Zitat
Original von Kevin BittroffWenn ich diese jetzt entferne, kommt in mir wieder die Angst hoch, wieder enorm in die Beckenbiologie einzugreifen. Ich hatte vor ein paar Jahren erst 3 mal meinen kompletten Fischbesatz verloren, weil die Beckenbiologie gekippt bzw. nicht richtig funktioniert hatte. Ich glaube zum Schluss hatte ich alle möglichen Krankheiten incl. Vibrionen usw. Eine genaue Erklärung, habe ich bis heute nicht und diese konnte mir auch bisher niemand sagen.
Hi Kevin,
das Thema Aquarienbiologie wird gerne immer als absolute Grüße dargestellt, Du und offenbar die meisten anderen auch, gehen einfach davon aus, dass auf den Steinen gute und nützliche Bakterien sitzen, wie z.B. Nitrifikanten, die überall und in jeder Situation was positives für die Aquarienbiologie machen. Schön wäre das ja, aber das ist doch ein Wunschglaube.
Die Beckenmikrobiologie ist ein labiles und dynamisches System, d.h. abhängig von der Ammoniumkonzentration, der allgemeinen physikalisch-chemischen Umgebung (auch Strömung), von der Zeit und v.a. von der räumlichen Anordnung der Nitrifikationsbakterien hängt es ab, ob die Nitrifikationskette läuft oder eben nicht. Du sagst zwar, dass Dein Aufbau überall gut beströmt war, ich weiß aber, dass wir in emails genau darüber gesprochen haben und ich Dir sagte, dass ich bei der Beckenform und der Gestaltung bezweifle, dass Du in der Mitte ausreichend Strömung hinbekommst. Dass Du an dieser Stelle sagst, dass alle lebenden Steine ausreichend mit Wasser versorgt waren, ist jetzt daher für mich komisch, warum hast Du dann überhaupt Deine Gestaltung umgebaut, wenn nicht auch aus diesem Grund?
Mag ja sein, dass Du auf den lebenden Steinen z.B. Nitrifikanten oder anderen Bakterien sitzen hast (was niemand von uns einfach so behaupten kann!), aber die müssen sich jetzt in der neuen Umgebung mit einer ganz anderen Strömung und einer ganz anderen Nährstoffversorgung erst einmal neu formieren, vermehren, und dann kann man nach 1-3 Wochen vielleicht davon ausgehen, dass die wieder z.B. im Bereich der Nitrifikation funktionieren. Aber das dauert eben, wenn es denn überhaupt passiert, wenn da lange noch der Detritus drauf liegt, passiert das nämlich alles nicht.
Was in Deinem alten Becken passiert war, würde mich auch interessieren, irgendwas musst du ja hier auch gemacht haben, von alleine "kippt" keine Beckenbiologie. Wichtig ist eben nur, dass man sich darüber bewußt sein muss, dass der Ausbau und die Neuplatzierung eines Steines auf die Funktionsweise des Steins einen gravierenden Einfluß hat, wenn die Umgebungsbedingungen sich stark verändern, also vom Unterbau an einen vollexponierten Platz.
Man kann hier nicht einfach sagen (das betrifft aber die anderen Mitschreiber), dass die lebenden Steine dort wo Du sie jetzt platziert hast, grundsätzlich etwas gutes bewirken, das ist mir zu einseitig, zu spekulativ, und v.a. deckt es sich nicht mit meinen praktischen Erfahrungen.
Wenn man solche allgemeinen Meinungen, wie sie sich oft propagandieren, nicht in Frage stellt, dann tritt man irgendwann auf der Stelle.
Grüße
Jörg