Beiträge von Armin Glaser

    Hallo Uwe,

    das Redfield-Verhältnis ist nur eine ganz grobe Orientierung, da es nur für durchschnittliches marines Phytoplankton gilt. Außerdem ist es in NO3/PO4 ausgedrückt nicht 16:1 sondern 10:1.

    Du kannst versuchen, dein PO4 ganz vorsichtig mit Natriumdihydrogenphosphat anzuheben, aber nur unter ständiger
    Beobachtung des Aquariums, da sich Korallen langsam an die Phosphatanhebung gewöhnen müssen, Algen sich
    dagegen schlagartig vermehren könnten.

    Hallo Torsch,

    habe ich das richtig verstanden, dass du mit einer frisch kalibrierten pH-Elektrode gemessen hast und den Tropftest
    nur zur Überprüfung verwendet hast? Dann kannst du davon ausgehen, dass der gemessene Wert stimmt.

    Die Ursachen für den niedrigen pH sind meist:
    - falsch eingestellter Kalkreaktor
    - zu hoher Fischbesatz
    - schlecht belüfteter Raum
    - Zersetzungsprozesse (zu viel Futter, totes Tier)

    Hallo Wagnus,

    deine Sauerstoff-Theorie ist nicht logisch. Sauerstoff ist ein Stoffwechselprodukt der Zooxanthellen, das zum Teil
    von der Koralle verbraucht wird. Einlagerungen sind nicht möglich und würden bei geringem Sauerstoffpartialdruck
    im Wasser einen immens hohen Energieaufwand bedeuten.

    Richtig ist, dass eine hohe Nährstoffzufuhr zur Sauerstoffzehrung führen kann, was für nichtzooxanthellate Tiere ein
    dauerndes und für zooxanthellate nachts ein Problem sein kann.

    Hallo Jörg,

    warum die 1812-100 im Gegensatz zu allen anderen so schlechte Rückhaltewerte hat, kann dir nur der Hersteller erklären.
    Dass die FT30 neu sei hat niemand behauptet. Nur dass sie modern ist im Vergleich zu den Membranen aus den
    80er Jahren des letzten Jahrtausends, deren Werte du angegeben hast.

    Auch kann ich dir gerne die Typen TW, BW und SW erklären, sogar SWHR:
    TW = Tap Water (Leitungswasser)
    BW = Brackish Water (Brackwasser)
    SW = Salt Water (Salzwasser)
    SWHR = Salt Water High Rejection (Salzwasser, hohe Rückhalterate)

    Diese Kürzel bezeichnen den Aufbau der Wickelmembran (Abstandshalter usw.), das Membranmaterial ergibt sich aus der folgenden 2stelligen Zahl.
    Diese ist übrigens bei TW, BW, SW und SWHR immer eine 30. Und diese steht für FT30.

    PS: Ich kann die Diskussion voraussichtlich erst im Dezember weiterführen. Bis dahin empfehle ich http://www.filmtec.com

    Hallo Jörg,

    danke für den Link. Er bestätigt alles, was ich bisher geschrieben habe:
    Zitat:" Alle spiralgewickelten FILMTEC Elemente basieren auf der FT30 Thin Film Composite Membran, die schon seit
    langem den Industriestandard für die RO-Technik setzt."

    Da ALLE Membranen von Filmtec aus FT30 bestehen, gilt das natürlich auch für die in der Aquaristik verwendeten.
    Kein Hersteller macht sich die Mühe, für die kleinen Marktsegmente Haushalt und Aquaristik extra eine schlechtere
    Membran zu entwickeln.

    Hallo Jörg,

    deine Angaben sind nicht mehr aktuell. Moderne Membranen kommen auf bis 99% Rückhalterate, bei Nitrat auf 97%.
    Trotzdem hast du recht, dass 1 µS/cm ein sehr unwahrscheinlicher Wert ist, das ist höchstens bei sehr
    weichem Leitungswasser zu erreichen.

    Hallo Nico,

    natürliches Meerwasser hat 421,7 mg/l, da ist 420 mg/l im künstlichen Meerwasser doch kein überraschender Wert.
    Wobei ich beim TM classic auch eher knapp 400 mg/l erwartet hätte. Vielleicht war die Salinität etwas über 35,
    oder die Messung wurde nicht optimal durchgeführt.

    Aber am eigentlichen Problem, dem Calciumverbrauch, ändert dieser mögliche Messfehler nichts.

    Hallo Stefan,

    das hast du richtig erkannt. Um den Calcium- und Carbonathunger deiner wachsenden Steinkorallen zu stillen,
    reicht Wasserwechsel allein nicht mehr aus. Du kannst am Anfang auch probieren, ob eine Kalkwasserzugabe
    ausreicht, aber irgendwann sind Balling oder Kalkreaktor an der Reihe.

    Hallo Dirk,

    das Schwimmermessgerät auf dem Foto zeigt "specific gravity", das heißt eine relative Dichte an.
    Originellerweise haben die Spaßvögel, die es produziert haben, nicht angegeben, WELCHE relative Dichte sie meinen.

    Man kann ausrechnen, dass es sich hier um die Dichte relativ zu Wasser bei 25°C handelt, ein Wert der etwa
    0,003 höher als die (absolute) Dichte ist. Aber ich finde es schon ziemlich dreist, dass bei solchen Geräten die
    Dichtemessung zur Denksportaufgabe gemacht wird.

    Aber hier gilt wie für die meisten Refraktometer (die übrigens meist die Dichte relativ zu Wasser bei 20°C anzeigen):
    einfach den Salinitätswert verwenden und sich keine Gedanken über die komischen Zahlen auf der anderen Tabelle machen!

    Hallo Dirk,

    Dichte 1,026 bei 25°C liegt bei einem Salzgehalt von 38,6 ppt vor. So einen hohen Salzgehalt hast du nur im
    Mittelmeer, das Rote Meer liegt noch darüber, alle anderen Meeresbereich in denen Korallen leben liegen niedriger.

    Ein Salzgehalt von 35 ppt entspricht einer Dichte von 1,0233 bei 25°C.

    Hallo Stefan,

    dem Tipp von Nico, das frische Meerwasser zu prüfen, kann ich mich nur anschließen. Aber es wäre nicht ungewöhnlich,
    wenn du trotz häufiger Wasserwechsel noch Calcium und Carbonat dazugeben musst. Schließlich wachsen deine
    Steinkorallen und verbrauchen immer mehr.

    Magnesium ist eine Art Mode und wird in vielen Meerwasseraquarien unnötigerweise überdosiert. Verbraucht wird
    es nur wenig, von Steinkorallen gar nicht. Ausgangspunkt für niedrige Magnesiumwerte waren meist die zu geringen
    Mg-Gehalte in manchen Meersalzmischungen, dieses Problem haben die Hersteller aber inzwischen im Griff.

    Hallo Hans-Werner,

    vielleicht sprichst du ein Problem an, das ich bisher unterschätzt habe. Persönlich kann ich nur meine Hand für
    Claudes Multireferenz ins Feuer legen, aber ich bin bisher davon ausgegangen, dass die wirklich nicht allzu schwierigen
    Anforderungen auch von anderen Referenzen eingehalten werden.

    Aber wie gesagt, vielleicht bin ich ja zu optimistisch. Ich werde mir mal vornehmen, weitere Standards zu überprüfen.

    Hallo Thomas,

    du kannst die richtige Zugabemethode deinen norwegischen Aquarianerfreunden ganz einfach erklären:

    1. Das was zu wenig ist, gibt man dazu.
    2. Das was zuviel ist, gibt man nicht dazu.

    Daraus ergibt sich in der Praxis dann nicht immer ein 1:1 Verhältnis zwischen Natron und Calciumchloridzugabe.
    Ist doch eigentlich logisch,oder?

    Hallo Christiane,

    zu deiner Sicherheit hier ein Hitparade der verwendeten Messverfahren:

    1.Große TM-Spindel: Am genauesten, kann aber durchaus auch mal um 1 Tausendstel abweichen. Macht aber nix.

    2. Refraktometer: Kann wegen der ungenaueren Ablesung nicht mit der großen Spindel mithalten.

    3. Dichteberechnung über Aqua-Calculator: Er kann nur schätzen, wie viel Wasser deine Salzmischung enthält,
    kann aber nicht ausrechnen, wie lange z.B. deine Salzpackung offen neben dem Aquarium stand.

    Hallo Stefan,

    um Magnesium musst du dir erstmal keine Sorgen machen, das wird von Steinkorallen nicht verbraucht.
    Calcium musst du zuführen, z.B. mit der Ballingmethode, wahrscheinlich auch bald Carbonat (KH).
    Die Bestellung deines Balling-Startersets war eine gute Entscheidung.

    Hallo Thomas,

    die fest gekoppelten Verhältnisse bei der Ballingmethode sind eine erste Orientierung, um einen einfachen Einstieg
    in diese Methode zu ermöglichen. Auf der Dosieranleitung gleich in die Feinheiten einzusteigen würde das Ganze
    zu kompliziert aussehen lassen und viele Meerwasseraquarianer abschrecken.

    Wenn du dich gründlich mit den Details beschäftigen willst, schau doch mal in meinen "Ratgeber Meerwasserchemie".

    Hallo Christiane,

    erstmal was grundsätzliches: Dichteangaben ohne Temperaturangaben sind nutzlos!
    Wenn du das gleiche Wasser bei 2 verschiedenen Temperaturen misst erhältst du 2 verschiedene Werte.
    Deshalb lassen sich deine Angaben nicht miteinander vergleichen, da die Temperaturen nicht angegeben sind.

    Wäre die Temperatur bei allen Messungen genau 25°C, dann würden die Dichte 1,0220 der TM-Spindel der
    relativen Dichte D20 von 1,0238 auf der Refrakskala entsprechen. Die zugehörige Salinität wäre 33,3.

    Du kannst die Dichte nicht genau mit dem Aqua-Calculator errechnen, er kann nicht wissen, wie trocken dein Salz
    gelagert wurde. Aber wo liegt das Problem, wenn du nur 1 Tausendstel von deinem kalkulierten Wert entfernt liegst?
    Das ist doch ein phantastisch guter Wert, nur 0,1 Promille Salinitätsabweichung!

    Bei den Korallen kenne ich vor allem einen guten Indikator: Euphyllias zeigen sehr deutlich, wenn die Salinität zu niedrig ist.

    Hallo Markus,

    bei der Verwendung von Leitungswasser mit KH 10 müssen wir uns über andere Ursachen keine Gedanken mehr machen.
    Die KH des Leitungswassers und die KH in der Meersalzmischung ergeben locker eine KH von 16 und mehr.

    Die Lösung: Osmosewasser verwenden.

    Hallo Hans-Werner,

    ich hatte dich so verstanden, dass du von käuflichen Standards gesprochen hattest.
    Und ich hatte von einer "vertrauenswürdigen Quelle" gesprochen, als Beispiel kann ich dir den Multistandard von Claude Schuhmacher empfehlen.

    Und ich kann dich in eines der Geheimnisse der modernen Alchimie einweihen: Man nimmt für einen Standard kein
    Dihydrat, sondern trocknet CaCl2 bei 105°C mehrere Stunden lang. So hast du eine definierte Stoffmenge.

    Für die Stabilität des Standards würde die Alkalinität geringer ansetzen. Noch ein Tipp: Das Meer weist den Weg...

    Hallo Markus,

    für einen Anstieg der Alkalinität (KH) gibt es mehrere Erklärungen, z.B. die Lösung von Carbonaten oder auch
    Assimilations- und Zersetzungsprozesse. Vielleicht gibt es aber eine simplere Erklärung: Was verwendest du für
    Wasser zum Ansetzen und Nachfüllen?

    Der Unterschied zwischen 15,4 und 16 kann aber auch eine Messungenauigkeit sein.

    Hallo zusammen,

    als Freund kontrollierbarer Experimente kann ich von meinen eigenen Versuchen berichten, die ich an einem
    (von drei) HQI-Strahlern über meinem Hauptbecken durchführte. Vorsichtshalber führte ich die Versuche nur
    in einem Bereich, in dem fast nur Seeanemonen und kaum Steinkorallen leben, durch.

    Gekauft wurden 3 sehr preisgünstige Leuchtmittel HQI 400W bei einem bekannten Online-Auktionshaus. Wie sich
    aus der Bankverbindung ergab, bei einem ebenfalls bekannten Aquaristikhändler.

    Ich konnte damals noch keine Spektren vermessen, der optische Eindruck des ersten Leuchtmittels war jedenfalls oK.
    Das erste Leuchtmittel hielt ziemlich genau 12 Monate, die Farbveränderungen hielten sich im üblichen Rahmen. Bei den Tieren
    bemerkte ich keine Veränderungen. Auffällig war nur, dass ich erstmals ein Leuchtmittel nicht wegen Gelbstich,
    sondern wegen Totalausfall wechseln musste.
    Das zweite Leuchtmittel hielt knapp 4 Wochen.
    Beim dritten löste sich schon beim Auspacken das Gewinde vom Glaskolben. Es war dadurch nicht einsatzfähig.

    Wenn diese Leuchtmittel tatsächlich in den gleichen Fabriken wie die Hochpreisprodukte hergestellt sein sollten,
    dann handelt es sich nach meiner Einschätzung um Ausschussware. Der Einsatz scheint Glücksache zu sein.

    Ein vermeidbares Risiko.

    Hallo Robert,

    die meisten Kalkreaktoren werden ohne pH-Steuerung betrieben und arbeiten trotzdem zufriedenstellend.
    Die pH-Steuerung kann zwar eine CO2-Übersättigung im Aquarium vermeiden helfen, birgt aber immer das Risiko,
    dass sie bei mangelnder Wartung der Elektrode für Fehlfunktionen sorgen kann.

    Hallo Holger,

    bei der Ozondiskussion muss ich mich doch mal kurz einmischen:
    Du darfst deine Erkenntnisse aus dem Süßwasserbereich keinesfalls auf das Meerwasser übertragen!!!
    Hier herrschen vollkommen andere Verhältnisse. Die Halbwertszeit von Ozon im Meerwasser ist zwar ca. 3 Größenordnungen geringer,
    die Toxizität aber deutlich höher. Dies liegt am Vorhandensein von Brom, das im MW in einer Konzentration von ca. 70 mg/l
    vorhanden ist, im Süßwasser dagegen praktisch gar nicht. Die Reaktionsprodukte von Brom und Ozon, z.B. Bromat, sind aber äußerst giftig.

    Hallo Dirk,

    ein Calcium/Magnesiumtest ist nicht besonders kritisch und auch lange haltbar. Das siehst du schon am angegebenen
    Mindesthaltbarkeitsdatum 2013, also mindestens 5 Jahre. Natürlich musst du dazu die Gefäße immer gut geschlossen halten,
    Aufbewahrung im Kühlschrank verlängert die Lebensdauer noch weiter.

    Bei den großen Unterschieden, die du gemessen hast, gehe ich eher von einem Herstellungsproblem aus.
    Aber bevor wir auf eine falsche Fährte geraten: Wie oft hast du jeweils gemessen? Wie groß waren die Unterschiede
    zwischen den einzelnen Messwerten? Nach einer Einzelmessung würde ich niemals eine Aussage treffen, das Risiko
    eines Messfehlers ist viel zu hoch dafür.

    @Hans-Werner: Einen ordentlichen Standard herzustellen ist wirklich keine große Kunst. Schwierig wird es höchstens
    bei Nährstoffstandards wie NO3 und PO4, die gut konserviert werden müssen. Auf den Standard (aus vertrauenswürdiger
    Quelle) kann man sich vor allem aus einem Grund stärker berufen als auf den Test selbst:
    Das Risiko von Anwendungsfehlern ist geringer!