Hallo Carsten,
Elektronik und Pumpen sind ja rein zufällig mein Spezialgebiet, also versuche ich mal, kompetent zu antworten. Jede zusätzliche Elektronik erzeugt zusätzliche Verluste, ein guter Frequenzumrichter in etwa 8-12% seiner Nennleistung. Das heißt, bei einer elektronischen Pumpe, welche eine Aufnahmeleistung (vor der Elektronik) von 400W hat, gehen bei voller Leistung ca. 30-40W in der Elektronik als Wärme verloren. Diese Leistung landet (bei räumlicher Trennung) natürlich nicht im Becken. Die restlichen bestenfalls 370W werden in der Zuleitung zum Motor sowie im Motor selbst komplett in Wärme umgesetzt. Steht der Motor im Wasser (was ich nie empfehle), wird also die komplette Leistung ins Wasser eingebracht - ganz egal, was für einen Wirkungsgrad der Motor hat. Es ist dem Wasser vollkommen schnuppe, ob es über einen Widerstandsheizer oder über mechanische Energie (welche zu 100% in Reibung der Wassermoleküle endet) erwärmt wird.
Montiert man die Pumpe ausserhalb, wird zumindest ein Teil der direkt im Motor in Wärme umgesetzten Energie an die Raumluft abgegeben.
Der hohe Wirkungsgrad von (fälschlicherweise hier im Forum als DC Motoren bezeichneten) permanentmagneterregten mehrphasigen Synchronmotoren wirkt sich ausschließlich auf das Verhältnis Wasserbewegung zu benötigter Energie aus, man benötigt also WENIGER Energie, um die gleiche Wasserbewegung zu erzeugen - das ist also der eigentliche Vorteil des Wirkungsgrades. Betreibt man solch einen Motor aber mit einer Leistung x, so wird auch gemeinhin die Leistung x abzüglich der in der Elektronik umgesetzten Leistung im Wasser umgesetzt.
@Pauli: Den "Strommesser" aus dem Baumarkt (der im übrigen korrekterweise als Leistungsmessgerät bezeichnet wird
) vergiss mal bitte, das sind Lügenapparate ! Damit kannst Du bestenfalls ohm´sche Lasten wie z.B. Glühfadenlampen genau messen.
@Florian: Die billigen Geräte können das nicht korrekt anzeigen, weil Ihre Bandbreite nicht ausreicht, um mit einem verbogenen Crestfaktor umzugehen (Wikipedia -> "Crest Faktor" oder "Formfaktor" suchen). An einer ohm´schen Last verläuft der Strom phasengleich mit der Spannung. Sobald Elektronik ins Spiel kommt, ist dem nicht mehr so, dann "verbiegt" sich die Stromaufnahme. Es entstehen Oberschwingungen und Phasenverschiebungen, welche sich negativ auf das Energieversorgungsnetz auswirken. Diese müssen dann korrigiert werden, was man als Leistungsfaktorkorrektur oder auch besser bekannt als PFC (Power Factor Correction) bezeichnet. Computernetzteile sind ein gutes Beispiel - in alten Rechenzentren hatte aufgrund der vielen Rechner der Sinus in der Steckdose durchaus gerne die Form eines Trapez oder gar Rechtecks. Das liegt daran, das ein Gleichrichter mit nachgeschaltetem Kondensator (wie man es in fast jedem Netzteil findet) für eine spitzenförmige Stromaufnahme im Scheitelpunkt des Spannungssinus sorgt. Was passiert ? Die Spannung bricht aufgrund der hohen Stromaufnahme, die alle Geräte gleichzeitig erzeugen) zusammen und der Sinus "knickt" im Scheitel ein.
Gruß,
Alex