Der wichtigste Wasserwert, den Du regelmäßig überwachen musst ist die Salinität. Dieser kann sowohl im Becken als auch im Wechselwasser schwanken. Ich verwende aus Bequemlichkeitsgründen den Hanna Salinity Tester HI91319, weil dieser einen automatischen Temperaturausgleich hat. Gerade im Winter, wo das Osmosewasser deutlich kälter als 20°C sein kann ist das sehr wichtig, sonst müsstest Du nämlich vor jedem Aufsalzen auf 25°C aufheizen.
Für den Wasserwechsel brauchst Du einen Behälter, der Deinem üblichen Wasserwechselvolumen etwa entspricht. Wenn Du 10% Wasserwechsel machst (üblich), dann solltest Du einen Behälter in dieser Größe anschaffen, am besten mit Strich als Füllmarke, wenn er nicht komplett gefüllt werden soll. Ich habe eine Küchenwaage, mit der ich die benötigte Menge Salz abwiege und mit einer Strömungspumpe dann umrühre, damit es nicht ewig dauert. In meinem Fall mit Tropic Marin Pro Reef Salz etwa fülle ich 4510g Salz ein und Wasser bis zum ersten Gewindegang des Fasses. So muss ich nur das Salz abwiegen.
Weil ich von der Abteilung "Faule bequeme Sau" bin habe ich ein großes 110l Weithalsfaß mit Deckel mit zwei Schläuchen versehen, hänge da eine Pumpe dran und kann einfach im laufenden Betrieb den Wasserwechsel machen, ohne Abschäumer, Wasserkreislauf oder Wassernachfüllung abzuschalten. Mit dem Gewicht brauchst Du natürlich ein Rollbrett, und weil mit Salzwasser gearbeitet wird muss es ensprechend gedichtet sein und gegen Wasser mit Lackfarbe behandelt sein.
Das Rollbrett 50x50cm mit rutschfester Siebdruckplatte habe ich natürlich selbst gebaut, weil es das so nicht zu kaufen gibt. Also wieder Werkzeug notwendig und Farbe usw.
Meerwasseraquaristik ist ein Nischenmarkt und entsprechend sind Sachen entweder nicht ganz passend (nicht meerwassersicher), nicht vorhanden (häufig) oder sauteuer, weil der Handel davon ausgeht, dass jemand viel Geld hat, wenn er ein teures Hobby betreibt. Deshalb wäge ich gut ab, ob ich lieber Arbeit und Zeit in Bastelei investiere oder eine Fertiglösung kaufe, wenn sie einigermaßen passt. Teilweise brauchst man so viel Zeit, dass man sich im Rückblick am liebsten in den Hintern beissen würde, dass man die fertige Lösung nicht einfach gekauft hat. Spätestens, wenn man erst Werkzeug kaufen muss, um etwas zu basteln, sollte man zuerst überlegen, was realistisch und sinnvoll ist. Wenn es natürlich keine passende Lösung gibt erübrigt sich die Frage und ich wünsche fröhliches Basteln.
Wie Du aber aus meinem kleinen Bericht gesehen hast kommt man schnell von Höpfchen auf's Stöckchen und der Rattenschwanz wird dann schnell immer länger. Oft hilft es ungemein, erst einmal innezuhalten und das Problem noch einmal von vorne zu überlegen, was eigentlich gebraucht wird und ob es nicht doch eine einfachere Lösung gibt.




