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Möchte ich Meerwasseraquarianer werden?
Welche Tiere würden mich besonders interessieren?
Zunächst möchte ich mich selber kurz vorstellen und auf meine Motivation diesen Artikel zu Schreiben eingehen.
Eigentlich haben mich Tiere und deren Beobachtung schon immer interessiert. Als Mädchen hatte ich schon ein Süßwasseraquarium und habe bis auf wenige Unterbrechungen auch bis Weihnachten 2010, als ich den Einstieg in die Meeresaquaristik gefunden habe, immer mindestens ein Süßwasserbecken besessen.
Seit Oktober 2010 habe ich mich mit der Materie Meerwasser beschäftig, damit für Weihnachten die richtige Technik beschafft werden konnte. Mit den Tieren und deren genauen Ansprüchen hatte ich mich noch nicht so sehr beschäftigt.
Inzwischen hat mich der Meerwasservirus ergriffen. Bisher hatte ich diverse Becken, zurzeit betreibe ich ein 360 Liter Becken mit einigen Filtrierern und ein 1.500 Liter Becken mit Mischbesatz (LPS, SPS, Weichkorallen, Krusten, Zylinderrosen, Anemonen, Schnecken, Krebstiere, Röhrenwürmer, Fische …).
In meinem großen Becken bilden LPS-Korallen (Großpolypige Steinkorallen) den Hauptbestand. Meine größten Fische sind zwei Zebrasoma xanthurum (Rotmeer Doktorfische) die kleinsten sind Trimma rubromaculatum (Grundeln).
Besonders interessieren mich die kleinen Lebewesen im Becken, also muss ich beim Gesamtbestand darauf achten, dass diese nicht als Futter angesehen werden können.
Die Vermehrung von LPS-Korallen betreibe ich regelmäßig.
Da ich die besonders farbigen LPS-Korallen bevorzuge, ist die Pflege auch mit einigem Aufwand (Wasserkontrolle mit anpassen der Mineralienwerte, Nährstoffwerte und Mineralienzugabe zur Erhaltung der schönen Farben) verbunden.
Mit diesem Artikel möchte ich auch den Zusammenhang von schönen Becken und dem Aufwand, den ansprechende Aquarien erfordern greifbarer zu machen.
Seit ich jetzt einige Zeit Erfahrung mit der Meerwasseraquaristik gesammelt habe und auch gerne in verschiedenen Foren meine Erfahrungen an andere Mitglieder weitergebe, stelle ich fest, dass immer wieder Meerwasserneulinge aufgeben. Gerne würde ich helfen, diese unnötigen Meerwasserversuche auf ein Minimum zu reduzieren.
Für die Neuaquarianer sind erfolglose Versuche äußerst unbefriedigend, und für die betroffenen Tiere sind diese unnötigen Versuche quälend oder unter Umständen sogar tödlich.
Keinem möchte ich vorschreiben, wie er/sie die Meerwasseraquaristik angehen sollte, aber ich möchte dazu anregen, sich selbst einige Fragen ehrlich zu beantworten und daraus die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen.
Für meine Person kann ich sagen, dass es kein schöneres und interessanteres Hobby gibt als die Meerwasseraquaristik. Es ist aber auch so, dass diese Aquaristik nicht eben nebenbei betrieben werden kann; sie erfordert viel Zeit, Geld und auch Wissen.
So habe ich einige Punkte zusammen gesucht, die helfen sollen, die eigene Meerwassereignung einzuschätzen.
Eigenbeurteilung
Bitte überlegt Euch, wie Ihr zu den folgenden Aussagen steht:
- Ich finde die Optik toll.
- Ich finde die Tiere interessant.
- Ich habe Geduld und kann auch einmal einen oder mehrere Rückschläge überstehen.
- Ich kann und möchte viel Zeit investieren für ein schönes Aquarium.
- Ich kann auch einmal zusätzliches Geld einsetzen, um Tiere zu retten oder das Leben dieser zu verbessern.
- Ich habe mich informiert, welche Kosten auf mich in der Anschaffung zukommen.
- Ich habe mich informiert, welche Kosten auf mich im Unterhalt zukommen.
- Ich bin mir im Klaren darüber, dass jetzige Stromrechnung (unter Umständen stark) steigen wird.
- Ich bin bereit, mich über Technik und Tiere rechtzeitig vor der Anschaffung zu informieren.
- Bevor ich mir das Aquarium anschaffe, kenne ich die groben Bedürfnisse der von mir gewünschten Tiergruppe oder des im weiteren Text beschriebenen Aquarientyps. (Dies ist auch wichtig um die passende Technik zu ermitteln.)
- Bevor ich ein Tier anschaffe, kläre ich die Bedürfnisse dieses Tieres und der angestrebten und vorhandenen Lebensgemeinschaft ab. (Hierbei solltest Du Dich nicht blind auf Verkäufer verlassen, die vom Verkauf leben müssen. Ein gutes Forum wie https://www.meerwasserforum.info kann helfen!)LINK: https://www.meerwasser-lexikon.de/
Wenn ich mich mit den einzelnen Tiergruppen etwas beschäftigt habe, weiß ich selber am besten welche Tiere mich am meisten interessieren. Entsprechend prüfe ich ob diese auch harmonieren. Aus diesen Recherchen ermittele ich meine Tiergemeinschaft. Bitte keine Spontankäufe! Ich habe auch die Geduld auf ein bestimmtes Tier einmal ein Jahr zu warten, bis ich es bekommen kann.
Wenn nur die Optik im Vordergrund steht, gibt es sicher einfachere und günstigere Möglichkeit einer schönen Gestaltung der Wohnung.
Wenn die Tiere, deren Verhalten und das Interesse daran im Vordergrund stehen, ist es das schönste denkbare Hobby.
Es sind verschiedene Aquarientypen denkbar:
Die Korallen sind nach ihren Ansprüchen in aufsteigender Reihenfolge aufgeführt.
1.Gruppe
Weichkorallen: Es gibt viele einfacher zu haltende Arten. Bei einem reinen Weichkorallen-Aquarium können regelmäßige Wasserwechsel für die Nährstoffversorgung reichen. Es gibt aber auch unter den Weichkorallen Arten, die besondere Nahrungsansprüche haben und daher nur für „Fortgeschrittene“ geeignet sind (z.B. Dendronephtya sp.)LINK: Dendronephthyahttps://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/3720_Dendronephthya_sp04.htm
LINK Beispiele für Einsteiger-geeignete Weichkorallen:
https://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/565_Capnella_imbricata.htm
https://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/2954_Lobophytum_sp_06.htm
https://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/2572_Sar…_ehrenbergi.htm
https://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/556_Sinularia_brassica.htm
https://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/3125_Sin…sterolobata.htm
Hornkorallen (Gorgonien): Es gibt leichter zu haltende und richtig anspruchsvolle Arten. Dies hängt davon ab, ob die entsprechende Art symbiontische Zooxanthellen hat oder nicht (sogenannte „Azooxanthellate“). Letztere sind sehr schwer mit den richtigen Nährstoffen zu versorgen und daher für Anfänger (oder Riffaquarien) nicht geeignet.
LINK: https://www.gorgonien-lexikon.com/
https://www.meerwasser-lexikon.de/kategorie/67.html#katID67
Krustenanemonen: Es gibt viele auffällig gefärbte Tiere, die größtenteils recht leicht zu halten sind und sich unter Umständen stark vermehren können. Aber Achtung: Alle Krustenanemonen können giftig sein, deshalb informiert Euch gut, bevor ihr Euch entscheidet, solche Tiere zu kaufen.
LINK: https://www.meerwasser-lexikon.de/kategorie/61.html#katID61
Röhrenkorallen:
LINK: https://www.meerwasser-lexikon.de/kategorie/109.html#katID109
Scheibenanemonen: Scheibenanemonen gehören zu den klassischen Einsteiger-Tieren. Sie können sehr schöne Farben haben, sind in der Regel leicht zu halten und vermehren sich sogar im Aquarium.
LINK: https://www.meerwasser-lexikon.de/kategorie/70.html#katID70
2.Gruppe
LPS-Korallen: Benötigen in der Regel nicht ganz so sauberes Wasser, denn sie lieben Nährstoffe. Für diese Tiere halte ich Wasseranalysen für nötig. Die Werte für Ca, Mg, KH, PO4, NO3 sollten wöchentlich kontrolliert und angepasst werden.
LINK: https://www.meerwasser-lexikon.de/kategorie/94.html#katID94
Vorsicht bei dieser Gruppe, die Tiere, die vom Plankton und nicht von Licht leben, gehören zu den Spezialistentieren! (z.B. Tubastraea faulkneri)
LINK: https://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/629_Tubastraea_faulkneri.htm
Die meisten LPS-Korallen benötigen hauptsächlich Licht mittlerer Stärke. Geeignetes Futter wird gerne genommen.
3.Gruppe
SPS-Korallen: Benötigen für klare Farben unbedingt sehr sauberes/nährstoffarmes Wasser. Viele halten sich auch im Aquarium nur bei geringen Nährstoffen. Für diese Tiere halte ich Wasseranalysen für unabdingbar, mit gelegentlichen Kontrollen in einem Labor. Die regelmäßige Zugabe / Nachdosierung verbrauchter Mineralien, Spurenelemente und Mikronährstoffe ist sicher nötig.
LINK:https://www.meerwasser-lexikon.de/kategorie/95.html#katID95
Starke Strömung und starkes Licht ist für die meisten optimal.
Natürlich kann man in seinem Aquarium auch Tiere verschiedener Kategorien mischen. Hier gilt natürlich das anspruchsvollste Tier als Maßstab. Einige Tiere haben aber auch so unterschiedliche Ansprüche, dass eine Vergesellschaftung nicht möglich ist (z.B. azooxanthellate Gorgonien, die ein hohes Futterangebot benötigen, zusammen mit SPS, die sehr nährstoffarmes Wasser brauchen).
4.Gruppe
Es gibt natürlich neben den Korallenaquarien auch Artaquarien, die speziell auf die Bedürfnisse besonderer Tiere eingerichtet werden. Einige dieser Aquarientypen schließen dann evtl. sogar die gängige Korallenhaltung aus. (z.B. Seepferdchen-Becken)
LINK: https://www.meerwasser-lexikon.de/kategorie/93.html#hippocampus
Bisher habe ich die Korallen als Maßstab für die Festlegung der verschiedenen Aquariengruppen heran gezogen, aber die folgenden Tiergruppen gehören natürlich auch zum möglichen Besatz.
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