Hallo Michael,
ich habe bei meiner Anlage einen TDS-Meter integriert, billiges Ding, aber für eine Beobachtung des ungefähren Leitwerts reicht es. Ein Abgriff ist hinter der Osmose und ein weiterer Sensor hinter der Harzsäule.
So kann ich gut beobachten, dass der Leitwert von etwa 200 µS hinter der Osmose langsam runtergeht, bis er sich bei ca. 7-10µS einpendelt. Es dauert etwa eine Minute, bis der Wert unter 20µS geht, dann erst öffne ich die Verbindung zur Harzsäule und sehe, ob dort auch wirklich nichts angezeigt wird. Sobald ich etwas ungleich Null sehe kann ich mich darauf verlassen, dass das Harz wirklich erschöpft ist und der Wert deutlich höher ist. Aber es reicht für die Reinwasserbeurteilung.
Die Durchlassquote einer guten Osmose rangiert bei etwa 95-98 Prozent, entsprechend sammelt sich vor der Osmose dann Wasser mit deutlich erhöhten Konzentrationen. Einiges davon wird mit dem Abwasser bereits entsorgt, aber im Laufe der Zeit steigt die Konzentration der Ionen des Wassers vor der Membran doch deutlich an.
Wie effizient die Osmose arbeitet hängt auch stark vom Druck ab, mit dem das Wasser durch die Membran gepresst wird, je höher, desto besser die Rückhaltquote. Übliche sogenannte Boosterpumpen (Druckerhöhungspumpen) arbeiten mit 5-8 bar. Meerwasserentsalzungsanlagen arbeiten sogar bei 70-100 bar, um ausreichend hohe Rückhaltquoten zu bekommen.
Was passiert nun an der Membran, wenn die Pumpe ausgeschaltet wird und der Druck damit stetig sinkt? Mit fallendem Druck wird die Rückhaltquote immer schlechter und immer mehr Ionen kommen über den osmotischen Ausgleich durch die Membran durch. Das ist dann der Peak, denn man beim Einschalten der Osmose sehen kann, der danach dann schnell sinkt.
Je kürzer die Membran arbeitet und je häufiger die Pumpe abgeschaltet wird, desto mehr kommt in den Abschaltzeiten durchgesickert. Aus diesen Gründen haben einige gute Osmoseanlagen eine automatische Spülung, die vor der Reinwasserdurchleitung beim Amschalten erst einmal 30 Sekunden Spülen und dies auch nach dem Ausschalten noch einmal 30 Sekunden spülen.
Bei meiner Konstruktion muss ich dies manuell machen, aber ich hatte eben keine Lust ein paar Hundert Euro für eine neue Anlage auszugeben, wenn ich dies auch mit ein paar Teilen für 20 Euro eben realisieren kann.
Dafür produziere ich auch alle zwei oder drei Wochen meinen Bedarf für ein paar Wochen, fülle die 60-90l Nachfüllbehälter, ein paar 20l Kanister und setze bei der Gelegenheit auch die Lösungen an, wenn der Vorrat zu ende geht. Dann läuft die Osmose eben 4-5 Stunden abends. Die Pumpe ist zum Glück recht leise, da kann ich sie notfalls auch mal bis spät in die Nacht laufen lassen.
Meine Osmose direkt anschließen habe ich doch etwas Bammel, da kann man auch schon mal sein Zimmer unter Wasser setzen. Typischer Fall ist, wenn entweder der Ablauf verstopft ist und immer mehr nachgepumpt wird oder etwa das Flotat des Abschäumers in einen Kanister umgelenkt wird wegen einer längeren Abwesenheit (Urlaub, Krankheit etc.) Kocht jetzt der Abschäumer längere Zeit über kann das schon gehörige Mengen an Süßwasser ins Becken pumpen. Deshalb habe ich zwar große aber endliche Nachfüllbehälter.
Meine Anregung ist: wenn Du die automatische Nachfüllung beibehalten möchtest für das Aquarium, dann würde ich zumindest eine Leitwert-/Dichtekontrolle des Beckens überlegen, welche im Notfall eine Mail/SMS schicken kann, wenn die Werte aus dem Limit gehen.