Uwe,
hier nun, gerne, meine Antworten.
1. Warum als Möbelstück ??
Ganz einfach.... ein Aquarium ist ein Gerät, was man ausschließlich mit den Augen sieht und nach meiner Auffassung, muss es nicht nur im, sondern auch um, das Aquarium stimmen. Der größte Feind eines Aquariums sind in aller Regel, die Frauen der Aquarianer. Wenn ein Aquarium in der gemeinsamen Wohnung, als störend empfunden wird, kann ein nörgelndes Weib äußerst unangenehm werden. Eine optisch ansprechende Aquarienanlage, gut in die vorhandene Wohnung integriert, hilft, Konflikte zu vermeiden. Unsere hauptsächliche Klientel, legt einen sehr großen Wert, auf solche Möbelaquarien. Undenkbar, ein nacktes Aquarium, denen in ihre Wohnung, zu stellen..
Aquarien, die in die Wand eingelassen sind, ist die perfekte Anlage schlechthin, nur muss dazu in aller Regel es sich um Eigentum handeln, denn kein Vermieter wird den Durchbruch gestatten. Wir selber haben 2 Aquarien, in die Wand eingelassen und es gibt nichts besserers.
2. Materialmix...
ein solches L-Becken, ist mit Vollglas nicht zu realisieren. Auch Plexiglas ist dazu nicht geeignet, da nicht durchbiegestabil. Die Verbundbauweise hat sich bewährt und ist frei von Kinderkrankheiten. Und in dieser Kostruktion immer noch günstiger, als ein Beton-Plexi-oder Vollglasaquarium. Außerdem sind gestalterisch keine Grenzen gesetzt, alle Formen sind ohne Probleme machbar.
3. fehlende Tiefe,
tja, Uwe.. wenn Du meine Becken kennen würdest...

4. viele Durchbrüche,
im Gegesatz zu Glasdurchbrüchen, machen Kunststoffdurchbrüche, keine Probleme, wenn einmal verschweißt und dicht, immer dicht. Da die Strömung nunmal nicht mit internen Pumpen gemacht, sondern mit externen, wird man nicht umhinkommen, die Becken anzubohren. Im Besonderen bin ich auch der Meinung, dass viele typische Riffbecken, nicht richtig strömungsrealisiert sind. Heute ist es Mode, oben, in Wasserspiegelnähe, Strömungspumpen, oder Rohre. am Wasserspiegel enden zu lassen und aus kleinen Querschnitten, volle Pulle zu strömen. Als ehemaliger Taucher bin ich aber der Meinung, dass überall Strömung in gleicher Stärke vorhanden sein muss, denn im Meer haben wir ja auch nicht nur auf dem Wasserspiegel, Strömung, sondern die Bewegung zieht sich bis in große Tiefen, runter. Das gleiche wollen wir mit der internen Verrohrung simulieren. Am L-Becken, sind auf der linken Seite, 8 Ausblasöffnungen mit 32mm Durchmesser, eingeschäumt, die alle gleichzeitig, über Kreuz mit der rechten Seite, ausblasen. So habe ich dann Strömung laminar, auf der ganzen Fläche verteilt und nicht nur oben, in der Hoffnung lebend, die Strömung möge sich an den Scheiben brechen und nach unten umlenken, was aber nicht funktioniert. Detritusansammlungen, sind mit dieser Variante, auszuschließen. Außerdem habe ich mit der aufwändigen Verrohrung noch Reserven, sollte denn das Becken komplett mit großen Korallen so zugewachsen sein, dass die Strömung immer weniger wird. Große Tisch-Acroporas sind durchaus in der Lage, die Ströungsgeschwindigkeiten im Aquarium, erheblich herabzusetzen. Viele unserer Anlagenkunden, haben hinterher immer noch größere Pumpen bestellt und bedauert, nicht noch mehr Möglichkeiten zur Strömungserhöhung, Reserveweise, am Becken gehabt zu haben, sprich : mehr Verrohrungen...
Mit einer Intervallregelung, habe ich die Möglichkeit, sämtliche Szenarien hier durchzuspielen, bis wir strömungsmäßig, das Optimum, gefunden haben. Das geht nicht, wenn nur 2 Rohre, im Becken ankommen.
Tja, und dann spielen auch noch einige andere Gedanken eine Rolle, warum wir so viele Durchbrüche verwenden : ... neben den klassischen Strömungspumpen-Rohrbedarf, brauchen wir noch Durchbrüche für Notüberlauf, mind. 2 für die Ablaufkammer und zwei für Filterpumpen. Ab einer gewissen Beckengröße, verwenden wir immer anstatt einer 12er, lieber 2x6er Red Dragons, denn wenn die 12er mal ausfällt, steht alles, aber das zwei 6er gleichzeitig ausfallen, ist unwahrscheinlich... Viele, viele kleine Gründe, die sich halt zu 15 Durchbrüchen, zusammengeläppert haben.... ![Freude :]](https://www.meerwasserforum.info/images/smilies/pleased.gif)
6. Warum die L-Form...
für Deinen Vorschlag, hätte ich das Becken komplett 160cm hoch machen müssen, das hätte gar nicht gewirkt und aufgrund der fehlenden Tiefe, wäre das ...ein Bild an der Wand... geworden. So, durch die versetzten Ebenen, wirkt es eben ganz anders..... hoffe ich jedenfalls..
Mir ging es halt hauptsächlich um die Steilwand links, denn bei vielen Tauchgängen, haben mich immer die Steilwände, mit ihrem reichaltigem Artenreichtum, immer fasziniert. Schonmal am Steilhang, inmitten von Millionen Anthias, getaucht ???
Uwe, ich fass das ganz sicher nicht als Kritik auf, sonst hätte ich das hier nicht einstellen dürfen... 
Grüße .. Klaus