Beiträge von Jörg Kokott

    Hi Sea,

    warum hast Du mir nicht vorher gesagt, das Dein Becken ziemlich heftige Probleme hat?
    Natürlich kann es an der Dosierung von Calcium gelegen haben. Wenn Du sagst, das Deine Korallen schon vorher schlecht standen bzw. diese Krankheitssymptome gezeigt haben, dann kann dies schon daran liegen, das Dein Ca-Gehalt so sehr niedrig war (310 mg/L ist gerade für Steinkorallen nicht gerade ein Vergnügen), und dann irritiert mich immer noch die relativ hohe KH. Die war/ist zwar mit 7-8°dKH im Referenzbereich, aber dies muß man relativ zum Calciumgehalt sehen, und der war schon arg niedrig.

    Wenn Du dann plötzlich den Calciumgehalt so stark anhebst, dann hat das erst mal auch einen ungünstigen Einfluß auf die Organismen, selbst wenn die Veränderung positiv ist. Normalerweise ist diese Art und Weise den Calciumgehalt anzuheben nicht tragisch, wenn aber Deine Korallen schon halb im Helicostoma-Rausch stehen, dann gibst Du ihnen damit den Rest und Du kannst mir glauben, dass ich Dir unter diesen Bedingungen eine deutlich langsamere Erhöhung des Calciumgehaltes empfohlen hätte.

    Hast Du schon einen anderen KH Test? Ich kann jedefalls Deine stabile KH trotz der Dosierung von Calciumchlorid nicht ganz nachvollziehen.

    Hans-Werner hat einmal die Hypothese auf den Tisch gebracht, das unter zu hohen KH Werten das Rapid Tissue Necrosis (RTN-)Syndrom wahrscheinlicher auftritt. Ob das signifikant ist, weiß ich nicht, aber wenn es so ist, und ich denke Hans-Werner hat dafür genug langjährige Praxiserfahrung, dann könnte sich das nicht nur so mit RTN verhalten.

    Wie gesagt, sehe die KH relativ zum Calciumgehalt, und bei 310 mg/L Calcium und einer KH von 7-8 könnte durchaus ein Ungleichgewicht vorliegen.

    Ich würde mit der Dosierung von Spurenelemente jetzt nicht gerade anfangen. Damit könntest Du die Sache nur noch verschlimmern.
    Eigentlich hat die Erfahrung gezeigt, gerade bei Helicostoma-Befall, entweder großzügig zu fragmentieren und auch weite Bereiche des noch nicht befallenen Gewebes zu verwerfen, oder aber die ganze Koralle, so weh es auch tut, aus dem Becken zu nehmen. Letztlich erspart man sich da noch größere Verluste, je nach dem, wie weit das ganze im Becken vorangeschritten ist.

    Wirf mal einen Beutel Aktivkohle ins Becken und nehme ihn nach 48 h wieder raus und verwerfe alles. Auch mit Wasserwechseln wäre ich jetzt vorsichtig, ich würde erst mal alles so lassen wie es ist und abwarten.

    Hallo Heinz,

    diese Anionenaustauscherharze gibt es tatsächlich, sie sind jedoch nur bedingt geeignet und mit Vorsicht zu geniessen.

    Bei Ionenaustauschern wird die Eigenschaft genutzt, das sich geladene Teilchen auf einer elektrissch geladenen Oberfläche anlagern. Bei der Regeneration dieser Harze wird die Oberfläche mit Hydroxid-Ionen (OH-) abgesättigt. Diese OH- Ionen kommen von der NaOH (=Natronlauge). Der Trick ist jetzt, das verschiedene, ebenfalls negativ geladene Teilchen, wie z.B. das Nitrat-Anion, die OH- Ionen von der Säule bzw. vom Säulenmaterial verdrängen und sich daran binden. Das heißt also, das die Hydroxy-Ionen ins Meerwasser abgegeben werden und dadurch einen großen Einfluß auf den pH-Wert haben.
    Neben dem Nitrat-Anion werden sich aber auch noch andere Anionen an die Säule binden, z.B. das Sulfat-Anion, oder auch Chlorid-Anion, und dadurch verändern wir unsere Meerwasserzusammensetzung völlig unspezifisch und unkontrollierbar. Stichwort Ionenverschiebung

    Und deshalb würde ich solche Ionenaustauscher in der Riffaquaristik nicht einsetzen. Natürlich wäre das eine tolle Sache, aber ich würde es nicht riskieren wollen, alleine aus dieser theoretischen Betrachtung. Ich weiß nicht, ob es schon jemand mal ausprobiert hat.

    Darüber könne wir ja mal diskutieren. Also: wer hat diese Austauscherharze schon einmal zur Nitratentfernung verwendet und welche Erfahrungen liegen hier vor?

    [quote]Original von Uncle Tom
    Hallo IP,

    BioCalcium ist von Tropic Marin und Du kannst es für das gleiche Vorhaben im Becken verwenden. Nur erhöht Biocalcium den CA - Wert nicht so drastisch wie Calciumhydroxid.


    ==> Nein, das ist nicht richtg. Erstens gibt es das Biocalcium auch noch von hw, zweitens löst sich Calciumhydroxid so schlecht in Wasser, das der Calciumgehalt sehr niedrig ist. Von dem Biocalcium kann man zwar nicht so viel täglich dosieren, weil dann die KH zu stark ansteigt, aber es hebt den Calciumgehalt viel höher als Calciumhydroxid (Kalkwasser).


    Denn bei gebrauch von Calciumhydroxid steigt das Ca und der KH schiesst quasi in die Höhe, aber auch der pH- Wert erhöht sich sehr schnell. Darum bei Calciumhydroxid vorsicht mit dem Dosieren.

    ==>Nein, bei der Dosierung von Kalkwasser steigt der Calciumgehalt nicht sprunghaft an, schön wärs ja. Auch hat es keinen direkten Einfluß auf die KH, weil Du damit keine Carbonate dosierst. Und auch die Kalkausfällungen durch Kalkwasser halten sich in Grenzen, so dass man nur langfristig, über Wochen und Monate, die KH dadurch senken kann, aber man kann sie auf keinen Fall damit erhöhen!
    Richtig ist das mit dem pH-Wert, weil Kalkwasser Hydroxyionen, OH-, Ionen enthält, die das Wasser alkalisch machen.


    BioCalcium dagegen ist etwas harmloser, doch auch hier ist Vorsicht geboten.

    ==> Vorsicht in Bezug auf die KH, weil die dadurch ansteigt. Und man sollte das Zeug nicht in kleinen Volumina auflösen, sondern am besten ins Filterbecken streuen.

    BioCalcium löst sich meiner Meinung nach, etwas schwerer auf, doch es erzeugt die erwartete Erhöhung des Ca - Gehaltes oder stabilisiert diesen, wie auch den KH - Wert.

    ==> das stimmt.

    Ich würde Calciumhadroxid nur für Notfälle oder Korekkturen einsetzen.

    ==> Dazu würde sich eher Calciumchlorid anbieten. Kalkwasser hat andere Anwednungsgebiete, darauf gehe ich hier aber nicht ein.

    Hallo Sea,

    war gestern und heute arg viel beschäftigt und kam nicht zum schreiben. Aber jetzt gehts weiter. Eigentlich sagte ich ja, Du solltest das NaHCO3 noch nicht ansetzen, zumindest hoffte ich, das Du aus meinen Ausführungen entnimmst, das Du damit noch wartest.
    Egal jetzt. Eigentlich wäre Osmosewasser sehr gut geeignet. Wenn Du Leitungswasser nimmst, dann hast Du dort je nach Herkunft eine Menge Calcium drin, d.h. hartes Wasser. Und daann fällt auch recht schnell Kalk aus und Du hast eine trübe Lösung.

    Hat es sich denn mitterlweile aufgelöst oder nicht?
    Wenn Du Ausfällungen hast, kannst Du natürlich nicht mehr davon ausgehen, das Deine Berechnungen jetzt noch stimmen.

    Ich würde Dir zu folgendem raten: Erstens könntest Du mal einen neuen KH-Test ausprobieren. Irgendwie kann ich das nicht so recht glauben, das Deine KH so stabil bei 7-8°dKH bleibt, obwohl Du Calciumchlorid dazudosierst. V.a. bei diesem niedrigen Calciumgehalt, den Du vorher hattest.


    Es wäre aufgrund der nach wie vor stabilen KH sinnvoll, erst einmal das Magnesium zu dosieren, damit Deine KH weiter runterkommt. Ich sagte zwar, eins nach dem anderen, hatte da aber nicht damit gerechnet, das Deine KH nicht absinkt.
    Dann müßte die KH aber endlich einmal etwas weiter fallen.

    Und wenn Du das gemacht hast, messe zuerst die KH, und dann kannst Du die NaHCO3-Lösung langsam und schrittweise, wie besprochen, dazugeben, auch wenn sie nicht mehr die ursprüngliche Zusammensetzung hat, wie vorher. Benutze das nächste Mal bitte Osmosewasser zum ansetzen.
    Danach schauen wir weiter!

    Bitte überprüfe die KH mit einem anderen Test, z.B. tropic Marin oder Salifert, mit denen habe ich beide gute Erfahrung gemacht.

    Wie sind die Messwerte denn heute gewesen? Es wäre sinnvoll, wenn DU mal Buch führst, über das, was Du bisher gemessen hast und das, was Du ins Becken gibst, damit Du den Überblick nicht verlierst.

    Zitat

    Original von iXware
    Hallo Jörg,

    danke für deine Informationen. Ich werde mich in den nächsten Tagen dann mal ans Mikroskop setzen und kann dann sicher noch ein paar Informationen geben.

    Aber soviel noch:
    Es wachsen auch grün gefärbte Algen: Halimeda und eine Neomeris-Art. Die Steine sind angeblich aus der Karibik und Indonesien. Die Caulerpa die ich eingesetzt habe ist recht hellgrün geworden - vielleicht ist es doch zu viel licht.


    Wenn Du Lust hast, dann versuche mal, das was Du im Mikroskop siehst, zu zeichnen und Deine Zeichnung einzuscannen. Wäre ja mal interessant zu sehen, was dabei rauskommt :smiling_face: Male eine Übersichtszeichnung unter geringer Vergrößerung (40x) und eine Detailzeichnung unter starker Vergrößerung (100x) ... kleiner Exkurs in die Phycologie :grinning_squinting_face:

    Ob dabei was rauskommt ...? :confused_face:

    Hi Daniel,

    ist Dir damit geholfen, wenn ich Dir sage, dass Du beide Korallen in fast jedem Lehrbuch für Riffaquaristik findest?

    ...

    die im oberen Bild ist eine Art aus der Familie Pocilloporidae, eine Pocillopora damicornis.

    Die untere gehört zu den sog. Röhrenkorallen (Stolonifera), es ist eine Art, die man im Allgemeinen unter dem Namen Pachyclavularia violacea in der Literatur findet.

    Wie gesagt, schlag mal in Deinem Büchern nach, dort wirst Du beide mit Sicherheit finden.

    Hi,

    das wird schwierig. Die müßte man mikroskopieren, das kann alles mögliche sein. Wie ich bereits sagte, es gibt eine sehr große Anzahl an Algengruppen, die aquaristisch wenig bekannt sind, die aber letztlich die gleiche Organisationsform zeigen. Um herauszufinden, ob es Grünalgen oder Heterokontophyten (eine enorm große Gruppe, zu denen z.B. die Braunalgen oder auch die Diatomeen (Bacillariophyceen) sind, müßte man auf bestimmte Dinge achten, z.B. wie der Chloroplast aussieht bzw. wie viele Chlorplasten vorhanden sind, und letzten Endes müßte man auch Fortpflanzungsorgane beobachten, um eine genaue Zugehörigkeit sicher bestimmen zu können.
    Von daher kann ich hier leider nicht weiterhelfen, würde von der Farbe her aber eher auf eine Heterokontophyte tippen, obwohl ich mich damit aufs Glatteis wage.

    Das letzt Foto, das Du gezeigt hast, ist eine Braunalge der Gattung Padina. Diese Alge ist ein Cosmopolit und dadurch bekannt, das es die einzige Braunalge ist, die Kalk abscheidet, ähnlich wie Halimeda. Im Mittelmeer ist sie sehr häufig.
    Aurora ist phycologisch auch recht bewandert und könnte, wenn er das hier liest, vielleicht noch etwas beisteuern.

    Zitat

    Original von JensD
    Hi Frank,

    NO2 = Nitrit ? das ist bestimmt kein Nährstoff für die Algen :grinning_squinting_face:
    Aber das weisst Du bestimmt selber :]

    Hallo Jens,

    auch Nitrit ist ein Nährstoff und kann durchaus auch von einigen Algen genutzt werden ==> z.B. sind Bryopsis-Arten typische Nitritalgen, auch wenn sie bevorzugt Ammonium aufnehemen, und alternativ auch Nitrat.

    Zitat

    Original von iXware
    Hallo zusammen,

    mein Becken ist ja wie schon mehrfach beschrieben in der Einfahrphase. Dabei sind auch einige Fadenalgen am wachsen. Aber komischer Weise sind diese Fadenalgen nicht grün, wie in meinem Minibecken, sondern sie sind hell- bis dunkelbraun.

    Kann mir jemand sagen warum das so ist?

    Hallo iXware,

    in Pflanzen, egal ob Cyanobakterien, Algen oder höhere Pflanzen, findet man stets eine Mischung aus verschiedenen Pigmenten, die auch chemisch zu verschiedenen Pigmentklassen gehören. Chlorophylle sind aufgrund ihrer speziellen Absorptionseigenschaften grün, Carotinoide meist rötlich-braun oder nur braun, Phycobiline sind rötlich-violett oder auch blau gefärbt.

    Algen werden taxonomisch neben morphologschen Kriterien v.a. auch entsprechend ihrer Pigmentgarnitur systematisch eingeordnet, und so findet man für bestimmte Algengruppen charakterisitische Hauptpigmente, die letztlich auch deren Färbung determinieren.

    An Deinem Beispiel ist es relativ schwierig, zu sagen, um welche Algen es sich handelt, denn ein fädiges Erscheinungsbild ist soz. universell auf viele verschiedenen Algengruppen anwendbar. Letztlich wäre ein Foto sehr hilfreich.

    Aber es gibt auch unter bestimmten Umständen, die v.a. mit der jeweiligen Beleuchtung zusammenhängen, Grünalgen, die eben nicht grün, sondern bräunlich gefärbt sind.

    V.a. unter sehr hohen Bestrahlungsintensitäten den effekt, das der Chlorophyllgehalt sehr niedrig ist, weil es eben ausreicht, mit wenigen Chlorophyllen unter diesen Starklichtbedingungen genügend Photonen einzufangen, um eine maximale Photosyntheserate aufrecht zu erhalten. Wenn also unter diesen Bedingungen der Chlorphyllgehalt niedrig ist, wird die Färbung durch andere Pigmente bestimmt, die nun gegenüber den Chlorphyllen "konkurrenzfähig" sind. Vergleiche dies mit dem Herbstlaub. Wenn die Chlorphylle im Herbst abgebaut werden, verwandelt sich die Färbung in ein rötlich-braun, bis letztlich braun oder auch gelb.
    Diese Pigmente sind dann i.d.R. v.a. Carotinoide, und hier speziell Xanthophylle. Xanthos, gr. = gelb. Aber v.a. mit anderen Carotinen, wie z.B. das beta-Carotin, ergeben sich dann auch braune Farbtöne.

    Xanthophylle sind typische Pigmente, die unter einer Starklichtbelastung überschüssige Strahlung abfangen, so das diese nicht schädlich für die Photosysteme ist.
    Gerade unter Starklichtbedingungen, wenn sowieso mehr Strahlung oder mehr Photonen vorhanden sind, als eigentlich nötig, werden gerade solche Pigmente wie Carotinoide verstärkt synthetisiert, und weil eben hier der Pigmentgehalt steigt, ändert sich die Farbe von grün zu einem eher bräunlichen Farbton.

    Wenn Du mal angibst, welches Leuchtmittel Du in diesem Becken einsetzt, könnte man diese Idee unter Umständen untermauern. Ansonsten bitte ein Bild, damit man sehen kann, ob es nicht vielleicht eine andere Algengruppe ist, denn neben den uns geläufigen und bekannten Algengruppen gibt es auch sehr spezielle und eher seltene Vertreter, die in unseren Aquarien natürlich auch ihre Daseinsberechtigung haben.

    Zitat

    Original von Sven.B
    sorry leute ,

    aber ein kh von 7 ist meiner meinung nach nicht ok ,sondern die unterste grenze.

    Eigentlich nicht, es wird heute für die Karbonathärte ein Referenzbereich angegeben, der zwischen 6°dKH und 9°dKH liegt. Es hat sich in vielen Fällen gezeigt, das höhere Karbonathärten als 9 oder 10 Probleme bei der Steinkorallenhaltung mit sich bringe. Hier wird unter anderem die Brüchigkeit des Kalkskelettes oder auch Krankheitsphänomene wie die Rapid Tissue Necrosis (RTN) diskutiert.

    nein, laß erst mal. knapp 1300 mg/L sind erst mal nicht so tragisch. Und es ist für Dich vielleicht auch sinniger, eins nach dem anderen zu erledigen.

    Moment, die KH ist auf 10°dKH angestiegen? Das dürfte eigentlich nicht sein, wenn Du nur Calciumchlorid dosierst. Durch die Zugabe von Calciumchlorid senkst Du die KH, aber erhöhst sie nicht.
    Bist Du Dir sicher, das die KH vor der Dosierung bei 7-8 und nicht bei über 10°dKH lag?

    Wie ich ja schon sagte, wird Dir nach der Zugabe von CaCl2x2H2O ausfallen, und das Du wahrscheinlich nicht den erwünschten Wert von 420 mg/L erreichen wirst, weil nämlich ein Teil des Calciums wieder ausfällt, v.a. dann, wenn die KH vorher hoch war.

    Wie gesagt, bist Du Dir sicher, das Dein Messwert für die KH stimmt (vorher und nachher)? Mit welchem Test mißt Du?

    Durch die Zugabe von NaHCO3 wird DIr die KH ansteigen, weil Du ja Carbonate hinzuführst.

    Hallo Christian,

    bitte lese Dir doch den Beitrag über die Balling-Methode durch, vielleicht kannst Du Dir dann die Frage selbst beantworten bzw. hast eine Idee, warum Dein Calciumgehalt so hoch sein kann.
    Ansonsten schreibe bitte etwas über Dein Aquariensystem, seit wann es steht, welche Organismen pflegst Du?

    ist das ok, wenn ich die Menge in 5L Wasser auflöse?

    ==> Für Magnesium? Ja, das reicht dicke aus. Kannst ja erst mal in drei Liter probieren, wenn es sich nicht gut löst, erhöhst Du halt das Volumen um einen weiteren Liter. Sollte aber eigentlich mit maximal fünf Liter hinhauen.


    Die Mg-Menge, die ich erreichnet habe um die fehlenden 164,5g Mg nachzudosieren, ist schon gigantisch:

    1247g MgCl2 x 6H2O und
    156,3g MgSO4 x 7H2O)

    um den Ca. anzuheben würde ich folgende Mengen verwenden:

    103,6g CaCl2 +2H2O,
    117,6g NaHCO3 und
    35g Preis Mineralsalz

    kann jemand meine Rechnungen bestätigen?[/quote]


    ==> Also, ich komme auf 102,7 g CaCl2 x 2H2O: (147,1 g/mol / 40,1 g/mol) * 28 g = 102,7 g. Aber das ist egal, runde auf 103 g auf und fertig.

    Mg ist richtig berechnet.

    Zitat

    Original von iP
    Bei der Rowa und Contrasauerei brauchst du eher einen geringeren druchfluss, laut lars sebralla. So habe ich das auch immer gemacht, habe aber langsam keine lust mehr darauf, kiloweise rowa und contra zu verpulvern.

    Ich versuche es gerade mit zeovith, mal sehen ob das was taugt:)


    Wie hoch ist Dein Phosphatgehalt und wieviel Liter faßt Dein Becken Netto? Bei Deinem Fischgehalt muß man mal schauen, wie weit der Phosphatgehalt mit Zeovit runtergeht.
    Ist Nitrat auch hoch?

    Ich würde auch nicht alles auf die Kohle zurückführen, aber ich denke schon, dass hier ein Ansatzpunkt wäre, genau wie die Abschäumung.
    Ich erinnere mich da an Sindelfingen und den Vortrag von Francesca. Sie hatte da in Ihrem Becken u.a. einen sehr fit aussehenden Acanthurus achilles rumschwimmen. Und über die Haltbarkeit dieses Fisches brauche ich wohl nicht viel sagen.

    Aber anscheinend haben die Amerikaner da etwas andere Erfahrungen, zumindest habe ich in der letzten Zeit auf amerikanischen Seiten sehr viele Becken mit diesem Fisch gesehen. Und der "Witz" ist, das die meisten dieser Becken ohne Abschäumung betrieben wurden.

    Michael Mrutzek hat dies in Sindelfingen auch bemerkt, das hier unter Umständen ein Aspekt zu finden ist, nämlich die Reinheit des Wassers in Bezug auf die Schleimhautbildung bei den Fischen.

    Von daher würde die Kohle ähnliches verursachen.

    Zitat

    Original von Hans-Werner
    Vierzehn (alle bei der elektronischen Zeitschaltuhr möglichen) Einstellungen über den Tag verteilt. Stündlich von morgens sechs bis abends sieben Uhr.
    Der "Aquarientag" entsprach etwa dem normalen Tag. (7 - 19 Uhr)

    Ok, das wollte ich noch hören.

    Also besteht hier zwischen uns eine etwas unterschiedliche Meinung, so dass sich letztlich jeder für die Variante entscheiden sollte, die für ihn am passensten, einfachsten und plausibelsten ist. Ich denke, das hier der praktischen Erfahrung eine wichtige, vielleicht auch übergeordnete Rolle zukommen sollte. Ich fahre mit "meiner Variante" bisher einwandfrei, den anderen geht es sicher genauso mit ihrem Vorgehen. Und Hauptsache, es wächst ...

    Damit wäre das Thema glaube ich auch in seinem ganzen Umfang behandelt, es sei denn, es besteht noch Diskussionsbedarf.

    Zitat

    Original von iP
    Hi leuts,

    da ich immer im roten bereich mit dem PO4 bin, wollte ich mal wissen welches produkt mehr PO4 "verarbeitet":
    Contraphos als absorber oder Phospaht minus von korallin als binder, damit das phosphat abgeschäumt werden kann.
    Was denkt ihr?

    Hallo iP,

    letztlich meint adsorbieren das gleiche wie binden, zumindest wenn man Bindung nicht als chemische, kovalente Bindung meint. Egal. Also: beides sind Phosphatadsorber, Adsorber mit D geschrieben, nur das im Falle des Contraphos das Adsorbermaterial als Festsubstanz vorliegt und im anderen Falle in suspendierter, flüssiger Form.

    Es besteht eigentlich die allgemein anerkannte Meinung, das Flüssigphosphatadsorber nicht zu empfehlen sind, weil man zwar einen Großteil des ausgefällten Phosphates abschäumt, aber immer ein undefinierter Rest sedimentiert.
    Man könnte dies vielleicht dadurch optimieren, dass man mit einer Dosierpumpe geringe Volumina, gleichmäßig z.B. ins Filterbecken gibt, relativ dicht am Abschäumer dran, so dass kontinuierlich geringe Mengen an Phosphaten ausfallen, diese aber recht effektiv abgeschäumt werden. Das ganze müsste man ausprobieren und dann z.B. über eins, zwei Tage mal laufen lassen. Geeignete Flußraten wären da wohl etwa bei maximal 500 µL/min., also 0,5 mL/min. Da ich selbst keine Dosierpumpen für die Aquaristik besitze, weiß ich nicht, welche Flußraten diese ermöglichen. Wie gesagt, 0,5 mL/min. würde ich so als Obergrenze ansehen.
    Und wenn man so ein Zeug anwendet, dann am besten im Filterbecken, wo der Abschäumer steht und am besten noch mit einer nachgeschalteten Sedimentierkammer, das sich Ausfällungen dort absetzen können.

    Die andere Möglichkeit wäre die Sauerei mit Contraphos oder Rowaphos einzugehen. Effektive Phosphatbindung ist da eigentlich garantiert, Kosten aber recht hoch. Hier kommt es auch etwas auf die Fliessgeschwindigkeit im Filter an, ich meine in Erinnerung zu haben, dass diese recht hoch sein sollte, also mindestens im Topffilter.

    Alternativ gibt es Phosphatadsorber auf Zeolithbasis, mit denen habe ich aber gar keine Erfahrung, sollen aber auch sehr gut sein, bis auf den Hinweis eines Freundes, der Berichtet, das die Phosphatbindung in den ersten Tagen zu schnell erfolgt und viele Korallen, v.a. Gorgonien, dann etwas meckern.

    Hallo Hans-Werner,

    Ich habe deshalb immer beide Dosierpumpen über EINE Zeitschaltuhr angesteuert.

    ... womit Du meinst, das Du unabhängig von der Tageszeit beide Lösungen gleichzeitig dosierst, nur an unterschiedlichen Stellen im Aquarium, also räumlich getrennt?

    Der Grund für eine weitergehende Verschlechterung nach Vernesselung trotz der Entfernung der nesselnden Koralle liegt meist darin begründet, das die Nesselspitzen, sog. Cniden, immer noch im Gewebe der betroffenen Koralle festsitzen und das Nesselgift in den Cniden kontinuierlich abgegeben wird. Der Nesselfaden reißt zwar sehr schnell ab, aber die Spitze bleibt eben noch drin.

    Zitat

    Original von iXware
    Hallo Jörg,

    bedeutet das dann, wenn ich in meinem neue eingerichteten Becken die momentanen Werte (Ca = 340, Mg = 980) anheben möchte, dann muß ich mit Mg anfangen und erst den Ca-wert????

    Ja, genau, wobei das bei Deinen Werten schon recht viel Magnesium sein wird, was Du dann ins Becken kippen mußt. Ich würde erst mal Magnesium so auf 1200 mg/L bringen. Danach Calcium auf 380 - 390 mg/L. Dann am nächsten Tag morgens mit NaHCO3 die KH auf 7-8°dKH anheben, dann abends Mg weiter auf 1400 mg/L und Calicum auf 420 mg/L.
    Dann nach und nach den Rest NaHCO3.

    Wenn's fertig ist, 10 % Wasserwechsel.

    Teil 2 :grinning_squinting_face:

    Nun zur Frage von Matze.

    Angenommen Du hast einen Calciumgehalt von 360 mg/L und eine KH von 6 °dKH. Die KH ist niedrig und der Calciumgehalt ist niedrig. Warum?
    Entweder Deinen Kalkrotalgen und Steinkorallen wachsen gut und entziehen dem Wasser sowohl Calcium als auch Carbonate, dadurch sinken beide Werte.
    Oder Du hast irgendwann mal dem Becken zu viel Carbonate zugeführt, z.B. durch den falschen Einsatz eines Kalkreaktors, dann fallen Dir entsprechend auch Calciumcarbonate aus und beide Werte sinken.

    Jetzt willst Du die Werte mit der Balling-Methode wieder ins rechte Licht führen.
    Also dosierst Du Calciumchlorid hinzu, und zwar genau so viel, wie Du ausgerechnet hast, um einen Wert von 420 mg/L zu erhalten. Das gibst Du an einem Tag komplett hinzu. Dann mißt Du Ca2+ und die KH, stellst fest, nur 400 mg/L und KH = 4°dKH. Das zeigt dann, das einiges des zudosierten Calciums mit im Wasser vorhandenen Carbonaten zu Kalk regiert hat und ausgefällt wurde.
    Eine KH von 4°dKH ist zu niedrig. Also gibst Du jetzt Natriumhydrogencarbonat zu, und zwar nur so viel, bis die KH bei 7°dKH angelangt ist. Würdest Du weiter gehen, könnte wieder Calciumcarbonat ausfallen. Deshalb wartest Du einen Tag, bis die Organismen Calcium und Carbonate zur Skelettbildung verbraucht haben, und dadurch die KH wieder sinkt. Dann gibst Du am nächsten Tag wieder NaHCO3 hinzu und erhöhst den Wert wieder auf 7°dKH. Und das, bis die von Dir ausgemessenen Masse an NaHCO3 verbraucht ist.
    Natürlich ist bis dahin auch der Calciumgehalt wieder gefallen und Du berechnest von neuem.

    Warum messen wird den immer einen Wert für die KH. Die Carbonate in unserem Wasser resultieren entweder aus der langsamen Auflösung des kalkhaltigen Riffgesteins, aber der Hauptteil der Carbonat resultiert aus dem CO2, was aus der Luft z.B. über die Wasseroberfläche oder den Eiweissabschäumer ins Wasser eingetragen und dort gelöst wird.
    CO2, Kohlendioxid, reagiert zu einem bestimmten, geringen Anteil mit Wasser zu Kohlensäure, H2CO3. Diese Kohlensäure "zerfällt" dann zu Hydrogencarbonat, HCO3- und weiter zu Carbonat, CO32-. Dabei wird jedes Mal ein Protein, H+, abgespalten. H+ ist "Säure" und wird den pH-Wert des Wassers herabsetzen. Deshalb wird unsere Osmosewasser zum Ansatz von Meerwasser sauer, wenn wir Kohlensäure-/CO2haltiges Mineralwasser benutzen.

    Wir haben also über die Luft einen ständigen Eintrag von "Karbonathärte", so dass diese immer einen Wert von 3-4°dKH in einem Riffaquarium aufweist.

    Lange Rede kurzer Sinn:

    Man kann durchaus "blind" Calciumchlorid dosieren (ohne eine bestimmte Masse abzuwiegen), dann den Calciumgehalt messen und so lange nachdosieren, bis der Calciumgehalt bei 420 mg/l ist. Dann kann man so lange NaHCO3 ins Becken schütten, bis die KH etwa 7 oder 8°dKH beträgt. Wenn man das so macht, macht man eigentlich nichts falsch, vorausgesetzt, man macht regelmäßig einen Wasserwechsel und gleicht das NaCl aus, das man durch das Calciumchlorid und Natriumhydrogencarbonat ins Becken mit einbringt.

    Wenn die KH zu niedrig ist, dann sollte man nicht erst die KH erhöhen, sondern erst auch mal Calcium messen. Wenn nämlich die KH niedrig ist, dann ist meistens auch der Calciumgehalt niedrig. Man dosiert also lieber erst mal Calicum, bis ein gewünschter Wert vorliegt, und dann NaHCO3.

    Wenn der Calciumgehalt zu hoch ist, dann ist meistens die KH zu niedrig. In diesem Falle gibt man so lange NaHCO3 hinzu, bis die KH etwa bei 7-8°dKH liegt, dadurch wird der Calicumgehalt etwas abfallen und die KH ist wieder in Ordnung.

    Wenn man also noch nicht oder lange nicht mehr mit der Balling-Methode gearbeit hat und solche Ungleichgewichte zwischen KH und Calciumgehalt besitzt, dann muß man erst mal für "reinen Tisch" sorgen, und so vorgehen wie eben beschrieben.
    Wenn dann der Calciumgehalt und die KH richtig ist, macht man erst mal 10-15% Wasserwechsel.
    Und dann fängt man mit der "kontrollierten" Balling-Methode an.

    Wahrscheinlich gähnen jetzt alle, die bis hierhin weitergelesen haben, aber vielleicht war es für den ein odere anderen nützlich.

    Zum Magnesium:

    Magnesium wird zwar auch von Organismen verbraucht, u.a. auch für den Skelettaufbau, aber niemals und auch nur annähernd so, wie beim Calcium.
    Auch reagiert Magnesium mit Carbonaten nicht so "extrem" wie mit Calcium, weil Magnesiumcarbonate in Wasser besser löslich sind. Aber das Magnesium macht eines, was sehr wichtig ist.

    Es hält Calcium in Lösung, in dem es sich räumlich um das Calciumion "anlagert" und dadurch das Calcium"festhält".

    Wir haben mit etwa 1400 mg/L eine mehr als dreifach höhere Magnesiumkonzentration im Meerwasser als Calcium. Rein theoretisch treffen also auf ein Calciumion drei Magnesiumionen.
    Wenn wir also nur 800 mg/L Mg2+ im Becken haben, dann treffen nur noch etwa 2 Mg2+ auf ein Calcium, diese können das Calcium nicht so gut festhalten und entsprechend schneller kann Calcium mit Carbonaten reagieren und ausfallen.

    Deshalb ist es wichtig, einen optimalen Magnesiumgehalt zu stabilisieren, um damit den Calciumgehalt zu stabilisieren.

    Thomas hat ja die entsprechende Passage zitiert. Danke Thomas :smiling_face:

    Ich will mal ganz allgemein etwas Grundsätzliches zur KH, Calcium- und Magnesiumgehalt erzählen... auch auf die Gefahr hin, jetzt alle zu langweilen, weil es wird wohl etwas länger werden ...

    TEIL 1 :grinning_squinting_face:

    KH: Die Karbonathärte entspricht per Definition dem Anteil an im Wasser gelösten Härtebildnern (die aquarisisch bedeutensten sind Ca2+, Mg2+, Sr2+), die aus der Auflösung von Carbonaten resultieren.

    Also: Im jedem natürlichen Wasser sind irgend welche Inhaltsstoffe gelöst. Diese Inhaltsstoffe wurden letztlich aus Sediment oder Gestein herausgelöst. Angenommen, es regnet in den Dolomiten. Dann fließt Regenwasser (niedriger pH-Wert, so um pH=5)über Dolomit-Gestein, also Kalkhaltiges Gestein. Dann wird sich aufgrund des sauren Regenwassers Kalk, also CaCO3, lösen. Das heißt, es liegt in ionscher Form vor: Ca2+ (Calcium-Kation) und CO32+ (Carbonat). Wenn wir jetzt die Gesamthärte des Wasser und die Karbonathärte des Wassers messen, wären beide Werte rein theoretisch identisch, weil alle Calcium-Ionen aus der Auflösung aus Carbonaten resultieren.
    In anderen Mischgesteinen sind aber z.B. neben Calciumcarbonaten auch noch Calciumsulfate vorhanden. Wenn sich beide lösen, dann erfassen wir (rein theoretisch) mit der Gesamthärtebestimmung sowohl die Sulfate wie auch die Carbonate, mit der Bestimmung der KH lediglich die Carbonate, so dass die Gesamthärte höher ist, als die Karbonathärte.

    Weil wir im Meerwasser einens sehr hohen Anteil an Sulfaten haben, wird die Gesamthärtebestimmung immer so hohe Werte zeigen, das wir die Gesamthärtebestimmung vernachlässigen können. Für uns ist nur die Karbonathärte von Bedeutung, und zwar aus folgendem Grund:

    Bei der biogenen Kalkfällung (Calcifizierung durch lebende Organismen wie Muscheln, Schnecken, Wirbeltiere (Knochen), Korallen, Kalkrotalgen ...) werden aus dem Wasser sowohl Calcium-Ionen als auch Hydrogencarbonat (HCO3-) oder Carbonationen (CO32-) räumlich zusammengebracht, und dann i.d.R. gezielt auf einer bestimmten "Unterlage" (=Matrix; vergleichbar mit einem Fundament, auf dem jetzt die Mauer hochgezogen wird) ausgefällt.
    Dabei sind die Mechanismen, wie die beiden Ionen räumlich zusammengebracht und kontrolliret ausgefällt werden, zwischen den verschiedenen Organismen unterschiedlich (Korallen machen das z.B. anders als Kalkrotalgen).

    Warum messen wir die KH:

    1) Mit der KH messen wir indirekt den "Carbonathaushalt" und können damit indirekt beurteilen, ob die Bedingungen für die Calcifizierung günstig sind oder nicht.

    2) Wenn die Karbonathärte hoch ist, haben wir entsprechend (logisch) viele Hydrogencarbonate/Carbonate im Wasser.
    Organismen können Calcium mit Carbonaten nur deshalb miteinander ausfällen/reagieren lassen, weil es vereinfacht gesagt die Chemie so vor sieht. Auch wenn wir keine Korallen oder Kalkrotalgen im Aquarium haben, bilden sich z.B. auf dem Heizstab oder in den Pumpen Kalkablagerungen. Warum? Weil auch im Wasser irgendwann Calcium und Carbonate räumlich einander näher kommen und beide miteinander reagieren, und dabei ausfallen. Ausfallen heißt: Wenn eine chemische Reaktion zwischen zwei in Wasser löslichen Substanzen stattfindet, das Produkt aus dieser Reaktion jedoch schlecht wasserlöslich ist, dann wird es aus der Flüssigen Phase austreten und als Festsubstanz sichtbar werden und sedimentieren. Kalk ist wasserunlöslich, das wissen wir von der Waschmaschine und vom Badezimmer, deshalb gibt es Kalkkrusten.

    Das Problem ist die räumliche Nähe zwischen den Substanzen. Wenn wir in einem 100 L Becken 1 Calciumion und 1 Carbonationen haben, dauert es wahrscheinlich 1000 Jahre, bis sich beide mal zufällig treffen. Wenn wir 1 Calciumion und 1 Millionen Carbonationen in diesem 100 L Becken vorfinden, dann dauert es vielleicht 30 Minuten, bis das Calciumion auf ein Carbonation trifft und beide miteinander reagieren und das Produkt ausfällt.

    Wenn also die KH hoch ist, also viele Carbonate im Wasser gelöst sind, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, das Calcium und Carbonate miteinander reagieren.

    Wenn wir also unseren Kalkreaktor voll aufdrehen, dann werden wir eine Menge Kalk lösen. Aber gleichzeitig wird die KH sehr stark ansteigen, dabei wird entsprechend die Wahrscheinlichkeit höher, das Ca2+ mit CO32- reagiert, und es wird dann so lange Calciumcarbonat ausfallen, bis beide Ionen im Wasser so weit "ausgedünnt" sind, das sie nicht mehr so wahrscheinlich miteinander reagieren.
    Konsequenterweise haben wir uns durch diese Maßnahme wieder alles Calcium ausgefällt, was wir durch den Kalkreaktor zuführen wollten, vielleicht sogar noch mehr.

    Genau so ist es mit Balling: Je mehr wir von der NaHCO3-Lösung ins Wasser kippen, desto höher wird die KH ansteigen und desto mehr werden wir uns die "mühsam" zusodierten Calciumionen wieder ausfällen.

    Das ganze ist nur ein oberflächlicher Überblick und insgesamt noch etwas komplizierter, weil der pH-Wert noch eine wichtige Rolle spielt.

    Wenn wir einen hohen Calciumgehalt haben, sagen wir mal 480 mg/L, dann funktioniert das meistens nur, wenn gleichzeitig die KH niedrig ist. Warum? Wären mehr Carbonationen vorhanden, würde die Ausfällung von Kalk wahrscheinlicher und ein solch hoher Calciumwert wäre gar nicht stabil. Also, wenn der Calcium-Gehalt zu hoch ist, gibt man Carbonate zu, z.B. Natriumhydrogencarbonat. Dadurch erhöht man sich die KH, mehr Carbonate liegen vor und reagieren mit dem Calcium zu Kalk, dieses fällt aus, landet in der Dekoration und folglich sinkt der Calciumgehalt. Natürlich sinkt dabei auch die KH wieder, weil ja Carbonate als Bestandteile des Kalkes mit ausgefällt werden.

    Andersherum: Eine hohe Carbonathärte ist meist nur dann stabil, wenn der Calciumgehalt niedrig ist. In diesem Falle geben wir Calciumchlorid hinzu, entsprechend höher wird der Calcium-Gehalt und wiederum wird die Wahrscheinlichkeit für die Kalkausfällung sehr hoch. Folglich sinkt sowohl die KH als auch wieder der Calciumgehalt.

    ... einen realen Wert ( Salifert ) von 20.

    ==> noch nicht sehr tragisch, sollte man aber was gegen tun.

    Becken und Filterbecken haben ca. 300 liter Nettoinhalt. 55kg lebend Gestein.

    Wasserwerte von gestern : MG 1260 CA 310 PH 7,5 Morgens 7,8 Abends KH 7-8 Phospat 0 und Nitrat 25


    MG werde ich durch ab Montag durch Zugabe von Magnesiumchlorid-Hexahydrat und Magnesiumsulfat-Heptahydrat anheben.

    ==> das ist gut!

    Beim Calcium hatte ich an BioCalcium von Tropic Marin gedacht. Kann mir da einer was zu sagen??

    ==> bei dem Calciumgehalt würde ich Dir das nicht empfehlen. Bei 300L Netto und 310 mg/L Ca2+ IST-Wert fehlen Dir bei einem Optimum von 420 mg/L insgesamt 33 g Ca2+. Und um das auszugleichen, müsstest Du 121 g Calciumchlorid-Dihydrat zugeben. Tropic Marin Biocalcium ist letztlich nichts anderes als die Balling-Methode, nur sind die entsprechen im richtigen Verhältnis zueinander stehenden Festsubstanzen vermischt und als ein Produkt anzuwenden. Es ist also auch Natriumhydrogencarbonat vorhanden. Das heißt, je mehr Du von diesem Produkt ins Wasser gibst, um so höher wird die KH ansteigen. Durch diese Carbonat-Anreicherung wirst Du Dir das zugefügte Calcium sofort wieder ausfällen. Deshalb eignet es sich auch nur zur Stabilisierung eines bereits optimal eingestellten Calciumgehaltes, aber nicht zum Ausgleich von hohen Defiziten.

    Deshalb empfehle ich Dir, zunächst einmal diese 121 g Calciumchlorid-Dihydrat getrennt von einer NaHCO3 Zugabe Deinem Becken zu verabreichen. Und dann kannst Du es nachträglich mit NaHCO3 wieder aufpuffern. Im Moment läuft parallel eine Diskussion über dieses Thema. Schau mal nach unter Balling-Methode, dort steht alles wissenswerte drin.

    Aber wie bekomme ich den Nitrat Wert wieder hin??
    Regelmäßiger Wasserwechsel von 20 Litern pro Woche hatte ich mir vorgenommen ( vorher alle 2 Wochen 15-20 liter ).
    Was haltet ihr von dem Einsatz von BioNitrat EX von JBL oder gar den Einsatz von einem Nitratreaktor ( Aqua Light mit hintergeschalteter Korallenbruchsäule )

    BioNitrat EX oder andere ähnliche Produkte würde ich Dir nicht anraten. Erstens weiß ich nicht, ob es auch wirlich Meerwassertauglich ist (wirklich meint nicht automatisch, das meerwassertauglich draufsteht...), und zweitens kann es Nitrat nur binden, wenn es ein Anionenaustauscher wäre. Und diese sind in der Meerwasseraquaristik nicht zu empfehlen.
    Einen Denitrifikationsfilter würde ich Dir als letzten Ausweg empfehlen, aber nicht vorher.

    Zunächst würde ich raten, Deine Strömung nochmals zu überprüfen. In vielen Fällen läßt sich über die Optimierung der Strömung vieles wieder ins rechte Licht rücken. Also strömungsarme Zonen vermeiden, ab und zu auch mal Detritus absaugen. Hast Du irgendwo in Deinem System Biobälle oder Filterschaum, -watte oder -fLies?

    Wasserwechsel ist natürlich gut, aber dadurch verdünnst Du nur und entfernst Nitrat nicht wirklich. Darüber hinaus sollte man überlegen, wo das Nitrat herkommen könnte.

    Wenn man eine hohe KH hat, kann man sie mit Calciumchlorid runterbringen. Wenn sie niedrig ist, bringt man sie mit NaHCO3 wieder hoch.
    Ganz genau so, wie es auch Thomas schon schrieb. Und genau das wird ja auch kommerziell so verkauft: "KH-Bildner" enthalten Hydrogencarbonate/Carbonate, "Ca-Bildner" Calciumchlorid. Der Nachteil ist hier nur, das wir nicht genau wissen, welche Konzentrationen dort eingesetzt sind. Bei Balling wissen wir das und können das ganze soz. semi-quantitativ machen, semi deshalb, weil wir Ausfällungseffekte haben, die wir wiederum nicht messen können. Aber wir haben zumindest eine Idee, was wir so ins Aquarium reinkippen.

    @Michael: Ich weiß nicht, auf welches "Mischungsverhältnis" Du Dich beziehst. Wenn ich in Bezug auf die Balling-Methode eine zur Masse von Calciumchlorid äquivalente Masse NaHCO3 dazugebe, nur halt über die Woche verteilt, dann kann ich über den Daumen gepeilt annehmen, das sich das Verhältnis Na+ zu Cl- und das zu den übrigen Salzen im Meerwasser nur wenig verändert (rein theoretisch betrachtet), weil ich keine große Sorge haben muß, das sowohl Na+ wie auch Cl- ausfallen oder verbraucht werden.
    Aber selbst, wenn wir die Verhältnisse etwas verschieben, dann ist das immerhin besser, als alles auf einmal ins Becken zu kippen, und sich dann viel mehr auszufällen, als wenn man es zeitlich getrennt zugibt. Wenn man durch die einmalige Zugabe von der kompletten NaHCO3-Lösung dabei die KH auf Spitzenwerte treibt, dann ist das für die Skelettbildung von Steinkorallen und Kalkrotalgen mit Sicherheit nicht förderlich.

    Ionenverschiebung: kein Mensch kann genau sagen, welchen Einfluß es auf die Aquarienbewohner hat. Sobald Du Meerwasser ansetzt und es eine Woche stehen läßt, hast Du Ausfällungen, die alle nicht messbar sind. Aber "ionenverschobenes" Wasser ist halt Charakteristikum von Meerwasseraquarien. Glaubst Du ernsthaft, das wenn eine Ionenverschiebung derart tragisch wäre, wir überhaupt Aquarientiere halten könnten? Natürlich kann man sehr viel Unsinn anrichten, wenn man bestimmte Methoden falsch anwendet und es gibt Aquarien, die genau deshalb schlecht stehen und sich nach einem Wasserwechsel deutlich besser zeigen.
    Da wir aber heute alle eingesehen haben sollten, das es sehr wichtig ist, Wasser regelmäßig zu wechseln, braucht man sich selbst bei einer fatalen Falschanwendung von Kalkwasser oder Balling keine großen Sorgen bereiten, außer das man sein Becken "suboptimal" und nicht optimal betreibt.

    Phosphatausfällungen durch Kalkwasser. Ich habe es bereits mehrfach gesagt: Man fällt sich Calciumphosphate aus, wenn Phosphat im Wasser vorhanden ist. Wenn man kein Phosphat im Wasser hat, und das sollte v.a. durch die erhältlichen Phosphatadsorber kein Problem mehr sein, fällt man sich auch nichts aus. Natürlich kann und soll man auf das Problem aufmerksam machen, aber es ist kein riesen Nachteil der Methode, weil man es eben umgehen kann.

    Ich halte es für viel schlimmer, wenn man durch die Falschanwendung der Balling-Methode starke Schwankungen im Calcium- und Carbonathaushalt erzeugt, als durch die getrennte und zeitlich unabhängige Zugabe von Calciumchlorid und Natriumhydrogencarbonat eine kleine Ionenverschiebung zu erzeugen, die man mit dem nächsten Wasserwechsel wieder relativiert. Deshalb die Empfehlung von mir.

    Ja, genau das meinte ich, nach dem Motto:"Was weg ist, ist weg". Je später Du es über den Tag weg verteilst, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, das Du dadurch Kalkausfällungen förderst.

    Ich selbst bin schon seit langem dazu übergegangen, nur die Festsubstanzen zu dosieren. Ich setze keine Lösungen mehr an,
    1) weil ich was sowas anbelangt faul bin
    2) weil sich die verwendeten Substanzen alle gut und schnell in Meerwasser lösen (NaCl-freies Salz bei Wasserwechsel),
    3) meine Tiere darauf nicht mehr negativ oder positiv reagieren als bei der Dosierung von Lösungen
    4) ich die Substanzen schnell und einfach dosieren kann, ohne dabei auf Wasserstand oder ähnliches achten zu müssen.

    V.a. wenn man ein Filterbecken hat, kann man die Substanzen einfach dort reinstreuen. Letztlich macht man das mit Tropic Marin BioCalcium auch nicht anders. Dann stellt sich die Frage nach der Dosierpumpe auch nicht und man kann Geld sparen.

    Ich würde das über eine Dosierpumpe nicht machen, weil es eigentlich einfacher ist, alles so ins Becken zu kippen. Ansonsten mußt Du ausprobieren, wie Du die Dosierpumpe einstellst bzw. welches Volumen an NaHCO3-Lösung Du dosieren kannst, ohne die KH zu hoch anzuheben. Auf jedenfall mußt Du den zeitlichen Aspekt mit berücksichtigen (morgens/abends).

    Hi Michael,

    ... was genau willst Du eigentlich sagen? Hab' ehrlich gesagt nicht so richtig kapiert, um was es Dir geht ?(.

    Prinziell hat doch niemand was darüber verloren, die für die Balling-Methode definierten Verhältnisse zwischen Calciumchlorid-Dihydat, Natriumhydrogencarbonat und NaCl-freiem Salz zu verändern ... welcher Fachmann soll das gewesen sein?

    Und was hat Balling mit der Kalkwasser-Methode zu tun? Darum geht es hier doch gar nicht.

    Es ist ziemlich gefährlich zu raten, den Calciumgehalt nicht zu messen, und nur die KH im Auge zu behalten. Das kannst Du ja ruhig so machen ... aber empfehle das bitte nicht als eine geeignete Methode, das Becken zu betreiben.

    Bei der Balling-Methode ist es genau wie mit Kalkwaser. Das Natriumhydrogencarbont grundsätzlich nur morgens, vor Einschalten der Beleuchtung, wenn der pH-Wert niedrig ist.
    Wegen des niedrigen pH-Wertes bleibt das Hydrogencarbonat-Ion länger stabil und dissoziiert nicht so schnell zum Cabonat-Ion, CO32-. Vereinfacht gesagt, wenn Calcium mit zwei Hydrogencarbonat-Ionen regiert, dann bildet sich ein in Wasser gut lösliches, allerdings nicht lange stabiles Produkt: Ca(HCO3)2. Wenn Carbonat mit Calcium reagiert, dann ist dies eine Fällungsreaktion, das heißt das Produkt ist in Wasser schlecht löslich und fällt als Niederschlag aus (das passiert dann letztlich auch bei der Calcifikation, dort aber eben kontrolliert).

    Deshalb nur morgens, und keinesfalls das Calcium füf Minuten später. Ich würde das Calcium erst Nachmittags oder am frühen Abend dosieren. Also zeitlich völlig getrennt.

    Wenn die KH zu hoch ansteigt, über 8-9 °dKH, dann dosiert man einfach weniger NaHCO3.
    Das Calcium kann man recht schnell dosieren und damit den Calciumgehalt rasch anheben. Je nach Ca-Defizit natürlich auch in Teilportionen, also bei einem 300 Liter Becken und 340 mg/L Calciumgehalt braucht man reinrechnerisch 88 g Calciumchlorid-Dihydrat, um auf 420 mg/L zu kommen. Und diese Masse würde ich dann auf den Tag verteilen und im 2 Stunden-Takt immer 20 g dem Becken zugeben. Dies nur noch als Hinweis.
    Erst nach der Dosierung von Calciumchlorid würde ich dann mit der Dosierung von Natriumhyrogencarbonat beginnen. Bei der Dosierung von Calciumchlorid wird die KH sehr wahrscheinlich sinken. D.h., wenn man Calcimchlorid an dem einen Tag komplett dosiert hat, mißt man die KH, die wird dann meistens so bei 4-6 °dKH liegen. Und dann dosiert man täglich morgens immer soviel NaHCO3 (in LÖsung oder als Festsubstanz ins Filterbecken), bis die KH maximal 9°dKH erreicht. Das macht man dann täglich und bekommt langsam ein Gefühl dafür, wieviel man morgens dosieren muß, um die KH nicht zu hoch zu treiben. Wenn dann die gesamte LÖsung NaHCO3 bzw. die gesamte abgewogene Masse an NaHCO3-Festsubstanz verbraucht ist, mußt man erneut den Calciumgehalt und dann geht das Spiel von vorne los.
    Entweder man rechnet sich mit den neuen Calcium-Werten das neue Defizit aus und wiegt dementsprechend die benötigten Substanzen ab, oder man setzt sich eine bestehende Rezeptur nochmal an und dosiert die langsam, unter Kontrolle der Messswerte.

    Hallo Nicole,

    welchen Wert mißt Du denn? Die Dichte oder die Leitfähigkeit?

    Schau mal unter http://www.korallenriff.de unter den Erfahrungsberichten, dort gibt es eine Rubrik für Anfänger und einen Bericht über das richtige Ansetzen von Meerwasser.
    Dort findest Du auch eine Angabe, wieviel Gramm Salz Du pro Liter Wasser nehmen mußt.

    Im übrigen rate ich Dir, die Erfahrungsbereichte im Laufe der Zeit alle mal durchzulesen.

    Rein rechnerisch hast Du mit 12 kg Salz auf 300 L Wasser schon einen zu hohen Salzgehalt (=Salinität).
    Um zu klären, woran das liegt, beantworte bitte obige Frage und gib Deine Beckenmaße durch.

    Nein, das ist zu wenig, v.a. wenn man die Beckenhöhe von 60 cm berücksichtigt. Aber auch die Tiefe von 60 cm, die bekommst Du mit einem Doppelbalken gar nicht richtig ausgeleuchtet (selbst bei 50 cm Beckentiefe würde das noch knapp werden). Da müssen mindestens vier drüber, auch bei einem reinen Weichkorallenbecken, denn auch Weichkorallen wollen wachsen, egal wo sie im Becken siedeln. Dazu kommt der optische Eindruck, der wäre eher etwas finster.

    Also die Stäbchen sehen noch fast genau so aus wie vorher, nur die Farbe hat sich leicht verändert. Auch ohne Mikroskop, vorher rot-braun, nun eher dunkelgrün.


    Hmm, das macht mich jetzt stutzig. Prinzipiell hat Aurora recht, aber es könnte durchaus sein, das die Zellwände der Cyanos derart stabil sind, das sie diese Prozedur überstehen und nur rissig werden, aber nicht völlig platzen und aufreissen. Was mich darauf bringt, ist der Verlust an rötlich-brauner Farbe. Das könnten auch theoretisch Phycobiline sein, u.a. für Cyanobakterien charakteristische Pigmente (deshalb sind die so rötlich oder auch bläulich), die sehr gut wasserlösliche sind und gerade bei Beschädigung der Zellen auslaufen. Dabei bleiben dann die fest verankerten Chlorophylle in den Zellen zurück, wodurch diese dann deutlich grüner erscheinen als vorher, weil sie nicht mehr überlagert werden. Kieselagen besitzen diese Pigmente nicht.

    Also letztlich solltest Du wirklich versuchen ein Bild ins Netz zu stellen, so kommen wir wohl ohne raten kaum weiter.

    Zitat

    v.a. von Leuten, die sich meist wenig engagieren, selbst einmal neue interessante Diskussionsthemen einzubringen


    Damit habe ich nicht unbedingt Dich gemeint. Aber es fiel mir schon auf, dass die meisten Kritiker natürlich mit ihren Aussagen irgenwo Recht hatten, aber letztlich darauf abzielten, den Moderatoren dies in die Schuhe zu schieben. Und da bin ich völlig anderer Meinung. Es müssen alle User hier mitarbeiten und sich darum bemühen, das Forum bzw. seine Inhalte attraktiv zu halten.
    Und die meisten Leute lesen dennoch alle mit, das kann man oft sehr gut bei bestimmten Themen erkennen, Themen, die sehr selten sind und dann plötzlich, das dauerr manchmal keine Stunde, schreibt jemand über sein Lieblingsthema, der sich sonst das letzt halbe Jahr nicht mehr schriftlich hat blicken lassen. Und das finde ich sehr schade und denke, das es sich viele sehr einfach machen.

    Natürlich steigt die Anzahl der User und der Anteil an wirklich erfahrenen Leuten wird dann relativ klein, aber daran kann man nicht viel ändern, es sei denn, man bemüht sich um den "Nachwuchs" (klingt jetzt vielleicht etwas blöd) und versucht, durch gute und interessante Antworten weiteres Interesse zu wecken. Aber das macht halt viel Arbeit und leider sind die meisten User nicht dazu bereit und hören dann lieber auf zu schreiben.

    Hi Alex,

    Vor wenigen Wochen wurden diejenigen gesteinigt die 10 Verwandte für sich Stimmen haben lassen, sogar von ausschluß war die Rede und jetzt wird zuerstmal Eigenwerbung gemacht und dann noch zum Stimmen aufgefordert. Und das auch noch von den Moderatoren.


    ==> vom Prinzip her gebe ich Dir da ja auch Recht! Ich denke aber, das hier durchaus ein anderer Maßstab anzusetzen ist. Hierbei geht es letztlich um die Bewertung von 5 oder 6 Fotos und um den Gewinn einer Urkunde. Also um nichts Materielles. Dennoch, wie gesagt, ich gebe Dir Recht.


    Mich wundert hier nicht warum immer wieder einem normalen User der Kragen platzt, dass Forum hat in den letzten Monaten an Qualität verloren und an viel unsinniger Quantität gewonnen.


    ==> Leider kann ich jetzt nicht so ganz nachvollziehen, was das wieder mit der Qualität des Forums zu tun hat. Wenn ich mir die momentanen Diskussionen so anschaue, weiß ich nicht, wo da die Qualität fehlt, im Gegenteil, teilweise herrscht hier im Moment ein recht hohes Niveau, und da kann sich keiner beschweren. Wir hatten das alles schon, und es wurden mit Sicherheit Punkte kritisiert, die zu verbessern sind (was auch schon getan wurde, v.a. was die Moderatorenakltivität angeht) bzw. die Anstoß gegeben haben, neues auszuprobieren.
    Aber an dieser Stelle werde ich echt sauer, wenn so ein Kommentar kommt. Ich habe im Moment echt besseres und wichtigeres zu tun, als hier im Forum zu schreiben. Aber es macht mir im Moment sehr viel Spaß weil es eben interessante Diskussionen gibt und deshlab nehme ich mir die zeit und gebe mir, und das geht allen Moderatoren mir, Mühe, die Kritikpunkte ernst zu nehmen und die Forumsqualität anzuheben. Deshlab bin ich jetzt leicht verärgert, ob Du das nun so einsiehst oder nicht. Aber so langsam macht es mir halt keinen Spaß mehr, wenn alle naselang das selbe Kommentar wegen der Qualität der Beiträge kommt, v.a. von Leuten, die sich meist wenig engagieren, selbst einmal neue interessante Diskussionsthemen einzubringen.

    Hallo Claudia,

    Photo hat leider nicht geklappt, aber nach Deiner Bechreibung hängen an Deiner Lederkoralle sessile Rippenquallen. Rippenquallen sind keine Nesseltiere (Cnidaria), also mit den Korallen nicht verwandt. Sie bilden einen eigenen Tierstamm, die sog. Ctenophora.
    Es gibt unterschiedliche Berichte zu diesen sessilen Vertretern: Wenn es ein oder zwei Individuen auf einer Lederkoralle sind, stört das die Koralle meist nicht. Nur wenn es mehr werden, können diese einerseits den "Häutungsvorgang" der Koralle behindern, und andererseits insgesamt zu sehr stören. Man kann sie aber einfach mit einer feinen Pinzette abziehen, wenn es zu viele werden.

    Dennoch sind es interessante und von der Architektur der Tentakel sehr hübsche und interessante Tierchen.

    Neben der hässlichen Anemone und den zwei völlig aufgetakelten Kaisern bleibt ja nur noch Harald's Blenni übrig wa man wählen kann, oder :grinning_squinting_face: ? ... kleiner Scherz :smiling_face:

    Also für mich ist Harald absolut Urkundenwürdig ... auch wenn's für einen Grotech-Abschäumer leider immer noch nicht reichen würde.

    Liebe Grüße Harald :smiling_face:

    Strontium ist mit einem Gehalt von etwa 8 mg/L eine der Hauptkomponenten des Meerwassers und neben Calcium und Magnesium ein Härtebildner.
    Es wurde Strontium in den Skeletten von Steinkorallen anchgewiesen, in mehr oder weniger großen Anteilen.
    Eine Strontiumüberdosierung hat nicht zwangsläufig einen negativen Einfluß auf ein Korallenriffaquarium, möglicherweise wohl aber auf Steinkorallen direkt.

    Genau wie Phosphat ein Calcifizierungshemmer ist, weil biogen ausgefälltes Calciumphosphat die Skelettstruktur "missbildet", könnte man sich auch vorstellen, das Strontium, aufgrund seiner doch deutlich höheren Atommasse, als ausgefälltes Carbonat die Skelettstruktur in den Korallen verändert, wodurch folgendes passieren könnte:

    1)die Calcifizierungsrate könnte sinken
    2)es könnte ein Krüppelwuchs auftreten
    3)das Skelett könnte brüchig werden.

    Das alles sind nur theoretisch Möglichkeiten, die experimentell jedoch weder nachgewiesen noch überprüfbar wären. Aber v.a. was die Brüchigkeit abgeht bin mir recht sicher, das dafür ein erhöhter Anteil an Strontium im Meerwasser verantwortlich sein könnte. Insgesamt alles aber nur Spekulation.

    Zum Iod: Auch hier kann man nur spekulieren.
    Elementares Iod, I2, benutzt man zum desinfizieren ... also muß es in irgend einer Weise für Lebewesen schädlich sein. Der Punkt ist, das Iod ein sehr starkes Oxidationsmittel ist und daher organisches Material, lebende Zellen oder Gewebe angreift. Das heißt, Iod in einer überhöhten Dosis richtet mehr Schaden an, als das es in unseren Aquarien etwas gutes tut. Es scheint auch, wie bei den Spurenelementen, ein bestimmtes Verhältnis zwischen Iodbedarf und Nährstoffgehalt im Wasser zu geben, d.h., wenn der Nährstoffgehalt hoch ist, sollte man oder muß man Iod dosieren, je niedriger der Nährstoffgehalt, desto weniger Iod sollte man dem Wasser zugeben, um Schädigungen am Korallengewebe zu vermeiden. Und bei äußerst niedrigen Nährstoffgehalten scheint eine Zugabe nicht nötig oder nur ganz schwach nötig zu sein.

    Über die biologischen Funktionen von Iod bzw. Iodverbindungen kann man nur schwer etwas belegbares sagen. Es hat natürlich Funktionen, wir kennen Iod z.B. in Bezug auf die Schilddrüse, aber was z.B. Iod in pflanzlichen Organismen anstellt, ist meines Wissens nach immer noch unbekannt und unbeleuchtet. Auch scheint es Effekte auf unsere Aquarienbewohner zu haben. Ich meine in Erinnerung zu haben, das im Band 1 von Sprung&Delbeek eine Aussage zu finden ist, das man in einem Aquarium, in denen Steinkorallen ausgeblichen waren, die Regeneration der Korallen dadurch verbessern oder anregen konnte, in dem man dem Wasser Iod nachdosiert hat.

    Problem ist bei Iod auch die Messmethode. Was wir messen können ist Iodid bzw. Iodat. Aber das sind Verbindungen, mit denen die meisten aquatischen, pflanzlichen Organismen nur wenig anfangen können. Es kommt auf das elementare Iod an, aber das läßt sich nicht so einfach messen, und für uns ist es schon gar nicht messbar.

    Wie gesagt, viel Iod ist mit Sicherheit nicht gut, aber es scheint auch gerade unter hohen Nährstoffgehalten ein Defizit zu bestehen, das man durch eine Iodgabe ausgleichen sollte.

    Vitamine sind natürlich auch wichtig. Vor allem, das wissen die wenigsten, sind viele Algen gar nicht dazu in der Lage, Vitamine eigenständig zu synthetisieren. Das können Landpflanzen beinahe alle ohne Probleme, aber die meisten Algen sind auf die Aufnahme von Vitaminen aus der Wassersäule angewiesen.
    Deshalb ist eine Versorgung unserer Aquarien mit Vitaminen eine durchaus sinnvolle Sache, auch wenn man sich Gedanken darüber machen muß, wie lange diese Vitamine im Wasser überhaupt stabil sind, v.a. bei der starken Strahlung, die wir über den Aquarien haben. Die meisten Vitamine sind äußerst photosensitiv und werden daher auch im Dunkeln gelagert, aber es ist für mich nicht unbedingt vorauszusetzen, das unsere Vitaminversorgung überhaupt etwas bringt. Deshalb rate ich immer, Vitamine nur in der Dunkelphase dem Becken hinzuzufügen, und niemals am Tage, wenn das Licht angeschaltet ist.