Hallo Zusammen
Ralph: DANKE FÜR DIE FRAGE!
Da muss ich jetzt auch mal was schreiben, was auf unserer Erfahrung mit der Planktonkultur und der Nachzucht von A.preculas und Ocellaris beruht:
Noch vor unserem Umbau benutzten wir immer (meistens) ganz frisch angesetztes Salzwasser für WW bei den Larven und für die Brachionuskulturen, einfach weil der Platz nicht da war für grosse Behälter.
Ich war von diesem Vorgehen ebenfalls so überzeugt wie ihr ;), wir hatten ja keinen schlechten Erfolg damit.
Nun, nach unserem Umbau habe ich uns zwei 600l-Zuber installiert, der eine für das Osmosewasser und der andere darunter für das Salzwasser. Somit habe ich immer genügend Salzwasser, welches mindestens drei Tage gestanden hat und mit einer OR2500 gerührt wird. Dieser Vorrat reicht uns ca eine Woche (wegen wöchentlichem 300-500lt-Wasserwechsel am grossen Becken). Am Becken kann ich keinen Unterschied ausmachen gegen früher, was den WW betrifft (hatte ja am alten Becken fast nie WW gemacht). Doch ein Unterschied gibts doch: viel mehr Kalkrotalgen-Wachstum.
Nun zurück auf unsere Erfahrungen im Zuchtbereich:
1. bei neuen Kulturansätzen der Brachionus kann schon am nächsten Tag die Wassermenge verdoppelt werden usw.. so entstehen innerhalb 5 Tagen ca 20 Liter-Kulturen, welche zur verwendung bereit sind.
2. Bei den A.perculas und so wie es aussieht auch bei den A.ocellaris sind die Verlustraten in den ersten Tagen erheblich kleiner. Wohlverstanden, bei Nachkommen gleicher Eltern und bei gleichem Vorgehen. Täglicher WW durch Bodenabsaugung ca 10%.
Dies sind unsere ersten Eindrücke kurz nach unserem Wiederstart der Zucht nach längerem Unterbruch wegen unserem Um- und Anbau.
Vor einiger Zeit hatte ich mal diesbezüglich mit Frau Preis Mail-kontakt. Ihre Überzeugung ist es, egal mit welchem Salz, man sollte min. 3 Tage bis zur Verwendung warten! Viel wird, oder wurde ja die Agressivität von frischem Salzwasser angesprochen, mich hat dann interessiert, was denn diese ominöse Agressivität genau sein soll. Eine Erklärung, welche ich von Frau Preis erhalten hatte geht in die Richtung der freien Radikalen, welche sich während der in Lösung gehenden Salze bilden. Die Lösung, vorallem von Magnesium.. ist thermisch begleitet, wodurch sich Gase bilden. Diese freien Radikalen können die Schleimhaut der Fische reizen und sind möglicherweise für Kieselalgen in irgend einer Weise von Nutzen. Keiselalgenaufkommen nach WW mit frischem MW werde häufig beobachtet.
Wie auch immer, seit wir bei der Zucht eben "gereiftes" oder besser gesagt "ausreagiertes" Salzwasser verwenden überleben viel mehr Larven. Mit "viel mehr" meine ich über 70% gegenüber 30-40%. Eine "Volkszählung" hat noch nicht stattgefunden, aber nach 11 Tagen musste ich erst 70 tote Larven absaugen und wenn ich denke, dass ein anständiger Schlupf gegen 500 Larven bringt...
Jedenfalls musste ich die kleinen nun auf zwei Aufzuchtbecken aufteilen (ist mir früher noch nie passiert).
So, was meinen unsere Chemiker dazu, das würde mich brennend interessieren.