Ja, das ist ein Astropyge radiata. Größtenteils hatte er sich einigermaßen pfleglich benommen, allerdings hatte er einige Unarten gezeigt und war beim Unterhalt wirklich nicht einfach oder ganz harmlos. Ich würde ihn als Algen bevorzugenden Allesfresser bezeichnen, aber ab und zu brauchte er auch herzhaftere Sachen.
An dem Foto kann man schon sehen, dass es kein Fliegengewicht war und entsprechend war auch sein Appetit. In einem normalen Becken findet er nicht genügend Algen, um satt zu werden. Und dann macht er sich eben auf die Suche, was sonst noch so fressbar ist. Und dann wird eben alles auf diese Lichte gesetzt, was man als fressbar erkennen und erwischen kann.
Er war erstaunlich flink und kräftig, unbefestigte Korallen sind grundsätzlich umgeräumt worden. Nicht angenagelte Korallen leider oft auch. Ärgerlich war seine Marotte, nicht runterzuklettern, sondern sich teilweise auch einfach fallen zu lassen, dann wurde das, was unter ihm war, einfach von seinen Stacheln perforiert.
Er war wirklich kräftig. Vur allem seine Zähne liessen häufiger bei mir die Tränen kullern und am Verstand zweifeln. Eine Sinularia hat er fachgemäß in mehrere Teile zerlegt und das Überflüssige in seinen Magen befördert. Einer Fungia hat er eine neue Furche gezogen auf einem Fressgang, am Boden angefangen und einfach über die Koralle weitergefräst, aber nicht unbedingt die Koralle systematisch niedergemetzelt.
Selbst den Ablaufschacht, der mit Steinen und Sand durch Harz verkleidet war, hat er erbarmungslos abgefräst, weil dort halt Aufwuchsalgen dort wuchsen, die er regelrecht abgefräst hat. Nicht von den Steinen sondern zusammen mit den Steinen.
Pinnigorgia hat er auch gemocht und sie sich reingeschoben wie Bugs Bunny seine Karotte.
Ihn mit genügend AlgenNahrung zu versorgen war schon ein kleines Problem. Teilweise habe ich ihn auch mit Algen aus dem Refugium versorgt. Ein gut faustgroßer Ballen hat gerade mal einen guten Tag durchgehalten, dann war alles niedergemampft. Er nahm zum Glück aber auch Noriblätter, wenn er sie denn gefunden hat. Dann setzte er sich einfach drauf und llies die Fische nicht mehr zum Zug kommen.
Leider ist er nur ein gutes Jahr bei mir gewesen. Ich vermute, dass er es nicht verkraftet jat, als er ein Kunststoffnetz zerbissen hatte, was ich in der Ecke angeklemmt hatte und etwas bewachsen war mit Algen und Schmieralgen. Die hatte er wohl abgefräst und sich an dem Kunststoff verschluckt. Ich hatte nur noch das zerbissene Netz gesehen und der Seeigel war auf Tauchstation gegangen.
Ein prächtiges Tier, aber auch nicht ganz einfach und nicht wirklich als "reef-safe" zu bezeichnen. Mit einer tiefroten LED konnte man ihn regelrecht "anknipsen", aber auch sonst leuchtete er wirklich wunderschön.
Das Foto kann nur unzureichend rüberbringen, wie sehr er regelrecht geglüht hat.
Ob ich mir noch mal so einen Rabauken ins Becken setzen würde? Ich würde auf jeden Fall sehr gut darüber nachdenken, ob ich mir die Folgen wirklich antun möchte.




