Hallo Alex,
in meiner Alten Wohnung in München habe ich etwa 1,5 jahre lang bis zu meinem Umzug ein Azoo-Becken betrieben und konnte einige Erfahrungen sammeln. Das Problem mit der kontinuierlichen Fütterung habe ich mit dem Futterautomaten Sera Plus A gelöst. Das ist ein ganz simpler Trommelautomat für Staubfutter zur Jungfischaufzucht. Zu den Fütterungen steckt man Pins wie bei der Rondomatik in die Schaltuhr. Die Pins kann man nachkaufen und somit beliebig oft füttern.
Um die Menge bei den einzelnen Fütterungen zu begrenzen, kann man die Dosierklappe schließen und sich leicht mit einem Messer einen kleinen Schlitz reinschneiden. So wurde bei mir bei jeder Fütterung von ca. 10 Fütterungen pro Tag nur eine kleine Messerspitze an Futter ins Becken gegeben.
Bei der Zusammenstellung de Futters ist es wichtig, dass es nicht klumpt. Hier habe ich Zeolith-Pulver als Trennmittel hinzu gegeben. Eine Ladung Futter bestand aus einem Mix aus Cyclops Eeze, den Staubfuttern von Fauna Marin, Tropic Marin und etwa 1/3 Zeolith-Pulver. Wenn das Futter angerührt war, wurde es noch durch ein Teesieb gegeben, um Klumpen heraus zu bekommen.
Das hat super funktioniert. Aber natürlich habe ich auch noch Frostfutter verfüttert.
Übrigens spiele ich mit dem Gedanken, mir auch wieder ein Azoo-Becken zuzulegen. In meiner Anlage habe ich schon einige Azoos und möchte diesen auf lange Sicht wieder ein Artenbecken genehmigen. Da meine Freundin auf einmal großes Gefallen an den Azoos findet (ich freue mir einen Ast, dass sie nach sieben Jahren erdulden des Hobbys etwas findet, wofür sie sich begeistern kann :)), wäre ein zusätzliches Azoobecken auch von der Regierung abgesegnet. Allerdings bekommen wir jetzt erst mal ein Kind. Das hat natürlich Prio 1.
Neben der Nährstoffextraktion, die man ja am Besten über Wasserwechsel lösen kann, sehe ich in der Strömung die größte Herausforderung. Deinen Ansatz finde ich gut. So ist es bestimmt auch möglich, in einem kleinen Becken laminare Strömungen zu erzeugen und den Boden drei von Schmodder zu halten. Allerdings würde mich eine Sache stören: Bei Dir zieht die Strömung an einer Seite von unten nach oben (toll!) und an der gegenüberliegenden Seite von oben nach unten (doof!). Azoos sehen toll aus, wenn sie die Strömung von unten bekommen. Anders herum stelle ich mir das schwierig vor.
Mein Ansatz wäre ähnlich, aber leicht anders. Ich werde wohl einen Dropoff basteln, bei dem die Strömung von unten nach oben an einer Steilwand entlang strömt. Dies wäre in Miniatur der Natur nachgeeifert, wo die nährstoffreichen Strömungen aus der Tiefe an Steilwänden nach oben drücken und Gorgonienwälder wachsen lassen. Dazu würden eine Rückförderpumpe à la Aqiabee 2000 Up als Strömungspumpe einen scharfen Strahl Wasser an der Frontscheibe nach unten blasen, wo dieser an einer angeschrägten Kante über die Bodenplatte nach hinten umgelenkt werden würde. So ergäbe sich auch eine Art Kreisel, mit einer schnellen schmalen Strömung von oben nach unten an der Frontscheibe und einer breiten laminaren Stömung an der Rückwand nach oben. An der Rückwand würde es ein paar kleinere Vorsprünge und Höhlen geben, aber nichts größeres, auf dem sich Detritus absetzen könnte. Die Struktur im Becken soll lediglich durch Korallen wie Gorgonien, Weichkorallen oder Tubastreas gebildet werden.
Als Beckenmaße schweben mir Abmessungen von 50*70*70cm vor (mit 10cm abgesetzten Überlaufschacht) vor. Da hätte ich noch einen passenden Unterschrank mit Technikbecken herumstehen.
Soviel zu meiner Idee. Ich wünsche Dir viel Erfolg mit Deinem Becken und bin schon sehr auf den Besatz gespannt!
Gruß,
Thomas