Nachhaken ist kein Verbrechen, sondern vernünftig! Wenn eine Nachfrage notwendig ist spricht das eher für eine schlechte Erklärung meinerseits. Nichts ist schlimmer als ohne Verständnis einfach Empfehlungen zu befolgen und eventuell vor einer Katastrophe zu stehen, schließlich haben wir es hier mit Lebewesen zu tun, die uns noch Jahre weiter begleiten sollen.
Deshalb bitte erst handeln, wenn alles klar ist und Du verstanden hast, warum etwas empfohlen wird. Bohre ruhig weiter bis es wirklich klar ist.
Warum Filtersäcke suboptimal sind: Das Filtergranulat im Säckchen wird nicht gut durchströmt, weil das Wasser schlicht einfacher dran vorbei fließen kann und möchte. Im Technikbecken ist oft ein Stück Lichtrasterplatte im Wasserweg eingesetzt, auf das man das Säckchen legt. Leider ist das Säckchen nicht so groß, um den gesamten Wasserweg zu füllen und so das Wasser zu zwingen, durch das Säckchen zu gehen.
Selbst wenn dies tatsächlich möglich ist bildet sich schnell der Weg des geringsten Widerstands, sprich eine Lücke im Granulat, wo das Wasser am einfachsten durchfließen kann.
Zusätzlich kann das Granulat gerade in nährstoffreichen Becken mit viel organischen Bestandteilen sich zusetzen und regelrecht miteinander verbacken. Darum wird empfohlen, das Granulat immer wieder mal sanft zu lockern und zu wenden. Es ist also kein Selbstläufer, den man einfach reinhängen und vergessen kann.
Deshalb hat Häuptling Faule Socke eine automatische Lösung gefordert, wo er nicht ständig mit den Händen im nassen Technikbecken matschen muss. Die ersten Filter für Granulat waren deshalb Röhren mit Gitter/Schwamm, wo eine Pumpe das Wasser durchbewegte. Bei dicken groben Granulat nahm man auch gerne sogenannte Fliesfilter, wo das Wasser von unten reingepumpt wurde, oben mit Gitter das Granulat zurückgehalten wurde und das Wasser dann einfach oben überlief und zurück ins Technikbecken floß.

So weit so gut. Nur sind die meisten Granulate ziemlich weich, so dass das Wasser nicht mit Krawumm durch den Filter gejagt werden konnte, weil das Granulat sich sonst zerrieb und dieser Abrieb sich ins Becken setzte. Darum lies man das Wasser lieber schön langsam durchfließen, damit es nicht so viel Abrieb gab.
Diese Filter werden deshalb mit wenig Durchsatz von 100-500l pro Stunde betrieben, die Pumpen sind klein und haben wenig Leistung.
Leider hat Häuptling Faule Socke sich etwas verrechnet: Egal ob im Filtersack oder im Medienfilter, das Granulat kann immer noch gerne zusammenbacken, gerade wenn es in nährstoffreichen Becken eingesetzt wird. Es muss also eine Möglichkeit geben, das Granulat aufzulockern, um den Detritus darin loszuwerden und das Verbacken zu verhindern. Die ersten Lösungen waren mechanisch und gaben die Möglichkeit, mit einer zusätzlichen Gitterplatte an einer Stange mit Griff das Granulat im laufenden Betrieb einmal kurz zu rucken.
Diese waren gerade für Zeolith sehr viel früher im Einsatz.

Hier hat man jetzt die Möglichkeit, mit dem Griff alle ein bis zwei Tage kurz das Granulat anzulockern. Ein kurzes Zupfen reichte dafür meist aus.
Und dann gibt es die ECHTE Lösung für Häuptling Faule Socke, wie er sich das vorstellt: diese Granulatlockerung wird jetzt auch noch automatisiert! Da gibt es mehrere Lösungen für je nach Hersteller. Einige verwenden eine zweite Pumpe und schalten diese per Zeitschaltuhr zu, andere verwenden eine Luftheberpumpe, um kräftig Luft durchsprudeln zu lassen oder was auch immer.
Was man nun nimmt ist eine Frage der eigenen Ansprüche und welches Granulat man verwendet. Auch ob man täglich zu Hause ist um manuell Arbeiten vorzunehmen spielt eine Rolle. Wenn ein Vliesfilter (fortgeschrittener Wattefilter wie etwa der Theiling Rollermat als Veteran) wird bereits eine Menge der Schwebepartikel entfernt und die Gefahr des Verbackens ist deutlich geringer.
Der Überlauffilter links oben kann schnell plätschern beim Überlaufen, das ist beim Model rechts weniger der Fall, weil das Wasser hier im Rohr wieder unter die Wasseroberfläche im Technikbecken zurückfließt und allenfalls die Pumpe noch rumort.
Viele haben auch noch eine Möglichkeit mit einer Quertrennung mehrere Medien gleichzeitig zu nutzen, etwa unten Aktivkohle und darüber Phosphatadsorber.
Es gibt auch sogenannte Wirbelbettfilter, wo der Name schon besagt, dass das Granulat durchgewirbelt wird. Das ist eine Gradwanderung zwischen "das Granulat bewegt sich kaum und verbackt irgendwann" und "es wirbelt herum wie im Mixer und wird zum guten Teil zerrieben".
Eine absolut perfekte Lösung gibt es nicht, die sogenannten selbstreinigenden Filter sind meist ziemlich teuer und man muss sie doch immer wieder kontrollieren.
Wenn alle Stricke reissen und eine schnelle Lösung gefragt ist kann man auch einfach eine Kunststoff-Dose nehmen, unten ein Loch für eine kleine Pumpe reinmachen und oben in den Boden als Sieb ein paar Löcher reinbohren von 2-3mm oder so. Sie muss vom Format nur so sein, dass sie deutlich höher als breit ist und in die Granulatmenge aufnimmt.