Beiträge von Armin Glaser

    Hallo Maria,

    hättest du gleich gesagt, dass du von einer BEIGELEGTEN Referenz sprichst. Die einzige beigelegte "Referenz",
    die ich bisher gesehen (und getestet) habe, war einfach nur SCHROTT!!! Sie hatte "zufällig" den gleichen Fehler wie der
    zugehörige KH-Test. Und das nicht erst nach einiger Zeit. Das hatten wir vor Jahren schon mal in einem Thread behandelt.

    Deshalb bitte etwas genauer und vorsichtiger mit solchen Behauptungen. Wenn ein alter VW-Käfer nicht mehr
    über den TÜV kommt, behauptet danach (hoffentlich) auch niemand: "Alle Autos haben schwerwiegende Mängel"

    Aber Torsten :D,

    weißt du nicht, dass meine Korallen auch jahrelang unter mehr als 2 mg/l PO4 "leiden" mussten und es ihnen dabei prächtig ging?

    @Guido: als Provisorium kannst du durchaus ein Rohr oder ähnliches, das mit Adsorber gefüllt und zwangsdurchströmt wird, benutzen.

    Hallo Torsten,

    die Umgrabtheorie kann ich nur bestätigen! Seit ich eine Pholidichthys leucotaenia im Becken habe, die 1 mal pro
    Woche die kompletten 2 Quadratmeter Bodengrund umgräbt, lässt sich kein Cyanobacter mehr im Becken blicken.

    Die Aalgrundeln sind allerdings nichts für aqaristische Ordnungsfanatiker, denn sie gestalten ihre Umgebung lieber selber.

    Hallo Maria,

    so eine pauschale Aussage über Referenzlösungen zu machen, ist nicht haltbar. Eine Alkalinitäts(KH)-Referenz
    basiert auf (Hydrogen)Carbonatlösungen. Diese Lösungen "verderben" nicht. Die einzige Möglichkeit sie zu verändern
    ist, sie lange unverschlossen stehen zu lassen. Dann verdunstet Wasser und die Konzentration steigt.

    Es könnten höchstens falsch angesetzte Referenzen bzw. Chargen existieren. Das würde ich dann aber zuerst
    mit dem Hersteller klären und nicht zur Grundlage einer allgemeinen Behauptuung machen.

    Hallo zusammen,

    da das Thema Phosphatablagerungen gerade so heiß diskutiert wird, hier noch ein paar Gedanken dazu:

    Phosphate werden im Aquarium in anorganischer und organischer Form im Aquarium abgelagert. Die organische
    Form ist vor allem Detritus, der sich primär im Bodengrund ansammelt. Anorganisches Phosphat lagert sich primär an
    carbonatische Oberflächen an, das kann Korallensand bzw. -bruch im Boden, aber auch unbesiedelte Riffkeramik sein.

    Zwischen anorganischen Ablagerungen und dem Aquarienwasser stellt sich unter der Voraussetzung, dass genug
    Strömung die Oberflächen erreicht, ein Gleichgewicht ein. Das heißt, je mehr Phosphat im Wasser, desto mehr
    Ablagerungen und je mehr Ablagerungen, desto mehr Rücklösung ins Wasser.

    Die organischen Ablagerungen werden vor allem durch grabende Organismen oder mechanische Eingriffe wie Umrühren
    ins Freiwasser transportiert.

    Bei dem "Kaffetassentest" sehe ich folgende möglichen Probleme:
    - wie sauber war die Kaffeetasse bzw. das Testgefäß? (mit dem Finger umrühren ist eine schlechte Idee)
    - die Anwesenheit von Phosphaten in tieferen Bodenschichten sagt wenig über deren Transport ins Freiwasser
    aus. Für die Ermittlung eines etablierten Gleichgewichtswertes zwischen Oberflächen und Freiwasser ist
    die normale Messung des Aquarienwassers aussagekräftiger.

    Hallo Andy,

    wenn du dir Schwermetalle in dein Aquarium zudosieren möchtest, dann empfehle ich dir wenigsten das giftige
    Kupfer und Zink wegzulassen.

    Viele Aquarien werden über sehr lange Zeiträume erfolgreich betrieben, ohne dass diesen irgendwelche zusätzlichen
    Schwermetalle zudosiert werden.

    Iod würde ich durchaus dosieren, nicht weil es flüchtig ist (ein altes Aquarienmärchen), sondern weil es verbraucht wird.

    Hallo Alex,

    die Maßnahmen, die du geplant hast, erscheinen mir sinnvoll. Es ist höchstwahrscheinlich richtig,
    nicht auf einen Schlag das Becken komplett umzukrempeln.

    Langfristig kann ich dir die Anregung geben, dass Aquarien, die mit einem weniger aufwendigen System und
    etwas höheren Nährstoffgehalten betrieben werden, nach meiner Erfahrung jahrzehntelang deutlich weniger
    Probleme bereiten. Und natürlich weniger Aufwand!

    Die Theorie mit den Schwermetallcarbonaten finde ich plausibel. Das Vorliegen partikulärer Carbonate könnte
    Peters verwirrendes Messergebnis möglicherweise erklären. Sein beabsichtigter Versuch mit dem Filter könnte
    diese Hypothese bestärken.

    Hallo Steffen,

    oh, du hast auch ein Spektroradiometer! Ich dachte mit Apogee meinst du wie üblich das MQ-200 oder ein
    anderes Quantummeter.

    Meine Messwerte mit dem LI-COR waren (Vergleichswerte in gleichem Abstand, µmol/m2*sec) "UV" : 20, RB 115


    @ Daniel: wir haben die "UV" manuell dazugeregelt, was > 5sec dauert. Dabei haben wir keinen Unterschied bemerkt.

    Hallo Steffen,

    5 x 10 = 50 und 5 x 20 = 100. Wie kommst du auf 200?
    Außerdem habe ich mit 100 die Effizienz einer blauen LED angesetzt, das hat nix mit Perpetuum Mobile zu tun.

    Das Apogee ist ein hilfreiches kleines Gerät für den Alltag, aber wenn sowohl mein LI-COR Quantummeter
    als auch mein OceanOptics Radiospektrometer andere Zahlen ermitteln, dann vertraue ich eher diesen.

    Aber ganz abgesehen von der Messtechnik: kannst du wirklich mit dem Auge einen Unterschied erkennen,
    wenn zusätzlich zu den blauen LEDs die violette eingeschaltet wird? Ich stand mit 2 Mitarbeitern im Vivarium
    und wir haben die GHL getestet, wir haben keinen Unterschied gesehen.

    Hallo Hans-Werner,

    gut, dass wenigstens du nicht an das alte CO2-Märchen glaubst :grinning_squinting_face:

    Alkalinität = 2 [CO3--] + [HCO3-] - [H+]

    CO2 in Wasser = H2CO3 = 2 H+ + CO3-- oder H+ + HCO3-

    2 - 2 = 0 und 1 - 1 = 0 (oder stellt das jemand in Frage :winking_face: )

    PS: Beim Kalkreaktor liegt ihr aber beide daneben. Er erhöht die Alkalinität weder durch die Kohlensäure
    noch durch die Kationen, sondern allein wegen der Carbonate, die sich lösen.


    @Wolfy: Eine sehr blaulastige Lampe, deren Licht du eher etwas geringer dosieren solltest.
    Wenn du Probleme bei deinen Korallen bemerkst, runterregeln oder höher hängen.

    Hallo bendel,

    da sagt mein gutes LI-COR Quantummeter aber etwas ganz anderes. Die 10 - 20% sind nicht geschätzt, sondern exakt gemessen.

    @Stefan: Ich verspreche dir, sobald die 420 nm LEDs 5 mal so effizient sind wie heute, werde ich auch welche einsetzen :winking_face:

    Hallo Bernd,

    ich denke, dass deine Abschätzung schon passt. Interessant ist nur, dass Cree in dem von dir genannten
    Datasheet 80°C angibt, im Cree®XLamp®Long-Term Lumen Maintenance Article aber auf 100 - 125°C kommt.

    Wobei der Maintenance Article 3 Jahre später erschien. Es besteht also Anlass für Optimismus.

    Hallo Nico,

    wieso Meinung ändern? Das verstehe ich jetzt nicht.

    Warum die Hersteller das Spektrum immer mehr erweitern? Das hat 2 Gründe.
    Der eine ist, dass dann auch vielleicht den Menschen LED-Licht gefällt, die mit den reinen blau-weiß Kombinationen
    noch nciht zufrieden waren.
    Der andere ist, um sich von der Konkurrenz abzusetzen. Sei es nun sinnvoll oder nicht.

    @Stefan: Die "UV-LEDs" erzeugen kein UV-Licht, sie liegen über 400 nm. Sie haben aber nur 10 - 20 % der Effizienz
    von blauen oder weißen LEDs. Die Fluoreszenzeffekte sind weder sicht- noch messbar, wenn Royalblau und Blau
    dazugeschaltet wird. Eigentlich nur eine Energievergeudung.

    Hallo Nico,

    nein ich plädiere überhaupt nicht für das gesamte Spektrum. Ich plädiere dafür, die jahrzehntelange Erfahrung
    mit Sonnenlicht, T8, HQI und T5 nicht zu vergessen. Es hat sich erwiesen, dass blaulastiges Licht meistens gefällt,
    dass Rotanteile manchen gefallen, und dass zu viel gelb immer bescheiden aussieht. Sonnenlicht, das ein
    gleichmäßiges Spektrum hat, gefällt uns in der Natur, aber nicht im Aquarium.

    Das Neue, das sich durch LED ergibt, ist, dass wir den Lichteindruck nach unseren Vorstellungen gestalten können.

    Hallo Daniel,

    das mit der Temperatur ist nicht ganz einfach. Angegeben wird die Temperatur direkt am LED-Halbleiter (junction temperature)
    und die ist auch noch abhängig vom gewählten Arbeitspunkt. Sie liegt z.B. bei der Cree XR-E zwischen 100 und 125°C für eine Lebensdauer von 50.000 Stunden.
    Diese Temperatur lässt sich aber nicht direkt messen, gemessen wird meist eine Temperatur am Kühlkörper,
    möglichst nahe an der LED. Um daraus wiederum die junction temperature zu errechnen, sind Angaben über
    den Kühlkörper und die Verbindung zwischen LED und Kühlkörper nötig.

    Kurz gesagt: Im Grunde kann man nur darauf hoffen, dass der Hersteller die LED gut konstruiert hat.

    Hallo Peter,

    die Sr-Abgabe scheint mir logisch zu sein. Wo Ca vohanden ist, ist auch meist Sr. Die Sr-Abgabe ist etwas
    geringer als die Ca-Abgabe, da Klinoptilolith Sr etwas fester bindet.

    Andreas: 450 mg/l Kalium in einer Salzmischung? Das scheint mir keine gute Idee zu sein.

    Hallo Daniel,

    da hat sich wohl der alte Fehler weitergepflanzt, der dadurch entstanden ist, das Messungen innerhalb von
    Zooxanthellen durchgeführt wurden und diese dann von einigen Autoren als äußere Lichtspektren weiterverwendet wurden.
    Eine alte, aber äußerst ärgerliche Geschichte. In Wirklichkeit ist die Verwertbarkeit von rotem Licht viel besser
    als in dieser Grafik angegeben.

    Peter: Das Problem mit dem Blaulicht ist folgendes: Natürlich kann man Korallen mit Blaulicht bestrahlen,
    sie können es besonders gut verwerten. Aber der normale Aquarianer will ja auch selbst etwas von seinen Korallen sehen.
    Wenn er blaulastiges Licht so stark dosiert, dass es für ihn selbst angenehm hell ist, dann kann es für die Koralle viel zu stark sein.

    Zur Anpassung: wenn man Korallen einige Wochen Zeit gibt, dann können sie sich meist an deutlich stärkeres Licht anpassen.
    Dabei sollten wir uns aber auch die Frage stellen, wozu wir so viel Licht brauchen und ob wir die LED-Technik nicht
    auch zum Stromsparen einsetzen sollten.
    Ich werfe auch mit dezenter Lichtdosierung schon viel zu viele zu groß gewordene Korallenteile in die Biotonne.

    PS: Leider kann ich die Diskussion erst am Montag fortsetzen.

    Hallo Peter,

    interessanter Versuch, vielen Dank dafür!

    Das bedeutet, dein Zeolith war vor allem calciumgesättigt, Kalium hatte einen so günstigen Level, dass es nicht
    zu allzugroßen An- oder Abreicherungen kam.

    Ich bin bis Montag weg, freue mich schon auf dei weitere Diskussion.

    Hallo Peter,

    wir haben im Vivarium Karlsruhe verschieden Versuche mit blauen (450-460 nm) und weißen (10-12.000 K, Peak 450-460 nm) LEDs gemacht.
    Dabei hatten sich bei einzelnen Korallen Probleme ab 50% Blauanteil ergeben.

    Den physiologischen Grund hatte ich ja schon angegeben: Licht mit sehr hohem Blauanteil, das für uns angenehm
    hell aussieht, ist für Korallen extrem hell. Sie erleiden einen Lichtschock, ähnlich wie wenn ich einen
    250 W Brenner durch einen 400 W Brenner ersetzen würde.

    Hallo Kappe,

    ja, ich würde einen Unterschied machen. Bei 10.000 K höchstens 40%, bei 16.000 höchstens 30%.

    @Olaf: Die Ameisen lass ich im Heftartikel weg :winking_face:

    @Roland: Schön, dass dir der Vortrag gefallen hat und gut, dass du VOR dem Selbstbau so gründlich überlegt hast.
    Ich habe schon zu viele Unzufriedene mitbekommen, die den Fehler gemacht haben, dass sie sich nicht so gründlich
    vorbereitet haben wie du. Und die Kosten, die bei einzelnen Selbstbauten angefallen sind, haben mich auch beeindruckt.

    Hallo Daniel,

    wo hast du denn dieses Absorptionsspektrum her? Ich habe schon viele Zooxanthellenspektren gesehen,
    aber keines, das so aussah. Ich glaube bei dieser Grafik ist nicht nur die Rechtschreibung danebengegangen.

    Zum Thema "natürliches Lichtspektrum": In der Riffaquaristik verwenden wir seit Jahrzehnten kein "natürliches
    Lichtspektrum" mehr. Oder wer hat über seinem Becken Daylight-Brenner oder Röhren? Der Grund ist einfach,
    ein "natürliches Lichtspektrum" sieht nicht schön aus, die Farben der Korallen wirken im Aquarium dann gelblich-braun und stumpf.

    Dass Korallen auch unter unnatürlichen Spektren gut gedeihen, haben die letzten Jahrzehnte bewiesen.
    Die einzige aktuelle Gefahr kann eine Überdosis blau sein, da das für uns ziemlich dunkel und für die Korallen extrem hell wirkt.

    Hallo Stefan,

    klar gibt es Kleber mit ordentlichem Wärmewiderstand und Wärmeleitpasten, die nicht optimal sind.

    Aber nur Kleber verführt dazu, die LED einfach nur anzupappen und zu wenig Anpressdruck zu verwenden.
    Bei Fixierung mit 4 Schrauben um die LED herum ist es dagegen egal, was man verwendet. Außer vielleicht im Preis.

    Hallo Christiane,

    ich verhandle gerade mit Rüdiger Latka, um den Sifi-Vortrag noch im nächsten Meerwasseraquarianer unterzubringen.

    Aber ich gebe natürlich auch gerne hier ein paar Tipps:

    - mit 120 Grad leuchtest du etwa wie ein HQI-Strahler aus. Dabei ist natürlich immer die ausgeleuchtete Fläche kleiner,
    wenn die Lampe kleiner ist.

    - an der 50% Regel kannst du dich gut orientieren (LED = 50% der HQI/T5-Leistung (in Watt)). Das ist besonders
    wichtig bei der Umrüstung, um Lichtschock und Verluste zu vermeiden.

    - Entscheide nach deinem eigenen optischen Eindruck. Das Licht muss dir gefallen. Dabei kannst du davon ausgehen,
    dass auch deine Korallen mit dem Spektrum, das dir gefällt, zurechtkommen. Einzige Einschränkung: blau würde ich auf
    etwa 1/3 der Gesamtmenge beschränken, da blau für die Korallen sehr intensiv ist und sonst überdosiert werden könnte.