Hallo zusammen,
das ist ja eine heiße Diskussion hier, in der mir aber noch ein paar Fakten fehlen.
Den Zusammenhang zwischen höherem Preis und höherer Qualität sehe ich aus meiner Erfahrung ähnlich wie
Stefan. Das heißt aber nicht, dass man jemandem die Chance verweigern sollte, für wenig Geld etwas Gutes zu verkaufen.
Bei vielen Tests ist der Wert der Messreagenzien der kleinste Anteil. Verpackung, Werbung und Handel machen
meist viel mehr aus. Und eine ordentliche Qualitätskontrolle sollte einkalkuliert sein, ich glaube die fehlt bei
einigen der günstigeren Produkte.
Zum Farbinterpretetation: Ich bin immer wieder überrascht, wie sicher sich viele beim Ablesen ihrer Tests sind. Ich
selbst würde nie wagen, auf Grund eines Farbvergleichs mit bloßem Auge eine exakte Angabe zu machen.
Gut ablesen lassen sich Tests mit Farbumschlag, wie sie bei KH, Ca und Mg üblich sind. Auch Kalium kann man
inzwischen recht sicher bestimmen (gegen eine Referenz). Bei Nitrat kommen die Unzulänglichkeiten des Tests
selbst zum Tragen, daher sollte man nie mehr als eine Abschätzung der Größenordnung erwarten.
Nun aber zum Phosphat. Die Farbe, die beim Messen entsteht, ist einfach BLAU. Das Problem ist nur, dass das
menschliche Auge nicht in der Lage ist, eine einzelne Farbe aus einer Mischung herauszufiltern. Wenn das
Aquarienwasser z.B. gelb ist, dann entsteht die Mischfarbe grün. Davon nur den Blauanteil zu bewerten ist eine
Kunst, die nur ein Photometer beherrscht. Daher verstehe ich nicht, warum Aquarianer, die wirklich an genauen
Phosphatergebnissen interessiert sind, nicht ein oder zweihundert Euro in ein ordentliches gebrauchtes
Photometer investieren.