Beiträge von Sandy Drobic

    Der wichtigste Wasserwert, den Du regelmäßig überwachen musst ist die Salinität. Dieser kann sowohl im Becken als auch im Wechselwasser schwanken. Ich verwende aus Bequemlichkeitsgründen den Hanna Salinity Tester HI91319, weil dieser einen automatischen Temperaturausgleich hat. Gerade im Winter, wo das Osmosewasser deutlich kälter als 20°C sein kann ist das sehr wichtig, sonst müsstest Du nämlich vor jedem Aufsalzen auf 25°C aufheizen.

    Für den Wasserwechsel brauchst Du einen Behälter, der Deinem üblichen Wasserwechselvolumen etwa entspricht. Wenn Du 10% Wasserwechsel machst (üblich), dann solltest Du einen Behälter in dieser Größe anschaffen, am besten mit Strich als Füllmarke, wenn er nicht komplett gefüllt werden soll. Ich habe eine Küchenwaage, mit der ich die benötigte Menge Salz abwiege und mit einer Strömungspumpe dann umrühre, damit es nicht ewig dauert. In meinem Fall mit Tropic Marin Pro Reef Salz etwa fülle ich 4510g Salz ein und Wasser bis zum ersten Gewindegang des Fasses. So muss ich nur das Salz abwiegen.

    Weil ich von der Abteilung "Faule bequeme Sau" bin habe ich ein großes 110l Weithalsfaß mit Deckel mit zwei Schläuchen versehen, hänge da eine Pumpe dran und kann einfach im laufenden Betrieb den Wasserwechsel machen, ohne Abschäumer, Wasserkreislauf oder Wassernachfüllung abzuschalten. Mit dem Gewicht brauchst Du natürlich ein Rollbrett, und weil mit Salzwasser gearbeitet wird muss es ensprechend gedichtet sein und gegen Wasser mit Lackfarbe behandelt sein.

    Das Rollbrett 50x50cm mit rutschfester Siebdruckplatte habe ich natürlich selbst gebaut, weil es das so nicht zu kaufen gibt. Also wieder Werkzeug notwendig und Farbe usw.

    Meerwasseraquaristik ist ein Nischenmarkt und entsprechend sind Sachen entweder nicht ganz passend (nicht meerwassersicher), nicht vorhanden (häufig) oder sauteuer, weil der Handel davon ausgeht, dass jemand viel Geld hat, wenn er ein teures Hobby betreibt. Deshalb wäge ich gut ab, ob ich lieber Arbeit und Zeit in Bastelei investiere oder eine Fertiglösung kaufe, wenn sie einigermaßen passt. Teilweise brauchst man so viel Zeit, dass man sich im Rückblick am liebsten in den Hintern beissen würde, dass man die fertige Lösung nicht einfach gekauft hat. Spätestens, wenn man erst Werkzeug kaufen muss, um etwas zu basteln, sollte man zuerst überlegen, was realistisch und sinnvoll ist. Wenn es natürlich keine passende Lösung gibt erübrigt sich die Frage und ich wünsche fröhliches Basteln.

    Wie Du aber aus meinem kleinen Bericht gesehen hast kommt man schnell von Höpfchen auf's Stöckchen und der Rattenschwanz wird dann schnell immer länger. Oft hilft es ungemein, erst einmal innezuhalten und das Problem noch einmal von vorne zu überlegen, was eigentlich gebraucht wird und ob es nicht doch eine einfachere Lösung gibt.

    Den pH-Wert muss man inzwischen wirklich überwachen. Als ich anfing mit Meerwasser war der Kohlendioxidgehalt der sauberen Luft (gibt es nicht in Deutschland) bei 380mg/l, jetzt liegt er bei 415mg/l und es geht jedes Jahr um 3mg/l weiter hoch, Tendenz schneller steigend, nicht sinkend!

    Ich habe den Aqua Medic pH-Monitor im Einsatz, ist aber nicht das beste Gerät, dafür sehr günstig und ausreichend. Kitzlig einzustellen.

    Es zeigt vor allem die Tendenz, wenn im Winter wenig gelüftet wird geht es bei mir nur noch mit Atemkalk. Bitte regelmäßig kalibrieren, sonst zeigt er nach ein paar Monaten Mondwerte an.

    Wassertests sind oft nicht wirklich exakt, deshalb benutzt man eine Meerwasserreferenz, die exakt bekannte Wasserwerte hat, um zu überprüfen, ob und wieviel ein Wassertest abweicht von dem Ergebnis, das eigentlich herauskommen soll.

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    Wenn Du jetzt diese Lösung anstelle Deines Aquariumwassers misst, dann siehst Du wie viel der Messwert von dem eigentlich zu erwartenden Messwert abweicht. Wenn etwa Dein Ca-Wert statt 422mg/l einen Wert von 410mg/l anzeigt, dann ermittelst Du einen Korrekturfaktor (hier: 422/410 = 1,03) und korrigierst Du spätere Messungen Deines Aquariumswassers mit diesem Korrekturfaktor. Dein Aquarium zeigt laut Test 400 mg an, korrigiert ist es 400*1,02 = 412mg an. Oft ist der Test deutlich weiter vom exakten Ergebnis entfernt, oft 10% und mehr. Diese 3 Prozent des Beispiels wäre schon sehr präzise!

    Oft musst Du die Verrohrung des Beckens anpassen oder sogar komplett selbst entwerfen. Dazu benötigst Du entsprechendes Werkzeug. Eine Säge ist z.B. möglich, erzeugt aber sehr rauhe Schnitte, die gesäubert werden müssen, mit Cuttermesser, Schmiergelpapier, Feile oder andere Entgrater.

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    Dies hier ist z.B. ein Rohrtrenner, der schön saubere Schnitte macht. Schließlich soll die Stelle gut verklebt werden und nicht ständig Wasser austreten und Salzkrusten erblühen. Es gibt auch die Möglichkeit, mit Silikonschlauch oder PVC-U Flexschlauch zu arbeiten, dann muss nicht auf den Millimeter jeder Bogen genau geschnitten werden.

    Damit die Verklebung auch wirklich gut funktioniert müssen die Stellen von Fett gereinigt und sauber sein. Sonst kann der Kleber nicht richtig arbeiten, also werden die Rohrstücke penibel gesäubert und wenn möglich nicht mit der nackten Hand angefasst.

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    Im Hintergrund sind die Reiniger, die ich verwende und vorne der Tangit Kleber. Beides stinkt nach Lösemittel, gut lüften ist ratsam, sonst wirst Du high. Der Kleber ist in sehr kurzer Zeit fest genug, dass man damit vorsichtig arbeiten kann, vorsichtshalber entweder den Schnellkleber verwenden oder ein paar Stunden Zeit zum Abbinden geben. Dieser Kleber löst den Kunststoff teilweise an und verbindet sich unlösbar, wenn er abgetrocknet ist.

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    Hier kannst Du gut sehen, wie der rote Kunststoff vom Rohr etwas ausgeblutet ist durch den Kleber.

    Ja, ich würde das Wasser komplett selbst anmischen. Dann merkst Du auch, warum ich eine Bartwickelmaschine empfohlen habe. Die angegebene Leistung bringt eine Osmoseanlage nur bei absolut optimalen Bedingungen, also nie. Je nach Qualität des Wassers ist der Durchsatz der Osmose teils deutlich niedriger. Bei größeren Becken empfehle ich deshalb eine Osmoseanlage mit Druckerhöhungspumpe (gleichbleibende Qualität und gute Trennleistung), nachgeschaltetem Harzfilter (eine Umkehrosmose kann z.B. Silikat nur zu einem geringen Teil entfernen) und einem TDS-Meter als Durchlaufversion mit mindestens zwei Sonden (vor und hinter Harzfilter), dann siehst Du, welcher Leitwert von der Osmose noch durchgelassen wird und ob hinter dem Harzfilter jetzt wirklich alles ausgefiltert ist. Perfekt, wenn auch noch vor der Osmose der Leitwert des Leitungswassers geprüft wird. Die kosten etwa 40€ und helfen sehr bei der Überwachung der Osmose und des Harzes. Das Harz muss regelmäßig getauscht werden. Du kannst schon mal schauen, wo die Osmose überhaupt angeschlossen werden kann und ob ein passender Anschluß überhaupt vorhanden ist. (^-^)

    Du siehst, die Liste wird schnell immer länger.

    Diese drei Wochen solltest Du nutzen, um zu prüfen, dass Du alles zusammen hast:

    Wassertests und Geräte für:

    • Temperatur, Dichte, kH, Phosphat, Nitrat, pH, Meerwasserreferenz zum Kalibrieren der Tests
    • Ausstattung für Wasserwechsel und Aufbewahren von Osmosewasser: Schläuche und Kanister, Eimer
    • Greifer/Pinzette für Hantieren bis zum Aquariumsboden, kleine Leiter/Trittstufe zum Hantieren im Becken
    • Ausstattung für das Putzen der Scheiben und ein Platz für das Handtuch in Reichweite
    • Ausstattung für das Verrohren: Säge/Rohrtrenner, Cuttermesser für Kantensäuberung, Säuberungslösung, PVC-Kleber
    • Das Becken sauber aufzubauen und schön waagerecht auszurichten
    • Die Deko aufzubauen ohne LS-Anteil
    • Das Becken mit Süßwasser zu füllen und den Kreislauf zu testen, ob wirklich alles zufriedenstellend und leise läuft und dicht ist, auch die Verrohrung
      - funktioniert die Wassernachfüllung
      - ist die Strömung in Ordnung (nicht zu stark und nicht zu schwach, etwas Flockenfutter einwerfen um es zu sehen)
    • läuft UVC, Abschäumer, Vliesfilter und transportiert auch Vlies, ist Atemkalk notwendig im Winter

    Wenn das alles läuft kannst Du das Becken leeren und mit Osmosewasser auffüllen, auf Temperatur bringen und aufsalzen.

    Du glaubst gar nicht, wieviel Zeit das alles verschluckt. Überlege auch gut, wo und wie Du Steckdosen verlegst, denn es sind immer zu wenig. Es ist Wahnsinn, wie viele kleine Geräte sich ansammeln.

    Das Spülventil ist geöffnet ein Bypass über den Durchfluß-Begrenzer, es soll die Membran von aufgestauten Resten befreien. Im normalen Osmosebetrieb ist das Spülventil geschlossen.

    Das Verhältnis ist immer Reinwasser zu Abwasser, Du hast also auch bei 1:1 ein Verhältnis von 100l Reinwasser zu 100l Abwasser, insgesamt gehen also 200l in die Anlage rein. In der Praxis ist das einer der billigsten Posten beim Meerwasserbetrieb, das Verhältnis ist dabei ziemlich egal, Hauptsache ist, die Qualität des Reinwassers ist gut.

    Eine Osmose mit geringer Leistung benötigt fast zwingend eine Bartwickelmaschine als Ergänzung. Viel Vergnügen!

    Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, das Lithium, Aluminium, Zink und eventuell andere Metalle vom Mörtel herrühren. Wenn Deine Garnelen eingegangen sind, dann könnte dies tatsächlich auf Kupfer zurückzuführen sein. Ich würde einen größeren Teilwasserwechsel vornehmen von 30-40%, im Augenblick dürfte auch nichts empfindliches an Bewohnern eingesetzt sein (hoffe ich zumindest bei einem frischen Becken). Dann dürftest Du im sicheren Bereich sein.

    Bei FM etwa gilt Kupfer im Bereich 2-6 µg als in Ordnung und Schäden werden erst ab etwa 20µg als wahrscheinlich gesehen. Wenn es an Kupfer gelegen hat dürfte eine weitere spätere Analyse einen deutlichen Rückgang der erhöhten Werte anzeigen. Rückwärts betrachtet war der Wert dann vor dieser Analyse wohl deutlich über 20µg.

    Für Panik sehe ich aber keinen Anlaß.

    Die ICP-MS sehe ich eher als zu empfindlich an. Die Spuren von Lanthan und Wolfram etwa hast Du sicher nicht eingebracht oder mit Lanthan gegen zu hohe Phosphatwerte gekämpft. Das geht eher in die Richtung den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr zu sehen bei zu hoher Empfindlichkeit.

    Salinität ist etwas zu niedrig, ansonsten ist das meiste unauffällig. Der hohe Silikatwert bestätigt Deine Vermutung, dass das Harz erschöpft ist. Wenn Du gerade erst aufgesalzt hast dürften die enormen Eisen- und Manganwerte auf Rieselhilfen und zu schnelle Probeentnahme zurückzuführen sein. Generell empfiehlt FM deshalb, erst frühestens 3 Tage nach dem letzten Wasserwechsel eine Probe zu entnehmen.

    Erstaunlich ist der niedrige Wert für Zink wenn Du frisch aufgesalzt hast. Aluminium und einige andere Werte können auch vor allem durch den Mörtel auftreten, gerade Aluminium dürfte da herrühren. Beobachte das erst mal, ich würde da aber keine große Hektik machen.

    Die Strömung mit Tunze Stream 3 ist für lange Becken gut, die Strömung ist relativ gebündelt ähnlich wie die Panta Rhei und wirklich super leise. Ich habe sie ein halbes Jahr drin gehabt und dann gab es zwei mal innerhalb von zwei Wochen großes Geschepper und ich habe gemerkt, dass der Aufwand für das Positionieren der Pumpe ein absoluter Bär ist, weil sie mit zwei einzelnen Magneten gehalten wird, und das eher schlecht als gut. Da ich nur wenige Zentimeter Platz hinter dem Becken habe und die Pumpe unterhalb eines Korallendecks untergebracht war, hat das jedes mal einen Riesenaufwand bedeutet, so dass ich sie letztendlich durch eine ECM42 von Panta Rhei ersetzt habe. Dort kann ich die ECM42 an die Seitenscheibe mit einem Magneten setzen, was viel einfacher bei der Wartung ist. Das hat letztendlich den Ausschlag gegeben, obwohl die Strömung mit der Stream 3 besser und leiser war, wenn sie nicht am Scheppern war.

    Die MP40 hat ein völlig anderes Strömungsprofil als die Tunze oder die Panta Rhei, viel weicher und breiter als die ersten beiden. Der Wartungsaufwand ist sehr gering und die Pumpe rein und rauszunehmen sehr einfach. Habe allerdings wiederholt Ärger gehabt mit der Kapselung der Magnete der Wetside, die aufgeplatzt waren. Dies muss regelmäßig geprüft werden, wird aber durch sehr vernehmbares Scheppern relativ einfach gemacht zu erkennen, wann die Wetside defekt ist. Reklamation der Pumpe ist immer ein Riesenakt und viel Bürokratie, ein paar Wochen muss man schon dafür rechnen.

    Meinen Pfaffenhut habe ich zuerst im 500l-Becken gehalten, wo er reichlich Algen fand, diese Caulerpa brachypus jedoch nicht fraß und deshalb schon zugefüttert wurde.

    Im 800l-Becken habe ich Norialgen zugefüttert, die ich auch für die Doktoren ohnehin reinhänge. Die gesamte Rückwand und die Seiten werden nicht geputzt, dort wachsen Algenflaum und Kalkalgen, die er immer wieder auch abraspelt und als Schnee ablässt. Wenn er nach vorne an die Scheibe und hochkletterte war das immer das Zeichen, dass er heftig Kohldampf hatte und dringend Norialgen brauchte.

    Da er mit 8cm Durchmesser (ohne Stacheln) schon recht groß und kräftig war, hat er zuletzt eine Menge Unsinn angerichtet, und er musste ausziehen. Jetzt treibt er bei Joe sein Unwesen und wird dort wohl von Becken zu Becken wandern, denn er braucht schon eine Menge Algen bei seiner Größe. Wer also einen dicken Pfaffenhut bei Joe sieht weiss wovon ich rede.

    Wenn es nicht von der Decke abgehangen werden soll hast Du zwei Möglichkeiten: entweder eine Wandhalterung oder eine Beckenaufstützung. Wandhalterungen sind immer DIY-Sachen, der Bedarf ist so gering, dass niemand dies anbietet. Frage ist also, wie gut bist Du handwerklich?

    Sonst bleibt Dir nur die beckengestützte Halterung. Unter "Tank Mount System" findest Du einige Möglichkeiten.

    Ich würde vorsichtig sein, wenn Du mehrere Abläufe planst, da Wasserstandsschwankungen hier schon fast vorprogrammiert sind. Ein 50er Ablauf ist mehr als ausreichend um auch 8000l pro Stunde und mehr durch den Kreislauf zu schicken. Allerdings würde ich dann auch den Notablauf mit 50 planen, da im Notfall dieser auch den gesamte Kreislaufdurchsatz schaffen muss. Breiter aber flacher Überlaufschacht, gerne auch als Rucksackablauf führt zu einem ruhigen aber gut beherrschbarem Kreislauf ohne wilde Wasserstandsschwankungen.

    Den Clarisea SK5000 Gen2 habe ich bei mir rausgeworfen, weil ich sehr unzufrieden war mit der Technik,der Fördermotor war schwach und deshalb nicht für größere Vliesrollen geeignet. Mit dem Originalvlies 40g/m² bestückt hat der Filter ab etwa 2000l/h Mikroblasen erzeugt, von einem Durchsatz von 5000l/h war er weit entfernt. Letztendlich bin ich bei einer RE Dreambox gelandet mit eingebautem Vlieser. Dieser schafft spielend den gewünschten Durchsatz und die 100m Rollen, die ich mir wünschte. Der Motor ist auch sehr kräftig und zuverlässig. Meine Version Dreambox 3.0 ist allerdings von der Vlieseinlegung eine Katastrophe, die Dreambox 4.0 ist hier deutlich besser, was auch notwendig war.

    Bei mir werkelt als RFP eine Speedy 100W mit im Augenblick 40W Leistung herum. Ich hatte mir auch überlegt, Filter und UVC im Bypass von der RFP zu gestalten, wollte aber aus Robustheitsgründen nicht so viel an der RFP verketten. Das bringt schnell Komplikationen, wenn Du "mal eben" etwas machen willst, was sich dann etwas länger herausstellt und dann vergisst Du, dass die UVC ebenfalls an der "mal eben" für Wartungsarbeiten abgeschalteten RFP hängt und vergisst, die UVC für diese Zeit abzuschalten. Folge: die UVC-Röhre brennt durch und Du merkst es erst an den Folgen, schlimmstenfalls durch nasse Füße.

    Ich würde nach einer gebrauchten Dreambox 4.0 in passender Größe Ausschau halten, da hast Du Medienfilter und Vlieser drin und eine saubere Gestaltung direkt dabei.

    Lebendgestein liefert meist einen deutlich einfacheren und stabileren Start, Du wirst aber mit Plagen, insbesondere Algen und Glasrosen rechnen müssen. Damit das Becken stabil läuft gehört mehr als nur richtiger und ausreichender Besatz dazu. Dazu gehört auch, dass man die Wasserwerte stabil hält. Bei einem auf Fische ausgerichteten Becken würde ich eine relativ einfache Versorgung nehmen und Wasserwechsel dazu machen.

    Weichkorallen sind schnell wachsend, verzeihen meist viele Fehler und können auch durchaus hübsch aussehen, sie bringen vor allem viel Biomasse ins Becken. Oft kann man sie auch relativ günstig von privat kaufen in größeren Exemplaren.

    Rechne einfach in Prozent Oberfläche mit Korallen besetzt. Wenn Du 30-40% der Oberfläche des Beckens mit Korallen besetzt bist Du auf einem guten Weg. Das ist mehr als Du denkst.

    Dann sollte zumindest der Besatz etwas günstiger sein, aber... Doktoren und ähnliche Fische sind eigentlich in noch größeren Becken zuhause. Ein 1,20m Becken ist da wirklich knapp bemessen. Da geht es bei 1,50m Länge erst los und darf auch gerne mehr sein. Wenn Du den Doktor streichst könnte was daraus werden.

    Anemonen sollten erst eingesetzt werden, wenn das Becken stabil läuft, was einige Monate dauern kann.

    Schau Dir am besten die Berichte im Meerwasser-Lexikon an und hole Dir unbedingt die App für das Handy, denn gerade im Geschäft des Händler brauchst Du nicht zu glauben, dass dieser Dir die richtigen Informationen zu einem Tier gibt. Wenn er den Namen wenigstens richtig kennt kannst Du nachschauen, was zu dem Tier im MeWaLex steht. Sinnvollerweise bevor das Tier im Beutel an der Kasse landet.

    So, nach dem Rudelmobbing von Red Sea jetzt mal eine Stellungnahme, die auch ein paar positive Aspekte hat. Es hat Probleme mit den Becken gegeben, wo Becken nach kurzer Zeit undicht wurden, und Red Sea hat dies nicht wirklich zufriedenstellend erklärt.

    Es gibt aber auch sehr viele Red Sea Besitzer, welche sehr zufrieden mit ihrem Becken sind und auch gerade mit der Technik gut zurecht kommen. Insbesondere die recht gut abgestimmte Technik der G2-Reihe von Vlieser, Nachfüllanlage, Abschäumer und Förderpumpe. Die Lampe allerdings ist nicht die beste und wird als erstes häufig ausgetauscht.

    Ein Punkt ist aber ganz richtig von den meisten geschildert worden: eine schnelle Aktion bei der Anschaffung geht in den meisten Fällen schief, nicht wegen der Anschaffung selbst, sondern weil es danach stockt. Dann reicht das Geld oft nicht mehr für die Einrichtung des Beckens und des Besatzes und es werden winzige Korallenableger und wenige gekauft und ein paar nette Fische in der Hoffnung, dass die Ableger kräftig wachsen und dann das Becken hübsch wird.

    Was hier übersehen wird ist, dass das Becken direkt nicht den richtigen Start bekommt und daher der Kampf gegen die Primärsiedler, welche die reichlich vorhandenen Siedlungsflächen im Aquarium schnell besetzen, nahezu von Beginn an meist losgeht. Deshalb ist es so wichtig, genügend erwünschte Biomasse von Korallen einzubringen, damit sich das richtige Milieu etablieren kann. Was nicht von Korallen besetzt wird, wird von Plagen besetzt kann man das Problem kurz gefasst beschreiben.

    Besatz ist inzwischen sehr teuer und die Kosten für den Betrieb des Beckens sind nahezu explodiert. Dies trifft auf den Strom zu, der reichlich fließt für ein größeres Becken als auch die Kosten für die Aufrechterhaltung der Wasserwerte. Es ist auch der Grund dafür, dass sehr viele ihr Becken aufgeben und daher immer wieder gebrauchte Becken mit Technik zum Verkauf angeboten werden. Gerade für Einsteiger in das Hobby würde ich eine gebrauchte Anlage empfehlen, es kostet nur einen Bruchteil des Neupreises und man hat erst einmal ein laufendes Becken zum Sammeln von Erfahrung. Von der zuerst angeschafften Technik bleibt oft nicht viel übrig, nach und nach wird dann wegen Unzufriedenheit immer wieder etwas ersetzt und so summieren sich die Kosten für die Technik auf erstaunliche Beträge.

    Mein Rat ist, erst mal eine Art Mentor zu organisieren, einen Aquarianer mit etwas Erfahrung, der bei Dimensionierung, Aufstellung, Einrichtung und Betrieb und den vielen Anfangsproblemen als Ansprechpartner hilft. In den meisten Fällen ist man nicht gut beraten, einen Händler dafür zu wählen, diese wollen nämlich verkaufen und nicht kostenlos beraten, davon haben sie nichts. In Düsseldorf und größerer Umgebung sollte das zu finden sein.

    Du brauchst auch eine Ahnung davon, was für eine Art von Becken Du betreiben möchtest. Soll dies in erster Linie ein auf Korallen ausgerichtetes Becken sein, ob SPS-Becken oder LPS-Becken mit vielen bunten Korallen oder ein Weichkorallenbecken, wo die Fische die entscheidenden Akzente sind?

    Welche Rolle spielt die Lautstärke des Beckens, die vielen Pumpen und Geräte können durchaus einen größeren Lärmpegel entwickeln, und leise Technik ist oft deutlich teurer als man sich zuerst erhofft hat und ein häufiger Grund für den Neukauf eines Gerätes oder die Wartung unerwartet mühsam.

    Insgesamt kannst Du damit rechnen, dass der Neuwert eines Becken mit 500l und mehr der Anschaffung es neuen Wagens ähnelt von der Budgetanforderung in den ersten zwei Jahren. Beim Betrieb dürfte das Becken sogar teurer sein als das Auto. Deshalb lasse Dir wirklich die Zeit und finde erst heraus, was genau Du möchtest, dann kannst Du auf ein passendes Angebot für Dein Wunschbecken suchen. Nichts ist teurer als ein Spontankauf.

    Die einfachste Erklärung ist eine Änderung der Oberflächenspannung des Wassers, diese hätte zur Folge, dass weniger Wasser vor dem Überlaufkamm angestaut wird und eventuell der Wasserstand im Überlaufschacht sinkt und so der Wasserstand im Technikbecken leicht steigt. Das wäre der Fall, wenn der Osmosevorrat nicht deutlich sinkt während der Nacht. Überprüfungsmethode: klemm die ATO mal ab über Nacht.

    Dies setzt natürlich voraus, dass nicht einfach Wasser aus dem Osmosevorrat heraussickert, weil das Schlauchende der ATO-Pumpe tiefer ist als der Wasserstand des Osmosevorrats. Ist mir leider auch schon passiert, wenn ich nicht richtig darauf geachtet hatte.

    Für die meisten gehören die Manjanos derart selbstverständlich zu den Plagen, dass eine Erklärung, was sie dazu macht, als reichlich überflüssig erachtet wird.

    Ich nehme Deine Frage, was sie zu einer Plage macht, einmal ernst und stelle einige Aspekte zusammen, weswegen sie korrekterweise als Plage eingeordnet ist.

    Ihr Vermehrungspotential allein macht sie nicht zur Plage, es ist lediglich einer der Faktoren. Zur Plage gehört deutlich mehr. Einer der ganz entscheidenden Faktoren ist die Beherrschbarkeit, und hier kommen wir der Sache deutlich näher. Unter Beherrschbarkeit verstehe ich die Möglichkeit, eine Koralle einzugrenzen, aus dem Becken zu entfernen oder sie in Nachbarschaft mit anderen Korallen zu halten.

    Diese Anemone kann wandern, sich lösen und kreuz und quer durch das Becken treiben und sich dort ansiedeln wo es ihr gefällt. Sie steckt dann hinter dem Riff, wo Du sie nicht siehst, siedelt sich auf der Unterseite von Montiplatten oder im Innern von astförmigen Korallen an. Wenn Du sie heute irgendwo siehst, kann sie morgen ganz woanders sein, und dies machte es praktisch unmöglich, ihren Standort zu begrenzen oder auch nur ihre Zahl korrekt einzuschätzen. Du siehst eine irgendwo und denkst nichts böses, aber die 150 auf der Rückseite des Riffes sind nicht in Deiner Betrachtung, wie die Lage ist. Das ist z.B. der Grund, warum Briareum (Affenhaar) noch als beherrschbar angesehen wird, weil es ein zusammenhängender Teppich ist, wo sich nicht einfach Stücke lösen und überall im Becken ansiedeln, Sandflächen fungieren als Barriere.

    Auch der Punkt Verträglichkeit ist nicht ganz harmlos. Als eine Anemone ist ihre Nesselkraft recht stark, nur wenige Korallen können ihr Paroli bieten. Die meisten werden von der Anemone niedergenesselt und verlieren den Kampf um den Siedlungsraum. Wenn jemand also sagt: "die will doch gar nichts böses, die ist ganz lieb" darf sich gerne anschauen, wie eine teure Acropora Stück für Stück niedergenesselt wird und sich auf dem Skelett dann weitere Anemonen niederlassen. Ihr Name "Feueranemone" im Meerwasserlexikon ist nicht ohne Grund so.

    Jetzt hast Du also alle Punkte zusammen, warum sie als Plage eingestuft wird:

    - vermehrungsfreudig

    - widerstandsfähig

    - nicht beherrschbar, verteilt sich quer durch das Becken

    - schwer zu entfernen

    - durchsetzungsstark gegen andere Korallen

    Wenn Du ein Artenbecken zu Ehren der Anemonia manjano einrichten möchtest darfst Du dies natürlich gerne machen. Eigentlich brauchst Du gar nichts machen, lasse einfach die Anemone machen, das reicht bereits.

    Der Zeitpunkt, wann weitere Ableger gebildet werden und sich still durch das Riff verteilen bestimmt die Anemone. Deshalb sagen die Aquarianer mit etwas Erfahrung, dass man direkt handeln sollte bevor es zu spät ist.

    In dieser Richtung gibt es einige Anemonen, die ähnliche Eigenschaften zeigen und deshalb alle unter Plagen eingeordnet werden. Glasrosen, Feueranemonen, Seeastern sind nur einige Beispiele. Viele haben schon die Segel gestreckt und das Becken komplett neu gestartet wegen solcher Plagen.

    Typisches Kennzeichen für die Manjano ist der konzentrische doppelte Tentakelkranz. Wenn Du diesen klar sehen kannst ist es eine Manjano. Eine Crassa hat eine andere Tentakelanordnung.

    Die andere Seite des Flippers ist eher ein weicher Filz, keine rauhe Seite, die hartnäckige Beläge abschabt, dafür hat der Flipper die Klingenseite. Diese ist in Ordnung, aber relativ klein und die Klingen sind sehr teuer.

    Verwende bei mir den Floaty II mit rauher Seite und wenn ich zu lange die Scheibe nicht geputzt habe (mehr als 3 Tage), dann hilft nur noch ein Klingenreiniger. Verwende dafür den JBL T-Triumph groß, die Klingen waren auch mal deutlich billiger. Die habe ich vor zwei Jahren für die Hälfte gesehen, da möchte sich jemand offenbar gesund stoßen.

    Wenn tot, dann Leben einbringen durch die Korallen, und das ausreichend. Ausnahme sind Becken, wo grundsätzlich alle Ablegersteine entfernt und die Korallen als Frag gekürzt werden, hier ist die biologische Vielfalt sehr gering und der Stickstoffkreislauf kann sich schlecht etablieren.

    Ich nehme an, dass hier auch ein gewisser Schwellenwert bei der Erregerdichte eine Rolle spielt. Wenn der Wasserwechsel in den üblichen 10 Prozent stattfand ist das immerhin nur ein Bruchteil der vollen Erreger-Last im Hauptbecken.

    Tatsächlich gibt auch häufiger den umgekehrten Fall, wo alteingesessene Fische, die seit Jahren keine Bestandsänderung hatten, als Folge ein geschwächtes Immunsystem haben, da es nicht mit "Auffrischungen" durch Neuzugänge aktiv gehalten wurde. Ähnlich wie bei Corona, wo die Schutzwirkung ja auch nur eine gewisse Zeit vorhält und dann durch eine Booster-Impfung reaktiviert werden muss.

    Vielleicht wäre ein langsamer Anpassungsvorgang mit langsam größer werdenden Wasserwechseln eine sinnvolle Maßnahme, um den Keimdruck langsam zu steigern und dem Neuzugang die Möglichkeit zu geben, sich anzupassen. Der Gedanke war mir vorher noch gar nicht gekommen, liegt aber eigentlich nahe.

    Es ist das, was ich als "Indianersyndrom" bezeichne. Ein weißer Zuwanderer niest und ein Indianer stirbt. Klingt etwas bösartig, hat aber leider den gleichen Hintergrund wie gerade unsere Nachzuchtfische: womit die in Quarantäne aufgewachsenen Fische nie in Berührung gekommen sind, dagegen haben diese Nachzuchtfische auch keine Resistenzen aufgebaut. Die Wildfänge sind von jeher einer niederschwelligen vielfältigen Keimlast ausgesetzt und deren Immunsystem hat daher sich an die ständige leichte Belastung adaptieren können.

    Daher sind die Fische im Aquarium auch oft ohne Symptome, auch wenn sie Träger der Auslöser sind und können mit den Erregern selbst fertig werden. Der Nachzuchtfisch kommt jetzt in das Becken, was eine deutlich höhere Erregerzahl hat wie im Riff und wird von Null auf 100 dieser Belastung ausgesetzt und hat dem Erregerdruck nichts entgegenzusetzen. Daher auch der schnelle Untergang, sobald er im Hauptbecken ist.

    Ähnliches ist mir auch passiert: ein Nachzuchtkaiser putzmunter eingesetzt, nach vier Tagen tot, alle anderen Bestandsfische unverändert und ohne Symptome. Solange ich bei mir Fische im Becken habe werde ich auch ständig die Erreger in leichter Zahl haben und ich kann nicht alle Fische durch eine langwierige Quarantäne gehen lassen, den Platz habe ich einfach nicht. Für mich ist die Konsequenz, dass ich keine Nachzuchtfische einsetzen kann in diesem Becken, nur Wildfänge, die eine gewisse Immunitätsstärke mitbringen.

    Prüfe am besten erst mal ob der Futtereintrag wirklich angemessen ist oder schlicht viel zu viel reingeworfen wird. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Du zu viel fütterst.

    Wenn Du 7 ausgewachsene Doktoren im Becken hast kann dies vielleicht sein, aber bei einem relativ neuem Becken sollten die Fische eigentlich noch ziemlich klein sein.

    Wenn der Abschäumer wirklich zu groß wäre würdest Du keine stabile Schaumsäule erhalten. Taste Dich lieber noch etwas weiter an eine feuchte Abschäumung ran, auch wenn in zwei Tagen der Pott voll ist und Du auf die Salinität achten musst.

    Zu 1: Silikonschlauch ist dehnbar, deshalb immer eine Spur kleiner als die Verrohrung.

    Silikonschlauch 30x5mm

    Zur Entkoppelung mehr als reichlich, wenn Du faul bist und einfach bequem den Schlauch bis nach oben ziehen möchtest ohne exakte Bögen und Rohrabmessungen bestelle entsprechend längere Stücke.

    Zu 2: Ich verwende einen Titanheizer ohne Regelung und stecke diesen bei einem Aqua Medic T-Controll Duo mit rein. Dies gibt eine laufende gute Temperaturanzeige (ja man braucht sie wirklich!) und einen Regelmechanismus, der deutlich sauberer reagiert als die meist sehr ungenau einstellbaren Heizer. Außerdem ist dort ein zweiter Anschluß zum Kühlen, wo im Sommer dann fast immer ein Lüfter angeschlossen werden muss, weil es im Becken heiß wird.

    Bei meinem 800l-Becken ist nur ein 300W Heizstab angeschlossen. Es steht im geheizten Wohnzimmer und der Heizstab ist nur für Eseleien wie wenn ich die Terassentür vergesse im Winter zuzumachen nach dem Lüften.

    Zu 3: Gutes Lebendgestein kann man inzwischen mit der Lupe suchen, nach meinen letzten Erfahrungen mit LS werde ich wenn noch einmal nur wenige kg ins Technikbecken legen, aber nicht mehr für den Riffaufbau vorsehen, es kamen fast nur noch Algen raus, nichts sonst, weder Kleingetier wie Copepoden oder Kleinkrebse noch Schnecken oder anderes Getier, von Korallen ganz zu schweigen. Deshalb durchströmt ins Technikbecken aber ohne Licht und nicht ins Schaubecken. Für die Deko habe ich EpoReef verwendet, was aber nicht vollständig meine Erwartungen erfüllt hat, insbesondere wurde ähnlich wie bei Kalkgestein am Anfang meine Menge Phosphat gezogen, hatte eigentlich gehofft, dass dieser Effekt nicht auftreten würde. Dafür gab es keine Schadstoffabgabe in irgendeiner Hinsicht. Das ist aber ähnlich mit normalem Kalkgestein, der Schadstoff kommt meist vom Mörtel für die Gestaltung.

    Deshalb würde wenn nötig normales Totgestein oder dieses fossile Gestein wie Arka oder Caribsea South Sea Rocks nehmen. Die ziehen am Anfang Phosphat wie irre, aber das Riffmodellieren klappt gut und es treten keine besonderen Probleme auf.

    Zu 4: Gibt es die im Augenblick überhaupt? Mir ist jedenfalls keine bekannt und LS ist zu teuer um Lotterie zu spielen. Die Wahrscheinlichkeit gutes LS zu erhalten ist ähnlich hoch. Lebendgestein ist ein Durchgangsartikel, die Qualität schwankt entsprechend je nach Anbieter und Sammelgebiet und ist mit jeder Lieferung anders.

    Zu 5: Als ich mein 800l-Becken vor einem Dutzen Jahren mit 100kg LS gestartet habe waren dort Krabben und Fangschreckenkrebse, viele Röhrenwürmer, Flohkrebse, ein paar Borstenwürmer und ein paar Schnecken drin. Alles aber recht harmlos. Später kamen ein paar unbekannte kleine Zoas raus, die sich aber nicht auf Dauer gehalten haben und ein halbes Jahr sogar verspätet noch eine kleine Koralle. Solch eine Erfahrung wirst Du inzwischen nicht mehr machen, tatsächlich wird sogar aktiv darauf hingearbeitet, dass nicht mehr diese "Wundertüte" an Überraschungen überleben kann in diesen Berieselungsanlagen. Nur Algen bekommst Du dann noch jede Menge. Meist aber nicht die Halimeda die bei mir rauskam, sondern eher völlig unerwünschte Sorten wie Derbesia, Bryopsis oder Dictyota.

    Dann kannst Du direkt auch eine große Weichkoralle auf einem Stein nehmen, das bietet direkt große biologische Masse zum günstigen Preis. Wenn Du Lotterie spielen möchtest nimm wenige Kilo und setze sie für ein paar Wochen in ein kleines Quarantänebecken mit Strömung und Licht, bevor sie ins Hauptbecken besser ins Technikbecken kommen. Ein Quarantänebecken ist ohnehin keine schlechte Idee bei so einem großen Becken.

    Nach den langen Ausführungen zu Deiner Frage: gutes LS erkennst Du nur im Nachhinein, dass nichts Unerwünschtes wie Bryopsis oder ein Kieferwurm herausgekommen ist und sie das biologische Gleichgewicht stabilisiert und nicht Chaos verursacht haben. Hinweise sind zumindest, wenn Kalkalgen vorhanden sind, die auf Licht und Strömung hindeuten, ohne Cyanos oder andere Schmieralgen. Höhere Algen oder Haaralgen solltest Du mit Vorsicht betrachten. Filtrierer wie Röhrenwürmer oder Schwämme oder viele kleine Röhren von Kleinkrebsen oder Würmern im Gestein sehe ich eher positiv. In den Berieselungsanlagen kannst Du kaum etwas riechen und sehr wenig sehen.

    Zu 6: warum die Hetze, wenn es nicht nötig ist? Es kann gut gehen muss aber nicht. Ich hatte auch mal Natürliches Meerwasser genommen, Lebende Steine reingeworfen und direkt ein paar Korallen reingesetzt. War ein kleines 60x30x30 Becken. Hat funktioniert, muss aber nicht unbedingt klappen. Zu der Zeit war das auch echtes Lebendgestein, nicht der Müll der heute als LS bezeichnet wird.

    Du brauchst keine Däumchen drehen und die Bartzwirbelmaschine anwerfen, aber nimm Dir die Zeit, in Ruhe das Becken einzurichten, die Deko trocken zusammenzumörteln und das Becken einmal gut zu spülen mit Leitungswasser und dabei die Technik wirklich zu überprüfen, dass alles so arbeitet wie es soll und die Wartung einfach klappt. Erst wenn Du mit der Technik wirklich zufrieden bist, alles wie gewünscht funktioniert würde ich mit dem Besatz anfangen, dem Einbringen von Lebendgestein und ersten robusten Korallen. Dann fängt der übliche Kampf mit den Nährstoffen an.

    Wenn Du den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr siehst hilft es meistens, erst nur die wirklich kritischen und grundlegenden Punkte abzuklopfen und zu prüfen.

    Prio1: Licht, Strömung, Temperatur, Meerwasser sauber ansetzen mit gutem Osmosewasser und richtiger Dichtemessung.

    Prio2: kH einigermaßen konstant halten, Nährstoffe Nitrat und Phosphat beide im messbaren Bereich, pH-Wert abends über 8,0.

    Erst wenn das funktioniert kannst Du Dich um Feinheiten kümmern wie Phosphat:Nitrat etwa im Verhältnis 1:100, Spurenelemente wie Jod, Fluor, Zink, Nickel usw.

    Bei Dinos und anderen Schmieralgen wie Cyanos kann UVC etwas helfen, ansonsten keine Panik, gehört am Anfang leider etwas dazu. Normal Wasserwechsel machen und die Cyanos/Dinos/Kieselalgen absaugen im Rahmen des Wasserwechsels.

    Chris hat es schon richtig gesehen, ein wesentlicher Aspekt bei der Rückbildung ist die Strömung. Ich habe dies ebenfalls erlebt bei einer Seriatopora, als ich eine Strömungspumpe austauschte aber zu wenig Leistung dort konfigurierte, als Reaktion ist das Innere der Koralle zum großen Teil abgestorben, wo vorher noch viel lebendiges Gewebe vorhanden war. Das Problem habe ich immer wieder bei mir, wenn ich für die SPS genügend Strömung reinbringe ist es für die LPS oft bereits zu viel.

    Nimm diese Größenangaben nicht so ernst. Die Frage ist eher, was man ertragen kann. Man kann mit einem kleinen Schieberegler festlegen, wie viel Wasser angesaugt wird, und meiner ist ziemlich runtergeregelt, weil bei einem kleinen Aquarium sonst zu viel Schlürferei hörbar ist, was ich nicht mag. Bei mir kommt so auch nur eine kleine Säuselei heraus. Wichtig ist vor allem, dass die Wasseroberfläche abgesaugt wird.

    Wenn Du minimalistisch einrichten möchtest kannst Du auch ein paar LEDs auf einen Alukühlkörper kleben und diese mit Konstantstromquelle und Zeitschaltuhr regeln. Aber ob der Bastelaufwand ein paar Dutzend Euro wert ist musst Du selbst entscheiden. Meist sind die China-Teile noch billiger und bequemer und vor allem direkt verfügbar.

    Nimm einen Eheim Skim 350 für Oberflächenabsaugung und etwas Strömung, dann solltest Du schon fast versorgt sein für das kleine Becken. Mache gemessen am Volumen wöchentlich größere Wasserwechsel und Du kannst Dir außer Verdunstungswasser alles weitere sparen.

    So eine Chinaleuchte dürfte reichen, solange sie passiv ist.

    Die Einfahrphase ist die Zeit, wo das Mikroleben sich etabliert, die Biofilme sich aufbauen und der Stickstoffkreislauf sich stabilisiert.

    Grundsätzlich spricht nichts dagegen, in dieser Zeit Korallen einzusetzen, Du musst nur dafür sorgen, dass die notwendigen Rahmenbedingungen auch in der Zeit der schwankenden Wasserwerte einigermaßen im Rahmen bleiben.

    Häufiges Messen und rechtzeitige Korrekturmaßnahmen muss man in dieser Zeit schon machen, da die Bedingungen nicht stabil sind. Es ist aber leider doch etwas an Erfahrung notwendig zu beurteilen, wo man sinnvoll eingreifen solle und wann man lieber die Finger aus dem Becken lässt. Übung und Erfahrung macht hier den Meister, viele geben nach teuren Fehlschlägen dann auf.

    "Besser" ist die falsche Frage. Die Frage ist eher, was der UVC-Klärer bewirken soll. Wenn er Cryptocarion oder Oodinium und ähnliches unterdrücken soll brauchst Du eine sehr starke UV-Lampe. Diese findet man daher eher in Qurantänestationen aber nicht in normalen Aquarienanlagen. Sonst zahlst Du das gleiche an Strom für die UV-Lampe wie für die Korallenbeleuchtung.

    Was die Hersteller angeben sollte eher unter "Reklame und Werbung" laufen als unter nüchternen Gesichtspunkten.

    Hier habe ich einen Beitrag gefunden zur benötigten Strahlungsstärke:

    Daniel Rother
    20. Oktober 2019 um 21:18

    Wenn Du also 280mJ notwendige Strahlungsstärke für Crypto ansetzt kannst Du hier mal experimentieren, was an notwendiger UVC-Größe rauskommt:

    UVC

    Du landest dann bei etwa 50W, die gebräuchliche Größe ist 55W, und diese läuft dann 24/7/365 durch. Da kommst Du dann auf ähnliche Stromkosten wie für Deine Lampe. :winking_face_with_tongue:

    Da sind die wenigsten zu bereit, deshalb ist die UVC-Einrichtung meist ein Kompromiss "hilft etwas gegen Parasiten, schafft aber garantiert Schmieralgen".

    Grundsätzlich ja, es ist ein Parasit, der über ein Schwärmerstadium alle Fische befallen kann. Es ist sogar wahrscheinlich, dass noch weitere Fische sich anstecken werden. Viel machen kannst Du da nicht mehr in dem Stadium, vor allem nicht, wenn kein separates Becken vorhanden ist, wo eine Behandlung möglich wäre.

    Jetzt ist es wie die Scheunentor zu schließen, nachdem das Pferd weggelaufen ist.

    Das sieht nicht gut aus! In so fortgeschrittenem Stadium sind die Chancen nicht mehr gut. Meine Vermutung ist Oodinium, eventuell mit Crypto als Nebeninfektion.

    Oft sieht man gar nicht den Befall, da zuerst die Kiemen in Mitleidenschaft gezogen werden, aber hier ist es deutlich zu sehen.

    Die meisten UVC-Klärer sind nicht geeignet, gegen Parasiten wie Crytocarion und Co effektiv vorzugehen, meist reichen sie nur aus, um Schmieralgen zu unterdrücken. Für die Unterdrückung von den Parasiten ist ein Vielfaches der Leistung notwendig.

    Vielen Dank für die schnelle Rückmeldung, es ist also eine Art Halloween-Becken mit Korallen-Skeletten als Dekoration. Es ist ein erfrischend einzigartiger Stil.

    Für so ein Becken reicht auf jeden Fall eine effektive stromsparende Beleuchtung, dies verhindert auch die Bildung einer Kahmhaut und das Wachsen von Algen. :thup

    Ich fürchte nur, dass im Laufe der Zeit die Skelette zerbröseln, weil sie vom Mikroleben und sinkendem pH-Wert langsam zersetzt werden. Gerüchte, dass die Korallen-Skelette als Untote weiter aufblühen werden, würde ich keinen Glauben schenken, dies ist finsterster Aberglaube.

    Ich freue mich jedenfalls über weitere Updates Deines Beckens und werde der Entwicklung folgen.

    Ich fürchte auch, dass alle Korallen bereits vollständig gestorben sind.

    Nimm Dir am besten die Zeit, Dich zurückzulehnen und zu überlegen, woran es gelegen haben könnte. Viel kann ohnehin nicht mehr passieren, die Korallen haben es bereits hinter sich. Wenn Du Schnecken oder Einsiedler hast diese bitte weiter füttern.

    Bevor Du weitere teure Investitionen in Korallen setzt würde ich erst einmal die vorhandene Technik abklopfen, ob dort vielleicht das Problem ist. Eine Strömungspumpe sehe ich nicht, auch keinen Oberflächenabzug. Das allein könnte das Korallensterben eventuell schon erklären.

    Könntest Du mal auflisten, welche Technik (Beleuchtung, Strömung, Filterung) Du einsetzt und wie Du die Wartung des Beckens vornimmst (Wasserwechsel, Salzdichte und Wasserwerte messen usw.)? Da dürfte etwas massiv querliegen, wenn das Becken nach wenigen Wochen bereits tot ist.

    Meist wird ein Becken mit einem System betrieben, welches dazu dient, den Verbrauch der Korallen auszugleichen, weil ab einer gewissen Masse dies nicht mehr über Wasserwechsel möglich ist. Das sind halt Balling Light, Triton, Sangokai, Ati Essentials usw.