Beiträge von Armin Glaser

    Hallo Michael,

    bleib besser bei der Methode das Harz in den Röhren zu lassen, so kannst du viel sicherer mit der Säure und der
    Lauge umgehen. Die Konzentrationen sind übrigens harzabhängig, also halte dich genau an die Herstellervorschrift.

    Der zitierte Artikel kommt mir ein bisschen gewagt vor, so viel Aufwand zu betreiben und so viel Risiko einzugehen,
    anstatt 2 getrennte Harze zu kaufen, leuchtet mir nicht ein.

    Hallo Pinuccio,

    die Analyse unter dem von dir genannten Link macht auf mich keinen sehr überzeugenden Eindruck.
    Sie widerspricht allen anderen bisherigen Untersuchungen von Korallenskeletten.

    Manchmal beschleicht mich der Eindruck, dass bei bestimmten Messungen als Ergebnis immer herauskommt,
    man solle unbedingt ein bestimmtes Produkt kaufen...

    Hallo Dirk,

    beim Refraktometer nie die Dichteskala verwenden! Diese zeigt irgendeine relative Dichte an, nicht die in Deutschland
    übliche absolute Dichte. Deshalb immer auf die Salinitätsskala schauen (und 1,5 abziehen, wenn es nicht ein
    Meerwasserrefraktometer, sondern ein Kochsalzrefraktometer ist).

    Hallo Pinuccio,

    wenn du im Kalkreaktor ein Substrat auf der Basis von Korallenskeletten verwendest, dann enthält dieses alle
    Spurenelemente, die die Korallen in ihr Skelett eingebaut haben. Da die Balling-Spurenelemente von genau dem
    Selben ausgehen, ist eine zusätzliche Zugabe überflüssig.

    Anders sieht es natürlich aus, wenn du ein künstliches Calciumcarbonat als Substrat verwendest.

    Hallo Dietmar,

    da wird wohl etwas Phosphat als Verunreinigung in die Flasche gekommen sein, mit dem Ammoniumheptamolybdat
    bildet sich dann ein blauer Farbkomplex. So funktionieren auch die üblichen Phosphattests.

    Du kannst die Lösung noch verwenden. Das Strontium ist von der Reaktion unbeeinflusst, das Molybdän wird im
    Aquarium irgendwann wieder verfügbar werden.

    Das nächste Mal solltest du dir aber auf die Flasche draufschreiben, was drin ist und wieviel man davon zugeben soll.

    Hallo Jan,

    bei dem Granulat handelt es sich wahrscheinlich um wasserfreies Calciumchlorid. Du kannst es für Balling verwenden,
    musst aber nur 3/4 der Menge verwenden, die du vom Calciumchlorid-Dihydrat bräuchtest (statt 1g CaCl2*2H2O
    nur 0,75 g CaCl2).

    Hallo Marcus,

    wie Martin schon gesagt hat, ist ein Messfehler nicht immer auszuschließen.
    Bevor du Unmengen von Chemikalien in dein Aquarium gibst, versuche erst mal folgendes:
    Setze frisches Meerwasser an mit Salinität 35 (=Dichte 1,0235 bei 25°C).

    Wieviel Calcium misst du in diesem Wasser?

    Hallo Martin,

    im Vergleich zu den WTW-Sonden sind die ja richtig günstig =)
    Geheimtipp wäre, was Gebrauchtes bei ebay zu kriegen, wobei du dir da halt nie sicher sein kannst,
    in welchem Zustand das gute Stück ist. Wobei das Risiko bei Leitfähigkeitsmesszellen relativ gering ist,
    da sie fast schon "unkaputtbar" sind.

    Hallo Hans-Werner,

    seit wann so theoriefeindlich? :face_with_rolling_eyes:

    Eine Temperaturkompensation kompensiert die Schwankung der Temperatur und zeigt deshalb temperaturunabhängig
    immer den gleichen Wert an, wie dir Christian ja auch empirisch beweisen konnte.

    Funktionieren tut das übrigens so: Die Skala des Refraktometers ist an einem Bimetallstreifen befestigt, der sie
    bei Temperaturänderung im gleichen Maße verschiebt, wie sich die Lichtbrechung des Meerwassers verändert.
    Im Ergebnis siehst du dann als Salinität immer den gleichen Anzeigewert.

    Oder war das schon wieder zu theoretisch ? :grinning_squinting_face:

    Hallo Michael,

    Calcium und Magnesium beeinflussen sich nur bei der Messung, weil die üblichen Tests immer die Summe aus
    Calcium und Magnesium messen.
    Dein Magnesiumwert von 1185 mg/l ist noch unbedenklich, aber dein Wert von 650 mg/l ist extrem hoch, fast
    nicht vorstellbar. Was du jetzt machen musst ist auf jeden Fall nur Natriumhydrogencarbonat zuzugeben, kein Calcium!
    Beobachte dabei aber unbedingt den KH-Wert, eine Erhöhung von 4 auf 8 sollte ausreichen. Mehr wäre zu viel Stress für die Tiere.

    Hallo Hans-Werner,

    nein, bei einem ATK (=automatische Temperaturkompensation) Refraktometer sollte genau dieser Effekt nicht
    auftreten, zumindest im zulässigen Temperaturbereich, der meist bei ca. 15-30 °C liegt.

    Der Temperatureffekt der nicht kompensierten Refraks ist aber oft gar nicht so groß, da sich die Probe schnell
    an die Refraktemperatur anpasst. Wenn also die Zimmertemperatur nicht allzu sehr schwankt, kann man auch
    damit einigermaßen arbeiten.

    Hallo Hans-Werner,

    das ist eine hochinteressante Untersuchung, der Vergleich zwischen aquarien- und naturgewachsenen Korallenskeletten,
    die ich bisher noch gar nicht gekannt habe. Gibt's da eine Chance an die Primärdaten ranzukommen?
    Korallenskelette aus Meer und Aquarium zum vergleichen ist eine Idee, die ich im Hinterkopf behalten werde, denn
    du hast recht, dies müsste wichtige Erkenntnisse über die Konzentrationen von verwertbaren Spurenelementen ergeben.

    Das Ergebnis deines Xenientests wundert mich übrigens nicht, da ich, wie ich schon im letzten Beitrag geschrieben hatte,
    davon ausgehe, dass die Spurenelementkonzentrationen in guten Meersalzmischungen (z.B. in DAB-Qualität =) )
    für die von uns gehaltenen Tiere unschädlich sind, auch wenn sie erheblich höher sind als im Meerwasser.

    Meine Bedenken richten sich nur gegen die zusätzliche Zugabe von toxischen Schwermetallen, die zwar kurzfristig
    einen hübschen "Tuningeffekt" bewirken können, aber langfristig ein erhebliches Risiko darstellen.

    Hallo Jochen,

    du kannst davon ausgehen, dass Meersalzmischungen alle Spurenelemente enthalten, die im Meer vorhanden sind,
    allein schon deswegen, weil es ein unbezahlbarer Aufwand wäre die Salze so extrem zu reinigen, dass keine
    Spurenelemente mehr drin sind.

    Die Tiere benötigen nicht alle dieser Spurenelemente. Einige sind lebensnotwendig, andere sind giftig, von einigen
    weiß man es nicht genau. Aber selbst die Lebensnotwendigen sind ab einer bestimmten Menge giftig. Zum Glück
    werden die Giftigen zum überwiegenden Teil von organischen Stoffen gebunden und damit quasi neutralisiert.
    Dadurch können sie auch zum Teil abgeschäumt werden.

    Solange die Spurenelementzugabe nur durch die Meersalzmischungen geschieht übersteigt sie einen Level nicht,
    der sich durch jahrzehntelange Erfahrung als unschädlich erwiesen hat, auch wenn dieser Level weit über den
    natürlichen Werten liegt. Eine zusätzliche Zugabe potentiell giftiger Schwermetalle wie Kupfer sehe ich aber als
    langfristiges Problem an. Irgendwann wird nicht mehr genug von den organischen Stoffen gebunden, durch Stoff-
    wechselvorgänge wieder verfügbar gemacht oder gar durch Ozon oder UV freigesetzt...

    Hallo zusammen,

    kaum bin ich mal kurz weg ist hier ja richtig was los!

    Erst mal zum Thema Strontium: Wie Hans-Werner schon korrigiert hat, "verschwindet" Strontium nicht. Es ist
    auch noch Wochen später im Wasser nachweisbar und wird ganz normal wie Calcium ins Korallenskelett eingebaut.
    Allerdings nicht im Verhältnis 1:1000 sondern im Molverhältnis von etwa 1:100, das entspricht einem Gewichtsverhältnis von ca. 1:50.

    @Hans-Werner: Du hast mich gefragt, woher ich die Zahlen nehme. Nun, wie du eigentlich weißt führe ich eigene
    Messungen mit HR-ICP-MS durch. Aber nehmen wir statt dessen doch einfach mal die von dir angeführte Inland Reef Studie.
    Lassen wir die teilweise sehr seltsamen Ergebnissen der Makroelemente mal beiseite (die Calcium- und Magnesiumwerte widersprechen
    allen bisherigen Ergebnissen, die Sulfatmessung ist kompletter Blödsinn und auch die Kaliumwerte sind mir nicht ganz geheuer.)
    Schauen wir uns also nur die Spurenelementmessung an, das ist ja das Thema dieses Threads. Die Methode wird
    als ICP-MS angegeben. Das kann funktionieren, muss aber nicht. Leider sind keine Angaben über die Art des
    Massenspektrometers gemacht worden, ebensowenig über die entscheidende Tatsache, ob das Labor Routine in der Meerwasseranalytik besitzt.
    Aber sind wir einfach mal optimistisch und gehen von der Richtigkeit der Spurenelementmessungen aus.
    Dann haben wir zunächst das Problem, dass keine Quelle für die angegebenen Spurenelementkonzentrationen
    in natürlichem Meerwasser angegeben ist. Sie widersprechen teilweise deutlich den von Millero in seinem
    Standardwerk "Chemical Oceanography" 2006 angegebenen Werten. Gehen wir von Milleros Werten aus und
    schauen uns als Beispiel die Tropic Marin Werte an, dann haben wir z.B. bei Cobalt eine 1000fache, bei Selen
    eine 700fache, bei Blei eine 500fache und bei Mangan eine 350fache Konzentration.

    Meine Angabe mit dem hundertfachen war also eher vorsichtig formuliert.

    Hallo Jochen,

    deine Überlegung wäre richtig, wenn im frisch angesetzten (künstlichen) Meerwasser so viele Spurenelemente
    wie im natürlichen Meerwasser vorhanden wäre. Tatsächlich ist es aber so, dass die meisten Spurenelemente
    in unserem künstlichen Meerwasser in weitaus höheren Dosen vorhanden sind als in natürlichem, oft das hundertfache
    und mehr. Daher versorgen regelmäßige Wasserwechsel alle Beckeninsassen mit Sicherheit mit fast allen Spurenelementen.
    Ausnahmen könnten Iod und Brom sein, es liegen aber noch keine ausreichenden Untersuchungen dazu vor.

    Wasserwechsel haben im Bezug auf Spurenelemente aber noch eine andere, nicht zu unterschätzende Funktion:
    Sie begrenzen die Menge der Spurenelemente auch nach oben, so können sich potentiell toxische Elemente nur
    begrenzt anreichern.

    Hallo Alex,

    ein paar technische Angaben zu dem Gerät wären schon nötig, um dir deine Frage beantworten zu können.
    Achte darauf, dass der Messbereich bis mindestens 60 mS/cm geht (Millisiemens pro Zentimeter). Es sind viele
    Geräte im Handel, die nur bis 2 mS/cm = 2000 µS/cm (Mikrosiemens pro Zentimeter) gehen. Die kannst du
    nur zur Kontrolle deines Osmosewassers oder für Süßwasseraquarien verwenden.

    Hallo Sven,

    bemerken kannst du es zuerst bei den Fischen, sie atmen plötzlich schneller. Wahrscheinlich sind die Fische auch die
    ersten Todesopfer, ich weiß es aber nicht genau und will es auch nicht ausprobieren.

    Hallo,

    nochmals mein Hinweis:

    Kalium erst zudosieren, wenn sich die zu niedrige Kaliummessung im Aquarium bestätigt hat.

    Das heißt, wenn im Becken beispielsweise 300 mg/l gemessen wurden UND bei einer Messung mit einem
    Meerwasserstandard auch tatsächlich ca. 400 mg/l gemessen wurden. Notfalls geht auch der Vergleich
    mit einer frisch angesetzten Meerwasserprobe mit der Salinität 35 (= Dichte 1,023 bei 25°C). Auch diese müsste
    ungefähr 400 mg/l Kalium enthalten.

    Jede andere Vorgehensweise bei der Kaliumzugabe ist riskant!

    Hallo Axel,

    ich will dir nicht grundsätzlich von der Anwendung von Ozon abraten. Viele Aquarianer setzen es erfolgreich ein,
    ohne sich oder ihre Tiere zu schädigen.

    Nur solltest du unbedingt auf die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen achten, vor allem die, dass kein Ozon
    im Raum zu riechen ist.

    Hallo Axel,

    Ozon ist ein äußerst giftiges Gas. Deshalb muss es im Aquarium so angewendet werden, dass weder Tiere noch
    Menschen damit in Berührung kommen. Üblich ist, es im Abschäumer zuzugeben, dabei darf aber auf keinen Fall
    Ozongeruch (ein leicht beißender Geruch, den man oft nach einem Gewitter wahrnehmen kann) im Raum
    wahrnehmbar sein. Das ablaufende Wasser aus dem Abschäumer lässt man am besten über Aktivkohle laufen,
    diese zerstört das Ozon.

    Für Menschen wäre das Sicherste, die Abluft aus dem Abschäumer ebenfalls über Aktivkohle zu leiten. Mir ist
    aber leider kein Abschäumer bekannt, der diese Möglichkeit bietet.

    Hallo Sven,

    ja, so funktioniert Natur :grinning_squinting_face:

    Die Organismen haben ihren Stoffwechsel auf das (energetisch günstigere) Ammonium eingestellt, um statt dessen
    Nitrat zu verwerten, brauchen sie eine gewisse Umstellungszeit.
    Ammonium ist tatsächlich für die meisten Organismen die bevorzugte Stickstoffquelle, birgt aber das Risiko,
    dass es schon bei leichter Konzentrationsehöhung giftig ist. Deshalb muss Ammonium immer so zugegeben werden,
    dass es (fast) nicht nachweisbar bleibt.

    Hallo Dole,

    woher weißt du, dass dein K-Gehalt nur 300 mg/l beträgt?
    Ist dir dir bekannt, dass bei einigen K-Tests oft deutlich zu niedrige Werte abgelesen werden?
    Hast du eine Referenz oder wenigstens eine frisch angesetzte Meerwasserprobe gegengemessen?

    Bitte zuerst sicherstellen, dass dein Ausgangswert richtig ist, bevor du so heftige Eingriffe in dein Aquarium vornimmst.
    Kalium kann für einige Wirbellose sehr schnell giftig wirken!

    Hallo zusammen,

    ein schönes Thema, da kann man richtig in Erinnerungen schwelgen. Immerhin hatte mein erstes "richtiges"
    Meerwasserbecken damals (1974) sagenhafte 300 Liter (ein hochmodernes Vollglasaquarium), was viele Leute
    zum Zweifeln brachte, ob eine Wohnungsdecke sowas überhaupt aushält.
    Die Technik war teilweise schon ähnlich: Eiweißabschäumer, zwar luftbetrieben mit Filzausströmer aber immerhin
    schon mit einem Extraanschluss für den Ozonisator. Aktivkohle war (im Eheimfilter) auch schon im Einsatz.
    Es gab schon Fische wie Chelmon rostratus zu bewundern, aber leider (bei mir zumindest) nicht allzu lange.
    Anthozoen hielt man damals auch schon, mein erstes Meerwassertier war eine zum Preis von einer Mark im örtlichen
    Zoogeschäft erstandene Aiptasie!

    Der größte Unterschied zu heute: Steinkorallen legte man vor dem Einsetzen ins Aquarium erst mal in Bleichlauge :frowning_face:

    Hallo Ralph,

    Siliciumverbindungen müssen laut Trinkwasserverordnung wirklich nicht angegeben werden, da sie unschädlich sind.
    Das ist zwar für uns Aquarianer ärgerlich, dafür gibt es ganz ordentliche Silicattests, mit denen man den Wert
    selbst ermitteln kann.

    Vor Silicat sollte man allerdings nicht zu viel Angst haben, viele Meerwasseraquarien funktionieren auch mit Silicat im Wasser,
    im Meer steht den Korallen etwa 0,1-1,0 mg/l davon zur Verfügung.

    Hallo Heiner,

    wenn da richtig viel Organik dran ist, wäre es schade um das Osmosewasser. Auf die Art muss der Dreck erst
    mühsam von Bakterien zersetzt werden, bevor er als Phosphat und Nitrat ins Wasser gelangt.
    Da geht die von Jens vorgeschlagene Methode mit dem Wasserstoffperoxid oder der Chlorbleichlauge wesentlich
    schneller. Wobei ich kein Freund von Chlorbleichlauge im Zusammenhang mit dem Aquarium bin, da ich Bedenken
    wegen Chlorrückständen hätte.