Hi,
ich weiß, ich wollte mich raushalten, tu ich auch, keine Bange. Nur als eine Art Statement:
Es gibt genügend Fische, die wir aufgrund der Größe eigentlich nicht halten sollten. Das betrifft neben den Großkaisern vor allem auch Doktorfische. Nicht nur Acanthurus-Arten, sondern vor allem auch die großen Zebrasoma veliferum und Z. desjardinii, der Palettendoc (mein Lieblingsfisch übrigens) und auch Naso und Siganus Arten.
Ich merke wohl, das meine beiden Beiträge etwas heftig waren (wenn man mir schon unterstellt, ich würde abgehen ;)), aber ich bin immer noch der Meinung, das es angebracht war. Ich rege mich z.B. bei den beiden Zebrasoma Arten genauso auf, aber die sind immerhin nicht so (auf so liegt die Betonung) krankheitsanfällig wie ein A. leucosternon, und da überleben wenigsten ein paar Fische mehr. Und irgendwo muß man schliesslich anfangen und zufälligerweise kam dann hier der Threat mit dem Weißkehl. Mit dem Paracanthurus hätte ich übrigens ähnlich reagiert, der wird immerhin noch größer als der A. leucosternon.
Wenn ich irgendwo einen Ansatz sehen würde, dass man die Tiere einwandfrei artgerecht halten könnte, würde ich eine solche Diskussion auch unterstützen.
Aber bitte, was sollte diese Diskussion denn neues oder zunkunftsweisendes hervorbringen? Wie man eine ausbrechende Krankheit bei einem Fisch in einem 1000 L Riffbecken heilen kann, ohne dabei ein Massaker anzurichten? Oder über neue revolutionäre Futtermittel?
Fische schwimmen nun mal und sie werden das auch noch in Zukunft genau so tun, wenn sich die Riffaquaristik weiter entwickelt. Hier könnte dann als Vergleich das Beispiel der Haltung von Steinkorallen kommen, weil die vor Jahren auch noch nicht drin war. Aber das sind Probleme im Bereich der Wasserchemie, der Filterung, der Beleuchtung etc. Das ist alles irgenwie und irgendwann lösbar. Aber das Problem, das ein Weißkehldoc in der Natur kilometer weit schwimmt, weil es in seinem Naturell liegt, wird sich nicht lösen lassen. Also ein rein ethisches Problem!
Und ich denke, man muß hier einfach umdenken. Es gibt noch jede Menge zu tun in der Riffaquaristik, aber wir müssen einfach einsehen, das uns in der Fischhaltung eine Grenze gesetzt ist, die wir auch nicht nach vorne verschieben können.
Selbst wenn wir es schaffen, einen Acanthurus aus der Sicht des Fisches vermeindlich glücklich und ohne Krankheiten zu pflegen, dann sind wir hier immer noch abseits der artgerechten Haltung.
Das hat dann nicht nicht einmal was mit Naturliebe und Naturverbundenheit zu tun, sondern es ist in meinen Augen ein falsches Ziel in der Aquaristik, ohne Aussicht auf Erfolg und nur auf Kosten der importierten Fische.
Man kann nicht sagen, Aquarien sind 'eh ein Knast, aber es gibt sie nun mal, und ein leerer Knast ist kein guter Knast! Dazwischen muß es noch was anderes geben, und das gibt es auch. Ich erinnere an den Threat vor einer Woche mit den Neueinführungen von interessanten Grundelarten. Da fiel dann auch ein Kommentar bezüglich der Schönheit dieser Tiere, der hier besser paßt als die Faust aufs Auge!
Meine beiden Amphiprion ocellaris, wohl die in Aquarianeraugen langweiligsten und als Nachzuchten unproblematischsten Standardfische die es gibt, passen prima in mein kleines Becken, und alle 14 Tage freue ich mich immer wieder aufs neue, wenn das Pärchen ablaicht. Und wenn ich sehe, das sich mit einer neuen, besseren und ausgewogeneren Ernährung der Elterntiere die Eizahl und der Schlupferfolg verbessert, dann sind das Beobachtungen, die mir viel mehr bringen, als wenn ein schöner Weißkehldoc im Becken rumschwimmt.
Soviel noch zu diesem Thema von meiner Seite.