Hallo Hans-Werner,
nur Geduld, die Antwort kommt schon
Ich war vor kurzem im Urlaub, das muss ich zur Zeit noch büßen und
kann deshalb gerade nicht jeden Tag (oder Nacht) ins Forum schauen.
Nachdem ich meine spätabendliche Rechnung von neulich nochmal durchgesehen habe, muss ich meine 6,75 Protonen leider korrigieren.
Mir war in der Eile der "Klassiker" passiert und ich hatte bei der Dissimilation die CO2-Protonen nicht durch die Carbonationen ausgeglichen.
Es ist richtig, dass der Stickstoffzyklus, wenn er vollständig abläuft, ein Nullsummenspiel und damit alkalinitätsneutral ist.
Von den 2 Protonen, die bei der Nitrifikation vom Ammonium abgegeben werden, wurde eines bei der Desaminierung
aufgenommen, ein weiteres wird bei der Denitrifikation aufgenommen. So reduziert sich der Einfluss des
Stickstoffkreislaufs auf die Alkalinität auf die Anreicherung von Zwischenstufen wie z.B. Nitratanreicherung
und auf Eingriffe wie z.B. Wasserwechsel.
Es bleibt die Tatsache, dass in der Praxis Ungleichgewichte im Calcium-/Alkalinitätsverbrauch häufig sind.
Hier scheinen doch anorganische Effekte wie Magnesitbildung und die Bildung von Magnesium-
und Strontiumcarbonaten durch Organismen die wesentliche Rolle zu spielen. Magnesium spielt hier sicherlich
eine Schlüsselrolle, den es wird grundsätzlich nie mit den Anionen zugegeben, mit denen es verbraucht wird.
Weder Magnesiumchlorid noch Magnesiumsulfat können im Meerwasser ausfallen. Andererseits wird nicht das
komplette verbrauchte Magnesium in Carbonate überführt, wie Versuche mit der Zufuhr von Mg + CO3 im ausgeglichenen Verhältnis zeigen.
Die Erklärung für eine im Verhältnis zum Calcium abnehmende Alkalinität ist daher einigermaßen klar,
was bei einem relativ fallenden Calciumlevel, wie ihn z.B. Thomas beschreibt, genau passiert,
ist mir noch nicht ganz klar. Messungenauigkeiten, Salzzusammensetzungen und Bedienfehler können sicher
eine Rolle spielen. Ob das alles ist, müsste eine ausführliche Untersuchungsreihe bestätigen.
Da aber das praktische an der (flexibilisierten) Ballingmethode ist, dass man all diese Ungleichgewichte mühelos
ausgleichen kann, habe ich mir diese bisher erspart.