Hallo Bernd,
ich habe mir für mein neues Becken auch eine neue Osmoseanlage zugelegt und stand vor der gleichen Frage wie du.
Nachdem ich ein bischen im Netz gesucht hatte fand ich diesen Beitrag, hier ein kurzer Auszug aus dem Text:
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1, Abwasser reinigt die Membran.
Im Betrieb einer Umkehrosmoseanlage lagern sich zurückgehaltene Stoffe auf der Membran ab. Diese werden im Betrieb zum Teil durch das abfließende Wasser weggespült. Je größer der Anteil des abfließenden Wassers ist, umso besser wird die Membran gespült. Die Lebensdauer der Membran wird dadurch erhöht.
In professionellen Anlagen werden daher Abwasserverhältnisse von etwa 1:6 angestrebt. Der Gesamtwasserverbrauch wird bei diesen Anlagen durch andere Maßnahmen gesenkt. (Teilrückführung des Abwassers zum Eingang der Anlage z.B.)
Unsere Anlagen mit etwa 1:4 sind ein guter Kompromiss zwischen Wasserverbrauch und Haltbarkeit der Membran. Anlagen mit geringerem Abwasserverhältnis sind auf regelmäßige Spülungen angewiesen. Das kann sogar soweit führen, dass die gesparte Wassermenge durch die Spülung verbraucht wird. Wer wöchentlich etwa 10Liter Wasser benötigt und vor und nach Benutzung die Anlage für ca. 10 Minuten spült, dürfte insgesamt kein Wasser gespart haben.
2, Ein kleines Abwasserverhältnis verschlechtert mein Wasser.
Der Reinheitsgrad des Osmosewassers wird unter anderem durch die Konzentration gelöster Stoffe auf der Abwasserseite der Membran bestimmt.
Verdeutlichen will ich das an einem Beispiel. Ich habe ein Leitungswasser mit einer Leitfähigkeit von 500µS und eine Membran mit 95% Rückhalterate. Bei meiner 1:4-Anlage werde ich kurz nach Einschalten der Anlage ein Abwasser mit etwa 618µS haben. Mein Osmosewasser hat dann eine Leitfähigkeit von etwa 30µS.
Betreibe ich die Anlage mit einem Abwasserverhältnis von 1:2, dann erhöht sich die Konzentration gelöster Stoffe auf der Abwasserseite. (Die zurückgehaltenen Stoffe werden ja mit weniger Wasser gemischt und verdünnt.) Bei gleichen Werten wie im ersten Beispiel hat mein Abwasser eine Leitfähigkeit von 738µS. Bei einer Rückhalterate von ebenfalls 95% wird mein Osmosewasser eine Leitfähigkeit von etwa 37µS. Immerhin über 20% mehr.
Bei einer 1:1-Anlage hätte das Osmosewasser gar eine Leitfähigkeit von 50µS.
Das mag auf den ersten Blick nicht viel wirken. Ja härter mein Ausgangswasser ist, umso stärker zeigt sich dieser Effekt. Dies kann soweit führen, dass bei sehr hartem Ausgangswasser und niedrigem Abwasserverhältnis von 1:1 das Osmosewasser schlicht nicht zur Zucht empfindlicher Fische geeignet ist. (Es gibt Fische, die werden in Wasser mit unter 50µS zur Zucht angesetzt.)
3, Anlagen mit hohem Abwasserverhältnis verschwenden Wasser.
Technische Geräte verschwenden kein Wasser. Verschwendet wird Wasser durch den Benutzer, wenn er es einfach in den Abfluss laufen lässt.
Umkehrosmoseanlagen mit einem höheren Abwasserverhältnis stellen ein Abwasser zur Verfügung, welches man in den meisten Fällen noch verwenden kann, da es nur um etwa 1/5 aufgehärtet wurde.
Im Gegenzug ist das Wasser von 1:2- oder 1:1-Anlagen wesentlich härter. Dies erschwert eine mögliche Weiternutzung.
Bei den meisten Möglichkeiten der Weiterverwendung von Abwasser gibt es auch Grenzen, wie stark das Wasser aufgehärtet sein darf. Beispielweise würde ich bei meinem Leitungswasser (475µS) das Abwasser einer 1:1-Anlage nicht zum Blumen gießen verwenden, da es schlicht zu hart ist (950µS). Aus meiner 1:4-Anlage bekomme ich etwa 600µS, was man noch verwenden kann.
Beispiele zur sinnvollen Abwassernutzung bringe ich in einem weiteren Abschnitt. Dort sieht man dann recht leicht, dass es Anwendungen sind, bei denen kein beliebig hartes Wasser verwendet werden kann.
Ein höheres Abwasserverhältnis verbessert also die Qualität des Abwassers und kann insgesamt helfen Wasser zu sparen. So man den Aufwand zur Abwassernutzung (mindestens Abwassertank) betreiben will.
Anmerken möchte ich noch, dass die Problematik Abwasser sehr überzogen diskutiert wird.
Erstens verschmutzt eine Umkehrosmoseanlage das Wasser nicht. Es sind nur die Stoffe im Abwasser, die vorher schon drin waren. In den meisten Fällen hat das Abwasser sogar noch Trinkwasserqualität. Daher schaden wir der Umwelt nicht.
Desweiteren hat Deutschland kein Wasserproblem. Es hilft Ländern mit Trinkwasserknappheit kein Stück, wenn ich in Deutschland Wasser spare."
(Auszug aus http://www.garnelenforum.de/board/threads/…seanlage.83404/ )
Danach habe ich mich wieder für eine 4:1 Anlage entschieden ohne Druckerhöhungspumpe etc. und habe die "Abwasserleitung" der Anlage in meine Zisterne umgeleitet.
Viele Grüße
Sebastian