Beiträge von Sandy Drobic

    Bedenke bitte auch, dass nicht jedes System für jeden Besatz verwendet werden kann. Die Triton-Methode ist für ein Steinkorallenbecken, präzise gesagt ein SPS-Becken vorgesehen. Ein Becken mit überwiegendem Weichkorallen-/Gorgonienbesatz wäre bei der Tritonmethode denkbar schlecht aufgehoben.

    Hallo Kabo,

    die richtige Durchlaufmenge richtet sich in erster Linie nach dem Abschäumer, der in dem System arbeiten soll. Der Abschäumer hat hoffentlich Daten für Luftdurchsatz und Wasserdurchsatz.

    Meine Daumenregel ist: leicht besetztes Becken die gleiche Menge an Luft wie das Beckenvolumen an Luftdurchsatz des Abschäumers. Bei stärker besetzten Becken darf es auch der doppelte Luftdurchsatz sein.

    Beispiel: für ein normal besetztes 600l-Becken sollte der Abschäumer etwa 600l Luftdurchsatz haben. Dafür wäre ein Bubble Magus Curve 7 etwa geeignet. Der zieht laut Angaben 520l Luft pro Stunde durch. Die Pumpe macht vermutlich etwa 1500l Wasserdurchsatz pro Stunde, diese Angabe steht leider nicht dabei. Dies sollte dann auch der Minimumdurchsatz durch das Technikbecken sein.

    Beim Durchsatz kannst Du als grobe Faustregel verwenden, dass nur die Hälfte der theoretischen Pumpenleistung wirklich als Durchsatz effektiv ist. Das setzt sich aus verschiedenen Verlusten wie Förderhöhe, Verluste durch Wasserturbulenzen und nicht optimaler Verrohrung wie Winkel statt Bögen oder zu kleine Verrohrung für den gewünschten Durchsatz zusammen.

    Noch eine grobe Daumenregel: etwa 10 Watt Pumpenleistung pro 1000l Durchsatzvolumen für Förderpumpen, dann kommst Du etwa bei einer Einstellung von 30 Watt für die Pumpe raus, wenn 1500l wirklich NETTO als Durchsatz durchgehen sollen.

    Jetzt gehst Du wieder hin und schaust Dir die Durchsatzmenge und das dafür notwendige Rohr an. Wenn die Strömungsgeschwindigkeit im Rohr mehr als 2m/s ist, dann fangen die Verluste an, sich störend bemerkbar zu machen, viel schneller sollte es deshalb auch nicht sein.
    Bei einem 25mm Rohr hast Du nur 22mm Innendurchmesser wegen der normalerweise 1,5mm Rohrstärke. Dadurch ergibt sich ein maximales Volumen von etwa 2700l/h, was noch etwas Spielraum bietet bei dem gewünschten Durchsatz. Du kannst die 25er Verrohrung also nehmen, wenn der Durchsatz in diesem Rahmen bleiben soll.
    Nur bitte nicht auf das Tritonsystem schielen, wo der 10fache Durchsatz durch das Technikbecken postuliert wird. Das wäre nicht mehr möglich mit einer 25er Verrohrung.

    Das Blubbern und Gurgeln hat meist eine gemeinsames Symptom, auch wenn es mehrere Ursachen haben kann: in der Leitung befindet sich ein Gemisch aus Wasser und Luft. Dies kann direkt am Ablauf eingesaugt werden, wenn dieser zu dicht unter der Oberfläche endet.
    Beim Notablauf ist es meist die Planung der Leitung, die das laut macht. Irgendwo fließt das Wasser nicht linear, sondern turbulent. Etwa, wenn es in einen scharfen Knick einläuft und dann turbulent herumgluckert.
    Oder wenn der Durchmesser sich weitet und dann wieder zuschnürt.

    Im Idealfall kommt keine Luft in den Ablauf, so dass dieser nur Wasser enthält. Dann kann es auch nicht Gurgeln.

    Beim Notablauf ist das etwas trickreicher, da hier immer Luft und Wasser im Rohr sind. Hier kann man nur ansetzen, indem man aufpasst, dass das Wasser z.B. nicht von der Kante abreisst, sondern über die Kante in das Rohr fließen kann und dabei immer schön an der Oberfläche entlang läuft.

    Bei einem nackten Rohr, welches bis kurz unter den Wasserspiegel im Ablauf geht, wird es immer wieder schlürfen, weil das Wasser mal von der einen Seite ins Rohr läuft, dann wieder von der anderen und dabei immer wieder unregelmäßig fließt.
    Einige lösen dies, indem sie das Rohr leicht schräg abschneiden, damit wird der Überlauf in den Notablauf immer von der niedrigsten Stelle ins Rohr gehen und damit nicht mehr hin und herschwanken.
    Andere nehmen eine Vergrößerung des Durchmessers und verringern so die Geschwindigkeit des Überlaufs und beruhigen dadurch die Geräusche.

    Was genau die beste Methode ist hängt oft von den Gegebenheiten des eigenen Beckens ab und wie es konzipiert ist.

    Das Membranventil am Ablauf ist jedenfalls eine gute Investition, damit kann deutlich präziser die richtige Einstellung gefunden werden. Nur bitte daran denken: das ganze ist ein dynamisches System, das sich ständig verändert. Man wirft fetthaltiges Futter rein und die Schaumsäule im Abschäumer bricht zusammen, die Oberflächenspannung des Wassers wird reduziert, es läuft etwas mehr Wasser durch den Ablaufkamm und plötzlich kommen Geräusche.
    "Die Pumpe arbeitet nicht gleichmäßig stabil, ich habe Förderschwankungen!" heisst es dann schnell.
    Oder am Ablaufkamm wachsen Algen und behindern den Durchfluß, so dass der Pegel im Becken steigt und mehr durch den Notablauf gelenkt wird.

    Mein Rat von daher: lasse Dich nicht zum Sklaven der Feinstregulierung machen für das letzte Quentchen Perfektion für die Ablaufberuhigung. Sonst bist Du bald stündlich am Justieren, da das Becken sich auch mehrmal täglich ändern kann durch Futter, Abschäumersäuberung, Pumpen- oder Ablaufkamm-Veralgung usw.

    Herzlich willkommen hier. Die Höhe ist auch nnicht so einfach zu beantworten, da diese von der Lampe selbst, dem Standort der Korallen und der Beckenform abhängt.

    - Lampe hat bündelnde Reflektoren/Linsen und/oder Cluster von LEDs: Lampe sollte etwas höher hängen
    - keine Reflektoren/Linsen und/oder flächig verteilte LEDs, dann nur ca. 7-10cm über der Wasseroberfläche

    als grobe Richtschnur. Für eine Antwort, die Dir genauere Information gibt wäre es gut, wenn Du die Lampe und das Becken nennst, dass Du verwendest.

    Hallo Lars,

    mit 1,5m Kantenlänge hast Du schon einiges an Platz für Fische, wenn Du aber Doktoren und andere größere Fische halten möchtest wird das bereits sehr eng. Es ist völlig egal, wie groß das Becken ist, es ist immer zu klein, wenn man begierig immer weiter nach dem Motto "ein Fisch passt wohl noch" den Besatz fröhlich weiter aufstockt.

    Merke Dir einfach als Motto: der Preis für die Fische wird nicht bei der Anschaffung bezahlt, sondern mit dem Kauf und der Pflage der Korallen, welche die Nährstoffe durch Wachstum kompensieren müssen.

    Wenn Du also Fische als Priorität hat, dann schaffe am besten auch einen Vliesfilter direkt mit an, um den Schmodder gar nicht erst entstehen zu lassen.

    Die Tunze 3 Stream ist die leiseste Pumpe, die ich kenne, aber sie ist tatsächlich ein wuchtiger Klotz im Becken.

    Hallo Lars,

    die Größe hat wenig mit "optimal" zu tun, das ist viel mehr eine Frage von "ist das Becken optimal für den Einsatzzweck (die Tiere, die ich pflegen möchte) und den Standort (wirkt es an dem Ort, wo ich es aufstellen möchte, gut dimensioniert).

    Die Wartung hat mehr mit den Details zu tun.
    - wo ist der Ablaufschacht und wie ist die Verrohrung, Bögen, Kugelhähne, Schrägsitzventil
    - ist der Unterschrank richtig dimensioniert, oder Technikbeckem im Keller möglich usw.

    Das lässt sich mit wenigen Worten nicht beschreiben, sondern alles muss abgeklopft werden, ob es zusammen passt und der Raum dafür richtig eingeplant ist.

    Hallo Manuela,

    nichts für ungut, aber das gehört in die Kategorie "Ich sehe was, was Du nicht siehst, aber Du hast sicher eine Glaskugel, deshalb brauche ich das nicht zu schreiben...".

    Was hast Du denn für eine Lampe über dem Becken hängen?

    Das ist dann schon etwas seltsam, denn ich sehe hier keinen wirklichen Widerstand für den Wasserfluss. Die Pumpe fördert das Wasser in den Plexizylinder und es fliesst nach oben und über den Außenrand wieder ab.

    Hilft da vielleicht ein Silkonring als Schwingungsdämpfer oder Silkonfüsse für die vier Eckröhren?

    Hallo Martin,

    wenn die Tiere gut stehen so weit dann bin ich gegen Hauruck-Lösungen. Also lieber die Werte allmählich senken durch Wasserwechsel und eventuell einen Vliesfilter einsetzen, wenn dies technisch möglich ist. Das wird die Nährstoffe dann schon allmählich senken.
    Lieber Vorkehr treffen, damit dies nicht noch einmal passiert:
    - TDS-Meter in Osmose/Mischbettfilter einbauen zur laufenden Überwachung
    - Phosphat z.B. mit dem Hanna HI736 messen (ich hasse Blautöne raten auch!)

    Wenn der Sand belastet ist ihn in zwei bis drei Etappen mit dem Wasserwechsel absaugen.
    Wenn große Phosphatdepots in den Steinen sitzen hilft auch hier nur austauschen.

    Du hast wahrscheinlich vergessen, dass die Fallhöhe berechnet wird zwischen der Wasseroberfläche des Schaubeckens und der Wasserhöhe des Technikbeckens. Bei mir wären das 1,2m Höhenunterschied.

    Das wären dann ohne Reibungsverluste v = wurzel(2 x 9,81m/s * 1,2m) = 4,85m/s.

    Bei 22mm Innendurchmesser für ein 25er Rohr wären das eine Fläche von 3,14*(0,011m)² =0,00038m².

    Theoretisches absolutes Maximum ohne Strömungsverluste wären dann 6,6m³ pro Stunde. Bei mehr als 2m/s allerdings kommen schon Reibungsverluste dazu. Von daher ist das nur eine theoretische Überlegung.

    Wie schattest du diese ab?
    Nimmst du die blauen Filterschaummatten.

    Ich habe bei mir den DD Jumpguard über dem Becken. Den habe ich beim Ablaufschacht dem Ablaufkamm folgend gebaut. Nachdem ich das gemacht hatte, fiel mir irgendwann auf, dass ich lange keine Probleme mehr mit dem Säubern des Ablaufkamms hatte. :smiling_face:
    Jetzt werde ich das auch mit den für Veralgung sehr empfindlichen Hydrowizard ECM 42 mal probieren und habe mir die Dekofelsen bestellt, um sie abzuschatten. Dass sie so aus dem Blickfeld verschwinden ist auch eine nette Nebenwirkung.

    Die meisten Medikamente dürfen nicht im Schaubecken angewandt werden und benötigen ein unabhängiges Behandlungsbecken.
    Ich bezweifle, dass nach dieser kurzen Zeit ein Vitaminmangel etwas verursachen kann, und wenn es nicht von physikalischen Scheuerproblemen kommt, dann ist es mit guter Sicherheit eine bakterielle oder Pilz-Infektion.

    Vielleicht hatte der Fisch beim Einfangen Verletzungen der Schleimhaut erlitten, was dann das Einfalltor wäre.

    So einfach ist es leider nicht, ein Antibiotikum zu bekommen. Vor allem nicht in die Hände eines Laien, der die Entsorgung wahrscheinlich nur in den Abfluß vornehmen wird und so die Zahl der multiresistenten Keime fördert.
    Wenn Du dem Fisch eine echte Chance geben möchtest kann ich nur raten, einen Arzt um Rat zu fragen, der sich mit Zierfischen, insbesondere Meeresfischen auskennt. So teuer ist es nicht. Aber ich möchte nicht verheimlichen, dass es wahrscheinlich ungefähr genauso einfach ist, einen neuen Fisch zu kaufen.

    Ohne Behandlung gebe ich dem Lippi nur wenige Tage Lebensdauer, selbst wenn er jetzt noch zu fressen scheint.

    https://www.fischgesundheitsdienst.de/

    Welche Einheit steht hinter "Dichte 22"? Ist das 1,022 g/l und wie gemessen?
    Wenn Du weder Nitrat noch Phosphat messen kannst, aber Ammoniak deutlich messbar ist, dann solltest Du sehr vorsichtig sein und zuerst die Messergebnisse gut prüfen. Wenn Du wirklich Ammoniak messen kannst ist das alarmierend. Bitte auch den pH messen, denn das Verhältnis Ammonium/Ammoniak ist abhängig vom pH-Wert. Je höher desto mehr verschiebt sich das Verhältnis zum giftigen Ammoniak.

    Insgesamt ist das Becken also noch in der Startphase und der Fisch nur wenige Tage bei Dir. Dass es so schnell geht sieht nicht gut aus.

    Frage den Händler doch mal, bei welcher Dichte der Fisch gehältert wurde und ob er Medikamente bekommen hat. Teilweise werden die Fische ohne Korallen in deutlich geringerer Dichte als in normalen Korallenbecken gehältert, da so einige Parasiten in Schach gehalten werden. Der Knall kommt dann oft im Becken des Endkunden, wo der Fisch dann in kurzer Zeit von 1,017 nach 1,023 g/l Dichte angepasst wird.

    Oder hast Du vielleicht einen rauhen Boden, etwa eine Schicht Sand an den Boden geklebt? Der Lippi taucht zum Schlafen in den Sand und bei so einem Boden würde er mit Wucht wie auf Schmiergelpapier aufprallen.

    Könntest Du noch etwas mehr über das Becken und den Fisch erzählen?
    - Wie lange steht das Becken?
    - wie lange ist der Fisch bei dir und wann hat er diese Symptome gezeigt?
    - was fütterst Du?

    Es sieht aus wie eine Unterblutung, die meist durch Vitaminmangel ausgelöst wird, aber es kann auch andere Ursachen haben. Der Fisch scheint einen leicht eingefallenen Bauch zu haben, es sieht aber noch nicht kritisch aus.
    Der Schleier auf dem Auge kann von vielen Ursachen herrühren, eine zu schnelle/fehlende Dichteanpassung, Oodinium, eine Verpilzung usw.

    Als ich bei einem großen Wasserwechsel viel Wasser aus dem Aquarium abgelassen hatte haben mir die Fische sehr deutlich gezeigt, was sie davon hielten:
    - der Chelmon war sauer und hat mir das klar gezeigt, wie er an der Frontscheibe stand und mir ruckartig den Rücken zugedreht hatte
    - der Papagei hatte sich verschreckt verzogen, verkroch sich unter einen Stein und zeigte die Schreckfärbung

    Fische können schon kommunizieren, wie sie sich fühlen. Das Problem ist eher, dass der Mensch vor der Scheibe die Signale nicht richtig deutet. Was wir brauchen ist ein Fischeflüsterer, der anhand von ein paar Videos zeigt, wie die Signale aussehen und was sie bedeuten.

    Dann vermute ich tatsächlich Sauerstoffmangel. Auch eine gelochte Abdeckung lässt nicht viel Luftaustausch zu, da reicht es dann nicht, wenn die Oberfläche in Bewegung ist, aber die Abdeckung den Luftaustausch nur ungenügend zulässt.

    Ich würde die Abdeckung entfernen und notfalls ein Netz wie von DD Jumpguard drübersetzen, um das Herausspringen zu verhindern.

    Wenn die Trübe eine Bakterienblüte ist, dann hast Du vielleicht den Tropfen bekommen, der das Faß zum Überlaufen brachte, denn die zieht auch viel Sauerstoff.

    Das ist wirklich doppeltes Pech, könnte direkt von Murphy sein.

    Bei mir der Atemkalk wird nur angesaugt, wenn die Säule zu hoch befüllt ist. Da hatte mein Bubbleking tatsächlich etwas Granulat mitgezogen bis in den Schalldämpfer.
    Ich habe aber das Gefühl, dass mit Atemkalk die Düse sich schneller mit Kalkanlagerungen zusetzt.

    Das ist eigentlich genau das, was man nicht sehen möchte. Es kann sein, dass das Harz verunreinigt oder sogar verbraucht ist. Viel Harz wird regeneriert, und zwar mal besser oder schlechter.

    Lasse die Osmose mal ruhig eine halbe Stunde laufen und beobachte, ob die Qualität von dem Wasser hinter dem Harz sich dann deutlich bessert.

    Die Silikattests finde ich auch nicht sehr vertrauenswürdig, die zeigen meist eher die Mondphase an.