Beiträge von Armin Glaser

    Hallo Lorenz,

    schön, dass du als Hersteller im Forum erreichbar bist, denn ich habe eine Frage, die du mir sicherlich am besten beantworten kannst:

    Auf eurer Homepage beschreibt ihr, dass ihr eine besondere LED selbst entwickelt habt. Das angegebene Spektrum
    erscheint mir aber sehr konventionell. Kannst du mir den Unterschied zu anderen LEDs erklären?

    Hallo Dirk,

    auch die ins Wasser getauchten Schläuchen würde ich häufig kontrollieren, da sich am Ende leicht Kalk bilden kann.

    Die Alkalinität (KH) verändert sich nicht im Tagesverlauf. Aber der pH-Wert ist morgens am niedrigsten. Daher ist es
    am günstigsten, das Calciumchlorid und das Natron (zeitlich versetzt) morgens zuzugeben. Wenn es deine Dosieranlage
    ermöglicht, die Zugaben in vielen kleinen Mengen über den ganzen Tag zu verteilen, ist das aber auch oK.

    Hallo Marc,

    wenn deine Denitrifikation gut funktioniert (gute Strömung und viele poröses Gestein), dann kann dein Nitratwert sehr niedrig sein.

    Gib zur Kontrolle einfach mal eine kleine Prise Futter in eine Wasserprobe, lasse sie mindestens ein paar Stunden stehen
    und teste dann, ob du darin Nitrat findest. Hier sollte die Verfärbung deutlich sein. Ansonsten hat dein Test ein Problem.

    Hallo Paulie,

    das Schleimige sind Bakterienbeläge. Sie entstehen auch in vollentsalztem Wasser, wenn es eine Weile steht.
    Wenn irgendwelche organischen Verunreinigungen im Behälter sind, dann werden diese mit der Zeit u.a. in Nitrit umgewandelt.
    Deshalb Behälter immer möglichst sauber halten.

    Hallo Gerald,

    Calcium und Magnesium liegen, gemeinsam mit Natrium, in so hohen Konzentrtionen vor, dass die paar Prozent
    Schwankung, die im Aquarium vorkommen, keine Auswirkungen auf die Konkurrenz zu anderen Kationen haben.

    Der pH spielt auch im Meerwasseraquarium eine große Rolle. Hier ist die Verfügbarkeit von Eisen durch den hohen pH-Wert
    tatsächlich nicht besonders groß. Trotzdem darf der pH auf keinen Fall zu sehr verändert werden, weil die im Aquarium
    lebenden Organismen, vor allem Fische und Garnelen, solche Schwankungen schlecht aushalten.

    Hallo Danan,

    wie Jens schon schrieb ist der Dichteunterschied von 0,002 nicht das Problem. Es liegt vielleicht an den eigenartigen
    Aufsalzmaßnahmen, die die Zusammensetzung des Wassers verändert haben.

    Am besten du setzt frisches Meerwasser der Dichte 1,023 (bei 25 °C) an und wechselst 3 Tage hntereinander je 30 %
    des Aquarieninhalts. Dann sollte sich das Becken wieder einigermaßen stabilisiert haben

    Hallo Kevin,

    dein Miracle Mud, deine Biobälle und dein Schwamm bieten aeroben und damit sauerstoffzehrenden Bakterien
    eine gute Grundlage. Vielleicht zu viel des Guten.

    @Thorsten: Es sollte doch inzwischen auch in Rostock angekommen sein, dass Nitrit ein SÜSSWASSER-Fischgift ist.
    Angebliche Nitrit-Verluste im Meerwasser sind darauf zurückzuführen, dass vergessen wurde auch Ammoniak zu messen.
    Hol mal den Meerwasseraquarianer 2/2006 aus dem Keller und schau dir den Nitritartikel an :winking_face:

    Hallo Kevin,

    wo hast du die Biobälle im System? Wie betreibst du deinen Miracle Mud Filter? Und warum müsstest du
    Filterwatte einsetzen, damit deine Korallen nicht verhungern?

    Kannst du mal Ammoniak im Ablauf deiner Filterkonstruktionen messen? Du hast es bisher wahrscheinlich nur
    direkt im Becken gemessen, oder?

    Hallo Thorsten,

    durch deine zu schnelle Veränderung der Wasserwerte hast du die Bedingungen im Aquarium gehörig durcheinandergebracht. Das nutzen die anpassungsfähigsten Organismen gerne aus, und das sind nun mal die Cyanos.

    Der Tipp deines Händlers war gut, Wasserwechsel ist bei solchen Veränderungen immer eine gute Idee.
    Sauge dabei die Cyano-Beläge gründlich ab.

    Und gib nie wieder so viel Salz auf einmal ins Aquarium. Und schon gar nicht Magnesium, das braucht in solchen
    Mengen niemand im Becken.

    Hallo Alex,

    2/3 weiß mit 15000 K und 1/3 blau sind eine schöne, leicht blaubetonte Mischung. Wenn die Lampe vernünftig konstruiert ist (gute Kühlung!!!)
    wirst du keine zusätzliche T5 brauchen.

    Hallo Kevin,

    Sauerstoff verbrauchen fast alle heterotrophen Bakterien, wenn ihnen organische Nährstoffe zur Verfüguing stehen.
    Damit dieser Verbrauch problematisch wird, müssten aber Gammelecken, zu viel Wodka u.ä. oder zu viel Futter vorhanden sein.

    Ich kann mir dein Fischsterben nur mit Krankheit oder Vergiftung erklären. Dass das Umsetzen so schnell hilft,
    spricht mehr für eine Vergiftung als für eine Krankheit.

    Du schreibst, dass du nur wenig Bodengrund hast und daher Schwefelwasserstoff ausschließt. Hast du mal Ammoniak gemessen?
    Das würde mit dem Verschlimmern nach der Fütterung zusammenpassen.

    Hallo Klaus,

    wenn ich deine Rechnung nachrechne stelle ich fest, dass es eine Milchmädchenrechnung ist =)

    LED haben inzwischen weit über 100 lm/W und haben vor allem ein besser nutzbares Abstrahlverhalten.
    Schau dir am besten mal den Artikel im Meerwasseraquarianer 4/2010 dazu an, da habe ich es ausführlich erklärt.

    Hallo Klaus,

    die Unverträglichkeit von Weich- und Steinkorallen halte ich für ein Aquarianermärchen. Ich mache seit vielen Jahren
    andere Erfahrungen und wüsste auch keinen Grund, warum es so sein sollte.

    Hallo Joe,

    ich weiß zwar nicht, was du mit "v.g." meinst, aber bei kurzfristigen Spitzenwerten schrieb ich ja schon, dass diese
    schnell gesenkt werden sollten. Anders ist es nur wenn Korallen hohe Werte gewöhnt sind und sich darauf schon
    lange eingestellt haben. In diesem Fall treten aber auch keine Schädigungen durch den hohen Phosphatwert auf.

    Hallo Dirk,

    ich würde mir mindestens 4 Wochen Zeit nehmen, um den Endwert zu erreichen. Je länger, desto besser.
    Und in dieser Zeit so gleichmäßig wie möglich absenken. Optimal wäre natürlich eine degressive Abnahme,
    aber so kompliziert muss man es nicht unbedingt machen.

    Hallo Peter,

    ich würde es so formulieren: plötzlich veränderte Phsophatwerte sollten möglichst schnell wieder auf den für
    die Korallen gewohnten Wert gebracht werden.

    In Joes Fall waren die Tiere einen niedrigen Phosphatwert gewohnt, dieser wurde in kurzer Zeit erhöht. Deshalb war
    es richtig, das Wasser möglichst schnell wieder auf den gewohnten niedrigen Wert zu bringen.

    Daher hat auch dein Experiment mit den 3 mg/l und dem schnellen Absenken funktioniert. Die Korallen waren ebenfalls
    einen niedrigen Phsophatwert gewohnt, deshalb hatten sie nichts dagegen, dass du ihnen sehr schnell wieder
    die gewohnten Bedingungen verschafft hast.

    Ganz anders sieht es aus, wenn Korallen schon monate- oder jahrelang hohe Phosphatwerte gewohnt sind. Dann
    führt ein schnelles Absenken des Phosphatwerts zu einer Situation, auf die ihr Stoffwechsel nicht eingestellt ist.
    Und das geht normalerweise schief.

    Hallo Dirk,

    das Reinigen des Bodengrunds kann sinnvoll sein. Du musst allerdings darauf achten, dass du dabei nicht allzu viele
    der nützlichen Bakterien, die darin leben, vernichtest. Daher immer nur einen Teil (1/3 bis allerhöchstens die Hälfte)
    der oberen Bodenschicht reinigen. Am besten mit Meerwasser, das ist am schonendsten.

    Hallo Rainer,

    es ging mir um den Begriff "Meerwasser". Dieses hat kein fixes Gewicht, sondern ein u.a. salinitäts- und temperaturabhängiges.
    Welches Messgerät Uwe verwendet, weiß ich nicht.

    Inzwischen bin ich aber überzeugt, dass das gar nicht Uwes Problem ist. Allein schon deswegen, weil er nicht
    Meerwasser, sondern Ballinglösungen pumpt.

    Uwe: Natürlich macht es einen Unterschied, ob du eine Dosierpumpe einmal lang oder zigmal kurz laufen lässt,
    auch wenn die Gesamtlaufzeit die Gleiche ist. Die Pumpe fördert nicht sofort linear, die Schläuche sind meist etwas leergelaufen usw.
    Am besten nicht zu theoretisch drangehen, sondern praktisch ermitteln.

    Hallo Reinhard,

    die Algen brauchen wirklich Phosphat zum wachsen. Es kann sein, dass du Phosphatablagerungen auf dem
    Gestein hast. Das kannst du im Wasser nicht messen, die Algen wachsen trotzdem auf diesen Steinen.

    Was gibst du außer Wassewechsel ins Aquarium? Woher kommt dein hoher KH-Wert?

    Wie hoch ist dein pH morgens (vor Beleuchtungsstart), wie hoch abends?

    Hallo Rainer,

    die Aussage mit dem Calcium/Magnesium-Verhältnis bie Riddle/Feldman finde ich nicht sehr eindeutig.
    Zwar finden sie im festen Flotat einen deutlichen Ca-Überschuss, im flüssigen dagegen ist Mg stärker enthalten.
    Im zweiten Text schreiben sie zwar im Text von einer von Ca-Anreicherung, die Zahlen sagen aber etwas anderes:
    576 mg/l Ca als CaCO3 entsprechen etwa 230 mg/l Ca, was bei der angegebenen Salinität von 26 eine deutliche Abreicherung ist!

    @Hans-Werner: Da sind wir beim Bretz-Text über die gleiche Angabe gestolpert :grinning_squinting_face:
    Ich denke die Süßwasserexperimente von Bretz bringen uns nicht allzu viel für die Meerwasserbetrachting.

    Hilfreich für die Einschätzung der Wirkung der Polymere ist eine Quantifizierung: In einem Milligramm Alginat oder
    ähnlichen Verbindungen können nicht mehrere Gramm Calcium enthalten sein. Bei den Mengen handelt sich um
    völlig verschiedene Größenordnungen.

    Hallo Hans-Werner,

    bin wieder im Dienst =)

    Es ist richtig, dass bei Alginaten Ca-Ionen eine Brückenfunktion spielen können, es sich hier also nicht um ein
    einfaches organisches Salz, sondern um einen Chelator handelt. Vergleichst du die Konzentrationen der Ca-Ionen
    aber mit denen der Alginate, dann wird eine zusätzliche Calciumzugabe diesen Effekt aber nicht verstärken können.

    Hallo zusammen,

    dass ein Aquarium ganz ohne Bodengrund gelinde gesagt "gewöhnungsbedürftig" aussieht ist die eine Sache.

    Viel wichtiger ist aber, dass der Bodengrund eine biologische Funktion hat, auf die nicht verzichtet werden sollte.
    Als Siedlungsfläche für nützliche Bakterien und Kleinorganismen stabilisiert er das ganze Aquariensystem.
    Kritisch wird es nur da, wo tote Zonen entstehen, in denen sich Schwefelwasserstoff bildet. Und das lässt sich
    durch den richtigen Besatz mit grabenden Tieren vermeiden.

    Hallo Dirk,

    die PO4-Werte in deiner Grafik sind hinfällig, weil die niedrigen Werte offensichtlich von einem nichtfunktionierenden Test stammen.

    Was ist mit den NO3-Werten? Alle mit dem gleichen Test ermittelt? Test gegen Referenz überprüft oder wenigstens
    frisch angesetztes Meerwasser zum Vergleich getestet?

    Hallo Dirk,

    so ganz klar ist mir dein Problem noch nicht. Du verwendest einen neuen PO4-Test und merkst, dass der alte zu wenig
    angezeigt hat. Deinen Korallen ist es wurscht, was dein Test anzeigt. sie sind das Wasser gewöhnt, in dem sie schon
    lange sitzen.

    Wie ist dein Nitratwert "explodiert"? Von wie viel auf wie viel ist er in welchem Zeitraum gestiegen? Was ist in dieser
    Zeit passiert? Du hast einen entnommenen Stein erwähnt, lag vielleicht viel Gammel darunter?

    Ich schlage dir statt schnellem Handeln lieber gründliches Überlegen vor. Mach keine Experimente mit "Wundermitteln",
    sondern denk noch mal ganz genau darüber nach, was sich in deinem Becken in letzter Zeit verändert hat.

    Hallo Hans-Werner,

    den Bretz et al. hatte ich auf den ersten Blick falsch interpretiert. Hier geht es nur um geringe Salzkonzentrationen,
    die noch keinen Aussalzeffekt erzeugen. Die Abschäumung wurde hier durch die Salzzugabe verringert,
    nicht erhöht. Anders ist es bei Konzentrationen wie im Meerwasser. Dort sorgt der Aussalzeffekt dafür, dass viel
    mehr Schaum entsteht als im Süßwasser (Aussalzeffekt: durch die Erhöhung der Menge der hydratisierten Ionen
    stehen konkurrierenden Stoffem weniger Wassermoleküle zur Verfügung, sie werden dadurch unlöslicher).
    Was uns Feldmann et al. mit der Zitierung von Bretz et al. sagen wollen, ist mir nun noch rätselhafter.

    Deiner These von dem "Ersatz" der abgespaltenen Protonen durch Metallionen liegt ein falsches Verständnis
    von Ionen in wässrigen Lösungen zugrunde. Das im Wasser abgespaltene Natriumion des Natriumchlorids wird
    doch auch nicht in der Lösung durch andere Ionen ersetzt. Das wäre sonst eine Ausfällung.

    Deine Literaturipps sind wieder sehr interessant. Allerdings geht es hier vor allem um die mechanische Entfernung
    von Ausfällungs- bzw. Flockungsprodukten, nicht so sehr um die Anlagerung an die Gas/Wasser-Grenzschicht.
    Ein Effekt, der übrigens auch bei der Zugabe von Laugen in den abschäumer zu beobachten ist. Hier wird vor allem
    durch die Magnesiumhydroxidausfällung copräzipitiertes Phosphat (und natürlich Magnesium) durch den Schaum mechanisch mitgerissen.

    PS: Eine äußerst interessante Diskussion. Schade, dass ich ausgerechnet jetzt eine Woche weg muss.