Beiträge von Sandy Drobic

    Im letzten Video von Claude von Fauna Marin hat er erwähnt, dass die Einfahrphase ein Jahr dauern würde, vorher würde ein Becken nicht stabil laufen. Nur mal als abweichende Meinung.

    Aber etwas Geduld und eine ordentliche Menge Kleingeld gehören leider definitiv zu den notwendigen Eigenschaften. Es dauert immer alles länger als man zuerst plant.

    Hallo Michael,

    genau deshalb habe ich erwähnt, aus den vielen möglichen Methoden und Wegen, wie ein Becken betrieben wird, sich erst mal für einen zu entscheiden. Dein Problem im Augenblick ist wohl, dass Du selbst gar nicht weisst, wie Du Dein Becken betreiben möchtest und wie das ganze dann laufen soll.

    Nimm Dir erst mal einen Moment Ruhe und überlege, was für eine Art Becken Du haben möchtest, ob dies ein nährstoffarmes SPS-Becken sein soll mit vielen Acroporakorallen und entsprechend weniger Fischen oder eher ein etwas nährstoffreicheres Becken mit vielen bunten LPS-Korallen und etwas mehr Fischen oder eben ein Becken mit Schwerpunkt schöne Fische halten, eventuell auch Falter und Kaiserfische und die Korallen dann daran ausrichten, was diese Fische verschonen und die Nährstoffe verträgt.

    Danach kannst Du besser sehen, mit welcher Methode so ein Becken am sinnvollsten betrieben wird, wer sich mit dieser Methode auskennt und so auch mit Beratung zur Seite stehen kann. Sonst hast Du immer alle möglichen Meinungen, die in alle Richtungen auseinanderdriften.

    Eine Art zu sehen, wie gut jemand sich auskennt mit der Thematik ist, ob er jemandem weniger kundigen die Sache so erklären kann, dass diese sie versteht und dann begriffen hat, warum etwas wie funktioniert.

    Wenn Du jemanden suchst, der mit etwas Rat und Tat helfen kann ist es sinnvoll, den Wohnort im Profil zu erwähnen, denn es hilft nicht so viel, wenn jemand in Bayern ist und Du in Hamburg nach Hilfe suchst. (^-^)

    Kann ich nur unterschreiben! Es gibt viele Wege ein Becken zu betreiben, aber man sollte sich an eine Linie halten und nicht von allem versuchen, das "beste" herauszupicken. Das Ergebnis ist dann meist nur Chaos und tanzende Werte und niemand, der weiss, was da eigentlich abgelaufen und wie das ganze wieder gerade zu ziehen ist.

    Fragen wir mal ganz anders: hast Du eine Urlaubsvertretung in Aussicht oder gibt es jemanden, der sich um die Wohnung kümmert während des Urlaubs und zumindest melden kann, wenn etwas nicht stimmt? Wenn nicht würde ich sehr dazu raten, für den nächsten Urlaub so eine Vertretung zu organisieren und anzulernen, denn es kann immer mal etwas passieren und wenn die Technik nicht auf eine längere Zeit eingerichtet ist brauchst Du diese Vertretung.

    Ohne Vertretung würde ich nicht großartig was machen und auch nicht die Beleuchtung einschalten, das würde nur Algen und Bakterien fördern, die Du gar nicht haben möchtest vor dem richtigen Start.

    Ähnlich wie Chris denke ich auch, das Becken jetzt zu starten wäre Wahnsinn. Als Anfänger alles zusammenstecken, ohne dass die Technik gründlich getestet ist und dann direkt 14 Tage Urlaub ist eine Steilvorlage für Murphy. Lebende Steine können rein, aber selbst die Cleaning Crew würde ich noch nicht reinsetzen, da sie kaum etwas zu fressen haben. Nach Deinem Urlaub sind die toten Krabbler das einzige organische in Deinem Becken. Spare Dir das.

    Ist Dein Becken jetzt bei 25°C? Wenn nicht, musst Du nämlich noch die Temperatur berücksichtigen, um die richtige Dichte einzustellen. Wenn Du eine Spindel verwendest musst Du die Temperatur einrechnen. Alles, was Du einsetzt an Deko verringert die Wassermenge im Kreislauf. Deshalb immer deutlich weniger einfüllen als die Berechnung angibt, warten, bis die Strömung alles Salz gelöst hat und erst dann messen und weiter aufsalzen.

    Die normale Dichte beim Aquarium sollte 1,023 sein bei 25°C.

    In den meisten Fällen ist es nicht die Technik, die versagt, sondern der Bediener vor dem Becken, der sie nicht richtig bedient bzw. konfiguriert. Habe ich leider bei mir selbst schon erlebt. Und dann musste doch wieder die Bedienungsanleitung rausgekramt werden, weil es nicht ohne das Nachlesen in der Anleitung geht.

    Bei mir im Wohnzimmer sind es meist zwischen 19,5 und 21,0 Grad.

    Meine Zimmertemperatur von min. 19,5° soll reichen?

    Ich habe einen Heizstab von Tetra (HT150) gekauft, der war für das Aufheizen des Teilwasserwechsel gedacht.

    Der braucht schon enorm lange, bis die ca. 100 Liter auf 25 Grad gebracht werden.

    Dann werde ich mir wohl auch noch eine digitale Anzeige der Temperatur kaufen, da ich nicht ständig die App auf meinem Smartphone starten möchte.

    Nimm am besten den Aqua Medic T-Controller Twin, der hat einen Sensor mit Temperaturfühler, eine große Anzeige und einen Anschluß für Heizen und Kühlen und kann für die Regelung von Heizer und Lüfter im Sommer genutzt werden. Damit kannst Du auch Heizstäbe ohne eigene Steuerung verwenden und im Sommer brauchst Du wahrscheinlich ohnehin die Kühlung für das Becken.

    Da Deine Osmose aber sehr langsam ist kannst Du das Wasser auch einfach direkt ins Hauptbecken füllen und dort über die Raumwärme auf Temperatur kommen lassen, bis genug Wasser im Becken ist, dass Du den Kreislauf starten kannst, dann kann der Heizstab im Technikbecken den Rest machen. 500l Wasser aufheizen kostet eine Menge Strom, wenn möglich mache das meiste mit der Raumwärme. Solange Du nicht mit Strom heizt sollte das deutlich billiger sein und Du hast ohnehin etwas Zeit.

    Sinnvoll ist es, zuerst die Totgestein Deko fertig zu haben und im Becken aufzustellen. Danach kannst Du mit dem Auffüllen mit Osmosewasser beginnen. Gut wäre es, wenn Du die Heizung anwirfst, weil es sonst sehr lange dauert, bis das kalte Osmosewasser auf über 20°C aufgeheizt ist. Aufsalzen, das Volumen, das dabei zuviel produziert wird in einem Kanister als Reserve aufheben, z.B. für das Auffüllen nach Absaugen oder als Dip-Bad. Licht solltest Du nicht einschalten, weil dies nur für Bakterien gut ist, die Du erst mal gar nicht fördern möchtest.

    Erst mal Becken auf Temperatur bringen, Dichte genau kontrollieren und dann schauen, dass die ganze übrige Technik wie Beleuchtung, Strömung, Nachfüllung und Dosierung funktioniert.

    Hallo Michael,

    da hast Du aber wild verbunden, das ist definitiv falsch zusammengestellt. Grundsätzlich sollte das Leitungswasser an der linken Seite zu der Osmose eingeleitet werden, rechts die zwei abgehenden Anschlüsse sind das Reinwasser der Osmose und das Abwasser. Wenn Du einen Sediment-/Feinfilter dabei hast sollte dieser vor der Osmosemembran angeschlossen werden, ob der Zulauf richtig an den Topffilter zuerst angeschlossen ist kann ich mit dem einen Foto von oben nicht sehen, aber der Harzfilter sollte natürlich hinter das Reinwasser der Osmose angeschlossen werden, denn erst soll die Osmose den größten Teil der Stoffe abfiltern und den Rest (Reinwasser der Osmose) dann in den Harzfilter schicken, sonst ist das Harz viel zu schnell erschöpft.

    Schau Dir den Weg mal genau an, wenn Wasserzulauf richtig angeschlossen ist (kann durchaus sein), dann bitte in den zweiten Topffilter verbinden und von diesem Topffilter unten links dann oben links in die Osmosemembran. Reinwasser aus der Osmose dann in den harzfilter eingang anschließen. Dann dürfte es passen und die Wege optimal sein.

    Was ich unbedingt empfehlen würde: eine Holzplatte hinter die Osmose setzen und den Harzfilter ebenfalls mit Halterung an die Platte schrauben, so dass die Töpfe fixiert sind und nicht umfallen können. Gebogene Druckleitungen können durch mehrfaches Hin- und herbiegen schnell altern und spröde werden. Ich setze dann oft Winkel in die Leitung, wenn die Biegung zu stark ist.

    Verkleben kannst Du es genauso wie Glas mit Silikon.

    Silikon hält deutlich schlechter auf Acrylglas wie auf normalem Glas. Bei einer Trennscheibe ohne Belastung (gleiche Wasserhöhe auf beiden Seiten) sollte es aber kein Problem sein. Für einen Ablaufkamm oder ähnliches würde ich aus Wartungsgründen auch ein herausnehmbares Teil bevorzugen.

    Bei mir hatte ich auch vor kurzem Fahnenbarsche nachgesetzt. Im offenen Umsetzbehälter waren die Fische sehr panisch und wollten aus dem Behälter springen. Zur Beruhigung habe ich ein paar Röhren reingesetzt, die auch sofort angenommen wurden und die Fische waren deutlich ruhiger und gelassener. Der Rest der Anpassung erfolgte dann deutlich stressfreier und sie schwammen dann auch relativ ruhig ins offene Wasser aus den Röhren, als ich den Weg freigemacht hatte. Kann ich nur empfehlen.

    Vor ein paar Wochen habe ich bereits meinen Seeigel abgegeben, weil dieser selbst mit Zufütterung viel Rabatz machte auf der Suche nach Futter. Da er zusätzlich in Konkurrenz zu den Schnecken stand war er nicht mehr mit gutem Gewissen zu halten, nicht mal in einem 800l-Becken, wo ich nur die Frontscheibe putze.

    wenn ich ein Buch empfehlen kann, das Einsteigern und auch Fortgestrittenen gut verständlich erklärend wirklich hilft, dann D. Knops "Riffaquaristik für Einsteiger". Darauf greife ich auch heute, nach 8 Salzjahren, immer wieder zu.


    ICP's. Die habe ich in den ersten Jahren vierteljährlich gemacht. Jede Stelle hinter'm Komma wurde beachtet, verglichen, nachgeblättert, Dr. Google befragt. Viel Verunsicherung, den eigenen Tests mißtraut, den ICPs auch nicht mehr so wirklich sicher - kurzum, diese fein dargestellten Mikroziffern und Kommastellen haben verunsichert, führten zu Zaubertröpflein hier und da, Salzwechsel, etc.

    Den Knop habe ich nicht bei mir gefunden, werde ihn aber bei Gelegenheit mal durchlesen. :thumbs_up:

    Das Problem mit den übertriebenen Kommastellen gibt es nicht nur bei der ICP, gerade bei Tröpfchentests sehe ich immer wieder, wie jemand mehrere Kommastellen angibt ohne zu hinterfragen, wo eigentlich die Meßgenauigkeit ist und was purer Unsinn ist, nur weil der Taschenrechner zehn Stellen ausspuckt. Auch eine gewisse Gelassenheit muss man erlernen, was Testergebnisse angeht, wo teils alarmierende Einzelwerte stehen können. Das ist mir bei Fauna Marin positiv aufgefallen, dass die Datenbank von denen Hinweise auf Ursachen gibt wie etwa Mörtel oder Rieselhilfen.

    Hallo Chris,

    jedes Werkzeug hat seinen Einsatzbereich und seine Grenzen, das ist völlig richtig und dies muss einem auch klar gemacht werden, sonst steht man mit einem Hammer als einziges Werkzeug da und plötzlich sieht alles wie ein Nagel aus. :face_with_tongue:

    Es gibt leider viele Probleme, die gar nicht oder nur sehr entfernt in der ICP sichtbar werden. Das fängt bei der Technik an mit Licht, Temperatur und Strömung bis hin zu Infektionen wie die berüchtigten sterbenden Wunderkorallen aus Indonesien und Sauerstoffproblemen bei Bakterienblüten.

    Tatsächlich war eines meiner größten Probleme beim Einstieg in die Meerwasseraquaristik das Grundverständnis, wie überhaupt die Pflege und Dimensionierung im Meerwasserbecken funktioniert. Die notwendigen Informationen aus den Büchern zusammenzusuchen war eine echte Qual und hat sehr lange gedauert. Ob so etwas sinnvoll in einem Buch ist oder nicht besser auf einer Webseite mit Verlinkungsmöglichkeiten stattfindet ist eine andere Sache. Es wäre jedenfalls ein Riesenhaufen Arbeit. Sollte ich mal viel Freizeit haben kann ich das vielleicht mal andenken.

    Hallo Bernd,

    vielen Dank für die Literaturliste! Einiges davon habe ich bereits bei mir stehen und kann mich direkt da dransetzen, diese noch einmal durchzugraben. Manchmal ist es tatsächlich hilfreich, diese Bücher nach Jahren wieder zu öffnen und mit den eigenen Erfahrungen erneut Revue passieren zu lassen.

    Hallo Chris,

    hattest Du dem Anbieter der ICP mal eine Frage gestellt, was Dir am Herzen lag? Unaufgefordert wird er sicherlich nicht Zeit und Arbeit in eine ICP-Analyse stecken, die vielleicht gar nicht gewünscht ist. Denke bitte auch daran, was es bedeutet, wenn jemand sich wirklich die Zeit nimmt, eine Anfrage mit einer ausführlichen Beratung zu beantworten. Wenn er nur eine halbe Stunde an der Beantwortung einer Analysenanfrage sitzt, ist nach 16 dieser Anfragen die Arbeitszeit des Tages für einen Vollzeitmitarbeiter rum. Fauna Marin etwa macht pro Tag hunderte von ICP-Analysen, und das wirklich Tag für Tag.

    Wenn man sich das vor Augen führt dürfte ziemlich klar sein, dass eine tiefgehendere Analysenbeantwortung nicht ohne Nachfrage stattfinden wird.

    Bei den ICP-Analysen gibt es tatsächlich auch einiges, was mir nicht gefällt wie das Jod bei Triton selbst bei vollständigem Mangel nie als akuter Mangel (rot) erscheint, nur als beiläufige Warnung zur Beobachtung (gelb). Auch Deine Erfahrung mit der gleichzeitigen Analyse vor einigen Jahren bei zwei Laboren kann ich bestätigen, da war Phosphat etwa mit deutlichem Unterschied gemessen worden. Den Hintergrund dazu habe ich übrigens erst vor kurzem in einem Video von FM gesehen, dass die Kalibrierung bei einem Element nicht absolut ist, sondern gerade bei den Nährstoffen nur für einen zu erwartenden Bereich erfolgt und etwa bei Fischbecken mit hohen Nährstoffen separat neu kalibriert werden muss.

    Andererseits habe ich mit der Nachdosierung von einigen Spurenelementen klar sichtbare Resultate bei den Korallen gehabt, welche klar den Zusammenhang von Mangel und Dosierung bei den Korallen gezeigt haben. Bei mir war dies Zink, Nickel und Eisen. Von daher würde ich nicht sagen, dass dies nur Voodoo ist.

    Wenn ich bedenke, dass dies nur etwa ein Dutzend Jahre überhaupt auf dem Markt ist und was für ein enorme Entwicklung bei der Bewertung der Spurenelemente erfolgt ist in dieser Zeit ist das Tempo schon fast atemberaubend. Zugegeben ist da auch einiges an Trial and Error drin im Bereich der ICP-Analysen und der Interpretation von ihnen.

    Hallo Chris,

    mit der Einstellung "Einfach mal drauf los und wird schon gut gehen" kann man jedes Becken vor die Wand fahren, egal welches System oder Technik. Das war auch früher schon so.

    Ich muss hier auch noch mal hinterfragen, ob Du meinst, der ICP-Anbieter wirft einem nur das Anayseresultat for die Füße und Du sollst dann damit glücklich sein? In dem Fall ist ein Anfänger tatsächlich nicht viel weiter mit dem Ergebnis.

    Grundsätzlich soll ein Anfänger sich auch auf die Grundlagen konzentrieren. Oft weiss er aber gar nicht, was diese Grundlagen sind. Die Priorität bei Fauna Marin auf der Liste geht ziemlich direkt von oben nach unten. Solange Du nicht die oberen Werte im richtigen Bereich hast brauchst Du Dich um nichts anderes zu kümmern. Dies wird auch immer wieder genannt und betont. Spurenelemente machen wenig Sinn, bevor Du nicht Salinität, Ca, Mg, pH-Wert, kH-Wert, Temperatur und Nährstoffe unter Kontrolle hast. Das ist auch nicht viel anders als die "konservativen" Methoden zur Kontrolle der Wasserwerte.

    Was ein Anfänger tatsächlich wissen sollte vor einem Beckenstart ist eine gute Frage. Phosphat ist in der Wurst hat er gehört und Nitrat kommt vom Bauern mit der Gülle, und der pH-Wert wird auf der Diätwaage gemessen, oder wie war das noch mal? Temperatur ist... angenehm warm, habe gerade den Finger mal ins Becken gesteckt.

    Wo also fängt ein Anfänger an und wo kann er mehr Wissen beziehen und wie kann er sich ein Gerüst an Kenntnissen aneignen, auf das er bauen kann? Wir leben inzwischen mit dem Internet, zumindest der Zugriff auf Informationsquellen ist damit einfach. Aber die Qual der Wahl ist gigantisch, was eine solide Quelle ist und wie sie zu bewerten ist. Allein hier im Thread haben wir ja schon sehr konträre Standpunkte zum Einsatz von ICP-Analysen.

    Von daher war meine Frage an Bernd ernst gemeint, was für Quellen er empfehlen würde.

    Hallo Bernd,

    einfacher geht natürlich immer und ist auch durchaus wünschenswert, sogar sinnvoll anzustreben. KISS ist eine effektive pragmatische Anforderung. Nur muss man dann deutlich einschränken, was man ins Becken setzt.

    Was mir etwas sauer aufgestoßen ist war die Behauptung in den Raum zu stellen, dass alles auch viel einfacher und billiger geht ohne dabei darauf einzugehen, wo die Grenzen liegen und welche Voraussetzungen dabei beachtet werden müssen. Was ist hier die Voraussetzung, das Grundwissen, welches für so ein System angesetzt werden muss und was lässt sich dann ohne Korallenschrotten halten? Da fehlen mir konkrete Angaben und Beispiele. ICP gibt es ja noch gar nicht so lange, aber vorher gab es auch stabile SPS-Becken die jahrelang gepflegt wurden, es geht also durchaus wie Du auch schon sagtest. Frage ist nur, was für Vorausssetzungen dafür gelten. Und dann kann man gerne auch noch im Detail schauen, wieviel es wirklich kostet.

    Hast Du eventuell mal Literaturquellen aus der Zeit vor 2010, wo sinnvolle Haltungsempfehlungen und Wartungsempfehlungen nachzulesen sind? Damit meine ich als System für die Aquariumspflege angefangen von der Technik für Kalkversorgung und ähnliches bis zu Empfehlungen für Wasserwechsel und das drumherum mit UVC und Ozon und Nitrat/Phosphatkontrolle. Ich schaue mir das gerne an.

    Wie gesagt, bei mir und vielen anderen erfahrenen Aquarianern geht es bestens ohne! Meiner Auffassung nach bewegen sich hier viele Leute auf dünnem Eis, vor allem diejenigen, denen noch der erfahrene Blick auf sein Becken fehlt, der ohne Analysen den realen Zustand erkennt.

    Ich freue mich darüber, dass es gut bei Dir funktioniert, finde es jedoch sehr gefährlich, wenn Du dies für alle anderen ebenso selbstverständlich voraussetzt. Gerade die Beginner im Hobby haben eben noch nicht zehn Jahre lang Korallen geschrottet und die Erfahrung gesammelt, wie sich ein Korallentod ankündigt und was wohl die Ursache sein könnte. Wäre es nicht schön, wenn man sich diese zehn Jahre sparen könnte und direkt ohne Korallen zu schrotten in das schöne Hobby einsteigen kann? Und hier bieten genau diese ICP-Analysen eine Hilfe, welche Dir direkt sagt, was im Becken an Spurenelementen drin ist, wie gut Deine eigenen Meßwerte mit der ICP-Analyse übereinstimmen und wo wirklich Handlungsbedarf ist.

    Natürlich kosten diese Analysen Geld, aber selbst für die 10 Prozent Wasserwechsel pro Woche gebe ich mehr aus als für die Analyse pro Monat. Vom Strom möchte ich gar nicht mehr reden, was mich der pro Monat kostet. Und ich sehe es an den Korallen, wie gut es ihnen tut.

    Deshalb meinen Respekt, wenn Du das so aus dem Ärmel schüttelst und auch ohne jede Tests weisst, was gerade fehlt und wie es zu beheben ist, aber ich denke, dass mindestens 95 Prozent der Aquarianer dies nicht schaffen und für diese die ICP-Analysen eine wertvolle und sinnvolle Hilfe sind. Deshalb ist meine Ansicht eher, dass Du Dich mit Deiner Aussage, ICP ist nicht sinnvoll auf dünnes Eis herausgewagt hast.

    So ganz verstehe ich Dein Problem nun wirklich nicht. Ja, die Tracelösungen haben alle notwendigen Spurenelemente drin und Du kannst über den Tracerechner dann anhand des Anzeigerelements die Anpassung für die Dosierung festlegen. Natürlich ist dies nie so präzise wie die Einzelregelung der Elemente, da jedes Becken einen etwas anderen Verbrauch hat, aber im Schnitt klappt die Trace-Anpassung ganz gut.

    Die Spurenelementflaschen sind dabei noch der geringste Posten in den vielen Ausgaben für ein gut laufendes Meerwasserbecken. Geiz ist der sicherste Weg, ein Becken gegen die Wand zu fahren. Egal, ob dies nun unterlassene Messungen von Wasserwerten, ICPs , Wasserwechsel, Pflegemaßnahmen oder gute Technik ist. Am besten ein paar teure Korallen ins Becken setzen, dann überlegt man nicht mehr lange, ob Ausgaben für die Wasserwerte-Pflege sich lohnen. (^-^)

    Im Betatest bei FM im Augenblick sind Spurenelementpillen, die sich langsam im Becken lösen und die nowendigen Elemente exakt auf die eigenen Analysen passend freigeben. Diese setzen aber regelmäßige und relativ engmaschige ICP-Analysen voraus, Preise sind mir auch noch nicht bekannt.

    Hallo, irgendwie verorte ich sonap in die gleiche Ecke wie DoNotReply...

    Die Ballingtraces sind in der Tat so angeordnet, dass sie im Normalfall in dem Verhältnis verbraucht werden wie sie im Zeigerelement der Trace-Spurenelementemischung auftauchen. Wenn dies bei Dir kurz nach dem Übergang nicht der Fall ist kannst Du die einzelnen Elemente aber auch separat dosieren und den Ballingmischungen hinzufügen. Welches Traceelement in welchen Kanister zeigt die Graphik.

    balling_light_info.jpg

    Im Allgemeinen sind die Tracemischungen aber so dosiert, dass eher eine Spur zu wenig als Ergebnis herauskommt und erst nachfolgende Analysen über den Trend dann die richtige Verbrauchsermittung gestatten. Anstelle von mehr Trace 3 kannst Du aber für den Übergang auch nur Fluor und Brom zufügen, aber immer vorsichtig mit der Dosierung und beachten, dass Jod sich schnell abbaut.

    Es ist relativ egal, ob Du im Faß oder im Becken aufsalzt, solange Du die richtige Salinität einstellst und das Gesamtvolumen relativ genau ermitteln kannst. Wenn es Dir lieber ist, kannst Du die Osmose auch direkt bis zum Becken verlegen und zwei Tage laufen lassen. Überlaufende Kanister/Fässer sind einer der häufigsten Gründe für Überschwemmungen bei Aquarianern. Immer schön einen Alarm setzen, wenn Kanister/Faß gefüllt werden.

    Tropic Marin Spindel ist schon in Ordnung für die Bestimmung der Salinität. Dann aber bitte schön mit 25°C aufheizen, sonst musst Du eine Korrektur der Salinität berechnen bei abweichender Temperatur. Das ist eben der Vorteil von dem HI98319: er misst direkt die Temperatur mit und berücksichtigt diese bei der Salinitätsangabe, so musst Du dies nicht selbst machen. Die TM Spindel ist auf 25°C ausgelegt, sonst musst Du mit Tabellen nach Temperatur umrechnen. Siehe angefügte Tabelle.

    Table_Salinity.pdf

    Mein gekauftes Rollbrett hat ein paar Wochen gehalten, dann ist ein Rad weggeknickt, weil Feuchtigkeit in das Pressholz gedrungen ist und das Faß ist mir beinahe runtergekippt im Wohnzimmer. Du bist gewarnt.

    Von den Steckdosenleisten wirst Du mehrere brauchen, es ist enorm, was man alles einstöpselt dort. Bitte gut festschrauben, aber nicht ganz durchbohren durch die Rückwand, sonst beschädigst Du das Furnier und riskierst Aufquellen bei runtertropfendem Wasser. Die Steckdosenleisten müssen aber fest sitzen, da Du Geräte auch häufiger an- und abstöpselst, wenn Du sie reinigst etwa.

    Stresstest bei Aquarium läuft so ab, dass Strom abgeschaltet wird (Sicherung für Zimmer ausschalten) und dann schauen, ob alles sicher zum Stillstand kommt. Läuft das Technikbecken über, weil das Technikbecken die rücklaufende Menge nicht aufnehmen kann? Vergessen ein Luftloch in der Rückförderleistung zu setzen? Rücklauf zu tief ins Becken geführt, so dasss zu viel Wasser runterläuft?

    Was passiert jetzt, wenn der Strom wieder verfügbar ist? Läuft jetzt der Abschäumer über, weil das Technikbecken sehr hoch gefüllt ist und der Abschäumer anläuft, bevor der normale Wasserkreislauf sich wieder reguliert hat?

    Hat die Lampe die Zeit richtig gespeichert oder ist sie resettet, so dass die Zeit völlig daneben ist?

    Läuft die Dosierpumpe richtig oder spielt sie verrückt?

    Funktioniert die Nachfüllautomatik richtig, nachdem der Wasserkreislauf eingepegelt ist oder meint sie, Du musst manuell eingreifen und erst die ATO resetten, bevor sie wieder funktioniert?

    Ein Stromausfall kann und wird früher oder später passieren, dann solltest Du wissen, was alles daneben gehen kann, damit Du eine Checkliste abarbeiten kannst, was zu prüfen ist.