Beiträge von Jörg Kokott

    Hi Tom,

    Zitat

    habe ich da ne Seriatopora Hysterix, die stand lange Zeit super. Das Gewebe ist orange, die Polypen blau-violett

    hat die einer angemalt :grinning_squinting_face: Bei Seriatopora noch nie gesehen :confused_face:
    Montipora digitata schon eher.


    Wie auch immer, wenn Du einen "Gau" hattest, kann das durchaus eine Erklaerung sein. Korallen brauchen manchmal etwas laenger.

    Aber die wichtigste Frage war noch nicht beantwortet: hellbraunes oder dunkelbraunes Gewebe?

    Waren denn die Korallen bunt, als Du sie gekauft hast. Sprich, haben sie Farbe verloren. Es wurde bereits angesprochen (glaube ich), eine Koralle muss genetisch dazu determiniert sein, Chromoproteine = bunte Farben zu bilden. Sind sie das nicht, kannst Du lange warten...

    Die gruenen Fluoreszenzpigmente, die Du beobachtest, sind sehr haeufig und werden v.a. durch einen hohen Blauanteil gefoerdert.

    Auch wenn Korallen farbig Spitzen haben, heisst das nicht, dass sie sich normalerweise durchfaerben lassen.

    Sind Deine Korallen eher hellbraun/beige, oder richtig dunkel?

    Vielleicht kannst Du mal ein Bild von Deinem Becken bzw. von einigen Deiner Korallen hier reinstellen?

    Zitat

    Original von <<<ToM>>>
    Ist es möglich das das Becken durch die wenigen Fische so nährstoffarm ist das die Spurenelemente die ich nach Balling zugebe einfach überdosiert sind?

    Wenn Deine Angaben mit 2 mg/L Nitrat und Phosphat n.n. stimmen, dann denke ich nicht, dass Du eine Spurenelementueberdosierung hast. Moeglich ist aber alles.

    Je hoeher der Naehrstoffgehalt im Wasser ist, desto hoeher ist auch der Spurenelementbedarf. Und eben umgekehrt, deswegen faehrt man bei der Zeovit-Methode nur ueber Wasserwechsel. Wenn man sich aber anschaut, wie viel Wasser bei dem ein oder anderen Zeovitanwender gewechselt wird, dann ist auch nicht verwunderlich, weshalb man auf Spurenelementdosierungen verzichten kann.

    Deine Wasserwerte solltest Du wenn moeglich immer gegentesten, am besten mit einem anderen Test eines anderen Herstellers. Da erlebt man
    manchmal Wunder, was da so an Abweichungen feststellbar sind.
    Mit welchen Tests hast Du gemessen?

    Also nach Wallace ist es eine Acropora echinata. A. speciosa waechst tischfoermig und hat spitz zulaufende Koralliten, waehrend A. echinata sich in den Korallitenspitzen nicht verjuengt. Ausserdem ist die leichte Kruemmung in den Koralliten fuer A. echinata typisch.

    Was Acropora Arten angeht halten sich die meisten an Wallace, weil die taxonomische Neueinteilung auf molekulargenetischen und Hybridisierungsuntersuchungen basieren. Die Vielzahl an verschiedenen Acropora Arten bei Veron kommt wahrscheinlich dadurch zustande, dass Acropora Arten miteinander hybridisieren und fertile Nachkommen hervorbringen, was die Sache erheblich verkompliziert und man hier nur auf molekulargenetischer Basis arbeiten kann. Die klassische morphologische Taxonomie kann man dabei eigentlich auf den Haufen werfen, wasl Charlie Veron aber nicht wahrhaben will ...

    Zitat

    Original von Aquarius
    Hallo iP!

    Ich glaube du irrst dich mit deiner Aussage, daß Bisse der schwarzen Witwe nur ganz selten tödlich sind. Ich war vor Jahren mal bei einem Vortrag eines Fachmannes, der als UN Soldat im Nahen Osten war, aber nicht um die Streihähne auseinander zu halten , sondern um seinen wissenschaftlichen Studien nachgehen zu können.( Auch das gibt es, von der UNO bezahlt). Im Vortrag erzählte er uns , daß sie im Nahen Osten mehr Tote durch Schwarze Wiwen hätten, als durch Schlangenbisse. Ich glaube die Auffassungsunterschiede kommen daher, daß es viele verschiedene Witwenarten gibt die alle verschieden giftig sind.

    Gruß

    Aquarius

    Es kommt v.a. drauf an, wie schnell ein Gegengift verfuegbar ist. In Australien sterben die wenigsten an Bissen der schwarzen Witwe, weil jedes Krankenhaus bzw. in abgelegeneren Gebieten (also in rund 90 % Australiens ...) jeder kleine Arzt das bekommt.
    Im Nahen Osten kann ich mir gut vorstellen, dass das anders ist!

    Hi,

    Ihr habt's gut und koennt Euch ins Bett legen ohne vorher alles abzuchecken, ob es sich nicht doch irgend ein Mistvieh von fetter Spinne in der Decke gemuetlich gemacht hat.

    Ziemlich puenklich nach dem Posting mit den netten Bildern gestern fand ich dann heute auf dem Flur im Institut eine ausgewachsene Huchback-Spider. Koerper etwa 15 mm lang, 10 mm breit, und die Cheliceren waren etwa 5mm lang. Das Vieh war invalide, hatte nur noch vier Beine und hat anscheinend schon mal einen menschlichen Angriff gerade so ueberlebt. Beinlaenge etwa 10 cm! Da war mir nicht ganz geheuer. Die koennen auch ganz ordentlich beissen, sind zwar nicht grossartig giftig, aber der Biss endet genau so nekrotisch wie auf den Fotos.

    Und direkt bei den Aquarienanlagen sass vor gar nicht langer Zeit eine Redback-Spider, eine Schwarze-Witwe aehnliche. Ein Weibchen, auch mit Beinen und allem drum und dran rund 5 cm im Durchmesser.

    Das Problem bei den Viechern ist nur, dass man nicht draufhauen oder drauftreten kann, ohne eine Sauerein an der Wand oder auf dem Boden zu haben. Von daher wuesste ich nicht, was ich machen sollte, wenn sich so ein Teil wirklich mal in mein Zimmer verirrt. Und wie es ja schon gesagt wurde, die sind verdammt schnell und fackeln nicht lange ...

    Angeblich soll es noch eine tellergrosse Tarantell geben, die Voegel anfaellt, die gemuetlich ihre Samen picken. Daher der Name Bird Eater. Sass nach Augenzeugenberichten von meinem Betreuer mal im Fahrstuhl in einer Ecke an der Decke. Ist zwar ein paar Jahr her, aber finde ich trotzdem nicht lustig.

    Hi Kathrin,

    hab Dich nicht persoenlich angesprochen, und wie gesagt, Du hast es ja auch sein lassen.

    Sicherlich wird viel mitgeschickt, entweder weil unqualifizierte Exporteure selber nicht wissen, was sie da in die Tuete packen, oder ganz
    bewusst, um den Kram los zu werden.

    Aber ich denke schon, dass einige Haendler solche Tiere auch bestellen,
    weil sie abnehmer dafuer finden.

    Zitat

    Original von Uncle Tom
    denn Du darfst nicht vergessen, dass in der Natur die Anemonenfische meistens unter resp. dicht neben einer Anemone ablaichen, so dass dieser Laichplatz geschützt wird. Wenn nun die Jungfische schlüpfen, wären sie ja mit ihren noch unkontrollierten Bewegungen eine leichte Beute für die Anemone.

    Hi,

    das Gelege wird nicht nur aus Schutzgruenden unter die Tentakelkrone gelegt, sondern damit die Anemone mit ihren Tentakeln das Gelege beruehrt. Den Nesselschutz eigenen die sich entwickelnden Larven dadurch schon vor dem Schlupf an.

    Wie aber schon gesagt wurde, es kann alles ein wenig dauern. Nachzuchten nehmen gewoehnlich sehr freiwillig auch Anemonen an, mit der sie in der Natur nie zusammenleben wuerden. Bei A. ocellaris Wildfaengen ist das bei mir ziemlich nervig gewesen, entweder H. magnifica, S. gigantea oder S. mertensii. Aber sonst nix.
    Meine haben lieber eine Sarcophyton vorgezogen als eine H. malu oder eine E. quadricolor.

    Schon sehr komisch. Steckt man nich drinn! Plotzlich macht es Hopp und sie sind drin.

    Was absolut auf H. crispa hinweist, sind die in langen Reihen
    angeordneten, dicht stehenden Verrucae.

    Ich habe gerade kurz in google in der Bildsuche beschaut, da ist diese Farbmorphe auch gelegentlich gezeigt und v.a. die langgezogenen
    Verrucae-Reihen. Einfach mal Heteractis crispa eingeben und auf
    Bildersuche gehen.

    Also ich bin mir recht sicher, dass dies eine H. crispa ist.

    Ja,

    ich denke, dass ist eine H. crispa mit einer ungewoehnlich schoenen
    Farbe sein koennte. Die spitz zulaufenden Tentakel sprechen gegen eine H. magnifica. Die sehen aus wie die einer H. crispa.
    Ausserdem setzt sich eine H. magnifica meist nicht so in eine Hoehle rein,
    die hockt immer exponiert.

    Aber ein echt netter Beifang, muss ich schon sagen.
    Ist das erste Mal, dass ich hoere, dass sich jemand mit Lebenden Steinen eine Andere Anemone als Anemonia cf. majano eingeschleppt hat :grinning_squinting_face:

    Nachtrag: nach nochmaligem Angucken. Der Fuss und das zweifarbige Muster spricht absolut fuer eine H. magnifica. Muss man vielleicht noch abwarten, ob sich die Tentakelform nochmal aendert.

    Zitat

    Original von Peter Nickel
    also primär erstmal korallen die auf futter angewiesen sind. über die
    restlichen anforderungen könnte man danach reden :winking_face:
    Peter

    Hi Peter,

    was meinst Du denn jetzt genau, azooxanthellate Korallen die mit Licht
    nichts am Hut haben (wie z.B. Tubastrea oder Dendronephthea),
    oder Korallen, die zooxanthellat sind, die man aber füttern kann?

    Tubastrea ist das eine, die hat große Polypen und frisst letztlich
    das, was auch Fische fressen, z.B. Frostfutter. Das ist dann das eine
    und heute relativ einfach (abgesehen vom Anstieg im Nährstoffgehalt).
    Das andere sind azooxanthellate Weichkorallen und Gorgonien, die Fressen
    Phytoplankton, extrem kleines Zooplankton und Bakterioplankton. Eine
    ganz andere Geschichte.

    Restliche Anforderungen gibt es kaum, höchstens die Strömung, aber das
    Futter ist der Schlüssel zum Erfolg. Nicht mehr und nicht weniger.

    Ich meine, Du kannst Deine Großpolypigen füttern wie Du willst, das wird
    denen bestimmt nicht schlechter gehen. Aber unterschätze die Schwierigkeit
    der Haltung von azooxanthellaten Weichkorallen nicht.
    Da würde ich mich persönlich nicht so einfach rantrauen.

    Übrigens, das Argument, beim Händler geht die Koralle eh ein und
    deshalb kaufe ich sie, ist total für die Füsse.
    Wenn der Händler keinen eigenen Schaden dadurch hat, dass ihm die Tiere
    eingehen (was in den meisten Fällen so sein wird), dann wird er die
    auch immer wieder bestellen, wenn er sicher sein kann, das sich jemand
    dem armen Tier annimmt. Dem Händler ist das doch egal, solange er
    die Tiere los wird und Geld dafür kassiert.

    Solang man Tiere kauft, werden die auch aus der Natur entnommen, versendet
    und der Händler nimmt sie beim Großhändler ab.

    Diese Aussage kam in der letzten Zeit schon ein paar Mal.
    Ich kann nur dazu aufrufen, vom Kauf solcher Tiere abzusehen,
    wenn man sich denn nicht wirklich wie Frank Diehl voll in die Arbeit stürzt
    und ein Großteil der Zeit damit verbringt, Plankton zu züchten und
    Experimente zu machen, und es in Kauf nimmt, das man wirklich arge
    Rückschläge erfährt: was heist, das man durchaus den ganzen
    Beckenbesatz an Korallen verliert, wenn was in die Hose geht.
    Und ich glaube, die wenigsten würden das so machen wie Frank.

    Use,

    Hans-Werner sagte das schon, Du faellst Dir mit dem NaHCO3 Calcium
    aus (als Kalk), und das landet Dir zwangslaeufig im Bodengrund und in der
    Dekoration. Ich wuerde aber vermuten, es stimmt was mit Deinem
    Calciumtest nicht. Bei 500 mg/L wuerde ich den vielleicht man
    1:2 mit Osmosewasser verduennen, mal sehen was er dann anzeigt.
    Ist zwar fuer die Testgenauigkeit nicht ideal, aber rein theoretisch
    besser als immer am oberen Limit zu messen.

    Natriumhydrogencarbonat reagiert im Wasser zu Carbonat, und ohne
    Calcium, Magnesium, Strontium etc. wuerde es da auch bleiben.
    Wenn Dir die KH aber staendig absinkt, muesste auch Dein
    Calcium und Dein Magnesiumgehalt langfristig sinken.

    Zitat

    Original von Harold Weiss
    Hallo!

    Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich bei dem abgebildeten Tier um Heteractis malu.

    Lieben Gruß

    Harold

    Hi,

    welches Bild meinst Du? Ich sehe da keine H. malu. Das letzte Bild von Nils ist eine H. crispa. Die erste, ziemlich helle sieht eher aus wie H. magnifica, damit wir jetzt das Chaos all haben :grinning_squinting_face: Aber ich glaube nicht, das es eine ist, weil die H. magnifica in der Regel zweifarbig in Stamm und Mundscheibe/Tentakelkrone ist.

    Was Anemonenbestimmung angeht, halte ich mich aber lieber raus ...
    ( ;))

    Hi,

    normalerweise sind das Ausfaellungen, die den Boden so verhaerten. D.h. wenn Du Schwankungen in der KH und im Calciumgehalt hast, dann sind das Anzeichen dafuer, das Dir Kalk ausfaellt und das den Boden verbackt.

    Es kann aber auch sein, dass durch Saeureabscheidung von Bakterinen im Bodengrund kalkhaltiges Material loest, dann Calcium und Carbonat aus dem Boden aufsteigt und dann in der darueberliegenden Wasserauele wieder ausfallen. Beides wuerde ich fuer moeglich halten.

    Wie man Mulm entfernt? Wie waer's mit absaugen?

    Ich wuerde nicht alles entfernen, weil der Mulm = Detritus = organische Verbindungen Kohlenstoff enthaelt, der von den heterotrophen Bakterien im Bodengrund wieder verwertet wird. Also eigentlich schadet der nicht,
    ich wuerde ihn nur gelegentlich durch absaugen entfernen und einen kleinen Rest drin lassen.

    Hi,
    Der Palettendoktor ist ein planktivorer Fisch, d.h. er frisst Zooplankton, also tierische Kleinstlebewesen, die in der Wassersaeule schweben. Der geht wenn dann nur sporadisch an Algen oder anderes pflanzliches Futter.

    Wenn er die Anfangszeit uebersteht, dann wird er schnell wachsen, so dass man ihm auch verschiedene Frostfuttersorten anbieten kann. Meines Wissens geht er auch nicht so gerne an Trockenfutter, also Flocken- und Granulatfutter. Wenn es die Wasserbelastung zulaesst, kannst Du auch mal probieren, ein wenig Cyclop Eeze zu geben, das hat mein Ctenochaetus strigosus sehr gerne gefressen, und von der Groesse her ist es genau das richtige fuer den Kleinen.

    Sicherlich, Michael und ich wollten uns da sowieso ein paar mexikanische Goldtroepfen goennen. Und letztes Jahr haben wir den Weg schliesslich auch wieder mit nicht unerheblich sigmoidem Gang zurueck gefunden.

    Ich hoffe nur fuer Michael, dass er nicht wieder
    am Sonntag morgen um 10 Uhr hellwach und ohne Kratzen
    im Hals im Vortragsraum stehen muss :grinning_squinting_face:

    Und fuer mich auch ...

    Hi,

    das ist ein Nematode, ein Ringelwurm. Stamm Nemertini.

    Es gibt ein Buch über tropische pazifische Invertebraten, ist in der
    Bibliothek grade ausgeliehen, von daher kann ich ihn momentan nicht
    bestimmen.

    Die meisten oder fast alle leben räuberisch ... wie wir es ja eindrucksvoll
    gezeigt bekommen haben.

    Charakteristisch ist, dass sie sich ziemlich lang machen können, dabei
    Längen von manchmal 50-100 cm erreichen können, sich aber auch auf 1 cm
    zusammenziehen können. Manchmal machen sie das auch nur mir einem Teil
    ihres Gesamtkörpers, dabei strecken sie einen Teil raus, der andere
    bleibt zusammengezogen, das sieht dann etwas merkwürdig aus, so
    wie ein Seestern, der einen Arm verloren hat, den er gerdade regeneriet.

    Für den würde ich ein Nano-becken einrichten und ihm ab und zu eine
    Muschel reinwerfen.

    Auf der Seite
    http://www.ucmp.berkeley.edu/nemertini/nemertini.html

    ist er vielleicht sogar abgebildet.

    Hi,

    das kommt auf das Aquariensystem an. Bei allen Aquarien ohne Abschäumung
    und insbesondere Becken, die Refugien besitzen, werden durch das
    Wachstum aller Organismen Nährelemente wie Kohlenstoff, Stickstoff
    und Phosphor ans Wasser abgegeben. Und sehr oft sind die an organische
    Substanz gebunden, vor allem wenn Algen absterben setzen sie organisch
    gebundene Nährstoffe frei. Was Du sagst, würde für solche Aquarien ohne
    Abschäumer stimmen.
    Gleiches gilt auch, wenn man einen unterdimensionieren oder schlecht
    eingestellten Abschäumer hat, der nicht viel anrichtet.

    Bei Becken mit richtig grossen Abschäumern - und Bernd Mohr hat
    einen richtig grooooßen - wird der von den Algen und Tiere
    freigesetzte organische Teil ziemlich effektiv
    abgeschäumt. Von daher wundert es mich nicht, das Bernd empfielt
    Nitrat : Phosphat = 20:1, weil er ausser Nitrat und Phosphat wahrscheinlich
    nichts anderes drin hat. Ich habe Bernd's Becken noch nicht gesehen, weil ich
    es zu meiner Mainzer Zeit nicht gebacken bekommen habe, mal kurz
    nach Rüsselsheim zu fahren, aber was ich so hörte, zieht Bernd
    wirklich alles aus seinem Becken raus, was so an organischen Sachen
    drin rumschwimmt. Deshalb auch die Warnung, dass das, was für Bernd
    optimal ist, nicht für alle anderen Becken gilt.

    Du hast recht, dass organische Nährstoffe der Grund dafür sind,
    wenn bei 0 Nitrat und 0 Phosphat Algen trotzdem schön vor sich hinwachsen.
    Irgendwo muß es ja herkommen.

    Aber bitte nicht falsch verstehen, wenn ich sage, wir brauchen Nitrat
    und Phosphat eigentlich nicht zu messen. Hätte ich besser
    nicht geschrieben. Dann will ich nur darauf hinweisen,
    das wir es im Hinterkopf behalten müssen, dass da noch mehr rumschwirrt
    als nur Nitrat und Phosphat. In den meisten Aquarien gibt es halt
    Nitrat und Phosphatprobleme, und da ist es auch gut, wenn man das misst.
    Aber es ist halt nicht der Weisheit letzter Schluss.

    Tom,

    nein, Deine Algen/Korallen sind wenn dann stickstofflimitiert, aber nicht
    Eisenlimitiert. Dein Nitratgehalt ist das Problem,
    der ist gegenüber Phosphat zu niedrig. Also machst Du genau das richtige,
    nämlich Phosphat senken, damit sich der Nitrat- und Phosphatgehalt angleicht.
    Die Werte 0,2 mg/L Nitrat und 0,3-0,5 mg/L Phosphat stimmen doch, oder?

    Bei Eisentests bin ich skeptisch, dass sie in Meerwasser richtige Werte
    anzeigen. Mangantests gibt es nicht auf dem aquaristischen Markt, das
    ist noch schwieriger zu messen als Eisen, weil die Konzentration noch
    geringer ist. Ich würde an Deiner Stelle erst mal nur Phosphat senken
    und sonst nix machen.

    Hi Klaus,

    das ist das, was ich meine. Alleine eine Aussage über Orthophosphat und
    Nitrat zu treffen ist für die Füsse. Gerade inshore hat man einen nicht
    unerheblichen Anteil gelöster und partikulärer organischer Substanzen,
    die wir zu Hause einfach nicht messen können.

    In der Regel wird auch bei Untersuchungen nicht nur auf Ammonium oder
    Nitrat geschaut, sondern auch den gelösten und partikulären organischen
    Stickstoff gemessen, damit man den Gesamtstickstoffgehalt ausrechnen kann.

    Bsp: ein neu erschienenes Buch von Miles Furnas gibt einige Daten für
    das GBR an. Alles in ug/L (das u soll mycro heissen), und es wird
    Ammonium-Stickstoff und Nitrat-Stickstoff angegeben (also nicht der
    Nitratgehalt, sondern nur der Stickstoff im Nitrat)

    Far Northern GBR (Yape York - Cape Flattery)

    NH4 - N nicht gemessen
    NO3-N: 0,4 (inshore, midshelf und outer shelf)
    DON = gelöster organischer Stickstoff: 63 inshore, 62 midshelf, 68 outer shelf
    particulärer Stickstoff: < 0,2 (inshore, midshelf, outer shelf)

    Central GBR (Cape Tribulation - Whitsunday Islands)

    NH4-N: 0,4 inshore, 0,1 midshelf, 0,1 outer shelf
    NO3-N: 0,3 inshore, 0,4 midshelf, 0,6 outer shelf
    DON: 20 inshore, 14 midshelf, 14 outer shelf
    particluärer N: 20 inshore, 14 midshelf, 14 outer shelf

    Southern GBR (Mackay - Gladstone)

    NH4-N: 0,6 inshore, 0,4 midshelf, 0,6 outer shelf
    NO3-N: 3 inshore, 1 midhshelf, 0,7 outer shelf
    DON: 93 inshore, 66 midshelf, 69 outer shelf
    particulärer N: 22 inshore, 21 midshelf, 14 outer shelf

    Quelle: Furnas, M. (2003). Catchments and Corals. Terrestrial Runoff to the
    Great Barrier Reef. Australian Institute of Marine Science, Townsville.

    Das sollte wohl zur Anschauung genügen. Man muß sich nur mal das Verhältnis
    zwischen den anorganischen Stickstoffverbindungen und dem organischen Sticktoff
    anschauen, dann wird erstens klar, das Korallenriffe nicht nährstofflimitiert
    sind, und zweitens das wir mit unseren Nitrat und Orthophosphatmessereien
    eigentlich gerade aufhören und uns das Geld sparen können.
    Und ich bin sicher, trotz Abschäumung werden wir auch in unseren Aquarien
    organische Nährstoffe haben, die wir nicht erfassen können.

    Und wie gesagt, aus genannten Gründen ist das Redfield-Verhältnis für
    uns absolut nicht brauchbar.

    Darüber hinaus sind in der Aquaristik nur die Daten für Phytoplankton
    publiziert. Wenn wir das Makroalgenwachstum betrachten, gelten diese
    Zahlen nicht.

    Für Makroalgen gilt 550 C : 30 N : 1 P

    und nicht 106 C : 16 N : 1 P

    Birger,

    es geht nicht darum, dass es auch Menschenleben gerettet hat, sondern
    darum, dass es in die Hände eines Mediziners gehört, und nicht in
    das Fisch-Apothekerschränkchen im Aquariumunterschrank. Und das
    gilt wie Du selbst sagst nicht nur für Chloramphenicol.

    Ich finde es durchaus gerechtfertigt, bei solchen Medikamenten
    mögliche Nebenwirkungen auch beim Anwender klar aufzuzeigen, einfach um
    abzuschrecken, sowas zu benutzen, und nicht zu schreiben, dass eine
    chloramphenicol-induzierte aplastische Anämie nicht unbedingt die Folge
    sein muss. Natürlich muss sie das nicht sein.

    Schlimm genug das man in manchen Aquarienbüchern
    überhaupt davon liest, dass es zur Behandlung bestimmter Krankheiten
    im Aquarium geeignet ist.

    Man muss aber nur ein bischen zuviel Kaffee getrunken haben und die Dose
    mit dem Antibiotikum runterfallen lassen, das reicht, um einiges von
    dem Zeug über die Atemwege aufzunehmen. Da fallen mir übrigens noch
    ganz andere Szenarien ein. Ich will nicht wissen, wie viele Aquarianer
    sich mit Calciumhydroxid-Pulver ihre Lunge zerschandeln, weil sie nicht
    wissen, wie man richtig mit Chemikalien umgeht.

    Aber das ist auch etwas vom Thema weg.

    Zitat

    Original von iP
    Hi Jörg,

    die zweite möglichkeit ist aber auch, dass das chloramphenicol bestimmte
    bakterienarten vernichtet hat, und nur wenige resistente arten überlebt haben.

    Viele Grüße,

    Wenn wir schon im Aquarium chloramphenicolresistente Stämme haben, dann will
    ich nicht wissen, was in unseren Trink- und Abwässern so alles rumschwimmt...
    Glaub da eher nicht dran, bin aber pharmakologisch bzw. medizinsch
    nicht so bewandert.

    Wenn Dir der Händler das Zeug auch noch besorgt hat, dann kann er wohl
    wirklich schnell dicht machen. Ansonsten sollte man das vielleicht
    stillschweigend übergehen, woher Du es hattest. Steht nicht
    umsonst auf der Liste.

    So, ich hau mich hetzt aufs Ohr, ist fast halb vier morgens...

    Hi iP,

    da muß man nicht mehr viel zu sagen... Dem Händler sollte man vielleicht
    mal sagen, was er da für Sachen empfielt. Chloramphenicol ist potentiell
    krebserregend, bzw. es kann zu einer aplastischen Anämie führen, eine
    Krankheit, bei der dem Körper akut die Fähigkeit verloren geht,
    rote Blutkörperchen zu bilden. Und das kann dann gerade weg in eine
    Leukämie übergehen.

    Finde ich nicht gerade lustig :frowning_face:

    Ich weiß nicht, was manche auf Ideen kommen.

    Mit Chloramphenicol haust Du Dir gerade mal schnell alle Bakterien
    im Aquarium um, das ist dann kein Wunder, wenn das Wasser anfängt
    zu schäumen, wenn Trillionen von Bakterienzellen auf einmal
    den Geist aufgeben. Das hat mit einem Glas Wodka nix zu tun.

    Hi,

    die Heteractis crispa ist was ich gehört habe auch recht gut haltbar,
    allerdings wird die nicht gerade klein bleiben. Mein ehemaliger
    Händler in Mainz hatte zwei in seinem Schaubecken, die waren etwa 40 cm
    im Durchmesser und der Fuß hing etwa 50 cm tief in der Dekoration.

    Das heisst den Platz muss man ihnen bieten.

    Amphiprion clarkii ist natürlich ein schöner Fisch, aber das ist ein
    Drecksack, v.a. wenn die anfangen zu laichen wuerde ich schon bei einem
    halbwüchisgen Weibchen nicht mehr ins Becken packen. Im Riff greift ein
    Weibchen sogar Taucher an, wenn die an der Anemone vorbeschwimmen.

    Von daher würde ich A. clarkii nur bedingt empfehlen. Vorteil ist
    natürlich, das A. clarkii der einzige Anomeonenfisch ist, der natürlicherweise
    in alle Symbioseanemonen geht.

    Ich würde da eher auf eine Entacmea quadricolor gehen und mir eine
    andere Anemonenfischart aussuchen, z.B. A. nigripes ist ein wirklich
    schönes Tier das im norddeutschen Raum z.B. auch als Nachzucht angeboten wird.

    Hallo,

    als ob Lars S. die Wodkazugabe erfunden haette...

    Lars hat die beiden Topffilter zusammengebastelt, ja, aber das
    Toppfilter-Ding wuerde ich meinem ärgsten Feind nicht ans Becken haengen.

    Wenn man Wodka direkt ins Aquarium gibt, hat das langfristig den gleichen
    Effekt wie dieser Filter, ist nur ungefährlicher und absolut unaufwendig.

    Und wenn man mal Ethanol zu viel dosiert, dann ist das auch nicht gleich
    tragisch, wenn eine Bakterienblüte an den Scheiben oder auch an den
    Steinen entspeht. Dann schäumt man gut ab und am nächsten Tag ist der
    Spuk vorbei. Ich würde allerdings nicht eine halbe Flasche auf einmal
    ins Becken kippen, dann ist man's selbst schuld.

    Und Wodka, Acetat oder Honig sind auch keine "Mittelchen". Filterbakterien
    sind i.d.R. (nicht immer!) heterotroph, d.h. sie brauchen was zum fressen.
    Und Fische und Korallen füttert man schliesslich auch.

    Da kann man sich schon eher über den Sinn und Unsinn von Spurenelementen
    streiten, bevor man den Sinn von Kohlenstoffquellen für heterotrophe
    Bakterien in Frage stellt.

    Zitat

    Original von Hergo
    Nein von Zeolith hat er nie was gesagt,ich hab vorgestern nur etwas reingehangen.
    So Abschäumer ist aus,Zeolith und Absorber raus, nun zum Wodka wieviel sollte man zugeben ?

    Mfg Stefan


    Zum ersten, Michael weiss schon was er tut, und wenn er nix von Zeolithen erwaehnt, dann hat das auch seinen Grund. Das ganze ist kontraproduktiv, wenn er jedesmal raten kann, was nun mit Deinem Becken los ist, wenn Du Sachen machst, von denen er nix weiss.

    Wie gesagt, nicht so viel am Becken rumspielen und so viele Sachen auf einmal ausprobieren.

    Zum Wodka, da wuerde ich taeglich auf 100 L Wasser (Nettovolumen!) 5 mL Wodka dosieren, mehr erst mal nicht.

    Also, wie gesagt, Adsorber raus, der ist wenn er 0.25 mg/L rausgezogen hat eh schon ordentlich beladen.

    Ansonsten einfach mal abwarten. Schalte den Abschaeumer nach drei Tagen wieder an und berichte mal, was bis dahin passiert ist

    Viel Glueck und Kopf nicht haengenlassen!

    Also nochmal von vorne.

    Du hast mit Tetra gemessen einen Nitratgehalt von 25 mg/L
    Dann hat MIcha Dir vor zwei oder drei Wochen einen Phosphatgehalt von 0,25 mg/L gemessen.

    Dann hast Du Dir den Adsorber ins BEcken gehangen, voellig OK.

    Hat MIchael Dir auch gesagt, Du sollst Zeolith ins Becken geben? Wohl eher nicht...

    Mit Wasserwechsel dosierst Du aber kein Phosphat, sondern verduennst Dein Wasser nur noch weiter. Wie gesagt, Deine Symptome sprechen eindeutig fuer eine Phosporlimitierung.

    Was willst Du denn mit Zeolith? NIcht das es nix taugt, im Gegenteil, aber bei Deinem Becken solltest Du aufhoeren, soviel rumzuspielen, bzw. Dich auf eine Methode einigen.

    Ob der Abschaeumer was rauszieht oder nicht, schalte ihn mal ab.

    Pack das Zeolith wieder ein, dass zieht Dir nur noch mehr Phosphat raus, wenn Du ueberhaupt noch was davon im Becken hast.

    Wie soll Dein Problem vom Strontium kommen, wenn es schon bestand, bevor Du Strontium dosiert hast ?

    Ne, das hat damit nix zu tun.

    Also Abschaeumer mal ausschalten, alle moeglichen Saeckchen mit Adsorbern und Zeolith rausnehmen, Steine aus dem Schacht raus (sind ja wohl schon raus), und dann kannst Du taeglich ein bisschen Wodka dosieren, und dann warte einfach mal ab und mach sonst nix am Becken!

    Nein,

    schalt das Ding (Abschaeumer) fuer ein paar Tage ab. Der Hinweis, dass die Sachen besser stehen, seit Du weniger Wasserwechselst spricht ja wohl mehr als dafuer, dass Dir im Becken was fehlt. Es dauert zu lange, den Phosphatgehalt wieder hoch zu kriegen, wenn Du nur den Adsorber rausnimmst.

    Wenn Du mit Phosphatadsorbern (Adsorber mit d, nicht mit b, hat mit Absorption nix zu tun) effektiv Phosphate bindest, dann reicht Dir auch ein Nitratgehalt von 10-15 mg/L, um Phosphat zum absoluten Mangelement zu machen. Ich wuerde dem Tetra-Test vertrauen. Der hat zwar nur wenige Abstufungen, aber frag mal den Michael was er vom Tetra Test haelt.

    Das ist kein Grund, das Becken auf den Muell zu schmeissen, da hatten wir im Forum schon ganz andere Faelle mit jahrelangen Schmieralgenplagen und haste nich gesehen. Dagegen steht Dein Becken wirklich prima.

    Und bisher hat im Forum noch niemand das Hobby geschmissen, also fang Du nicht damit an! :grinning_squinting_face: