Es gibt mehrere Möglichkeit, LEDs regelrecht zu verheizen, letzten Endes kann aber alles auf zu hohe Temperaturen der LEDs zurückgeführt werden. Je wärmer die LEDs werden, desto ineffizienter werden sie.
Je höher der Strom, mit dem eine LED betrieben wird, desto schneller muss die Wärme abtransportiert werden, um die Temperatur der LED niedrig zu halten. Bei wirklich hohen Strömen darf dann kein Fehler beim Wärmeübergang der LED zum Kühlkörper passieren.
Wie warm der Kühlkörper dann wird ist völlig egal, es kommt einzig darauf an, wie heiß die LED wird. Cree z.B. hat wohl etwas über den Deckel bekommen, weil sie in den Datenblättern der LEDs die Angaben bei einer Temperatur Tj von 25°C gemacht haben, was ungefähr so praxisnah ist wie die Autohersteller ihren Verbrauch für Autos angeben und mit welchen Bedingungen sie da arbeiten. Wohlgemerkt, wir reden hier von der Temperatur der Sperrschicht innerhalb der LED. (^-^)
Inzwischen machen sie die Angaben für eine Temperatur Tj von 85°C. Ein enormer Unterschied.
Maxpect etwa verwendet bei der Razor eine sehr hohe Bestromung der LEDs und eine nicht so gute Kühlung, wie es nötig wäre. Wenn die Lampen stark genutzt werden sind die LEDs nach drei Jahren komplett hinüber. Zudem ist die Effizienz dieser Lampen ziemlich gering, was Maxpect dann durch die starke Bündelung mit Linsen aufzufangen versucht.
Lobenswerteweise geben sie die Art der LEDs und der Bestromung sogar an! Hier z.B. findet man diese Grafik mit den Angaben, welche LED wie stark bestromt wird:

In dieser Lampe sind Konstantstromquellen mit 2600mA verbaut, einige LEDs, werden zu zwei parallel eingebaut (teilen sich den Strom von 2600mA auf auf je 1300mA), andere werden zu dritt parallel an die KSQ gesetzt und der Strom wird so gedrittelt auf 866mA.
Die Cree XT-E darf maximal bis 1500mA bestromt werden, die 1300mA sind also schon sehr nahe am Limit der erlaubten Bestromung. Selbst wenn eine gute Kühlung vorhanden ist, beträgt die Effizienz der LED laut den Datenblättern von Cree selbst nur noch 90 Lumen pro Watt. Die selbe LED hat aber eine Effizienz von 139 Lumen pro Watt, wenn sie bei 350mA betrieben wird. Dies ist natürlich der Strom, den Cree empfiehlt.
In der Beschreibung zu der Razor steht noch dabei, dass die Lampe hauptsächlich passiv gekühlt wird und sich der Ventilator zuschaltet, wenn es zu warm wird. Die LEDs werden also ziemlich heiß betrieben.
So eingesetzt sind die LEDs nicht mehr sehr effektiv, also wird in die Trickkiste gegriffen und ein Linsenset davor geklatscht, welches das Licht schön kräftig bündelt. Die Effizienz sind damit noch einmal gut, denn bei jedem Phasenübergang (Luft zu Kunststoff, Kunststoff zu Luft usw.) sind Verluste unausweichlich. Bei Plexiglas etwa beträgt dieser Verlust 3,96 Prozent bei optimalen Verhältnissen (perfekt geputzt und plan, das Licht tritt genau senkrecht ein) pro Phasenübergang. Daher der Transmissionsgrad von 92 Prozent für Plexiglas. Das Linsenset schluckt also im perfekten Fall schon 8 Prozent, in der Praxis sind es eher 15 Prozent für die billigen Linsen.
Der Rest von diesem Licht wird dann durch die Linse schön eng gebündelt. Außerhalb des Kegels praktisch kein Licht, dicht unter der Lampe riesige PAR-Werte bis in den vierstelligen Bereich, was keine Koralle braucht.
All das zusammen ist für mich ein Beispiel, wie Lampenbau nicht sein sollte. So wird nicht gebaut, weil es gut für die Korallen ist, sondern nur, weil es so gebaut schön billig ist.
Man kann damit durchaus ein Becken betreiben, aber gut oder langlebig sind andere Sachen. Auch eine Dimmung ist da kein Allheilmittel, denn die Dimmung reduziert nicht den Strom, sondern schaltet ihn nur in sehr schnellem Takt an und aus, der Strom selbst ist dann weiterhin diese 1300mA.
Sorry, aber das musste ich mal loswerden.