An dieser Stelle will ich mich erstmal vorstellen,
Mein Name ist Christian und ich verdiene Meine Brötchen, mein Auto, meine Urlaube an die ich mich leider schon arnicht mehr erinnern kann und so weiter mit dem Bau von Teichen und den Umbau/Sanieren von bestehenden Teichen. Ein Großes Thema ist natürlich immer der Koiteich.
Gerade bei Kois gibt es immer ein paar besondere Fälle unter den Koiliebhabern und so ist in diesem Bereich in vielen Fällen die Technik sehr auf die Spitze getrieben worden.
Ich muss sagen das geht es hier in der Aquaristik echt harmlos zu 
So zurück zu meiner Vorstellung. Seit je her bin ich fasziniert von der Salzwasseraquristik!! Schon als kleiner Junge bin ich regelmäßig vor dem Aquarienfachgeschäft auf meinem Schulweg stehen geblieben und habe dem bunten Treiben zugesehen!
Vor zwei Jahren war ich bereits kurz davor mir mein erstes Becken zuzulegen leider wegen Umzug ist dies auf der Strecke geblieben. Heute weiß ich wieder nicht wie lang ich noch in meiner jetzigen Wohnung in der Stadt bleiben will oder ob ich nicht doch wieder raus auf's "Land" ziehen soll wo auch mein "Arbeitsplatz" (Lager Schowteich etc.) ist.
Wie auch immer ein Aquarium kommt her so oder so!!! Nur weiß ich noch nicht genau wie groß denn das hängt von der Wohnsituation ab - hier in der Stadt bin ich in einer Wohnung im ersten Stock ja größenmäßig beschränkt... In meiner eigenen Bude bin ich ebenerdig und hier setze ich mir die Grenze dann in so fern, dass ich ohne mich zu quälen am Becken arbeiten können will.
So viel zu mir und nun zum eigentlichen Thema...
Also das Thema UVC ist im Teichbereich weniger Streitpunkt als in der Aquaristik. Hier ist kaum ein Teich ohne UVC-ausgestattet. Die entkeimende Wirkung von UVC ist im Vergleich zu Ozon allerdings relativ gering - dafür natürlich für die Tiere WESENTLICH ungefährlicher! Da Ozon jetzt hier nicht her gehört und eine wesentlich tiefgreifendere Meinungsfrage ist werde ich hier nicht weiter drauf eingehen.
Für eine wirkungsvolle Entkeimung wird in der Trinkwassertechnik folgendes gerechnet:
Niederdruck UVC-Lampen: ca. 3.000l pro 100W (elektrische Eingangsspannung)
Amalgam UVC-Lampen: ca. 5.000l pro 100W (elektrische Eingangsspannung)
nachzulesen ist dies Alles im Detail hier:
Technical Handbook Ultraviolet Light for Water Treatment
Zum Thema UVC kann man wirklich zu 100% sagen, dass es eine entkeimende Wirkung hat! Die DNA der frei im Wasser schwebenden Keime etc. wird geschädigt und der Organismus stirbt ab und kann sich nciht mehr weiter teilen.
Für die genaue Berechnung (im Teich oder Aquarium) sind folgende Faktoren zu berücksichtigen:
-Die erforderliche Strahlendosis (gemessen in Ws/m[h]2[/h]) (je nach keim unterschiedlich)
-Die im System herrschende Temperatur und die daraus resultierende Teilungsrate
Jedoch spielen auch andere Faktoren eine entscheidende Rolle (die ich im kommenden Beispiel aber außer Acht lassen will):
-Die Reinheit des Wasser grobe Partikel wie auch eine Trübung sind hier entscheidend (wird die UVC vor der Feinfilterung verbaut werfen im Wasser schwebende Partikel einen Schatten auf das dahinterliegende Wasser was die Entkeimung stark beeinträchtigen kann!)
In der Trinkwasserversorgung kann man davon ausgehen, dass das Wasser was am Ende der Leitung raus kommt einmal durch den UVC-Filter gegangen ist. Nur unter dieser Ausgangssituation kann man hier die oben genannte genaue Aussage treffen. Da dies in einem Aquarium oder Teich aber leider nicht der Fall ist müssen wir das Wasser in Abhängigkeit der Teilungsdauer mehrmals durch den Filter schicken um der Großteil der Keime vor der Teilung zu erwischen. Je nach dem wie oft das Wasser durch den Filter geht muss die UVC-Stärke angepasst werden!!!
Angenommen der Fall ich besitze ein 2.500l Becken und habe ein 2*75W Amalgam UVC Anlage in Betrieb (diese Anlage würde bei Trinkwasserentkeimung für 7.500l/h reichen). Und betreibe diese mit einer Pumpe die Pro Stunde nur 500l fördert ergibt sich folgendes Problem. Die Erreger der Pünktchen Krankheit vermehren sich bei 25°C-28°C alle 10-12 Stunden. Da das komplette Becken alle fünf Stunden einmal durch die UV-Filterung gepumpt wird sollte Alles im Grünen Bereich liegen - da aber leider ein Teil des Wassers mehr mal entkeimt wurde und andere Ecken des Wassers garnicht findet hier weiter eine Teilung statt.
Für die Verwendung und Dimensionierung einer UVC-Anlage ist es also nicht wichtig wie viel Watt verwende ich sondern passt die verwendete Wattzahl zu meiner Pumpenleistung (in diesem Beispiel viel zu viel Leistung bei zu wenig Durchfluss) und befördere ich prozentual genug Wasser an der Entkeimungsanlage vorbei!
Eine Teilung in 10-12 Stunden ist nicht sehr viel was leider ein schlechtes Beispiel war aber das war ja die Grundlage dieses Threads. Bei Teilungsraten von. z.B. e.coli (bei 37°C alle 25 Minuten) wäre dies wenn es im Aquarium so gegeben wäre ein anderes Problem da hier das Wasser meines Erachtens nach je nach Aufbau der Verrohrung (Platzierung des Vor- und Rücklaufes) sicher 7 Mal die Stunde durch den Filter müsste um sinnvoll zu entkeimen. Man muss also in erster Linie wissen was will ich mit meiner UVC-Anlage abtöten!
Im Koibereich haben Sich die in der Aquaristik gängigen Einbau-UVCs nicht durchgesetzt. Dies liegt zum einem an dem erhöhten Gegendruck (weil das Wasser durch den Kanal gedrückt werden muss und hier im Normalfall auch noch an Eingang und Ausgang ein "90°-Winkel" zu bewältigen ist aber vor Allem weil der Wirkungsgrad wesentlich geringer ist als bei einer Tauchlampe in einem Sammelbecken. Auch Innenverspiegelte UVC-Lampen Wie JumboKoi, BIO UV und Delta UV können hier einfach nicht mithalten. Natürlich ist das Salzwasser in diesem Fall ein großes Hindernis da die Verschraubungen der Tauch UVCs aus Edelstahl dies wohl nicht lang mit machen würden.
Ebenso hat sich wie oben schon angeschnitten die UVC als Waffe gegen Keime und Co. nicht durchsetzen könne da wir hier Wassvolumen von 15.000l bis 200.000L kaum viele Male pro Stunde durch den UVC-Klärer schicken können (gut bei 15.000l wäre dies mit einer ordentlichen Rohrpumpe machbar). In Innenhälterungen wird bei starkem Besatz im Normalfall mit Ozon und nachfolgender Aktivkohlefilterung gearbeitet.
So genug Romane geschrieben - wünsche Euch noch einen schönen Abend! Chris
PS: bitte verzeiht mir falls mein Text etwas durcheinander ist und sich der eine oder andere Tippfehler eingeschlichen hat!! Aber jetzt muss ich ins Fitness und will den ganzen Text nicht vorher nochmals durch schmökern 