Beiträge von Armin Glaser

    Hallo Lutz,

    ich bin wie du ein großer Freund von Messungen.
    Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob dein Messgerät für
    deine Lampe überhaupt geeignet ist. Solch eine Messung
    lässt sich normalerweise nur mit einem Radiospektrometer
    und der passenden Software durchführen.

    Wobei die von den Herstellern angegebenen Zahlen über 10.000 Kelvin
    eh nur Phantasiezahlen sind, die sich nicht mathematisch belegen lassen.
    Sie bedeuten nur: je mehr Kelvin, desto mehr blau.
    In Wirklichkeit ist der Farbe blau kein Kelvinwert zugeordnet.

    Hallo Norman,

    Maxspect gibt für die 120 W Ausführung (= 2 Pads) 24 V 6,3 A an.
    Folglich können maximal 6 LEDs in Reihe geschaltet sein.
    Betrieben werden sie mit 1300 mA, die blauen mit 860 mA.

    @Lutz: Sehr gute Idee und tolle Ausführung! Bei den angebotenen LEDs
    bleibt oft noch Optimierungspotential und du hast genau an der richtigen Stelle angesetzt.

    Hallo Mike,

    ich halte seit vielen Jahren einen Z. xanthurum mit ursprünglich einem,
    inzwischen mit 3 Z. flavescens zusammen.

    Der Xanthurum blieb immer Chef, er ist zwar ruppig, aber nie bösartig zu den Gelben.

    Die Flavescens dagegen mussten untereinander die Hackordnung klären, was ein paar Narben hinterlassen hat.

    Hallo Ralf,

    ich hatte letztes Jahr einen Leo ein paar Wochen zur Pflege, weil im Vivarium gerade kein Platz war.
    Der schönste Fisch, den ich je hatte! Leider hat er alle anderen Beckenbewohner terrorisiert und
    nach und nach die komplette Einrichtung zerlegt.

    Er hat aber einen Vorteil: er ist so gefräßig, dass man ihn kinderleicht wieder rausfangen kann.

    Fazit: Finger weg von diesem Fisch!

    Hallo Torben,

    ich kann Tageslichtsysteme nur theoretisch beurteilen,
    da ich noch keines betrieben oder gesehen habe.

    Ich befürchte aber, dass solche Systeme großen Einschränkungen
    unterliegen. Abhängigkeit vom Wetter, kaum Modifikationsmöglichkeiten
    und nicht zuletzt ist Sonnenlicht nicht jedermanns Geschmack,
    da sich mit Kunstlicht wesentlich spektakulärere Farbeffekte erzeugen lassen.

    Daher sehe ich die Zukunft eher in der Kombination PV/LED.

    Hallo Artur,

    ich gebe keine Kaufempfehlungen. Ich nenne dir Kriterien,
    was bei einer LED Lampe sinnvoll ist und was nicht. Mehr nicht.

    bendel: Wenn deine Messungen richtig sind, dann stellen sie die
    komplette LED-Technik auf den Kopf. Warum werden aufwendige
    PWM-Steuerungen gebaut, wenn doch einfachere Stromquellen effizienter sind?

    Hallo bendel,

    die LED-Effizienz ist stark abhängig vom Arbeitspunkt!
    Du musst bei der PWM-Steuerung das Integral (= Leistung) betrachten,
    nicht die Strom- bzw. Spannungsspitzen.

    @Naif: Je näher LEDs an ihrer Leistungsgrenze betrieben werden,
    desto weniger effizient (= Licht pro Watt) sind sie.
    Wenn man für eine 60 W LED-Lampe 20 3 W LEDs verwendet,
    dann ist diese Lampe weniger hell als eine 60 W LED-Lampe,
    die aus 30 3 W LEDs aufgebaut ist, die aber nur mit maximal 2 Watt
    Leistung pro LED betrieben werden.

    Die wirklich guten LED-Lampen werden daher mit Maximalleistungen angegeben,
    die weit unter der theoretischen Maximalleistung der Einzel-LEDs liegen.

    Hallo Artur,

    diese Lampe habe ich noch nicht im Einsatz gehabt.

    Bei einem kurzen Blick auf die Daten fällt mir folgendes auf:
    - für meinen persönlichen Geschmack zu viele bunte Farben: grün, rot, indigo, UV...
    - die LEDs können sehr hoch ausgesteuert werden. Das bedeutet,
    dass man diese Lampe deutlich unter den maximal angegebenen Werten betreiben muss,
    um eine hohe Lichtausbeute zu erhalten.

    Hallo Oliver,

    Linsen bündeln den Lichtstrahl, d.h. sie konzentrieren die Lichtenergie auf eine kleinere Fläche.
    Natürlich hat man dadurch im Zentrum eine höhere Strahlungsleistung als ohne Linsen,
    die Gesamtleistung wird aber nicht größer, sondern durch Verluste in den Linsen sogar etwas kleiner.

    Streulichtverluste ohne Linsen müssen nicht sein, wenn man die Lampe vernünftig konstruiert.

    Wenn die Werbung etwas anderes sagt, ist es halt Werbung, keine Wahrheit.

    Hallo bendel,

    das entspricht dann auch meinen Beobachtungen.

    Für die Koralle ist es egal, sie nutzt diesem Bereich kaum
    und außerdem sind die "UV"-LEDs sehr schwach im Vergleich zu den anderen Farben.

    Nur "richtige UV", also unter 400 nm hätte eine Wirkung:
    Es stresst die Koralle.

    Hallo Rana,

    danke für die Info.

    Bisher hatte ich mich gewundert, was 120° Linsen sein sollen.
    Denn LEDs strahlen mit ihren internen Linsen normalerweise 120° ab,
    daher ist eine 120° Externlinse gar nicht möglich. Du hast meine Vermutung bestätigt.

    Die LEDs ohne Linse zu betreiben ist übrigens keine Verarschung, sondern sinnvoll.
    Ich selbst entferne auch bei allen Aquarien bis 1 m Wasserstand die Linsen,
    da sich der 120° Abstrahlwinkel als optimal erwiesen hat.

    Hallo zusammen,

    ich hatte vor einiger Zeit Versuche mit (Pseudo-) UV-LEDs gemacht.
    Sie erzeugten zwar Fluoreszenz, diese war aber nach Einschalten
    der übrigen LEDs nicht mehr erkennbar. Keiner der Beobachter konnte
    sicher unterscheiden, wann die UV-LEDs zusätzlich eingeschaltet waren
    und wann nicht.

    Deswegen würde mich interessieren: Sieht jemand wirklich einen deutliche Unterschied,
    wenn die UV-LEDs zusätzlich an sind? Und wenn ja, dann würden mich natürlich
    die verwendeten LEDs (Typ, Spektrum, Arbeitspunkt) interessieren.

    Hallo Dirk (jetzt hab ich deinen Namen doch noch gefunden :winking_face: ),

    mir kommen allmählich Zweifel an den Ampelspielchen.
    Hier werden auffälige Werte wie Aluminium grün markiert, Eisen ist auch hier wieder nicht nachweisbar und trotzdem grün,
    dafür wird der niedrige Phosphatwert von 0,08 mg/l gelb markiert, weil er angeblich besser noch niedriger sein soll.
    Eine ausführliche Interpretation der Messwerte mit dem Hinweis auf verschiedene Möglichkeiten der
    Korallenhaltung wäre hilfreicher als ein zu vereinfachendes und teilweise willkürliches Farbschema.

    Dass sich Cyanobakterien bei hohen Schwermetallkonzentrationen gegen andere Organismen durchsetzen können,
    ist keine Neuigkeit. Meine erste Maßnahme in deinem Fall wäre die Absetzung aller Zugaben und ein paar ordentliche Wasserwechsel.

    Man kann immer darüber philosophieren, wer welches Schwermetall wie bindet und damit seine Wirkung abschwächt.
    Tatsache bleibt aber, dass sich diese Stoffe nicht in Luft auflösen.

    Vielleicht passt folgender Vergleich: die gebundenen Schwermetalle sind wie ein Betonklotz, der an einem Seil über dem Kopf schwebt.
    Vielleicht hält das Seil. Vielleicht auch nicht. Ich ziehe vor, keinen Betonklotz über mir schweben zu sehen, statt mich auf die Festigkeit des Seils zu verlassen.

    Hallo Stefan,

    du kannst das Lichtspektrum nicht auf einen Peak reduzieren, du musst das Integral unter der Kurve bilden!

    Schau dir doch mal ein gutes Buch zu dem Thema an z.B. Baers "Beleuchtungstechnik" oder wenigstens
    mal diese 2 Wikipedia-Minimalgrundlagen: http://de.wikipedia.org/wiki/V-Lambda-Kurve
    http://de.wikipedia.org/wiki/Lumen_%28Einheit%29

    Bei so groben Vereinfachungen, wie du sie vornimmst, kannst du nur zu falschen Ergebnissen kommen.
    Und ein Händler, der dir zu einer blauen Lichtquelle den Lumenwert liefert, hat leider keine Ahnung
    von dem, was er dir verkaufen will.

    Licht der Wellenlänge 475 nm hat per Definition 88,74% weniger Lumen als gleich starkes Licht
    der Wellenlänge 555 nm. Daher gibt man bei blauem (und rotem) Licht keine photometrischen
    sondern radiometrische Größen an.

    Hallo Stefan,

    da hast du aber einiges durcheinandergebracht!

    Ganz davon abgesehen, dass deine Annahmen für deine alte Beleuchtung viel zu optimistisch sind
    (messe mal nach und errechne daraus die tatsächliche Beleuchtungsstärke, du wirst dich wundern!),
    steckt in deiner LED-Berechnung ein großer Fehler: tatsächlich hat eine weiße XPE selbst bei dem
    von dir gewählten extrem ungünstigen Arbeitspunkt bei 1000 mA (= 3,5 W) etwa 270 lm.

    Oder hast du tatsächliche eine blaue LED gemeint? Dann ist die Rechnung komplett hinfällig, denn du kannst
    nicht blaues mit weißem Licht an Hand eines Lumenwertes vergleichen. Eine Lumenangabe für blaues Licht ist Unsinn.

    So einfach ist die Beleuchtungstechnik dann doch nicht.

    Hallo Norbert,

    einiges dazu habe ich im Ratgeber Meerwasserchemie beantwortet.
    Deswegen wird's nix mit dem "small book".

    Aber ich gehe gerne auf deine Fragen ein:

    1.In der Meerwasseraquaristik sind Tröpfchentests anerkannt. Sie können einen groben Überblick über einige Hauptelemente und die wichtigsten Nährstoffe liefern.
    In der Meerwasseranalytik gibt es dagegen Methoden wie z.B. Photometrie, Ionenchromatographie (IC), Hochleistungsflüssigchromatographie (HPLC) und verschiedene
    durch Plasma angeregte spektrometrische Verfahren wie ICP-OES (optische Emissionsmessung) und ICP-MS (Massenspektroskopie).

    Photometrie und IC bietet Peter Gilbers an, HPLC und ICP-OES Ehsan Dashti. ICP-MS wird an den Universitäten in den Küstenregionen und am IMG in Karlsruhe verwendet,
    aber nur für den Forschungsbereich.

    2. - Hauptelemente können recht gut titrimetrisch (das ist die professionelle Form von Tröpfchentests), photometrisch, mit IC und vor allem mit ICP-OES gemessen werden.
    - Spurenelemente am besten mit HR-ICP-MS (hochauflösende ICP-MS) oder RC-ICP-MS (ICP-MS mit Reaktionszelle). Je nach Konzentration können sie auch von der ICP-OES
    erfasst werden, wo deren Grenzen liegen hängt sehr stark von den Verfahren zur Probenaufbereitung ab.
    - Nährstoffe werden photometrisch, mit HPLC oder auch mit IC erfasst.

    3. Hier fehlen systematische Untersuchungen. Da es in der Meerwasseraquaristik leider meist nicht üblich ist, Dinge zu messen, sondern eher verbreitet ist, Dinge zu vermuten,
    liegt hier noch ein großes Forschungsfeld brach.

    4. Referenzwerte gibt es für natürliches Meerwasser. Hier ist z.B. Milleros "Chemical Oceanography" ein guter Anhaltspunkt. Allerdings sind diese Werte nur eine ungefähre Orientierungen fürs Aquarium. Korallen können sich sehr gut an höhere Nährstoff- und Schwermetallkonzentrationen anpassen. Wo die tatsächlichen Grenzen liegen ist noch
    nicht erforscht.

    5. Elemente wie Aluminium, Quecksilber, Blei, Bismut und Silber haben keine notwendige Funktion für Organismen bzw. wirken nur toxisch.
    Bei Lithium, Barium, Rubidium und Strontium ist die Funktion unklar.
    Arsen, Bor, Brom, Cadmium, Chrom, Cobalt, Eisen, Fluor, Iod, Kupfer, Lanthan, Mangena, Molybdän, Nickel, Selen, Vanadium, Wolfram, Zink und Zinn sind für (manche)
    Organismen lebensnotwendig, aber in höheren Konzentrationen giftig.

    6. Proben für Spurenelementuntersuchungen werden in Teflongefäße gefüllt und mit etwas hochreiner Salpetersäure versetzt.

    Hallo Paul,

    meistens geht es gut. Aber nicht immer.

    Ich habe mir angewöhnt, möglichst bald mit der Gartenschere dazwischenzugehen, wenn sich Korallen vernesseln.
    Denn manchmal bildet die vernesselte und damit geschwächte Stelle einen Angriffspunkt für Bakterien und Helicostoma.
    Und dann kann es ganz schnell gehen...

    Hallo Marco,

    du hast kein Nitratergebnis, weil mit der verwendeten Methode (ICP-OES)
    Stickstoffverbindungen nicht gemessen werden können.

    @Nik: Sehr aufmerksam, danke für den Hinweis!
    Das ist mir vor lauter Ampelfarben glatt durchgerutscht.

    0,00 bedeutet hier zwar nicht, dass kein Fe vorhanden ist, sondern nur, dass es
    unter der Nachweisgrenze des Messgeräts liegt. Aber in einem Aquarium,
    das mit Eisenadsorber gefahren wird und in dem offensichtlich Spurenelemente
    zudosiert werden, ist dieser Wert nicht plausibel.

    Hallo zusammen,

    ein richtig interessanter Thread!

    Norbert: So ein grün-gelb-rot Schema macht die Sache etwas ZU einfach.
    Das muss man schon noch interpretieren:

    Den Kupferwert sehe ich, wie schon gesagt, kritisch. Hier ist sehr genau auf Reaktionen
    der Korallen zu achten (hell werden durch Zooxanthellenabstoßung) und beim kleinsten Anzeichen
    unbedingt die Spurenelementdosierung zu beenden.

    Auch der hohe Barium- und Molybdängehalt weißt auf eine starke Spurenelementdosierung hin,
    wobei Barium harmlos ist. Molybdän wird besonders gut von Cyanobakterien verwertet,
    könnte also vielleicht auch Probleme machen.

    Dass Iod zu gering ist und nachdosiert werden sollte, hatte ich bereits erwähnt.

    Den Nickelwert sehe ich deshalb als unkritisch, weil er immer noch etwas über dem Wert liegt,
    der üblicherweise für Meerwasser angegeben wird (0,47 µg/l). Woher Ehsan seinen Referenzwert hat, weiß ich nicht.

    Einen Phosphatwert von 0,14 mg/l sehe ich nicht als bedenklich, sondern als sehr günstig an.
    Dass ich wenig davon halte, mit sehr niedrigen Phosphatwerten zu arbeiten, ist kein Geheimnis.
    Dass die Aquarien im Vivarium seit Jahrzehnten mit Phosphatwerten von 0,2 - 0,5 mg/l stabil laufen, auch nicht.

    Calcium ist niedrig, aber nicht gefährlich niedrig. Es sollte etwas erhöht werden.

    Und Magnesium ist mit 1218 mg/l noch unkritisch. Es gibt zwar immer noch Menschen die glauben,
    dass Magnesium das Steinkorallenwachstum fördern würde, aber die glauben bestimmt auch an andere Verschwörungstheorien :grinning_squinting_face:


    @Hans-Werner: Glaub dem Algenexperten keine Wort!
    Er weiß nämlich scheinbar nicht, dass für die polarographische Messung zunächst alle organischen Verbindungen zerstört werden müssen.
    Und damit natürlich auch alle Komplexbildner. Würde er sauber arbeiten, erhielte er exakt das gleiche Ergebnis wie mit der ICP-MS.

    Hallo Rolf,

    der HI 736 ist eher für sehr nährstoffarme Aquarien ausgelegt,
    der HI 713 misst in einem etwas höheren Bereich.

    Ich habe die beiden Geräte im "Meerwasseraquarianer" 1/2011
    ausführlich getestet und beschrieben. Wenn es dich genau interessiert,
    dann besorg dir das Heft oder den Artikel.

    Hallo zusammen,

    PVP-Iod ist eine Lösung, die zur Wunddesinfektion verwendet wird.
    Sie kann gut zur Ioddosierung im Aquarium verwendet werden,
    da sich hier eine Überdosierung nicht so stark auswirkt wie bei anderen Iodzugabeformen.

    Handelsbezeichnungen für PVP-Iod sind z.B. Betaisodonna (enthält auch Phosphat)
    und Polysept (enthält kein Phosphat).

    Hallo Dirk und Stefan,

    die Anleitung steht auf Seite 135, am Ende des Spurenelementkapitels.
    Das ist das Kapitel 15.5, so wie es auch im Inhaltsverzeichnis steht. Soooo gut
    ist es also gar nicht versteckt. Aber leider nicht im Stichwortverzeichnis enthalten :frowning_face: