Beiträge von Armin Glaser

    Hallo Stefan,

    bei 5.000 Litern kann ein einzelner toter Fisch eine solche Reaktion m.E. nicht
    verursachen. Der Fischtod ist eher Folge der Trübung.

    Ich hatte eine stark milchige Trübung nach dem Ablaichen eines ca. 25 cm
    großen Pocillopora-Stockes (bei 1.500 l). Da sich die Laichprodukte sehr schnell
    zersetzen, wird sehr viel Sauerstoff verbraucht, was zum Erstickungstod
    von Fischen führen kann.

    Hast du dir das Wasser mal unterm Mikroskop angeschaut ? In meinem Fall
    konnte ich Planula-Larven erkennen.

    Auf jeden Fall würde ich, wenn die Trübung noch besteht, zusätzlich mit
    Ausströmern belüften.

    Viel Glück

    Armin

    Hallo Stefan,

    klar, was theoretisch passieren kann ist mir schon klar. Nur würde ich die
    Theorie gerne mit schon gemachten Erfahrungen abgleichen.

    Deshalb suche ich jetzt nach Erfahrungsberichten zum Thema Altbau und
    Salzwasser. Ich bin doch sicher nicht der erste, dem Salzwasser in eine
    Holzdecke ausgelaufen ist, oder ?

    Hallo Leute,

    vor ein paar Tagen liefen während meiner Abwesenheit ca. 80 l Wasser aus
    meinem Becken und haben die Nachbarn unter mir erfrischt.
    Hat jemand Erfahrungen mit den Wirkungen von Salzwasser auf Holzdecken,
    Putz und Tapeten ? Bisher hatte ich immer nur Leitungswasser verkleckert
    und bin mir nicht sicher, was das Salz mittelfristig in einem Altbau anrichten
    wird.

    Gruß Armin

    Hallo zusammen,

    bei solch niedrigen pH-Werten zweifle ich zuallererst an der Messung.

    Bitte unbedingt nur dann Maßnahmen gegen falschen pH ergreifen, wenn
    vor der Messung die Elektrode kalibriert wurde und besser noch mit einem
    2. Gerät eine Vergleichsmessung gemacht wurde !

    Wenn sich der niedrige pH dann bestätigt hat, bedeutet das, (bei normaler
    kH zwischen 5 und 10) dass zuviel Kohlendioxid im Becken ist. Da kommt zuerst
    ein falsch eingestellter Kalkreaktor in Betracht, aber auch hoher Fischbesatz,
    Zersetzungsprozesse, zu starke Fütterung und ein schlecht belüftteter Raum.
    Auch eine starke Calcifikation wirkt sich übrigens pH-senkend aus.

    Mal einfach probieren, ob der pH hoch geht, wenn ein paar Ausströmer an
    einer starken Luftpumpe ins Becken gehängt werden.

    Wenn es mit Kalkwasser gemacht werden soll, folgendes beachten :
    Zugabe nur zwischen ca. Mitternacht und Vormittag da dann der pH-Wert
    minimal ist. Kalkwasser nicht ins Hauptbecken, sondern nur ins Filterbecken
    geben.


    Armin

    Hallo Rene,

    falls du noch nix gekauft hast :

    Einen Leitfähigkeits-Standard für 57,1 mS/cm bei 25°C kannst du einfach
    mit 37,25 g trockenem Kochsalz, das du in genau 1 Liter destilliertem Wasser
    auflöst, selbst herstellen.

    Gruß Armin

    Hallo Reinhard,

    wenn deine Werte also korrekt sind (sorry, dass ich auch in deinem Fall
    erat mal geuzweifelt hab :winking_face: ), dann gibt's irgendeinen Grund, dass sehr viel
    CO_2 in deinem Wasser ist.
    Zersetzungsprozesse würde ich erst mal ausschließen, da du von einem
    längeren Zeitraum sprichst, oder fütterst du extrem viel ?

    Wie sieht das Verhältnis zwischen Atmern und Photosynthetisierern in deinem
    Becken aus ? Sehr viele (große) Fische ? Wobei mich dann wundert, dass die
    pH-Schwankung im üblichen Bereich von ca. 0,5 liegt.

    Noch ein Tip ist die Raumluft. Wenig gelüftet, viele Menschen oder Tiere im
    Raum ? Versuch mal, die Abschäumer- bzw. Ausströmerluft von draußen zu
    holen.

    Und dein VE-Wasser ? Das hast du doch hoffentlich ph-kontrolliert ? Da gab's
    doch schon ein paar seltsame Erfahrungen....

    Gruß Armin

    Hallo Simone,

    eine kH von 13 entsteht nicht von alleine. Auch könnte deine Messung falsch sein,
    wobei die kH-Tests normalerweise recht zuverlässig sind.
    Hast du einen Kalkreaktor ? Wie gibst du Calcium zu, mit 2 Komponenten ?
    Mit der Balling-Methode ?
    Jedenfalls solltest du die Zufuhr von Hydrogencarbonaten einstellen, bis
    die kH wieder bei 6-8 liegt.

    Gruß Armin

    Hallo Reinhard,

    auf die notwendigen Maßnahmen bist du ja bereits gekommen :
    Abschäumer an (egal ob mit oder ohne Topf) und Ausströmer rein.
    Zur Sicherheit aber unbedingt dein Messgerät kalibrieren, das ist nach wie
    vor die wahrscheinliichste Ursache für seltsame Werte.

    Wenns ein netzbetriebenes Gerät ist, messe auch mal eine Wasserprobe
    in einem Extragefäß statt direkt im Becken, um Rückkoplungseffekte
    auszuschließen.

    Gruß Armin

    Hallo Thomas,

    sag das nicht so laut mit den 2 mg sonst fängt noch irgendjemand an, kiloweise
    Phosphat in sein Becken zu kippen...

    Zu dem Einfluss von PO4 auf die Calcifikation gibt es folgendes zu sagen :
    Phosphat hemmt die Bildung von Kalk, das ist richtig. Aber das tut Magnesium
    genauso, und es kommt zum Glück trotzdem niemand auf die Idee, Magnesium
    aus dem Becken zu verbannen.

    Die Untersuchung von Simkiss aus dem Jahre 1964, die in diesem Zusammen-
    hang gerne erwähnt wird, zeigte, dass die ANORGANISCHE Kalkbildung durch
    Phosphat gehemmt wird. Eben so wie durch Magnesium. Das erstaunliche im
    Meer und im Aquarium ist aber immer wieder, dass Organismen Dinge können,
    die die Chemie alleine nicht zu Stande bringt.

    Und das wichtigste hast du ja schon erwähnt : Stabilität der Werte, an die die
    Tiere gewöhnt sind und beim Umsetzen aus einem Becken mit anderem Klima
    ganz langsame Umgewöhnung.

    Gruß Armin

    Hallo Uwe,

    Spülen soll das Verblocken der Membran verhindern, also Ablagerungen
    entfernen. Das ist vor allem bei hartem Wasser wichtig. Wie du siehst,
    gibt es einige Glückliche, die auch ohne Spülen zurecht kommen, aber
    wenigstens 1 mal im Monat 1-2 Minuten sollten schon sein.

    Armin

    Hallo Thomas,

    in deinem Fall, durch die Verwendung von Portlandzement, ist der Zusammen-
    hang relativ klar : Durch die CaO-Zugabe kam es zu einer starken Erhöhung des
    pH (der lag zwischendurch sicher noch weit über 9,2) und dadurch zu einer
    Ausfällung von CaCO3. Weniger CO3 im Wasser bedeutet weniger Carbonat-
    härte.

    Das ist der Effekt, vor dem immer gewarnt wird, wenn zu viel Kalkwasser auf
    einmal ins Becken gekippt wird.

    Gruß Armin

    Hallo Albert,

    in deinem Fall würde ich auf jeden Fall auch die genannte Phosphatlösung
    verwenden. Bei stärkerem Fischbesatz könnte sich dein Phosphatmangel
    durch stärkere Fütterung erledigen, so musst du es eben extra Zugeben.

    Aminosäuren sind nur eine Stickstoff-Quelle, und die auch nur für hetero-
    trophe Organismen. Das bedeutet, dass deine Korallen zwar die Aminosäuren
    aufnehmen können, aber ihre Zooxanthellen haben erst was davon, wenn
    die Aminosäuren zu Ammonium, Nitrit und Nitrat verdaut wurden.
    Deshalb würde ich auch etwas Stickstoff zusetzen, Rezept ist auch in Jörg
    Kokotts Artikel.

    Die Spurenelemente werden hier keine so große Rolle spielen, konzentrier dich
    auf N und P.

    Gruß Armin

    Hallo Marcus,

    Ammonium 0,2 mg/L und kein NO2/NO3 bedeutet, dass dein Becken tot ist.
    Schließe zuerst mal einen Messfehler aus (Messung 3 mal durchführen und/oder
    anderen Test verwenden).
    Ansosnsten würde es bedeuten, dass du noch keinerlei Ammoniumverarbeiten-
    den Bakterien im Becken hast, was nur in den allerersten Tagen der Fall sein
    kann. Schmeiß mal ne Hand voll Bodengrund aus einem alten Becken rein.

    Und auf keinen Fall Tiere einsetzen !

    Armin

    Hallo Thomas,

    wie Markus schon gesagt hat, nimm solche Werte in der Einfahrphase
    nicht allzu tragisch.

    Aber das LANGSAM merk dir bitte von Anfang an ! Jede Änderung im Becken
    ist umso stressiger für die Bewohner, je schneller sie durchgeführt wird.
    Irgendeinen Wert innerhalb von 24 Stunden um 50% zu steigern, ist keine
    gute Idee.

    Gruß Armin

    Hallo Frank (?),

    du kannst die verschiedenen Spurenelementlösungen nicht miteinander
    vergleichen. In 1 ml Lösung kann ganz unterschiedlich viel drin sein.
    Was und wieviel tatsächlich drin ist, kannst du nur wissen, wenn du die
    Lösung selbst ansetzt oder ansetzen lässt.
    Ansonsten musst du dich, wenn du Spurenelemente verwenden willst, auf
    die Hersteller-Dosierangaben verlassen oder auf die Erfahrungen anderer
    aufbauen.

    Grundsätzlich gilt : Lieber weniger als mehr verwenden. Und bei regelmäßigem
    Wasserwechsel ist die Versorgung eigentlich ausreichend.

    Armin

    Hallo Klaus,

    dein Ca-Gehalt von 400 ist ausreichend. Bedenklich ist, dass deine kH schon
    knapp über 10 ist.
    Deshalb würde ich dir empfehlen, den Kalkreaktor etwas runter zu fahren
    und zusätzlich etwas Calciumchlorid zuzugeben.
    Wenn du mindestens 20% Wasserwechsel im Monat machst, brauchst
    du auch keine Angst vor einer Veränderung deines Wasserzusammensetzung
    (Ionenverschiebung) zu haben.

    Gruß Armin

    Hallo Peter,

    die Werte sind wirklich etwas krass. Zuallererst natürlich dein Messgerät
    zur Sicherheit nochmal kalibrieren.

    Und dann das Wasser nach dem Harz nochmal messen. Gib auch mal ein
    bisschen Kochsalz dazu, das verändert den pH nicht, macht aber in
    Reinstwasser die Messung stabiler.

    Selbst bei nem Mischbettharz mit schwach basischen Anionen- und stark
    saurem Kationentauscher würde ich nicht so einen niedrigen pH erwarten.
    Vielleicht hat da jemand beim Regenerieren gepfuscht (Hersteller).

    Du kannst das Wasser aber bedenkenlos mit Calciumhydroxid auf pH 7
    bringen bevor du das Meersalz zugibst. Dann hast du gleich noch ein bisschen
    Extracalcium.

    Gruß Armin

    Hallo,

    in 1 Liter Wasser lösen sich 96 Gramm Natron.
    Problematisch wird's höchstens, wenn es zu sehr verklumpt ist,
    weil es feucht geworden ist.

    Dann am besten rohe Gewalt anwenden und so klein wie möglich zerbröseln.

    Gruß Armin

    @Alle

    Es ist ein unerschöpfliches Thema =)
    Nun gut, weil nicht alle brav immer den Meerwasseraquarianer gelesen haben,
    halt nochmal hier :

    - Kalkwasser also Calciumhydroxidlösung enthält keine kH. Sie hebt aber
    den pH-Wert und verschiebt damit das Karbonatgleichgewicht weg von
    der Kohlensäure. Deshalb will das Wasser jetzt Kohlensäure aufnehmen.
    Bekommt es die Gelegenheit dazu (Abschäumer, Oberflächenbewegung),
    dann löst sich Kohlendioxid aus der Luft und es ist mehr kH im Wasser.

    - kH hat NIX mit Magnesium oder Calcium zu tun ! (außer dass sie zusammen
    ausfallen können). Ich kann ohne Calcium und Magnesium die kH fast beliebig
    steigern.

    - Die durch Kalkwasser gebildeten (Hydroxil-)Apatite können nur Depots bilden,
    wenn das Kalkwasser direkt ins Becken gegeben wird. Deshalb einfach
    in die erste Kammer des Unterbeckens tropfen, dann passiert nix.

    - Thomas: In den von dir erwähnten Artikel von Lars haben sich leider
    ein paar Fehler eingeschlichen.


    Gruß Armin

    @all

    Die Zufuhr von Ca/Mg mit der Ballingmethode und die Zugabe von
    Spurenelementen sind zwei unabhängige Dinge, die einzeln oder gemeinsam
    durchgeführt werden können.

    Die "selbstgemischten" Methoden haben den großen Vorteil, dass man weiß,
    was ins Becken kommt, bei Fertigprodukten muss man darauf hoffen, dass
    der Hersteller es schon richtig gemacht hat.

    Bei den Nightsun-Produkten wird angegeben, dass zB Calcium in "ausreichender
    Menge" enthalten wäre. Gleichzeitig wird die Verwendung eines Kalkreaktors
    empfohlen. Wozu, wenn doch ausreichend Ca drin ist ?

    Jedenfalls lässt sich auf dieser Grundlage nicht eindeutig sagen, ob eine
    zusätzliche Ballingdosierung (statt eines Kalkreaktors) sinnvoll ist oder nicht.
    Ich würde einfach mal mit der halben bisherigen Ballingmenge starten, täglich
    Ca und kH messen, und je nach Entwicklung mehr oder weniger Balling
    zugeben. Und zur Sicherheit immer regelmäßig Wasser wechseln, was der
    Nightsun-Hersteller auch selbst empfiehlt.

    Gruß Armin

    Hallo Izabella,

    das ist oK mit dem Kaisernatron. Es ist ziemlich reines Natriumhydrogencarbonat,
    das du unbedenklich verwenden kannst.

    Aber denk dabei dran, dass die kH im Meer nie über 7 liegt, gib also nicht
    zuviel davon dazu. Und achte auch auf deinen Ca-Gehalt.

    Gruß Armin

    Hallo Kai,

    die Karbonathärte ist, auch wenn's immer mal wieder anders behauptet wird,
    nach unten hin völlig unabhängig vom Ca- und Mg-Gehalt.

    Du könntest also theoretisch jeden beliebigen kH-Wert zwischen 0 und 10
    haben. Nur nach oben hat er irgendwo über 10 eine Grenze, weil dann
    Kalk ausfallen würde.

    Gruß Armin

    Hallo Ulrich,

    ja, du hast richtig getippt, es sind die gleichen Harze, nur getrennt. Das macht
    es möglich, sie selbst zu regenerieren.
    Die Mischbettharze werden auch regeneriert, aber dazu müssen sie erst
    zB inZentrifugen getrennt werden. Das wirst du kaum selbst hinkriegen.

    Wenn man es böse interpretieren will, kann man ein Mischbettharz als einen
    Trick, der's Regenerieren verhindert, bezeichnen.

    Gruß Armin

    Hallo Quasi,

    schau mal in den Meerwasseraquarianer 1+2/2004, da habe ich die
    verschiedenen Methoden verglichen.

    Die großen Aräometer sind unter den bezahlbaren Methoden die genauesten,
    mit den Plastikzeigerteilen kannst du nur Veränderungen feststellen, aber nicht
    deine Ergebnisse mit denen anderer Becken, die mit anderen Geräten
    gemessen wurden, vergleichen.
    Und die Dichteangaben sind auf den Plastikteilen und bei den meisten Refraks
    Quatsch, deshalb immer die Salinität (= Gramm Salz pro Kilogramm Meerwasser)
    verwenden.

    Gruß Armin

    Hallo Henry,

    dann hat sich ja der mysteriöse Calcium-Fall aufgeklärt, wenns beim 2.Mal
    geklappt hat. Möglicherweise hast du beim 1.Mal kein Dihydrat, sondern
    wasserfreies Calciumchlorid verwendet.

    Zu den Laborwerten : Jens hat Recht, viele Labors, die sich mit Meerwasser
    nicht auskennen, produzieren nur wirre Zahlen statt vernünftiger Ergebnisse,
    wenn man ihnen eine Sallzwasserprobe zum Messen gibt.

    Es kommt aber auch stark auf die Methode an : Bei der komplexometrischen
    Titration ist es egal, ob sich Ca und Mg in Süß- oder Salzwasser befinden. Und
    das ist auch die Methode, nach der die Aquarientests arbeiten. Das tun sie
    bei richtiger Anwendung auch recht gut.

    Labors arbeiten dagegen oft mit AAS oder ICP-OES, und wenn sie da Salz-
    wasser nicht gewohnt sind, geht's halt in die Hose.

    Jedenfalls ist deine Investition in einen Labormessbecher (besser noch ist ein
    Maßkolben) eine gute Geldanlage.

    Gruß Armin

    Hallo Johannes,

    du hast nicht ganz Unrecht mit deinem Einwand, aber gar so hart würde ich
    nicht urteilen. Es ist richtig, dass Versuche mit elementarem Eisen schon seit
    Jahrzehnten in der Meerwasseraquaristik gemacht wurden, teilweise mit Erfolg
    und teilweise mit bösen Folgen.

    Die Erfolge beruhen auf der Bildung von schwerlöslichen Eisenphosphaten, die
    dem Wasser Phosphat entziehen, die Misserfolge hauptsächlich auf Verunreini-
    gungen des verwendeten Eisenmaterials zB durch Kupfer (ab einer bestimmten
    Konzentration ist Cu eben kein notwendiges Spurenelement mehr, sondern
    ein giftiges Schwermetall).

    Bei Verwendung von hochreinem Eisen bleibt als größtes Risiko ein Fe-Überdün-
    gung, über die sich ALLE Algen freuen, nicht nur die Zooxanthellen. Und natür-
    lich sollte das Material so eingesetzt werden, dass sich die gebildeten Phosphate,
    hauptsächlich Vivianit und Strengit, nicht im Becken ablagern können, da dies
    einen "Zeitbombeneffekt" haben könnte. Mikroorganismen neigen nun mal
    dazu, die Thermodynamik auf den Kopf zu stellen.

    Diese Methode der Phosphatfällung wird übrigens auch schon seit Jahrzehnten erfolgreich
    in der Abwasseraufbereitung eingesetzt.

    Dass sich die scheinbar nah verwandte, aber chemisch doch recht differente Methode
    der Eisenoxyhydrate (Rowaphos und Co) in jüngerer Zeit durchsetzt, hat auch klare
    Gründe : Hier findet kein Fe-eintragender Lösungsprozess statt, sondern eine Chemadsorption
    (Das ist auch der Grund, warum hier Silikate gebunden werden können, das hat nichts mit
    irgendwelchen pKs-Werten der Kieselsäure zu tun).

    Aber wie gesagt, wenn das Material rein genug ist, hat dieser Versuch allein schon wegen
    der Eisenoxyhydratpreise, die in der Aquaristik verlangt werden, seine Berechtigung.

    Gruß Armin

    Hallo Henry,

    das ist ein interessantes Ergenbnis, das entweder gegen die Apotheke oder
    gegen das Labor spricht.

    Das Magnesium-Ergebnis kann ich noch erklären, beim Calcium-Ergebnis ist was
    faul. Der Wassergehalt des verwendeten Salzes kann ein Grund für
    Abweichungen sein, wenn das Salz nicht völlig trocken gelagert wird, nimmt es
    Feuchtigkeit auf. Das führt dann zu NIEDRIGEREN Ergebnissen. Bei
    sachgemäßer Lagerung sollten diese Abweichungen aber so gering sein, dass
    wir sie für aquaristische Zwecke vernachlässigen können.

    Ein zu HOHES Ergebnis, wie es beim Calcium auftrat, ist nicht durch feucht
    gelagertes Calciumchlorid, sondern nur durch einen Wäge- oder Messfehler
    erklärbar.

    Gruß Armin

    Hallo Cornelia,

    wenn du deinem Calciumchlorid nicht traust, mach mal folgenden Versuch :
    Nimm 1 Liter Wasser aus deinem Becken, gib einen halben Kaffelöffel
    deines Calciumchlorids dazu, rühr um und mach dann damit einen Ca-Test.
    Er sollte jetzt mindestens 500 mg/l MEHR anzeigen als wenn du eine Probe
    direkt aus dem Becken misst.

    Das praktische an der Ballingmethode ist, dass du so ein Problem, wie es bei
    dir gerade auftritt, sehr gut damit behandeln kannst :
    Nimm einfach ein paar Tage nur noch Calciumchlorid und lass das Natron weg.
    Kontrollier oft die kH und den Ca-Wert. Wenn kH runter und Ca hoch geht, gib
    allmählich wieder alle Komponenten zu. Auf die Art kannst du rauskriegen, was
    speziell für dein Becken optimal ist.
    Wenn du dabei auf regelmäßigen Wasserwechsel achtest, brauchst du dir auch
    keine Sorgen wegen einer möglichen Änderung der Zusammensetzung deines
    Wassers machen (Ionenverschiebung).

    Gruß Armin

    Hallo Andre,

    ich wundere mich zwar ein wenig, dass Balling bei dir zu einer kH-Senkung
    führt, aber wenn der Wert nicht weiter runter geht, brauchst du dir keine
    Sorgen zu machen.

    Die Korallen nehmen ihren Kohlenstoff für die Kalkbildung hauptsächlich aus
    CO2 auf, deshalb hat dein kH-Wert zunächst nur Auswirkungen auf das
    Puffervermögen.

    Aber wie gesagt, lass ihn nicht weiter absinken und alles ist oK.

    Gruß Armin

    Hallo Christian,

    wie gesagt, das ist ein worst case Szenario, also die Annahme des schlimmst
    möglichen Falles.
    Real wird sich der Reißnagel nur allmählich lösen, in der Zwischenzeit werden
    hoffentlich einige Wasserwechsel passiert sein. Aber es ist halt nicht auszu-
    schließen, dass es ein Problem gibt.

    Gute Nacht.
    Armin

    Hallo Andre,

    gut, dass ich noch mal reingeschaut habe.

    Lass uns kurz mal rechnen : Deine 1500 Liter sind bei 200*80*70 etwas
    hoch angesetzt (oder hast du ein 1000 Liter Filterbecken?), ich gehe mal
    von 1000 Litern aus.

    Beim Reißnagel hast du super geschätzt, er wiegt auf meiner Laborwaage
    exakt 200 mg !

    Lass uns vom worst case ausgehen, es wären 150 mg Kupfer enthalten, die
    sich sofort komplett auflösen würden. Dann hättest du 0,15 mg Cu/l im Becken.

    Ich hab einen Beitrag gefunden, in dem angegeben wird, dass eine Montipora
    bei 0,0056 mg Cu/l verendet ist (Quelle: Marine Microcosm
    Experiments on Effects of Copper and Tributyltin-Based Antifouling Paint
    Leachates, Henderson, R.S. Journal: Tech.Rep.No.1060, U.S.Naval Ocean
    Systems Center, San Diego, CA :51 p.,1988 )

    Wie gesagt, ich bin vom unwahrscheinlichen schlimmsten Fall ausgegangen.
    Ich kann dir nicht garantieren, dass irgendwas in deinem Becken wegen
    einem Reißnagel Probleme kriegt. Aber ich kann es noch weniger aus-
    schließen.

    Gruß Armin

    Hallo Marco,

    wenn dich genauer interessiert, wie es zu dem hohen kH-Wert kommt, lies
    mal den Meerwasseraquarianer 3/2003, da habe ich einen Artikel zu dem
    Thema geschrieben.

    Lass mal die ganzen Mittelchen weg, bis die kH wieder unter 10 ist. Und danach
    öfter messen, damit sie nicht mehr so hoch steigt.

    Gruß Armin

    Hallo Izabella,

    die richtige Einschätzung hast du ja schon rausgekriegt, nämlich dass 8 bis 10
    mg Si/l zu viel sind.

    Aber noch kurz zum Problem Silizium/Silikat. Silizium mach ziemlich komplizierte
    Verbindungen, deshalb herrscht, wie man an den Beiträgen sieht, auch viel
    Verwirrung drum :

    Silikate werden als SiO2 angegeben, auch wenn von Kieselsäure geredet wird,
    die eigentlich die Formel Si(OH)4 hat, ist bei der Wasseranalytik meist SiO2
    gemeint.

    Zum Umrechnen nimmt man den Siliziumwert mal 2,14 um den Silikatwert zu
    erhalten, in deinem Fall kommt also 17 - 21 g Silikat raus, verdammt viel.
    Was gut für die Wasserleitungen ist, ist halt manchmal nicht so gut für's
    Aquarium.

    Gruß Armin