Beiträge von Armin Glaser

    Hallo Andre,

    den Beitrag von Jens auf http://www.seepfer.de würde ich ganz anders interpretieren.

    Hier wurde das Naheliegende nicht beachtet: Welchen pH-Wert hatten die verschiedenen frisch angesetzten Wasserproben
    und welchen hatte das Wasser, in dem sich die Larven befanden?
    Mit einer einfachen pH-Messung hätte sich dieser Wert ermitteln und anpassen lassen. Dann wäre der Versuch
    voraussichtlich ganz anders verlaufen.

    Spurernelemente/Schwermetalle sind nicht für jedes Übel auf der Welt verantwortlich =)

    Hallo Andre,

    bevor du dir weiter den Kopf zerbrichst, solltest du dich einfach einmal ein wenig mit der Materie beschäftigen,
    über die du so eifrig schreibst. Schau dir mal Lebensmittelgesetze und Pharmavorschriften an und vergleiche
    diese Werte mit den Spurenelementgehalten im Meerwasser. Dann wirst du feststellen, dass du nicht einmal
    mit pharmakologischen Maßstäben bei der Analyse von Meerwasser weit kommst.

    Du verlangst also etwas von deinem Meersalzhersteller, was dir weder dein Lebensmittel- noch dein Medikamentenhersteller liefert.

    Hallo Arne,

    wenn du das Lanthanrisiko schon eingehen willst, dann gib die Lanthanchloridlösung direkt in den Ansaugbereich deiner
    Anschäumerpumpe. So wird das gefällt Lanthanphosphat größtenteils durch den Abschäumer entfernt und das Risiko
    einer Phosphatablagerung und das einer Lanthananreicherung verringert.

    Hallo Jonas,

    los geht's! Eheim abschalten und am nächsten Tag den Nitritwert kontrollieren. Wahrscheinlich hat sich das Problem
    dann erledigt. Den Eheim abzuschalten bringt nur Vorteile.

    Du musst nur vorsichtig sein, wenn du auf die Idee kommen solltest, ihn irgendwann wieder einzuschalten.
    Im abgeschaltteten Zustand kann sich hochgiftiger Schwefelwasserstoff bilden. Deshalb das alte Wasser aus dem
    Eheim auf keinen Fall ins Aquarium laufen lassen.

    Noch ein Tipp zu deiner Nitritmessung: Messe in Zukunft lieber Ammonium/Ammoniak statt Nitrit. Nitrit ist recht harmlos
    im Meerwasser, Ammoniak dagegen sehr giftig. Nitrit kann höchstens ein Anzeichen für vorhandenes Ammoniak sein.
    Sicherer ist es, Ammoniak dirket zu messen.

    Hallo Oliver,

    du kannst den Wasserwechsel als eine Art Versicherung sehen. Er garantiert dir, dass sich Stoffe, die durch Futter,
    Zusatzmittel oder Umwelteinflüsse ins Aquarium gelangen, nicht über ein bestimmtes Maß anreichern können.

    Es ist wie bei jeder Versicherung: Es gibt keine Garantie, dass etwas passieren würde, wenn du nicht versichert bist.
    Aber du ärgerst dich grün und blau, wenn du nach einem Schaden feststellst, dass du dessen Folgen durch eine
    Versicherung hättest verhindern können.

    Hallo Andre,

    ich habe einige deiner Beiträge mit großem Interesse gelesen. Doch irgendwann hatte ich den Eindruck, du
    entfernst dich zu weit von der Realität. Auch wenn ich mich wiederhole: Du verlangst die Qualitätskontrollen
    der pharmazeutischen Industrie, aber weder ich, du oder sonst ein Aquarianer sind dazu bereit, die Preise
    der Pharmaindustrie für ein Massenprodukt wie Meersalz zu bezahlen.

    Das Positivbeispiel aus den USA, das du immer wieder zitierst, erfüllt deine eigenen Kriterien nicht im geringsten.
    Dass zur Dichte nicht mal eine Temperatur angegeben ist, ist schon fast lächerlich. Aber von solchen groben
    Schnitzern einmal abgesehen: Eine allgemeine Aussage über die von dir geforderten Details ließe sich überhaupt
    nicht treffen. Dies könnte nur durch Chargenanalysen geschehen.

    Du siehst, in der Realität gibt es deine Traumsalzmischung nicht. Und wird es nie geben.

    Hallo Jonas,

    schön, dass du deinen Fischbestand reduzierst, da werden sich sicherlich alle Beckenbewohner freuen.
    Es wird sich, wie du schon an deinem Nitrat- und Phosphatwert siehst, ein völlig neues Klima in deinem
    Aquarium entwickeln, das möglicherweise dein Korallenproblem löst.

    Dass der Eheim keine gute Lösung ist, wurde dir ja bereits gesagt. Eine oder mehrere Strömungspumpen
    sind wesentlich sinnvoller.

    Nitrit ist sicherlich kein Problem für deine Korallen. Überprüfe auch mal deine Messung: Wie viel Nitrit misst du in
    einer frisch angesetzten Meerwasserprobe?

    Hallo Michael,

    ich würde mit diesem Messergebnis vorsichtig umgehen. Strontium ist mit Aquarientests sehr schwer zu messen,
    die Gefahr falscher Ergebnisse ist groß. Solange du die Messung nicht mit einer Referenz, deren Sr-Wert du kennst,
    ein paar Mal erfolgreich durchgeführt hast, würde ich mich auf die Messung nicht verlassen.

    Im Übrigen ist die Notwendigkeit von Strontium immer noch nicht sicher bewiesen. Vielleicht wird es einfach durch Calcium ersetzt.

    Hallo Bernd,

    deine gemessene Abweichung ist ungewöhnlich hoch, viel höher als die bisher gemeldeten und von mir selbst
    gemessenen Abweichungen. Welche Salinität hatte deine Probe? Wie oft hast du gemessen?

    Vielleicht solltest du erst einmal eine Referenz, z.B. Fauna Marin Multireferenz, messen.

    Hallo Thomas,

    die Nitratanreicherung in deinem Aquarium hat mehrere Ursachen, von denen einige schon genannt wurden:

    - auf dem Filterschwamm werden organische Stoffe u.a. in Nitrat umgewandelt
    - du hast noch keine Nitratverbraucher im Becken
    - die Denitrifikation in deinem Aquarium funktioniert noch nicht richtig

    Denitrifikation findet durch Bakterien statt, die einige Millimeter bis Zentimeter tief im Gestein und Bodengrund leben.
    Damit sie Nitrat abbauen können, müssen sie durch eine starke Strömung dauernd mit frischem Wasser versorgt werden.
    In deinem 1 cm tiefen Livesand wird dieser Vorgang kaum stattfinden können, allein schon weil er durch starke Strömung
    nur aufgewirbelt und umhergetragen wird. Daher ist in deinem Becken entscheidend, dass das sich das Lebendgestein
    in einer kräftigen Strömung befindet. Dann sollte sich das Nitratproblem bald erledigen.

    Es könnte höchstens noch sein, dass deinen Denitrifikationsbakterien die Nahrung fehlt. Denn außer Nitrat brauchen
    sie auch organische Stoffe. Vielleicht ist dein Aquarium noch zu "steril", da noch nichts gefüttert wird. Dann würde
    eine ganz vorsichtige Zugabe von Wodka Wunder bewirken.

    Hallo Torsch,

    die Ansaugluft von Außen zu holen ist sicherlich sinnvoll. Ansosnsten musst du auf den Frühling warten, der hoffentlich
    irgendwann noch kommt. Dann steht das Fenster öfter offen und der CO2-Gehalt in der Zimmerluft (und damit im Aquarium) sinkt.

    Hallo Andre,

    ich glaube, ich muss mich nochmal wiederholen, um die 2 unterschiedlichen Bereiche klarer auseinander zu halten:

    1. sinnvoll fände ich die Angabe der Hauptionen in Meersalzmischungen.
    Das sind Chlorid, Natrium, Sulfat, Magnesium, Calcium, Kalium, Carbonate, Bromid, Borate, Strontium und Fluorid.
    Und natürlich die Angabe des Wassergehalts.

    2. Wenn die Hersteller den Gehalt der übrigen Elemente angeben würden, dann würde der Analyseaufwand
    mit dem der pharmazeutischen Industrie vergleichbar werden. Und damit auch der Preis.

    Daher halte ich die 2. Forderung nicht für realistisch.

    Hallo Andre,

    manche deiner Fragen lassen sich recht einfach beantworten, du musst sie nur richtig stellen:

    "Wenn aber ein Hersteller mehr Brom hinzufügt wird er ja einen Grund dafür haben." ist die falsche Frage, denn
    der genannte Hersteller fügt ja in Wirklichkeit WENIGER zu. Das hat meist einen einfachen Grund: Natriumchlorid
    ist viel billiger als Natriumbromid. Drum spart man ein bisschen Bromid ein, nimmt etwas mehr Chlorid und schon
    kostet es in de Herstellung einige Cent weniger. Aus dem gleichen Grund fehlen manchen Salzmischungen
    etwas Magnesium und manchen etwas Kalium. Denn das ist alles teurer als Kochsalz...

    Hallo Andre,

    Hovanec, der Autor der Salzuntersuchung hat auch den Seeigellarventest wiederholt: http://www.advancedaquarist.com/2005/3/aafeature

    Sein Resümee lautet:
    " In conclusion, the results of this study and many other studies demonstrate that there is no evidence of toxicity of freshly mixed synthetic sea salts to sea urchin larvae and no evidence that using synthetic sea salts in a marine aquarium would be detrimental to the health of the organisms in the aquarium."

    Wir können also beruhigt sein. Die Untersuchung stimmt mit der Erfahrung überein.

    Zur Angabe der Zusammensetzung von Salzmischungen: Ich bin davon überzeugt, dass es sinnvoll wäre
    die Hauptelementgehalte für die Salze anzugeben, einschließlich dem Wassergehalt. Hier tun sich die Hersteller
    leider noch schwer, einzelne behaupten sogar unsinniges Zeug. Leider traut sich keiner, den Anfang zu machen.

    Bei den Spurenelementen schätze ich das Thema etwas komplizierter ein. Hier können große Schwankungen
    möglich sein, die auf unterschiedliche Verunreinigugen der Hauptkomponenten wie z.B. Kochsalz zurück gehen.
    Da ist es fast nicht möglich, Werte zu garantieren.

    Hallo Andre,

    ich weiß nicht, was du gegen Bromid hast, die Tiere im Meerwasser sind es jedenfalls schon seit Jahrmillionen
    gewohnt und würden es sicherlich gerne auch im Aquarium haben =)

    Zum Shimek-Artikel: Er ist wegen seiner Arbeitsweise etwas umstritten, z.B. nimmt er nur bei einem Teil der Salze
    unabhängige Messungen als Grundlage, bei anderen einfach nur Angaben aus Werbepospekten. Das ist keine gute Vergleichsgrundlage.

    Die Aussage, dass Meersalzmischungen mehr Spurenelemente enthalten als Meerwasser, kann ich bestätigen. In
    anderen Untersuchungen hat sich übrigens gezeigt, dass das von ihm gepriesene "schwermetallarme" Salz eher
    im oberen Bereich liegt (siehe http://www.advancedaquarist.com/issues/sept2004/feature.htm ).

    Shimeks Befürchtungen, dass die üblichen Meersalzmischungen eine schlechte Grundlage für die Meerwasseraquaristik
    wären, kann ich jedoch nicht teilen. Das sehe ich wie Joe: jahrzehntelange Erfahrung spricht dagegen.

    Hallo zusammen,

    endlich mal wieder eine Salzdiskussion :grinning_squinting_face:

    Auch die "natürlichen Salze" (= aus dem Meer gewonnen) müssen mit "unnatürlichen" (= aus Bergwerken gewonnenenen
    und gereinigten) Komponenten errgänzt werden, da sich Teile des Meersalzes beim Trocknen verflüchtigen.
    Beim "Naturmeersalz" ist die Art der Gewinnung und der Herkunftsort des Meerwassers für den Anteil der Verunreinigungen
    entscheidenend. Ob "Naturmeersalze" daher Vorteile gegenüber künstlichen Meersalzmischungen haben,
    lässt sich meines Erachtens nicht sagen und würde sehr aufwendige Untersuchungen erfordern.

    Daher würde ich mich auf die langjährigen Erfahrungen der Meerwasseraquaristik verlassen und die Salze verwenden,
    mit denen erfolgreich Meerwasseraquarien betrieben werden. Egal ob "natürlich" oder "künstlich".

    Zu der CRYSTAL SEA Analyse:
    Mir fällt erstens auf, dass hier gegenüberr Meerwasser deutlich zu wenig Bromid (6 statt 69 mg/l) enthalten ist.
    Zweitens ist der Silicatgehalt mit 6 mg/l extrem hoch. Hier besteht das Risiko einer Diatomeenblüte.

    Die Spurenelemente sehen auf den ersten Blick ähnlich wie bei anderen Salzen aus: Deutlich mehr, als in Meerwasser
    vorhanden ist. Aber das ist normal und lässt sich nicht vermeiden.

    ...und ich hatte Natriumhydrogencarbonat extra weggelassen, um es nicht unnötig kompliziert zu machen :loudly_crying_face:

    Die Sache mit dem Natron (= Natriumhydrogencarbonat) ist so:
    - es senkt zunächst den pH. Dabei entsteht ein CO2-Überschuss im Wasser.
    - wenn das CO2 das Wasser verlassen kann (Abschäumer, Belüftung), dann steigt der pH. Und zwar auf einen
    höheren Wert als vorher.

    Natron gibt nur Carbonat (=Alkalinität) zu. Calcium enthält es nicht.

    Hallo Martin,

    auch wenn deine Aussage mit dem "Blau" für tropisches Tageslicht falsch ist (dieses Licht hat ca. 6000K, in der
    Riffaquaristik würde man so etwas eher als "pissgelb" bezeichnen), könnte eine Umstellung der Brenner unter Umständen
    zu einem Absterben von einzelnen Korallen führen. Wenn das große Stöcke wären, könnte sich daraus eine Wasserbelastung ergeben.
    Ich denke aber, das wäre Gerhard aufgefallen und er hätte es erwähnt.

    Die Achse halte ich als Ursache ebenfalls für sehr unwahrscheinlich.

    Hallo Torsch,

    der pH erhöht sich natürlich bei Zugabe von jedem Stoff, der basischer als dein Aquarienwasser ist.
    Das kann z.B. Caliumhydroxid, Natriumcarbonat, Natronlauge oder auch Ammoniak sein.

    Sinnvoll ist aber nur die Zugabe von Calciumhydroxid (Kalkwasser) und Natriumcarbonat, das eine erhöht
    gleichzeitig noch den Calciumgehalt, das andere den Carbonatgehalt.

    Hallo Cleo,

    die Unterschiede liegen hauptsächlich in der Temperaturkompensation und in der Tatsache, dass wenige für Meerwasser
    und viele für Kochsalzlösung konstruiert sind.

    Eine Temperaturkompensation empfehle ich dir in jedem Fall. Wenn du dein Refrak ab und zu mit einem großen Aräometer vergleichst
    und den ermittelten Fehler bei jeder Messung abziehst, oder es mit einer Salinitäts-Standardlösung so einstellst,
    dass es 35 Promille richtig anzeigt, dann kannst du auch ein Kochsalzrefraktometer verwenden.

    Weder der Preis, noch das Herkunftsland sind übrigens ein sicheres Kriterium, dass das Refrak für Meerwasser konstruiert wurde.

    Und noch ein wichtiger Tipp: niemals die Dichtetabelle verwenden, immer nur auf den Salinitätswert achten!

    Hallo Marco,

    deinem Tipp, Wasserwechsel bleiben zu lassen, muss ich energisch widersprechen!!!

    Bei einer vermuteten Vergiftung ist das immer eine vernünftige unterstützende Maßnahme (natürlich unter der
    Voraussetzung, dass man ein gutes Salz verwendet). Den Bakterien, die zu 99% auf und im Gestein/Bodengrund leben, macht ein WW überhaupt nichts aus.

    Hallo Bernhard,

    ich würde bei einer Alkalinität von 6,5 - 7 noch gar nicht eingreifen.
    Wenn du es trotzdem tust, mach dir keine Sorgen um die Ionenbalance. Die gleichst du mit gelegentlichen Wasserwechseln wieder aus.

    Die Aiptasienbekämpfung kann möglicherweise die Alkalinität senken, es gibt aber auch andere (biologische) Prozesse,
    die das tun können.

    Hallo Stefan,

    sei bitte vorsichtig bei deinem Experiment.
    Erstens arbeitest du dabei mit einer sehr gefährlichen Säure, die schon bei kleinen Unachtsamkeiten schwere
    Verätzungen auslösen kann.
    Zweitens kann man schon mit Kohlensäure bei einem schlecht eingestellten Kalkreaktor den pH so sehr absenken,
    dass es allen Beckenbewohnern schadet. Mit Salzsäure geht das VIEL schneller.

    Ich würde von dem Versuch abraten und bei dem kleinen Becken wenn nötig ab und zu ein paar Tropfen Kalkwasser zugeben.

    Hallo Sascha,

    miss doch einfach mal destilliertes Wasser, damit du siehst, was dein Messgerät dann anzeigt.
    Der Leitwert darf laut VDE 0510 bis 30 µS/cm betragen. Daher sieht dein Wert von 6 µS/cm bei selbst
    demineralisiertem Wasser gar nicht schlecht aus.

    Und wenn du ein richtig gutes Messgerät haben willst, dann musst du etwa 1000 € dafür ausgeben.