Beiträge von Armin Glaser

    Hallo Jens,

    deine Angaben "niedriger pH, niedrige KH und niedriger Ca-Wert" passen schlecht zu dem beschriebenen Phänomen
    absinkender pH. Es gibt eigentlich nur die Möglichkeit von Messfehlern.

    Gib mir bitte deine Werte für Ca, KH, pH und Salinität deines frisch angesetzten Meerwassers und alle diese Werte
    kurz nach der Zugabe des pH Buffers. Dann belüfte das frische Meerwasser mit dem pH Buffer mindestens eine
    Stunde lang und messe nochmal den pH. Dann müssten wir des Rätsels Lösung finden.

    Hallo Jens,

    wahrscheinlich hast du einen hohen Calciumwert im Wasser. Durch die Zugabe des pH-Puffers kommt es zu einer
    Ausfällung von Calciumcarbonat, was deinen pH senkt.

    Ich würde bei deinen pH und KH-Werten gar nichts unternehmen. Sie sind in einem akzeptablen Bereich.

    Hallo Dirk,

    entschuldige, wenn ich dich verwirrt habe, das war nicht meine Absicht :grinning_squinting_face:

    Du kannst auf jeden Fall Leitungswasser statt Osmosewasser nehmen, einfach weil es billiger ist.
    Du könntest dem Wasser aber auch etwas Meersalz oder Kochsalz zugeben, das kann seine Wirkung steigern.

    Hallo Hans-Werner,

    erstmal danke für deine Zusammenfassung.

    Das mit dem Schlüssel muss ich nochmal erklären, ich glaube da hast du was in den falschen Hals gekriegt:
    Mir geht es einfach darum, mit dem was messtechnisch möglich ist, bestimmte Dinge ausschließen zu können.
    Ich kenne zu viele aquaristische Theorien, die jahrelang aufrecht erhalten werden und sich durch eine einfache
    Messung widerlegen lassen. Kalium ist so ein Beispiel. Du hast in deinem ersten Beitrag in diesem Thread weitere
    Beispiele genannt.

    Ich denke mit etwas mehr Aufgeschlossenheit gegenüber messtechnischen Sachbeweisen könnten wir zusammen
    sehr viel weiter kommen. Aber da würde ich mir etwas weniger negative Unterstellungen wünschen. Ich weiß z.B.
    nicht wo du die Einschätzung herleitest, ich könne keine Korallenskelette messen. Natürlich kann ich es, das ist doch
    logisch, ich fand es aus den schon erwähnten Gründen nur bisher wenig spannend. Und für eine größere
    Reihenuntersuchung, das hatte ich ja schon erwähnt, fehlt mir die Zeit. Aber mal schnell ein Stückchen
    Importkoralle und ein Stückchen Koralle aus dem eigenen Becken in etwas subboiled HNO3 aufzulösen und durch
    die ICP zu schicken ist wirklich nicht das Problem. Ich werde mich demnächst mal drum kümmern.

    Wobei, wenn ich mir den von dir zitierten Artikel von Ferrier-Pagès et al. anschaue, was soll denn bei dieser
    Messung anderes rauskommen als bei denen?

    Hallo Hans-Werner,

    ich glaube, du hast bei deinem Zitat etwas vergessen.
    Zu dem Satz "This accumulation should not represent a process of detoxification of the coral tissue" gehört noch das
    Ende "since Zn concentration during this experiment was low". Hier wurden die Konzentrationen 0,065 und 0,65
    Mikrogramm verwendet, in Aquarien finden sich dagegen eher 20-50 Mikrogramm.
    Somit bleibt die Entgiftungsfrage bezüglich des Skeletts weiter offen.

    Wie du von meiner Aussage: "Ich bin auch überhaupt nicht der Ansicht,
    durch einfache Messungen alles enträtseln zu können. Ich bin nur der Meinung, dass zusätzliches Wissen, sei es
    durch Messung oder durch die Kenntnis der wesentlichen Literatur, beim Enträtseln sehr hilfreich ist.
    Denn ab und zu müssen Vermutungen logischen Ausschlussverfahren unterworfen werden."
    zu der Aussage kommst"Wenn Du dann zur Schau stellst, dass Du schon das ultimative Wissen hast, dann finde ich das sehr enttäuschend.",
    bleibt sicher nicht nur mir ein Rätsel.

    Hallo Hans-Werner,

    besser als die Natur können wir es sicher nicht machen, aber anders. Und das müssen wir zwangsläufig, weil wir
    nicht in der Lage sind, die Meeresverhältnisse exakt nachzubilden. Und da sind Spurenelemente nur ein Faktor von vielen.

    Du hast mich an einem Punkt übrigens gründlich missverstanden. Mit der Aussage:
    " 3. Bei zu hohen Spurenelementkonzentrationen lagern Korallen diese in die Zooxanthellen ein und stoßen sie ab.
    Dies führt zu der oftmals beobachteten Farbverstärkung."
    meinte ich natürlich nicht die Farbe Braun, sondern die beliebten bunten Farben, die bei hoher Zooxanthellendichte
    von diesen überlagert werden und besser zu sehen sind, nachdem ein Großteil der Zooxanthellen ausgestoßen wurde.

    Dieses Prinzip funktioniert, ob es auf Dauer funktioniert lässt sich wirklich nur empirisch ermitteln. Hier steht, wie so oft,
    die Messung bzw. die Wissenschaft nicht im Gegensatz zur Beobachtung. Ich bin auch überhaupt nicht der Ansicht,
    durch einfache Messungen alles enträtseln zu können. Ich bin nur der Meinung, dass zusätzliches Wissen, sei es
    durch Messung oder durch die Kenntnis der wesentlichen Literatur, beim Enträtseln sehr hilfreich ist.
    Denn ab und zu müssen Vermutungen logischen Ausschlussverfahren unterworfen werden.

    Hallo Anselm,

    nach deinen Ergebnissen kann ich nur noch einmal wiederholen, was ich das letzte Mal schon geschrieben hatte:
    Entweder dein Salzgehalt ist viel zu niedrig oder du machst beim Messen einen Fehler.
    Die gemessenen Werte Ca 350 mg/l und Mg 900 mg/l sind für das Tropic Marin bei einer Salinität von 35 definitiv falsch.
    Auch der Reef Crystals Wert ist, wie Norbert schon geschrieben hat, zu niedrig.

    Du musst bei deiner Messung den Salzgehalt berücksichtigen. Eine Dichteangabe ohne Temperaturangabe nützt nichts.
    Wenn du die Salzmenge im Wasser verringerst, dann verringerst du damit natürlich auch die Calcium- und die Magnesiummenge.

    Hallo Hans-Werner,

    ich fände es gut, wenn wir wieder zu einer sachlichen Diskussion zurückfinden würden.

    Ich gebe zu, ich habe mich etwas geärgert über deinen "Gedächtnisschwund". Bei einigen deiner Aussagen entstand
    bei mir der Eindruck du übersiehst gerade unter anderem, dass ich im Vivarium, wo wir euer Salz tonnenweise verwenden,
    auf mehrere tausend Liter frisch angesetztes Meerwasser zurückgreifen kann, und dass du dich nicht einmal mehr
    an Untersuchungen die ich für TM durchgeführt habe erinnerst.

    Den Ärger habe ich inzwischen verdaut, also lass uns wieder konstruktiv werden:

    Wenn wir mit dem Begriff Spurenelemente nur die Schwermetalle bezeichnen, können wir beim Thema
    "Spurenelemente und Korallenriffaquarium" von folgenden gesicherten Erkenntnissen ausgehen:

    1. Jedes künstliche Meerwasser enthält mehr Spurenelemente als natürliches Meerwasser.
    2. Korallen können sich an höhere Spurenelementkonzentrrationen gewöhnen, so dass die höhere Konzentration,
    des künstlichen Meerwassers (bei Verwendung einer guten Salzmischung) kein Problem darstellt.
    3. Bei zu hohen Spurenelementkonzentrationen lagern Korallen diese in die Zooxanthellen ein und stoßen sie ab.
    Dies führt zu der oftmals beobachteten Farbverstärkung.

    Viele andere Dinge sind bisher noch unklar, z.B. die Einlagerung der Spurenelemente in das Skelett. Diese kann
    opportunistisch aber auch selektiv sein und scheint auch artabhängig zu sein. Ein Rückschluss auf eine
    physiologische Bedeutung lässt sich sicherlich nicht herstellen.

    Zu klären ist z.B. auch noch, wie sich die "Farbverstärkung" auf Dauer im Aquarium auswirkt. In der Natur ist sie
    eine Stufe des coral bleaching, des Absterbens der Korallen....

    Lieber Hans-Werner,

    dass ich über die Möglichkeit verfüge Proben im 2000 Liter Maßstab anzusetzen, das sind ca. 70 kg Meersalzmischung,
    ist dir eigentlich bekannt. Ich finde es mindestens schade, dass du das ebenso vergessen hast wie die Tatsache, dass ich
    gelegentlich auch Meersalzmischungen untersuche. Schau dir vielleicht nochmal die Seite 122 im Ratgeber
    Meerwasserchemie an, da ist nämlich auch erklärt, warum Meersalzmischungen zwangsläufig mehr Spurenelemente
    enthalten als Meerwasser. Eine Tatsache, die jedem Hersteller unbedingt bekannt sein müsste!

    Wenn du noch keine Untersuchungen von Meerwasser in Riffgebieten gefunden hast, kann ich dir gerne weiterhelfen:
    Esslemont, G., 2000. Heavy metals in seawater, marine sediments and
    corals from the Townsville section, Great Barrier Reef Marine
    Park, Queensland. Marine Chemistry 71 (3–4), 215–231.
    ist ein Anfang, bei Bedarf kannst du gerne noch viele weitere Quellen von mir haben.

    Mit deinem Vorschlag einer Reihenuntersuchung an Korallenskeletten kann ich wenig anfangen. Erstens hat mein Tag
    leider nur 24 Stunden und zweitens gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass die Schwermetalle, die in Korallenskelette
    eingebaut werden, irgendeine positive Funktion für die Korallen haben. Sie können genausogut dorthin entsorgt worden sein, weil sie stören.

    Zu deinem Satz "Da Du immer mehr auf die chemische Analytik als auf die Praxis Wert legst," kann ich nur eines sagen:
    Ich mag nicht endlos vor einer verschlossenen Tür stehen und darüber spekulieren, was sich wohl dahinter befinden möge.
    Ich besorge mir lieber den passenden Schlüssel, mache sie auf und schaue dahinter.

    Hallo Hans-Werner,

    danke für deine 3 interessanten Links. Sie widersprechen allerdings deiner Argumentation.

    Nur im ersten Link wurden keine Spurenelemente gefunden, da wurden nämlich auch keine gesucht :grinning_squinting_face:

    Hovanek und Coshland fanden z.B im TM-Salz Blei in 410-facher natürlicher Konzentration, Zink in 10-facher
    und Mangan in 277-facher. Bei Marulla und O´Toole waren es für Blei 33-500 fach, für Zink 3-30 fach und für Mangan 5 -100 fach.

    Im Übrigen weißt du sehr gut, dass ich Untersuchungen nicht nur in Aquarien, sondern auch mit Meersalzmischungen durchführe.

    Hallo Roger,

    natürlich nimmt das Wasser die Temperatur des Refraks an. Und dieses die Zimmertemperatur.

    Wenn das Refrak aber für 25°C ausgelegt ist, nicht temperaturkompensiert ist und die Zimmertemperatur 20°C ist,
    dann liegt es um volle 3 g/l daneben.

    Hat es dagegen eine Temperaturkompensation, dann zeigt es auch bei 20°C den richtigen Wert an.

    Hallo Christoph,

    das ist doch kein Widerspruch. Ich hatte ja schon geschrieben, dass sich Bakterien ansiedeln, die Phosphat aufnehmen
    können. Nur ist das eben viel weniger. Man kann es auch als "schonender" bezeichnen :grinning_squinting_face:

    Aktivkohle erfüllt übrigens mit der Zeit fast die gleiche Funktion. Sie bietet Bakterien ebenfalls eine große Besiedlungsfläche.

    Dieter: Das "patentierte Verfahren" kenne ich nicht. Weißt du etwas näheres über das Patent? Es müsste
    irgendwo veröffentlicht sein.

    Hallo Asil,

    eigentlich sollte die pH-Messung "Plug and Play" sein. Elektrode anschließen und das war's schon.
    Du kannst die Elektrode auch dauerhaft im Wasser lassen, musst sie allerdings mindestens einmal im Monat
    z.B. mit einer weichen Zahnbürste von Aufwuchs befreien.

    Und spätestens nach 3 Monaten mit Kalibrierflüssigkeit überprüfen und einstellen. Dazu musst du dann aber doch
    die Bedienungsanleitung gründlich durchlesen.

    Hallo Dieter,

    ein Zeolith kann niemals einen Phosphatadsorber ersetzen! Zeolith bindet Kationen wie Ammonium und Metallionen,
    Phosphatanionen lässt es in Ruhe. Phosphat kann nur durch Bakterien, die sich allmählich auf dem Zeolith ansiedeln,
    aufgenommen werden. das ist aber viel weniger, als ein Adsorber aufnimmt.

    Hallo Björn,

    wie Hans-Werner wirklich hervorragend erklärt hat, sind manche Dinge "die man so hört" blanker Unsinn.

    Das Iod in den Mischungen ist nicht "schlecht", es ist normalerweise ganz normales Iodid. Dieses hat gegenüber
    der Alternative PVP-Iod (Betaisodonna und Co.) nur den Nachteil, dass es leichter überdosiert werden kann und dann
    giftig wirken kann. Deshalb niemals mehr als in der Dosieranweisung angegeben ist zugeben.

    Hallo Anselm,

    das Aräometer misst keinen Salzgehalt sondern die Dichte. Aus dieser kannst du, wenn du die Temperatur berücksichtigst,
    den Salzgehalt errechnen. Welche Dichte hast du bei welcher Temperatur gehabt?

    Refraktometer haben meist eine Temperaturkompensation, erkennbar an der Bezeichnung ATC. Welchen Salzgehalt/Salinität
    hat dein Refraktometer angezeigt?

    Der Salzgehalt war entweder viel zu niedrig oder du machst einen Fehler bei der Mg-Messung, da das TM Pro Reef
    wesentlich mehr Mg enthält als du gemessen hast.

    Hallo Sudad,

    leider finde ich in deinem Beitrag keine Antwort auf meine Zweifel am Sinn des Einsatzes von Schwefelpurpurbakterien.

    Dafür ist mir etwas anderes aufgefallen: Währen es in der Händlermitteilung heißt:

    "Anm. Der strenge Geruch nach Zugabe des Produktes ist völlig unschädlich und verschwindet nach wenigen Stunden. Der Geruch entsteht durch die natürliche Produktion von Schwefelwasserstoff. "

    schreibst du, der Schwefelwasserstoff werde für die Konservierung beigegeben. Was ist denn nun richtig?

    Ich biete eine dritte Möglichkeit an: Schwefelpurpurbakterien benötigen unbedingt Schwefelwasserstoff zum Leben.
    Da sie auch Licht benötigen können sie nur unter ganz besonderen Bedingungen leben, die in einem Aquarium
    (zum Glück!) nicht vorhanden sind.

    Hallo Martin,

    Strontium für Steinkorallen zu dosieren kann sinnvoll sein oder nicht. Dazu fehlt leider noch der letzte Beweis.
    Somit ist die Anwendung für Steinkorallen möglicherweise sinnvoll.

    Das Ammenmärchen besteht nur darin, dass Strontium den Kalkalgen irgendetwas nützen würde.