Wie immer darf man es weder unter- noch überbewerten. Kermits Kommentar, dass sowohl UVC als auch Ozon nur auf das Schwärmerstadium einwirken können ist richtig und je nach Temperatur dauert es 4-7 Tage für diesen Zyklus. Um Cryptocarion mit UVC wirksam zu bekämpfen bedarf es einer sehr hohen Strahlungsleistung, die etwa beim 4-6fachen von dem einfachen Unterdrücken einer Algenblüte liegt. Also muss der Durchfluß durch den UVC-Klärer entsprechend niedrig sein. Wenn das nicht der Fall ist wird UVC die Schwärmer nicht abtöten können. Wenn ich Navarchus höre gehe ich davon aus, dass es ein Becken jenseits der Tausend Liter ist und da ist selbst ein 55W UVC Klärer nicht hoch dimensioniert. Wie gering der Durchlauf sein muss, um die notwendige Strahlungsleistung für das Abtöten von Cryptocarion irritans zu erreichen kann man sich heraussuchen je nach eingesetztem Modell des UVC-Klärers.
Der Abschäumer mit korrekter Ozonzufuhr hat einen deutlich höheren Wasserdurchsatz, weswegen diese Maßnahme durchaus effektiv und vor allem schneller wirksam sein kann. Es dürfte zumindest deutlich dazu beitragen, dass der Keimdruck gesenkt wurde.
Der dritte Punkt, den man nicht vergessen sollte: nicht jeder Fisch reagiert gleich empfindlich auf eine Krankheit oder Parasit. Ich hatte einmal einen Ausbruch bei mir, wo innerhalb eines Tages nach den ersten Symptomen ein Zwergkaiser das Zeitliche segnete, die übrigen Fische aber noch einmal davonkamen. Wären die anderen Fische ebenso empfindlich wie der Zwergkaiser hätte ich wohl einen Totalausfall minus des Seuchenherdes gehabt, denn der verursachende neue Fisch selbst war putzmobil und scheinbar nicht betroffen. Genialerweise war es genau der ältere Zwergkaiser, für den ich den neuen kleinen zur Paarbildung hinzusetzen wollte.
Ich halte es deshalb für gut möglich, dass die empfindlichen Fische verstarben und die übrigen es nach einiger Zeit überwunden hatten, ,auch durch UVC und Ozon gestützt. Die Fische im Riff sind einer ständigen aber leichten Belastung von Parasiten ausgesetzt, Untersuchungen von frisch gefangenen Fischen zeigten, dass ein Großteil der Fische mindestens zwei Arten von Parasiten hatte, aber nur in geringer Zahl, da aufgrund des hohen Wasservolumens im Riff und des ständigen Austausches mit dem offenen Ozean die Keimbelastung relativ gering aber ständig vorhanden ist. Entsprechend ist das Immunsystem der Fische immer gefordert und aktiv.
Bei Tieren im Aquarium hingegen hat gerade der Altbestand der Fische, der oft mehrere Jahre schon im Becken gesund und munter vor sich hinschwimmt, ein sehr schwaches Immunsystem, was bei einem plötzlichen Massenauftreten eines Parasiten, wie es im begrenzten Wasservolumen des Aquariums fast zwangsweise erfolgt, diesem nichts entgegenzusetzen hat.
Wie gut die Bewohner des Aquariums durch einen Parasitenbefall kommen hat deshalb nicht nur eine Antwort, sondern es ist die Summe all dieser Faktoren, von denen wir oft nur einen geringen Teil sehen oder sogar messen können.
Im Prinzip sind wir im Blindflug und können uns glücklich schätzen, wenn wir überhaupt einen Abstrich machen können, um unter dem Mikroskop nach dem Parasiten zu suchen und ihn identifizieren können. Meist ist das nur im Nachhinein möglich anhand eines toten Fisches und meist sieht man dann eine Mischinfektion aus Primär- und Sekundärbefall. Wie gut das Immunsystem der Fische ist kann man nur schätzen, nach ein paar Jahren im Becken ohne ständige Neuankömmlinge, welche neue Bakterien und Parasiten bringen dürfte das Immunsystem aber stark heruntergefahren sein.