Beiträge von Armin Glaser

    Hallo Skeeve,

    dosieren musst du 14,75 ml aus Kanister 1 und 24,3 ml aus Kanister 3 pro Tag.
    Kanister 2 lass zu, denn dein Magnesiumwert ist eh schon zu hoch.
    Meerwasser enthält nur 1283 mg Mg pro Liter !

    Ausrechnen tust du das so : 30 mg Ca/L in einer Woche x 375 = 11,25 g Ca = 41,31 g CaCl2*2H2O
    => Pro Tag 5,9 Gramm, die sind in 5,9 x 2,5 mL Lösung 1

    1,5°dKH/L in einer Woche entspricht 0,54 mMol HCO3.
    0,54 mMol x 375 = 202,5 mMol = 17,01 Gramm NaHCO3
    => pro Tag 2,43 Gramm, die sind in 24,3 mL Lösung 3.

    Das ganze hätte dir Martins genialer Salzrechner schneller sagen können,
    du gibst die Anfangs- und Endwerte ein, zB 420 und 450, dann den Beckeninhalt
    und dann kriegst du die 41,3 Gramm CaCl2*2H2O geliefert. ACalc schlägt dann
    zwar vor, es in 3 Tagen zuzugeben. aber die Rechnung 41,3/7 und die Umrechnung
    Calciumsalz in Lösungsmenge (1 mL enthält 0,4 Gramm CaCl2*2H2O) ist doch einfach.

    Aber vielleicht regst du Martin mal an, die Dosierzeit variabel zu machen,
    das wäre praktisch.

    Gruß Armin

    Hallo Inken,

    keine Angst, das Iod läuft nicht gleich davon, wenn du das Lcht einschaltest :grinning_squinting_face:

    Passieren kann bestenfalls eine Oxidation vom Iodid zum Iod und
    vom Iod zum Iodat, wobei elementares Iod die flüchtigste Form ist,
    zumindest solange es nicht zB in PVP gebunden ist.

    Aber egal ob du Iodid, Lugol oder PVP-Iod dosierst, solange du das Wasser nicht mit
    UV-Strahlern zum Kochen bringst, wird sich der Iodverlust in Grenzen halten.

    Gruß Armin

    Hallo Roger,

    du hast es zum Glück schon bemerkt : Mit dem Aräometer misst du die DICHTE,
    keine relative oder spezifische. Zumindest wenn kein für den amerikanischen Markt
    produziertes Aräometer ist. Dann würde aber zB 25°/25° draufstehen
    (auf dem deutschen steht entweder nur 25° oder 25°/4° drauf).

    1,0212 bei 26.5°C ergeben eine Salinität von 32,8, also nix wirklich schlimmes.
    Wenn du unbedingst willst, gib ca. 700 gramm Salz über mehrere Tage verteilt
    in dein Becken, aber wahrscheinlich kommen deine Tiere mit den knapp 33 gut klar,
    Indik und Pazifik haben in großen Bereichen auch nur 34.

    Gruß Armin

    Hallo Roger,

    die Dosierung würde ich vom Zustand der Tiere abhängig machen.
    Wenn du keine Stressanzeichen siehst, dann kannst du dir Zeit lassen und
    maximal 0,5 g/Liter täglich steigern. Wenn du akute Anzeichen siehst, dann
    ruhig 2 g/Liter an einem Tag.

    Aber so wie du es beschreibst, scheint es noch nicht akut zu sein. Euphyllias
    sind übrigens hervorragende Indikatoren für zu geringe Salinität, die reagieren
    darauf sehr empfindlich.

    Gruß Armin

    Hallo Thomas,

    prinzipielle spricht nix gegen die Verwendung der anderen PVP-Iod-Präparate, bei Braunol
    musst du halt 33% mehr dosieren.

    Aber wenn alles so günstig in der Meerwasseraquaristik wäre wie die Ioddosierung
    (Betaisodonna: 1 Liter ca.30 Euro, hält ein Leben lang),
    dann hätte ich ein Problem weniger.

    Gruß Armin

    Hallo Zipiiiiiiiiii,

    lass das bitte bleiben mit der Mg-Zugabe ! Und dosier weniger Balling, vor allem die Natronlösung !

    Dein Magnesiumwert entspricht genau dem von Meerwasser, mehr ins Becken
    zu kippen, wäre Unsinn. Mach 20% Wasserwechsel und lass Balling erstmal weg.
    Wenn Calcium unter 360 fallen würde und die KH immer noch bei 8 oder höher
    liegen würde, dann gib erstmal nur den Calciumchloridanteil und die Hälfte
    des NaCl-freien Salzes zu, nicht das Natron.

    Gruß Armin

    Hallo Quinie,

    das Problem der konzentrierten Natronlösung ist, dass sie ganz viel Kohlensäure
    enthält, die sie gerne an die Luft abgeben will. Je länger sie offen rumsteht, desto
    besser kann sie das. Wenn sie dabei umgerührt wird, geht's noch schneller.
    Sie "altert" sozusagen. Du kannst das am pH sehen, er liegt am Anfang in der
    Gegend von 8, später bei 10.

    Wenn du diese "gealterte" Natronlösung zugibst, dann reagiert sie mit dem
    Calcium im Wasser und es giibt es einen Calciumcarbonatnebel. Aber wie René
    schon richtig vermutet hat, macht dieser Nebel nix aus. Er löst sich, wenn das
    Wasser an der Eintropfstelle genung bewegt wird, einfach wieder auf.

    Gruß Armin

    Hallo Martin,

    es gibt nur 2 realistische Gründe :

    1) pH-Messung stimmt nicht
    2) zuviel CO2 im Becken

    Zu 1): womit hast du gemessen ? Schätztropfen oder elektronisch ?
    Wie ist dein gemessener pH abends ?

    Zu 2): Fischbesatz im Verhältnis zu zooxanthellaten Korallen und Algen ?
    Wie gut ist der Raum belüftet ?

    Da deine KH in Ordnung ist, würde ich das Natriumcarbonat weglassen. Bei zuviel
    Carbonatzugabe kannst du immer Ausfällungen bekommen, egal wieviel CO2
    in deinem Becken ist.

    Gruß Armin

    Hallo Christoph,

    ach so, jetzt weiß ich wie du da drauf kommst.
    Bei der Betaisodonna-Lösung ist unter sonstige Bestandteile auch Kaliumiodat
    angegeben. Aber eben nur "sonstige Bestandteile". Das heißt, dass eine minimale
    Menge Kaliumiodat zugegeben ist, wahrscheinlich zur Stabilisierung, die aber
    im Vergleich zu den 11 g verfügbarem Iod pro Liter völlig zu vernachlässigen sind.

    Deshalb ist es völlig wurscht, ob du die Lösung unter dem Namen Betaisodonna
    oder PVP-Iod kaufst und zugibst. Nur die Iodmenge musst du beachten,
    Betaisodonna enthält z.B. 11 Gramm pro Liter (11% von 100g PVP-Iod in 1 Liter
    Wasser) wenn eine andere PVP-Iod-Lösung mehr oder weniger Iod enthält muss
    die Dosierung entsprechend verringert oder erhöht werden.

    Gruß Armin

    Hallo Susi,

    ja, da hast du was Feines zum Geburtstag bekommen !
    Ich betreibe auch gerade einen 3-Liter-Fließbettfilter den ich zu einem Drittel
    mit gebrauchtem Timophos aus einem nährstoffärmeren Becken gefüllt habe.
    Die Durchflussrate habe ich auf 180 L/h eingestellt, so dass man gerade noch
    die Oberfläche sich bewegen sieht und am Rand beobachten kann, wie das Material nach unten wandert.

    PO4-Differenz zwischen Ein- und Auslauf ist 0,2 mg/L, wobei ich dazusagen muss,
    dass mein Ausgangswert schon etwas höher ist als in vielen anderen Becken :smiling_face:

    Gruß Armin

    Hallo Christoph,

    mit dem Iodat verwechselst du was. Betaisodonna ist ein Komplex aus PVP und Iod,
    da ist das Iod in einem großen Molekül festgehalten und damit löslich gemacht.
    Iodat ist dagegen ein kleines Molekül, das im Meerwasser entsteht, wenn Iodid oxidiert wird.

    Das PVP-Iod kann abgeschäumt werden, wie Joe schon schrieb. Wieviel im Wasser
    übrig bleibt, bleibt noch zu untersuchen. Jedenfalls ist Iod in dieser Form
    weniger aggressiv, da es im PVP gepuffert wird, und das ist ein großer Vorteil.
    Das Überdosierungsrisiko ist also beim PVP-Iod geringer als beim Kaliumiodid
    und bei der Lugolschen Lösung.

    Es gab da mal vor ein paar Jahren einen interessanten Beitrag, ich glaube es war
    hier im Forum, von jemand, der Haie und andere Fische hielt. Mit Kaliumiodid
    hatten immer entweder die Haie einen Kropf oder die anderen Fische Vergiftungserscheinungen,
    mit PVP-Iod ging es allen gut.

    Gruß Armin

    Hallo Mosen,

    ich denke, das dein AlgenEx gründlich gewirkt hat. Du hast durch die lange Anwendung
    auch Algen abgetötet, die für deine Korallen lebenswichtig sind, die Zooxanthellen. Das sind übrigens auch Dinoflagellaten !

    Ich würde versuchen, dass sich das System sich wieder stabilisiert mit möglichst
    wenig Eingriffen außer Wasserwechseln, bei denen du die Algen gleich absaugen kannst. Aber nicht gleich zuviel
    20% pro Woche sollten etwa die Obergrenze sein.
    Du kannst ruhig nachmittags die Vorhänge zuziehen, damit nicht so viel Sonne reinkommt,
    aber 8-10 Stunden Beleuchtung musst du deinen Tieren mindestens gönnen.

    Gruß Armin

    Aber Hallo,

    da sind 2 wichtige Sachen in der Diskussion außen vor gelassen worden :

    - was hinten aus der UO raus kommt, hängt auch ganz stark davon ab, was vorne
    reinkommt. Die UO hat einen Wirkungsgrad von ca 95%, deshalb sind bei
    hartem Leitungswasser mit 800 Mikrosiemens 40 Mikrosiemens realistisch,
    wenn ich dagegen Leitungswasser mit 100 Mikrosiemens habe, kann die UO
    5 Mikrosiemens schaffen.

    - Ca und Mg ist dem Austauscher in Bezug auf Silizium völlig wurscht. Silizium
    liegt in anionischer Form als H3SiO4-, H2SiO4-- usw. vor, und steht somit hauptsächlich
    in Konkurrenz zu Carbonat und Hydrogencarbonat.

    Gruß Armin

    Hallo Torsten,

    welchen Unterschied zu Null sollte denn Leitungswasser deiner Meinung nach anzeigen ?
    Die Auflösung der üblichen Refraks liegt bei etwa 1 Promille Salinität, das entspricht
    einem Gramm Salz pro Liter. Da siehst du bei Leitungswasser nicht viel.

    Oder kommt bei euch im Norden Meerwasser aus dem Hahn :grinning_squinting_face:

    Gruß Armin

    Hallo Martin,

    ist doch alles ganz einfach :
    Calcium und Alkalinität können beim Kalkreaktor nur in einem festen Verhältnis
    zugeführt werden, egal wieviel CO2 du zugibst (CO2 beeinflusst die Alkalinität
    nicht, weil der pH exakt um soviel gesenkt widr, wie Carbonat- und Hydrogencarbonat
    dazukommt, ein Nullsummenspiel).

    Deshalb kannst du nur eins machen :
    Kalki runterfahren bis deine Alkalinität stimmt und dann Calcium mit CaCl2 aufstocken.

    Gruß Armin

    PS: So ne Frage gehört eigentlich in WASSERCHEMIE

    Hallo Torsten,

    Ich sprach von "relativer Dichte" und "spezifischer Dichte". Diese Begriffe
    sind NICHT genau definiert, weil sie sich auf einen Vergleichswert beziehen,
    der immer mit angegeben werden muss. Es kann reines Wasser bei 20°C sein,
    aber genauso gut Hühnerbrühe bei 78,3 °C.

    Der Begriff "Dichte" ohne was davor ist dagegen eine SI-Einheit, er ist definiert
    als das Gewicht in Kilogramm von 1 Kubikmeter eines Stoffes.

    Zur Temperaturkompensation :
    Theoretisch muss ein temperaturkompensiertes Refraktometer auch im Kühlschrank
    genau den gleichen Salinitätswert anzeigen wie in der Sauna und bei Zimmertemperatur.
    Das ist schließlich der Sinn der Temperaturkompensation !
    Praktisch wird die Temperatur nur in einem bestimmten Bereich kompensiert,
    normalerweise zwischen 10 und 30°C.

    Gruß Armin

    Hallo Moosen,

    erzähl doch erst mal ein bisschen was über dein Aquarium.

    Was ist denn dein Tierbesatz , welche Technik verwendest du und welche Mittelchen
    kippst du außer AlgenEx noch rein ?

    Wo sitzen denn deine Dinos überhaupt, dass die kleine Kolonien bilden ist mir nämlich neu ?

    Und was ist das von dir gefürchtete "Rotlicht", wegen dem du dein Becken nur noch
    nachts beleuchten willst ?

    Vielleicht greifst du einfach etwas zu viel in dein Becken ein und lässt ihm gar keine Chance
    durch ausreichende Beleuchtung, Entwicklung der Mikroorganismen und
    Wachstum der Beckeninsassen ins Gleichgewicht zu kommen.

    Gruß Armin

    Hallo Thomas,

    ich bin platt !

    Machst du das wirklich jede Woche so ? Kannst du mir einen Gefallen tun,
    und die Dinger mal bei 110°C ein paar Stunden im Backofen trocknen und dann nochmal wiegen ?

    Auf das Ergebnis bin ich gespannt.

    Gruß Armin

    Hallo Christoph,

    Iod ist das einzige, was ich selbst noch (außer Wasserwechsel) zudosiere,
    weil mir dessen Verhalten noch nicht gründlich genug untersucht ist (steht
    aber ganz oben auf meiner ToDo-Liste). Aber wöchentliche Dosierung reicht
    mir völlig, an die unbewiesene Behauptung von 12-20 Std glaube ich nicht.
    Abgeschäumt kann es als PVP-Iod theoretisch werden, trotzdem ziehe ich
    diese Dosierform Lugolscher Lösung und ähnlichem vor, da die PVP-Form
    besser gepuffert ist (ähnlich wie bei einem Chelator) und damit verträglicher.
    Denn mir sind Todesfälle durch Iodüberdosierung bekannt, aber keine durch
    Unterdosierung.

    Strontium wirst du im Abschäumer kaum nachweisen können. Es verhält sich
    nach augenblicklichem Kenntnisstand opportunistisch, ist es im Wasser, baut
    es die Koralle ein, ist es nicht da, nimmt sie stattdessen Calcium.

    Gruß Armin

    Vergiss die Dichteangabe auf deinem Refraktometer, denn die oftmals genannte
    spezifische bzw. relative Dichte ist keine klar definierte Einheit (kann auf den Vergleichswert
    Wasser bei 20°C bezogen sein, muss es aber nicht).

    Die Salinität ist erstens klar definiert und zweitens immer temperaturunabhängig,
    d.h. du brauchst im Gegensatz zur Dichte nicht immer angeben, bei welcher
    Temperatur gemessen wurde bzw. auf welche Temperatur sich die Angabe bezieht.

    Das einzige Problem, das beim Refrak bleibt, ist, dass du rausbekommen musst,
    ob dein Refrak wirklich die Salinität oder statt dessen die Konzentration einer
    Kochsalzlösung angibt. Der Unterschied ist genau 1, wenn du also 36 misst, ist
    deine Salinität entweder 36 oder 35. Um das rauszukriegen, mach einfach ein
    einziges mal eine Vergleichmessung mit einem großen Aräometer, dann weißt
    du genau, was dein Refrak anzeigt.

    Und nicht vergessen : zuallererst das Refrak mit destilliertem oder Umkehrosmosewasser
    auf genau 0 einstellen !

    Gruß Armin

    Hallo Chrisi,

    das funktioniert so :

    Dein Ca-Wert ist hoch. Er wird sich, wenn du kein weiters Ca zugibst, ganz allmählich
    senken, sei es durch Ca-Verbraucher (Korallen, Kalkalgen, Schnecken) oder
    durch chemische Fällung (an Steinen, Pumpen...).

    Deine KH ist jetzt schon zu niedrig und würde dabei noch weiter runtergehen.
    Deshalb musst du die KH erhöhen auf etwa 8. Der Rest regelt sich,
    wie oben gesagt, von allein.

    Gruß Armin

    Hallo Sven,

    die physikalischen Vorgänge, die du da andeutest, liegen in der Größenordnung
    von einer Picosekunde. Das ist ein Millionstel von einer millionstel Sekunde !
    Soo lange solltest du das Wasser natürlich reifen lassen :grinning_squinting_face:

    @Christoph:
    Zu Strontium und Iod ist auch einiges an Aquarianerlatein in Umlauf, das seine
    Erklärung weder in Chemie noch in Biologie findet, sondern nur in Geschäftstüchtigkeit.
    Strontium verhält sich ziemlich exakt wie Calcium im Meerwasser. Und bei Calcium
    kannst du ja selber messen, dass es nicht plötzlich verschwindet, sondern nur
    ganz allmählich verbraucht wird. Ich habe Strontium gemessen und kann dir
    sagen , es verhält sich genauso.

    Iod ist zwar etwas komplizierter und kann theoretisch zu einem geringen Teil
    verdunsten, verschwindet aber auch nicht so einfach ins Nirwana, wie manchmal
    behauptet wird.

    Gruß Armin

    Hallo Robert,

    ist alles gar nicht so kompliziert wie es auf den ersten Blick aussieht.

    Die UO setzt du ein, um unliebsame Stoffe wie Silikat, Phosphat, mögliche
    Schwermetalle oder Chlor (über den Kohlevorfilter) aus dem Wasser zu entfernen.
    Dass dabei auch gute Dinge wie Calcium und Carbonat entfernt werden ist nicht weiter schlimm,
    da du eh nie genau das Wasser produzieren kannst, das deine Beckeninsassen brauchen.

    Deshalb musst du ab und zu messen, was deine Tiere verbrauchen, und es nachdosieren.
    Wenn du keine Steinkorallen hast, reicht ein regelmäßiger Wasserwechsel
    meist völlig. Nur Steinkorallen oder sehr große Bestände von Weichkorallen oder
    Kalkalgen verbrauchen so viel Calcium und Carbonat, dass du diese Stoffe zusätzlich zuführen musst.
    Dafür gibt's dann Methoden wie Balling, Kalkwasser oder Kalkreaktor.

    Gruß Armin

    Hallo Chrisi,

    gib 1 gehäuften Esslöffel Natron, in Wasser gelöst, am besten ins Filterbecken.
    Wenn du kein Filterbecken hast, dann langsam an einer gut durchströmten Stelle
    eintropfen. Das müsste für das Becken reichen. Der Rest ist unbedenklich.

    Gruß Armin

    Hallo Lars,

    richtig, Chelatoren "verpacken" bestimmte Ionen, und zwar Metallionen.
    Sie bilden damit eine Art Puffer, der dafür sorgt, dass einerseits die Metallionen
    in Lösung bleiben, dass sie aber andererseits nicht so aktiv reagieren können,
    wie sie es ohne Chelatoren tun würden.

    Algen zB können Chelatoren bilden, Chlorophyll ist beispielsweise einer.
    Chelatoren können aber auch in Spurenelementlösungen oder anderen Mitteln
    drin sein. Daraus folgt, dass das wieder von Becken zu Becken total unterschiedlich
    sein kann, eines enthält viel, ein anderes fast keine Chelatoren.

    Für die Tatsache, dass das Umsetzen eines Tieres aus "eingefahrenem" Wasser
    in frisch angesetztes für dieses großen Stress bedeutet, kann das Vorhandensein bzw. Nichtvorhandensein
    von Chelatoren einer von vielen Faktoren sein. Sicher ist dabei immer, dass
    das eine Wasser anders zusammengesetzt ist als das andere (pH, Nährstoffe
    usw.). Du weißt ja auch, dass es, wenn du ein Tier von einem eingefahrenen
    in ein anderes eingefahrenes Wasser umsetzt, eine erhebliche Belastung für
    das Tier ist (Eingewöhnung !).

    Übrigens : dass Chelatoren pauschal so böse sind, dass sie immer dazu führen, dass Spurenelemente
    abgeschäumt werden, ist mal wieder typisches Aquarianerlatein. Es gibt zwar
    Chelatoren, die abgeschäumt werden können, viele andere können das aber nicht.

    Gruß Armin

    Spontan sind dabei 2 Dinge zu bedenken :

    - eine schnelle Phosphatsenkung ist sehr bedenklich für die Beckeninsassen.
    Chemisch-biologische Veränderungen müssen immer langsam erfolgen, damit
    sich die Organismen daran gewöhnen können und ihren Stoffwechsel umstellen können.

    Oder einfach gesagt : Korallen, die in nullkommanix von 1 mg/L auf fast 0 Phosphat
    umgestellt werden, krepieren einfach.

    - Phosphatfällung ist immer eine Zeitbombe. Das Phosphat verschwindet nicht
    aus dem Aquarium, es wird nur irgendwo abgelagert (Gestein, Bodengrund).
    Wann es dann von irgendeiner Alge oder einem Bakterium wieder aufgenommen wird,
    und später wieder freigesetzt wird, ist nur eine Frage der Zeit.

    Gruß Armin

    Hallo Lars,

    hier geht es um 2 ganz unterschiedliche Dinge.

    Beim "Reifen" des Wassers kann ich dir Recht geben, was da passieren soll
    ist mir, der ein Bisschen Ahnung von Chemie hat, ein Rätsel. Außer einem CO2-
    Austausch bei einer pH-mäßig ungünstig zusammengesetzen Meersalzmischung
    passieren da keine Wunder, wenn ich mein Austauschwasser "reifen" lasse.

    Das kann ich mir also sparen.

    Was anderes ist das "Einfahren" des Beckens. Hier müssen sich Bakterienkulturen
    etablieren, die so grundsätzliche Dinge wie Nitrifikation und Denitrifikation ausüben.
    Ohne die, in einer sterilen Brühe, hättest du nämlich bald eine tödliche Ammoniaklauge
    in deinem Becken.
    Und diese Bakterien müssen sich halt erstmal vermehren, und je mehr altes Wasser,
    Dreck und Lebendgestein ins Wasser kommen, desto schneller klappt das.

    Und außerdem kann ich dir sagen, dass es auch eine coole sportliche Komponente hat,
    1000 Liter Wasser in den 4. Stock zu tragen. Wobei ich's ganz schön unverschämt
    finden würde, wenn mir jemand für sein Abwasser auch noch einen erheblichen
    Geldbetrag verlangen würde.

    Gruß Armin

    Hallo Frank,

    gib mal bitte deinen Ca-Gehalt an. Ich denke, da liegt der Grund, dass die Erfahrungen
    mit den Pumpen so unterschiedlich sind. Ich selbst fahre mit ca. 380 mg Ca/L
    und kH 7-8 und habe noch das alte Modell ohne Bypass : keine Probleme.

    Bei 450 mg/L Ca und kH > 8 kann das dagegen ganz anders aussehen...

    Gruß Armin

    Hallo Dirk,

    deiner Beschreibung nach hast du alles richtig gemacht.
    Magnesiumchlorid-Hexahydrat ist MgCl2x6H2O, Magnesiumsulfat-Heptahydrat MgSO4x7H2O.

    Die Mengen sind nicht zu hoch, mit den 200+25 Gramm gibst du etwa 26,4 g
    Magnesium zu, das sind etwa 75 mg/L Beckeninhalt.

    Das Problem deiner Lippfische liegt sicher woanders. Mg musst du nicht mehr
    zugeben, dein Wert von 1320 mg/L ist völlig ausreichend.

    Konzentrier dich lieber auf die Suche nach anderen möglichen Ursachen.
    Kann ein Giftstoff ins Wasser gekommen sein ? Reinigungsmittel, Parfüm etc. an den Händen ?
    Wie lange hast du die Fische schon ? Könnten sie schon in schlechtem Zustand gekauft worden sein ?

    Gruß Armin

    Hallo Christian,

    du musst gar nicht unbedingt den ganzen Keller lüften.
    Leg einen Schlauch für die Ansaugluft des Abschäumers nach draußen,
    da gibt's normalerweise frische Luft und du bist nicht auf die stickigen Kellerluft angewiesen.

    Aber dimensioniere den Verlängerungsschlauch großzügig, damit der Strömungswiderstand
    nicht zu groß wird, das würde den Lufteintrag verringern.

    Gruß Armin

    Hallo Dirk,

    als alleinige Ursache für den Tod deiner Fische kann ich mir die Mg-Zugabe nicht
    vorstellen. Natürlich erzeugt es Stress, wenn sich ein Wasserparameter
    in wenigen Tagen um 30% verändert, aber ein gesunder Fisch stirbt davon nicht gleich.

    Du hast Tagesdosis der Chemikalien doch hoffentlich nicht auf einmal direkt
    ins Becken gekippt, denn das könnte für Tiere an der Zugabestelle gefährlich werden.

    Sonst muss noch irgendwas anderes mit deinen Lippfischen passiert sein.

    Gruß Armin

    Hallo Thomas,

    da verlassen wir den Bereich der Chemie und betreten die Biologie.

    Die Organismen sind durch jahrtausendelange Anpassung einfach an diese Level
    gewöhnt und haben ganz unterschiedliche Mechanismen entwickelt, verschiedene
    Elemente aufzunehmen.

    Während für Spurenelemente aufwendige Moleküle zum Einfangen produziert
    werden, werden Makroelemente meist durch simplere Mechanismen in die Zelle
    transportiert, oder es besteht sogar nur die Notwendigkeit, den Überschuss
    hinauszutransportieren.

    Innerhalb von gewissen Grenzen sind die meisten Organismen anpassungsfähig,
    ob 1290 oder 1270 mg Mg in einem Liter Wasser sind merkt wahrscheinlich keiner, aber
    je mehr wir uns vom gewohnten Level entfernen,desto mehr stressen wir die Tiere.

    Da muten wir ihnen schon einiges bei den Nährstoffen und den Spurenelementen zu,
    das sie zum Glück meist ganz gut wegstecken. Aber wenigstens bei den
    leichter kontrollierbaren Mengenelementen sollten wir sie nicht auch noch stressen,
    weder nach unten noch nach oben.

    Gruß Armin

    Hallo Tino,

    tatsächlich kann Natronlösung "altern", das bedeutet, dass im Kontakt mit
    Luft CO2 an diese abgegeben wird und damit der pH der Lösung steigt.
    Dass das aber in 2-3 Tagen passiert, halte ich für unwahrscheinlich.
    Oder belüftest oder rührst du die Lösung etwa in einem offenen Gefäß ?

    Aber egal was mit deiner Lösung passiert sein mag, der unter diesen Umständen
    entstehende "Nebel" löst sich von ganz allein wieder auf, wenn langsam genug
    zugegeben wird und die Strömung an der Zugabestelle groß genug ist.
    Es handelt sich um einen lokalen Effekt (pH-Erhöhung an der Eintropfstelle),
    der durch Vermischung mit einer größeren Wassermenge wieder umgekehrt werden kann.

    Grundsätzlich würde ich aber Chemikalienlösungen nicht direkt ins Becken
    geben, sondern besser in die erste Filterkammer, damit keine Tiere von
    der lokalen pH-Veränderung betroffen sind sich evtl. enstehende Phosphat-
    ausfällungen nicht im Becken ablagern.

    Gruß Armin

    Hallo Christian,

    die Schwankung um 0,5 ist noch oK.
    Verringern kannst du sie durch stärkere Belüftung des Aquariums (Abschäumer, Oberflächenbewegung)
    und gute Belüftung des Raums, damit der CO2-Gehalt gleich bleibt und nicht durch Atmung erhöht wird.

    Gruß Armin

    Hallo lieber Hans-Werner,

    auch wenn ein Smiley dahinter steht, unterstütz doch bitte nicht (unabsichtlich) die unhaltbare These
    von der Kaliumzugabe durch Kaliumjodid.

    Kalium ist ein Mengenelement, Iod ein Spurenelement.
    Auf ein Atom Iod kommen fünfundzwanzigtausend Atome Kalium im Meerwasser.
    Bei der Zugabe von Kaliumiodid ist das Verhätnis dagegen 1:1.
    Wenn ich die Kaliumkonzentration im Becken auch nur von 400,0 auf 400,1 mg/L
    durch Kaliumiodidzugabe erhöhen würde, hätte ich ein Aquarium voller toter Tiere,
    gestorben an Iodvergiftung !

    Gruß Armin