa/Nilson "Das Korallenriff-Aquarium". Die Reihe wurde zuerst vor 25 Jahren herausgegeben. Von den ersten beiden Bänden gibt es inzwischen eine komplette Neufassung.

    Daran kann man auch sehr schön sehen: der Stand der Aquaristik ist ständig in Bewegung und entsprechend ändern sich auch die Empfehlungen, wie ein Aquarium betrieben und gestartet wird. Der Band 1 von 1992 hat 160 Seiten, die Neuauflage von 2010 hat die dreifache Seitenzahl, und es wird nicht mit Schwafelei Umfang erzeugt, teilweise ist die Information sehr dicht gepackt und man muss erst mal eine Nacht über ein Kapitel schlafen, es dann noch einmal lesen, dann darüber mit jemandem sprechen und nachfragen, was man glaubt verstanden zu haben und dann noch ein drittes Mal das Kapitel lesen, bis man es wirklich verstanden hat.
    Das ist kein Buch, welches Du in ein paar Tagen nebenbei durchlesen und dabei verstehen kannst. Das wird Dich für Wochen beschäftigen.

    Aber auch hier sieht man schon, dass ein Buch schon fast veraltet ist, wenn es herauskommt. Die LED-Technik etwa wird als experimentell beschrieben und als "könnte in Zukunft eine große Rolle spielen", dies ist nur wenige Jahre später schon bereits Alltag.

    Auf die Neuauflage des zweiten Bandes hatte ich vor Jahren ungeduldig schon gewartet, jetzt sehe ich, dass es letztes Jahr ENDLICH erschienen ist. Das werde ich mir wohl für ein paar kuschelige Tage im Winter holen.

    Armin Glaser: "Ratgeber Meerwasserchemie" finde ich unverzichtbar und es sollte auch immer wieder mal durchgelesen werden, weil vieles in Vergessenheit gerät und anderes endlich Sinn ergibt, wenn man seine Erfahrungen gemacht hat.

    Letztendlich aber sind die Grundlagen zu Nährstoffen, kH, pH am wichtigsten und ein Verständnis dafür welche Technik in welcher Dimension notwendig ist, um ein Aquarium richtig zu betreiben.

    Langjährige Praxis bei einem Händler und Verkäufer sollte idealerweise dazu führen, dass derjenige einen guten Durchblick hat und einem Neueinsteiger auch erklären kann, warum etwas so und nicht anders ist. Seltsamerweise ist es aber sehr häufig so, dass die erste Ausstattung, die man sich anschafft für das Aquarium selten bestehen bleibt. Meist kauft man sich anderes nach, weil die empfohlene Ausstattung aus diversen Gründen nicht zufrieden stellt, sei es zu laut, unzuverlässig, nicht effektiv genug usw.

    Mein Händler etwa hat mir ein Aquarium zusammengestellt, wo das Algenrefugium gar nicht funktionieren konnte von der Strömung her, weil er nie mit einem Refugium gearbeitet hatte und offenbar auch keine Lust hatte, sich einzuarbeiten und ein sinnvolles Konzept für das Technikbecken zu erstellen.
    So ist von der Erstausstattung außer dem Hauptbecken nichts mehr übrig geblieben. Das Technikbecken selbst wurde nach einem Jahr getauscht, der Tunzeabschäumer flog raus und ein RE Bubble King zog ein, die Tunze Strömungspumpen mussten MP40 weichen und werden demnächst noch einmal durch Panta Rhei ersetzt/ergänzt, die RD1 mini 5000 wird durch eine RD3 Speedy 80W ersetzt usw.

    Von daher würde ich vorsichtig sein mit langer Erfahrung und gut hinhören und nachfragen, warum etwas empfohlen wird. Wer etwas wirklich verstanden hat braucht keine Expertensprache, sondern kann etwas auch in schlichten klaren Worten erklären, die ein Anfänger versteht.
    Er kann dann auch Zusammenhänge erklären auf eine Art, die Sinn ergibt. Etwa die Dimensionierung von Rohren, Pumpen und Abschäumern und wie die Technik zusammen funktioniert, um den Betrieb des Aquariums zu ermöglichen.

    Zu dem Punkt, dass Wasserwerte messen im augenblicklichem Stadium wenig Sinn ergeben: da bin ich ganz anderer Meinung. Der Händler meint vermutlich dass noch kein Verbrauch stattfindet, weil ja keine Korallen im Becken sind. Dummerweise ist das nur die halbe Wahrheit, da der Verbrauch jetzt durchaus schon stattfindet, nämlich durch die Bakterien, die sich vermehren und die Algen, die am Wachsen sind.
    Diese Bakterientätigkeit etwa kann den kH-Wert deutlich senken und deshalb sollte der kH-Wert auch gemessen werden. Auch die Nährstoffe NItrat, Phosphat können sich ändern und sollten gemessen werden. Teilweise ist das Gestein eine echte Phosphatbombe und gibt kräftig Phosphat ins Wasser ab.

    Diese Parameter können und sollten beobachtet werden. Sinn der Messungen ist es, Veränderungen zu sehen und auszugleichen, um möglichst konstante Wasserwerte zu haben. Wenn also schon in der Einfahrphase starke Phosphatwerte kommen über 0,1mg/l, dann macht auch der Einsatz von Phosphatadsorber direkt schon Sinn, nicht erst in zwei Monaten.

    Wenn die Braunen nicht weniger werden hast Du entweder ein Silikatproblem (hinter der Osmose kein guter Harzfilter) oder Du hast zusätzlich zu Kieselalgen noch Dinoflagellaten, und dann wird es komplizierter. Das kann aber nur eine Mikroskopaufnahme wirklich zeigen.

    Das Buch habe ich leider nicht gelesen, aber es ist eben die alte Methode, wo das Becken sehr langsam gestartet wird.

    Die schnellere Methode ist vor allem für etwas erfahrenere Aquarianer, welche den Stickstoffkreislauf und die praktischen Konsequenzen daraus gut verstehen. Kurz gefasst: je weniger LS desto weniger Bakterien im Becken, welche sich darum kümmern, dass organische Stoffe zersetzt werden und die dabei entstehenden, teils giftigen Zwischenprodukte wie Ammonium, Nitrit schließlich umwandeln in Nitrat. Die Bakterien, welche das giftige Ammoniak umwandeln in NItrit vermehren sich relativ schnell, andere Stämme dafür umso langsamer, so dass der Stickstoffkreislauf erst sehr langsam in Gang kommt, wenn wenig LS im Becken ist.
    Deshalb ist es günstig für einen schnellen Start, wenn am Anfang schon viel LS im Becken ist, weil dann diese Startphase deutlich schneller abläuft. Dafür hat man dann den Nachteil von Plagen im Becken.

    Wenn Du fast nur Totgestein im Becken hast dauert es deutlich länger und die Startphase ist etwas labiler.

    Das perfekte Rezept für jedes Becken gibt es nicht, alles erfordert Wissen über die Startphase, was dort gerade abläuft und wie es einzuordnen ist.
    Wichtig ist deshalb, dass man versteht, WARUM etwas empfohlen wird und wie das Konzept ist, nach dem gehandelt wird.
    Deshalb sollte ein gutes Buch auch immer erklären, warum eine Empfehlung ausgesprochend wird.

    Die Kieselalgen kommen normalerweise immer als erstes in Form von braunen Belägen, auch Cyanos sind häufig in der Einfahrphase wie bei Dir zu sehen (nein, es sind keine Kalkalgen!) und kein Grund für Panik.

    Wenn die Kieselalgen langsam verschwinden und die Grünalgen kommen sind Nährstoffe im Becken. Wenn kein giftiges Ammoniak nachweisbar ist kann jetzt die Cleaning Crew ins Becken. Auch die ersten robusten Korallen können jetzt schon hinein. Das ist also etwa der Punkt, wo Du jetzt bist. Wenn Du allzulang wartest verarmt das Becken nur an Nährstoffen, die alle von den Algen verbraucht werden, welche sich dann gut etablieren können.

    Da Du leider keine Quellenangabe für die Grafik gegeben hast, kann ich nur vermuten, dass es aus einem etwas älteren Buch stammt aus einer Zeit, wo die Salze noch deutlich agressiver waren als heute und deshalb erst nach über einer Woche Standzeit das Lebendgestein reinkommen konnte. Auch die sehr lange Wartezeit vor dem Besatz sieht nach einem älteren Buch aus.

    Hier ein Beitrag über die modernere Sichtweise zur Einfahrphase eines Beckens:
    http://riffaquaristik-journal.net/2015/12/15/die…-vom-einfahren/

    Bei 1,4mm³ bekommst Du auch noch ganz andere Probleme: das Kabel transportiert die Hitze so gut ab, dass die Isolierung schneller schmilzt als das Kabel auf Temperatur kommen sich mit dem Lötzinn verbindet.

    In Beitrag 6 habe ich mich schon ziemlich ausführlich über den Kabeldurchmesser und die Auswirkungen ausgelassen. Mehr als 0,34mm² würde ich definitiv nicht nehmen und der Lötkolben muss dann schon richtig Leistung haben, sonst gibt es nur kalte Lötstellen.

    Um den richtigen Abschäumer zu finden solltest Du auch etwas über die Bewohner des Beckens verraten. Wenn ein Fließfilter eingesetzt wird kann der Abschäumer eine Nummer kleiner sein, da dieser schon vieles herausholt.

    Wird der Schwerpunkt auf Korallen gesetzt mit wenig Fischen reicht ein Bubble King Double Cone 200 mit Speedy, wenn Du viele Fische einsetzten möchtest und keinen Fließfilter einsetzt, darf es auch ein Bubble King 300 sein.

    Ein guter Kompromiss ist ein BK Double Cone 250 mit Speedy mit dem Aquadriver SkimClean Helix.

    Den habe ich bei mir mit einem 800l-Becken im Einsatz, bzw. er wird wieder zum Einsatz kommen, wenn das Becken neu gestartet wird. (^-^)

    Wenn die Weiche halbwegs genug Strömung bekommt (gerade zum Häuten kann sie gut eine kräftige Brise vertragen) würde ich eher auf Nährstoffe tippen. Ich nehme stark an, dass die Nährstoffe bei Dir am Nachweislimit sind, das mögen sie nicht so sehr.

    Messe mal Phosphat und Nitrat. Die zweite Möglichkeit, aber nicht so wahrscheinlich, wäre akuter Jodmangel.

    Rupfe ein klein wenig der Alge mit einer Pinzette ab und setze sie in eine flache helle Schale, z.B. eine Untertasse mit Wasser, dann sollten sie sich gut mit dem iphone fotografieren lassen. Am besten senkrecht von oben, nicht schräg.

    Ich grübele immer noch darüber, warum Du in den Schwämmen ein Problem siehst. Die Schwämme nesseln nicht, sie überwuchern auch keine Korallen und leben friedlich in Koexistenz.

    Die Schwämme sind Filtrierer und ernähren sich von den Partikeln, die in der Wassersäule sind. Insofern würde eine Reduzierung der Nährstoffe tatsächlich wirken. Nur musst Du aufpassen, dass Du nicht direkt die Korallen ebenfalls hungern lässt.

    Einen Fressfeind wirst Du nicht dafür finden, selbst Kaiser dürften weniger die Kalkschwämme fressen, mehr die weichen Schwämme, dafür knabbern sie auch gerne an Korallen.

    Steffi hat schon recht, es sind Turbellarien. Das kann man sehr gut sehen, wenn man das Foto in der vollen Auflösung betrachtet, dann sind die typischen geteilten Hintern der Strudelwürmer sichtbar. Vermutlich aus der Waminoa-Familie, da sie nicht rötlich aussehen.

    Hallo Michael,

    die Annahme, dass ein Leitwert eindeutig eine Salinität definiert ist leider falsch. Meerwasser ist ein Gemisch aus vielen Ionen mit unterschiedlicher Leitfähigkeit. Meerwasser ist außerdem variabel in der Zusammensetzung, so dass für eine Umsetzung Leitwert nach Salinität eher eine Art "Durchschnitts-Meerwasser" verwendet wird. Und diese kann eben von dem gegebenen Meerwaser durchaus abweichen im totalen Wert.

    @Werner: die Kalibrierung eines Meßgeräts, insbesondere aber auch ein Refraktormeter sollte sinnvollerweise in dem Bereich erfolgen, wo später gemessen wird. Also nicht beim Nullpunkt, sondern besser mit einer Meerwasserreferenz bei einem definierten Wert. Denn je weiter man sich von dem eingestellten Kalibrierungswert entfernt, desto ungenauer wird die Messung.

    Diese Anleitungen mit destilliertem Wasser sehe ich leider immer noch herumgeistern, aber brauchbar sind sie nicht wirklich. Andererseits ist ein Refraktometer relativ grob, so dass ich nicht glaube, dass ein Unterschied zwischen Leitungswasser und destilliertem Wasser überhaupt sichtbar ist damit.

    Hallo Andreas,

    ich hatte die 50mm aus zwei Gründen erwähnt: zum einen sind genau die Reibungsverluste um so geringer, je kleiner die Strömungsgeschwindigkeit ist und ich habe noch im Hinterkopf, dass der Klaus sich sehr ausführlich über CL ausgelassen hat und dort auch erwähnt hatte, dass eine wirklich gute Y-Aufspaltung für Verrohrung ohne viel Verluste nur bei 50mm existieren würde.

    Für die Auslässe würde ich dann tatsächlich auf 40mm verjüngen über ein Y-Stück. Das wäre ein Kompromiss zwischen leichtem Aufbau und möglichst optimierter Verrohrung für CL. Das waren zumindest meine Überlegungen für ein CL-Konzept in meinem 800l-Becken. Ich habe es dann zögernd aufgegeben, weil unter dem Becken einfach zu wenig Platz ist für ein CL und den normalen Technikbecken-Krempel und werde es jetzt mit den Hydrowizard probieren, vorerst eine ECM63 und zwei bis drei ECM42 oder MP40.

    Der Klaus erzählt ja immer von der neuen 100W-Speedy, die er als ideal für CL sieht. Da könnte sich eine Nachfrage lohnen, wann die in die Startlöcher gehen. Den Durchmesser für das CL lieber etwas größer setzen, die würde ich direkt in 50mm machen, damit die Strömungsgeschwindigkeit nicht so hart und scharf ist.

    Die tiefroten LEDs können tatsächlich den Algenwuchs vermehren, nicht umsonst verwendet man bei den Chaetoreaktoren die rote und blaue Mischung, aber bei vier LEDs mit 350mA hast Du etwa 3Watt Leistung in diesem Bereich für das gesamte Becken, das ist ziemlich wenig und sollte nicht viel ausmachen.

    Bei den vorhandenen LEDs musst Du schauen, ob es wirklich die erste Generation ist oder schon die zweite. Deshalb habe ich bei der Bezeichnung auch explizit immer die zweite Generation erwähnt wie Cree XM-L2 oder Cree XP-E2 M3. Teilweise ist der Unterschied in der Leistung wirklich dramatisch bis zu 50 Prozent mehr.
    Was Du an Lichtleistung durch ältere LEDs sonst günstig verwenden kannst zahlst Du eventuell sonst später dann teuer als Strom drauf, billiger wird er leider wohl nicht.

    Noch vor ein paar Jahren war es praktisch unmöglich, überhaupt an violette LED heranzukommen, UV oder violette LEDs bekam man nur im Ausland meist aus China, und hier kamen viele Billigprodukte her, die keine lange Lebensdauer hatten. Da erblindete dann die schnell die zuerst transparente Linse und wurde blind oder verfärbte sich sogar dunkel.
    Inzwischen gibt es einige ordentliche violette LEDs, die auch eine gute Lebensdauer haben, es ist aber immer noch einiges an kurzlebigem Schund in diesem Bereich unterwegs. Satisleds haben bei mir nicht den besten Ruf und ich habe deshalb bisher einen Bogen darum gemacht. Vielleicht hat sich das aber gebessert und deshalb habe ich da nachgefragt.

    Wenn man in der Wellenlänge noch weiter in den echten UV-Bereich rübergeht wird die Strahlung auch immer energiereicher. Diese agressive Strahlung greift auch die Kunststofflinse der LED an und sorgt für eine deutlich frühere Erblindung als bei normalen LEDs im sichtbaren Bereich. Freunde hatten auch mit dem Einsatz einer LED im Bereich von 360-395nm experimentiert und ungläubig gesehen, wie der Bereich um die LED sich verfärbte im Laufe weniger Wochen, weil die Strahlung der LED den Bereich um die LED herum auch auf der Platine angriff.
    Das führt zwangsläufig zu einer kürzeren Lebenszeit. Die LED schluckt zwar genausoviel Strom wie bisher, aber produziert dann nur noch wenig Licht und sehr viel Wärme.

    Wenn ich mich recht erinnere ist eine maximale Wölbung an der Längsseite von 1:500 erlaubt, das wären genau die 2mm, die Du siehst. Allerdings wäre das für mich nicht akzeptabel und ich hätte mindestens 12mm für ein Poolbecken genommen.

    Hallo Paul,

    sieben LEDs gehen nur bei bestimmten LEDs, die nicht so viel Spannung benötigen. Die 24V stehen auch nicht vollständig den LEDs zur Verfügung. Da gibt es vier Faktoren zu berücksichtigen:

    • Auf dem BlueTwiled sind KSQs verbaut, die ebenfalls noch etwas Spannung benötigen, etwa 1,5 Volt. Also bleiben für den Rest noch etwa 22,5V übrig.
    • Die Kupferleitungen des LED-Kanals haben ebenfalls einen Widerstand, der Spannung verbraucht. Wenn man z.B. eine 1,5m lange Lampe hat und einen Kanal von vorne bis hinten verlegt hat man locker 3m Kabel pro Kanal. Bei den gerne genommenen Kabeln mit 0,14mm² Durchschnitt sind das dann bei 1200mA aber immerhin schon 0,47 V Spannungsabfall. Deshalb habe ich bei meiner Lampe die Controller in der Mitte und gehe nur über eine Lampenhälfte, reduziere so die Kanallänge auf deutlich unter 2m und verwende 0,25mm² als Kabel, damit komme ich auf einen Spannungsabfall von 0,16V, womit ich leben kann. Bei 0,14mm² im ersten Fall wären wir jetzt schon bei knapp 22V runter.

      So kannst Du den Spannungsabfall am Kabel selbst berechnen:

      A=Querschnitt (in mm²)
      I=die gezogenen Ampere
      rho=0,0178 Ohm mm²/m (spezifischer el. Widerstand von Kupfer)
      L=ist die benötigte Kabellänge (in meter)
      Uv=0,5V (zulässiger Spannungsverlust

      Uv = ( I * rho * L ) / A

    • Selbst Cree gibt für seine LEDs eine mögliche Streuung von 7 Prozent bei den Werten an, diese müssen dann auch beim Spannungsabfall berücksichtigt werden als Reserve.
    • Auch ein gutes Netzteil gibt etwas bei der Spannung nach, wenn es nahe am Anschlag betrieben wird, also darf man nicht erwarten, dass die vollen 24V auch bei Vollast zur Verfügung stehen. Das kann durchaus in meiner Erfahrung 0,3-0,4V ausmachen.

    Insgesamt hast Du also real nur etwa 21,5V bis maximal 22V für die LEDs zur Verfügung, mit denen Du wirklich rechnen kannst.

    Damit die Lampe stabil läuft darf die LED also nur höchstens 3,1V an Spannungsabfall verursachen, wenn 7 LEDs in einem Kanal stabil laufen sollen. Das ist bei der Cree XM-L so gerade eben noch der Fall bis 1200mA. Voraussetzung ist aber immer, dass die LEDs sauber gekühlt werden, sonst steigt nämlich der Spannungsabfall bei den LEDs. Auch die Cree XT-E schafft dies, aber eben nicht die blaue oder royalblaue Cree XP-E2. Deshalb nehme ich auch immer noch gerne die Cree XT-E.

    Sollte man übrigens trotz sorgfältiger Verkabelung und LED-Wahl Probleme beim Betrieb haben lohnt es sich, die Spannung des Netzteils mit einem Multimeter zu überprüfen. Viele Netzteile haben auch eine Justiermöglichkeit für die Spannung, mit der man die Spannung etwas justieren kann. Dies geht dann natürlich zulasten der möglichen Stromstärke, welche entsprechend etwas kleiner wird.

    Bei den roten LEDs sehe ich diese nicht als Leistungsträger für Fotosynthese und lege deshalb mehr Wert auf flächendeckende Verteilung als auf die mögliche Leistung. Da sie sehr wenig Spannung benötigen kann mann bis zu 8 LEDs pro Kanal verwenden.

    Bei den violetten LEDs habe ich leider noch keine deutsche Quelle gefunden, welche Endkunden bedient und in kleinen Zahlen liefert. Deshalb lohnt es sich immer noch, die LEDs in Amerika zu bestellen. Da kann man auch ruhig die langsame Lieferung nehmen, die LEDs kommen dann in der Regel in sechs bis zehn Tagen dann an. Häufig habe ich bei kleinen Mengen auch Glück und muss keinen Zoll zahlen.

    Selbst wenn ich jetzt ein paar LEDs noch hätte würde ich anteilig die Kosten aufschlagen, die LEDs wären für Dich also nicht unbedingt billiger. :face_with_tongue:
    Als ich vor zwei Jahren wieder ein paar LEDs bestellte (48 violette) habe ich 216 $US für die LEDs bezahlt und 33,68 $US an Transport. Ich habe noch einen Rabatt bekommen, weil ledgroupbuy es hasst, einen Kunden entkommen zu lassen. Also eingeloggt, LEDs in den Warenkorb gelegt und dann ein paar Tage gewartet. Prompt hat ledgroupbuy mir eine Mail geschickt und 5 Prozent Rabatt mit einem Coupon angeboten, wenn ich den Einkauf abschließe. So war dann der Aufschlag für den Transport nur etwa 10 Prozent des LED-Preises.
    Ich hatte noch zusätzlich Glück und habe keinen Zoll zahlen müssen für mein Päckchen.

    Nö, bedenklich wird es nur bei Arglosen, die wirklich glauben, sie können einen Kaiser oder auch Zwergkaiser ins Becken setzen und nichts passiert bei den Korallen. Dann wird der Fisch unverzüglich rausgefangen, als "riffuntauglich" beschimpft und irgendwo abgeladen.

    Das muss ja nicht sein, ist doppelter Stress für Fisch und für Aquarianer. Besser, man zerstört die Illusionen (und mehr ist es ja nicht) direkt und sagt klar: "Der Fisch wird früher oder später wahrscheinlich an einige Korallen gehen, auch wenn er sie vielleicht nur belästigt, nicht vernichtet. Wenn Du damit nicht leben kannst lasse den Fisch lieber beim Verkäufer."

    Ich kann mit meinen Kaisern gut leben, weil mir dies bewusst ist.

    Denke bei Zwergkaisern aber bitte immer daran, dass mehr oder weniger alle an Korallen zumindest nippen. In größeren Beckn fällt es meist nicht auf, weil man sie selten direkt dabei sieht. Ich konnte es bei meinen Keniabäumchen sehr schön sehen, weil die Koralle dann immer sich sehr deutlich zusammenzieht. Alle fünf haben an dem Keniabäumchen genippt.

    Als Folge davon wird das Polypenbild der Korallen nie so schön sein wie in einem Beckne ohne Zwergkaiser.

    Hallo Paul,

    eine Mischung weiß/blau/royalblau von 1:1:1 ist eine akzeptable Mischung, mit der man seinen eigenen Geschmack dann später auch gut einstellen kann, ohne die Korallen zu vernachlässigen. Es gibt aber einige Details zu berücksichtigen, damit man lange Spaß an der Lampe hat:

    Die Cree XM-L2 hat eine hohe Leistung, läuft aber optimal im Bereich 700-1000mA, danach lässt die Langlebigkeit und die Effizienz nach. In diesem Bereich sind die Farben dann auch am schönsten, weil sie sonst zu sehr ins blaue geht (je höher der Strom desto blauer das Licht der LED). Da weißes Licht für den Menschen um ein vielfaches heller erscheint als blaues oder royalblaues Licht sollte man die Leistung der weißen LEDs gut optimieren ohne zu viel Leistung dort zu setzen.

    Die Cree XP-E2 M3 für blau ist optimal bei Leistung/langlebigkeit bei 350-600mA, stärker sollte sie für eine lange Lebensdauer nicht bestromt werden. Ebenso die royalblaue Cree XP-E2.

    Rotes Licht ist nicht unbedingt notwendig, auch wenn es fantastisch aussieht, wenn man seinen Seeigel regelrecht als Leuchte anknipsen kann mit den dunkelroten LEDs im Bereich 640-660nm. Wenn man einen Kanal übrig hat kann man es setzen, obwohl es mehr für den optischen Kontrast des Betrachters dient als der Fotosynthese der Korallen.

    UV wird eigentlich nicht verwendet, die LEDs sind eher im violetten Bereich bis zur Grenze zum UV angeordnet. Bisher sind echte UV-LEDs auch noch nicht sehr langlebig und verschleißen sehr schnell. Zudem werden Wellenlängen unterhalb von 380nm auch von den Additiven in Glas oder Plexiglas geschluckt, die genau vor schädlicher UV-Strahlung schützen sollen.
    Korallen verwenden diese Bereiche bis in den echten UV-Bereich tatsächlich für Fotosynthese, nur kann dieser Bereich mit LEDs nicht gut bedient werden.
    Es macht aber durchaus Sinn, den Korallen LEDs im violetten bis zum Anfang des UV-Bereiches zu spendieren, diese LEDs sind in den letzten Jahren deutlich leistungsfähiger und inzwischen auch langlebig genug geworden. Gute Erfahrungen habe ich mit den LEDs von Ledgroupbuy gemacht mit 410nm und 430nm.

    Von daher meine Empfehlung für eine Lampe:


    FarbeLED-BezeichnungStrom (mA)LED-Zahl pro Kanal
    weißCree XM-L2 U2/U3/U410006-7
    weißCree XM-L2 U2/U3/U410006-7
    weißCree XM-L2 U2/U3/U410006-7
    blauCree XP-E2 M36006
    blauCree XP-E2 M36006
    blauCree XP-E2 M36006
    blauCree XP-E2 M36006
    royalblauCree XT-E royalblau7006-7
    royalblauCree XT-E royalblau7006-7
    violett 430nmLedgroupbuy 430nm5006
    violett 410nmLedgroupbuy 410nm5006
    rot 620/660Cree XP-E2 P4, Cree XP-E photored3504 + 4


    Das ist so eine ziemlich optimale Zusammenstellung für einen BlueTwiled mit 12 Kanälen und ein 250l-Becken. Als Netzteil wird dann eines mit mindestens 200 Watt benötigt, welches bei 24V Ausgang die benötigten 8 Ampere liefert. Ich nehme dafür dann immer die etwas größeren Meanwell HLG-H 240-24A. Die sind gedichtet und sehr effizient.

    Die Leistung ist für ein Steinkorallenbecken gedacht mit SPS in der oberen Hälfte.

    Ich vermute, dass es ein polnischer Hersteller ist anhand der Herstellernummer. Leider konnte ich den genauen Hersteller auch mit dieser Nummer nicht ermitteln, das entsprechende Amt scheint keine entsprechende öffentliche Suchdatenbank zu haben.

    Da ich jedoch einen gewissen Verdacht hatte, habe ich einfach mal bei http://www.ichthyotrophic.pl nachgeschaut und denke, dass die auch hierher kommen, zumindest scheint die Herstellernummer auf den Produktbildern die gleiche zu sein.