Beiträge von Armin Glaser

    Hallo Nomade,

    ein paar Sachen kann man beim Zugeben schon falsch machen :

    1) Alle Substanzen morgens zugeben, da ist der pH am niedrigsten
    2) nix direkt ins Becken kippen, kein Tier liebt Chemiebäder. Solltest du wirklich
    kein Technikbecken haben, dann verdünnte Lösung langsam direkt in eine
    starke Strömung geben, so dass es sich sofort verteilt.
    3) Der Abstand sollte so groß sein, dass kein Natron direkt auf Calciumchlorid trifft,
    sonst gibt's Ausfällungen. Dafür reichen normalerweise einige Minuten Abstand.

    Gruß Armin

    Hallo Frank,

    deine Einschätzung von Silikat kann ich nur bestätigen.
    Im Meer werden teilweise bis 3,75 mg/L Si = 8 mg/L SiO2 = 12,85 mg/L Si(OH)4
    gemessen und im Aquarium soll jedes Milligramm eine Katastrophe sein ?
    Kann ich nicht nachvollziehen. Ich habe sogar schon testweise Silikat ins Wasser
    dosiert. Das hat niemandem geschadet.

    Bei deiner Einschätzung der Adsorption von Silikat bin ich anderer Ansicht.
    Oxidische Eisenoberflächen binden Ionen. Dabei unterscheiden sie zwar stark nach
    der Ionenart, bei nicht allzu hohem pH wird bevorzugt Phophat und Arsenat gebunden,
    aber völlig ignoriert wird Silikat von dieser Oberfläche auch nicht. Die Art der Bindung
    ist dabei die gleiche wie beim Phophat.

    Gruß Armin

    Hallo Dieter,

    solange du in dein Becken keine Fische setzt, oder zumindest keine, die größer
    als 5 cm werden können, kannst du mit gutem Gewissen so weiter machen.

    Andreas:
    Das interessiert mich. Ich bin davon ausgegangen, dass die Hersteller inzwischen alle so weit sind,
    keine phopshatbelastete Aktivkohle mehr zu vertreiben. Wenn du Befürchtungen
    hast, es im Forum zu schreiben, schick mir doch den Namen per PN.

    Aber mach vorher bitte nochmal eine Kontrollmessung.

    Gruß Armin

    Hallo Markus,

    die Methoden ohne Mineralsalz sind Vereinfachungen der Ballingmethode, die
    etwas mehr Stress für die Tiere bedeuten, bei starkem Wasserwechsel jedoch tolerabel sind.

    Ich empfehle Calcium und kH regelmäßig zu messen und soviel Calciumsalz bzw
    Natron zuzugeben, dass die zugehörigen Werte im optimalen Bereich bleiben.

    Ein Becken ist meist etwas komplizierter, als es sich mit einer einfachen Formel berechnen lässt.

    Gruß Armin

    Sorry Peter, wenn ich hier kurz offtopic werden muss, aber dazu muss ich kurz was sagen :

    Die Aussage "Kalium wird abgeschäumt je nach Modell sogar stark abgeschäumt" ist nachweislich falsch !!!

    Das lässt sich schon durch kurzes Nachdenken ausschließen, rechnet mal aus wieviel Kalium dann in einem Liter Flotat sein müsste !
    Ich hab aber nicht nur drüber nachgedacht, sondern auch nachgemessen.
    Ergebnis : Durch Abschäumung kann keine relevante Menge Kalium dem System entzogen werden.

    Mehr dazu erzähle ich am Sonntag in Sindelfingen.

    Gruß Armin

    Hallo Dirk,

    das beste Gerät für Schwefelwasserstoffmessungen sitzt mitten in deinem Gesicht,
    die Nase ! Lass vorsichtshalber auch jemand anderes an der Probe riechen, es soll
    Menschen geben, die sehr unempfindlich darauf reagieren. Aber normalerweise
    stinkt das erbärmlich nach faulen Eiern.

    Dein niedriger pH bestätigt meinen Verdacht : Irgendwas gammelt in deinem Becken
    und verbraucht dabei Sauerstoff !

    Gruß Armin

    Hallo Thorsten,

    du meintest :
    "Alle Aquarientests messen statt Silikat auch Phosphat und umgekehrt!"

    Das stimmt so nicht. Zumindest für Tests auf dem Niveau von Merck, wahrscheinlich
    aber auch für andere. Und wäre auch fatal !

    Beide Tests enthalten zwar als Komplexbildner Ammoniumheptamolybdat,
    aber der Phosphattest verhindert mit Antimontartrat, der Silikattest mit Oxalsäure,
    dass das jeweils andere Anion eine Interferenz ergibt.

    Und das funktioniert auch !

    Gruß Armin

    Hallo Michael,

    ich kann mich Frank nur anschließen !

    Wenn die Korallen vorher keine Probleme hatten und jetzt welche bekommen,
    dann liegt das da dran, dass sie das Phosphat gewohnt waren und jetzt plötzlich
    ihren Stoffwechsel umstellen müssen.

    Lass ihnen doch lieber ihre gewohnten Bedingungen.

    Gruß Armin

    Hallo Jörg,

    Symbiodinium sind leider nur auf Cu und Zn getestet in pesticedeinfo.

    An sonstigen Dinoflagellaten kann ich nur anbieten :
    Gleodinium 10-500, Gymnodinium 20-60.000 mg/L Cr
    Wirkung : Populationsveränderungen, Dauer 2-6 Tage.

    Es ist also schwierig, eine eindeutige Aussage zu machen.

    @Réne: Ich habe als Vorbereitung auf meinen Vortrag in Sindelfingen einige
    Becken auf Kalium getestet. Ich habe keines mit Kaliummangel gefunden.

    Gruß Armin

    Hallo Dieter,

    bevor du irgendetwas unternimmst, erst mal kurz Luft holen und nachdenken :

    Wann hast du das letzte Mal vorher Phosphat gemessen, und wie hoch war der Wert damals ?

    Wie oft hat derjenige, der gemessen hat, den Wert nachgemessen? Ich rate
    dringend davon ab, schwerwiegende Eingriffe ins Becken vorzunehmen auf Grund
    einer einzigen, nicht überprüften Messung.

    Und vor allem : Wie geht es deinen Tieren ? Wenn die Korallen gesund sind,
    und schon lange an 0,18 mg/L PO4 gewöhnt sind, dann wäre es das Falscheste,
    was du tun kannst, diesen Wert zu verändern. Dann brauchen sie genau 0,18 mg/L,
    nicht mehr und nicht weniger.

    Gruß Armin

    PS: Korallen können auch bei der zehnfachen Menge Phosphat noch gut wachsen.
    Aber nur wenn sie es gewöhnt sind.

    Hallo Micha,

    ich bin ebenfalls von Rowaphos ausgegangen. Dachte aber an eine Durchflusssäule
    in der Art einer VE-Patrone.
    Wenn du die Phosphatentfernung natürlich in einem Vorratbehälter machst,
    dann reicht dir ein üblicher Wirbelbettfilter. Dort wird das Wasser ja immer wieder
    durchgeleitet, und du musst nicht die volle Kontaktzeit in einem Durchlauf erreichen.

    Gruß Armin

    Hallo Tobias,

    die Euphyllias mögen bei mir leichte bis mittlere Strömung und mittlere Lichtstärke (alle auf Boden eines 80 cm hohen Becken. teils unter 250 W HQI teils
    unter 400 W HQI).

    Worauf sie allgemein besonders empfindlich reagieren, ist eine geringe Salinität.
    Kontrollier mal (besser auf 2 verschiedene Arten), ob du mindestens 33,
    besser 34-35 g/kg Salz im Wasser hast.

    Gruß Armin

    Hallo Peter,

    eine Info zu Trinkwasser :
    In der aktuellen deutschen Trinkwasserverordnung hat Kobalt keinen Grenzwert.
    Der Grenzwert für Chrom ist 50 Mikrogramm, also nur 24 Mikrogramm unter
    dem Wert in deinem Becken.

    Du kannst vorsichtshalber mal dein Leitungswasser untersuchen lassen, da sind
    die Ergebnisse auch sicherlich belastbarer.

    Aber vielleicht ist die Beobachtung mit dem Licht eher der richtige Ansatz,
    da du mehrere Becken mit dem gleichen Leitungswasser betreibst.
    Wie verhalten sich Korallen, die du von einem ins andere Becken umsetzt ?
    Was ist anders am Licht im Hauptbecken ?

    Viel Glück
    Armin

    Hallo Micha,

    du hast recht, dass bei der UO und Vollentsalzung viele, besser gesagt sogar
    hauptsächlich wünschenswerte Substanzen wie Ca und HCO3 entfernt werden.

    Trotzdem ist es je nach Leitungswasser einfach nötig, fast alles rauszuholen,
    um das bisschen Nitrat, Phosphat, manchmal auch Silikat, rauszuholen. Außerdem
    ist diese Wasseraufbereitung auch eine Vorsichtsmaßnahme gegen eine eventuelle
    Stoßchlorung, wenn irgendwo ein Leitungsschaden auftrat. Wobei Chlor nicht
    durch die UO oder VE, sondern durch den Kohlefilter unschädlich gemacht wird.

    Insofern ist dein Ansatz nicht schlecht und einen Versuch wert. Ob du den
    Sillikatfilter brauchst, solltest du nachmessen. Der Knackpunkt wird der Phosphatfilter
    werden. Da du nur einen einmaligen Durchlauf hast, solltet das Wasser im Optimalfall
    etwa 7 Minuten Kontaktzeit haben. Das wäre ein Riesenfilter oder ein sehr geringer
    Durchsatz. Außerdem kann das sehr teuer auf die Dauer werden.

    Und auf jeden Fall regelmäßig am Ausgang Phosphat nachmessen.

    Gruß Armin

    PS: Es gibt auch einige Aquarianer, die haben Glück und können einfach direkt
    ihr Leitungswasser verwenden.

    Hallo Peter,

    nehmen wir einfach mal an, die Werte sind korrekt.
    Du hättest dann 74 Mikrogramm Chrom und 65 Mikrogramm Kobalt pro Liter Wasser.
    Kobalt ist weder im Marquardt (Toxikologie), noch im Sadiq(Toxic metal chem.
    in mar. env.) als toxisches Schwermetalll aufgeführt. Die Toxizität von Chrom
    ist von der Oxidationsstufe abhängig. Gibst du es als Chromat ins Becken, ist das
    viel giftiger als wenn du metallisches Chrom zuführst. Trotzdem liegen die mir
    bekannten toxischen Konzentrationen alle im MILLIgrammbereich.
    Schau dir selbst mal ein paar Daten auf http://www.pesticideinfo.org an.
    Aquarienwerte von Spurenelementen mit denen im Meerwasser zu vergleichen,
    führt meist in die Irre.

    Meine eigenen Messungen von Cr und Co in verschiedenen Meerwasserbecken
    lagen bei etwa 5-10 Mikrogramm. Insofern hast du schon erhöhte Werte,
    ob sie die Ursache der Probleme sind, ist aber überhaupt nicht sicher.


    Gruß Armin

    Hallo Christian,

    du kannst beide Sockel verwenden.

    Der E40 ist etwas bequemer in der Handhabung,
    beim R7 (Stecksockel) sind schon Leuchtmittel durch ungeschickte Finger
    kaputt gegangen. Der einzige Vorteil des R7 ist, wenn du ein (extrem teures)
    Heißzündgerät verwenden würdest. Dessen hohe Spannungen sind nicht für E40
    zugelassen.

    Aber ich bin mir sicher, dass du dir sowas nicht anschaffen wirst.

    Zum diagonal hängen : Das kann Probleme geben, da die Beckenfront dann
    ungleich hell ausgeleuchtet wird. Außerdem hast du je nach Anordnung Reflexionen auf der Frontscheibe.

    Gruß Armin

    Hallo Peter,

    ich will dich nicht enttäuschen, aber das sieht wieder wie so ein typisches ICP-OES
    Messergebnis aus einem Labor, das noch nie zuvor Meerwasser gemessen hat, aus.

    Sind die Nachweisgrenzen und Standardabweichungen angegeben ?
    Mit welcher Verdünnung wurde gearbeitet ?

    Wenn es , wie ich vermute, ICP-OES war, kannst du damit nur die Hauptelemente
    messen, für Spurenelemente im Meerwasser ist die Methode nicht empfindlich genug.
    Dass gerade Elemente wie Ca und Mg nicht angegeben sind, macht mich
    noch skeptischer, denn die könntest du leicht selbst nachprüfen.

    Wenn die Werte entgegen meiner Annahme belastbar wären, würde ich nach der
    Ursache der Chrom und Cobaltwerte suchen.

    Gruß Armin

    Hallo Chrisi,

    die 5 Gramm stimmen ungefähr (es sind 5,439 Gramm).

    Bloß dann machst du einen Rechenfehler, mit den 0,38 mL würdest du nur einen Liter
    Wasser um ca. 1°dKH erhöhen, du hast aber 180 Liter.
    Deshalb brauchst du, um 180 Liter um genau 1°dKH zu erhöhen, 72,5 mL Natronlösung.

    Gruß Armin

    Hallo Christoph,

    grundsätzlich nix einfach ins Becken kippen.

    Die Ballingsalze bzw. deren Lösungen gibst du am Besten morgens vor Beleuchtungsbeginn
    mit je 1/2 Stunde Abstand zwischen Natron und Calciumchlorid in kleinen Portionen
    ins Technikbecken.

    Gruß Armin

    Hallo Weißkatze,

    bei einem pH von 7,7 und 25,3°C ist bei einer Gesamtkonzentration NH3/NH4+
    von 0,2 mg/L das Verhältnis 0,1963 mg/L NH4+ und 0,0037 mg/L NH3.
    Ist also völlig unkritisch.

    Aber schau dir noch mal die Bedienungsanleitung für deinen Test richtig an.
    Da sollte nämlich eine Tabelle drin sein, aus der du das selbst ablesen/ausrechnen kannst.

    Gruß Armin

    Hallo Dieter,

    meine Aussage bezog sich auf Tropfentests zur sogenannten Karbonathärtemessung,
    genauer gesagt Alkalinitätsmessung im Meerwasser.

    Diese Tests liegen (bei richtiger Anwendung!) üblicherweise bei <10% Messgenauigkeit,
    was für die Aquaristik ausreichend ist. Man kann DIESE Tests deshalb
    mit gutem Gewissen als ausgereift bezeichnen.

    Wenn du mehr drüber wissen willst, lies einfach meinen Artikel im "Meerwasseraquarianer" 04/2004 dazu.

    Gruß Armin

    Hallo Dirk,

    nochmal kurz zu den neu aufgeworfenen Fragen :
    zu 1. das war eigentlich immer klar, dass da das Problem nicht liegen kann.
    Da werden normalerweise viel schlechtere Qualitäten in der Aquaristik eingesetzt.
    zu 2. ein kleines "Restrisiko" bei der Magnesiumzugabe bleibt immer, weil nie
    ganz klar ist, in welcher Form Magnesium verbraucht wird. Regelmäßiger Wasserwechsel
    minimiert diese Risiko und hat sich bewährt.
    zu 3.der Unterschied besteht darin, dass du in deinem Fall genau weißt, was du
    ins Becken kippst (Menge,Qualität)
    zu 4.die Mengen sind vollkommen unkritisch. Meist wird sowieso vielzu viel Mg in die
    Becken gekippt und lagert sich auf den Steinen ab, was aber niemandem schadet.
    Das Verhältnis der Cl und SO4 ist auch unkritisch, solange häufig genug
    Wasser gewechselt wird. Sicherer ist es, das Magnesiumsulfat ganz weg zu lassen.

    Dein hoher pH, dessen Messmethode und Messzeitpunkt würde mich übrigens immer noch interessieren !

    Gruß Armin

    Hallo Dirk,

    das ist natürlich sauschwer, von Weitem so ein Problem zu lösen.
    Aber vielleicht erstmal zur Systematik der Vorgehensweise :
    Da äußerst einerseits den Verdacht, dass irgendwas an deinen Mg-Präparaten
    faul sein könnte. Aber andererseits gibst du es, wenn ich richtig verstanden habe,
    die ganze Zeit weiter zu. Lass das doch einfach mal bleiben, dein Mg-Gehalt ist
    gerade wirklich das geringste Problem in deinem Becken.

    Was gibst du sonst noch an Präparaten zu ? Kann da was organisches schlecht geworden sein ?
    Im Zweifelsfall weglassen. Und außerdem KEINE CHEMIKALIEN DIREKT INS BECKEN KIPPEN !

    Kohle und stärkere Belüftung ist auf jeden Fall eine gute Idee. Auch starker Wasserwechsel ist jetzt angebracht, ruhig jeden Tag 10%.

    Kontrolliere dein System auf mögliche Zersetzungsprozesse, im Boden oder im (Riesel-)filter.

    Bei deinen Wasserwerten fällt mir der pH auf. 8,5 ist sehr hoch. Wann gemessen,
    morgens oder abends ? Und womit gemessen ?
    Seltsam ist ein hoher pH bei hechelnden Fischen. Denn wenn sauerstoffverbrauchende
    Zersetzungsprozesse im Becken ablaufen würden, würde dabei der pH sinken.

    Mehr fällt mir im Augenblick noch nicht dazu ein.
    Armin

    Hallo Alex,

    dein Ca/KH-Verhältnis sieht sehr seltsam aus.
    Lass die Werte nochmal von jemandem nachprüfen, der mit dem Messen mehr Erfahrung hat.

    Und ein Wasserwechsel ist auf jeden Fall eine gute Idee. Und zwar ohne irgendwelche
    "Mittelchen" reinzukippen, sondern nur Wasser und Meersalz.

    Gruß Armin

    Hallo Daniel,

    da es sich maximal nur um die Menge handelt, die du eh per Schnellfilter einsetzen
    wolltest, gibt es keinen Grund zur Beunruhigung.
    Die Kohle wird das tun, was sie im Filter auch getan hätte, nur langsamer.
    Und wird sich im Laufe der Jahrzehnte gaaanz langsam zersetzen.

    Das einzige, was jetzt kritisch werden könnte, wäre ein Giftunfall im Becken,
    dann würdest du das wahrscheinlich nicht mehr vollständig rauskriegen.
    Aber ich will den Teufel ja nicht an die Wand malen.

    Gruß Armin