Beiträge von Jörg Kokott

    Hi Klaus,

    nein, da bringst Du nichts durcheinander. Allerdings lernt man auch dazu,
    und vor noch einem halben Jahr war ich der Überzeugung, dass wachsende
    Bakterien in sämtlichen Filtersystemen aufgrund der Siedlungssubstrat-
    limitierung ihr Wachstum schnell einstellen und damit nur das bislang
    eingelagerte Phosphat aus dem Wasser rausziehen und dann in einem
    steady-state Zustand die gleiche Menge Phosphor wieder abgeben als sie
    es aufnehmen.

    Da wir aber jetzt wissen, dass sich bei entsprechender Kohlenstoffversorgung
    Bakterien derart stark vermehren und dabei Phosphat und Nitrat freigeben,
    sehe ich das nun anders. Und schreib es auch.

    Wenn Du schon Thomas Pohl ansprichst: wären damals die Diskussionen rund
    um das Zeovitsystem anders verlaufen, und wenn Thomas gesagt hätte, wie
    er denkt das es funktioniert, dann wären wir schon vor einem Jahr so
    schlau gewesen wie jetzt.

    Hi,

    zur Einfahrphase. Das kann man schon von Anfang an machen, aber:

    wichtig zu wissen ist das nitrifizierende Bakterien, also die Jungs, die
    Ammonium zu Nitrit und dann Nitrit weiter zu Nitrat oxidieren, keine
    heterotrophen Bakterien sind und nicht mit Ethanol gefüttert werden müssen.

    Denkt also nicht, wenn Ihr Ethanol zugebt, verschwindet das Nitrit. Das
    hat damit nix zu tun.

    Ich würde es in der Einfahrphase äußerst vorsichtig angehen, noch langsamer
    als es ohnehin schon notwendig ist. Wie gesagt, muß jeder selbst ausprobieren.

    Nein, das mit dem weniger Licht funzt nicht. Aber schon gut gedacht,
    und danke, dass Ihr meine ewig langen Beiträge noch bis zum Ende
    durchlest :grinning_squinting_face:

    In Steinkorallen ist die Skelettbildung an die Photosynthese der
    Zooxanthellen gekoppelt, was aber nicht direkt etwas mit der Ernährung
    zu tun hat.

    Ausserdem werden die meisten farbigen Proteine neben bestimmten spektralen
    Lichtbestandteilen durch hohe Strahlungsintensitäten induziert.

    Wer bunte Korallen will, braucht auch viel Licht. Darüber hinaus wird
    bei niedrigen Strahlungsintensitäten auch von den Korallen aus die
    Zooxanthellendichte hochgesetzt. Dunkles Aquarium = dunkel braune
    Korallen.

    Andreas,

    zu Punkt 1: Ich würde bezüglich der Wodkadosierung den Test nehmen,
    der weniger anzeigt, gleichzeitig aber beide immer wieder zum Test
    nehmen. Wenn man Ethanol dosiert und den Test nimmt, der mehr anzeigt,
    der aber nicht stimmt, dann erhöht man sehr wahrscheinlich die Wodka-
    dosierung, obwohl man sie eigentlich senken müßte, weil kein Nitrat
    mehr vorhanden ist. Wenn wirklich beide Test einen Abfall des Nitratgehaltes
    zeigen, dann der erste (der z.B. 2 mg/L mißt) null anzeigt, der zweite,
    der am Anfang 50 mg/L angezeigt hat, aber noch 15 mg/L mißt, dann würde
    ich so vorgehen, dass ich die Wodkadosierung nicht erhöhe, sondern
    abwarte, ob der Nitratgehalt mit dem anderen noch weiter fällt. Wenn ja,
    dann ist es möglichlich, dass der 2. Test (mit ursprünglich 50mg/L)
    das richtige anzeigt, aber einer sensitiveren Messmethodik folgt.

    Es kann aber auch sein, dass ein Test völlig im Eimer ist, und z.B.
    immer 50 mg/L anzeigt. Daran kann man dann vielleicht erkennen, welcher
    Test richtig und welcher falsch ist.

    Zu Punkt 2: Es ist nicht egal, ob ich ein ganzes Steak mit allem drum
    und dran essen, oder ob ich mir ein Proteinpülverchen verabreiche, das
    nur das Protein aus dem Steak enthält. Ein blöderes beispiel ist mir
    gerade nicht eingefallen.

    In den letzten Jahren haben wir erkannt, dass es in der Natur nich
    grunsätzlich so ist, dass die Zooxanthellen ihre Koralle ernährt. Es
    ist mittlerweile so - zumindest kann ich das aus meine eigenen
    Versuchen und Erfahrungen annehmen - dass die Koralle in bestimmten
    Situationen eher die Algen ernährt als umgekehrt. Jeder Wissenschaftler
    fragt sich jetzt, ob ich sie noch alle habe. Aber Fakt ist, dass
    Korallen auch ohne die Photosynthese ihrer Korallen wachsen und Eier
    produzieren können, wenn im Wasser genügend korallennahrung vorhanden
    ist.

    Wir haben bisher nie die Korallen gefüttert, sondern mit guten
    Lichtbedingungen und ein wenig Spurenelementen immer nur die
    Zooxanthellen "gefüttert" und darauf gewartet, dass die Koralle von
    den Algen genug zu fressen bekommt.

    Jetzt können wir den Spieß genau umdrehen. Wir können die Koralle mit
    vielen verschiedenen Futtersorten ernähren, so wie sie es auch in der
    Natur gewohnt ist. Dadurch bekommt die Koralle ein weitaus breiteres
    Spektrum an wichtigen Nährstoffen, die sie sonst von den Algen nicht
    bekommen würde. Man darf hier nie vergessen, dass die Koralle ein Tier
    ist und fressen muß.

    Und das ist der Vorteil davon, wenn wir nun auf die heterotrophe
    ernährung der Korallen schauen. Darüber hinaus, wer den Artikel von
    Robert aufmerksam gelesen hat, der wird darin die Information gefunden
    haben, dass unmittelbar nach der Staubfütterung auch Phosphat und Nitrat
    messbar ist. Allerdings nur kurz, und diesen kurzen Moment kann die
    Koralle auch wahrnehmen und Nitrat und Phosphat passiv aufnehmen.

    Dazu kommt, dass alle Fische Ammonium über die Kiemen ausscheiden.
    Wenn sich ein Chromis aus Angst in einer Acropora versteckt, dann scheidet
    dieser Fisch stressbedingt so viel Ammonium in direkter Korallenumgebung
    aus, dass diese "Momentdüngung" den Tagesbedarf der Zooxanthellen abdecken
    würde, vorausgesetzt es kommt alles Ammonium in das Korallengewebe rein.
    Bitte nicht darauf festnageln, wie viel es ist, hab da keine Zahlen
    vorliegen. Aber es ist eine nutzbare Ammoniumquelle.

    Oliver,

    ich gebe Dir durchaus recht. Der Eiweißabschäumer ist eine wichtige
    Komponente, und genau so steht es auch im Artikel drin.
    Die Diskussion um die Abschäumung habe ich deshalb in diese Richtung
    gelenkt, weil wir es durch die Bereitstellung von Bakterioplankton
    im Aquarium ermöglichen können, die Nahrungskette auszuweiten. Je komplexer
    diese Nahrungskette ist, desto mehr Nährstoffe können im Aquarium umgesetzt
    werden, ohne das es z.B. anhand des Nitat oder Phosphatgehalts messbar ist.

    Und das ist letztlich unser Ziel.

    Stickstoff wird über die Denitrifikation in gasförmiges Stickstoffgas
    umgesetzt und entweicht automatisch aus dem System und geht verloren.

    Anders ist es sicherlich beim Phosphor. Was wir an Phosphor ins Aquarium
    einbringen bleibt auch da drin. Nur wir gesagt können wir bei einem
    komplexeren Nahrungsgefüge im Aquarium auch mehr Phosphat einbringen,
    wir müssen es sogar, damit wir möglichst viele verschiedene Organismen
    ernähren und gesund erhalten können.

    Bleibt bei abgeschaltetem Abschäumer zu viel Phosphat im Becken, wird
    der Phosphatgehalt bei gleichbleibender Ethanoldosierung auch ansteigen.
    Dann macht man für ein paar Tage den Abschäumer wieder an, zieht die
    Bakterien mit samt ihrem Phosphat in der Biomasse raus und bringt
    so das System wieder auf ein niedriges Phosphorlevel.

    Ich propagiere nicht, auf den Abschäumer zu verzichten. Aber wir haben
    schon immer die negativen Aspekte der Eiweissabschäumung kritisch diskutiert,
    nämlich die Entnahme von zu viel "Gutem" aus dem Aquarium.

    Letztlich ist die Eiweißabschäumung in meinen Augen in Zukunft mehr eine
    Kontrollmöglichkeit als eine absolut unabdingbare Komponente die jeden
    Tag angeschaltet sein muß.

    Vielleicht irre ich mich, ich sehe nur an Michael's Becken, dass es
    ohne Abschäumer funktionert, und nicht erst seit gestern. Ab und zu
    schaltet er den Abschäumer an, zieht ordentlich was aus dem Becken
    raus und schaltet ihn dann wieder ab.

    Natürlich ist jedes Becken anders und muß anders betrieben werden. Von
    daher gebe ich Dir recht, dass man die Abschäumung nicht grundsätzlich
    als entbehrlich ansehen kann. Jeder muß es selbst rausbekommen, was
    für das individuelle Becken am besten ist.

    Zum Korallenschleim: das Korallen ihren eigenen Schleim verdauen, ist
    nur spekulativ, es ist noch nicht einmal hypothetisch, auch wenn ich
    das ab und zu als Hypothese stehen lasse. Es gibt keinen experimentellen
    Beweis dafür. Es findet sich auch nichts in der Wissenschaft darüber,
    zumindest kann ich nichts darüber finden. Das ist eine Spekulation,
    die von Aquarianern aufstellt wurde.

    Der Korallenschleim wird sehr wahrscheinlich kontinuierlich produziert
    und abgegeben oder wieder aufgenommen, letzteres ist wie gesagt Spekulation.
    Aber der Korallenschleim wird dadurch nicht dunkler. Bakterien (außer
    photoautotrophen Bakterien) enthalten keine Photosynthesepigmente, die
    eine Alge farbig macht. Bakterienzellen sind erstens sehr viel kleiner
    als Algenzellen (es gibt Ausnahmen), und darüber hinaus sind sie
    farblos. Deshalb sieht man keinen Effekt an den Korallen.

    Durch den Mangel an anorganischen Nährstoffen im Wasser werden die
    Korallen heller, weil - wie beere sagte - die Zooxanthelledichte
    abnimmt.

    Resa,

    die Farbigkeit hat ja nix mit dem Zeolith zu tun, sondern hängt neben der
    Beleuchtung (Strahlungsintensität und Spektrum) vom Ernährungszustand
    der Korallen ab.

    Je besser die Koralle ernährt ist, desto besser sind auch die Farben, weil
    die Koralle mehr Energie in die "Farbproduktion" investieren kann.

    Je niedriger der Nährstoffgehalt im Wasser desto niedriger ist die
    Zooxanthellendichte, desto besser kommen die Farben raus.

    Der Tetra-Test ist erfahrungsgemäß sehr zuverlässig.

    Du kannst mit der Wodka-Methode anfangen, aber wie gesagt langsam.
    Schlimmer als es momentan ist, kann es nicht werden.

    Ich würde mit der Dosierung so anfange, wie ich es beschrieben habe,
    also in 0,2 mL/100 L Schritten hoch bis 1 mL/100L, dann aber ruhig mal
    eine Woche lang bei 1,0 mL bleiben, damit es nicht so schnell geht. Damit
    förderst Du schon die Denitrifikation, hälst aber da Bakterienwachstum
    in Grenzen. Ich würde alle 3 Tage den Nitratgehalt messen.

    @Stefan (Hergo)

    Beere hat die Antwort schon gegeben, weshalb ich nicht mehr darauf
    geantwortet habe. In Deinem Becken sind nun die Nährstoffverhältnisse
    mehr ins rechte Licht gerückt, weshalb die Nährstoffverfügbarkeit gegeben
    ist, die vorher nicht vorhanden war.
    Das ist der einzige Grund. Bei 50 mg/L NO3 und 0,1 mg/L PO4 hattest
    Du sicherlich eine kleine Phosphorlimitierung, die nun aufgehoben ist.

    Andreas Pridzun,

    zwei Tage lang aussetzen ist schon in Ordnung, allerdings solltest Du
    nicht vorher hingehen und mehr dosieren. Ich würde versuchen, in der
    Anfangszeit auf einem niedrigen Level zu fahren, damit sich die
    Bakterienpopulationen aufbauen können. Wenn Du dann verreist und
    nach zwei Tagen zurück kommst, machst Du auf dem niedrigen Level weiter
    und fährst dann langsam hoch.

    Abschäumung: Wenn sich wie gesagt die Nahrungskette ausweitet und sich
    viele SChwämme etc. bilden, dann wird auch nicht mehr so viel Siff entstehen.
    Laß den Abschäumer ruhig laufen, Du wirst dann an der Entwicklung Deines
    Beckens sehen, was passiert, wenn Du den Abschäumer mal aus läßt.

    Ich würde den Schäumer wenn dann nachts laufen lassen, damit die
    Sauerstoffsättigung gewärleistet ist. Wenn man Becken ohne Abschäumer
    betreibt, dann sollte man darauf achten, dass die Wasseroberfläche stark
    bewegt wird, damit Sauerstoff ins Becken kommt. Nachts fangen halt alle
    Algen und Korallen und die Fische sowieso an zu atmen, produzieren also
    CO2 und verbrauchen O2. Deshalb ist es wichtigs, nachts darauf zu achten,
    das Sauerstoff ins Becken kommt.

    Hallo Michael,

    wir haben jetzt das, was man als "natürliches System" bezeichnet in
    Reinkultur.

    Es läuft jetzt so, daß man ein bestehendes Aquarium mittels Ethanoldosierung
    und Eiweißabschäumung von Nitrat und Phosphat "befreit". Danach kann
    man die Dosierung herabsetzen und den Abschäumer abschalten. Was dann
    an Bakterien entsteht, wird von Korallen und Filtrierern gefressen.

    Man wird sicherlich feststellen, dass v.a. Schwämme stark wachsen werden.
    Man erweitert also die Nahrungskette und macht dadurch das System
    noch effizienter. Genau wie im Korallenriff, da gibt es auch Nährstoffe
    im Überfluß, aber diese werden so effizient über eine riesig lange und
    vernetzte Nahrungskette umgesezt, dass wir sie nicht großartig messen
    können.

    Ich würde persönlich noch ein Refugium anschliessen und sich Kleinstlebewesen
    entwickeln lassen.

    Das tolle ist, dass wir auf einen Großteil an Technik verzichten können
    und möglicherweise auch kein externes Filterbecken und Förderpumpen mehr
    brauchen. Also in Richtung planktonschonende Strömungsverhältnisse.

    Auch die Fischhaltung wird sich verbessern, weil wir jetzt kiloweise
    Futter ins Becken schütten können.

    Und dann schau mer mal...

    iXware:
    Frank, die Messung ist wie gesagt wichtig, von daher solltest Du Dir einen
    neuen Test besorgen, damit Du verfolgen kannst, was passiert. Ich würde
    auch jedem empfehlen, ein Tagebuch zu führen, damit man alle Veränderungen
    zurückverfolgen kann.
    Übrigens ist es wichtig, dass man keine anderen Veränderungen am Becken
    vornimmt, damit man die Veränderungen im System anhand der Veränderung
    eines Parameters (Wodka) festmachen kann.

    @Zeovitler:
    Die Verwendung von Zeolithen und auch
    Lars Sebralla mit dem Siporax wurde ja schon angesprochen.

    Die Ethanolmethode basiert auf der Fütterung von heterotrophen Bakterien
    im gesamten System, wirkt also auch auf alle Bakterien in sämtlichen
    Filtern. Selbst in Schnellfilterpatronen wird
    man feststellen, dass sich die Bakterien hier sehr schnell vermehren
    und dicke Biofilme aufbauen. Enstprechend muß man diese Filtermedien
    oft auswaschen bzw. auswechseln.

    Ich ziehe mich ein bißchen davor, dass zu sagen, aber es ist egal ob
    man Zeolithe, Sinterglas (Siporax), Keramikröhrchen oder was weiß
    ich verwendet. Man braucht es nicht mehr...
    Jetzt kriege ich zwar sicherlich von vielen Seiten Ärger, aber ich kann
    es ja nicht ändern. Was man braucht sind Lebende Steine, evtl. Bodengrund
    und einen Abschäumer, fertig.

    Was allerdings wirklich sinnvoll ist, sind die von verschiedenen Firmen
    angebotenen Nährlösungen. Zeofood oder das von Feige/Aqualight
    angebotene Zeug (Biosonal oder wie es auch immer heißen mag) enthält selbst
    eine Kohlenstoffquelle für Bakterien, nämlich Acetat.

    Und alles was sonst an Aminosäuren und Vitaminen und was
    weiß ich was sonst noch alles drin ist, trägt alles zur Ernährung von
    Korallen und Algen bei.

    Zeovitanwender müssen sich also darüber bewußt sein, dass sie mit dem
    Zeofood selbst eine Kohlenstoffquelle dosieren. Da ich weiß, wieviel
    Ethanol in 40% Wodka drin ist, ich aber nicht weiß, wieviel
    Acetat in Zeofood enthalten ist, muß jeder selbst ausprobieren, wieviel
    man von beidem braucht. Und das ist, was Robert sicherlich meinte,
    Wodka und Zeofood sind nicht unbedingt kontraproduktiv, aber man
    muß eben das Acetat mit in die Überlegungen einbeziehen.
    Eine kombinierte Anwendung von Zeofood und Wodka geht sicherlich, aber
    hier muß jeder selbst ausprobieren, was für das Becken am sinnvollsten ist.

    Das einzige was man eben nicht mehr braucht sind Filtermedien mit großer
    Oberfläche wie Zeolith, Siproax etc. Nur die Nährlösungen sind sehr
    gut geeignet, damit man bei Null Nitrat und Null Phosphat organische
    Nährstoffe ins Wasser bekommt.

    Hallo zusammen,

    Frank (iXware): Ich war sowieso schon drauf und dran, Dir das vorzuschlagen.
    Wie gesagt funktioniert es bei jedem Aquariensystem, also auch in Deinem
    Jaubert-Becken.
    Allerdings ist es bei Sandbettfiltersystemem so, daß im Bodengrund viel
    mehr Nährstoffreserven und -depots vorliegen als z.B. in den Lebenden
    Steinen. Du kannst also nicht alleine den Phosphatgehalt im Wasser als
    Bezugspunkt nehmen.
    Die Bakterien im Sediment können i.d.R. auf mehr Nährstoffreserven
    zurückgreifen.

    Von daher brauchst Du Dir wegen des Phosphatgehaltes nicht unbedingt Sorgen
    zu machen.

    Wenn Du mit der Ethanoldosierung anfängst, dann wirst Du damit auch
    automatisch die denitrifizierenden Bakterien ernähren. Denitrifikation
    muß nicht unbedingt mit Zellwachstum und Zellteilung einher gehen.
    Wenn Bakterien anfangen zu wachsen, haben sie einen höheren Stickstoff
    und v.a. Phosphorbedarf. Wenn kein Phosphor da ist, dann werden sie auch
    nicht wachsen. Trotzdem können die Denitrifizierer in einem solchen
    Fall weiterhin Kohlenstoff verwerten und dabei Nitrat abbauen,
    ohne dabei zu wachsen.

    Du wirst also zunächst weniger Effekte auf den Phosphatgehalt feststellen,
    aber sicherlich merken, daß der Nitratgehalt fällt. Sobald dieser
    fällt, wird sich die Phosphorlimitierung aufheben, ganz von alleine.
    Lange Rede kurzer Sinn: Wenn Du das langsam anfängst, werden sich die
    Nährstoffverhältnisse nach und nach angleichen. Gleichzeitig kannst Du
    schon anfangen, mehr Futter ins Becken zu bringen, so daß stets Phosphor
    und Stickstoff nachgeliefert wird.
    Aber auch hier: langsam anfangen, bei Deinem kleinen Becken vielleicht
    mit 0,2 ml pro 100 L in den ersten beiden Tagen, dann steigern auf
    0,4 mL/100 L für weitere zwei Tage, und so weiter. Messe dann von anfang
    an den Nitratgehalt und wie er sich entwickelt. Da Dein System im Sediment
    auf eine große Zahle an Bakterien zurückgreifen kann, wird es bei Dir
    auch nicht all zu lange dauern, bis Du was merkst (vermute ich mal).

    Hi,

    ich will das hier auch nochmal klarstellen, der Artikel ist von Michael und
    mir, die Methode ist aber nur von Michael, von daher gebührt ihm der Dank.

    Ist schon eine klasse Sache, die er da ausgetestet hat. Damit
    hat er wie gesagt den Grundstein dafür gelegt, dass wir in Zukunft eine
    andere Art der Aquaristik betreiben werden. Vor allem was die angesprochene
    Gorgonienhaltung angeht, wird es doch erheblich leichter sein.

    Bisher war es immer problematisch, Bakterien zu züchten, ohne dabei Risiken
    mit Sterilität etc. einzugehen. Das Problem hat sich damit erledigt.

    Von daher sage ich auch: Danke Michael!

    Hallo Leute,

    ich will ein paar Zeilen zum Thema Miracle Mud, niedrige Nährstoffgehalte
    und Cyanobakterien schreiben.

    1) Die Methode funktioniert mit jedem Aquariensystem, auch Miracle Mud.
    Der Abschäumer ist zwar was den Phosphatentzug angeht zunächst eine wichtige
    Komponente, aber es geht auch ohne. Das was an Bakterioplankton entsteht,
    kann von Korallen gefressen werden. So lange Phosphor in einer nutzbaren Form
    im Becken vorhanden ist, dann wird sich dadurch das Nahrungsspektrum ausweiten.
    Es werden Schwämme und andere Filtrierer wachsen, die dann das Bakterioplankton
    fressen. Ich würde empfehlen, auch bei Miracle Mud in der Anfangsphase
    einen Abschäumer einzusetzen, aber nur dann, wenn man Nitrat und Phosphat
    im Becken hat. So bald die Werte bei Null sind, kann man den Abschäumer
    abstellen und das Becken entwickeln lassen.

    Schlammfilter-Anwender müssen in ihren Schlammfilter schauen und beobachten,
    was mit der Kleinstfauna passiert. Vor allem die Kleinstfauna frißt
    Bakterioplankton, d.h. es kann sein, dass in Schlammfiltern noch mehr
    Kleinvieh entsteht als ohnehin schon. Darauf sollte man auf jeden Fall
    achten. Auch hier, durch die Wodkadosierung werden nicht nur die KOrallen
    ernährt, sondern auch alle möglichen kleinen Tierchen, SChwämme etc.

    2) Niedrige Nährstoffgehalte.

    Wie im Artikel schon steht, bietet sich diese Methode auch für nährstoffarme
    Becken an. Aus zwei Gründen:

    1) Es entsteht - wie bereits in einigen Postings hier angesprochen - sehr
    viel Bakterioplankton. Ohne Ethanoldosierung geht das nicht.

    2) Ihr könnt jetzt Staubfutter, Plankton und was weiß ich ins Becken kippen
    wie blöde. Mit der Wodkadosierung geht das. Und ihr müßt das auch machen.
    Robert hat es in seinem Bericht schon gesagt, wenn nix an Nitrat und Phosphat
    da ist, dann brauchen Korallen was anderes zu fressen. Und genau das ist der
    Weg, den wir in Zukunft einschlagen müssen, bzw. jetzt einschlagen können.
    Es gibt mittlerweile sehr gute Staubfuttermittel auf dem Markt. Bislang
    war es immer ein Problem damit, weil die Nährstoffgehalte schnell angestiegen
    sind. Damit gibt es jetzt kein Problem mehr, und in Zukunft wird v.a. die
    Gorgonienhaltung sehr viel einfacher sein.

    Wichtig ist nur folgender Punkt: Wenn man 10 mg/L Nitrat und 0,5 mg/L Phosphat
    hat, dann kann man die Wodkadosierung genau daran ausreichen. Man hat also
    die Kontrollmöglichkeit. Wenn Ihr von Anfang an nix im Becken habt, dann
    müßt Ihr sehr genau auf Eure Tiere (Korallen) schauen. Man wird selbst in
    solch nährstoffarmen Becken sehen, wenn die Korallen besser aufgehen, weil
    sie Bakterioplankton nutzen. Darauf muß man achten. Ansonsten wie gesagt,
    korallen mit Staubfutter füttern.

    3) Cyanobakterien

    Man weiß so wenig über Cyanobakterien, dass man ohnehin schwer darüber
    diskutieren kann. Ich weiß nicht, was mit Cyanobakterien passiert. Da
    liegen mir und ich glaube Michael auch keine Erfahrungen vor.
    Aber ein Versuch ist es wert. Auf jeden Fall langsam angehen lassen, das
    ist ungemein wichtig. Robert hat es zu schnell gemacht. Es ist dabei nicht
    viel passiert, außer das eine Koralle Farbe verloren hat und ein bißchen
    motzig ist. Aber trotzdem, langsam ist ganz wichtig.

    Was auch im Artikel steht ist der Vorteil, dass man gleichmäßig Nitrat und
    Phosphat verringert. Daß heißt, Nährstofflimitierungen braucht man eingentlich
    nicht zu befürchten, zu mal sich automatisch die Ernährung der Korallen
    durch die Bakterienentwicklung umstellt.

    So viel zunächst, ich denke jeder muß es für sich selbst und das
    individuelle Becken ausprobieren, und wie gesagt, langsam.


    Hoffe, das war in der Kürze nicht zu konfus geschrieben.

    Frohe Weihnachten Euch allen,
    Jörg

    Hi,

    ich hatte letzte Woche bei Giesemann per email angefragt, ob ich ein
    Emissionsspektrum des Megachrom Brenners bekommen könnte. Bisher gab's
    aber keine Antwort, leider.

    Den Brenner findet man auch nicht auf der Giesemann Homepage.

    Weiß jemand genaueres über diesen Brenner und das Emissionsspektrum?

    Hi,

    nur weil ATI Röhren zum Teil von Narva hergestellt werden, heißt das doch
    nicht, das man diese Röhren auch von Narva direkt bekommt. Das sind
    dann Auftragsarbeiten.

    Wenn Firma XY ein Teil für einen Mercedes SL herstellt, dann kriegt man
    dieses Teil doch auch nicht von Firma XY sondern nur bei Mercedes, so
    einfach ist das.

    Hi,

    da mußt Du mit der Kamera schon näher dran. Sieht aber eher aus wie eine Seriatopora, nur mit einer komischen Wuchsform.

    Wenn die Polypen in Reihen angeordnet sind, dann spricht das für Seriatopora,
    und das meine ich v.a. im unteren Bereich auf dem Foto zu erkennen.

    Daniel,

    mach Dich darauf gefaßt, dass das Deine Fadenalgen ganz toll finden.

    Wie ich bereits schrieb, die Verfügbarkeit von Licht bestimmt den Bedarf an Nährstoffen. Und bei Deinen geschilderten Nährstoffgehalten tust Du Deinen Fadenalgen mehr als nur einen Gefallen, wenn Du Ihnen jetzt noch ordentlich Licht gibst.

    Ich rate Dir zunächst

    1) Deinen Phosphatgehalt zu senken: z.B. mit Phosphatadsorbern (da kamen ja neben den altbewährten Produkten in der letzten Zeit noch eine Menge neuer Produkte auf den Markt, schau Dich mal um)

    2) mehr Korallen einzusetzen, um die Algen mit Konkurrenzwachstum durch die Korallen zu verdrängen

    und dann die Beleuchtung zu verändern.

    So rum ist es einfacher und vom Zeitfaktor deutlich kürzer als wenn Du Deinen Fadenalgen erst mal einen Gefallen tust und die Beleutung optimierst.

    Entscheidung liegt aber bei Dir.

    Du schriebst, dass es in diesem Thread nur um die Beleuchtung gehen soll. Allerdings mußt Du den Nährstoffgehalt mit in diese Diskussion einbeziehen. Geht nicht anders. Letztlich willst Du ja das Licht nicht um den Raum auszuleuchten sondern um ein schöneres Aquarium zu bekommen.

    Jörg

    Hallo Daniel,

    bin zwar nicht Claude, antworte aber mal auf die frage, ob die von Claude vorgeschlagene Kombination zu "blau" ist.

    Viel Blaustrahlung ist für das menschliche Auge durchaus dunkler, aber aus Perspektive der Algen - und die ist maßgeblich - ist Blaustrahlung das was zählt und das was für Algen "hell" ist.

    Blaustrahlung ist photosynthetisch nutzbar, gelbe und grüne Strahlung ist für die Photosynthese von Zooxanthellen nicht nutzbar.

    Von daher ist ein hoher Blauanteil in der Gesamtbeleuchtung für die Photosynthese
    der Algen förderlich. Zu viel Blau ist aquaristisch gesehen nur dann ein Problem, wenn Du in einem 500 Liter Becken zwei korallen drin hast. Dann erfreuen sich Fadenalgen an dem vielen Licht.

    Zu dem Hinweis von Peter mit den Nährstoffen und dem Licht. Prinzipiell ist es richtig, dass die Nährstoffgehalte bezüglich des Algenwachstums eine wichtige Rolle spielen. Aber man muß wissen, dass die Aufnahme von Nährstoffen an die Photosynthese gekoppelt ist. Wenig Licht = wenig Wachstum = geringere Bedarf an Nährstoffen. Viel Licht = viel Photosynthese = viel Energie = starkes Wachstum = hoher Bedarf an Nährstoffen.

    Kurz, der Nährstoffbedarf orientiert sich i.d.R. an der Verfügbarkeit von Licht, nicht anders herum.

    Ich halte die Kombination, die Claude vorgeschlagen hat, auch für gut.

    Grüße aus Bremen,
    jörg

    Hallo,

    konnte die letzten Tage nicht ins Forum schauen, deshalb schalte ich mich erst jetzt mal ein.

    Frank (iXware) hatte ja schon geschrieben, was bei Ihm passiert ist. Er hatte eine Stickstofflimitierung im Becken die seine Steinkorallen nicht hat wachsen lassen. Als er dann mit der Ammoniumchlorid-Dosierung angefangen hatte, wurde es zunächst besser. Der Punkt - und das ist eben das Problem bei der Sache mit Ferndiagnosen und Mailanleitungen - war aber, dass die anfängliche Dosierung auf Dauer zu hoch war, und er nach den anfänglichen Erfolgen schnell einen zu hohen Stickstoffgehalt hatte. Folge ist nun, dass er anstelle einer Stickstofflimitierung eine Phosphorlimitierung hat - und wie im Vortrag gesagt ist die meistens tödlich.

    Das Ammonium toxisch ist, stimmt schon, allerdings wird Ammonium in stabilen Aquariensystemen nach der Einfahrphase schnell zu Nitrat hochoxidiert, so dass Ammoniumvergiftungen eigentlich nur bei wirklich krassen Überdosierungen zu Stand kommen.

    Ein weiteres Problem ist das Aquariensystem selbst und wie hoch der Stickstoffumsatz im System ist. Sandbettfilter wie Jaubert, DSB oder Miracle Mud haben i.d.R. eine höhere Nitrat-Abbauleistung als Becken ohne Sandbett.

    Ich werde bald auf Korallenriff.de den Vortrag sehr ausführlich veröffentlichen und dabei auch Dosierempfehlungen angeben. Diese werden allerdings so sein, dass sie eher "schwach" ausgelegt sind. Man muß also beim Gebrauch dieser "Rezepte" durch regelmäßiges Messen des Nitratgehaltes die Dosiermenge selbst anpassen.
    Aber alles andere ist für mich persönlich zu risikoreich, weil ich keine Lust habe, nachher dafür verantwortlich gemacht zu werden, dass sich Leute mit solchen "Mittelchen" die Becken umbügeln.

    Also noch etwas Geduld, ich hoffe den Bericht für korallenriff.de in der nächsten Woche fertig zu bekommen.
    Am besten Aquarius schreibt mir eine PN mit einer Beschreibung seines Aquariums, seiner Symptome und seinen Wasserwerten. Dann kann man weiterschauen.

    Es ist im Vortrag richtig verstanden worden: Ammoniumchloridlösungen und Co sind gefährlich, und ich würde sie nur dann empfehlen und anwenden, wenn es keine andere Möglichkeit gibt.
    Wie wir auch im Vortrag von Frank Diehl gehört haben, ist eine Phytoplanktondosierung mit Veränderungen im Aquariensystem verbunden. Er hat eine "2. Einfahrphase" angesprochen, die dazu führt, dass sich Nahrungsketten und Nährstoffkreisläufe ausweiten. Man kann also nicht vorher schon sagen, wie sich die Nährstoffgehalte im Aquarium verändern.

    Zitat

    Original von Tim Przezbor
    DANKE an euch alle :-),

    aber ich finde es ist doch normal wen einen was interessiert das er es durchzieht oder? :smiling_face:

    ielen dank an alle!

    Gruß Tim

    Hallo Tim,

    da kann ich Klaus und Thilo nur zustimmen. Mittlerweile kannst Du größere Brötchen backen.

    Am besten war Dein Gesichtsausdruck bei der Preisverleihung. Irendwie wollte der Sindelfinger Messeboden nicht richtig mitspielen, als Du am liebsten im Erdboden versunken wärst :grinning_squinting_face:

    Vielleicht ist es an dieser Stelle von meiner Seite mal angebracht, mich für die vielzitierte "Schelte" die Du anfanfs im Forum und auch von mir in privaten Mails bekommen hast zu entschuldigen. Was ich Dir an den Kopf geknallt habe war kontraproduktiv, und dass Du die Flinte nicht ins Korn geworfen hast, sagt schon alles.
    Man kann es nicht auf die "harten Worte" zurückzuführen, dass Du Dich seither so für Deine Tiere und Dein Hobby engagierst. Vielleicht war es ein bißchen wachrütteln, aber mit Schelte macht man einen schlechten Aquarianer nicht zu einem guten. Da gehört schon eine Menge Talent dazu, und deshalb hast Du den Preis mehr als verdient.

    So long,

    Jörg

    Zitat

    Original von Uncle Tom
    Die Farbtemperatur sagt doch sehrwohl etwas uber das Spektrum aus und zwar welche Farb- resp. Reflektionsanteile überwiegen.
    Was aber sicher unterschiedlich zu betrachten ist, ist die Steilheit resp. die Abgrenzung zwischen den diversen Farbanteilen, diese sind jedoch auch abhängig vom Lampentyp, der Zusammensetzung des Gases und er Alterung, sowie der Betriebsspannung des Leuchtmittels.


    Hi Uncle Tom,

    nein, dass sagt nichts über das Spektrum aus. Ich will das Rad aber nicht
    neu erfinden und es wieder schreiben, dafür wurde das hier schon zu oft
    durchgekaut. Oliver Pritzel hat auf seiner Seite eine gute Zusammenfassung
    geschrieben, die alle Grundlagen zum Licht abdeckt. Ist sehr lesenswert und
    dort findest Du auch den entsprechenden teil über die Farbtemperatur und das
    Spektrum.

    Zitat

    Original von Uncle Tom
    die Brenner von Osram ( D ) sind mit 5600K angegeben und jene von Sylvania
    Typ AquaArc HSI-TD mit 10'000K und damit kann man in der Riffaquaristik
    sehrwohl was anfangen !

    Und was genau kann man damit anfangen :confused_face:

    Den Megachrom habe ich jetzt auf der Messe in Sindelfingen gesehen. Macht
    ein schönes, helles Licht. Leider gibt's immer noch kein Spektrum von dem
    Brenner und ich weiss auch nicht, wer genau den herstellt.

    Jörg

    Hallo,

    ich fand die 3. Messe auch interessanter als letztes Jahr, es hat mich richtig gefreut, wie viele Aussteller da waren. Wirklich klasse. Auch von mir Dank an Claude und seine Helfer, Manuela und Robert, Stefan Ott, Stephan Busch und den vielen anderen für die Standbetreuung. Nicht zu vergessen unseren Peter Schmiedel, der nicht nur gute belgische Pralinen sondern auch eine tolle Meerwasser-Moderation angeboten hat.

    Es war super Euch alle zu treffen, war wieder eine tolle (wenn auch zu kurze) Zeit!

    Jörg

    Hallo Forianer/innen,

    heute war offiziell mein letzter Tag am Institut in Australien, am Freitag vormittag werde ich wieder in den Flieger steigen und den Tropen und dem schoenen Great Barrier Reef den Ruecken kehren.

    Da ich doch nicht unwesentlich lange nachts gearbeitet habe moechte ich mich bei Euch allen fuer die vielen guten Diskussionen bedanken, die mich waehrend Wartezeiten bei der Probenmessung im wirklich einsamen Labor beschaeftigt und aquaristisch selber weitergebracht haben. Vor allem der "Das Leben des Brian"-Thread bleibt mir da sehr in Erinnerung :grinning_squinting_face:

    Bald bin ich also wieder in der Heimat und mit der Aussicht auf das "Highlight" Sindelfingen, wo ich viele von Euch hoffentlich treffen werde, faellt mir der Abschied nicht ganz so schwer. Auch gibt's dann wieder meine Beitraege ohne ae, ue oder oe, da ich auch dem US-keyboard den Ruecken kehren werde.

    Ich freue mich auf Euch und die Caipis in Sifi!

    Es gruesst (noch aus Australien),

    Euer Joerg

    PS: Werde wohl die naechste Zeit wenig zum schreiben kommen, da mich meine Familie berechtigterweise erst mal beschlagnahmen wird.

    Zitat

    Original von Bigtown
    Zeobak wird ab jetzt alle 2 Tage a 2 Tropfen.
    ermitteln der Werte Gsamt N Gesamt P und Nitrat vor Sifi (Labor)

    Hi,

    Zeobac taeglich 2 Tropfen, nicht alle zwei Tage.

    Waehre nochmal sehr sinnvoll, GEsamt N und P bestimmen zu lassen.

    Den Phosphattest von Salifert kenne ich nicht, bei dem Nitrattest konnte ich bei dem Klecks Wasser den man da in den Becher gibt, von oben auch nicht gut ablesen, hab dann von der Seite reingeschaut, soll man aber wohl nicht machen.

    Damit gings dann aber, weil die optische Wegstrecke laenger ist und die Farbe dadurch intensiver wir.

    Phosphattest wuerde ich mir den von Macherey&Nagel oder den Merck Test besorgen, sind zwar teuerer, aber dafuer sehr zuverlaessig und man kann auch eine Menge Messungen mit machen.

    Zitat

    Original von Bigtown
    Es ist schon gut einen bekannten zu haben der bei Merck Arbeitet :smiling_face:
    Und dann noch im Labor *grins*

    Zu den Tests :

    Er wollte erst alles mit nem Gasdingsbums machen , aber der Stand zu dem Zeitpunkt (HP).
    So hat er es nach irgend einer DIN gemacht.
    Er versicherte mir das diese Wete stimmen.

    Na dann ist ja gut. Wer bei Merck arbeitet, der sollte sein Handwerk beherrschen :grinning_squinting_face:

    Gasdingsbums = Gaschromatograph

    Bis in Sifi, dann hoffentlich mit guten Neuigkeiten!

    :grinning_squinting_face: danke, ein Bier reicht.

    Aber abwarten, noch ist das Problem ja nicht vom Tisch.

    War ein bischen bloed von mir, dass ich Teile Deines Threads erst im Nachhinein gelesen habe.

    Wenn Dir Watte viel rauszieht, dann wuerde ich sie taeglich auswaschen und nach 4-5 Tagen komplett austauschen.

    Du gibst wie gesagt mit Zeofood und dem Tropic Marin Pro Coral Organics Stickstoff ins Becken, dass erklaert den N-GEhalt von 4,x mg/L.

    Wenn Du Zeofood verringerst (nicht absetzten, Du brauchst das Acetat als Kohlenstoffquelle fuer die Bakterien), Tropic Marin Organics absetzt und Bakterien ins Becken gibst, dann hilft das vielleicht schon.
    Etwas Cyclop Eeze und dann schau mer mal.

    Hab einfach noch Geduld, das kann dauern, aber das wird schon. Behalte die Caulerpa racemosa als Indikator im Auge, wenn die wieder anfaengt zu wachsen, dann ist das schon mal ein gutes Zeichen.

    Die Bestimmung von Gesamt-N und Gesamt-P war sehr hilfreich, gib eher Deinem Chemie-Kumpel im Labor ein paar Bier aus :grinning_squinting_face:

    Hi,

    Zeofood enthaelt recht viel Stickstoff in Form von Aminosaeuren, also geloester organischer Stickstoff.

    Gebe das Zeobak ab jetzt einmal taeglich zu, 2 Tropfen. Bakterien dienen auch als Futter fuer Korallen.
    Das Zeofood verringere erst mal auf 1 Tropfen taeglich.

    Tausche das Zeolith erst mal nicht aus, lass es einfach erst mal weiter laufen.

    Muss ein bischen drueber nachdenken.

    Hi,

    ok, hab das Beckenvolumen nicht gesehen, dann ist mit Fischen doch eher das Ende der Fahnenstange erreicht.

    Steht die blaue sehr hell, dann kann es sein, dass sie aufgrund eines Phosphormangels auch Schwierigkeiten hat, vor Strahlungsstress zu schuetzen. D.h. dann faengt es an der Spitze an.

    Wie sah das "aufloesen" denn genau aus, abreissendes, krankhaftes Gewebe oder wie?

    Stefan meint wohl die Filterwatte, werf die mal raus, die brauchst Du nicht.

    Zeovit, ich wuerde das erst mal nicht erneuern, weil es sehr wahrscheinlich Phosphat entfernt.

    Gibst Du Zeobak und Zeofood dazu?

    Hi Robert,

    genau das mit Veron und Acropora ist ja das Problem. Kein Mensch ausser Veron ist in der Lage, diese Taxonomie zu kapieren. Die meisten KOrallen die er zeigt sind Hybriden, aber keine eigenstaendige Arten.
    Und deshalb benutzen die meisten entweder den alten Veron oder eben Wallace.

    Das Buch kriegt man hier in Australien im Buchladen zu kaufen, ansonsten kontaktiere das Museum of Tropical Queensland in Townsville - da arbeitet Carden Wallace - und frag nach. Ueber's Internet sollte man an eine email-Adresse kommen.

    Hab mir das Buch gekauft, ich kann es nach Sifi mal mitbringen, dann kannst Du mal reinschauen.

    Es sind in der Tat nur schwarz-weiss Aufnahmen und meistens tote Korallenskelette, also nichts, was das Auge trueben koennte. Nach einer Zeit bekommt man aber ein Auge dafuer, und die Bestimmung ist deutlich praeziser als bei Veron. Wenn man's denn braucht, fuer Bildchen gucken ist das Buch nix, da muss man schon wirklich wissen wollen, was fuer eine Acropora das ist (ob das aquaristisch notwendig ist? fraglich...)

    Hi,

    ich nochmal. Also, wenn ich mir das Bild von dem kleinen Acropora Ableger angucke, nicht der gruene sondern der blaeuliche, dann ist das so ziemlich das, was ich meine mit selber auffressen.

    Sieht man richtig gut, der Fuss ist abgestorben, restlos bis auf's Skelett, und dann kommt am "Stamm" das Gewebe, was sich wahrscheinlich nach und nach immer weiter hochzieht und einfach verschwindet.

    Tippe dabei also wirklich auf eine Phosphorlimitierung.

    Was Du machen kannst:

    Ich rate Dir nicht, Phosphor in Form einer Chemikalie zu dosieren, dass bleibt mal aussen vor (nicht, dass Dir Dein Kumpel vom Labor da was andreht, ich kenne Chemiker, die sind zu allen chemischen Schandtaten bereit und denen wuerde ich was das angeht nicht ueber den Weg trauen :grinning_squinting_face: - nur ein kleiner Scherz, es gibt wohl auch gelegentlich Ausnahmen :weihnacht: ).

    Phosphor anheben und Stickstoff gleichzeitig senken ist gar nicht so einfach, zumal sich der Stickstoff in Deinem Becken ja hauptsaechlich als organischer Stickstoff versteckt. Mehr Fuettern bzw. wirklich mehr Fische einsetzten ist eine Moeglichkeit.

    Aber,

    denk dran, dass hier ist eine Ferndiagnose, ich hab Dein BEcken nicht gesehen und daher alles ohne Gewaer! Ich denke aber, Dein Aquarium kann ein paar Fische mehr durchaus gebrauchen, viele sind ja noch nicht drin.

    Versuche aber vor dem Fischkauf, erst mal fetthaltiges Futter zu geben, z.B. Cyclop Eeze, hat viel Phosphor und im Vergleich relativ wenig Stickstoff.
    Moeglicherweise hilft das schon.

    Ich wuerde nicht 10 Sachen gleichzeitig veraendern, also Schritt fuer Schritt. Das mit dem Cyclop Eeze koennte helfen.

    Hi bigtown,

    ok, mit Gesamtstickstoff und Gesamtphosphor kann man schon eher was anfangen. Ich gehe mal davon aus, dass die Werte stimmen, das kann von uns keiner beurteilen. Also vertrauen wir mal darauf.


    Ich lasse das Redfield-Verhaeltnis erst mal aussen vor und vergleiche Deine Werte mit denen, die im suedlichen Barrierriff gemessen wurden (das sind Daten aus Furnas, M. (2003). Catchments and Corals. Erschienen am Australian Institute of Marine Science). Untersucht wurde kuestennahes Wasser, das im Vergleich zum mittleren und noerdlichen GBR einen deutlich hoeheren Naehrstoffgehalt aufweist.

    Da wird folgender Wert fuer GEsamtstickstoff (NH4/NH3, Nitrit+Nitrat, geloester organischer + partikulaerer Stickstoff) angegeben, bzw. ich hab das alles zusammengerechnet:

    121.6 ug/L N (soll heissen mycrogramm/L)

    und fuer Phosphat+geloestes org. Phosphor + partikulaerer Phosphor

    12 ug/L.

    Verhaeltnis N : P = 10,1 : 1.

    Jetzt bei Dir:

    4.6 mg/L N : 0.02 mg/L P = 121.2 : 1

    Dein Verhaeltnis ist also genau 12 Mal groesser.

    Das ist bisher nur die Rechnerei, die aber schon mal beeindruckend ist.

    Zur Auswertung.

    Ein solches Ungleichgewicht kann durchaus zu einer Naehrstofflimitierung bezueglich Phosphor hinweisen. Wenn Stickstoff in rauhen Mengen vorhanden ist, dann werden die Algen, auch die Zooxanthellen, aus den Vollen schoepfen. So lange, bis was anderes fehlt, und das ist fast immer Phosphor. Eisen kann auch limitieren, denke aber, dass es in Deinem Falle eher am Phosphor liegt.

    Ich selbst hatte mal eine heftige Phosphorlimitierung in einem Versuchsbecken. Und das sah folgendermassen aus:

    Bei einer Stickstofflimitierung hoert das Wachstum von Algen und Korallen meistens auf, aber daran stirbt die Alge nicht unbedingt.

    Phosphor ist aber elementar wichtig, weil es nicht nur in den sog. Energiewaehrungen der Zellen, z.B. Adenosin-Triphosphat (ATP), vorkommt, sondern auch in Phospholipiden und ganz besonders in der DNA und RNA, also in den Traegern des Erbguts.

    Folglich kann ein Mangel an Phosphor durchaus lethal sein.

    In meinem Falle sind die Korallen extrem hell geworden (hatte aber auch wenig Stickstoff drin, von daher muss das nix heissen, meistens bestimmt Stickstoff eine starke Braunfaerbung), und dann ist das Gewebe abgestorben, b.z.w die Korallen haben sich scheinbar selber aufgefressen, dass GEwebe war einfach weg. Also nicht nekrotisch.

    Auf den Bildern, die Du gezeigt hast, da waechst eine Caulerpa racemosa sichtlich gluecklich vor sich hin. Von daher wuerde ich mir nicht so sicher sein, dass es an einer Phosphorlimitierung liegt. Es sei denn, auf den Steinen
    ist noch Phosphat drin, wass sich die Algen "rauskratzen", wer weiss.

    Wie genau sah es aus, als die Korallen gestorben sind, bzw. die eine lebt ja glaube ich noch, da sind ja noch Polypen sichtbar?

    Zur Problembehebung dann spaeter, wenn Du geantwortest hast.

    Hallo Christoph,

    schwierige Frage :schock:

    Wie ich in diesem Bericht schon schrieb, es ist unmoeglich, gleichzeitig fluoreszierende und plakative Farben herauszubringen. Mit dem Aquaconnect Performance bekomme ich tolle Fluoreszensfarben, auch schwache gelbliche Fluoreszenzen, die mit anderen HQI-Brennern oder Vollspektrumroehren nur schwer rauskommen. Hoechstens wenn die Koralle direkt unter einer Blauroehre steht oder wenn die Hauptbeleuchtung ausser den Blauroehren aus ist, sieht man das. Fluoreszenzemissionen sind recht schwach und kommen nur unter einer "dunklen" Beleuchtung gut raus.
    Bei den plakativen Farben ist das eben genau anders herum.

    Was die plakativen Farben angeht wuerde ich momentan T5 Vollspektrumroehren mit zusaetzlichen Blauroehren bevorzugen, und zwar von einer Firma die sich sehr bewusst darum bemueht hat, Befunde aus der Meerwasseraquaristik und der meeresbiologischen Forschung zu verbinden und entsprechend meerwasseraquaristisch taugliche Leuchtmittel zu vertreiben.

    Es gibt ausser dieser Firma keine andere, die zum Beispiel in ihren Leuchtmitteln die PCP Komplexe (siehe mein Bericht auf Korallenriff.de) anspricht. Alle anderen Leuchtmittel gehen nur auf 430 nm, also auf Chlorphyll a, aber nicht auf Peridinin.

    Mit dem IWASAKI hatte ich aber auch ganz gute Erfahrungen gemacht, wie gesagt fehlten bei mir noch einige Blauroehren.

    Den Megachrom kenne ich nicht, weder das Spektrum noch hab ich den Brenner mal live gesehen.

    Jeder macht seine eigenen Erfahrungen und es gibt viele schoene farbige Becken mit unterschiedlichen Leuchtmitteln. Es haengt eben auch nicht alles an der Beleuchtung, der Rest - sprich Naehrstoffgehalt, Stroemung etc. - gehoert auch dazu.

    Ich kann Deine Frage nicht expliziter beantworten, dass kann zur Zeit wohl niemand.

    Zitat

    Original von Sensay
    Klar, es geht eigentlich nur um die Optik, denn die Korallen kommen mit all diesen Lampen gut zurecht, wenn man zusätzlich Blauröhren installiert hat.

    Hi Sensay,

    sorry, aber die Aussage lass ich nicht so stehen!

    Den Korallen ist echt nicht egal, unter welcher Beleuchtung sie stehen. Optischer Eindruck mag ja wichtig sein, aber wenn es um die Korallenhaltung als solche geht, ist die optische Wirkung auf den Halter zweitrangig. Das mag vielen zwar egal sein, aber es gibt gute und es gibt schlecht Leuchtmittel.

    Solange aber hier immer nur von gelb und gruen und schoenem weissem Licht gesprochen wird, naja ... das bringt niemanden weiter.

    Wenn Du schon Michael's dreiflammiges Riga-Becken ansprichst, bei ihm stehen die buntesten Korallen unter dem Daylight-Brenner. FLuoreszenz und plakative Farben sind zwei paar Schuhe. Wenn ich eine gruen fluoreszierende Koralle habe, dann ist es klar, dass die Fluoreszens unter einnem violett- oder blaulastigen Brenner besser zu Geltung kommt. Dafuer kommen die plakativen Farben wie gelb oder rot unter einem blaulastigen Brenner nicht gut zur Geltung, unter einem Daylight Brenner aber schon.

    Nachtrag: ich bin mal gespannt, wie lange es noch dauert, bis es wirklich alle kapiert haben, dass die Farbtemperatur (als Einheit Kelvin) nichts mit der Qualitaet des Leuchtmittels zu tun hat. Der Aquaconnect Performance hat eine Farbtemperatur von 14000 K, einer der Arcadia-Brenner - oder wer immer den auch vertreibt - hat auch eine Farbtemperatur von 14000 K. Und wenn Du die beiden Brenner nebeneinanderstellst, dann ist das ein himmelweiter Unterschied.