Hallo zusammen,
kaum bin ich mal kurz weg ist hier ja richtig was los!
Erst mal zum Thema Strontium: Wie Hans-Werner schon korrigiert hat, "verschwindet" Strontium nicht. Es ist
auch noch Wochen später im Wasser nachweisbar und wird ganz normal wie Calcium ins Korallenskelett eingebaut.
Allerdings nicht im Verhältnis 1:1000 sondern im Molverhältnis von etwa 1:100, das entspricht einem Gewichtsverhältnis von ca. 1:50.
@Hans-Werner: Du hast mich gefragt, woher ich die Zahlen nehme. Nun, wie du eigentlich weißt führe ich eigene
Messungen mit HR-ICP-MS durch. Aber nehmen wir statt dessen doch einfach mal die von dir angeführte Inland Reef Studie.
Lassen wir die teilweise sehr seltsamen Ergebnissen der Makroelemente mal beiseite (die Calcium- und Magnesiumwerte widersprechen
allen bisherigen Ergebnissen, die Sulfatmessung ist kompletter Blödsinn und auch die Kaliumwerte sind mir nicht ganz geheuer.)
Schauen wir uns also nur die Spurenelementmessung an, das ist ja das Thema dieses Threads. Die Methode wird
als ICP-MS angegeben. Das kann funktionieren, muss aber nicht. Leider sind keine Angaben über die Art des
Massenspektrometers gemacht worden, ebensowenig über die entscheidende Tatsache, ob das Labor Routine in der Meerwasseranalytik besitzt.
Aber sind wir einfach mal optimistisch und gehen von der Richtigkeit der Spurenelementmessungen aus.
Dann haben wir zunächst das Problem, dass keine Quelle für die angegebenen Spurenelementkonzentrationen
in natürlichem Meerwasser angegeben ist. Sie widersprechen teilweise deutlich den von Millero in seinem
Standardwerk "Chemical Oceanography" 2006 angegebenen Werten. Gehen wir von Milleros Werten aus und
schauen uns als Beispiel die Tropic Marin Werte an, dann haben wir z.B. bei Cobalt eine 1000fache, bei Selen
eine 700fache, bei Blei eine 500fache und bei Mangan eine 350fache Konzentration.
Meine Angabe mit dem hundertfachen war also eher vorsichtig formuliert.