Hallo Norbert,
einiges dazu habe ich im Ratgeber Meerwasserchemie beantwortet.
Deswegen wird's nix mit dem "small book".
Aber ich gehe gerne auf deine Fragen ein:
1.In der Meerwasseraquaristik sind Tröpfchentests anerkannt. Sie können einen groben Überblick über einige Hauptelemente und die wichtigsten Nährstoffe liefern.
In der Meerwasseranalytik gibt es dagegen Methoden wie z.B. Photometrie, Ionenchromatographie (IC), Hochleistungsflüssigchromatographie (HPLC) und verschiedene
durch Plasma angeregte spektrometrische Verfahren wie ICP-OES (optische Emissionsmessung) und ICP-MS (Massenspektroskopie).
Photometrie und IC bietet Peter Gilbers an, HPLC und ICP-OES Ehsan Dashti. ICP-MS wird an den Universitäten in den Küstenregionen und am IMG in Karlsruhe verwendet,
aber nur für den Forschungsbereich.
2. - Hauptelemente können recht gut titrimetrisch (das ist die professionelle Form von Tröpfchentests), photometrisch, mit IC und vor allem mit ICP-OES gemessen werden.
- Spurenelemente am besten mit HR-ICP-MS (hochauflösende ICP-MS) oder RC-ICP-MS (ICP-MS mit Reaktionszelle). Je nach Konzentration können sie auch von der ICP-OES
erfasst werden, wo deren Grenzen liegen hängt sehr stark von den Verfahren zur Probenaufbereitung ab.
- Nährstoffe werden photometrisch, mit HPLC oder auch mit IC erfasst.
3. Hier fehlen systematische Untersuchungen. Da es in der Meerwasseraquaristik leider meist nicht üblich ist, Dinge zu messen, sondern eher verbreitet ist, Dinge zu vermuten,
liegt hier noch ein großes Forschungsfeld brach.
4. Referenzwerte gibt es für natürliches Meerwasser. Hier ist z.B. Milleros "Chemical Oceanography" ein guter Anhaltspunkt. Allerdings sind diese Werte nur eine ungefähre Orientierungen fürs Aquarium. Korallen können sich sehr gut an höhere Nährstoff- und Schwermetallkonzentrationen anpassen. Wo die tatsächlichen Grenzen liegen ist noch
nicht erforscht.
5. Elemente wie Aluminium, Quecksilber, Blei, Bismut und Silber haben keine notwendige Funktion für Organismen bzw. wirken nur toxisch.
Bei Lithium, Barium, Rubidium und Strontium ist die Funktion unklar.
Arsen, Bor, Brom, Cadmium, Chrom, Cobalt, Eisen, Fluor, Iod, Kupfer, Lanthan, Mangena, Molybdän, Nickel, Selen, Vanadium, Wolfram, Zink und Zinn sind für (manche)
Organismen lebensnotwendig, aber in höheren Konzentrationen giftig.
6. Proben für Spurenelementuntersuchungen werden in Teflongefäße gefüllt und mit etwas hochreiner Salpetersäure versetzt.