Beiträge von Armin Glaser

    Hallo zusammen,

    eine Umkehrosmoseanlage mit einem Abwasserverhältnis von 1:4 ist keine gute Anlage. Heutzutage bekommt man
    auch mit wenig Leitungsdruck 1:2 - 1:3 hin.

    Mit einer Boosterpumpe für ca. 100 Euro verbessert sich das Verhältnis auf 1:0,5. Da kommen dann zwar noch die
    Kosten für einen einfachen Entkalker (ca.100 Euro) dazu, das ist aber wirtschaftlich und umweltfreundlich.

    Hallo Steffen,

    die Umkehrosmose ist eine Wasserreinigungsmethode, so ähnlich wie destillieren. Danach hast du (fast) reines Wasser,
    das am besten für das Ansetzen von Meerwasser geeignet ist.

    Hallo Dirk,

    mir geht es ähnlich wie Uwe. Das Risiko, dass in der Hochofenschlacke Stoffe drin sind, die auf Aquariumbewohner
    toxisch wirken, wäre mir zu groß. Portlandzement hat den Vorteil, dass er schon oft verwendet wurde und, wenn
    man die pH-Erhöhung durch CO2 oder langes Wässern kompensiert, erfahrungsgemäß unschädlich ist.

    Hallo Thomas,

    wenn du sonst nix geändert hast, gäbe es nur eine Erklärung, wenn du eine sehr hohe UV-Leistung und sehr
    geringen Durchfluss hättest. Dann könnte die UV-Strahlung organische Substanzen im Wasser zu CO2 oxidieren,
    was den pH senkt. Bei den üblichen UV-Leistungen halte ich dies aber für eher unwahrscheinlich.

    Hallo Rene,

    sorry, wenn ich mich zu kompliziert ausgedrückt habe. Ich wollte eben alle Aspekte des Problems beschreiben,
    und das sind leider viele.

    Ich versuch's nochmal zusammenzufassen:
    - Es gibt ungeeignete und geeignete Photometer. Die geeigneten sind teuer (außer Gebrauchte bei ebay).
    - Es gibt ungeeignete und geeignete Reagenzien. Bemi Kauf unbedingt auf Meerwassertauglichkeit achten.
    - Wenn man keine Kombination aus Photometer und Reagenzien vom selben Hersteller kauft, wird's sehr kompliziert.

    Sinnvoll ist dieser Aufwand höchstens für ein nährstoffarmes Becken zur Phosphatmessung, zu Nitrat hat Torsten
    schon genau das Richtige gesagt.

    Hallo Photometer-Fans,

    ihr müsst 2 Dinge voneinander unterscheiden, das Photometer und die Reagenzien.

    Die Anforderung an das Photometer ist, dass es einzelne Wellenlängen, sprich Farben, unterscheiden kann.
    Und das tut jedes Laborphotometer z.B. von WTW normalerweise über einsetzbare Filter.
    Hanna Instruments bietet unterschiedliche Photometer an, manche mit nur einer Wellenlänge für Nitrat ODER Phosphat
    andere mit verschiedenen Wellenlängen. Das von Anton Gabriel angebotene arbeitet gar nicht wellenlängenspezifisch
    und ist daher den übrigen Photometern unterlegen.

    Die Reagenzien müssen meerwassergeeignet sein, was die im Korallenriff-Test verwendeten sicherlich nicht waren.
    Das bedeutet nicht, dass man das Photometer nicht verwenden kann, sondern dass man andere, geeignete
    Reagenzien nehmen muss.

    Der Nachteil bei der Verwendung anderer Reagenzien ist, dass man selbst eine Kalibrierkurve erstellen muss, also
    verschiedene Standards messen muss, bevor man eine Probe messen kann.

    Daher ist für den Normalanwender eine meerwassergeeignete Kombination aus Photometer und Reagenzien
    z.B. von Merck/VWR das geeignetste, aber leider nicht ganz billig.

    Hallo Thomas,

    auch wenn ich sonst von Antons Tips und Anleitungen meist begeistert bin, sein Photometer ist leider nicht das
    Gelbe vom Ei. Ein Photometer muss EINZELNE WELLENLÄNGEN messen können, sonst ist es fast so störanfällig
    wie das menschliche Auge. Antons Photometer kann das leider nicht.

    Daher würde ich ein gutes Gebrauchtes vorziehen.

    Hallo Tina,

    du hast richtig gehandelt, dass du eingefahrenes Wasser verwendet hast. Dass heutzutage keimfreies Wasser und
    käufliche Bakterien verwendet werden liegt vielleicht an der Haltung "was nix kost' ist nix wert" :grinning_squinting_face:
    A propos Bakterien: eine Hand voll Dreck aus einem alten Aquarium ist ebenfalls ein guter Start.

    Dein Nitratwert wundert mich allerdings etwas. Für diesen frühen Zeitpunkt ist das sehr viel. Vielleicht war das
    alte Wasser zu stark belastet. Aber warte erst mal ein paar Wochen ab und beginne dann erst mit Wasserwechseln.

    Hallo Peter,

    ich kann mich den anderen nur anschließen: Die Merck-Stäbchen sind für einen groben Überblick völlig ausreichend.

    Dass sie als "nicht meerwassertauglich" angegeben werden, liegt nur an den höheren Qualitätsansprüchen der Firma Merck.
    Nach deren Maßstäben könnte dieser Hinweis auch auf einigen Tests für Meerwasseraquarien draufstehen :grinning_squinting_face:

    Hallo Thomas,

    2 Teelöffel monatlich oder 2 Esslöffel täglich? Und wie lange schon? Du musst schon einiges an Magnesium zugeführt
    haben, um auf solche Werte zu kommen.

    Mit 10% Wasserwechsel pro Woche fährst du am besten. Und lass bloß das Magnesium weg!

    Hallo Thomas,

    die Ablesung des Rowa/Merck-Tests ist auf deine Art nicht optimal, da z.B. Trübungen im Wasser so nicht
    kompensiert werden.

    Beim Ca/Mg-Test kannst du so verfahren, wie du beschrieben hast. Es macht nix, wenn man die ersten 90%
    auf einmal zugibt, gründlich schüttelt und dann erst tropfenweise arbeitet.

    Hallo Edith,

    dass der Test des gleichen Herstellers so unterschiedliche Werte anzeigt, ist ärgerlich. Gerade ein KH-Test ist
    dermaßen einfach aufgebaut, dass jeder Hersteller es schaffen sollte, ihn ordentlich zu konstruieren.

    Eine gute Referenzlösung ist aber auf jeden Fall ein sinnvolle Investition.

    Hallo Adrian,

    mir ist deine Theorie vom außer Funktion gesetzten PO4-Test nicht ganz klar. Ich gehe davon aus, dass der Test bei
    richtiger Anwendung auch bei Ektozonanwendung das richtige misst. Ektozon enthält Oxidationsmittel, die sind
    dem PO4-Test egal.

    Ich würde mir jetzt nicht endlos Gedanken über PO4 machen, sondern die Fische rausholen und behandeln.
    Das Korallenbecken würde ich anschließend mit viel Wasserwechsel behandeln, um die Medikamentenanwendung
    auszugleichen.

    Hallo Dominic,

    wie Jens schon schrieb, ist nicht Hydratwasser ausgetreten, sondern Wasser aus der Umgebungsluft
    hinzugekommen.
    Jetzt hast du Hydratwasser UND zusätzliches Wasser in deinem Salz. Das kriegst du auch nicht mehr weg.
    Das macht aber nicht viel, denn die Lösung für dein Problem hat Jens auch schon beschrieben.

    Hallo Thomas,

    der Geruch (Schwefelwasserstoff) entsteht nur, wenn Meerwasser über längere Zeit unter Luftabschluss aufbewahrt
    wird. Es muss also irgendwas arg verstopft sein. Den Korallenbruch würde ich gründlich ausspülen und dann erst
    wieder verwenden. Das Ausspülen bzw. Einlegen hilft übrigens nur gegen oberflächliches Phosphat z.B. in organischen Verunreinigungen.
    Gegen Phosphat im Granulat selbst kannst du nichts machen.

    Hallo Adrian,

    in 1,64 Gramm Natriumdihydrogenphosphat-Dihydrat sind 1,0 g Phosphat enthalten.

    Oodinium hat tatsächlich den Nachteil gegenüber Ichthyo, dass keine lange externe Entwicklungsphase exisitiert.
    Deshalb ist es auch mit der Wannenmethode schlechter zu bekämpfen als Ichthyo. Temperaturerhöhung auf 33-34°C für 24-36 Stunden soll hilfreich sein, ist aber nix für`s Korallenbecken. Ich habe nochmal mit ein paar
    Fischkrankheitsexperten gesprochen, eine sichere und unschädliche Mehthode fürs Riffbecken konnte mir keiner
    nennen. Es wird dir nix anderes übrig bleiben, als die Fische rauszufangen und außerhalb zu behandeln.

    Hallo zusammen,

    Fischkrankheiten im Riffaquarium sind ein heikles Thema, wie man auch an den teilweise blank liegenden Nerven
    einiger hier Beteiligter erkennen kann.

    Wenn immer möglich sollte versucht werden betroffene Fische herauszufangen und in Quarantänebecken zu behandeln.
    Bei Ektoparasiten hat sich dabei die Wannenmethode am besten bewährt, wie sie Hannes Kirchhauser
    vom Naturkundemuseum Karlsruhe vor einiger Zeit im "Meerwasseraquarianer" vorgestellt hat: Die Fische werden
    täglich in frisches Wasser umgesetzt, die Schwärmer bleiben im alten Becken zurück.

    Bei der Behandlung direkt im Korallenriffaquarium muss dagegen wohl immer noch vorsichtig getestet werden. Hier
    gilt es, Packungsbeilagen aufmerksam zu lesen und Erfahrungsberichte genau zu formulieren. Gegenseitige Vorwürfe
    helfen unseren Pfleglingen dabei wenig.

    Es ist eine erfreuliche Tatsache, wenn ein Hersteller alle Wirk- und Nebenstoffe seines Produkts angibt. Leider ist
    dies in der Aquaristik die Ausnahme. Dass sich aus der Bezeichnung NatriumdihydrogenPHOSPHAT-Dihydrat das Vorhandensein
    von Phosphat ergibt, sollte für jeden offensichtlich sein. Wobei ein kurzzeitiger Phosphatanstieg im Vergleich zu einem
    Fischsterben ein sehr kleines Problem ist. Durch starken Adsorbereinsatz, der von mindestens täglichen
    Messungen begleitet wird, lässt sich der Phosphatwert leicht regulieren.

    Hallo Cari,

    was du zugibst ist kein Kalkwasser, sondern eine Calciumchloridlösung. Kalkwasser ist CacliumHYDROXIDlösung, eine
    stark alkalische Lösung.

    Bei der Zugabe von Calciumchloridlösung kann je nach KH- und pH-Wert Calciumcarbonat ausfallen. Dabei lagert sich
    etwas Phosphat an. Gleichzeitig kann sich auch Calciumphosphat bilden. Beide Reaktionen enfernen aber nur einen
    Teil des vorhandenen Phosphats aus dem Wasser und lagern es im Aquarium ab, wo es irgendwann von Bakterien
    und Algen wieder verwendet werden kann.

    Auch bei der Kalkwassezugabe wird dem Wasser Phosphat entzogen. Das meiste ist dabei aber an Magnesiumhydroxid
    gebunden. Dieses löst sich nach kurzer Zeit wieder auf und gibt das Phosphat wieder frei. Die Wiederverwertung
    der geringen Phosphatmenge, die ausgefällt bleibt, kann man dadurch verhindern, dass das Kalkwasser in die erste
    Kammer des Fliterbeckens gegeben wird, wo es sich auf dem Boden ablagern kann oder sogar abgeschäumt wird.

    Hallo Monika,

    Salvelinus hat die Frage mit dem Phosphat ja klar und eindeutig beantwortet. So leicht kann es manchmal sein
    herauszufinden ob es sich um ein Gerücht oder die Wahrheit handelt: Beipackzettel lesen. Danke Salvelinus!

    Der Einsatz von Phosphatadsorber ist daher genau die richtige Maßnahme. Interessant ist natürlich der Phosphatwert,
    den du VOR dem Medikamenteneinsatz hattest, denn 1,0 mg/l PO4 müssen kein Problem für Korallen sein,
    wenn sie es schon länger gewohnt sind. Ich gehe aber mal davon aus, dass dein Wert vorher deutlich niedriger
    war, dann ist es ein Umstellungsstress für die Tiere und du solltest schleunigst wieder auf den gewohnten Wert zurück.

    Was sich bei dir positiv auf einen Teil der Korallen ausgewirkt haben könnte, ist schwer zu sagen, da du mehrere
    Maßnahmen auf einmal durchgeführt hast.

    Hallo Walter,

    bei der Kalkbildung durch Steinkorallen und andere Tiere wird Calcium UND KH verbraucht.
    Wenn du nur Calcium zuführst, nimmt deine KH folglich allmählich ab.
    Wasserwechsel unterstützt und beschleunigt diesen Vorgang.

    Hallo Walter,

    lass das Natriumhydrogencarbonat weg und gib nur Calciumchlorid dazu. Und sei in nächster Zeit etwas großzügig
    bei den Wasserwechseln. Dann normalisiert sich das bald wieder.

    Hallo Danima,

    die PO4/NO3-Werte bleiben verwunderlich.

    Was hast du mit deinem Becken bisher gemacht, welche Zusatzmittel gibst du dazu? Hast du irgendwann einmal
    mit Antibiotika experimentiert? Sonst irgendwas exotisches ausprobiert?

    Hallo Walter,

    für deine Werte sehe ich nur eine Erklärung:
    Du hast das Calciumchlorid mit dem Natriumhydrogencarbonat verwechselt!

    Messe mal die KH in deiner "Calciumlösung". Ich tippe darauf, dass die sehr hoch ist.

    Hallo Horst,

    den Ausströmer würde ich ins TB hängen, dann nervt er keine Korallen. Wobei er natürlich gegen stickige Umgebungsluft
    nicht hilft, außer die Pumpe steht draußen.

    Warum das Problem in diesem Becken exisitiert und im Vorgängerbecken nicht, kann ich dir aus der Ferne leider nicht beantworten.

    Hallo Mario,

    der Kalkreaktor hat insofern eine stabilisierende Wirkung, als dass er Alkalinität (KH) zuführt, die den pH puffert
    und erhöht. Bei der von Adrian angegebenen KH von 9°dH ist dieser Effekt aber schon ausgereizt, eine weitere Erhöhung
    der KH nicht mehr sinnvoll. Wäre kein CO2-Überschuss im Wasser, wäre sein pH ca.8,4. Folglich muss dem CO2-
    Überschuss entgegengewirkt werden. Ein Kalkreaktor hat aber das Problem, dass er immer etwas mehr CO2
    zuführen muss, als zur Kalklösung notwendig ist. Daher kann er den CO2-Überschuss noch vergrößern.

    In diesem Thread sind mir noch ein paar weitere Sachen aufgefallen:

    - Zum Thema Ionenverschiebung.
    Ionenverschiebung ist ein physikalischer Vorgang, der in starken Magnetfeldern
    aber nicht in Aquarien stattfindet. Der Begriff ist also schonmal falsch. Was damit gemeint ist, nennt man die
    Veränderung der Ionenbalance, also die Veränderung der natürlichen Zusammensetzung des Meerwassers.
    Das betrifft natürlich alle im Meerwasser enthaltenen Ionen, jede Abweichung vom Gewohnten bedeutet für
    einen Organismus Stress.
    Dass sich in natürlichem Meerwasser die Ca- und Mg-Konzentration wie alle andern Ionenkonzentrationen proportional
    zur Salinität verhält hatte sich ja zum Glück schon geklärt.

    - Zur Dichte:
    Hier rächt sich mal wieder, dass Dichte eine temperaturabhängige Größe ist. Eine Dichte von 1,030 gibt es in
    bestimmten Meeresregionen schon, die liegen aber entweder sehr tief(=kalt) oder nicht in den Tropen. Wenn wir
    Dichteangaben machen, dann sollte IMMER die Temperatur angegeben werden. Normalerweise ist die Dichte
    bei 25°C gemeint und die liegt im Roten Meer, der salzigsten Region aus der unsere Pfleglinge kommen können,
    bei 1,028. In allen anderen Meeren bei 1,022 bis 1,025.
    Besser ist es daher von Salinität zu sprechen, dann kommt es zu keinen Verwechslungen.

    Hallo Danima,

    ich weiß nicht, ob's an der Qualität der Fotos liegt, aber sehr lebendig sieht das Becken nicht aus. Ich wundere
    mich darüber, dass bei jahrelanger Standzeit und der von dir beschriebenen ausreichenden Beleuchtung nicht
    viel mehr Leben auf den Steinen zu sehen ist. Aber wie gesagt, vielleicht kann ich es nur auf den Photos nicht erkennen.

    Beschreib mal detailliert, wie du dein Aquarium betreibst, was du außer Futter und Austauschwasser reingibst,
    welches Salz du verwendest usw. Bei den bisherigen angaben ist mir nur der im Vergleich zum Nitrat hohe Phosphat-
    gehalt aufgefallen, den ich aber in einem stabilen Becken noch für unbedenklich halten würde.

    Beim technischen Aufbau ist mir der Filterschwamm aufgefallen, aber solange er HINTER dem Abschäumer angeordnet
    ist, sollte er bei häufiger Reinigung auch keine Probleme machen.

    Calcium und Magnesium würde ich auf keinen Fall nachdosieren, da bei den meisten Methoden auch die KH erhöht wird.
    Und die ist schon ziemlich hoch bei dir. außerdem sind diese Werte bei deinem Besatz nicht wichtig.

    Hallo zusammen,

    Adrian: Eisenoxidadsorber verändert den pH fast gar nicht.

    Horst: wenn dein pH sehr niedrig ist muss irgendwoher viel CO2 ins Wasser gelangen:
    - Atmung: hoher Fischbesatz
    - Zersetzung: viel Futter, totes Tier
    - CO2 aus stickiger Umgebungsluft
    - CO2-Anreicherung durch wenig Oberflächenbewegung
    - CO2 aus Kalkreaktor

    Daher kann ein Ausströmerstein sinnvoll sein, ein Kalkreaktor wie ihn Mario vorgeschlagen hat wirkt eher pH senkend,
    da er immer einen mehr oder weniger großen CO2-Überschuss hat.