Beiträge von Sandy Drobic

    Das hat schlicht mit der statischen Auslegung des Aquariums zu tun. Ein Poolbecken hat ohnehin schon nur eine Stützung von drei Seiten (Seiten und Boden), wo ein normales Becken mit Längssteg noch eine vierte Seite hat. Noch besser, wenn die Längsstege noch mit einem Quersteg verbunden sind in der Mitte.
    Kommt jetzt noch eine Bodenscheibe dazu, die nicht das Becken nur von den Seiten tragen kann ohne nachzugeben, dann könnte das eine Steilvorlage für eine Überschwemmung sein.

    Wenn Du nicht explizit erwähnst beim Aquarienbauer, dass es vorne in der Mitte keine Stützstrebe geben soll, wird dieser sicher davon ausgehen, dass es diese Strebe gibt und baut die Bodenscheibe mit 12mm.

    Für ein Poolbecken mit 100x50x50 sollte 12mm so gerade gehen, aber eine Garantie würde ich nicht dafür abgeben. Das ist eher die Antwort aus den vielen Becken, die ich gesehen habe. Bei 15mm hätte ich ein gutes Gefühl, aber das macht das Becken schon deutlich teurer.

    Hallo Arne,

    bei der Länge des Beckens wirst Du bei anderen Pumpen wahrscheinlich glücklicher. Im Augenblick habe ich spaßeshalber eine ECM 63 in meinem 500l-Becken (150x65x50) laufen, um zu sehen, was die macht in so einem kleinen Becken.
    Auf 10 Prozent hat sie das Becken gut durchgewirbelt und dafür gesorgt, dass die Acro glücklich ist, aber die LPS wie Goniopora, Catalaphyllia, Euphyllia sich deutlich unwohl gefühlt haben. Teilweise könnte ich das bestimmt durch Umsetzen der Korallen ändern in Bereiche, wo die Strömung nicht so stark ist.
    Jetzt läuft sie gerade auf 3 Prozent (kein Schreibfehler!) und alle sind mit dem Kompromiss glücklich. Laut Controlleranzeige schiebt sie immer noch 240 Liter pro Minute durch mit einer Geschwindigkeit von 0,9m pro Sekunde am Auslass. Diese 3 Profent sind also nicht sehr realistisch als 3 Prozent Maximalleistung zu sehen, denn das wären immer noch 14400 Liter pro Stunde, mehr als ein Viertel der Maximalleistung.

    Die Panta sind dafür ausgelegt, eine hohe Reichweite zu haben und das Wasser gut zu transportieren, und das machen sie auch. Je kürzer das Becken, desto eher sollte man eine andere Pumpe mit einem weicheren und breiterem Strahl nehmen.

    Die ECM 63 ist bis 20 Prozent fast nicht hörbar (konstante Strömung, habe die Welle dort noch nicht getestet, weil Wasserstand ziemlich hoch ist). Bei 30 fängt man an, sie über leichten Umgebungsgeräuschen wahrzunehmen.

    Nebenbei ist die ECM63 ein echt fetter Klotz. Wenn ich es schaffe werde ich heute abend mal ein Foto machen mit ECM 63, ECM 42 und MP40 für einen Größenvergleich und auch eine Leistungsmessung, wieviel Strom sie schluckt bei 3 Prozent Einstellung.

    Bei LEDs sind das weniger Vorschaltgeräte sondern Netzteile und KSQs, die noch an der Effizienz knabbern. Gute Netzteile haben etwa 93-96 Prozent Effektivität, schlecht weniger als 80 Prozent. Dies gilt aber grundsätzlich für alle Geräte, auch für T5-Lampen.
    Die KSQs können noch einmal schlucken, gute sind bei etwa 95-98 Prozent, schlechte schlucken fast 10 Prozent.

    Im Durchschnitt kann man damit rechnen, dass 6-10 Prozent von der Leistung, die aus der Steckdose kommt, nicht bis zu den LEDs durchkommt. Wer das billigste nimmt heizt damit eher seine Wohnung. (^-^)

    So ein Netzteil hier straft den Käufer mit Lärm, Risiko und hohen Stromkosten:
    https://www.reichelt.de/Schaltnetzteil…l?ARTICLE=66870
    Von der dieser Art habe ich am Anfang welche gehabt und mir mehrmals durch Tropfen von Salzwasser (was so gut leitet) die Lampe abgeschossen. Danach habe ich sie alle rausgeworfen und dichte Netzteile gekauft.

    Man beachte die Angabe zum Wirkungsgrad: 71-84 Prozent, der Rest wird für das Heizen der Wohnung verwendet.

    https://www.reichelt.de/www.reichelt.d…&ARTICLE=124072

    Das ist ein Netzteil ohne Lüfter, welches gegen Spritzwasser geschützt ist.

    Hier steht dann beim Netzteil akzeptable 93 Prozent.

    Jetzt kann jeder schnell ausrechnen, wann der Aufpreis sich allen durch die Stromkosten bezahlt macht:
    das schlechte erstere kostet 55,50 Euro, das gute zweite kostet 72,95 Euro. Unterschied 17,45 Euro, dafür kein Risiko mit Spritzwasser, kein Lärm und deutlich bessere Effizienz.
    Nach nicht einmal einem Jahr ist die Differenz allein durch den zusätzlichen Strom schon amortisiert, von den übrigen Vorteilen mal ganz zu schweigen.

    Da fragt man sich, warum das erste Netzteil eigentlich noch Käufer findet.

    Genau das habe ich gerochen und deshalb diesen Fall explizit angesprochen. Ja, das ist für mich minimale Scheibenstärke. Da sollte dann zumindest in der Mitte eine Stütze sein.
    Frage aber ruhig den Aquabauer Deines Vertrauens, ob das Aquarium sicher aufgestellt werden kann und die Bodenscheibe dies verkraftet. Wenn die in 15mm gebaut ist könnte es trotzdem funktionieren. Aber sicherheitshalber lieber den Aquarienbauer schriftlich fragen. Wenn der Vermieter nämlich am Toben ist, weil das Aquarium platzt und das ganze durch drei Stockwerke tropft, wird der Aquabauer ganz schnell sagen: falsche Aufstellung, ganz klar. Da können enorme Kosten drohen im Ernstfall, deshalb würde ich da ganz genau nachhaken, was der Aquabauer sagt zu Schrankbau, Unterlage usw.

    Hallo Toni,

    die Lampen werden als 165 Watt Lampen beworben, weil dort LEDs drinstecken, die bis zu 3 Watt pro LED Leistung verbraten können. Mit 55 LEDs wären das dann die beworbenen 55 * 3 = 165 Watt.
    Tatsächlich aber werden sie nicht voll bestromt (was gut ist!), sondern nur zu etwa zwei Drittel. Daraus dann die 110 Watt, die ich schon genannt hatte.
    Über den Daumen kann man die elektrische Leistung am Strom sehen: 350mA = 1 Watt, 700mA = 3 Watt, 1000mA = 3 Watt.

    Genau genommen ist dies ganz klar Verbrauchertäuschung, denn von einer Lampe, die als 165 Watt Lampe angepriesen wird muss man auch erwarten können, dass diese 165 Watt wirklich genutzt werden können. Durch die Begrenzung des Stroms sind diese in der Praxis aber eben 110 Watt Lampen. Die KSQs, welche den Strom auf 700mA setzen, begrenzen die Leistung (was gut ist!).

    Hallo Daniel,

    meine Lampen baue ich auch nicht, weil ich es billig haben möchte, sondern weil ich eine GUTE Beleuchtung genau passen für mein Becken möchte. Da geht viel Arbeitszeit und Geld rein, wenn ich die Arbeitszeit auch nur einigermaßen einrechnen würde kämen da horrende Beträge raus. Allein die Materialkosten sind schon hoch genug, weil ich nur sehr gute und hochpreisige LEDs kaufe.

    Die China-LED-Lampen gehen nach einer anderen Philosophie: billig bauen, geringere Qualität, aber ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis und das Ergebnis ist gut genug für die Beckenbeleuchtung. Wenn sie in drei Jahren unbrauchbar ist hat sie ihre Dienste dann aber getan.
    In einer Zeit, wo viele schon vorher aufgeben oder auf ein größeres Becken umsteigen ist das keine schlechte Wahl.

    Viel anders sind auch gute Lampen nicht konzipiert, nur hoffentlich mit besseren LEDs, langlebiger ausgelegt, sorgfältig abgewogener Kühlung und einem ausgewogenen Verhältnis von LEDs für ein perfektes Spektrum.

    Meine DIY-Lampen über dem großen Becken sind fast fünf Jahre gelaufen und funktionieren immer noch hervorragend. Abgeschaltet wurden sie, weil ich das Becken umbaue.

    Es gibt mehrere Möglichkeit, LEDs regelrecht zu verheizen, letzten Endes kann aber alles auf zu hohe Temperaturen der LEDs zurückgeführt werden. Je wärmer die LEDs werden, desto ineffizienter werden sie.
    Je höher der Strom, mit dem eine LED betrieben wird, desto schneller muss die Wärme abtransportiert werden, um die Temperatur der LED niedrig zu halten. Bei wirklich hohen Strömen darf dann kein Fehler beim Wärmeübergang der LED zum Kühlkörper passieren.

    Wie warm der Kühlkörper dann wird ist völlig egal, es kommt einzig darauf an, wie heiß die LED wird. Cree z.B. hat wohl etwas über den Deckel bekommen, weil sie in den Datenblättern der LEDs die Angaben bei einer Temperatur Tj von 25°C gemacht haben, was ungefähr so praxisnah ist wie die Autohersteller ihren Verbrauch für Autos angeben und mit welchen Bedingungen sie da arbeiten. Wohlgemerkt, wir reden hier von der Temperatur der Sperrschicht innerhalb der LED. (^-^)
    Inzwischen machen sie die Angaben für eine Temperatur Tj von 85°C. Ein enormer Unterschied.

    Maxpect etwa verwendet bei der Razor eine sehr hohe Bestromung der LEDs und eine nicht so gute Kühlung, wie es nötig wäre. Wenn die Lampen stark genutzt werden sind die LEDs nach drei Jahren komplett hinüber. Zudem ist die Effizienz dieser Lampen ziemlich gering, was Maxpect dann durch die starke Bündelung mit Linsen aufzufangen versucht.
    Lobenswerteweise geben sie die Art der LEDs und der Bestromung sogar an! Hier z.B. findet man diese Grafik mit den Angaben, welche LED wie stark bestromt wird:

    In dieser Lampe sind Konstantstromquellen mit 2600mA verbaut, einige LEDs, werden zu zwei parallel eingebaut (teilen sich den Strom von 2600mA auf auf je 1300mA), andere werden zu dritt parallel an die KSQ gesetzt und der Strom wird so gedrittelt auf 866mA.
    Die Cree XT-E darf maximal bis 1500mA bestromt werden, die 1300mA sind also schon sehr nahe am Limit der erlaubten Bestromung. Selbst wenn eine gute Kühlung vorhanden ist, beträgt die Effizienz der LED laut den Datenblättern von Cree selbst nur noch 90 Lumen pro Watt. Die selbe LED hat aber eine Effizienz von 139 Lumen pro Watt, wenn sie bei 350mA betrieben wird. Dies ist natürlich der Strom, den Cree empfiehlt.
    In der Beschreibung zu der Razor steht noch dabei, dass die Lampe hauptsächlich passiv gekühlt wird und sich der Ventilator zuschaltet, wenn es zu warm wird. Die LEDs werden also ziemlich heiß betrieben.

    So eingesetzt sind die LEDs nicht mehr sehr effektiv, also wird in die Trickkiste gegriffen und ein Linsenset davor geklatscht, welches das Licht schön kräftig bündelt. Die Effizienz sind damit noch einmal gut, denn bei jedem Phasenübergang (Luft zu Kunststoff, Kunststoff zu Luft usw.) sind Verluste unausweichlich. Bei Plexiglas etwa beträgt dieser Verlust 3,96 Prozent bei optimalen Verhältnissen (perfekt geputzt und plan, das Licht tritt genau senkrecht ein) pro Phasenübergang. Daher der Transmissionsgrad von 92 Prozent für Plexiglas. Das Linsenset schluckt also im perfekten Fall schon 8 Prozent, in der Praxis sind es eher 15 Prozent für die billigen Linsen.
    Der Rest von diesem Licht wird dann durch die Linse schön eng gebündelt. Außerhalb des Kegels praktisch kein Licht, dicht unter der Lampe riesige PAR-Werte bis in den vierstelligen Bereich, was keine Koralle braucht.

    All das zusammen ist für mich ein Beispiel, wie Lampenbau nicht sein sollte. So wird nicht gebaut, weil es gut für die Korallen ist, sondern nur, weil es so gebaut schön billig ist.
    Man kann damit durchaus ein Becken betreiben, aber gut oder langlebig sind andere Sachen. Auch eine Dimmung ist da kein Allheilmittel, denn die Dimmung reduziert nicht den Strom, sondern schaltet ihn nur in sehr schnellem Takt an und aus, der Strom selbst ist dann weiterhin diese 1300mA.

    Sorry, aber das musste ich mal loswerden.

    Hallo Hajo,

    genau dazu hat Henning ja schon vor einiger Zeit einige Messungen gemacht, weil der Verlust der Leistung bei einigen Modulen (er hatte keine einzelnen LEDs vermessen) deutlich über den Erwartungen lag. Ich gehe davon aus, dass das Wärmemanagement dieser Module nicht in Ordnung ist und die LEDs deutlich zu warm werden.

    Die 20W-Strahler, welche ich über dem Refugium habe sind auch nach knapp einem Jahr verstorben (täglich etwa 15 Stunden Brenndauer). Ich gehe auch hier davon aus, dass die Wärmeableitung über das kleine Gehäuse völlig unzureichend ist.

    Hallo Daniel,
    ich wuerde mich fuer das Ergebnis sehr interessieren. :thumbs_up:
    Vielleicht sticht man da aber in ein Wespennest? :loudly_crying_face:

    Gruss
    Hajo

    DAS wäre eine sehr gute Idee! Henning Wiese vermisst ja bereits sehr viele Module und Lampen und wiederholt diese Messungen nach einiger Zeit. Vielleicht hat er ja bereits eine vergleichbare Lampe in seine Messungen aufgenommen?

    Hallo hajo, das hast Du jetzt nur gesagt und nicht wirklich durchgerechnet. So frisch und jung sind wie beide nicht mehr! :grinning_squinting_face:

    Hier mal eine ganz konkrete Rechnung, um zu zeigen, welche Dimensionen diese Ersparnis hat oder nicht:
    Wenn die Chinalampe auf voller Leistung betrieben wird zieht sie etwa 110 Watt. Das sind überwiegend Bridgelux LEDs, die etwa 30 Prozent weniger Lichtleistung haben als gute Cree. Eine gute Lampe würde also 30 Prozent weniger Strom brauchen.

    Mit dieser Ersparnis von 33 Watt rechne ich mit diesen Annahmen: 10 Stunden pro Tag Beleuchtungsdauer, 365 Tage im Jahr, 30 Cent pro Kilowattstunde.
    Macht pro Jahr 0,033kW * 10h * 365 * 0,30€ = 36,13€ pro Jahr Ersparnis. Rein aus dem Strom würde sich eine Bestückung mit hochwertigen LEDs somit in 800/36,13 = 22,13 Jahren amortisieren.

    Zumindest ich bin dann in Rente. :face_with_tongue:

    Du hast durchaus recht, dass die Leistung einer Lampe korrekt eher als Lichtleistung und als Spektrogramm angegeben werden sollte und nicht darin, wieviel Strom sie aus der Steckdose zieht.
    Aber... wenn über Watt geredet wird wird stillschweigend vorausgesetzt, dass die LED-Wahl für ein Korallenbecken passend ist, von daher sind die Differenzen meist die LED-Verteilung, Bestromung und LED-Effizienz, wenn ich von Fehlkonstruktionen absehe wie schlechtes Temperaturmanagement wie bei den berüchtigten Aqua Medic Strahlern.
    Und dann ist die Wattzahl durchaus eine Zahl, die zumindest eine grobe Hausnummer für die Einordnung liefert.

    Selbst wenn man alle 2-3 Jahre eine Lampe für 150 Euro neu kauft wäre das noch eine seehr lange Amortisationszeit. Obwohl es dann für mich nicht mehr bis zur Rente reicht. :grinning_squinting_face:

    Hajo, ich glaube, der Hinweis auf die Effektivität ist schon weit vorher im Thread gegeben. (^-^)
    Und mein Beitrag genau vor Deinem hat dies auch noch einmal aufgegriffen.

    Wenn man eine Chinaleuchte mit einer NextOne etwa vergleicht muss man aber auch die Kosteneffektivität berücksichtigen, nicht nur die Effektivität bei der Umsetzung von Strom nach Licht. Gerade bei einer Lampe für so ein Nanobecken ist die Hitze nicht so entscheidend, schließlich hat man da keinen Kilowatt über dem Becken am Brennen. Bis man einen Unterschied von 800 Euro durch Stromersparnis herausgeholt hat sind wir beide in Rente. :grinning_squinting_face:

    Immer schön die Kirche im Dorf lassen. :thumbs_up:

    Die Lampe verbraucht etwa 110 Watt an elektrischer Leistung, die Messgeräte dafür kosten etwa 10-20 Watt und sind in jedem Baumarkt oder Elektronikladen wie Conrads erhältlich.
    Was nun an Lichtleistung herauskommt ist die interessante Frage. Am effektivsten sind die royalblauen LEDs, die grünen sind am wenigsten effektiv, dort wird der größte Teil in Wärme gewandelt und nur wenig in Helligkeit.

    Gute Verteilung bedeutet idealerweise, dass die LEDs über dem gesamten Becken verteilt sind und die Farben sich überall gleichmäßig vermischen. Dass dies nicht gerade billig ist sollte klar sein.

    Hallo Toni,

    Kennzeichen einer guten LED-Lampe sind:
    - Zusammenstellung eines sinnvollen Spektrums für ein Korallenbecken
    - Bestromung für die LEDs niedrig genug, dass sie lange leben
    - vernünftiges Kühlkonzept, damit die LEDs lange leben
    - gute Verteilung der LEDs mit breiter Abstrahlung
    - sinnvolle und robuste Steuerung der LEDs (Batterie für Stromausfall, gute Bedienbarkeit usw.)

    Lampen, die alle Kriterien erfüllen, sind meist sehr teuer.

    Fange doch am besten mit dem Unterschrank an und bestelle das Becken bei einem Aquarienbauer Deiner Wahl. Es dauert immer länger als man denkt, den Unterschrank zu bauen. Deshalb würde ich erst dann bestellen, wenn der Unterschrank "bezugsfertig ist".
    Dann auch direkt mit Technikbecken bestellen. So teuer ist das auch nicht.

    Mit ein wenig Logik ist dies einfach zu beantworten: die Aktivkohle, welche in einem Filter mit Durchlauf im Becken ist wird nach wenigen Wochen durch die Aufnahme von organischen Stoffen und anorganischen Elementen wie Jod erschöpft sein.

    Die Kohle, die hinter dem Abschäumer mit dem Wasser durchströmt wird hat ebenfalls genügend Wasser mit Gelbstoffen und Spurenelementen, nur zusätzlich eventuelle Spuren von Ozon. Sie wird keine längere Standzeit haben, da das Wasser aus dem Abschäumer ebenfalls Stoffe enthält, welche von der Kohle aufgenommen werden.

    Hallo Toni,

    ich denke, da machst Du Dir über die falschen Quellen sorgen. Meine Faustregel für Verdunstug bei offenen Becken ist grob 1l Verdunstung pro 100l Beckenvolumen. Je nach Abdeckung dann nur noch ein Viertel oder so.

    Bei mir fülle ich gerade den Kanister für das 500l-Becken auf, da verschwinden gerade gute 50l drin in den 60l-Kanister. In gut zwei Wochen ist der wieder leer. Da kommst ganz anders Feuchtigkeit raus und ich muss tatsächlich gut Lüften, um die Feuchtigkeit zu senken.

    Die sauberste Methode, die Verdunstung zu senken und gleichzeitig die Lampe und das Becken nicht zu überhitzen ist, die Lampe als Teil des Deckels zu integrieren, so dass die Luft von außen ansaugen und nach außen wieder abgeben kann, aber keine weitere Abdeckung zum Wasser im Wege ist.
    So mache ich das dann auch mit dem großen 800l-Becken, da ist die Lampe praktisch die Abdeckung zusammen mit dem Sprungrahmen. Das hat ohne Abdeckung tatsächlich meine Wohnung in eine Sauna verwandelt, und zwar in kürzester Zeit.

    Mit Cree LEDs habe ich eigentlich nie Probleme gehabt. Nur baut Cree halt keine LEDs mit kurzen Wellenlängen, bei royalblau ist Schluß.

    Da ich einiges an Lampen baue wäre ich sehr interessiert an der genauen Bezeichung der Plexiglassorten, die Du vermessen hast. Bisher habe ich im Baumarkt nur die Plexiglas XT und GS transparent gesehen. Aber auch da gibt es ja einiges an Sorten, die genaue Bezeichung wäre deshalb sehr gut!

    Hallo Ronny,

    ich erzähle das zum Beispiel. (^-^)

    Normale Glas- und Acrylglas-Sorten enthalten Additive, welche Wellenlängen unterhalb von 380nm blocken. Es gibt einige Plexiglassorten, die UV bis 320nm durchlassen, diese sind aber nicht im Baumarkt erhältlich und selbst online schwer bestellbar als Endkunde mit kleinen Anforderungen.
    Hier kannst Du So eine kleine Spektrumsliste sehen:
    http://www.gsoptics.com/transmission-curves/

    Bei PMMA wird dort bei den von mir genannten 380nm die Grenze gezogen, nur die speziellen Ultraviolet Acrylic gehen runter bis 320nm. Als Endanwender kommt man wegen der kleinen Bestellmenge leider kaum da dran.

    Die angesprochenen UV-LEDs haben ja bereits Linsen auf dem Die, die bei echten UV-LEDs von der Strahlung dann auch angegriffen wird. Selbst die Platine, wo die UV-LED draufgelötet war hatte sich bei einem Test verfärbt fast wie verbrannt. Diese LEDs sind dann auch nicht so langlebig wie eine normale Cree im sichtbaren Spektrum.

    Licht im UV-A und UV-B Spektrum wird tatsächlich noch für die Fotosynthese genutzt von den Korallen. Weil diese Bereiche jedoch schon von den Additiven im Glas und Acrylglas nicht durchgelassen werden (die blocken alles unter 380nm) und dazu noch die UV-LEDs keine so lange Haltbarkeit haben (die energiereiche Strahlung lässt die Linse der LED schnell erblinden) verwenden die LED-Lampen nur LEDs im violetten Bereich bis etwa 390nm.

    Hallo Toni,

    für die Korallen sollte das Licht am besten von allen Seiten kommen. Wenn sie regelrecht von Licht umhüllt werden und dieses ein breites Spektrum von der richtigen Intensität bietet sind die Korallen glücklich.

    Das Problem mit dem gebündelten Licht ist, dass es oben viel zu stark ist, so dass die Korallen schon auf Fotosynthese-Inhibition schalten, und nur von einer Richtung kommt, nicht von links oder rechts oder den Seiten. Außerhalb des Kegels aber ist praktisch kein Licht.

    Gerade wenn Du SPS halten möchtest gibt es schnell ein Problem mit Abschattung. Dieses würde durch eine verteilte Beleuchtung wie T5 oder eine LED-Lampe mit flächig verteilten LEDs deutlich gelindert werden.

    Grübel... Kann ich eine Leuchte empfehlen?!? Irgendwie hat es seinen Grund, dass ich mir die Lampen selbst baue, und es ist nicht der Preis. (^-^)
    Meine Kübel sind auch etwas größer, so dass ich nicht viel experimentiert habe im Nanobereich.

    Dies hier wäre meine Preis/Leistungsempfehlung: https://www.ebay.de/itm/PopularGro…5.c100005.m1851

    Real hat die Lampe natürlich nicht 165 Watt, sondern etwa 100-110 Watt Leistung. Sie sollte dann am Anfang auch deutlich gedimmt werden, sonst bekommen die Korallen einen Schock.
    Aber die Lichtmischung durch die LED-Wahl ist gut und sie haben eine einigermaßen flächige Anordnung, so dass der Spoteffekt vermieden wird.
    Für den Preis kannst Du die Lampe nicht selbstbauen, erst recht nicht mit dem Controller noch dazugeliefert.

    Die Maxpect haben meist das Problem, dass sie eine sehr starke Beleuchtung durch Bündelung mit Linsen erzeugen und zusätzlich die LEDs mit sehr hohen Strömen deutlich oberhalb der Langlebigkeitsempfehlung von Cree betreiben.

    Diese Module sind grundsätzlich nicht verkehrt, aber mich irritieren da ein paar Sachen:

    • die LEDs verwenden nicht die besten LEDs, die jetzt vorhanden sind, sondern die Vorgeneration, die es somit deutlich günstiger gibt. Keine schlechten LEDs, und für den Preis durchaus akzeptabel.
    • Die LED-Mischung ist vom Spektrum her sehr royalblau-lastig, denn sowohl die XT-E als auch die XP-G haben den blauen Peak im royalblauen Bereich. Damit bleiben nur die zwei Epiled LEDs, welche das Spektrum nach unten erweitern.
    • Die Leistung ist etwa 35 Watt pro Modul, Du brauchst also zwei Module über dem Becken, um einigermaßen gut ausgestattet zu sein.
    • Damit daraus eine Lampe wird brauchst Du noch einiges an Material:

      • ein Netzteil mit genügend Leistung und 24V Ausgang
      • ein Kühlkörper mit genügend Oberfläche, auf denen die Module befestigt werden
      • ein Gehäuse, in dem das alles untergebracht und mit Plexiglas abgedeckt wird
      • eine Aufhängung oder Halterung
      • viel Arbeitszeit und etwas geeignetes Werkzeug und etwas handwerkliches Geschick und einiges an Kleinteilen wie Alu-Boschprofil, Nutensteine, V4A-Schrauben, Kegelsenker usw. usw.

    Ich habe schon einige LED-Lampen gebaut, und es wird immer deutlich teurer durch die vielen Kleinteile, die den Preis und vor allem den Aufwand deutlich in die Höhe treiben. Der Endpreis wird dann später deutlich über 200 Euro, eher bei 300 Euro werden. Allein mit zwei Modulen und dem Controller bist Du schon bei 135 Euro und es kommt noch all der Krempel.

    Jod kann ja in verschiedenen Formen vorliegen, elementar, als Jodid oder als Jodat. In der Lugolschen Lösung wird elementares Jod in einer Kaliumjodidlösung gemischt. Dieses elementare Jod wird sehr schnell oxidiert nach Jodid bwz. Jodat.
    Deshalb dosiere ich schon direkt nur Kaliumjodid. (^-^)
    Wie stark der Einfluß des Lichts ist kann ich leider nicht sagen.

    Hallo Stefan,

    gerade wenn Du Aktivkohle regelmäßig einsetzt muss Jod dosiert werden. Das Bindevermögen von Aktivkohle wird gerne mit der Jodzahl angegeben, also wieviel Jod die Aktivkohle binden kann.
    Wenn Jod immer zu niedrig ist würde ich deshalb auch auf die Kohlemenge schauen, ob hier nicht zu viel reingepackt wurde.

    Die Angaben des Herstellers zur Größe des Aquariums ignoriere ich deshalb meistens auch. Mein primäres Merkmal zur Beurteilung der Leistung des Abschäumers ist die Luftleistung. Als Daumenregel gilt dabei, dass die Luftleistung pro Stunde etwa dem Volumen des Aquariums entsprechend sollte bei moderatem Fischbesatz und das Doppelte bei höherem Fischbesatz.

    Dieses Bild zeigt die beiden Abschäumer mal nebeneinander:
    Links der Bubble King Double Cone 250 mit Speedy, rechts der Tunze 9410.
    Der Bubble King ist für Becken bis 1500 Liter angegeben, der Tunze für Becken bis 1000 Liter.
    Der Bubble King hat jetzt eine 60W Pumpe mit 2500 Liter Luftleistung (meiner hat noch die 50W mit 1500 Liter Luftleistung und einer Beckengröße von bis 1000 Liter angegeben, wenn ich mich recht erinnere), der Tunze hat eine Luftleistung von 600l angegeben.

    Ich denke, da kann man sich die reale Leistung schon gut aus den Zahlen ahnen.

    Mir ist das schon ganz recht als einfaches Forenmitglied zu schreiben ohne offizielle Verbindung. :face_with_tongue:

    Für mich gibt es auch Zeiten, wo es eng wird mit der Freizeit und der Zeit, all die Beiträge durchzulesen. Zum Glück gibt es in großen Foren wie dem Meerwasserforum immer den einen oder anderen, der qualifiziert antwortet, deshalb sehe ich das nicht so tragisch.

    Hallo Sascha,

    die Förderleistung der Pumpe sollte auf den Abschäumer und das System, mit dem das Becken betrieben wird, abgestimmt sein. Allgemein wird empfohlen, dass der Durchsatz der Pumpe etwa das 2-5fache des Beckenvolumens sein sollte. Das Triton-System für SPS-Becken empfiehlt sogar einen 10-fachen Durchsatz, was enorm ist.

    Wenn das Becken mit Balling betrieben werden soll, sollte Pumpe reichen, die 4000l pro Stunde fördern kann, wenn ein Bubble King als Abschäumer dient eher eine Pumpe mit 5000-7000 Liter pro Stunde, da dieser schon bis zu 4000 Liter pro Stunde durchzieht.

    Bei Strömungspumpen würde ich zwei MP40wQD empfehlen mit Reeflink. So kann man über den Tag verteilt ein Strömungsprofil anlegen und über dieses auch z.B. Einstellungen zum Aufwirbeln des Detritus vornehmen, damit nicht zu viel Schmodder sich in die Ecken und den Sand ansetzt.

    Eine EcoTEch Vectra L1 als Förderpumpe wäre dann die Ergänzung dazu.

    Das wäre Technik der guten Klasse, die auf die eigenen Bedürfnisse angepasst werden kann ohne gleich mehrere Tausend Euro zu kosten. Günstiger und teurer ist natürlich auch möglich.

    Hallo Sascha,

    wenn ich jetzt eine kleine Tabelle aufstelle, dann wirst Du sehen, dass dort noch einige Punkte unbeantwortet, aber immerhin ein paar Punkte jetzt geklärt sind. Bei einem größeren Becken würde ich nichts über das Knie brechen, denn hier geht es um einige Tausend Euro und das Potential für viel Frust.


    AnforderungsprofilAnspruch
    verfügbares BudgetPie mal Daumen?
    Qualitätrobust und sicher
    LautstärkeTechnikbecken Nebenraum, Schaubecken?
    welche Tiereeher kleine Fische, LPS, später auch SPS
    Automatisierungja
    Qualitätrobust und sicher


    Ein sehr guter, leiser, leistungsstarker und robuster Abschäumer wäre der Royal Exclusiv De Luxe 200 Abschäumer, der wenig empfindlich auf den Wasserstand reagiert. Allerdings kostet dieser mit gut 1500 Euro auch heftig Geld.
    Am anderen Ende wäre z.B. ein Bubble Magus Curve 7, der mit 260 Euro gerade ein Sechstel von dem Bubble King kostet und auch seine Dienste tut, wenn man mit etwas weniger Robustheit und etwas mehr Lärm leben kann.

    Ähnlich sieht es bei den Strömungspumpen aus. Man kann zwei Hydrowizard nehmen, zwei Vortech MP40 oder auch ein paar günstige Tunze oder Jebao, der Unterschied in der Preisklasse ist heftig, und nicht jeder möchte oder benötigt die Technik-Features.

    Deshalb ist es schon wichtig, herauszufinden, wie das Becken später betrieben werden soll, mit welchen Tieren, welcher Anspruch an die Qualität und Störanfälligkeit gestellt wird und welcher Stellenwert für sicheren Betrieb gesetzt wird. Man kann mühelos Technik für 10000 Euro dort hinsetzen, ohne, dass man extravagante nicht benötigte Kinkerlitzchen hinstellt. Eine schöne Fließfilterbox von RE mit Abschäumer, Rückförderpumpe und zwei guten Speedys für eine Closed-Loop-Verrohrung würde schon den größten Teil der 10000 Euro füllen, und man hätte noch immer kein Licht über dem Becken.

    Von daher ist die Frage nach dem Budget für die technische Ausstattung und den laufenden Kosten schon von hoher Bedeutung. Wenn dieses mit den Ansprüchen von guter Qualität, Robustheit und guter Bedienbarkeit und Lautstärke schwer zu vereinbaren ist muss zuerst geklärt werden, was möglich ist und wo Abstriche/mehr Budget sinnvoll sind.

    Besser einige Illusionen sterben, bevor das Geld ausgegeben wird und die Fische und Korallen sterbern und der Frust dafür erblüht.

    Na ja, grün würde ich das nicht unbedingt nennen. Jod überhaupt nicht mehr vorhanden, Schwefel und Magnesium im Keller bei den Massenelementen. Kalium, Brom, Bor, Strontium und Jod zu niedrig bei den Spurenelementen, dafür Kupfer zu hoch. Viele Nullwerte bei anderen Spurenelementen wie Eisen etwa.

    Ich denke schon, dass man hier sehr gut sehen kann, dass einiges im Argen ist und Wasserwechsel in homöopathischen Dosen von 5 bis 10 Prozent nichts bringen. Hier müssen schon zwei bis drei große Wasserwechsel von 40-50 Prozent ran, um die vielen schief hängenden Werte wieder zu richten.

    Ob die Technik passt oder nicht hängt nicht nur von der Beckengröße ab, sondern auch viel von der biologischen Last und der Art des Besatzes.
    Ein Becken, welches nur sehr wenig Last hat (einige kleinbleibende Fische, viel SPS) braucht keinen großen Abschäumer, während ein Becken, welches hauptsächlich SPS enthält, aber auch eine gute Zahl größerer Fische wird einen deutlich stärkeren Abschäumer brauchen, während ein Weichkorallenbecken mit der gleichen biologischen Last durchaus auch mit einem kleinen Abschäumer und etwas höheren Nährstoffwerten zurecht kommt.

    Die Technik hat meist einen Pflicht- und einen Kür-Anteil. Pflicht ist, dass sie technisch die Leistung bringen, die nötig ist. Kür ist, dass sie dies möglichst leise machen und zugleich am besten noch einfach und robust im Betrieb sind, ohne Macken wie Stillstand, wenn der Strom mal ausfällt oder so.

    Bei mir ist es so, dass ein Becken ruhig sein muss. Ich werde wahnsinnig, wenn ich eine Wummerkiste im Wohnzimmer habe. Dies gilt für den gesamten Betrieb: keine lauten Lüfter an der Beleuchtung, der Ablauf muss leise sein, im Technikbecken darf es nicht wie in der Toilette plätschern, die Pumpen dürfen nicht rumoren und der Abschäumer darf auch nicht dröhnen.

    Dafür bin ich bereit, einiges an Geld zu investieren. Andere sind da nicht so empfindlich, es läuft ohnehin die ganze Zeit Musik, man unterhält sich mit mehreren Leuten, da fällt es nicht auf, ob die Pumpen mal etwas lauter sind.

    Auch wer nicht die empfindlichsten Tiere pflegt und sich beherrschen kann im Geschäft und nicht sofort den Fisch einpackt, der im Geschäft gelächelt hat und im Becken dann in einem Jahr zum tyrannischen Brechmann sich entwickelt kommt mit kleinerer Technik klar.

    Ein zweiter Punkt ist Automation: ich habe meine 40 Stunden Woche und während der Woche wenig Zeit, mich um das Becken zu kümmern, das Becken sollte also in dieser Zeit möglichst ohne mein Zutun laufen. Dafür bin ich wieder bereit, Geld in die Hand zu nehmen und Dosierpumpen, automatische Nachfüllung, Pumpen mit Detritus-Aufwirbelung, ABschäumer mit Kanisterablauf, Futterautomaten usw. zu kaufen.
    Andere haben Frau, Kinder, Verwandte und Freunde, welche das Becken während des Urlaubs oder sonstiger Abwesenheit versorgen können.

    Das ganze ist also eine Optimierungsaufgabe zwischen dem verfügbaren Budget, den eigenen Ansprüchen bezüglich Qualität und Lautstärke, den Tieren, die man pflegen möchte und der eigenen Arbeitsleistung, die man bereit ist, in die Beckenpflege zu stecken.

    Ich suche durchaus auch gute Angebote, aber weniger unbekannte Salze oder "Hausmarken", sondern mehr bekannte Namen wie Tropic Marine, dafür aber in Großpackungen. Echte Großpackungen von 100kg oder mehr habe ich bisher vergeblich gesucht, sollte es aber eigentlich geben. Großaquarien in Zoos und ähnlichem werden nicht mit 20kg Eimern rumhantieren.